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	<title>African Paper &#187; Albin Sunlight Julius</title>
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		<title>DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND PRESENTS: The Wolvennest Sessions</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2015 06:56:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/wolvennest.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11167" title="wolvennest" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/wolvennest-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dem Cover dieser Veröffentlichung kann man entnehmen, dass Der Blutharsch und seine Infinite Church of the Leading Hand dieses Album lediglich „präsentieren“, wie es seinerzeit diverse World Serpent-Musiker gerne getan hatten. Jegliche Erwartung, dass hier Musiker jenseits von Albin Julius&#8217; Combo am Werk sind, zerstreuen sich jedoch schon nach einigen Minuten, wenn das eröffnende Stück erst einmal in die Gänge gekommen ist und es sich abzeichnet, dass hier keine dunkle Ambientband zugange ist, sondern niemand anderes als die Infinite Church höchstselbst.<span id="more-11166"></span></p>
<p>Man kann mutmaßen, dass die drei langen Stücke auf „The Wolvennest Sessions“ im Rahmen der Aufnahmen zum aktuellen Album „Joyride“ entstanden sind, denn atmosphärisch, textlich und soundmäßig gibt es einige Parallelen, auch hier setzt man auf einen eher breiigen, nicht sonderlich ausdifferenzierten Klang, schätzt das Repetitive und eine eher minimal-primitivistische Krautigkeit, zudem singt auch hier ausschließlich Marthynna. Der Themenkreis ist auch schnell benannt: Entgrenzung, der Wunsch danach, die Freude daran sowie die unmissverständliche Klarheit, dass all dies kein Idyll ist, sondern Überwältigung. Ein zentraler Unterschied: Die Stücke sind wie schon erwähnt sehr lang und über weite Passagen von einer eher schleppenden Gangart. Außerdem spielten Drumparts eine wesentliche Rolle.</p>
<p>Das eröffnende „Out Of Darkness Deep“ grollt und dröhnt in den ersten Minuten noch wie eine waschechte Doom-Industrial-Nummer, nur das retrolastige Synthiegedudel stört die Szenerie, so dass die irgendwann einsetzenden Twangs nicht mehr ganz so überraschen. Wenn Drumming, Stonerriffs und die Sängerin das Feld übernehmen, besteht endgültig kein Zweifel mehr, mit wem man es zu tun hat, zugleich wird einmal mehr klar, wie wenig man es hier mit Puristen von welchem Stil auch immer zu tun hat. Stellenweise dachte ich an die langsameren Stücke auf Lards „Power of Lard“-EP, und ein anderenorts aufgeschnappter Vergleich mit Ministry scheint das halbwegs zu bestätigen.</p>
<p>Ein gesampelter Vortrag auf Arabisch leitet über in das hypnotische „Unreal“, bei dem gekonnt plazierte Moog-Tupfer in eine rauschende Gitarrenwolke gehüllt die Melodie bestimmen. Für mich ist dies das Highlight des Albums und definitiv auch einer von Marthynnas besten Momenten. Ganz klar liegen ihr die monotoneren Melodieführungen, und wenn sie mit leichtem Akzent wie hypnotisiert Wörter wie „Faces“ und „Traces“ intoniert, bekomme ich Lust, mal wieder Nicos „The Falconer“ zu hören.</p>
<p>Auch hier stellen sich noch abenteuerlichere Assoziationen ein, und zwar an Burzums „Dunkelheit“, dem bei „Evil Love“ gleich das nächste Deja-Vu folgt, nämlich „Jesus Tod“ vom gleichen Album. Das Stück braucht eine Weile, um seine Richtung zu peilen und findet diese in einem holprig-schleppenden, fast sludge-artigen Sound. Die verruchte Liebe entpuppt sich als gegenseitige Verfolgungsjagd, bei der alle Beteiligten anscheinend ihre gewünschte Beute bekommen &#8211; auch hier also wieder: die schöne, wilde Utopie eines hardboiled wonderland, das &#8211; um die in einem früheren Albumtitel einmal gestellt Frage zu beantworten &#8211; nicht enden muss.</p>
<p>Jetzt fällt mir auf, dass ich nicht einmal „Psychedelic“ gesagt habe, dafür aber „Stoner“ und „Kraut“ . Wie dem auch sei, „The Wolvennest Sessions“ sagt mir persönlich noch mehr zu als „Joyride“, in jedem Fall ist es eine schöne Platte zwischendurch, die sich hoffentlich nicht allzu viele entgehen lassen aufgrund des „presents“, das ich tatsächlich weggelassen hätte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: WKN</strong></p>
