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	<title>African Paper &#187; Angelina Morrison</title>
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		<title>KATHLEEN YEARWOOD ORDEAL: Apokalypsis</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2025 03:20:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Manche Alben setzen nicht auf Beruhigung, sondern darauf, Unruhe auszuhalten. &#8220;Apokalypsis&#8221;, das bereits im Frühjahr erschienene aktuelle Werk von Kathleen Yearwood Ordeal, gehört in diese Kategorie. Die in Kanada beheimatete Musikerin, deren musikalische Heimat seit Jahrzehnten im Grenzbereich zwischen Folk, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/11/08/kathleen-yearwood-ordeal-apokalypsis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/kyoa.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47596" title="kyoa" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/kyoa-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Manche Alben setzen nicht auf Beruhigung, sondern darauf, Unruhe auszuhalten. &#8220;Apokalypsis&#8221;, das bereits im Frühjahr erschienene aktuelle Werk von Kathleen Yearwood Ordeal, gehört in diese Kategorie. Die in Kanada beheimatete Musikerin, deren musikalische Heimat seit Jahrzehnten im Grenzbereich zwischen Folk, Improvisation und experimenteller Klangkunst liegt, greift hier auf zentrale <span id="more-47595"></span>Bilder der Offenbarung des Johannes zurück – allerdings nicht im Sinn einer Illustration, sondern als poetisch aufgeladene Sprache für Gewalt, Zerstörung, aber auch Trost und Erkenntnis.</p>
<p>Die Struktur des Albums, von dem zwei Stücke bereits auf einer 7&#8243; erschienen sind, folgt einem wiederkehrenden Prinzip: Jedes Stück beginnt mit einer Lesung einer apokalyptischen Passage, gesprochen von verschiedenen Stimmen – darunter einige Musiker, die unseren Lesern nicht fremd sind. Im Verlauf übernimmt dann Yearwood selbst, die die gleiche Stelle in lateinischer Übersetzung singt. Ihre hohe, fragile Stimme bleibt bewusst schwer einzuordnen: oft spröde, manchmal von einer verletzlichen Klarheit, gelegentlich eruptiv bis ins Schrille.</p>
<p>Schon in &#8220;Silence in Heaven&#8221; treffen die kindliche Rezitation einer als Eight genannten Person und grollendes Dröhnen auf vereinzelte Streicher, die einfache, sich entwickelnde Melodien hervorbringen. Zwischen Trost und Desolation changierend, verweigert sich die Musik klaren Zuschreibungen. Mit dem bereits auf der Single vertretenen &#8220;Voices and Lightenings&#8221; wird die Palette heller: gezupfte Saiten, fast folkig, verbinden sich mit einer meditativen Vokallinie, während die von Arild Stromsvaag vorgetragene Rezitation von Donner, Blitz und Feuer spricht. Besonders eindrücklich ist das von Rune Kjaer Rasmussens Vortrag eingeleitete &#8220;The Third Part of the Trees&#8221;: Getragen von repetitivem Gitarrenpicking und tiefen Cellostrichen entfaltet es eine hypnotische Wirkung. Wenn Yearwoods Stimme einsetzt, flankiert von kratzenden, leiernden Tönen, gerät die zuvor stabile Struktur durcheinander, bis plötzlich Ruhe einkehrt und der Ablauf von vorn beginnt, nun aber in merklich veränderter Wahrnehmung. Auch &#8220;A Great Star&#8221; lebt von dieser Dialektik: ein beinahe wie beiläufig vorgetragenes Bibelzitat von Adam Geoffrey Cole, dann lange dröhnende Passagen, später besinnlicheres Streicherwerk und ein klarer, beinahe beruhigender Stimmeinsatz.</p>
