<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Bill Rieflin</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/bill-rieflin/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Apr 2026 05:43:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>SWANS: The Great Annihilator (inkl. MICHAEL GIRA: Drainland)</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/08/12/swans-the-great-annihilator-inkl-michael-gira-drainland/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2017/08/12/swans-the-great-annihilator-inkl-michael-gira-drainland/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Aug 2017 01:29:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Rieflin]]></category>
		<category><![CDATA[Doug Henderson]]></category>
		<category><![CDATA[Jarboe]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Gira]]></category>
		<category><![CDATA[Mute]]></category>
		<category><![CDATA[Swans]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=14138</guid>
		<description><![CDATA[In einer Hinsicht kann man die Phase der Swans Mitte der 90er mit der heutigen Zeit vergleichen: Ein Abschnitt ihres Schaffens hatte so langsam seinen Zenit überschritten und neigte sich seinem Ende zu, das eine Auszeit und einen wie auch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/08/12/swans-the-great-annihilator-inkl-michael-gira-drainland/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/08/SwansTheGreatAnnihilatorGiraDrainland.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14139" title="SwansTheGreatAnnihilatorGiraDrainland" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/08/SwansTheGreatAnnihilatorGiraDrainland-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In einer Hinsicht kann man die Phase der Swans Mitte der 90er mit der heutigen Zeit vergleichen: Ein Abschnitt ihres Schaffens hatte so langsam seinen Zenit überschritten und neigte sich seinem Ende zu, das eine Auszeit und einen wie auch immer gearteten Neuanfang nach sich ziehen musste. „The Great Annihilator“ war das letzte typische Album dieser Werkphase, die seit Ende der 80er andauerte und im Unterschied zum düster-atonalen Frühwerk – ohne dessen Hang zu repetitiver Monotonie völlig aufzugeben – melodische Elemente integrierte. Ähnlich einer ganze Zahl an lärmenden<span id="more-14138"></span> Finsterlingen der 80er setzte auch die Band und Michael Gira dabei vermehrt auf akustische, teilweise folkige Klänge und Songformate, und am Mikro wurde der Frontmann immer wieder von seiner damaligen Partnerin Jarboe begleitet.</p>
<p>In seiner Mischung aus Monotonie und Wucht, seiner leichten Americana-Tönung und der Reminiszenz an einen etwas dunkleren Velvets-Sound gehört „The Great Annihilator“ in eine Kategorie mit „Lust for Life“ und „White Light from the Mouth of Infinity“, und gerade mit letzterem hat es, gleichwohl weniger weltmusikalisch eingefärbt, einiges gemeinsam. Das beginnt schon beim Intro, bei dem wieder ein Baby schreit, wenngleich hier wesentlich vergnügter. Nach dem fast noch anheimelnden Summen von Jarboe und Gira leitet „I am the Sun“ mit stimmlicher Unterkühltheit und treibender Monotonie eine ganze Reihe an kraftvollen Stücken ein. Nicht alle preschen direkt nach vorn, „She lives“ suhlt fast neofolkig in emotionalen Tiefen und wird nur durch gelegentliche perkussive Donnerschläge aufgepeitscht. „Celebrity Lifestyle“ ist ein Post Punk-Tanzhit nach Kopfhänger-Art und eine gewitzte Charakterstudie angstgesteuerter Dekadenz, bei der sogar ein berühmter Insasse der Pariser Bastille zu Wort kommt.</p>
