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	<title>African Paper &#187; Adrian Sherwood</title>
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		<title>LITTLE ANNIE: Short, Sweet and Dread</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Nov 2018 08:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/09/shortsweetanddread.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16291" title="shortsweetanddread" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/09/shortsweetanddread-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Über die Karriere Little Annies existiert die etwas abwegige Vorstellung, dass sie seit ihren Anfängen im Punk mehrfach ihren Stil und ihr kreatives Umfeld wie eine alte Schlangenhaut abgelegt und sich komplett neuen Ausdrucksformen &#8211; nach dem Punk zunächt dem Dub und funky Electronica, später dann chansonhafter Songwritermusik zwischen Cabaret und Torch Song &#8211; zugewandt habe. In Wirklichkeit gingen all diese Veränderungen<span id="more-16290"></span> graduell vonstatten, echte Wendepunkte sind nur bedingt auszumachen, und nicht selten streckten sich Stilmerkmale und persönliche Zusammenarbeiten über verschiedene Schaffensabschnitte hin. So reichen Annies Experimente mit Dub weit in ihre Punktage zurück, und auf &#8220;Soul Possession&#8221; (1984), ihr erstes Album mit Adrian Sherwood, herrschte ein noch rauer, ungeschmeidiger Sound vor, der sicher nicht unwesentlich auf die Mitwirkung zahlreicher Leute aus dem Dunstkreis von Crass Records zurückzuführen ist.</p>
<p>Die Compilation &#8220;Short, Sweet and Dread&#8221; von 1994 umfasst mit der EP &#8220;In Dread with Little Annie&#8221; und dem Album &#8220;Short and Sweet&#8221; (plus einer Alternativversion eines Songs) die wichtigsten Arbeiten aus der daran anschließenden Phase und ist somit zwar nicht ihre erste Reise in die Welt des Dub, aber vielleicht ihre erste Phase ohne direkten Punkbezug und irgendwie radiotauglicher als alles Zurückliegende. Aufgrund ihrer von Mehrdeutigkeit und markanten Gegensätzen gespickten Texte und ihres oft schwermütigen, an Soul und anderen &#8220;schwarzen&#8221; Musiktraditionen geschulten Gesangs weist zudem vieles &#8211; nicht zuletzt der epische Schlussrtrack &#8220;If Cain Were Able&#8221; &#8211; schon auf ihre späteren Arbeiten mit Leuten wie Antony, Baby Dee oder Paul Wallfisch voraus.</p>
<p>Das Gros der Stilelemente trägt hier jedoch die Handschrift der im Umfeld von Sherwoods On-U Sound-Label aktiven Funk- und Reggae-Combos Tackhead und Strange Parcels, die ihre groovigen Klangspuren wie einen perfekt sitzenden Mantel um Annies Gesang legen und immer einen bestens akzentuierenden Hintergrund abgeben. Manche Tracks sprudeln über vor Ideenreichtum: In &#8220;10 Killer Hurtz More&#8221; gelingt Annie mit Metaphern aus der damals noch unverbrauten Welt der Computer einer ihrer größten Lovesongs, mit lässig-laszivem Vortrag, markant von aufgewühlten Takten und einer orientalisierenden Flötensimulation begleitet. &#8220;This Town&#8221; und &#8220;The World go by in Dub&#8221; scheren sich nicht um Aufgeräumtheit, geben sich mit Zirkusmelodien und zeittypischen Leftfield-Rhythmen launig cool und lassen allerlei Gebrülle und Gepolter im Hintergrund erklingen. Im funky Ethnosound offenbart &#8220;Give it to me&#8221; ein Panorama über die Vielfältigkeit des Begehrens (und ist ein Beispiel für Annies Lust am Aufzählen, bei dem in Pop-up-Manier die unterschiedlichsten Horizonte für Sekunden offenstehen &#8211; auf ähnliche Weise wird sie mehr als zehn Jahr später ihre aktuelle Schaffensphase mit dem genialen &#8220;Freddy and Me&#8221; eröffnen).</p>
<p>&#8220;Bless Them (Little Annie&#8217;s Prayer)&#8221; erinnert wie einiges aus dieser Zeit etwas an Grace Jones und ist im Grunde schon ein stimmungsvoller Torch Song &#8211; zwar ungemein tanzbar und groovig sind es doch v.a. Barpiano und verwehte Bläser, die ihre Fürbitten für alle Rebellen und Beautiful Losers dieser Welt untermalen. Chansonhaftes findet man spätestens im französisch gesungenen &#8220;Le Manger Hereux&#8221; und in das luftige Dub-Gehäuse von &#8220;Miss the Light&#8221; schleicht sich ein Gefühlsgemisch aus Euphorie und Wehmut, das außer Annie so vielleicht nur noch Marc Almond auf die Beine gebracht hätte.</p>
