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	<title>African Paper &#187; Blake Hornsby</title>
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		<title>BLAKE HORNSBY: Brugmansia</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 02:38:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem der in der amerikanischen Apallachenregion beheimatete Experimentalfolker Blake Hornsby auf dem vor rund zwei Jahren erschienenen &#8220;A Village Of Many Springs&#8221; noch stärker dem Raga und dem Erbe von Gitarristen wie John Fahey frönte, bewegt er sich auf &#8220;Brugmansia&#8221; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/08/29/blake-hornsby-brugmansia/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/08/brugmansia.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-52025" title="brugmansia" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/08/brugmansia-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nachdem der in der amerikanischen Apallachenregion beheimatete Experimentalfolker Blake Hornsby auf dem vor rund zwei Jahren erschienenen <a title="BLAKE HORNSBY: A Village of Many Springs" href="https://africanpaper.com/2024/10/26/blake-hornsby-a-village-of-many-springs/">&#8220;A Village Of Many Springs&#8221;</a> noch stärker dem Raga und dem Erbe von Gitarristen wie John Fahey frönte, bewegt er sich auf &#8220;Brugmansia&#8221; noch tiefer hinein in jene eigentümliche Zone eines sogenannten Freak Folk, in welcher akustische Instrumentierung, psychedelische Improvisation, Naturklänge und östlich inspirierte <span id="more-52024"></span>Klangwelten ineinander übergehen. Sitar, Fingerpicking-Gitarre, Tabla, Streicher, Flöten, Drones und allerlei ungewöhnliche Klangquellen bilden dabei kein folkloristisches Dekor, sondern das Material für eine Musik, die zugleich erdig, entrückt und ausgesprochen unberechenbar wirkt.</p>
<p>Schon das eröffnende &#8220;Solanaceae&#8221; führt mitten in diese Welt: Wasser rauscht, Wind bewegt sich durch eine offenbar üppige Vegetation, exotisch anmutende Vögel krächzen und zwitschern, dazu gesellen sich Flöten und kaum identifizierbare Zupf- und Reibegeräusche. Alles klingt unmittelbar, verrauscht und ungeschönt. Der Titel verweist auf eine Familie der Nachtschattengewächse und erweist sich als durchaus programmatisch, denn mit &#8220;Brugmansia&#8221;, der Engelstrompete, steht schließlich eine ebenso giftige wie halluzinogene Pflanze im Zentrum des Albums: Schönheit und Gefahr, Natur und Bewusstseinsveränderung liegen auch hier eng beieinander.</p>
<p>Besonders eindrucksvoll ist &#8220;The Child &amp; the Crow&#8221;, das mit einer vermutlich gesampleten Stimme beginnt, die über die Beziehung von Klang und Stille spricht, während Krähen im Hintergrund antworten. Danach bricht ekstatisches Trommeln herein, Sitarklänge und Hornsbys entrückter Gesang folgen. Stimmen, Saitenornamente und Naturgeräusche tauchen auf und verschwinden wieder, Tempo und Richtung verändern sich mehrfach. Das Stück wirkt wie eine kleine Initiation in die Logik des Albums: Alles kann zum musikalischen Ereignis werden, und nichts muss dort bleiben, wo es zunächst verortet wurde. Auch &#8220;The Singing Bells of Chimes&#8221; entwickelt aus einer wabernden, schwer zu bestimmenden Dröhnung heraus eine erstaunlich körperliche Szenerie. Glocken, Maul­trommel und fein verteilte Geräuschpartikel bewegen sich um Hornsbys langsam voranschreitenden, kernigen Gesang. Man meint beinahe, den Sandelholzduft dieser imaginären Landschaft wahrzunehmen. Im Titeltrack wird diese Atmosphäre rauer und verdichteter: Kratzende, verrauschte Drones, geheimnisvolles Rumoren, Stimmen wie aus einem alten Radio und zeitrafferartig vorbeihuschende Geräusche bilden zunächst ein chaotisches Gefüge, aus dem sich allmählich melodischere Formen herauslösen.</p>
<p>Mit dem synästhetisch betitelten &#8220;A Song for Our Eyes to Hear&#8221; zeigt Hornsby dann seine vielleicht zugänglichste Seite. Ein wunderschönes Gitarrenpicking trägt den wehmütigen Gesang, poetische Worte erzählen von einer ersten Zigarette und öffnen sich weiteren Gedanken. Es ist vielleicht der deutlichste Folksong des Albums, doch selbst hier bleibt die eigentümliche Atmosphäre erhalten. Noch stärker verschränkt &#8220;While Lying in a Field of Datura Stramonium&#8221; Schönheit und Verstörung: Rückwärts laufende Gesangsspuren, metallisches Klappern und atonale Einsprengsel treffen auf zunehmend folkige Melodien. Irgendwann verliert man dabei tatsächlich ein wenig den festen Boden unter den Füßen.</p>
