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	<title>African Paper &#187; 7JK</title>
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		<title>SIEBEN: 2020 Vision</title>
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		<pubDate>Sat, 23 May 2020 05:21:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Matt Howden hat mit seinem Projekt Sieben etwas gemacht, worin ihm wenige gefolgt sind &#8211; zumindest ist mir niemand bekannt, der die in der &#8220;Neuen&#8221; oder experimentellen Musik gängige Bearbeitung von Violinparts mit Loopeffekten derart konsequent in den Bereich des &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/05/23/sieben-2020-vision/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/04/2020-VISION-COVER-ART.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-20827" title="6PP_DVP_1TRAY" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/04/2020-VISION-COVER-ART-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Matt Howden hat mit seinem Projekt Sieben etwas gemacht, worin ihm wenige gefolgt sind &#8211; zumindest ist mir niemand bekannt, der die in der &#8220;Neuen&#8221; oder experimentellen Musik gängige Bearbeitung von Violinparts mit Loopeffekten derart konsequent in den Bereich des Songwritings überführt hätte. Schon aus diesem Grund, mehr noch allerdings aufgrund der signifikanten Handschrift seiner Musik, wäre diese auch dann noch originell, wenn er dem schöngeistigen und immer leicht<span id="more-20826"></span> melancholisch eingefärbten &#8220;Folkpop&#8221; treu geblieben wäre, der Alben wie &#8220;Star Wood Brick Firmament&#8221; oder &#8220;Each Divine Spark&#8221; eine so große Beliebtheit beschert hat. Doch Howdens Pläne gehen seit einigen Jahren in eine andere Richtung, und so wendete sich seine Musik unter Beibehaltung wesentliche Techniken spätestens seit &#8220;The Old Magic&#8221; vom Pop zum Rock, zugleich nahm die nie wirklich marginale politische Seite Siebens einen größeren Raum ein, wurde deutlicher, punkiger, aggresiver.</p>
<p>Man kann sagen, dass &#8220;2020 Vision&#8221; so gesehen an das vor rund zwei Jahren erschienene &#8220;Crumbs&#8221; anknüpft, einem furiosen Rundumschlag gegen den damals aktuellen Stand der Dinge im UK. Doch ebenso wie die Zeit im Vereinigten Königreich auch seitdem nicht stehen geblieben ist, hat sich Sieben ein weiteres Mal gehäutet und wartet mit einigen Überraschungen auf. Eine ist Kev, seine neue fünfsaitige Kevlar-Violine, die hier den Status eines vollwertigen Bandmitgliedes erhält und als solches auch mit Ansagen nicht geschont wird: &#8220;We&#8217;re all Fucked, Kev&#8221; lautet der kompromisslose Titel des ebenso kompromisslosen Openers, und zu punkigem Uptempo, rockigen Soli, schwülheißem Summen und alarmierenden Sirenenklängen erörtern Matt und Kev die Übel der Zeit und Howden bekommt &#8211; nicht persönlich, aber als Angehöriger der Spezies Mensch &#8211; einen veritablen Abgesang zu hören. &#8220;Aufgeschmissen seid ihr, nicht ich&#8221;, scheint Kevs Devise zu sein und das Ende des Anthropozän und den Untergang der Menschheit scheint ihn nicht sonderlich zu kümmern &#8211; nicht weil er nicht weiß, dass er dem Menschen seine Existenz verdankt und ihn braucht, um gespielt zu werden, sondern weil es ihm an Sehnsucht und Begehren, am Wunsch zu bestehen fehlt. Künstliche Intelligenz will nichts.</p>
<p>Dieses Batteling und all die Hintergedanken zum Album müssen sich irgendwann im letzten Jahr abgespielt haben, lange vor Corona und den immer deutlicher zutage tretenden Folgen unseres Wirtschaftens, die das mettigelförmige Virus erkennen lässt, und auch in dieser Hinsicht erweist sich der apokalyptische Grundtenor des Albums und der Texte über soziale und ökologische Verwerfungen als visionär. Wie es sich für kraftvollen Rock mit endzeitlicher Message geziemt, ist die Stimmung dekadent: Mit groovigem Hämmern auf den Saiten und dem geloopten Stimmengewirr ist das immer dichter werdende &#8220;Enzosonbenzos&#8221; ein stetig aufgepumpter Ballon, aus dem die Luft am Ende entweicht wie die Farbe aus einem allzu strahlenden Bild. In &#8220;Reckoning Beckoning&#8221; takten geschlagene und gestrichene Rhythmen gegeneinander an und demonstrieren erneut, dass Rock oder Postpunk mit Geige nicht auf Levellers oder New Model Army, deren Konzerte Howden bereits eröffnet hat, hinauslaufen muss, denn hier übernimmt das Gerät ein ganzes Rock-Instrumentarium. Entpannte Grooves im Downtempo (&#8220;Death Tape Updated For 2020&#8243;), klassischer Rock mit weiblichen Gastvocals (&#8220;Vision&#8221;), treibende Ohrwurmstücke (&#8220;Come And Ride in The Cult Of Light&#8221;) und dystopische Kracher (&#8220;The Darkness You have Drawn&#8221;) reichen sich die Klinke in die Hand, in elektronischer ausgerichteten Tracks wie &#8220;You, My Cult Of Blight&#8221; erkennt man die Handschrift des ebenfalls beteiligten Maciek Frett (Job Karma), und zwischen ekstatischen Beats und röhrenden Riffs klingt hin und wieder sogar eine vertraute Folknuance an, so in &#8220;Berylsinperil&#8221;, in dem die Violine mal ganz klassische Ornamente webt.</p>