<p>Über Giras konfrontativen, schonungslosen Umgang mit den Charakteren seiner Texte und das zugleich obsessive Kreisen des lyrischen Ichs um sich selbst ist viel geschrieben worden, ebenso über seine Selbstinszenierung als miesepetrigen Tough Guy – ob man das ehrlich und charismatisch findet oder doch manchmal auch ein bisschen prätentiös, hängt vom Rezipienten und oft auch von der Tagesform ab. Oft heißt es, dass Jarboe eine versöhnliche Note einbringt, was auf Stücke wie den weltentrückten Folksong „Mother&#8217;s Milk“ zutrifft, doch im vitalen Antivitalismus von „Mother/Father“, in dem Geburt und Tod einen Kreislauf von „fucking destruction“ bilden, zeigt sie, dass sie auch ganz anders kann. Generell überwiegen in der zweiten Hälfte des Albums aber vergleichsweise getragene Nummern wie das verträumte „Blood Pressure“, das trotz des Textes smoothe „Killing for Companie“ oder das fast auf Zehenspitzen wandelnde „Warm“.</p>
<p>Kurz nach „The Great Annihilator“ veröffentlichte Gira, von dem es zehn Jahre zuvor schon eine Split mit Lydia Lunch gab, sein erstes Soloalbum „Drainland“, das damals zusammen mit Jarboes „Sacrificial Cake“ herauskam. Solo ist hier aber eher eine Frage persönlicher Intention, denn beinahe alle damaligen Swans-Mitglieder steuern Instrumentalparts bei, und da es sogar textliche Querverweise gibt, könnte man „Drainland“ fast als einen obskuren Wechselbalg des großen Auslöschers bezeichnen. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die „Drainland“-Songs in ihrer Gesamtheit weniger wie aus einem Guss wirken – noisige Tracks lärmen und poltern hier noch mehr, akustisches wirkt noch folkiger und die emotionalen Schwankungen erfolgen noch abrupter, alles wirkt eine Spur unverbundener, was dem Album den Reiz des Skizzenhaften verleiht.</p>
<p>Der Opener „You See Through Me“ könnte zerrissener nicht ausfallen: Zunächst aufwühlend in seiner Rhythmik mündet die Musik bald in pastorales Finger Picking und den Klang lieblicher Glöckchen, ein fragiles Idyll, über dem sich aber bald ein zermürbender Streit eines Musikerpaares über Alkoholexzesse und andere Schattenseiten der Zweisamkeit nebst Versuchen der Harmoniestiftung ausbreitet. Neben diesem „slice of life“ wirkt „Where does your Body begin?“ &#8211; ein Geschwistertrack von „Where does your Body end?“ auf „The Great Annihilator“ &#8211; fast verbummelt. Atmosphärisch beeindruckend ist das geisterhaft voranschleichende „Unreal“, das einen an der eigenen Existenz zweifeln lässt. Knüpft dieser Song eventuell an „Telepathy“ an, so ist „Fan Letter“ die Steigerung von „Celebrity Lifestyle“, erneut wird eine Rockstar-Persona ad absurdum geführt, diesmal nicht von einem allwissenden Beobachter aus dem Off, sondern von einem Fan, der dieser gottgleichen Person jedoch auffallend ähnelt. Musikalischer Höhepunkt ist m.E. „If you&#8230;“, vielleicht weil es die lieblichen und die harschen Seiten von Giras Musik in sich vereint.</p>
<p>Beide Alben wurden vor Kurzem von Mute Records im Rahmen ihrer Re-Release-Serie neu herausgebracht, wobei das lange Zeit rare „Drainland“ eher als Bonus fungiert, dem nur bei der Doppel-CD-Version eine eigene Scheibe gewidmet ist. Der LP liegt es nur als Download bei. Das ist schade, denn „Drainland“ steht „The Great Annihilator“, was die musikalische Substanz angeht, in nichts nach. Gerade die etwas sparsamer instrumentierten Stücke weisen m.E. noch mehr auf die bald folgende Angels of Light Phase voraus, und mit dem Artwork des „New Mother“-Albums bezieht man sich schon recht deutlich auf dieses Solo-Debüt. Dies sollte allerdings die Freude darüber nicht schmälern, dass die Alben überhaupt wieder zugänglich sind, und dies obendrein in einer neu gemasterten Form und somit in einem beeindruckenden Sound.</p>