<p>Auf dem mit einer kurzen Lesung von Angeline Morrison beginnenden &#8220;Wormwood&#8221;, einem der Herzstücke des Albums, wird die Figur des bitter machenden Sterns mit einer Gesangslinie verknüpft, die zwischen fragiler Zartheit und fast schmerzhaft hohen Tonhöhen oszilliert. Die begleitenden, kratzigen Kontrabässe erzeugen eine gespannte, dramatische Atmosphäre. Zu dem Stern, dessen Fall die Wasser der Erde mit tödlicher Folge bitter macht, schrieb ich in meiner Besprechung der 7&#8243;: &#8220;Die Vorstellung von Verseuchung und Untrinkbarkeit ist hier nicht nur ein kosmisches Bild, sondern auch ein Echo gegenwärtiger Erfahrung&#8221;. Schließlich &#8220;Woe&#8221;: die Stimme von Rebecca Alice Bruton, die über ein grollendes Fundament die dreifache Klage verkündet, bevor Yearwood selbst einsetzt. Hier verbinden sich bedächtig gesungene lateinische Verse mit eruptiven Momenten, bis am Ende lautes Vogelgezwitscher den Schlusspunkt setzt – kein Idyll, sondern ein ungebändigter, fast harscher Ausklang.</p>
<p>&#8220;Apokalypsis&#8221; ist ein Album, das die biblischen Visionen nicht nur als religiöse Symbolik behandelt, sondern als Spiegel für eine Gegenwart, in der Gewalt, Offenbarung und Innerlichkeit untrennbar ineinandergreifen. Yearwood selbst sagt: &#8220;Apocalypse means to reveal – hence &#8216;revelations&#8217;. Many people have claimed these visions for their own, I claim them for us now.&#8221; In dieser Haltung steckt der Kern der Aufnahme: eine Musik der &#8220;sacred vulnerability&#8221;, die Verletzlichkeit nicht verbirgt, sondern verdeutlicht und gerade darin eine eigentümliche, eindringliche Kraft entstehen lässt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Reverb Worship</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3018690947/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>KATHLEEN YEARWOOD: Wormwood 7&#8243;</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2025 03:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manche künstlerischen Stimmen verweigern sich konsequent jeder Form von Glättung, da sich die Welt, in der sie leben, nicht glätten lässt. Kathleen Yearwood gehört zu diesen Stimmen. Auf ihrer neuen, in rotem Vinyl geschnittenen 7&#8243;-Single &#8220;Wormwood / Voices and Lightenings&#8221; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/21/kathleen-yearwood-wormwood-7/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/Screenshot-2025-06-16-094725.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46721" title="Screenshot 2025-06-16 094725" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/Screenshot-2025-06-16-094725-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Manche künstlerischen Stimmen verweigern sich konsequent jeder Form von Glättung, da sich die Welt, in der sie leben, nicht glätten lässt. Kathleen Yearwood gehört zu diesen Stimmen. Auf ihrer neuen, in rotem Vinyl geschnittenen 7&#8243;-Single &#8220;Wormwood / Voices and Lightenings&#8221; greift sie zentrale Motive der biblischen Apokalypse auf, allerdings weniger als religiöses Programm, sondern als Bildbereich für <span id="more-46720"></span>eine Wirklichkeit, in der Gewalt, Offenbarung und Innerlichkeit untrennbar verwoben sind.</p>
<p>&#8220;Wormwood&#8221;, die A-Seite, beginnt mit einer kurzen Lesung von Angeline Morrison, einem Satz aus der Offenbarung des Johannes, in dem von einem Stern namens Wermut die Rede ist, dessen Fall die Wasser der Erde mit tödlicher Folge bitter macht. Die Vorstellung von Verseuchung und Untrinkbarkeit ist hier nicht nur ein kosmisches Bild, sondern auch ein Echo gegenwärtiger Erfahrung. Yearwoods Gesang – kindlich hoch, fast schrill, zugleich fragil und kontrolliert – spiegelt diese Spannung wider. Die extremen Tonhöhen, die sie dabei durchläuft, wirken auf den ersten Eindruck bizarr, doch eingebettet in das kratzige, unregelmäßig gestrichene Fundament aus Kontrabasslinien, entwickeln sie eine eigentümlich dramatische Spannung. Das klingt nicht &#8220;roh&#8221; im Sinne des Lo-Fi-Klischees, sondern eher wie etwas, das jede vertraute Form gezielt verweigert.</p>
