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	<title>African Paper &#187; Backwards</title>
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		<title>PHLÅSS: Cut</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2025 03:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht jeder Bruch ist laut, manche wirken sogar dann am stärksten, wenn sie sich beinahe verstecken – im Rauschen, im Flirren, in der subtilen Andeutung. &#8220;Cut&#8221;, das neue Album des italienischen Duos Phlåss, bewegt sich genau in diesem Bereich: zwischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/21/phlass-cut/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/cut.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46705" title="cut" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/cut-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nicht jeder Bruch ist laut, manche wirken sogar dann am stärksten, wenn sie sich beinahe verstecken – im Rauschen, im Flirren, in der subtilen Andeutung. &#8220;Cut&#8221;, das neue Album des italienischen Duos Phlåss, bewegt sich genau in diesem Bereich: zwischen dem Sichtbaren und dem beinahe Ausgeblendeten, zwischen Experiment und emotionaler Verdichtung.<span id="more-46704"></span></p>
<p>Pasquale Lomolino und der auch als Architekt aktive Vincenzo Tattolo, die hinter Phlåss stehen und vor einiger Zeit bereits <a href="https://backwardsrec.bandcamp.com/album/continuum">das Tape &#8220;Continuum&#8221;</a> produziert hatten, verstehen ihr Projekt als eine Form kollektiver Klangforschung. Schon auf &#8220;Continuum&#8221; war das Interesse an flächigen Kompositionen zu hören, &#8220;Cut&#8221; jedoch denkt den Begriff der Fläche brüchiger, ohne dabei in bloße Fragmentierung zu kippen.</p>
<p>Fünf Stücke, aufgenommen an verschiedenen Orten in Italien zwischen Dezember und April, bilden das Material des Albums. Der eher kurze Einstieg &#8220;Chill&#8221; beginnt mit gemurmelten Stimmen und aufgewühlten Synthies, die glatt in Rhythm Noise übergehen könnten, doch dazu kommt es nicht. Stattdessen stören Lautstärkeschwankungen den Eindruck eines kontinuierlichen Flusses. Eine Art Rauschen liegt scheinbar über allem, unklar, ob es sich nicht doch nur um eine Fata Morgana handelt.</p>
<p>&#8220;Cave&#8221;, das zweite Stück, ist von anderer Natur. Naturgeräusche wie Seevögel und Wasserrauschen markieren hier nicht bloß ein Setting, sondern rahmen ein warm tönendes Drone, das sich allmählich ausbreitet. Eine dezente Melancholie schwingt mit, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen, eine stille Genügsamkeit ist spürbar. Doch auch dieses Stück bleibt nicht im Zustand des Gleichgewichts: ein aufhellendes Zischeln und Rauschen tritt hinzu, als würde eine Tür geöffnet und Luft in einen zu dichten Raum gelassen. Trotz aller Schichtung wirkt das Stück am Ende fast beiläufig ausgeblendet, ein bewusster Verzicht auf einen Höhepunkt.</p>
<p>&#8220;Carom&#8221; ist strukturierter und beinahe hektisch. Helles elektronisches Rascheln, tupfende Sequenzen und ein vorsichtiges Dröhnen ergeben ein Bild, das sowohl wacher als auch transparenter ist als die vorangehenden Tracks. Der Titel, so lässt sich recherchieren, könnte lexikalisch auf das Abprallen eines Objekts bezogen sein, oder auch auf ein indisches Brettspiel. Beides scheint im übertragenen Sinn mitzuschwingen: das Stoßen und Zurückprallen ebenso wie eine verspielte, aber nicht ziellose Anordnung von Details. Die hellen, leicht schneidenden Synthies erinnern streckenweise entfernt an Coil in ihren verspielteren Momenten.</p>
<p>&#8220;Cable&#8221; dagegen brodelt und knackt zunächst eher vage vor sich hin. Es entsteht eine Bewegung, die sich nicht linear, sondern eher tastend fortsetzt. Ein metallischer, perkussiver Klang bringt etwas Struktur hinein, aber kein stabiles Gerüst. Auch hier ist es gerade das Uneindeutige, das dem Stück seine Signatur verleiht.</p>
