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	<title>African Paper &#187; Borghesia</title>
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		<title>BORGHESIA: Un Chant d&#8217;Amour</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Mar 2022 06:02:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als die Slowenen Borghesia 1986 einen Soundtrack zu Un chant d&#8217;amour, dem einzigen Film des gerade verstorbenen Autors Jean Genet komponierten, existierte dieser bereits seit mehr als dreißig Jahren. Kurz nach seiner Fertigstellung 1950 landete er für ganze zwanzig Jahre &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/03/12/borghesia-un-chant-damour/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/03/borghesiaunchantdamour.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28968" title="borghesiaunchantdamour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/03/borghesiaunchantdamour-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als die Slowenen Borghesia 1986 einen Soundtrack zu Un chant d&#8217;amour, dem einzigen Film des gerade verstorbenen Autors Jean Genet komponierten, existierte dieser bereits seit mehr als dreißig Jahren. Kurz nach seiner Fertigstellung 1950 landete er für ganze zwanzig Jahre auf dem Index, der Grund war die damals verpönte offene Darstellung von <span id="more-28966"></span>Homosexualität und einzelne pornografische Szenen.</p>
<p>Der 26minütige Kurzfilm, der hierzulande unter dem Titel Ein Liebeslied oder Ein Liebesgesang geführt wird, erzählt die Geschichte der beiden Sträflinge Bravo und Lucien, die durch ein geheimes Loch in der Zellenwand ein halbvirtuelles Liebesverhältnis beginnen, dabei aber von einem eifersüchtigen Wachmann beobachtet und schikaniert werden.</p>
<p>Mitte der 80er, als Borghesia den Film für sich entdeckten, lebten sie im Zentrum eines zwiespältigen Umfeldes. Einerseits war Ljubljana damals eine subkulturelle Hochburg, in der mehr &#8211; auch sexuell &#8211; nonkonformes Leben stattfinden konnte als in den meisten anderen Orten im Südosten Europas. Auf der anderen Seite existierte auch dieses Biotop vor dem Hintergrund eines allgegenwärtigen repressiven Systems. Auch diese Ambiguität könnte, ohne allzu große Analogien und Kausalitäten konstruieren zu wollen, das Interesse am Stoff des Films erklären.</p>
<p>Im Zusammenspiel von Film und Musik hat das Ganze durchaus Züge eines langen Videoclips, denn Borghesia begegnen den eher langsam ablaufenden Szenen und der oft nur mit Andeutungen arbeitenden Erzählweise mit einem opulenten und trotz eines gewissen Minimalismus bisweilen monumentalen Score, in dem auf eine Einführung mit flächigen Synthies, die so etwas wie ein Panorama implizieren, nicht nur unverständlich murmelnde Stimmen, sondern alsbald feierliche Orgelklänge und sperriger Lärm folgen. Spätestens wenn irgendwann Rhythmisches (z.B. handclapartige Takte einer Drummachine) hinzukommt, wird die Entstehungszeit Mitte der 80er deutlich, wobei die Musik mehr Spuren der elektronischer Avantgarde als des Pop in sich trägt.</p>
<p>Ganz gleich, ob Casio und Roland deutlich im Zentrum des Geschehens stehen, oder ob sich in einigen Momenten orchestrale Samples oder zumindest ähnlich klingendes in dubbigen Hallräumen bemerkbar machen &#8211; Spannung ist eine der Grundeigenschaften der an retardierenden Momenten und aufwühlenden kleinen Höhepunkten reichen Komposition. Weitere 35 Jahre später haben Borghesia das Original-Tape aus der Kiste geholt, neu editiert und so diese Arbeit, deren Ursprünge weit ins 20. Jahrhundert zurückreichen, erneut zugänglich gemacht.</p>
<p>Label: Final Muzik</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=590193204/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Borghesia veröffentlichen Soundtrack von 1986</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2021 03:38:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die (mit Unterbrechungen) seit den frühen 80ern bestehende slowenische Electro/Wave-Band Borghesia bringt Ende Mai einen bisher unveröffentlichten Soundtrack zu Jean Genets einzigem Film Un Chant d&#8217;Amour heraus. Der 1950 produzierte Kurzfilm zeigt &#8220;durch ein winziges Loch in der Mauer zwischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/04/06/borghesia-veroffentlichen-soundtrack-von-1986/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die (mit Unterbrechungen) seit den frühen 80ern bestehende slowenische Electro/Wave-Band Borghesia bringt Ende Mai einen bisher unveröffentlichten Soundtrack zu Jean Genets einzigem Film <em>Un Chant d&#8217;Amour</em> heraus. Der 1950 produzierte Kurzfilm zeigt &#8220;durch ein winziges Loch in der Mauer zwischen ihren Zellen miteinander in Kontakt zu kommen – beobachtet und sanktioniert durch einen eifersüchtigen Gefängniswärter&#8221; (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Liebeslied">Wikipedia</a>), und durfte aufgrund seiner homoerotischen Tendenz und teils pornografischer Einstellungen über 20 Jahre lang nicht gezeigt werden. Der von Borghesia eingespielte Score entstand 1986 im Rahmen einer Vorführung in Ljubljana, das damals eine der Hochburgen verschiedener Subkulturen (nicht nur Ost-)Europas war.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/borghesiaunchantdamour.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-24849" title="borghesiaunchantdamour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/borghesiaunchantdamour.jpg" alt="" width="843" height="778" /></a><span id="more-24848"></span></p>