<p>&#8220;Voices and Lightenings&#8221; auf der Rückseite ist etwas wärmer gehalten. Der Bass wird gezupft wie eine akustische Gitarre, die Stimme bleibt zwar hoch, wirkt aber weniger angespannt, fast meditativ. Eingeleitet wird das Stück mit einer weiteren Passage aus der Offenbarung, hier gesprochen von Arild Stromsvaag: Sie beschreibt den Moment, in dem ein Engel Feuer von einem Altar auf die Erde wirft, begleitet von Donnern, Stimmen, Blitzen und einem Beben. Diese Kombination von Naturgewalt und göttlicher Geste bildet den Hintergrund für eine Musik, die nicht illustriert, sondern sich durch Reduktion und Dunkelheit umso wirkungsvoller erweist. In ihrer Mischung aus Minimalismus, folkig angehauchtem Saitenspiel und flüchtiger Melodik erinnert die Aufnahme auch an Continuous Music oder an Künstler wie Boduf Songs.</p>
<p>Die beiden Stücke erscheinen auch auf dem kommenden Album &#8220;Apokolypsis&#8221;, in dem sich Yearwood – ausgehend von einer Kindheitserinnerung – mit der Offenbarung als persönlichem und kollektiven Bild einer Entschleierung auseinandersetzt. Dort werden noch weitere Rezitierende zu hören sein, u.a. Adam Geoffrey Cole von Trappist Aftrerland &#8211; mehr dazu eventuell beizeiten.</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.reverbworship.com/future-grave">Reverb Worship / Future Grave</a></strong></p>
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		<title>ANGELINE MORRISON: Ophelia</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Nov 2024 08:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die britische Sängerin und Multi-Instrumentalistin Angeline Morrison, die manchmal, wenngleich immer noch solo, mit dem Zusatz The Ambassadors of Sorrow auftritt, präsentiert mit ihrem bereits vor zwei Jahren digital und vor kurzem auch physisch veröffentlichten Album &#8220;Ophelia&#8221; eine außergewöhnliche Songsammlung, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/11/30/angeline-morrison-ophelia/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/11/ophelia.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-43538" title="ophelia" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/11/ophelia-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die britische Sängerin und Multi-Instrumentalistin Angeline Morrison, die manchmal, wenngleich immer noch solo, mit dem Zusatz The Ambassadors of Sorrow auftritt, präsentiert mit ihrem bereits vor zwei Jahren digital und vor kurzem auch physisch veröffentlichten Album &#8220;Ophelia&#8221; eine außergewöhnliche Songsammlung, die sie über mehrere Jahre hinweg geschrieben und aufgenommen hat. Morrison, die in <span id="more-43536"></span>Cornwall lebt, beweist mit diesem Werk eine unvergleichliche künstlerische Reife und eine tiefe Hingabe zur melancholisch-verträumten Seite des Lebens und auch der britischen Folktradition. In ihrer Musik schwingt die geheimnisvolle, spukhafte Englishness eines subtilen Folk Horror mit, die das Album wie ein Schatten begleitet und einen Eindruck der Einsamkeit und des Unheimlichen vermittelt.</p>
<p>&#8220;Ophelia&#8221;, benannt nach der tragischen Frauenfigur aus Shakespeares längster Tragödie, führt den introspektiven Ansatz fort, den Morrison bereits mit vorherigen Alben &#8220;The Brown Girl and other Folk Songs&#8221; und &#8220;The Sorrow Song&#8221; eingeschlagen hat. Während jene Alben immer wieder auf die Erfahrungen von People of Color in Großbritannien zurückkommen, bewegt sich &#8220;Ophelia&#8221; in einer eher introspektiven Geisterwelt, bleibt jedoch gleichsam von Morrisons einzigartiger Perspektive geprägt. Jedes Stück auf dem Album stammt aus ihrer Feder – sie schrieb, arrangierte, spielte und produzierte alle Songs selbst. Die Vielzahl an Instrumenten, die sie meisterhaft beherrscht, verleiht dem Werk eine aufgrund der Dezentheit der Musik zunächst fast überhörbare, bei entsprechender Aufmerksamkeit allerdings unverwechselbare klangliche Vielfalt: Morrison lässt Gitarre, Kalimba, Dulcimer, Melodica, Shruti Box, Klavier und mehr in sphärischen Arrangements erklingen.</p>