<p>Im abschließenden &#8220;Chain&#8221; überlagern sich Schleifen aus Stimmen, Rauschen und metallisch perkussivem Klang. Ein aufgewühltes Moment zieht sich durch den Track, in dem sich verschiedene Elemente wie in einer letzten Verdichtung überlagern. Schließlich kippt das Stück in ein überraschend warmes Dröhnen mit aquatischer Textur. Die Illusion einer weiblichen Stimme scheint darin zu liegen oder ein Rohrblasinstrument wie die armenische Duduk oder die in anderen vorderasiatischen Ländern verbreitete Nej.</p>
<p>&#8220;Cut&#8221; ist ein leises, durchdachtes Album mit manchmal infernalischen Ausbrüchen. Der Titel, wie auch die Tracknamen, alle beginnend mit dem Buchstaben C&#8221; verweist möglicherweise auf eine formale Idee, vielleicht auch nur auf einen offenen Zusammenhang. Sicher ist: Was Phlåss hier vorlegen, ist keine bloße Etüde im Sounddesign, sondern eine konzentrierte und eigensinnige Auseinandersetzung mit Struktur, Fläche, Störung und Stimmung.</p>
<p><strong>Label: Backwards Records</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=298994965/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Flag of Breeze: Kollaboration mit Lay Llamas und JuJu</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/02/17/flag-of-breeze-kollaboration-mit-lay-llamas-und-juju/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2023 06:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Backwards Records bringen mehrere Vinyl-Editionen des lange ersehnten gemeinsamen Mini-Albums von Nicola Giunta (Lay Llamas) und Gioele Valenti (JuJu) heraus, das bereits im Herbst 2021 in einer digitalen Version erschienen ist. Backwards vergleichen das Zusammenspiel der vier mitreißenden psychedelichen Popsongs &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/02/17/flag-of-breeze-kollaboration-mit-lay-llamas-und-juju/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Backwards Records bringen mehrere Vinyl-Editionen des lange ersehnten gemeinsamen Mini-Albums von Nicola Giunta (Lay Llamas) und Gioele Valenti (JuJu) heraus, das bereits im Herbst 2021 in einer digitalen Version erschienen ist. Backwards vergleichen das Zusammenspiel der vier mitreißenden psychedelichen Popsongs und der kurzen Interludien mit einer Sendersuche am Radiogerät, bei der man zwischendurch imemr wieder bei mysteriösen Kurzwellen-Übertragungen hängen bleibt. In der Musik verschmelzen Popappeal, Krautiges, verfremdeter und zum Teil abgründiger Gesang und originelle Exotica nie ganz zu einer Einheit, was den heterogenen Charme der Platte merklich verstärkt. Alles zu den einzelnen Editionen mit ihrem Bonusmaterial findet sich beim Label.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/flagofbreeze.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-33882" title="flagofbreeze" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/flagofbreeze.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-33881"></span></p>
<p>&#8220;This mini LP is figured out like a sort of radio tuning listening session among FM stations and misterious shortwaves transmissions. The tracks come out like from an hazy ethering dimension and then melting again with alien lo-fi sounds from the unknown. Luminous and peaceful psych pop melodies meet exotic and ritual percussions recalling a strange surfers tribe on the beach around a campfire. A cosmic kraut sonic trip through the solar system to reach a Verne-sque underwater jungle. Here it talks about universal flags made of breeze, nocturnal burings, mixtures and potions for unknown fever, ancient sleeping plants. The album artwork is an esoteric maps of symbols and forms. The visual key of this sonic journey&#8221;. (Backwards)</p>
<p>@ Backwards https://backwardsrecords.it/</p>
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		<title>Nicola Caleffi alias Muni debütiert bei Backwards Records</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2021 04:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicola Caleffi, Gründungsmitglied der italienischen Julie&#8217;s Haircut, bringt die erste LP seines neuen Soloprojektes Muni heraus. &#8220;Soma&#8221; bewegt sich im Grenzland zwischen leicht angejazzter Psychedelic und ambienten Downtempo-Scores, die an die weltmusikalisch angehauchte Seite des Krautrock erinnert. Schon Titel und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/02/22/nicola-caleffi-alias-muni-debutiert-bei-backwards-records/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicola Caleffi, Gründungsmitglied der italienischen Julie&#8217;s Haircut, bringt die erste LP seines neuen Soloprojektes Muni heraus. &#8220;Soma&#8221; bewegt sich im Grenzland zwischen leicht angejazzter Psychedelic und ambienten Downtempo-Scores, die an die weltmusikalisch angehauchte Seite des Krautrock erinnert. Schon Titel und Projektname, die beide aus dem Sanskrit stammen, lassen ein Interesse an<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/munisoma.