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	<title>African Paper &#187; Boris Wilsdorf</title>
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		<title>VALÉRIE RENAY: Your Own Shadow</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Sep 2018 06:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/08/YOS-V.Renay-Album-Cover-res-1MB-Photo-by-CHIPI.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16167" title="YOS V.Renay Album Cover  res 1MB Photo by CHIPI" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/08/YOS-V.Renay-Album-Cover-res-1MB-Photo-by-CHIPI-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn Valérie Renay auf ihrem ersten Soloalbum über den eigenen Schatten singt, ist damit weniger der Schatten im tiefenpsychologischen Sinne, die verdrängte, bedrohliche Seite der eigenen Person gemeint, sondern die sprichwörtliche Situation, in der jemand nur noch ein Schatten seiner selbst ist – wie ein hohler Körper oder ein Bild, aus dem jede Farbe, jede Kraft herausgesogen wurde. Dass „Your Own Shadow“, das auf die schon vor zwei Jahren erschienenen Singles<span id="more-16166"></span> „I&#8217;m Everywhere“ und „Living in Germany“ folgt, jedoch alles andere als ein fades, kraftloses Album geworden ist, hat sicher damit zu tun, dass dieses Gefühl hier als Herausforderung dargestellt wird, als Gefahr, aber auch als Mauer, die im Einsturz begriffen ist.</p>
<p>Die in Berlin lebende Sängerin mit Wurzeln in Frankreich und Martinique ist zugleich Malerin und Performance-Künstlerin und den meisten wohl als weibliche Hälfte des Electro-Duos Noblesse Oblige bekannt, bei dem sie auch einen großen Teil des Songwritings übernimmt. Dass aus ihren neusten Songs ein Soloalbum wurde, war vermutlich früh klar, denn schnell zeichneten sich persönliche Themen ab, die alle im Zeichen eigener, zurückliegender Krisen stehen.</p>
<p>Der Schatten – nirgendwo kommt er deutlicher zum Ausdruck als im Opener „Hollow“. Wie aus der Schattenwelt eines Film Noir schleicht dunkles Dröhnen auf erwartungsvoll stimmenden Takten in den Raum, Spannung entsteht, Unbestimmtes braut sich zusammen. Fast irritiert der smoothe, relaxte Gesang, der zunächst gar nicht zu der dunklen Szenerie passen will, doch wenn Valérie von der inneren Leere singt und von einem Kummer, der jeden Atemzug erstickt, schließt sich der Kreis. Schon hier zeichnet sich ein doppelter Boden ab, der dem ganzen Album, auch dem Sounddesign, sein Gepräge gibt. Vitale, doch auch stets wandlungsfähige Synthies, griffige und sich doch eher tastend vorwärts bewegende Rhythmen schaffen ein Gerüst, das Luftig genug bleibt, um mit unterschiedlichen Ideen und Emotionen gefüllt zu werden.</p>
<p>Diese Ambiguität ist der deutlichste rote Faden des Albums: In „Speed of Blue“, dessen Text von Ian Pickerin (Sneaker Pimps) beigesteuert wurde, schaffen Synthies und mehrschichtiges Taktgeflirre eine Aufbruchseuphorie, die durch wehmütige Glöckchen und ein tiefes Chanson-Alto vom Abheben bewahrt wird. In manchen Stücken geht das leider etwas auf Kosten der Ohrwurmqualität, die man in Erinnerung an vergangene Noblesse Oblige-Alben vielleicht erwartet hätte, doch das ist eine der ganz wenigen Reduktionen auf dem ansonsten üppigen Werk, an die man sich schnell gewöhnt. „Rough and Ready“ und „Kick Again“ wirken noch kraftvoller, wobei die draufgeklebten Detonationen roboterhaft bleiben und die hektischen Takte mit verträumtem Bimmeln und sanften West Coast-Gitarren eine ambivalente Spannung erzeugen. Auf der anderen Seite offenbaren gerade die schwermütigsten Songs immer wieder Einfallstore für beinahe heiteren Wohlklang. Wie ein fernes Echo aus einem alten Morricone-Soundtrack durchdringen die sanften Vocals einen Song wie „Darkest Lake“ und verwandeln das wehmütige Stück nach und nach in ein verträumtes Schlaflied.</p>