<p><strong>Label: Mute </strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2017/08/12/swans-the-great-annihilator-inkl-michael-gira-drainland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SWANS: The Glowing Man</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/06/25/swans-the-glowing-man/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2016/06/25/swans-the-glowing-man/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Jun 2016 04:04:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Angels of Light]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Rieflin]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Hahn]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Pravdica]]></category>
		<category><![CDATA[Jennifer Gira]]></category>
		<category><![CDATA[Kael Sinclair]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Gira]]></category>
		<category><![CDATA[Norman Westberg]]></category>
		<category><![CDATA[Phil Pueolo]]></category>
		<category><![CDATA[Swans]]></category>
		<category><![CDATA[Thor Harris]]></category>
		<category><![CDATA[Young God Records]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=12358</guid>
		<description><![CDATA[In Richard Powers Roman The Time of Our Singing sagt der Ich-Erzähler an einer Stelle: „most people wanted from music not transcendence but simply companionship, a tune just as bound by gravity as its listeners were“. Wer die Swans bei &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/06/25/swans-the-glowing-man/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/Swans.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12359" title="Swans" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/Swans-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In Richard Powers Roman <em>The Time of Our Singing</em> sagt der Ich-Erzähler an einer Stelle: „most people wanted from music not transcendence but simply companionship, a tune just as bound by gravity as its listeners were“. Wer die Swans bei einem ihrer zahlreichen Auftritte erlebt hat, der braucht nicht einmal auf Michael Giras <a href="http://younggodrecords.com/products/the-glowing-man">Äußerung</a> zum neuen Album zu verweisen (“I’m decidedly not a Deist, but on a few occasions – particularly in live performance – it’s been my privilege, through our collective efforts, to just barely grasp something of the infinite in the sound and experience generated by a force that is definitely greater than all of us combined.”), <span id="more-12358"></span>der weiß auch so, dass die Musik, die die Swans in den letzten Jahren gespielt haben, tatsächlich weit davon entfernt ist, dem Gesetz der Gravitation zu folgen – wenn man die Metapher wieder aufgreift -, zu sehr waren die Auftritte physische wie die Songform erschöpfende Momente &#8211; vielleicht letztlich ein gigantischer Potlatch (wie ich bezogen auf den Vorgänger &#8220;To Be Kind&#8221;<a href="http://africanpaper.com/2014/05/24/swans-to-be-kind/"> schrieb</a>).</p>
<p>Insofern ist es eventuell letztlich nicht so überraschend, dass Gira einige Zeit vor Veröffentlichung des Albums davon sprach, dass „The Glowing Man“ das letzte in der jetzigen Inkarnation der Band sei, denn nach vier Alben (drei davon Doppelalben) und vielen Tourneen ist vielleicht ein Punkt erreicht, an dem ein Weitermachen in dieser Form einfach nicht mehr möglich ist.</p>
