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	<title>African Paper &#187; Aaron Weaver</title>
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		<title>WOLVES IN THE THRONE ROOM: Celestial Lineage</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 07:19:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Aaron Weaver]]></category>
		<category><![CDATA[Black Metal]]></category>
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		<category><![CDATA[Wolves in the Throne Room]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/wolvescelestial.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2977" title="wolvescelestial" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/wolvescelestial-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Erwartungsvoll stimmende Glocken, ein episches Keyboard, die ätherische Stimme einer Sängerin. Mit einem solchen Fantasy-Szenario beginnt „Celestial Lineage“, das neue Werk der amerikanischen Band Wolves in the Throne Room. Nachdem „Black Cascade“ vor rund drei Jahren vor allem ein infernalisches Gewitter aus Blast Beats und höllischem Gekeife sein wollte, knüpft die aktuelle Arbeit in Sachen Diversität wieder an „Two Hunters“ an, mit dem die Gruppe erstmals auch jenseits einschlägiger Subkulturen von sich reden machte und den Grundstein zu einem viel diskutierten Image legte. <span id="more-2976"></span>Ist die Band um die Weaver-Brüder, die im amerikanischen Bundesstaat Washington einen kommunenartigen Biobauernhof betreiben, eine Black Metal-Band, die neben dem Verzicht auf typische Elemente der Szenenattitüde noch auf einen sehr breiten stilistischen und thematischen Rahmen setzt? Oder hat man es doch eher mit einer nicht genau definierten Band zu tun, die neben einer Vielzahl anderer Einflüsse eben auch sehr viele Black Metal-Zitate integriert? Wie man diese Frage beantwortet, hängt sicher davon ab, wie eng und formalistisch man gewisse Stile definiert, ihre schwere Beantwortbarkeit macht die Gruppe interessant. Ebenso schwer zu beantworten ist die Frage, welche der oft in die Diskussion geworfenen Positionen trivialer ist – die Vorstellung etlicher klugscheinender Neueinsteiger, die Wolves hätten auch wirklich jedes BM-Rad neu erfunden und wären die erste Stilgrenzen überschreitende Band dieser Art. Oder doch eher die Ressentiments ewig gestriger Puristen gegen die vermeintliche Trendyness einer Gruppe, die lediglich ihre Leidenschaft für wilde Rasereien und besinnliche Momente mit einem Interesse sowohl an archaischen Naturmythen als auch an Theosophie und aktuellen Umweltfragen zu einem recht originellen Gesamtbild verdichtet.</p>
<p>Der Rezensent ist kein Kenner solcher Musik, aber durchaus ein Infizierter, der seit „Two Hunters“ das Geschehen um die mittlerweile personell abgespeckte Band verfolgt und auch von „Celestial Lineage“ überzeugt ist, das zusammen mit den oben genannten Vorgängeralben eine Trilogie bildet. Beim oben genannten Szenario bleibt es natürlich nicht, vielmehr kommt der eröffnende Track „Thuja Magus Imperium“ trotz seiner Länge von über zehn Minuten recht schnell in Gang, das Stück braucht nicht lange, bis infernalische Beats und die vom letzten Album bestens bekannten Powerchords die Ambient-Kulisse ablösen. Der Gesang von Jessika Kenney, der vor ihrem Gastspiel bei Sunn O))) schon auf früheren Songs der Wolves zu hören war, wird vom entmenschlichten Geschrei Aaron Weavers abgelöst, mit dem er bestens kontrastiert. Das Resultat ist so kraftstrotzend wie offen, denn es bleibt der Intuition des Hörers überlassen, darin Nihilismus oder doch eher etwas Befreiendes gespiegelt zu sehen. Insgesamt ein episches und episodisches Stück, bei dem nach vorn preschende Abschnitte sich mit Ruhephasen abweschseln wie heftiges Unwetter mit sanftem Nieselregen. Überraschende Momente wie ein nach Seventies klingendes Gitarrensolo kommen hinzu.</p>