<p>Das Ringen um Hoffnung und Dynamik ist gerade aufgrund der ambivalenten Stimmung in jeder Sekunde des Albums spürbar, und auch wenn keine allzu platte Rechnung vorliegt, scheint es mir kein Dokument des Scheiterns zu sein, und letztlich wiegt diese stimmungbezogene Qualität so schwer, dass man Produktion und Sounddesign, bei dem altbekannte Recken wie Boris Wilsdorf, Moses Schneider und Alexander Paulick-Thiel (Kreidler) mit am Gerät standen, fast für selbstverständlich nimmt. Wäre schön, wenn sich irgendwann noch eine Vinyl-Auflage realisieren ließe, bis auf weiteres ist das gute Stück über <a href="https://valerierenay.bandcamp.com/album/your-own-shadow"><strong>Bandcamp</strong></a> digital zu erwerben. (U.S.)</p>
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		<title>MUERAN HUMANOS: Miseress</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 06:48:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/10/mueranhumanosmiseress.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10990" title="mueranhumanosmiseress" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/10/mueranhumanosmiseress-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ganze sechs Jahre ist es nur her, dass die in Berlin lebenden Argentinier Mueran Humanos mit ihrem selbstbetitelte Debüt für Aufsehen sorgten. Das Album erschien in zwei Auflagen bei Old Europa Café und Blind Prophet und verschaffte sich auch durch Auftritte in den verschiedensten Kontexten Gehör sowohl bei den Nachfahren der Industrial Culture als auch bei den trendigen Kids der New Wave of Dark Wave. Beide mit Punkwurzeln und nebenbei literarisch und im visuellen Bereich aktiv, kamen Carmen und Tomás auch ganz gut mit diesem Spagat klar, ohne je was auf Genre- und Szenebegriffe zu geben. Nach einigen Jahren des<span id="more-10989"></span> Tourens und Aufnehmens, nach einer ganzen Reihe an kleineren Veröffentlichungen und Remixen durch und für andere haben sie nun aus ihrem großen Fundus an Songs ein neues Album destilliert, dass in Kürze unter dem Titel „Miseress“ in den besseren Plattenläden stehen sollte.</p>
<p>Stellt man zunächst die Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zum Debüt, so kann man festhalten, dass viele wesentliche Dinge &#8211; glücklicherweise &#8211; beim alten geblieben sind. Mueran Humanos glänzen nach wie vor durch eine gelungene Arbeitsteilung zwischen Elektronik und kernigen Bassklängen, durch den abwechselnden spanischen Gesang von Carmen und Tomás, der in gelegentlichen Duetten gipfelt, durch eine Stimmung, die kämpferisch, anklagend, vital und sexy zugleich ist und nicht zuletzt durch das Artwork, das auf Carmens verstörenden Fotokollagen basiert <a href="http://africanpaper.com/2012/03/17/carmen-burguess-seventeen-buch/">und auch jenseits der Musik Erfolge verzeichnet</a>. Einer der Unterschiede ist, dass die beiden vorher keine Sounddesigner waren.</p>