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		<title>DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Joyride</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2015 05:51:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/DBJoyride.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10568" title="DBJoyride" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/DBJoyride-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass die Musik von Albin Julius seit den 90ern große Veränderungen durchlaufen hat, ist ein Gemeinplatz und sollte sich mittlerweile bis in die letzten Winkel der etwas eigenwilligeren Musikwelten herumgesprochen haben. Noch interessanter vielleicht ist die Tatsache, dass die Entwicklung von Der Blutharsch And The Infinite Church Of The Leading Hand auch im Kleinen, z.B. von einem Album zum nächsten, kaum vorherzusehen ist und stets Überraschungen bereithält. „Joyride“ folgt – abgesehen von einer Compilation und zwei EPs – auf das vor gut anderthalb Jahren erschienene<span id="more-10567"></span> „The Cosmic Trigger“, und auch wenn der undefinierbare psychedelische Genremix nach wie vor besteht, könnten die beiden Platten kaum unterschiedlicher sein.</p>
<p>Knapp auf den Punkt gebracht reduziert „Joyride“ die schon im Titel von „The Cosmic Trigger“ angedeutete Weite auf&#8217;s wesentliche und gestaltet ich strukturell und auch klanglich oft derart aufgeräumt und konzentriert, dass man sich fast wundern mag, dass Albin, Marthynna und Jörg auch diesmal von einer ganze Bande an Mitstreitern &#8211; u.a. Matt Howden, Alan Trench und Mitglieder von Changes und Seven That Spells &#8211; unterstützt werden. Auf die kosmische Ganzheit folgt ein kurzer, wenn auch nicht ganz folgenloser Trip durch gefahrvolles, aber irdisches Gelände.</p>
<p>Die markanteste Veränderung liegt im Gesang, denn der stammt (backing vocals ausgenommen) erstmals ausschließlich von Marthynna, was sicher einige Schlaumeier auf Moon Lay Hidden-Vergleiche bringen wird. Ihrem diesmal klar nach vorn gemischten Gesang allerdings ist es zu verdanken, dass die Stimmung des Albums – ob mit Absicht oder nicht – ausgesprochen ambivalent und spannungsreich geraten ist. Marthynnas Vocals stimmen einen durchweg kühlen und reservierten Ton an, kommen über viele Strecken nah an Sprechgesang und schlagen automatisch eine für die Invisible Church heute eher untypische Brücke zum Post Industrial mit seinen knapp bemessenen Gesten und grimmigen Blicken. Ambivalent und spannungsreich wirkt sich das deswegen aus, weil der eher ausdrucksreduzierte Gesang ziemlich klar mit der krautig-hippiesken Musik und den durchgehend auf Grenzüberschreitung abzielenden Texten kontrastiert. Bei der noch wesentlich ausladenderen Klanggestalt der letztjährigen Releases hätte dies vermutlich kaum funktioniert</p>
<p>„Drive me far“ beginnt ohne Umschweife, wabernde Synthies und ein wummernder Bass, der über weite Strecken des Albums den Rhythmus nur andeutet, lassen die Fahrt gleich im easy tempo beginnen. Das Ziel ist ungewiss, und diese Unsicherheit des Erkundens von neuem Terrain scheint das eigentliche Thema des Albums zu sein. Schon hier scheint der eher coole Gesang zu implizieren, dass Grenzen, auch wenn man sie überschreiten will, zunächst einmal Statik erzeugen und dass die größten Träume von Freiheit bekanntlich in Ketten geträumt werden. Erst mit der Zeit gerät die Musik ornamentaler und tremolierende Wahwahs, die für Momente an Stimmen erinnern, wirken der Übersichtlichkeit entgegen.</p>
<p>Der große Ausbruch ist auf „Joyride“ kein romantisches Idyll und auf keinem der Stücke führt die Reise in die heile Welt. Viel zu aufwühlend und unterschwellig aggressiv mutet das knarzige „Falling out of Time“ an, viel zu hardboiled klingen die Gitarren und der schwüle Groove in „Cold Freedom“, bei dem man Howdens Violige erstmals deutlich heraushört. Stets fragt man sich, ob die Überschreitung und der Schrei nach Freiheit nicht doch nur ein scheuer Tagtraum ist, der sich ebenso sehr als Alptraum entpuppen könnte, zu sehr durchzieht ein düsterer Grundtenor die Stücke. „Innocent“ könnte glatt ein martialisches Stück aus alten Blutharsch-Tagen sein, neu eingespielt im neuen Sound der Chruch. Dann gibt es Songs, die fast so etwas wie eine klare Ansage vermitteln: Denk nicht zu viel, handle, mit deiner verbummelten Passivität taugst du bestens zum psychischen Vampir, oder schlimmer noch &#8211; zu einem Opfer der „Mighty Might“, wie es im gleichnamigen Stück heißt, während der kauzige Takt rumpelnd das Weite sucht.</p>
<p>„Joyride“ ist wie gesagt kompakter und aufgeräumter als andere Releases der Infinite Church und verzichtet auf vielschichtige Panoramas und ein großes Aufgebot an Gastsängern. Letztlich bleibt es Geschmackssache, welche Version man lieber mag, doch dass die aktuelle Version auf Albumlänge kurzweilig bleibt, sollte man anerkennen. Und spannend bleibt es allemal.</p>
<p><strong>Label: WKN</strong></p>