<p>&#8220;Times like this probably need an album with some positivity. Wish I’d known that before writing this one&#8221;, klagt Howden im Pressetext, aber ich denke, dass ihm hier die perfekte Gradwanderung gelungen ist, denn Endzeitstimmung funktionierte seit jeher am besten &#8220;with a grain of salt&#8221;, und wer derzeit ein Bedürfnis nach Eskapismus hat, ist bei Apocalypse Culture dieser Art ohnehin an der falschen Adresse. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.matthowden.com/">Redroom</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2533083478/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>V.A.: Where Words Fail, Music Speaks. For Ania</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2016 08:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/wherewordsfail.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13058" title="wherewordsfail" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/wherewordsfail-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Viele von uns älteren Semestern blicken bisweilen nostalgisch auf die Zeit zurück, als viele Spielarten dunkler Musik noch eine gut vor der Öffentlichkeit gehütete Einheit bildeten. Dunkle, industrielle Lärmorgien, ambient dröhnende Soundscapes, Rituelles und mystische Folksongs – es gab eine Zeit, in der das alles irgendwie zusammengehörte, eine eingeschworene Gemeinschaft mit all ihren Vor- und Nachteilen bildete und von der Außenwelt doch meistens ignoriert wurde. Mittlerweile hat beinahe alles seine eigene Subkultur, zugleich herrscht ein unübersehbares Angebot an oft nur noch<span id="more-13057"></span> vermeintlicher Undergroundmusik, deren Stilgrenzen immer mehr verschwimmen. Viele der alten Protagonisten sind längst zu neuen Ufern aufgebrochen. Ich gebe zu, dass ich die letzten beiden Punkte meist begrüße, und dennoch ist es eine Freude, so viele überwiegend kreative Vertreter aus der ganze Spannweite solcher Musik auf einer Compilation versammelt zu sehen.</p>
<p>Ich beginne ganz bewusst mit der Musik, um neben denen, die ohnehin am guten Zweck dieser Veröffentlichung – Ania Mehring, die Frau des Zoharum-Chefs und eine enge Freundin der Kuratoren und vieler der vertretenen Musiker, in der Behandlung ihrer Krebserkrankung finanziell zu unterstützen – interessiert sind, auch die anzusprechen, die auf der Suche nach guter postindustrieller Musik sind. Die vom polnischen Santa Sangre-Magazin zusammengestellte Anthologie „When Words Fail, Music Speaks“ enthält knapp sieben Stunden davon, und ich bekenne gleich, das keiner von uns sie bisher komplett hören konnte. Insofern soll die Compilation hier auch mehr vorgestellt als bewertet werden.</p>
<p>Hier also ein kurzer Abriss unserer Favoriten, angefangen bei den eher ambienten Beiträgen: Troum, die selten so entrückt klangen wie hier; Tor Lundvall mit einem exklusiven Track, entschleunigt, kristallin und wie so oft eine perfekte musikalische Entsprechung seiner beeindruckenden Bilder; Celer, der gleich ein ganzes One Track-Album beisteuert; etwas derangierter S.E.T.I. mit mysteriösem Glockenspiel. Den Ritualbereich decken in erster Linie Phurpa ab mit einem urig klingenden Ritual der alttibetischen Bön-Religion; ebenfalls auf diesen Kulturkreis referiert die deutsche Ritual-Ambient-Band Nam-khar; weniger Rituelles aus dieser Region steuert Rapoon in Form eines Raga bei. Rauer und atonaler gibt sich diesmal Niedowierzanie, ferner der vertrackte rhythmische Vortex von Micromelancolié, die bedrohliche Samplekollage von Monopium und die kalten Soundwellen von Cindytalk. Völlig im Industrial verortet das düster grollende Stück von Nordvargr und der Horror Rhythm Noise von Darkrad. 7JK alias Matt Howden und Maciek Frett leiten über in den songorientierten Teil mit einer zerfledderteren Version ihres „Starseed“, ein interessanter Folk/Industrial-Mix kommt von der Kollaboration zwischen Deutsch Nepal und Varunna. While Angels Watch, Mars, Albireon, Andrew King mit einem urigen Live-Mitschnitt, Naevus mit einem akustischen Joy Division-Cover, Urgeistein Tony Wakeford mit einem anrührenden Duett &#8211; sie alles haben einen unterschiedlichen Dark Folk-Einschlag und zeigen, wie vielschichtig dieses vermeintliche Genre doch ist. Zwei besondere Perlen stammen von Sieben und Ô Paradis: Howden hat mit seinem Hauptprojekt vor einiger Zeit das rockige Geigen und Loop-Stück „Hillfort Mindset“ aufgenommen, das hier in leichter Modifikation als „Brexit Requiem“ erscheint, und in der Tat hatte der Text über einen zwiespältige Verrammelungfanatismus (Thomas Bernhard) etwas prophetisches. Der Katalane Demian Recio klingt mit „La Belleza Esclava“ um einiges sperriger und elektronischer als man es nach dem letzten Album erwartet hätte.</p>