<p>Abgesehen von zwei kurzen Interludien folgen die meisten Songs dieser Variante des Laut/Leise-Schemas, „Subterranian Initiation“ stellt die BM-Aspekte am stärksten in den Vordergrund. Der Klang ist verrauschter, auch hier gibt es abrupte Tempowechsel und statische Passagen als Ruhepunkte vor dem nächsten Losbrechen ungezügelter Energien. Ein Gegenpol zum rauen Metalsound sind melodische Keyboardpassagen, die Heroisches anklingen lassen – sie wirken hier und da etwas vorhersehbar und sind vielleicht das trivialste Element, bis alles in einem strudelhaften Abgrund versinkt. „Woodland Cathedral“ ist mit seinem merkwürdigen Rauschen und Dröhnen vielleicht das experimentellste Stück. Hier ist wieder Kelleys sakral klingende Stimme zu hören, die mit düsteren Orgeln und manipulierten Gitarrensounds kontrastiert. Klischeehaft würde man ihre Stimme vielleicht „heavenly“ nennen, was aber im Albumkontext gar nicht banal klingen muss, in dem das Himmlische („Celestial“) permanent mit dem Unterirdischen („subterranean“) und anderen versteckten Dingen in Bezug steht, wo sich die wilde Jagd übers Firmament mit geerdeten Szenen abwechselt: In (und schon im Titel von) „Astral Blood“, dem kernigsten Stück des Albums, unterbrochen durch ein verträumt pastorales Harfensolo, oder beim finalen „Prayer of Transformation“, das sich sehr langsam aufbaut und trotz seiner lärmigen Natur mit dem Ausbruch eher spielt als ihn wirklich zu vollziehen.</p>
<p>Wolves in The Throne Room sind keine Einzelerscheinung, sie stehen in unterschiedlichen Traditionen wie der des Black Metal allgemein und einer speziell amerikanischen Ausprägung, die mit Gruppen wie Weakling ihren Anfang nahm und bereits Bands wie Xasthur, Leviathan und Velvet Cacoon hervorgebracht hat. Mit ihrer kämpferischen, aber niemals von banalem Hass erfüllten Stimmung und ihrer eigenwilligen Themenmischung erschaffen sie aber ebenso sehr eine Welt für sich. Wer bei „Celestial Lineage“ Feuer fängt, sollte sich gleich die ganze Trilogie zu Gemüte führen (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.southernlord.com/">Southern Lord</a></strong></p>
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		<title>WOLVES IN THE THRONE ROOM &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/wolves-in-the-throne-room-interview/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:08:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Aaron Weaver]]></category>
		<category><![CDATA[Fauna]]></category>
		<category><![CDATA[Menace Ruine]]></category>
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		<category><![CDATA[Robinson Jeffers]]></category>
		<category><![CDATA[Wolves in the Throne Room]]></category>

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		<description><![CDATA[“Yesterday morning enormous the moon hung low on the ocean,/ Round and yellow-rose in the glow of dawn;/The night-herons flapping home wore dawn on their/wings. Today/Black is the ocean, black and sulphur the sky,/ And white seas leap. I honestly &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/wolves-in-the-throne-room-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/wolvesinthethroneroom-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1674" title="wolvesinthethroneroom-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/wolvesinthethroneroom-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></em>“Yesterday