<p>Das Album eröffnet mit &#8220;Clouds Never Move&#8221;, einem stimmungsvollen Lied mit Vogelgezwitscher und sanften Kalimbaklängen. Morrison beschreibt diesen Song als schlafliedartig, und in der Tat verleiht ihm der provisorisch wirkende, unpolierte Gesang eine fast schon kindliche Ruhe. Die Geschichte hinter dem Stück berührt, da Morrison es ursprünglich 2020 nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd veröffentlichte. &#8220;Sie sagte, die Wolken bewegen sich nie,&#8221; heißt es im Text, eine Metapher für ein Gefühl der Starre und des Stillstands in Zeiten von Verlusts und Trauer. Der Titelsong ist ein hypnotisches Stück, das in eine traumhafte Unterwasserwelt führt. Mit einer zarten Gitarrenmelodie in feinstem Fingerpicking sowie Morrisons stellenweise gehauchter Stimme, vermittelt das Stück die tragischen Gedanken der längst zu ihrem eigenen Mythos gewordenen Figur, die sich ihres Untergangs bewusst ist. &#8220;Vielleicht werden sie Harfen aus meinen Knochen machen,&#8221; singt sie – eine schaurig-schöne Vorstellung, die einen tieferen Einblick in Morrisons persönliche Auseinandersetzung mit Fragen der Vergänglichkeit, aber auch des Nachlebens gibt, und wer darin auch eine Brise dunklen Humors sieht, könnte recht haben.</p>
<p>Mit &#8220;He Comes in the Night&#8221; erreicht das Album einen Höhepunkt an düsterer Intensität. Etwas von dem Klang von Harmonium-Wellen trägt Morrisons schattenhaft-schaurigen Gesang, und sie selbst beschreibt das Stück in ihren ausführlichen Liner Notes als &#8220;eine Art liebevolles Memento an das Unheimliche und das Geisterhafte&#8221;. Ihre Stimme verdoppelt sich in einem Duett mit sich selbst und lässt die Melodie noch geheimnisvoller und tiefer wirken. &#8220;The Fat Lady Sings&#8221; ist von einem Gedicht aus Morrisons Kindheit inspiriert und eine direkte Antwort auf Frances Cornfords &#8220;To a Fat Lady Seen from a Train&#8221;. Morrison gibt der vermeintlich &#8220;dicken Dame&#8221; eine Stimme und schildert sie in einer ganz eigenen Naturerfahrung, von der die Autorin des Originals nichts wissen konnte. Das einfache Gitarrenspiel zusammen mit dem Dulcimer und die nachdenkliche Note <a title="TRAPPIST AFTERLAND: Evergreen – Walk To Paradise Garden" href="http://africanpaper.com/2024/11/23/trappist-afterland-evergreen-walk-to-paradise-garden/">lassen an die entrückten Songs von Trappist Afterland denken, auf deren jüngster Platte Morrisons Stimme zu hören ist</a>.</p>
<p>Jeder der eher kurzen Songs auf &#8220;Ophelia&#8221; ist ein eigenständiges kleines Werk und zeugt auch in lyrischer Hinsicht von Morrisons poetischem Geschick. &#8220;Hours of Sunlight&#8221;, inspiriert von einem Buchrücken von Francoise Sagan, kreist um die Schwierigkeiten menschlicher Kommunikation und ist ein zartes, liebevolles Stück. &#8220;Bright Blessings&#8221;, getragen von einem dunklen Dröhnen, wirkt wie eine Segnung für einen geliebten Menschen, der einen anderen Weg eingeschlagen hat und so in die Ferne gerückt scheint. Morrisons Musik ist oft trostreich und spiegelt gleichsam die Abgründe wider, die hinter jeder liebevollen Melodie lauern können. Zum Abschluss singt Morrison in &#8220;Almost But Not Quite&#8221; mit freundlicher Melancholie und vom leichtn Klang der Autoharp begleitet über den bittersüßen Moment des Abschieds und die Erkenntnis, dass ein Traum oder eine Liebe nie ganz erfüllt werden konnte. Doch auch hier wirkt das trostreiche Bild wie ein freundlicher Geist, der den Hörer heimzusuchen scheint.</p>
