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	<title>African Paper &#187; Black Metal</title>
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		<title>SUN WORSHIP: s/t (Tape)</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Dec 2012 08:09:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/12/sunworshiptape.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5954" title="sunworshiptape" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/12/sunworshiptape-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass sich Black Metal nicht mehr nur innerhalb einer abgedunkelten Parallelwelt abspielt, hat sich gewiss weitgehend herumgesprochen und wird wohl nur noch unverbesserliche Puristen in Rage versetzen. In den letzten zehn Jahren kam es vermehrt zu Hybriden mit anderen Musikarten wie Drone, Ambient oder Postrock, im Zuge dessen entstanden ganze Subszenen, exotische Einzelerscheinungen wie Black Metal mit Banjo oder Hackbrett kamen hinzu. Gingen solche Grenzerweiterungen anfangs meist aus der Szene selbst hervor, so wurde das schwarze Metall mit der Zeit auch immer mehr<span id="more-5953"></span> von außen entdeckt, anders sozialisierte Musiker griffen genretypische Stilelemente auf und interpretierten sie auf ihre Weise neu.</p>
<p>Bei aller Vielfalt sind Schwerpunkte auszumachen: Mythologische Sujets waren und sind so angesagt wie eh und je, kämpferisch musste es nach wie vor sein, nur bewegte man sich merklich weg vom christlichen Themenkreis, also auch vom satanischen Widersacher, was angesichts seines zentralen Stellenwerts im Genre schon ausgesprochen unorthodox wirkt – oder auch gerade nicht, wenn man die libertäre Seite einer solchen Weltsicht in Betracht zieht, bei der es ja eigentlich keine Orthodoxie geben dürfte. Auffallend oft wurden die Themen abstrakter angegangen, und weltanschaulich machte eine (ehrlich gesagt meistens etwas kleinkarierte und kindische) Misanthropie Raum für neue Ansätze wie ein mystisch ausgerichtetes Natur- und Umweltbewusstsein. Musikalisch rückte eine gewisse Flächigkeit in den Vordergrund, die allerdings in schnell gespieltem BM seit jeher latent vorhanden war, und vielleicht sollte an der Stelle einmal betont werden, dass auch klassischer Black Metal viel heterogener und kreativer war, als allgemein angenommen – dazu genügt schon ein Vergeich nordeuropäischer mit lateinamerikanischen Standards. Das dekonstruktive, gewohnheitszersetzende Moment der neuen Bands lässt sich jedenfalls kaum an konkreten musikalischen Komponenten festmachen.</p>
<p>Dass das ganze „True/Untrue“-Thema langsam durch ist zeigt unter anderem eine Berliner Newcomer-Band namens Sun Worship, die mitreißende Konzerte gibt, bislang aber nur ein Tape herausgebracht hat: Vor einem Jahr erschien das Debüt, unlängst wurde es beim Global Player Broken Limbs Recordings für ein etwas größeres Publikum neu aufgelegt. Sun Worship sind Musiker mit unterschiedlichen Vorgeschichten. Nach Erfahrungen in verschiedenen Genres hat man dann auch BM für sich entdeckt. Ohne dem Stereotyp des „Hipster BM“ zu entsprechen (gibt es den überhaupt, oder hat man schlicht anständig angezogene Musiker vor sich?), geben die drei wenig auf einschlägige Szene-Codes, aber das Wichtigste, die Musik, die man stilgeographisch irgendwo im Süden Grönlands (also zwischen Skandinavien und Nordamerika) verorten darf, erfüllt nicht nur gehobene Ansprüche, sie sollte auch jeden Puristen zufrieden stellen.</p>
<p>Das Tape-Debüt hat dronige Intros, nach vorn preschende Drumparts und melodische Gitarrenriffs in petto – letztere sind streckenweise so melodramatisch, wie es guter, kitschfreier Black Metal zulässt. Aus dem Zusammenspiel von Schlagwerk und Gitarre entsteht eine verrauschte Klangwolke, die die gesamte Musik umfängt – nicht so undurchdringlich wie etwa bei Velvet Cacoon oder dem Urbild Burzum, wo manche Sounds auch auf einer Jesus And Mary Chain-Platte ihren Platz gefunden hätten, sondern auf die mehr Orientierung zulassende Art von Altar of Plagues oder Wolves in the Throne Room. Unter dieser Wolke können die verzweifelt herausgekeiften Vocals für Momente nahezu verschwinden, nur um sich im nächsten Augenblick umso eruptiver und markanter Bahn zu brechen. Auch was Tempo und Makanz der Rhythmen angeht, gibt es Wechsel in Hülle und Fülle.</p>