<p>Auf dem Debüt und den darauffolgenden EPs fanden sich Songs, die man guten Gewissens als Bretter bezeichnen konnte – Post Punk-Stücke, die in erster Linie straight nach vorn gingen und deren Atmosphäre auch von einem gewissen Primitivismus lebte. Genau der ist aus den meisten der neuen Stücke verschwunden, stattdessen zeigen die beiden, die neuerdings von Jochen Arbeit (Die Haut, Einstürzende Neubauten, Automat) an der Gitarre unterstützt werden, von einer feinsinnigen und detailverliebten Seite, bei der kein Sound einfach dem Zufall überlassen bleibt. In dem gleich eröffnenden Titeltrack zeigt sich nicht nur die softere und geschliffene Seite des Klangbildes, sondern auch ein gewisses Interesse an wabernder, hallunterlegter Elektronik, die an bestimmte Retrosounds der 80er erinnert. „Miseress“ ist so poppig wie das bei Konzerten beliebte „Culpable“, doch statt wie eine spanisch-sprachige Version des NDW-Hypes zu klingen, hat der relaxt daherkommende Song einen weitaus mehr arty Touch. Wie viele andere Stücke offenbart der Song seine kraftvolle Seite erst mit der Zeit.</p>
<p>Ihr ganzes Können auf dem Gebiet zeigen die beiden und der im Studio unterstützend agierende Boris Wilsdorf bei Stücken wie „Mi Auto“, das wie eine Ballade zu beginnen droht. Im Verlauf wird Carmens heißer gehauchte Stimme von einem stets in Bewegung gehaltene Soundteppich untermalt. Wie groß der Unterschied zu früher ist, zeigt der einzig <a href="http://africanpaper.com/2013/03/09/mueran-humanos-el-circulo/">ältere Song „El Circolo“, der bereits auf einer EP zu hören war</a> und hier mit seinem gröberen Klangbild wie eine Enklave früherer Errungenschaften wirkt. Doch auch die neuen Songs haben Energie, „Un Lugar Ideal“ zum Beispiel ist eine der kraftvollsten Nummern überhaupt, bei der Carmens punkige Shouts vom unermüdlichen Takt aus merkwürdigem Geklöppel und flankiert von allerhand Neoisedetails nach vorn preschen. Bei „Guerrero de la Gloria Negativa“ zeigt sich Tomás Stimme von ganz unbekannten Seiten, wirkt beinahe erschöpft, wie die eines Erlkönigs, der sich mit Mühe und Not durch die infernalische Musik kämpft.</p>
<p>Der Wandel wird sicher – ähnlich wie bei der Entwicklung von Noblesse Oblige – nicht von jedem begrüßt werden, doch einige Aspekte beweisen deutlich, dass die beiden mehr als nur ein Klassenziel erreicht haben: Aus dem Postpunk der Argentinier ist sozusagen ein veritabler Elektroclash geworden, der immer noch genug kernige Bassläufe aufweist und v.a. harte Nummern zustande bringt, was ich zudem begrüße ist, dass die Drummachine viel besser ins Soundbild integriert ist. Wie dem sei, „Miseress“ belegt, dass Mueran Humanos kein Strohfeuer waren, und dass ihr Name auf der Karte innovativer Musik fett gedruckt gehört. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: ATP Recordings</strong></p>
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		<title>MUERAN HUMANOS: El Circulo/La Langosta</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2013 00:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/02/VC11-front-cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6199" title="VC11 front cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/02/VC11-front-cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mueran Humanos können seit ihrem Debüt bereits auf eine kleine Erfolgsgeschichte zurückblicken. Teil ihres Rezeptes, falls sie so etwas haben, ist eine Kunst, die sich viele Musiker gerne auf die Fahne schreiben – Carmen und Tomás liegen zu allen möglichen Kategorien quer und haben doch vielen Orten der Subkultur das Passende zu bieten. Der kernige Bass, die Drummachine, der mehrstimmige Gesang, die markigen Texte, die sich mit Vorliebe an allzu bequemen Weltbildern abarbeiten – all dies funktioniert im Postpunk-Rahmen ebenso wie in krautigen<span id="more-6198"></span>, noisigen oder poppigen Kontexten. Wer zum Düstervolk gehört und die beiden Argentinier nicht kennt, ist hoffnungslos in den 90ern kleben geblieben. Und selbst in der Design- und Jutebeutel-Community fachsimpelt man über die erklärten Menschenfreunde, seit sie ihre Zelte vor einigen Jahren in Berlin aufgeschlagen haben. Die Frage nach dem Warum versuchen einige sicher mit einer guten PR und einer breit gefächerten Wahl an Labels zu beantworten, aber ich schätze, dass es auch damit zu tun hat, dass Mueran Humanos trotz aller Offenheit Profil und Markanz haben. Eine ebenso spannende Frage ist, wann die beiden mit einem neuen Album aufwarten.</p>