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		<title>DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: All To Pieces</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2014 04:21:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/08/alltopieces.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9204" title="alltopieces" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/08/alltopieces-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Viele Musiker verändern ihren Stil im Laufe der Zeit, doch längst nicht alle schaffen es, dabei ein gleichbleibendes Popularitätsniveau zu halten bzw. dieses trotz aller Wandlungen noch in kleinen Schritten zu steigern. Irgendetwas muss dran sein an diesem Albin Sunlight Julius, das von all seinen Liebäugeleien mit Musikrichtungen unberührt bleibt, das sich in mittelalterlichen Soundscapes ebenso wiederfindet wie in martialischer, rockiger oder psychedelischer Gestalt. Ist es einfach nur gute PR und das Talent, das Richtige zur rechten Zeit zu machen? Ein Händchen auch für Entertainment? <span id="more-9203"></span>Die Unverfrorenheit, sich nur nach den eigenen Launen und Neigungen zu richten? Ich vermute, dass es von allem etwas ist, und über die Jahre kam sicher noch ein Gespür für passende Musiker dazu.</p>
<p>Entgegen der gängigen Sichtweise sah ich nie einen radikalen Bruch zwischen den späten The Moon Lay Hidden Beneath A Cloud und frühen Blutharsch-Aufnahmen, die – Sängerin hin oder her – immer noch Mittelalter-Reste hatten, und deren Melodik sich selbst in einigen der späteren Rocksongs findet. In diesen einfachen Motiven, den Melodien und den rumpelnden Pauken, die einmal jemand als „tantrum for a lost toy“ beschrieben hat, steckt ein verspieltes Moment, das einiges über den Weltbezug des vielbeschworenen Enfant Terribles sagt, das Zeit seiner Karriere ein Libertarian war, mag er früher auch den politisch unkorrekten Provokateur gegeben haben und jetzt allgemein als Hippie gelten.</p>
<p>Als 2011 die Reinkarnation mit dem Endlosnamen das Licht der Welt erblickte, war die Truppe um Julius längst zu einer echten Band verschmolzen, und nach diversen Releases, von denen v.a. die Kollaboration mit Aluk Todolo noch mal einen Durchbruch bedeutete, steht seit kurzem eine neue EP mit dem Titel „All to pieces“ in den Regalen. Den Release übernimmt diesmal sogar ein anderes Label, nämlich die auf Psychedelic spezialisierten Italiener von Sound of Cobra. Julius und seine Mitspieler sind guter Dinge, was in ihrem Fall weniger auf Peace and Love als auf eine drogengeschwängerte Feier des Lebens und Sterbens in all seinen Facetten hinaus läuft. Titel und Artwork künden überdeutlich vom Verfall, doch &#8220;All to pieces&#8221; ist beileibe kein Abgesang auf das Leben ob seiner Endlichkeit.</p>
<p>Ich bin kein Fachmann für die Musik, die Bands wie Hawkwind oder Pink Floyd in den frühen 70ern gespielt haben, doch bilden diese einen idealen Referenzpunkt für das, was die Church of the Leading Hand hier auf die Beine bringt, auch noisige Zutaten rücken die Musik m.E. nicht so nah an den Industrial, wie ein Kollege das sehen will. Kreisende, repetitive Figuren auf der Gitarre, gerne mit Tremeolo-Effekten versehen, bilden das Fundament für Passagen, die sicher noch schwindelerregender wären, hätte der rumorende, verweht grummelige Sound keine so ungemein erdende Wirkung. An den Saiten mischt diesmal ein prominenter Gast mit, der Albin schon einmal auf einem frühen Release zur Seite stand, nämlich sein ehemaliger Verleger Alan Trench, der ansonsten mit Orchis eigenwilligen Folk spielt und in Temple Music und den Howling Larsens noch experimentellere Klänge auslotet.</p>
<p>Insgesamt ist die Stimmung äußerst unaufgeregt. „The world is just a spaceship travelling too fast for me“, schmettert als weiterer Gast Pete Hope (Wrong Revolution, Bone Orchestra) ins Mikrophon, doch im Kosmos geht nichts verloren, nicht einmal die Spuren früherer Inkarnationen: „I&#8217;ve been here before, so I know my way“. Spirituellen Anspielungen solcher Art entpricht auch die teils mystisch-religiös eingefärbte Stimmung einzelner Songs. Die Gesangsspuren im ausladenden „Song of Life and Death“ klingen wie das Echo einer mysteriösen Liturgie, und am Ende begraben die afrikanischen Handdrums das Szenario unter einem heidnisch anmutenden Klanggewebe. In „Acheroantia“ hindern nicht nur noisige Spielereien, sondern vor allem die sakrale Orgelschwere den Song daran, in netten Westcoast-Pop zu kippen.</p>
<p>Laut Gerüchteküche sind die vier Tracks der einseitg bespielten 12&#8221; (auch) ein Vorgeschmack zu einem ähnlich gelagerten Longplayer, der im nächsten Frühjahr erscheinen soll. Ich halte &#8220;All to Pieces&#8221; für die gelungenste Veröffentlichung seit der Neuerfindung der Band, die durchaus auch Hörer zufrieden stellen könnte, die den Schwenk in krautig-psychedelische Gefilde bislang nicht ernst genommen haben.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.soundofcobra.com/">Sound of Cobra</a></strong></p>
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