<p>&#8220;The music on Borghesia’s “Un Chant d’Amour” is the product of jam sessions recorded directly to a cassette tape with very basic equipment: a Roland 707 drum machine, a Casio CZ1000 synthesizer, a Solton tape echo and a mixing table. The result is brutal minimalism echoing filthy prison cell walls, culminating in an hallucinatory just-under-20-minute delirium. The gay topic is here merely a metaphor for the control over pleasure taken by a repressive state apparatus&#8221;, heißt es bei Final Muzik, die das Album auf CD herausbringen.</p>
<p><a href="http://www.finalmuzik.com/"><strong>@ Final Muzik</strong></a></p>
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		<title>FRÉDÉRIC D. OBERLAND / IRENA Z. TOMAŽIN: Arba, Dâk Arba</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2020 05:51:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Borghesia]]></category>
		<category><![CDATA[Fanny Béguély]]></category>
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		<category><![CDATA[Hallow Ground]]></category>
		<category><![CDATA[Irena Z. Tomažin]]></category>
		<category><![CDATA[Oiseaux-Tempête]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/05/HG2005_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21343" title="HG2005_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/05/HG2005_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit ihrer ersten gemeinsamen Arbeit lieferten Frédéric D. Oberland (Oiseaux-Tempête) und Irena Z. Tomažin (Borghesia) den Soundtrack zu einer ungewöhnlichen Klang- und Bild-Installation von Fanny Béguély, bei der eine Reihe dunkler Fotografien in einem noch dunkleren Raum mittels Verfremdung durch Chemikalien ein interessantes Motiv anklingen lassen &#8211; die Versuche des Menschen, seinen Platz in Raum und Zeit zu ergründen und seine Bemühung, mit<span id="more-21342"></span> Antworten zu leben, die einen orakelhaften Charakter haben. Passend dazu war der Titel der Installation auch eine annagramatische Abwandlung der Zauberformel Abrakadabra.</p>
<p>Eine passende Untermalung eines solchen Konzeptes sollte offen und diffus gestaltet sein, um dem Interpretationsspielraum Rechnung zu tragen, doch Sängerin Tomažin und der hier nur mit elektronischer Drehleier (auf englisch Hurdy-Gurdy) und Soundeffekten arbeitende Oberland geben dem opera aperta eine ungewöhnlich starke Intensität. Oberlands Instrument ist für unbedarfte Ohren nicht imemr klar auszumachen, nicht in den langsamen Dröhnwellen des gemächlichen Auftakts, nicht in der hochtönenden Unruhe, die darauf folgt, auch nicht in den warmen Summtönen, die die weiträumige Höhle des Openers &#8220;Grotta&#8221; ausfüllen. Erst mit den verzweifelt tremolierenden Schreien gegen Ende kommt Scheinwerferlicht ins unterirdische Dunkel.</p>
<p>An der Introvertiertheit mancher Sounds in &#8220;Amena&#8221; und &#8220;Fumes&#8221; &#8211; dem kreisenden Summen, den sinusartigen Hochtönern &#8211; mag man den Soundtrack-Charakter der Aufnahmen erkennen, doch das Keuchen von Tomažins Atem und ihre beschwörende Rezitation geben all dem einen aufs Äußerste exaltierten Gegenpart. Im wahnhaft anmutenden Schreien, Lachen und Bellen in &#8220;Hieronamcy&#8221; und in seinem polternden Lärm scheint ein Damm zu brechen, ein Erkenntnisakt vollzogen, nach dem nur noch das fast harmonische &#8220;Hereafter&#8221; folgen kann. Doch selbst das Schlusstableau spart nicht mit kleinen Brüchen, und alles andere hätte zum Abschluss einer solchen Erfahrung auch schlecht gepasst.</p>
<p>Bei einigen Abschnitten wird sicher viel an Diamanda Galas oder an die aus dem &#8220;2001&#8243;-Score bekannten Werke Ligetis gedacht werden, doch in ihrer ehrlichen Vagheit und in ihrem irritierenden und doch niemals bedrohlichen Charakter hat diese Musik ihre ganz eigene Aura, die es kennenzulernen lohnt.</p>
<p><strong>Label: Hallow Ground</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=529426768/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="http://hallowground.bandcamp.com/album/arba-d-k-arba">ARBA, DÂK ARBA by Frédéric D. Oberland &amp; Irena Z. Tomažin</a></iframe></p>
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