<p>Wer mit Electronica der 90er keine Schwierigkeiten hat und sie vielleicht sogar schon ein bisschen &#8220;Vintage&#8221; findet, erhält in &#8220;Short, Sweet and Dread&#8221; die Veröffentlichung, mit der man Little Annies Musik vielleicht am besten kennenlernen kann, da sie einen Zeitraum abdeckt, in dem sie ihre Interessen in die unterschiedlichsten Richtungen lenkte und somit Altes, Aktuelles und mehr als nur eine kleine Vorausschau auf Künftiges unter einen Hut brachte. Wiederveröffentlicht wurde die Sammlung bislang nur über Bandcamp, aber vielleicht ist da über ihre derzeitigen Labels ja noch mehr drin. (U.S.)</p>
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		<title>Meditation in Chaos: Bildband von Little Annie bei Timeless Ed.</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2016 10:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Buch wie dieses ist seit langem überfällig. Versucht man einen Überblick über die vielen Aktivitäten der jüngst von New York nach Miami gezogenen Künstlerin zu geben, dann fallen ihre Gemälde oft etwas unter den Tisch. Bekannter sind ihre musikalischen Werke, entweder solo, oder zusammen mit Musikern von Crass, Current 93 und Coil über Adrian Sherwood und DJ Khan bis zu Marc Almond, Larsen, Swans, Baby Dee, Paul Wallfisch und vielen mehr. Auch ihre beiden Bücher, die Autobiografie „You Can&#8217;t Sing The Blues While Drinking Milk“ und das ebenfalls autobiografische Erzählgedicht „Sing, Don&#8217;t Cry“ sorgten für Resonnanz. Little Annie a.k.a. Annie Bandez malt bereits seit den 90ern, dennoch gab es nur wengie Ausstellungen, und erst jetzt erscheint mit „Meditation in Chaos“ ihr erster Bildband, der neben zahlreichen Gemälden auch einige Fotoarbeiten enthält.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/meditationinchaos1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-13182" title="meditationinchaos1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/meditationinchaos1.jpg" alt="" width="793" height="595" /></a><span id="more-13181"></span></p>
<p>Es fällt nicht leicht, Annies meist farbenprächtige Bilder mit gängigen Kategorien zu beschreiben, auch wenn Einflüsse der Folk Art, des Kubismus und mexikanischer Traditionen erkennbar scheinen. Einzelne Motive wiederholen sich allerdings in zuverlässiger Regelmäßigkeit: monolitische Stadtlandschaften, starre, starrende Skylines, deren dystopische Ausstrahlung aber durch die vitale Farbgebung ebenso durchbrochen wird wie durch die bunte Vegetation, die Spuren eines paradisieschen Urzustandes inmitten der urbanen Wüste hinterlassen. An ihrer Statt kann auch die buchstäbliche Wüste des amerikanischen Südwestens mit ihren bizarren Felsen den Schauplatz bilden. Heiligenfiguren in einem eigenen ikonenartigen Stil tauchen all dies in eine Atmosphäre empathievoller Gelassenheit. Ein durchweg spiritueller Zug prägt ihre Arbeiten, fast jedes ihrer Sujets zeigt mehr oder weniger deutlich gelungene Transformationen. Annie bezeichnete einmal Gott als das A und O ihres Werks.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/meditationinchaos2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-13183" title="meditationinchaos2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/meditationinchaos2.jpg" alt="" width="806" height="595" /></a>In unserem vor fünf Jahren geführten Interview betonte sie ihren autodidaktischen Hintergrund und ihr spontanes Arbeiten: „Mein Haupteinfluss sind Formen. Deshalb male ich gerne Gebäude und Felsformationen. Und dann sind da meine Heiligen, sie kommen einfach zu mir. Ich beginne einfach zu malen, ohne etwas Bestimmtes im Hinterkopf. Ich habe das Glück, überhaupt keine Ausbildung zu haben, so weiß ich es nicht einmal, wenn ich die Regeln breche“. „Meditation in Chaos“ gibt auf 84 Seiten einen Einblick in diesen Kosmos.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/meditationinchaos3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-13184" title="meditationinchaos3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/meditationinchaos3.jpg" alt="" width="797" height="595" /></a></p>