morning enormous the moon hung low on the ocean,/ Round and yellow-rose in the glow of dawn;/The night-herons flapping home wore dawn on their/wings. Today/Black is the ocean, black and sulphur the sky,/<strong> And white seas leap. I honestly do not know which day/is more beautiful./ I know that tomorrow or next year or in twenty years/I shall not see these things—and it does not matter, it/does not hurt;/They will be here. And when the whole human race/Has been like me rubbed out, they will still be here:/ storms, moon and ocean,/Dawn and the birds. And I say this: their beauty has/more meaning/Than the whole human race and the race of birds.” (Robinson Jeffers, Their Beauty Has More Meaning)<em><span id="more-1653"></span> </em></strong></h2>
<p><strong>Die amerikanische Band, die sich um die beiden Brüder Nathan und Aaron Weaver gruppiert, die zusammen auf ihrer Farm Calliope ein weitgehend autarkes Leben führen, wurde 2002 bei einem Earth First-Treffen gegründet und hat es innerhalb recht kurzer Zeit geschafft – inzwischen sind drei Studioalben, eine EP und ein Livealbum erschienen – bis in die Mainstream-Feuilletons vorzudringen und sogar in dieser Publikation zu landen, was für eine Black Metal Band sicher nicht ganz üblich ist. </strong></p>
<p><strong>So etwas mag vielen etwas suspekt erscheinen, aber die dichten Soundwälle, das Wechselspiel von Aggression und Ruhe und ihr Verzicht auf Theatralik sind Elemente, die vielerlei Anknüpfungen ermöglichen. Während ihrer Tour durch die USA sprach ich telefonisch mit Schlagzeuger Aaron.<em></em></strong></p>
<p><strong><em>Hallo. </em></strong></p>
<p>Hallo. Wir sind gerade ein paar Stunden gefahren und haben später einen Auftritt. Wir sind zum ersten Mal im Südwesten [der USA] und ich habe mehr Chaos erwartet, aber insgesamt war es ziemlich entspannt.<strong><em></em></strong></p>
<p><strong><em>Das hört sich gut an. Hat es euch auch in Europa gefallen? </em></strong></p>
<p>Ja. Die Tour war fantastisch. Die Konzerte waren gut besucht, die Leute waren gastfreundlich. Es war insgesamt sehr lohnenswert.</p>
<p><strong><em>Siehst du einen großen Unterschied zwischen Auftritten in Europa und den USA? </em></strong></p>
<p>Auf jeden Fall. Ich glaube, dass die eigentlichen Auftritte sehr ähnlich sind, die Leute sind aus ähnlichen Gründen da, interessieren sich für ähnliche Ideen. Die Logistik ist aber sehr unterschiedlich. In den USA kommen wir oft bei Freunden unter, schlafen auf dem Boden, unser Wagen ist alt. In Europa übernachten wir in Hotels, haben einen Fahrer. Bei diesen beiden Arten des Tourens gibt es Sachen, die mir gefallen und Sachen, die mir nicht gefallen. In Amerika ist es nett, weil wir die Kultur kennen und überall Freunde haben. Wir haben sozusagen unser Schicksal selbst in der Hand. In Europa sind wir sehr von unseren Fahrer abhängig, damit er uns hilft, uns in den verschiedenen Sprachen und Kulturen zurechtzufinden.</p>
<p><strong><em>Ich wollte dich jetzt etwas zum neuen Album fragen, das ich allerdings noch nicht gehört habe, weil es erst Ende des Monats rauskommt. </em></strong></p>
<p>Ja. Es gibt ein paar Promos, aber manche haben Schwierigkeiten gehabt, eine zu bekommen.</p>
<p><strong><em>Ich habe ein paar Auszüge im Internet gehört und einer von euch hat kürzlich in einem Interview gesagt, dass ihr überlegt hattet, welche Richtung ihr einschlagen wolltet, ob ihr eher die ruhigeren, ambienten Passagen ausbauen wolltet oder eher die aggressiveren. Ihr habt dann gesagt:  Wenn wir erst einmal ein ruhigeres Album machen, können wir nicht wieder zurück und deswegen habt ihr euch zu diesem rauen, brutalen Ansatz entschieden.</em></strong></p>