<p>Das Album wird von dem 12-minütigen „Cloud of Forgetting“ eröffnet: Drones, zu denen eine Akustikgitarre und ein Piano hinzukommen. Dann ein Anruf Gottes „Save us“ (Gira selbst nennt das Stück „Gebet“), um am Ende dann „I am blind“ auszustoßen. Das ist ein fast meditatives Stück, das allerdings mit perkussiver Wucht ausklingt. “Cloud of Unknowing” knüpft daran an: Geigen driften ins Atonlale, erst nach sechs Minuten setzt das Schlgazeug ein. Zuerst das Changieren zwischen „Ah I am, I am NOT“, dann schließlich die Ausrufe:„Jesus feeler, Zombie sucker, Zombie healer, Monster eater&#8221;.  Das kurze „People Like Us“ weist Amerikanaeinflüsse auf, knüpft vielleicht an Angels of Light an. Hieß es schon auf &#8220;The World Looks Red / The World Looks Black&#8221;  &#8220;Follow the Sleeper&#8221;, so singt Gira hier: “People like us need a dream to escape. People like us, we need to sleep to awake”, damit dem Somnambulen einen Moment des Erkennens zuweisend. Das Drogenabusus thematisierende “Frankie M” wird von Drones eröffnet und die Stimmen Giras und Kaela Sinclairs erzeugen fast eine transzendente Atmosphäre– dass Gira Charlemagne Palestine-Fan ist und vor Jahren auf Young God Records<a href="http://younggodrecords.com/pages/palestine-coulter-mathoul"> ein Album </a>von ihm veröffentlichte, überrascht nicht. Natürlich gibt es  hier wieder Passagen, die endlos so weitergehen könnten. Überhaupt wird hier erneut stark mit Wiederholung(en) gearbeitet. Auch das Crescdendohafte der meisten Tracks knüpft an die beiden Vorgänger an. Das Titelstück enthält sogar eine Passage aus „Bring the Sun“ von „To Be Kind“. Dennoch hat man den Eindruck, dass das Album leichter/lichter als die beiden Vorgänger ist und es trotz aller Wucht Momente der Kontemplation gibt: „Cloud of Unknowing“ hat Passagen, auf denen Thor Harris‘ Perkussion fast wie Kirchengocken klingen. Textlich gibt es aber immer noch und immer wieder Momente der Gewalt, was exemplarisch an Zeilen wie „Break a glass, stab his eye, choke his neck, nothing’s left“ („Frankie M“), “The sky shows a bruise where our fingers have touched“ („Peolple Like Us“) oder „Joseph is cutting my arm on his bed“ (&#8220;The Glowing Man“) deutlich wird. Das von Giras Frau Jennifer gesungene folkige „When Will I Return?“ beschreibt offensichtlich eine Sexattacke auf sie: “When will this pig-man stop?“ singt sie, um dann aber die Kraft des Überstehens zu feiern: „Then I crawl across the road […] I’m alive“. Das Stück ist vor dem Hintergrund der Anschuldigungen Larkin Grimms sicher doppelt kontrovers. Eine <a href="http://www.tinymixtapes.com/music-review/swans-glowing-man">ganze</a> <a href=" http://thequietus.com/articles/20439-swans-the-glowing-man-album-review">Reihe</a> <a href="http://consequenceofsound.net/2016/06/album-review-swans-the-glowing-man">von</a> <a href=" http://drownedinsound.com/releases/19480/reviews/4150146">Besprechungen </a>des Albums thematisieren die Problematik des Rezensierens vor diesem Hintergrund durchaus differenziert. Dass Gira in seinem Werk (anders als z.B Cliff Richard oder Bill Cosby)  selten(st) eine heile Welt präsentiert hat, sondern sich immer mit den Schatten-,  und Nachtseiten des (Zusammen-)Existierens auseinandergesetzt hat und dabei auch schon einmal Realität und Fiktion<a href=" https://www.youtube.com/watch?v=GeNc4tI5km8"> vermischt </a>hat, macht die Sache vielleicht nicht einfacher, gleichzeitig sollten Urteile nicht von dem entfesselten Mob in den sozialen Netzwerken gefällt werden.</p>
<p>Abschließend kann man noch sagen, dass sich wieder eine Lichtmetaphorik findet, die es schon weitaus länger als erst seit den letzten Alben gibt (vgl. das ambivalente „I am the Sun“ auf „The Great Annihilator“ oder „God Damn the Sun“ auf dem von Gira gehassten Album „The Burnng World“). Auf dem Abschlusstrack „Finally, Peace“ wird die Sonne zu „A ruinous eyesore&#8221;, bevor es dann „all creation is hollow – and a picture’s a shadow“ heißt. Beendet wird das Album dann aber &#8220;friedlich&#8221; (?) mit den endlos wiederholten Worten „your glorious mind“. Sieht man das Album als Abschluss einer Trilogie, wie es einige Rezensenten getan haben, dann kommt dieser letzte Teil einem <em>happy ending </em>vielleicht nicht nahe, aber näher als e<em>s </em>den Swans je zuvor gelungen ist. (M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://mute.com/">Mute</a> / <a href="http://younggodrecords.com/">Young God Records</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2016/06/25/swans-the-glowing-man/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SWANS: To Be Kind</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/05/24/swans-to-be-kind/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/05/24/swans-to-be-kind/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 May 2014 05:43:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Annie Clark]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Rieflin]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Hahn]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Pravdica]]></category>
		<category><![CDATA[Cold Specks]]></category>
		<category><![CDATA[Jennifer Church]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Kent]]></category>
		<category><![CDATA[Little Annie]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Gira]]></category>
		<category><![CDATA[Norman Westberg]]></category>
		<category><![CDATA[Phil Puelo]]></category>
		<category><![CDATA[St Vincent]]></category>
		<category><![CDATA[Thor Harris]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=8881</guid>
		<description><![CDATA[Die Musik, die die Swans seit ihrer von Gira so betitelten „reconstitution“ spielen, kann man partiell zwar als aggressiv charakterisieren, viel angemessener lässt sie sich – und zwar gilt das für die Ohren zerstörenden Auftritte ebenso wie die Alben &#8211; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/05/24/swans-to-be-kind/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/swans_to_be_kind_cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8883" title="swans_to_be_kind_cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/swans_to_be_kind_cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Musik, die die Swans seit ihrer von Gira so betitelten „reconstitution“ spielen, kann man partiell zwar als aggressiv charakterisieren, viel angemessener lässt sie sich – und zwar gilt das für die Ohren zerstörenden Auftritte ebenso wie die Alben &#8211; als enorm physische, fast schon körperlich vielleicht nicht anstrengende, aber herausfordernde Musik beschreiben und zwar für Band wie für Hörer gleichermaßen – und das sollte man rein deskriptiv, nicht als Kritik verstehen. Allein die schiere Menge an Material kann einschüchternd wirken: Nach dem etwa zweistündigen „The Seer“ folgen wieder etwa 120 Minuten, diesmal auf 10 Songs, Tracks (auf dem die Aufnahmen für das Album finanzierenden Live-Album „Not Here / Not Now“ schrieb Gira dann auch: „it&#8217;s admittedly a stretch to call some of them &#8216;songs&#8217;“ ) verteilt.<span id="more-8881"></span></p>
<p>Der Opener „Screenshot“ beginnt nur mit Schlagzeug und Bass, dann kommt eine Gitarre hinzu, Giras Stimme ist weit vom Bariton der (teilweise als „failure“ betrachteten) Mittelphase der Band, die die <a href="http://thequietus.com/articles/15163-michael-gira-swans-to-be-kind-interview">„edible turds“</a> von „The Burning World“ hervorbrachte, entfernt, stattdessen hat sie etwas durchaus Dämonisches und wenn man ihn gegen Ende „Love! Now! Breathe, now!