<p>„Nowadays terms like &#8216;legendary&#8217; and &#8216;star&#8217; have all but lost their meaning, nevertheless Editions Timeless are proud to present the first ever artbook by a truly stellar legend, the original dub diva: Little Annie Anxiety Bandez! Little Annie is loved and adored for decades of inimitable torch singing, the list of her collaborators reads like the who’s who of out-there music. Annie has been painting and taking photos for years, her motifs include iconic religious imagery, the brooding skyscrapers of her former home NYC and intricate floral compositions.&#8217;Meditation In Chaos&#8217; presents a glimpse at all of these and much more. The book features an introduction by her friend Penny Rimbaud of Crass and several stunning portraits of Annie herself.Apart from the standard hardbound version of the book there are three limited art sub-editions featuring original art presented in a ribboned folder.“<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/meditationinchaos4.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-13185" title="meditationinchaos4" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/meditationinchaos4.jpg" alt="" width="803" height="595" /></a></p>
<p>Published by Timeless Ed. &#8211; 2016 &#8211; France<br />
21 x 29 cm &#8211; 84 pages in colours &#8211; Hardcover</p>
<p><strong><a href="http://www.timeless-shop.com/prod/meditation-in-chaos-little-annie-2358,105.html">Meditation in Chaos @ Timeless Ed. </a></strong><br />
<strong><a href="https://www.facebook.com/Meditation-in-Chaos-Little-Annies-artbook-1829852527272579">Meditation in Chaos @ Facebook </a></strong><br />
<strong><a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/little-annie-interview/">Interview</a></strong></p>
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		<title>LITTLE ANNIE: Sing Don&#8217;t Cry. A Mexican Journey (Buch)</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Oct 2012 05:51:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Little Annie, die in einer ganzen Reihe an Künsten unterwegs ist, ist keineswegs ein Chamäleon, auch wenn das gelegentlich behauptet wird. Wenn sie als Sängerin mit ganz unterschiedlichen Musikern von Crass bis Coil und Adrian Sherwood, von Larsen bis Baby &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/10/13/little-annie-sing-dont-cry-a-mexican-journey-buch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/littleanniesingdontcry.png"><img class="alignleft size-full wp-image-5487" title="littleanniesingdontcry" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/littleanniesingdontcry.png" alt="" width="150" height="202" /></a>Little Annie, die in einer ganzen Reihe an Künsten unterwegs ist, ist keineswegs ein Chamäleon, auch wenn das gelegentlich behauptet wird. Wenn sie als Sängerin mit ganz unterschiedlichen Musikern von Crass bis Coil und Adrian Sherwood, von Larsen bis Baby Dee und natürlich Paul Wallfisch aktiv ist, spricht das zwar immer für einen flexiblen Draht zur kreativen Sprache anderer, und doch steuert sie dort stets ebenso viel von sich bei. Ihr Beitrag ist jedoch weit mehr als ihre mal forsche, mal etwas erschöpfter klingende Stimme in Alt. Ihr Name steht auch für eine ganz eigene elegante Abgewetztheit, einen ehrlichen, unbeschönigenden Optimismus und eine Stehauf-Mentalität, die auch den miesesten Szenarien noch etwas Kraftgebendes abzugewinnen weiß. All dies durchzieht auch<span id="more-5486"></span> Annies erste genuin literarische Veröffentlichung namens „Sing Don&#8217;t Cry“ &#8211; vordergründig betrachtet halb Reisebericht, halb Prosagedicht, doch bei genauerem Hinsehen vor allem eine ohne Eitelkeit wiedergegebene Erkundungsreise durch das eigene Selbst. Dabei versteht sie es, Bilder derart lebendig werden zu lassen, dass man als Leser das Gefühl bekommt, in Echtzeit dabei zu sein.</p>