<p>Ja, das stimmt. Deswegen klingt das Album auch so.</p>
<p><strong><em>Das führt mich zu der “Malevolent Grain”- EP. Die beiden Stücke sind in etwa zwei Seiten einer Medaille. Die A-Seite ist ziemlich sanft, was Gesang und Instrumentierung anbelangt, wohingegen die B-Seite recht hart ist. Wolltet ihr auf dieser EP vor dem Album zeigen, was ihr alles machen könnt? </em></strong></p>
<p>Ja, ich denke, dass die “Malevolent Grain”-EP das Klangspektrum, das wir als Band haben, zeigt. Es gibt seit unserem ersten Demo eine ambiente, traumartige Seite und eine harte Metalseite. Bei “Black Cascade” haben wir uns auf das harsche und das brutale Element konzentriert. Das Album klingt kraftvoll, weniger melancholisch, traumartig und nachdenklich.</p>
<p><strong><em>Würdest du sagen, dass sich der Aufnahmeprozess sehr von den bei den beiden vorangegangenen Alben unterscheidet? </em></strong></p>
<p>Der Hauptunterschied liegt darin, dass wir die Songs auf “Black Cascade” auf Tour live gespielt haben, bevor wir ins Studio gegangen sind. Bei “Two Hunters” ist ein großer Teil des Albums im Studio geschrieben worden. Wir hatten eine relativ klare Vorstellung, wie die Songs klingen sollten, aber wir haben ziemlich viel Experimente und einiges an Spontaneität zugelassen. Bei “Black Cascade” haben sich die Stücke im Livekontext entwickelt, wir haben sie bei etwa zwanzig Auftritten gespielt. Sie können dann einen ganz eigenen Geist entwickeln. Wenn man Songs live spielt, werden sie zu etwas ganz Eigenem, sie werden zu dem, was sie sein wollen. Und ich denke, einer der Gründe, warum das Album relativ harsch klingt, ist der, dass die Band live so klingt: laut –  es ist ein überwältigendes Erlebnis.</p>
<p><strong><em>Gibt es ein übergeordnetes Konzept auf dem neuen Album? </em></strong></p>
<p>Ja. Es gibt immer ein Konzept. Das ist der wichtigste Teil einer jeden Platte, die wir machen. Das erste, um das wir uns Gedanken machen, ist das Konzept, der Geist der Platte. Dieses Konzept beeinflusst dann die Musik und die Texte und die Bildästhetik.</p>
<p><strong><em>Magst du ein paar Worte zum Konzept des neuen Albums sagen? </em></strong></p>
<p>Ja, klar, kann ich machen. Es gibt vier Stücke und jedes dieser Stücke entspricht einem archetypischen Bild. Wie in einem Tarotkartenspiel. Es ist eine Erzählung eines Fortschreitens, eines spirituellen Fortschreitens von einem Ort zum anderen. Ein Wachstumsprozess. Aber es ist komplexer als das. Es geht nicht darum, irgendwo zu beginnen, sich zu verändern und an einem positiveren Ort zu landen, es ist unklarer und komplexer als das. Am Ende der Platte hat sich etwas verändert, etwas ist gelernt worden und Wissen ist gewonnen worden, es ist nicht notwendigerweise eine positive Sache, aber nichtsdestotrotz hat eine Veränderung stattgefunden.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Wolves+in+the+Throne+Room-299x300.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-1676" title="Wolves+in+the+Throne+Room-299x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Wolves+in+the+Throne+Room-299x300.gif" alt="" width="299" height="300" /></a>Ihr habt bezogen auf euer zweites Album “Two Hunters” gesagt, dass es am Ende eine Erneuerung nach dem Untergang gibt.</em></strong></p>
<p>Ja, das stimmt, eine Art Erwachen eines neuen Bewusstseins, eines neuen Verständnis’ von Realität. Ein Abziehen von Schichten um schließlich etwas wahrzunehmen, das tiefer und transzendenter ist.</p>