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-24258" title="munisoma" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/munisoma.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-24257"></span> östlicher Spiritualität erahnen, textlich wurde neben Gedichten von Yoka Daishi und Dylan Thomas zudem auf Auszüge der Bhagavadgītā zurückgegriffen. Obwohl Caleffi sein neues Projekt als Solo-Abenteuer versteht, sind zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, zum Teil aus dem Dunstkreis von Julie&#8217;s Haircut, an den Aufnahmen beteiligt und steuern weiteren Gesang und Bläserparts bei. &#8220;Soma&#8221; erscheint digital und auf 300 schwarzen LPs bei Backwards.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2428977716/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ALMAGEST!: Fun House Mirrors</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jan 2018 08:14:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als vor gut vier Jahren das erste offizielle Almagest!-Album „Messier Objects“ in den Regalen stand, hielten viele das Projekt für eine einmalige Geschichte, die lose an das von Ernesto Tomasini und Fabrizio Modonese Palumbo eingespielte Debüt „Canes Vernaci“ anknüpfte. Da &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/01/13/almagest-fun-house-mirrors/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/almagestfhm.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14751" title="almagestfhm" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/almagestfhm-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als vor gut vier Jahren das erste offizielle Almagest!-Album „<a href="http://africanpaper.com/2013/10/19/almagest-messiers-objects/">Messier Objects</a>“ in den Regalen stand, hielten viele das Projekt für eine einmalige Geschichte, die lose an das von Ernesto Tomasini und Fabrizio Modonese Palumbo eingespielte Debüt „Canes Vernaci“ anknüpfte. Da nun mit Paul Beauchamp und Evor Ameisie zwei weitere umtriebige Musiker an Bord waren, sah das ganze noch mehr nach einer temporären Supergroup aus &#8211; was schade gewesen wäre, denn der experimentierfreudige Hybrid aus<span id="more-14750"></span> Gedröhne, Klangkollagen, bluesigen Rockanklängen und einem Touch von Varieté und Musical hatte doch etwas ganz eigenes und schrie geradezu nach einer Fortführung.</p>
<p>Just als kaum mehr jemand damit gerechnet hätte, regten sich die Lebenszeichen, und spätestens seit einem Jahr wussten alle Affizierten, dass zwischen London, Turin und Mailand die Drähte heiß laufen und etwas Neues am entstehen ist. Zusammen mit illustren Gästen &#8211; u.a. Julia Kent und Marco Schiavo (Larsen)- wurde dieses nun fertig gestellt und nennt sich „Fun House Mirrors“.</p>
<p>Ich will den Vergleich mit „Messier Objects“ nicht überstrapazieren, doch ganz allgemein kann man &#8211; neben dem weitgehend helleren Klangbild &#8211; feststellen, dass die auch hier wieder unberechenbare, von Brüchen und Kontrasten geprägte Abenteuerlichkeit der zerfledderten Songs eine gänzlich andere ist. Hatte man beim Vorgänger das Gefühl, dass die Band im besten Sinne destruktiv vorging und neben vertrauten Mustern auch gestandene Klassiker von Duran Duran und Jefferson Airplane zersägte und vom Kopf auf die Füße stellte, so erscheinen die neuen Stücke, gleichwohl nach wie vor kollagenhaft, wie die Konstruktion einer ganz eigenen Kunstwelt. Im Opener scheint diese, vielleicht durch Tomasinis Flüstern am Anfang, sicher aber mehr noch durch den verspielten Computersound, in den sich eigentlich unpassende Rockriffs mischen, auf die Größe eines Puppenhauses geschrumpft, in das man wie durch einen Türspion linst. Wie illusionär dieser Schauplatz ist, bemerkt man spätestens, wenn der Sänger sich als „Snake oil salesman“, als Bauernfänger und Quacksalber vorstellt.</p>