<p>Das achtminütige &#8220;Rishikesh&#8221; ist schließlich ein besonders schönes Beispiel für Hornsbys Fähigkeit, unterschiedliche musikalische Herkunftslinien miteinander zu verbinden. Melancholisches Gitarrenpicking trifft auf Handperkussion und indisch gefärbte Instrumentalklänge. Der Gesang besitzt dabei etwas archaisch-entrücktes, das mich an In Gowan Ring denken lässt. Im weiteren Verlauf verdichtet sich das Stück, die Percussion beschleunigt sich, Drones kreisen und kleine Eruptionen in Hornsbys Stimme lassen aus der zunächst melancholischen Szenerie einen ekstatischen Tanz entstehen. Der Titel verweist auf die nordindische Stadt Rishikesh, die als bedeutendes Zentrum von Yoga und spiritueller Praxis bekannt ist. Zum Abschluss kehrt &#8220;Eaecanalos&#8221; zu den rauschenden Naturklängen des Beginns zurück. Liest man den Titel rückwärts, dann wird klar, dass sich hier ein Kreis konsequent schließt. Grillen oder Zikaden, Vögel, Wind und andere kaum bestimmbare Geräusche erscheinen noch einmal, doch nach der Reise durch das Album hört man sie anders. Was am Anfang noch eher wie eine fremde, zu erkundende Klangkulisse wirkte, ist nun zu einer vertrauten Landschaft geworden.</p>
<p>&#8220;Brugmansia&#8221; ist damit ein ausgesprochen gelungenes Album für alle, die Folk nicht als statische Stilform verstehen. Hornsby verbindet die musikalische Vorstellungskraft des Acid Folk in den Traditionen des 20. Jahrhunderts mit indischen Klangtraditionen und einer geradezu alchemistischen Freude am Geräusch. Das Ergebnis ist schön und beunruhigend, organisch und fremdartig, manchmal meditativ, dann wieder ekstatisch. Vor allem aber besitzt diese Musik das seltene Gefühl, nicht einfach eine Atmosphäre abzubilden, sondern tatsächlich einen Ort zu öffnen, den man für die Dauer des Albums betreten kann. (U.S.)</p>
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		<title>BLAKE HORNSBY: A Village of Many Springs</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Oct 2024 02:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das von freundlichen Hügellandschaften geprägte Watauga-Gebiet liegt im ländlichen Nordwesten des amerikanischen Bundesstaates North Carolina an den östlichen Ausläufern des Appallachengebirges und ist auch eine Region, die für ihre vielen Gewässer, für ihre Bäche, Flüsse, Wasserfälle und Seen bekannt ist. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/10/26/blake-hornsby-a-village-of-many-springs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/avillageofmanysprings.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-43244" title="avillageofmanysprings" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/avillageofmanysprings-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das von freundlichen Hügellandschaften geprägte Watauga-Gebiet liegt im ländlichen Nordwesten des amerikanischen Bundesstaates North Carolina an den östlichen Ausläufern des Appallachengebirges und ist auch eine Region, die für ihre vielen Gewässer, für ihre Bäche, Flüsse, Wasserfälle und Seen bekannt ist. Die Bezeichnung geht auf verschiedene Ureinwohnersprachen zurück und soll, unterschiedlichen <span id="more-43241"></span>Theorien zufolge, wohl &#8220;Flüsternde Gewässer&#8221; oder &#8220;Ein Ort vieler Quellen&#8221; heißen. Beide Bezeichnungen kommen auch &#8211; als Albumtitel und als Name eines Tracks &#8211; in dem aktuellen Album des Gitarristen und Multiinstrumentalisten Blake Hornsby vor, den in der Tradition von Klassikern wie Fahey und Basho zu verorten eine Verengung, aber auch ein erster Wegweiser wäre, und der bis vor wenigen Jahren in dieser Gegend gelebt hat.</p>
<p>Hornsby, der sich in den vergangenen Jahren einen immer größeren Ruf als Fingerstyle-Gitarrist erspielt hat und auch hierzulande immer mehr über seinen Geheimtipp-Status hinauswächst, lässt in seinen ausführlichen Liner Notes einen über das Biografische hinausgehenden, spirituell eingefärbten Bezug zu der Region durchscheinen und offenbart, dass alle der fünf unterschiedlich langen Stücke auf &#8220;A Village of Many Springs&#8221; von verschiedenen Gewässern der Gegend inspiriert sind. Die Kompositionen sind aber nicht nur eine Hommage an diese Orte, sondern gleichsam eine Verneigung vor zahlreichen Musikarten von amerikanischem Folk über Blues bis zu vorderasiatischen und klassischen indischen Traditionen, in denen er und sein meisterhaftes Fingerpicking ebenso zuhause sind. We darin einen Wiederspruch vermutet, hat &#8220;A Village of Many Springs&#8221; noch nicht gehört.</p>