<p>Auf genau diese Weise hat Angeline Morrison ein Album geschaffen, das sich wie ein unsichtbarer Begleiter ins Herz schleicht und dabei doch eine Schwere und Tiefe offenbart, die einen nicht so schnell loslässt. Als eine der wichtigen neuen Stimmen in der britischen Folkmusik sollte Morrison unbedingt auch hierzulande eine gebührende Beachtung finden. Ein neues, an &#8220;Ophelia&#8221; anknüpfendes Album voller alchemistischer Songs soll übrigens schon im Entstehen sein. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=265874943/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/DXSHGIbG3_k?si=X77GJSHAfGJyZwJi" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>TRAPPIST AFTERLAND: Evergreen &#8211; Walk To Paradise Garden</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Nov 2024 07:02:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Paradiesvorstellungen finden sich in beinahe jeder Form nicht nur von Spiritualität, sondern unter der Hand letztlich in jeder Philosophie, sobald darin eine Utopie auch nur vage anklingt. Oft entstehen solche Vorstellungen gerade in bitteren Zeiten des Verlusts und der Vergänglichkeit. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/11/23/trappist-afterland-evergreen-walk-to-paradise-garden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/Screenshot-2024-10-14-080542.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-43077" title="Screenshot 2024-10-14 080542" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/Screenshot-2024-10-14-080542-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Paradiesvorstellungen finden sich in beinahe jeder Form nicht nur von Spiritualität, sondern unter der Hand letztlich in jeder Philosophie, sobald darin eine Utopie auch nur vage anklingt. Oft entstehen solche Vorstellungen gerade in bitteren Zeiten des Verlusts und der Vergänglichkeit. Wenn alles verwittert und verdorrt, entsteht der Wunsch nach dem Grünen, dem Immerneuen, wenn man den vegetativen Aspekt der Farbmetapher im neuen Album &#8220;Evergreen &#8211; Walk To Paradise Garden&#8221; von Trappist Afterland mit in <span id="more-43076"></span>Betracht zieht. Ein Paradies könnte also weniger ein statischer Ort sein als vielmehr ein Zustand ständigen &#8211; und vor allem: wiedergefundenen &#8211; Wachstums, und diese Idee durchzieht mehr oder weniger alle neun Songs des Werks.</p>
<p>&#8220;Evergreen – Walk to Paradise Garden&#8221; ist das mittlerweile zehnte Album des Projekts von und um den australischen Psych Folker Adam Geoffrey Cole und entstand während einer Zeit tiefgreifender persönlicher Krisen und Umbrüche. Zwischen Besuchen bei seiner an Demenz erkrankten und kurze Zeit später verstorbenen Mutter und dem Scheitern seiner Ehe nahm Cole seine Songs auf. Diese Zeit prägte das gesamte Album, das inmitten von Trauer und Verlust die Hoffnung auf neues Leben und Wachstum sucht. Musikalisch unterstützt wird Cole dabei von namhaften Künstlern wie dem Gitarristen Henry Parker, der Folksängerin Angeline Morrison, dem bekannten Sänger und Künstler David Tibet (Current 93) und Tali Trow, sowie seinen langjährigen Mitstreitern Anthony Cornish, Tom Warren und Matt Malone.</p>
<p>Die neun Songs, allesamt ungemein bewegend, trotzen, wie es im Begleittext heißt, zeitgeistigen Trends und zeigen Trappist Afterland von ihrer vielleicht bislang emotionalsten Seite. Der bereits auf einer Single in einer leicht anderen Version zusammen mit Grey Malkin veröffentlichte Opener &#8220;The Squall&#8221; setzt den Ton für das Album: Oud und Gitarre verweben sich mit Coles andächtigem Gesang und sanften weiblichen Backing Vocals zu einem kraftvollen Stück über Wachstum und Regeneration. In dem poetischen Text, der von einem unerwarteten Sturm erzählt, schwingt trotz aller Aufwühlung Hoffnung mit. Zur Version der Single schrieb ich vor einigen Wochen: &#8220;Die entrückten Gitarrenfiguren und die leisen Töne des leicht nach hinten gemischten Gesangs lassen, vielleicht aufgrund der Tonart und der repetitiven Melodie, eine aufwühlende Stimmung entstehen. In den poetischen Bildern des Textes erzählt Cole von einem Sturm, der ganz überraschend über ein sich verloren fühlendes lyrisches Ich hereinbricht und überall in der Umgebung seine Spuren, seine Abdrücke hinterlässt. In all dem scheint aber auch eine Portion Hoffnung oder gar Zuversicht zu stecken [...], denn der merkwürdige, unberechenbare Wind scheint in seinem Bluesgesang auch etwas Befreiendes zu haben&#8221;. All das gilt selbstredend auch für die aktuelle Version.</p>