<p><strong><em>Ich habe mich gefragt, ob ihr den kalifornischen Dichter Robinson Jeffers kennt. </em></strong></p>
<p>Ich habe noch nichts von ihm gelesen. Kannst du mir etwas über ihn sagen?</p>
<p><strong><em>Er hat mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Carmel gelebt, in einem Haus mit Turm, das er selber gebaut hat. </em></strong></p>
<p>Ja, ich habe seinen Namen schon einmal gehört.</p>
<p><strong><em>Seine Philosophie ist als “Inhumanismus” bezeichnet worden, nicht in einem platten misanthropischen Sinn, sondern so verstanden, dass man erkennt, dass der Mensch nur ein Teil der Natur ist. </em></strong></p>
<p>Das ist eine Überwindung des Anthropozentrismus. Das ist augenblicklich der Geist unserer Zeit, dass alles das, was in der Welt wichtig ist, von Menschen geschaffen wurde. Ich bin froh, dass du seinen Namen erwähnt hast, ich würde gerne seine Lyrik lesen. Das hört sich an, als ob sie zu unserer Musik passen könnte.</p>
<p><strong><em>In einem Interview habt ihr kürzlich sehr deutlich gemacht, dass ihr über Anschuldigungen rechts zu sein ziemlich verärgert wart. Habt ihr den Eindruck, dass inzwischen alles geklärt ist? </em></strong></p>
<p>Das hat sich größtenteils erledigt. Ich glaube, dass es immer einen kleinen Teil der extremen Linken gibt, die glauben, dass WOLVES IN THE THRONE ROOM eine suspekte Sache ist. Das sind Leute, die man nicht von ihrer Meinung abbringen kann. Sobald man sich von linken, militanten Anarchisten entfernt, ist man für die schon eine verlorene Sache. Mit Leuten, die so dogmatisch sind, kann man meistens schwerlich in einen Dialog treten. Es gibt keinen Dialog: Sie sagen dir, was sie von dir halten und das ist es. Es gibt keinen Kompromiss. Ich bin froh, dass die Kontroversen jetzt abgeflaut sind, da es einfach zutiefst unrichtig war und nichts damit zu tun hat, was WOLVES IN THE THRONE ROOM sind. Es war letztlich viel Lärm um nichts.</p>
<p><strong><em>Ich habe eine Frage, die etwas damit zusammenhängt. Ihr habt schon öfter eure Ablehnung all dieser Machoattitüden im Metal zum Ausdruck gebracht und wie euch Misogynie abstößt. Seid ihr deswegen schon mal von Leuten kritisiert worden, denen ihr nicht macho genug seid? Sozusagen eine Anschuldigung aus der anderen Ecke. </em></strong></p>
<p>In einem großen Teil des Metals geht es um ein sehr traditionelles Männlichkeitsbild. Viele wollen Beowulf sein. Das ist auch ok. Es ist schon wichtig zu wissen, was es ausmacht, ein Mann zu sein, auch auf einer spirituellen Ebene. Aber man muss sich auch frauenfeindliche Kultur anschauen. Ich denke, viel hat damit zu tun, wie Dinge mit Geld zusammenhängen, mit dem Kapitalismus und wie die Dinge, die wir sehen,  und die Vorstellungen, die wir haben, nicht notwendigerweise unsere eigenen sind. Diese Sachen werden uns aufgezwungen. Man muss sich eben bewusst machen, woher manche Dinge kommen und sich dann selbst entscheiden, woran man glauben möchte.</p>
<p><strong><em>Da du den Kapitalismus erwähnt hast…Seid ihr in irgendeiner Form von der Finanzkrise betroffen, was Tourneen oder euer Leben ganz allgemein anbelangt? </em></strong></p>
<p>Wir führen ein ziemlich einfaches Leben. Wir versuchen seit etwa acht, neun Jahren uns vom Mainstream der Wirtschaft und der Kultur loszulösen. Wir selbst haben keine Auswirkungen gespürt und das ist ein gutes Zeichen, weil es zeigt, dass es uns gelingt, zur Seite zu treten und eine eigene Wirtschaft zu erschaffen, eine nachhaltige, die einen anderen Geist hat als die globale Wirtschaft.</p>