<p>Das eröffnende &#8220;Whispering Waters&#8221; beginnt so heiter und aufgeweckt wie ein fließender Gebirgsbach, bevor sich unterschwellige Spannung aufbaut. Hornsbys Fingerpicking wechselt zwischen spielerischer Leichtigkeit und vorsichtig tastenden Passagen, was eine subtile, aber reizvolle Aufgewühltheit einbringt, bei der man nie vorhersehen kann, wie die Reise weitergeht, und tatsächlich ändern sich die Geschwindigkeiten, mit denen seine geschickten und geübten Hände agieren, oft spontan. Auch &#8220;Laurel Creek Blues&#8221;, das Hornsby selbst als Happy Blues beschreibt, beginnt heiter, gleichwohl von Beginn an eine etwas wehmütigere Note halbversteckt mitschwingt und nach einem Bruch hält etwas drängendes und zugleich &#8220;mystisch entrücktes&#8221; Einzug in den Song, das zumindest leicht an nordafrikanische und vorderasiatische Melodien erinnert. In ihrem Zusammenspiel von Melodie, Tempo und Stimmung entfaltet die Komposition eine ganz einzigartige Aura, die Musikerkollege Grey Malkin vielleicht meinte, wenn er die Musik als &#8220;barockes Folk-Zauberspiel, direkt aus Hornsbys Händen&#8221; bezeichnete.</p>
<p>Ein besonderer Moment ist das rund achtminütige &#8220;Cathedral Falls&#8221;, das einen fast filmischen Charakter offenbart und in eine langsame Szene or einem Showdown passen würde. Hier gelingt es Hornsby, aus der Andeutung von Stille heraus eine Klangwelt zu erschaffen, die sich Zeit nimmt, bevor sie sich in atemberaubenden Ornamenten entfaltet. Besonders eindrucksvoll ist die Nutzung der tiefen Saiten, die den später einsetzenden hohen Tönen noch mehr Entrücktheit und vielleicht auch Dramatik verleihen. Hier ist auch das Echo altweltlicher Musiktraditionen wie vielleicht der arabischen deutlich zu hören. „O How the Water Flows North“ ist ein sanfter, besinnlicher Track, der &#8211; auch wenn man as in den Titeln offenbarte Thema nicht allzu eindeutig n der Musik wiederfinden will &#8211; durchaus an das langsame, beharrliche Fließen des Wassers musikalisch erinnert. Das Stück lässt sich Zeit und verweilt in einer kontemplativen Ruhe, bevor es irgendwann elektronisch aufgeladen in die Ferne rückt. Diese weite, verhallte Klanglandschaft verstärkt das Gefühl von Einsamkeit und Zeitlosigkeit, das die Musik durchzieht.</p>
<p>Das kollaborativ entstandene &#8220;Bury My Soul in the Linville River&#8221; sticht sich als Abschlusstrack besonders hervor und könnte aufgrund seiner Länge, aber auch wegen seiner Instrumentierung und Kompositionsweise fast wie ein kleines Album im Album gehört werden, doch der Titel schlägt auch hier eine kleine abschließende Brücke zum Thema der Verbundenheit mit den Orten. Die auf einer Raga basierende Komposition entfaltet sich langsam, untermalt von Harmonium, Tampura, Tabla, dem Goldregen einer Santur und vielleicht noch weiteren im Begleittext aufgezählten Instrumenten, die eine feierliche, transzendentale Atmosphäre schaffen. Hier zeigt Hornsby, wie tief er in verschiedenen musikalischen Traditionen verwurzelt ist, während er gleichzeitig eine improvisatorische Frische und Lebendigkeit beibehält. Das stetige Pumpen des Harmoniums lässt kraftvolle Wellen entstehen und vergehen, während die locker gespannten Gitarrensaiten die sich entfaltende Klanglandschaft mitformen. Es entsteht ein weiträumiges Szenario, in dem Objekte nur schemenhaft zu erkennen sind und doch tiefe eindrücke hinterlassen. Irgendwann lassen griffig gepickte Saiten deutlichere Gestalten erscheinen, bevor es tatsächlich noch einmal heiter und beschwingt wird, falls dieser Begriff nicht zu trivial ist für diese Musik.</p>
<p>Vor allem in unseren Längen und Breiten sollte dieses Album als überraschendes Ereignis gefeiert werden, und dem Kommentar von Kollege Adam Geoffrey Cole &#8211; &#8220;Blake Hornsby ist ein strahlendes Licht unter den neuen Solo-Gitarristen&#8221; &#8211; ist wenig hinzuzufügen. &#8220;A Village of Many Springs&#8221; zeigt nicht nur Hornsbys technische Virtuosität, sondern auch seine Fähigkeit, Traditionen und Persönliches auf wunderbare Weise progressiv zu etwas Organischem zu verbinden. (U.S.)</p>
<p>Label: Echodelick</p>
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