<p>Das folgende &#8220;The Good Ole Way&#8221; beginnt wie es endet mit den kreisenden Klängen einer Tanpura, dem in westlicher Wahrnehmung vielleicht indischsten aller indischen Instrumente, begleitet vom holzigen Timbre der Oud, und kreiert so ein gutes organisches Substrat für Coles Lyrik, die hier, facettenreich gefärbt durch die dezenten Beiträge von Angelina Morrison und Henry Parker, in ungewohnt kriegerischen Bildern das Meistern der Herausforderungen der Unbeständigkeit wie einen Marsch durch widrige Umstände besingt. Halt findet das lyrische Ich hier auch beim Altbewährten, schon gekannten und immer wieder zu übenden, das dem Song den Titel gibt. &#8220;Cruciform/The Reincarnation of Kelly Anne&#8221; hingegen lässt mit seinem unbekümmert wirkenden Saitenspiel &#8211; zunächst &#8211; ein sanftes, entspanntes Setting entstehen, bis eine unerwartete Wendung die Atmosphäre aufbricht und druckvolle, elektrifizierte Energie in das Geschehen bringt.</p>
<p>Ein echter Höhepunkt ist &#8220;Give Thanks and Lament&#8221;, das mit einer feierlichen Gitarrenmelodie beginnt, bei der man, trotz kleiner irritierender Brüche, sofort Coles Handschrift erkennt. Der Song ist eine Hymne der Dankbarkeit, gerichtet an alle wichtigen Instanzen des Lebens, von der persönlichen Begleiterin bis zu dem kosmischen Träumer, der in Coles christlicher, vielleicht noch Reste seiner früheren Begeisterung für Gnostizismus enthaltenden Spiritualität die Welt erträumt. Zwischen den Strophen meldet sich dann David Tibet als Gastsänger zu Wort und schlägt mit seinem Verweis auf die kanonischen Evangelien die Brücke zum Biblischen. Das grüne, vegetative, das den Verfall überdauert, klingt hier schon an und bekommt in &#8220;Green St. Return&#8221; seine größten Momente. Schnell verschwimmt hier der Kontrast zwischen der elektrisierenden Gitarre und dem etwas heruntergefahrenen Gesang, und man taucht ein in Coles wie ein Portal beschriebene Erinnerungen an den Geburtsort seines Vaters. Grün sind sicher auch die Disteln in &#8220;Barefoot in Thistles&#8221;, das zu entspanntem Gitarrenspiel die Chance feiert, die in jedem Moment steckt. Um etwas derartiges kreisen auch die Motive in &#8220;Our Masterpiece&#8221;, wo zu feierlichem Strumming und berührenden Keyboardtupfern das Gelungene in den Blick genommen wird, das selbst aus der zerfahrensten Situation entstehen kann.</p>
<p>Das vielleicht beste und ergreifendste Stück des Albums, &#8220;Incarnation Blues&#8221;, verarbeitet am deutlichsten die Trauer über den Verlust von Gemeinschaft – ein Satz wie &#8220;When I say &#8216;we&#8217; it breaks my heart, because we is now just me&#8221; ist einer der simpelsten und zugleich stärksten und eindringlichsten Verse des Albums &#8211; vielleicht gerade, weil viele weitere Worte in den Texten des Albums das darin anklingende Gefühl der Isolation negieren. Das abschließende Stück, &#8220;You are Evergreen&#8221;, lässt wieder die Tanpura erklingen und greift die Themen von Neuanfang und dem schon im Leben auffindbaren Immergrün auf. Es rundet das Album, vielleicht Coles bestes, mit einem versöhnlichen Ton ab und setzt so einen passenden Schlusspunkt der intimen, gefühlvollen Reise durch Trauer, Verlust und Regeneration. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Cosmic Eye / Sound Effect Records</strong></p>
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