<p>Einziges Manko: Das Vergnügen ist ziemlich kurz. Soviel zum Auftakt, der klanglich mehr ist als ein bloßes Demo. Mehr demnächst zur kommenden LP.</p>
<p><strong>Label: Broken Limbs Recordings</strong></p>
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		<title>BOTANIST: Doom In Bloom</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jul 2012 05:29:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Matrushka]]></category>
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		<description><![CDATA[So variantenreich Black Metal auch ist, auf die Gitarre wird selten verzichtet. Klammert man stilfremde Nebenprojekte aus, so bleiben nur wenige Ausnahmen wie beispielsweise die griechischen Necromantia mit ihren zwei Bässen. Botanist, das seit rund drei Jahren bestehende Einmannprojekt aus &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/07/28/botanist-doom-in-bloom/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/07/botanistdoominbloom.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4829" title="botanistdoominbloom" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/07/botanistdoominbloom-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>So variantenreich Black Metal auch ist, auf die Gitarre wird selten verzichtet. Klammert man stilfremde Nebenprojekte aus, so bleiben nur wenige Ausnahmen wie beispielsweise die griechischen Necromantia mit ihren zwei Bässen. Botanist, das seit rund drei Jahren bestehende Einmannprojekt aus der kalifornischen Bay Area, erreicht mit seinem Gitarrenverzicht einen fast konträren Effekt, was an der Wahl eines für Black Metal ungewöhnlichen Instruments liegt. Statt einer Gitarre verwendet der Musiker, der sich Otrebor nennt, nämlich einen Hammered Dulcimer, hierzulande bekannt als Hackbrett.<span id="more-4827"></span></p>
<p>Von Haus aus Drummer fällt ihm das perkussive Saitenspiel nicht schwer, wenngleich zwischen den rhythmischen Passagen immer wieder Momente vorkommen, in denen das schnelle Spiel einen flächigen Eindruck rasenden Stillstandes entstehen lässt. Und es gibt Augenblicke von starker Klangfülle, in denen man fast vergisst, dass man es nur mit den von Otrebor selbst eingespielten Instrumenten Schlagzeug und Hackbrett zu tun hat – wilde, infernalische Jagden, begleitet von hasserfülltem Gekeife, dann wieder starre, paralysierte Klangmauern. Die amerikanische Traditionslinie von Weakling über Velvet Caccoon bis Wolves In The Throne Room stand sicher Pate, auch frühe Burzum kommen einem in den Sinn. Gerade mit den amerikanischen Kollegen verbindet ihn auch das inhaltliche Konzept, das mindestens so markant ist wie die Instrumentierung. Botanist (schon der Name impliziert es) frönt der im Black Metal noch eher jungen Vorliebe für Positionen, die gemeinhin als „ökoterroristisch“ gelabelt werden, und er verbindet seine radikale und mythologisch eingefärbte Umwelt- und Naturverbundenheit mit Misanthropie und einer Affinität zu allem Apokalyptischen. Kurz gesagt prophezeit Botanist eine Welt, in der Pflanzen die Herrschaft über den Planeten Erde erlangt haben. Tierisches Leben darf nicht fehlen, da es für ein botanisch dominiertes Ökosystem unerlässlich ist, aber in den selbstentworfenen Mythen mag es vernachlässigt werden. Und an die merkwürdigen Primaten, deren Schreckensherrschaft vor allem in den letzten Jahrhunderten infernalische Ausmaße annahm, erinnert kaum mehr etwas, sobald man sich erst einmal in Botanists Utopie begeben hat. Natürlich ist das vor allem der Stoff für einen SciFi-Roman und jede Menge verträumtes Wunschdenken – v.a. die vor einiger Zeit in einem Interview geäußerte Vorstellung, dass die (pflanzliche) Natur den Fremdkörper Mensch ohnehin früher oder später entsorgen werde und jeder Aktivismus daher unnötig sei, wirkt weltfremd, wenn man denn den Fehler macht, sie allzu wörtlich zu nehmen, statt sie primär als Ausdruck eines ästhetisch manifestierten Unbehagens zu sehen. Guter Black Metal ist niemals direkt politisch, sondern vor allem Narration, die Haltungen eher andeutet und dabei gerne überzeichnet.</p>