<p>Die besondere Kunst der fünf Tracks besteht darin, all die Kontraste dennoch harmonieren zu lassen &#8211; davon abgesehen hat aber jedes der Stücke seine ganz eigene Exzentrik: In „Lustighe Ghai“ spricht, singt und krächzt Tomasini in einer Sprache, die an das erinnert, was sich ein Fremdsprachler vielleicht unter deutsch vorstellt, und ein bisschen musste ich auch an die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=kWuT1mTU0ec">Interview-Passage aus „An hour with Ernesto Tomasini“</a> denken, in der er (nach einem besonderen Loblied auf Giuseppe Verdi) über Richard Wagner herzieht.</p>
<p>Die instrumentelle Kulisse aus Dröhnung, abgehackten Beats und Gitarrensoli hält sich hier noch zurück, in „Piume“, dessen Rezitation einem neorealistischen Film zur Ehre gereicht hätte, geht es schon etwas heftiger zur Sache, Noise tritt auf den Plan, gefolgt von unheimlichen, rückwärts gespielten Passagen. Wer glaubt, dass die Band hier schon in Spiellaune war, der hat das kryptisch betitelte „Nne“ noch nicht gehört, bei dem man zwischen Gedröhne und Gefrickel mit Postpunk-Echo die Orientierung verlieren könnte, bis dass das Growlen einer Bestie aus den Ritzen dringt. Ob das wirklich Tomsini ist, oder doch eher Palumbo? Der größte Trumpf wird erst zum Schluss aus dem Ärmel gezogen, denn das fast zwanzigminütige „Durch den Irrgarten hindurch“ enthält Episodenstoff für ein ganzes Album: Zwischen dem plastischen Vibrieren und dem smoothen Trompeten-Ausklang hangelt sich der Plot, in dessen Zentrum ein Vortrag über den Naturwissenschaftler Helmholtz steht, durch Easy Listening-Zitate und rituelles Pochen und Prasseln, das wohl Ameisies Handschrift trägt, durch schwebende Flächen, chaotische Brüche. Tomasini, der sich als Countertenor bislang merklich zurückhielt, zeigt hier zuguterletzt, zu wieviel Ausdrucksintensität er sich empor schwingen kann.</p>
<p>„Fun House Mirrors“ ist in der Tat so verwirrend wie ein Spiegelsaal, in dem man sich immer wieder vergeblich zu orientieren versucht &#8211; verwirrend auch, da sich Ernsthaftes und Hoax die Klinke in die Hand drücken und man kaum erkennt, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Und doch wirkt alles wie eine runde Sache, die viel weniger als der Vorgänger auf Musikgeschichtliches bezogen scheint. Spätestens jetzt also sollten auch Zweifler erkennen, dass Almagest! nicht bloß ein Projekt, sondern eine Band ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.backwards.it/releases/fun-house-mirrors/26/">Backwards</a> </strong></p>
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		<title>FATHER MURPHY: Lamentations</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/12/05/father-murphy-lamentations/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2015 05:43:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist gerade einmal acht Monate her, dass Father Murphy ihr Album „Croce“ herausbrachten. Mit der EP “Lamentations” kommt dann noch im alten Jahr ihre „Trilogy of The Cross“ zum Abschluss, zu der noch das im Januar erschienene Tape „Calvary“ &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/12/05/father-murphy-lamentations/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/10/fathermurphylamentations.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-11004" title="fathermurphylamentations" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/10/fathermurphylamentations.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es ist gerade einmal acht Monate her, dass Father Murphy ihr Album „Croce“ herausbrachten. Mit der EP “Lamentations” kommt dann noch im alten Jahr ihre „Trilogy of The Cross“ zum Abschluss, zu der noch das im Januar erschienene Tape „Calvary“ zählte – alle drei Teile der im Zeichen eines eigenwilligen Noise Rock ins Leben gerufenen und mittlerweile immer mystischer und ritueller ausgerichteten Band sind der Auseinandersetzung mit dem ambivalent empfundenen katholischen Erbe der beiden Italiener Chiara und (Reverend) Freddy Murphy gewidmet: der <span id="more-11003"></span>spirituellen Suche, der Angst, dem Versuch, all dies auch mit einer feinsinnigen Ironie zu verknüpfen, dem Gefühl vom Schuld und nicht zuletzt auch dem Wunsch nach Vergebung und Erlösung.</p>
