Witch House: Popkultur und Mythos in Zeiten der beginnenden Dematerialisierung

Beginnen wir die Geschichte des neonfarbenen Mystizismus im Web 2.0 mit einer Frage: Was haben die Gothic- und die Hip Hop-Kultur gemeinsam? Sie überleben sich zum einen seit mindestens zwei Dekaden selbst, zum anderen sind sie latent peinlich. Mit dem Totenschein der cultural studies, geklauten Keyboard-Riffs und Drums der Marke “zu doof um Minimal sein”, spukt seit 1,5 Jahren ein Geist durch die Blogs dieser Welt. Sein Name ist Witch House. Seine Ingredienzien sind Ascii-Zeichen (vor allem Dreiecke), Nachwuchsdesignerklamotten, Texte über Drogen und Sex. Das Equipment der Musiker ist im Schnitt älter als sie selbst und die Handclaps feiern in ihren schlecht abgemixten Songs ein Revival. Weiterlesen