<p>Allein diese kleine Auswahl bezeugt die musikalische Bandbreite der <a href="https://wherewordsfail.bandcamp.com/album/where-words-fail-music-speaks-a-compilation-for-ania-mehring"><span style="text-decoration: underline;">Compilation, die man hier erwerben kann</span></a>, die genannten Namen sprechen für einen Qualitätsanspruch über dem gängingen Standard. Eine weitere Möglichkeit, Ania Mehrings Behandlung zu unterstützen, findet sich auf dieser <a href="https://www.facebook.com/events/1740948189513336/"><span style="text-decoration: underline;">Facebook-Seite</span></a>. (J.G./U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://santasangremagazine.wordpress.com/">Santa Sangre</a></strong></p>
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		<title>7JK:  Ride the Solar Tide</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2016 08:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/11/7jkridethesolartide.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13032" title="7jkridethesolartide" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/11/7jkridethesolartide-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>7JK haben schon auf ihrem Debüt vor vier Jahren demonstriert, dass ihr Interesse nicht darin besteht, die Stile ihrer beiden Stammprojekten Sieben und Job Karma perfekt zu verschmelzen, dass sie mehr sein wollen, als die bloße Summe ihrer Teile. Auf dem gerade erschienenen „Ride the Solar Tide“ offenbaren Matt Howden und Maciek Frett ihren gemeinsam erarbeiteten Stil noch deutlicher.<span id="more-13031"></span></p>
<p>Auf einer internationalen Raumstation kommt es zum Frontalaufprall zwischen Depeche Mode und Cabaret Voltaire – so in etwa heißt es im Begleittext, und wenn zwei so ernsthafte Musiker so freimütig wie irgendwer zu klingen behaupten, dann heißt das erst einmal zweierlei: zum einen, dass sie es können, zum anderen, dass hier zwar einiges, aber längst nicht alles mit ernsten Dingen zugeht. „Ride the Solar Tide“ bietet fünfundvierzig Minuten Scifi und Dystopie voll paradoxer Aufbruchstimmung und ambivalenter Technophilie – ein nerdiges Interessengemenge auf die Art, wie es Mitte der 80er hip war.</p>
<p>Der Sound dazu, wen wundert es bei einem Sheffielder an Bord, klingt in den meisten Stücken tatsächlich sehr nach den Cabs, und an Clock DVA darf man sich auch hier und da erinnert fühlen: Nach einem filmreifen Piano-Auftakt reihen sich groovige Uptempos an tolle Synthie-Melodien, technoides Rasseln und blechernes Scheppern an Radiosamples, toll machende Raumklangeffekte und Geigenparts, die manchmal wunderschöne Sieben-Motive in einen völlig anderen Kontext setzen, manchmal die passenden Synthies nachempfinden und vor dreißig Jahren sicher den einen oder anderen Hit hervorgebracht hätten.</p>
<p>An Entertainment-Qualität wird nicht gespart, runde, kompakte Songs allerdings werden nicht geliefert. Einige furiose Gesangspassagen Howdens und die Kombination aus Harmonie und detailverliebter elektronischer Opulenz bilden dann quasi – wenn man den Vergleich noch einmal aufgreifen will – den Depeche Mode-Part dazu, und das finale „Starseed“ ist tatsächlich äußerst radiotauglich. Bei all dem entsteht ein ganz eigener Sound, der den Vorbildern ebenso ähnelt wie den Stammbands der beteiligten Musiker, doch letzteres ist nur bis zu einem gewissen Grad der Fall: „Ride the Solar Tide“ hat weniger von der archaischen Aura, welche die perkussive Wucht Job Karmas umgibt, und würde man Howden hier zum ersten mal hören, wäre man wohl überrascht zu hören, dass er für einige als Folkmusiker gilt.</p>
<p>Doch wie dem sei, eine solche Platte braucht markante Texte, und in denen wird von dunkler Materie über das Gesetz der Entropie alle Register gezogen, und an griffigen Slogans wird ebenfalls nicht gespart. „Do you like boiled rice?“ heißt es an einer Stelle, und ich dachte schon, ich hätte mich verhört, „we are the centre of the universe“ ganz dreist an einer anderen. Ironie? Keineswegs, denn „The centre is everywhere“. Wie schon Giordano Bruno wusste, ist das Universum unendlich, und 7JK erkunden darin ausgesprochen stilsicher einen interessanten Ausschnitt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Redroom</strong></p>
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