<p>Steht die gesamte Trilogie bereits im Zeichen ihrer schrittweisen Abwendung vom Rock – allein schon durch den Weggang des Schlagzeugers Vittorio &#8211; so gibt es auch innerhalb der Reihe große Veränderungen. Auf „Lamentations“ sind die Neuerungen auch und v.a. klanglicher Natur, denn der Reverend lässt diesmal seine elektrische Gitarre komplett im Instrumentenschrank und gibt stattdessen der Trompete, die auch früher gelegentlich zu hören war, mehr Raum. Desweiteren wurde im Studio mit anderen Leuten gearbeitet, zu nennen wären der Toningenieur Paul Beauchamp (Blind Cave Salamander) und v.a. Produzent Fabrizio Modonese Palumbo (u.a. Larsen), der sich bei der Soundgestaltung  zumindest laut Label stark an Gruppen wie Coil (ich zog bereits <a href="http://africanpaper.com/2013/03/23/father-murphy-orsanti-they-called-them/">hier</a> einen Vergleich) und Nurse With Wound orientiert haben soll.</p>
<p>Schon recht früh in „Mercy and Truth“, dem ersten der beiden Tracks, fällt einem die originelle Abmischung auf, bei der Freddies mantraartige Wiederholung des Wortes „Mercy“ stark im Vordergrund steht. Der mystischen Aura des dumpfen Pulsierens tut dies jedoch keinen Abbruch, und wenn das Ritualistische dank Bläsereinsatz zwischendrin immer mal ins arg Verspielte kippt, hellt auch dies die Stimmung nicht auf, sondern hinterlässt mit der Frage, ob all dies nicht doch alles ironisch gemeint ist, eher Irritation. Ich finde die Assoziation eines amerikanischen Journalisten, der an eine Monthy Python-Version eines italienischen Horrorstreifens denken musste, zwar etwas übertrieben, aber ich kann nachvollziehen, wie er darauf kam.</p>
<p>Der größte Bruch ereignet sich mit Chiaras kindlichem Stimmeinsatz, die mit anrührendem Pathos „Save us from us“ anstimmt (wer denkt da nicht an David Tibets Zeile „Who will deliver me from myself“ aus Current 93s „Black Ships Ate The Sky“?), wonach auch schon bald der zweite, wesentlich droniger gestaltete Titeltrack beginnt. Auf dem Teppich einer mediterran anmutenden Harmonium-Melodie, die ab und an von unpassend schnellen Takten durchkämmt wird, ereignen sich zahlreiche klangliche und rhythmische Details, bis das Ganze in einem fast kathartischen Crescendo aus den jaulenden Stimmen von Freddy und Chiara kulminiert.</p>
<p>Laut Eigenangabe ist „Lamentations“ von einer nicht ganz seriösen Lektüre des Buches Jeremia und der Beschäftigung mit der Orthodoxen Liturgie inspiriert, aber letztlich erhellen solche Querverweise das Dunkel Father Murphys nur gering. Das allerdings tut der Wucht auch dieser Veröffentlichung, die einmal mehr stark von Unterdeterminiertheiten lebt, nicht den geringsten Abbruch. (U.S.)<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Label: Backwards</strong></p>
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		<title>JULIA KENT: Asperities</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/11/30/julia-kent-asperities/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2015 15:16:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viele der Kompositionen Julia Kents sind so dezent gestaltet, dass beim beiläufigen Hören der Eindruck entstehen könnte, ihre Cellostücke seien alle nach einem ähnlichen Muster gestrickt und zwischen den einzelnen Alben bestünden keine großen Unterschiede. Bei genauerem Hinhören fällt auf, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/11/30/julia-kent-asperities/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/juliakent2015.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11255" title="juliakent2015" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/juliakent2015-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Viele der Kompositionen Julia Kents sind so dezent gestaltet, dass beim beiläufigen Hören der Eindruck entstehen könnte, ihre Cellostücke seien alle nach einem ähnlichen Muster gestrickt und zwischen den einzelnen Alben bestünden keine großen Unterschiede. Bei genauerem Hinhören fällt auf, dass ihre mit dezenter Elektronik und Feldaufnahmen angereicherten Cello-Loops durchaus eine nachvollziehbare Wandlung erfahren haben. Ohne den repetitiven Minimalismus eines frühen Albums wie „Delay“ zu suspendieren, steht bei neueren Aufnahmen eine<span id="more-11254"></span> fließendere Dynamik im Vordergrund, und immer mehr bilden die Alben ein Gesamtnarrativ, bei dem die einzelnen Stücke mehr Kapitel als in sich abgeschlossene Teile mit freier Anordnung bilden.</p>