<p>Hackbrett-BM in Reinkultur gab es vor allem auf den ersten beiden Alben „The Suicide Tree“ und „A Rose From The Dead “, die als Doppel-CD erhältlich und längst kein Geheimtipp mehr sind. Doch Botanist häutet und entwickelt sich stets, immer dem jeweiligen Konzept verpflichtet. Auf der jüngsten Veröffentlichung steht mehr denn je der Aspekt des Unausweichlichen im Vordergrund, weswegen die Musik auch – nomen es omen – einen doomigeren Ton als bisher anschlägt. Die wesentliche Neuerung auf „Doom in Bloom“ betrifft indes weniger das Tempo als den Aufbau und den Verlauf der Stücke, denn statt kurzer, heftiger und ohne Umschweife beginnender Soundgewitter gibt es sehr lange Kompositionen von verhältnismäßig wechselhafter Struktur, bei der auch die melodische Seite mehr zum Zug kommt. Natürlich sind die Stücke auch schleppender, und über weite Strecken des Openers z.B. erinnert hauptsächlich der aggressive Flüstergesang an BM. Doch auch in den langsamen Passagen verfällt die Musik niemals dem Phlegma, sondern ist stets kraftvoll-heroisch, so dass der Bruch zu Blastbeats nur eine Frage der Zeit ist. In den nachfolgenden Stücken gibt es repetitive, schnelle Passagen, aber auch rappelige Marschtrommeln. Furcherregendes Flüstern wechselt sich mit hysterischem Kreischgesang ab, experimentelle Passagen mit folkigen Momenten. Auf der zweiten Seite sind unter dem Titel &#8220;Allies&#8221; eine Reihe von Kollaborationen zusammengestellt, die veranschaulichen, was Botanist noch alles sein könnte, würde er sich entscheiden, kein Soloprojekt zu sein. Die Seite ist offener gestaltet, das verbindende Element neben der Pflanzenthematik liegt im Drumming. Zusammen mit Matrushka, die mir – wie sämtliche andere Mitwirkende – unbekannt sind, entsteht ein soundorientiertes Stück mit Froschquaken. Mit Cult of Lenneus entsteht erneut doomiger Black Metal, der von der Ophidian Forest-Kollaboration an drückendem Pathos überboten wird. Hervorzuheben sind auch Lotus Thief und Bestiary mit weiblichen Vocals.</p>
<p>Trotz Titel und Downtempo auf weiten Strecken spielt Botanist m.E. immer noch eher Black Metal, wenn auch von einer Art, die sich vielfältiger Doom-Elemente bedient. Für eine reine Doomplatte fehlt dem Album die bleierne Schwere ebenso wie der unterschwellige Protestantismus vieler Vertreter (Doom ist ja schon als Begriff näher an der christlichen Vorsehung als am antiken Konzept des Schicksals). Hervorragend ist übrigens auch das Artwork aus dem Atelier von Matt Waldron, der ebenfalls als Musiker (irr. app. (ext.), Nurse With Wound) bekannt ist – beim Anblick der Alraune, die dem nichtsahnenden Hörer da ins Ohr krabbelt, erscheint mir das Konzept doch längst nicht so anti-aktivistisch zu sein, wie behauptet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Totalrust Music</strong></p>
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		<title>WOLVES IN THE THRONE ROOM: Celestial Lineage</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 07:19:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/wolvescelestial.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2977" title="wolvescelestial" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/wolvescelestial-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Erwartungsvoll stimmende Glocken, ein episches Keyboard, die ätherische Stimme einer Sängerin. Mit einem solchen Fantasy-Szenario beginnt „Celestial Lineage“, das neue Werk der amerikanischen Band Wolves in the Throne Room. Nachdem „Black Cascade“ vor rund drei Jahren vor allem ein infernalisches Gewitter aus Blast Beats und höllischem Gekeife sein wollte, knüpft die aktuelle Arbeit in Sachen Diversität wieder an „Two Hunters“ an, mit dem die Gruppe erstmals auch jenseits einschlägiger Subkulturen von sich reden machte und den Grundstein zu einem viel diskutierten Image legte. <span id="more-2976"></span>Ist die Band um die Weaver-Brüder, die im amerikanischen Bundesstaat Washington einen kommunenartigen Biobauernhof betreiben, eine Black Metal-Band, die neben dem Verzicht auf typische Elemente der Szenenattitüde noch auf einen sehr breiten stilistischen und thematischen Rahmen setzt? Oder hat man es doch eher mit einer nicht genau definierten Band zu tun, die neben einer Vielzahl anderer Einflüsse eben auch sehr viele Black Metal-Zitate