<p><strong><em>Denkst du die Tatsache, dass ihr euren Lebensunterhalt nicht mit der Musik bestreiten müsst, gibt euch eine gewisse Unabhängigkeit und befreit euch von der Bürde allzu kommerziell zu sein? </em></strong></p>
<p>Ja, das stimmt schon. Wenn wir kommerzielle Ziele verfolgen würden, wenn wir Rockstars sein wollten, würde die Band nicht funktionieren. Der Geist der Band wäre nicht mehr da und würde wieder im Äther verschwinden. Man muss Kompromisse machen, um eine kommerziell erfolgreiche Band zu sein. Im Augenblick tragen sich  WOLVES IN THE THRONE ROOM soweit selbst. Wir können auf Tour gehen und mit genug Geld nach Hause kommen, um die nächsten ein, zwei Monate zu leben. Und das ist etwas, das wir nie erwartet hatten. Und das ist, soweit wir gehen wollen. Auf der nächsten Ebene müsste man so viele Kompromisse machen und auf einer anderen Ebene mit der Musikindustrie zu tun haben und das ist etwas, das wir nie machen wollen.</p>
<p><strong><em>Freunde von euch, die Band FAUNA, haben noch einen radikaleren Ansatz und wollen rein gar nichts mit der Musikindustrie zu tun haben. Wobei sie gerade ein Album veröffentlicht haben. </em></strong></p>
<p>Ja, auf Aurora Borealis.</p>
<p><strong><em>Denkst du nicht manchmal, dass es seltsam ist, dass euch vorgeworfen wird, zu kommerziell zu sein, wenn ihr das verglichen mit anderen nicht seid?</em></strong></p>
<p>Ich verstehe den Standpunkt. Die Leute von FAUNA würden sagen, dass es am wichtigsten ist, eine lokale Kultur zu erschaffen, und wir uns nicht darum scheren sollten, was in Deutschland oder anderen Teilen der USA geschieht. Ich bin froh, dass sie solch eine extreme Ansicht vertreten, aber daran waren WOLVES IN THE THRONE ROOM nie interessiert. Der Hauptgrund liegt darin, dass ich glaube, dass eine starke und lebendige musikalische Gemeinschaft, die sich über die ganze Welt erstreckt, eine so wichtige Sache ist. Wir alle haben durch Musik ein radikaleres Verständnis  von der Welt bekommen und wir spüren, dass es eine Pflicht ist, das weiterzuführen.</p>
<p><strong><em>Verspürt ihr denn eine Nähe zu Bands, die vielleicht einen anderen musikalischeren Ansatz wählen? Es gibt ein kanadisches Duo namens MENACE RUINE, die Noiseelemente in ihre Musik einbauen und demnächst etwas mit MERZBOW aufnehmen wollen. Seid ihr an so etwas interessiert oder denkst du, dass es gewisse Genres, gewisse Elemente  gibt, die außen vor bleiben sollten? </em></strong></p>
<p>Mir gefällt die Vorstellung, dass WOLVES IN THE THRONE ROOM so bleiben wie sie sind. Ich glaube, dass wir eine gewisse Idee haben, die die Band antreibt und dass wir einen gewissen Klang haben, der diese Idee antreibt und unsere Vorstellung ist, dem treu zu bleiben. Sobald wir den Eindruck haben, dass wir einen neuen Geist erforschen müssen, oder der Klang nicht mehr kraftvoll oder überzeugend ist, machen wir etwas anderes, wir würden eher eine andere Band beginnen, eine andere musikalische Inkarnation annehmen als das in WOLVES IN THE THRONE ROOM zu machen. Wir haben alle Ideen für andere Sachen, z. B. eine Zusammenarbeit mit anderen.</p>
<p><strong><em>Gibt es noch etwas Abschließendes, was du sagen möchtest? </em></strong></p>
<p>Ich habe in den letzten Wochen und Monaten so viele Interviews gegeben,  dass ich glaube, dass all das, was mit der Band zu tun hat, da draußen irgendwo zu finden ist. Ich danke dir für das Interview.</p>
<p>- M.G. &amp; D.L.-</p>
<h2><a href="http://www.wittr.com/">www.wittr.com</a><em><em><a href="http://www.wittr.com/"><br />
</a></em></em></h2>
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