<p>Im Zentrum stehen zwei Aufenthalte in Mexiko Ende der 90er, zu denen sie sich, wie es scheint, recht spontan entschieden hat, als es ihr im großstädtischen Amerika der Ostküste unbehaglich wurde: Das Leid von Freunden und diverse Zero Tolerance-Schikanen, dazu die vielen kleinen Sisyphos-Anforderungen des Alltags, die an David Bowies Zeile „always crashing in the same car“ denken lassen. Szenarien, über die Tom Waits ganze Alben und Harmony Korine eine Reihe an Drehbüchern hätte schreiben können, doch all dies zu beschreiben kann man getrost Annie selbst überlassen, der all dies ohne resignierte Abgeklärtheit gelingt. Was man bei all dem am meisten spürt, ist ein großes spirituelles Vakuum, dass danach schreit, mit Bedeutung gefüllt zu werden. In Mexiko, über das sie, wie sie schreibt, nicht viel mehr wusste als die gängigen Gemeinplätze, hatte sie dann gleich das Gefühl einer ganz merkwürdigen Heimkehr. Und dieses Gefühl seltsamer Vertrautheit durchzieht das ganze Buch, ob die Erzählerin nun in einem kleinen Fischerort am Golf weilt oder in der Millionenstadt, die der Europäer meist unter dem anglifizierten Namen „Mexico City“ kennt. Am deutlichsten wird dieses Gefühl, wenn sie den Anblick einer zufällig entdeckten Kirche beschreibt, die fast auf&#8217;s Haar dem Motiv eines ihrer Bilder gleicht. Zu einem zentralen Symbol wird das Gebäude auch deshalb, weil an der Stelle erstmals der (unorthodoxe) christliche Subtext deutlicher aufscheint, der sich im Laufe des Buches Epiphanie für Epiphanie entfalten wird.</p>
<p>Man könnte nun, angesichts der märchenhaften Farbenpracht des Schauplatzes, in dem alle Welt Bob Marley hört, ein prächtiges und im schlimmsten Fall auch etwas ethnokitschiges Idyll erwarten, aber Annie bleibt stets Realistin und denkt gar nicht daran, das Land ihrer Grand Tour, das „amerikanische Ägypten“, einseitig zu verklären und zur Projektionsfläche eines wie auch immer gearteten Zivilisationsüberdrusses zu machen. Mexiko ist auch das Land, in dem sie den ersten Wal-Mart gesehen hatte, obwohl sie dort gewiss nicht den American Way of Life gesucht hat. Zwischendrin geht sie hart mit der Geschichte des Landes ins Gericht, vergleicht den Eroberer und Tagedieb Hérnan Cortez mit Idi Amin und Milosevic, und der Tagtraum, in dem sie Cortez&#8217; Schädel in der Hand hält und nicht wirklich stolz auf den Besitz der seltsamen Reliquie ist, gehört zu den humorigsten Passagen des Buches. Auch positive Klischees werden entlarvt, und diejenigen, die sie suchen – &#8220;Snug Hippies&#8221; und Pseudoaussteiger – stören eher.</p>
<p>Die Alchemie der persönlichen Verwandlung wird allerdings in vollen Zügen festgehalten und dabei natürlich auch das Land, dem sie ihren eigenen spirituellen und künstlerischen Neubeginn verdankt. Die Hauptstadt wird keineswegs zu einem exotischen Idyll verklärt, erscheint jedoch ebenso wenig als der oft beschworene Alptraum aus Chaos, Schmutz und Kriminalität, und ausgerechnet im vermeintlichen Moloch, durch die der Leser wie durch ein enormes Musikvideo geführt wird, erliegt sie vollends der Magie des heidnisch-katholischen Synkretismus und der Anziehungskraft des Indigenen. Eine ihrer literarischen Stärken ist es, dass der lyrischen Text mit seinen zahllosen Tempowechseln und seinen bunten Beschreibungen sowohl musikalisch als auch visuell gefangen nimmt – ist man erst einmal von Annies Erzählweise gebannt, so entsteht vor dem geistigen Auge des Lesers eine surreale Animation, die selbstredend auf ihren farbenfrohen Gemälden basiert, in denen kubistische Betonklötze, Gottesmütter und blühende Vegetation eine eigene Welt schaffen, die modern und archaisch, christlich und heidnisch zugleich ist.</p>
<p>Für Little Annie begann nach ihren Mexico-Reisen eine neue Phase künstlerischer Produktivität, deren Resultat einige Bilderzyklen und bislang drei Torch Song-Alben sind. Kurz nach ihrer Rückkehr nach New York ereignete sich auch das Attentat auf das World Trade Centre &#8211; auch dies wird nicht zugunsten eines albernen Happy Ends ausgespart, und es ist auch gar nicht nötig, um den positiven, lebensbejahenden Grundtenor des Buches aufrecht zu erhalten. Sollte man für „Sing Don&#8217;t Cry“ eine Stilbezeichnung finden, so würde ich ganz altbacken für den Magischen Realismus plädieren, eine Richtung, die sicher nicht aus Zufall in Lateinamerika ihre besten und bekanntesten Exponenten hervorgebracht hat. „I remember not remembering what I was runnig from“ lautet eine Zeile kurz vor Ende des Buches, die man als Fazit einer gelungenen Verwandlung verstehen kann. Wem das Buch ebensolche Freude bereitet hat wie mir, der darf sich schon auf Annies vollständige Autobiografie freuen, die für Ende des Jahres angekündigt ist, sowie auf das neue Album zusammen mit Baby Dee. (U.S.)</p>
<p><strong>Verlag: <a href="http://www.exitstencilpress.com/">Existencil Press</a></strong></p>
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