integriert? Wie man diese Frage beantwortet, hängt sicher davon ab, wie eng und formalistisch man gewisse Stile definiert, ihre schwere Beantwortbarkeit macht die Gruppe interessant. Ebenso schwer zu beantworten ist die Frage, welche der oft in die Diskussion geworfenen Positionen trivialer ist – die Vorstellung etlicher klugscheinender Neueinsteiger, die Wolves hätten auch wirklich jedes BM-Rad neu erfunden und wären die erste Stilgrenzen überschreitende Band dieser Art. Oder doch eher die Ressentiments ewig gestriger Puristen gegen die vermeintliche Trendyness einer Gruppe, die lediglich ihre Leidenschaft für wilde Rasereien und besinnliche Momente mit einem Interesse sowohl an archaischen Naturmythen als auch an Theosophie und aktuellen Umweltfragen zu einem recht originellen Gesamtbild verdichtet.</p>
<p>Der Rezensent ist kein Kenner solcher Musik, aber durchaus ein Infizierter, der seit „Two Hunters“ das Geschehen um die mittlerweile personell abgespeckte Band verfolgt und auch von „Celestial Lineage“ überzeugt ist, das zusammen mit den oben genannten Vorgängeralben eine Trilogie bildet. Beim oben genannten Szenario bleibt es natürlich nicht, vielmehr kommt der eröffnende Track „Thuja Magus Imperium“ trotz seiner Länge von über zehn Minuten recht schnell in Gang, das Stück braucht nicht lange, bis infernalische Beats und die vom letzten Album bestens bekannten Powerchords die Ambient-Kulisse ablösen. Der Gesang von Jessika Kenney, der vor ihrem Gastspiel bei Sunn O))) schon auf früheren Songs der Wolves zu hören war, wird vom entmenschlichten Geschrei Aaron Weavers abgelöst, mit dem er bestens kontrastiert. Das Resultat ist so kraftstrotzend wie offen, denn es bleibt der Intuition des Hörers überlassen, darin Nihilismus oder doch eher etwas Befreiendes gespiegelt zu sehen. Insgesamt ein episches und episodisches Stück, bei dem nach vorn preschende Abschnitte sich mit Ruhephasen abweschseln wie heftiges Unwetter mit sanftem Nieselregen. Überraschende Momente wie ein nach Seventies klingendes Gitarrensolo kommen hinzu.</p>
<p>Abgesehen von zwei kurzen Interludien folgen die meisten Songs dieser Variante des Laut/Leise-Schemas, „Subterranian Initiation“ stellt die BM-Aspekte am stärksten in den Vordergrund. Der Klang ist verrauschter, auch hier gibt es abrupte Tempowechsel und statische Passagen als Ruhepunkte vor dem nächsten Losbrechen ungezügelter Energien. Ein Gegenpol zum rauen Metalsound sind melodische Keyboardpassagen, die Heroisches anklingen lassen – sie wirken hier und da etwas vorhersehbar und sind vielleicht das trivialste Element, bis alles in einem strudelhaften Abgrund versinkt. „Woodland Cathedral“ ist mit seinem merkwürdigen Rauschen und Dröhnen vielleicht das experimentellste Stück. Hier ist wieder Kelleys sakral klingende Stimme zu hören, die mit düsteren Orgeln und manipulierten Gitarrensounds kontrastiert. Klischeehaft würde man ihre Stimme vielleicht „heavenly“ nennen, was aber im Albumkontext gar nicht banal klingen muss, in dem das Himmlische („Celestial“) permanent mit dem Unterirdischen („subterranean“) und anderen versteckten Dingen in Bezug steht, wo sich die wilde Jagd übers Firmament mit geerdeten Szenen abwechselt: In (und schon im Titel von) „Astral Blood“, dem kernigsten Stück des Albums, unterbrochen durch ein verträumt pastorales Harfensolo, oder beim finalen „Prayer of Transformation“, das sich sehr langsam aufbaut und trotz seiner lärmigen Natur mit dem Ausbruch eher spielt als ihn wirklich zu vollziehen.</p>
<p>Wolves in The Throne Room sind keine Einzelerscheinung, sie stehen in unterschiedlichen Traditionen wie der des Black Metal allgemein und einer speziell amerikanischen Ausprägung, die mit Gruppen wie Weakling ihren Anfang nahm und bereits Bands wie Xasthur, Leviathan und Velvet Cacoon hervorgebracht hat. Mit ihrer kämpferischen, aber niemals von banalem Hass erfüllten Stimmung und ihrer eigenwilligen Themenmischung erschaffen sie aber ebenso sehr eine Welt für sich. Wer bei „Celestial Lineage“ Feuer fängt, sollte sich gleich die ganze Trilogie zu Gemüte führen (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.southernlord.com/">Southern Lord</a></strong></p>
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