“ raunen hört, dann kann man sich vor diesen Aufforderungen durchaus fürchten. Hört man, wie sich im letzten Teil die Instrumente verdichten, dann ist das ganz weit weg von der gähnenden Langeweile, die inzwischen viele Postrockbands ausströmen. Auf dem prosaisch betitelten „Some Things We Do“, auf dem Gira von Little Annie stimmlich unterstützt wird, entfaltet er ein Panorama menschlicher Tätigkeiten, einen Abriss der menschlicher Existenz, das/der zwar mit “we love” endet, aber insgesamt eine gnadenlose Reduzierung des Menschen auf seine Triebe und Begierden und seine Fähigkeit zu verletzen ist: „We learn, we lie, we wound, we waste“ [...] „with tooth, and claw“ – blutrot, so wie nach Tennyson die Natur ist. Hier wird auf jedweden Rhythmus verzichtet, stattdessen hört man Klangflächen im Hintergrund, die etwas durchgängig Beunruhigendes haben. Auf dem Howlin&#8217; Wolf gewidmeten „Just a Little Boy“  klingt Giras Stimme („And I sleep in the belly of rhythm“), als wäre sie in einer Blechhütte aufgenommen worden, Lachen ertönt, Gira stöhnt, schreit und am Ende heißt es dann: „I&#8217;m not human. I need love!“. Das leicht funkige – zugegebenermaßen ein Attribut, das bislang kaum zur Musik der Swans passte &#8211; „A Little God in my Hands“ bewegt sich dann thematisch zwischen Abjekt („Oh shit and blood“) und Transzendenz (“The universal mind“). Auf „She Loves Us“ klingt Jennifer Kirchoffner, Giras Verlobte, kurzzeitig wie eine Jarboe-Wiedergängerin. Dabei bekommt dieses Stück ein Eigenleben: Kurzzeitig denkt man, dass  nach sieben Minuten der Track im Klanggewitter untergeht, aber dann beginnt es erst richtig: Noch zehn Minuten lang brüllt Gira “Fun fun fun! / Mau mau mau / Fuck fuck fuck / Your name is fuck / I&#8217;m going home / Hallelujah!” und man muss unweigerlich an eine von Michael Douglas verkörperte Filmfigur denken, die auch nur nach Hause gehen wollte. War das Titelstück des letzten Albums 32 Minuten lang, so ist das dem haitianischen Revolutionär Toussaint Louverture gewidmete „Bring the Sun/Toussaint L&#8217;Ouverture“ ein 34-minütiges Monster aus Drones, Samples und Gitarreneruptionen, auf dem verkündet wird: „Sangre es vida! Vida es sangre“. Das von einer Szene aus Lars von Triers Weltuntergangsepos „Melancholia“ inspirierte „Kirsten Supine“ („May planets crash/May god [sic] rain ash“ heißt es da) entwickelt sich von einem von flächigen Sounds mit dezentem, harmonischem Gesang von Gira und Annie Clark (aka St Vincent) geprägten Stück nach fünf Minuten in einen von einem monotonen Beat durchzogenen Track, auf dem die Gewalt, die die Swans live erzeugen, mehr als spürbar wird. „Oxygen“, das ursprünglich in völlig anderer Form und mit anderem Text auf Giras Soloalbum „I Am Not Insane“ zu hören war, ist eine rabiate Rocknummer.</p>
<p>Die Momente der Repetition, die sich immer wieder finden, haben etwas, das man nicht sakral nennen kann oder will, aber das Album hat durchaus rituellen, transzendenten, transzendierenden Charakter. Ein Grund die Swans wieder ins Leben zu rufen, war dann auch der Wunsch nach „<a href="http://thequietus.com/articles/15163-michael-gira-swans-to-be-kind-interview">transcendental sounds</a>“ und wenn ein weiterer Impetus vielleicht das Anschreiben und -spielen gegen den Tod ist <a href="http://consequenceofsound.net/2014/05/swans-michael-gira-a-brutal-kindness">(&#8220;Not that it’s about death, but it’s about trying to cheat it&#8221;</a>), dann gelingt dies auf „To Be Kind“ zumindest so weit, wie solch etwas Vergebliches überhaupt möglich ist. „Energy is eternal delight“ schrieb William Blake vor langer Zeit. Wem das alles zu metaphysich ist, der kann in der Verausgabung, in dem Ausufernden dieses grandiosen Albums &#8211; das zeigt, dass man tatsächlich in Würde altern kann &#8211; vielleicht den ultimativen Potlatch sehen.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://mute.com/">Mute</a></p>
<p>Label:<a href="http://younggodrecords.com/"> Young God Records</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/05/24/swans-to-be-kind/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