<p>In diesem Sinne ist „Asperities“ auch eher so etwas wie ein Konzeptwerk als z.B. das genannte „Delay“, auch wenn dessen Thematik – die Erfahrung des Wartens im Transitraum internationaler Flughäfen – greifbarer erschien als die vage Andeutung von Spannung und Konflikten, die Julia in den liner notes vornimmt. Auch der Titel, der im deutschen so etwas wie „ungünstige Voraussitzungen“ bedeutet, unterstreicht dies, ohne es merklich zu konkretisieren. Der starke Zusammenhang wurzelt in anderen Komponenten: Da wäre einmal die dunkle, abgeklärte Stimmung, die sich durch alle Stücke zieht und ihnen doch die Aura einer besinnlichen Genügsamkeit verleiht. Ebenfalls wäre da die beinahe dramatische Organisation des stets veränderlichen Tempos, das zusammen mit den Titeln, die sich auffallend oft auf Räumliches und auf Bewegung beziehen, die Vorstellung einer Handlung in einem Schauplatz evoziert, mag beides auch vage und abstrakt bleiben.</p>
<p>Dass das Album ganz leise beginnt und der erste Song sich fast schleichend auf den Hörer zubewegt, trägt irgendwie schon seinem Titel Rechnung, der auf eine schöne Pflanze mit einem schleichend wirkenden Gift deutet. Ist der Song erst einmal auf seinem Plateau angekommen, bringt Julia mit ein paar langen und tiefen Strichen die ganze Erhabenheit der Musik mit einem mal auf die Bühne: die ungekünstelte Einfachheit der Tonfolgen, die nichts vermissen lassen, der ernste Fatalismus, der dieses Album so deutlich von seinen Vorgängern unterschiedet und nicht besser in den trüben Spätherbst passen könnte. Ganz langsam zieht die Musik an, und wenn das folgende „Lac des Arcs“ das Konzept wieder anders zusammensetzt und mit einer monotonen Dröhnung unterfüttert, ist vielleicht der eine oder andere Groschen mehr für die besondere Stimmung des Albums gefallen.</p>
<p>In den folgenden Stücken wird immer deutlicher, dass es in „Asperities“ um einen Aufbruch geht, mag sein Beginn auch von Gift durchdrungen sein, mag der Weg sich noch so sehr durch unwegsames und gefahrvolles „Terrain“ (wie eines der Stücke heißt) schlängeln und keineswegs linear verlaufen. In der Mitte des Albums stehen Rhythmen als Bewegungsmotoren im Zentrum, in „The Leopard“ und (das mich leicht an Sieben erinnernde) „Flag for No Country“ noch in Form dezenter Pizzicati, die zuerst von wehmütigen Strichen, später von allerhand gesampleten und perkussiven Spannungsmachern begleitet werden, im energiegeladenen „Terrain“ dann durch hypnotische Bässe und an Metallfedern erinnernde elektronische Rhythmen.</p>
<p>Während das schicksalsschwere „Empty States“ durch sein kraftvolles Downtempo dem retardierenden Moment trotzt, gibt sich ihm „Heavy Eyes“, das auch im Titel das Räumliche loslässt, vollends hin und offenbart sich als berührende Ode an einen erlösenden Schlaf. Nach diesem kurzen Idyll jedoch geht die Fahrt weiter, stets im Halbdunkel, und „Invitation to the Voyage“ leitet über in das Finale „Tramontana“, das mit seinen Loops, die wie der Beginn von etwas Endlosem klingen, aber so gar nicht final anmuten. Tramontana heißt auf Italienisch auch ganz passend „Über die Berge“.</p>
<p>Auch nach mehrmaligem Hören erscheint „Asperities“ als ein äußerst ambiges Werk, doch darin liegt auch seine Stärke. Es inszeniert eine Reise in eine Art Herz der Finsternis, in dem an alle Wände Julia Kents alter Slogen „It&#8217;s not ideal&#8230;“ gepinselt ist. Doch der Trip streift Orte von ungewöhnlicher, melancholischer Schönheit, hält Momente von beeindruckender Energie bereit und kommt v.a. nicht zum Stillstand. (A. Kaudaht)</p>
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