<p>Stand der Dinge ist, dass das lange ersehnte Zweitwerk seit einiger Zeit am entstehen ist, und mit der gerade bei Vanity Case (Psychic TV, Val Denham u.a.) erschienenen 12&#8221; gibt es nun den ersten kleinen Vorgeschmack in Form zweier längerer Stücke. Kenner der Band könnten jetzt Einspruch erheben und auf <a title="MUERAN HUMANOS: Culpable/Amuleto 7”" href="http://africanpaper.com/2012/09/15/mueran-humanos-give-a-party-7/">diese 7&#8221;</a> verweisen, die bereits im Sommer demonstrierte, dass die beiden sich keineswegs auf ihren Lorbeeren ausruhen. Beim Vergleich der beiden Songpaare wird allerdings deutlich, dass erst die zwei neuen Stücke, die soeben im Berliner Studio des Neubauten-Produzenten Boris Wilsdorf fertig gestellt wurden, einen gravierenden Schritt nach vorn darstellen. „Culpable“ und „Amuleto“ wirkten 2012 wie ein finales Fazit, das hinter den ersten Abschnitt der Bandkarriere gesetzt wurde, indem (mit einem poppigen Ohrwurm auf der einen und einem apokalyptischen Perkussionsgewitter auf der anderen Seite) die beiden Extrempole des bisherigen Schaffens noch einmal besonders betont wurden. Die beiden neuen Stücke überschreiten erstmals seit Bandgründung den stets dominanten Punk&#8217;n'Wave-Bezug der Band und loten relaxte, psychedelisch konnotierte Bereiche aus. Da wäre zunächst die Länge der Stücke zwischen neun und zwanzig Minuten, wobei ich dazu sagen muss, dass die minutenlange Instrumentalpassage in „La Langosta“ auch etwas kompakter hätte ausfallen können – Geschmackssache. Der Song beginnt mit einem hintergründig loungeigen Brodeln, welches bald in einen stilvollen Orgelsound mündet, der dann die Basis für einen klaren Duettgesang bildet. Auch wenn Mueran Humanos mit dem kernigen Bassspiel und dem kräftigen Gebrauch ihrer Muttersprache immer noch nach sich selbst klingen, stellen sich durch den Aufbau des Stückes und kleine spacige Soundzitate schnell Assoziationen zu einem 60er Jahre-Szenario ein, eine neorealistisch angehauchte, mediterrane Szene, gebannt auf verwackeltes Super8-Material, erscheint vor dem geistigen Auge des Hörers.</p>
<p>Es gibt Gerüchte, der Song sei uralt, und passe nur zufällig so gut zum titelgebenden Stück auf der anderen Seite. Soll ich das glauben? Falls ja, dann wird es sicher nicht grundlos gerade jetzt veröffentlicht. Das vergleichsweise kompakte „El Circulo“ ist der experimentierfreudigere Part des Minialbums, ätzende Gitarren, die wie eine Splittlawine auf der Bildfläche auftauchen und verschwinden, kontrastieren mit Tomás merkwürdig gedoppelter Stimme, und erst hier wird deutlich, was sich bereits auf der ersten Seite abzeichnet – sein Gesang klingt tiefer, wärmer und ein Stück unpunkiger als zuvor. Drumcomputer und Bluesgitarren führen Gewohntes und Ungewohntes zusammen, zitathafte Anspielungen auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gesellschaft_des_Spektakels">Guy Debords &#8220;Gesellschaft des Spektakels&#8221;</a> unterstreichen den rebellischen Charakter der Musik.</p>
<p>Altbekannt auch das Artwork aus Carmens Kollagenwerkstatt, das erneut unterstreicht, dass Mueran Humanos auch visuell eine Augenweide sind. Ob man es hier wohl mit einer Hommage an Mario Bava und seinen Klassiker „La Macchera del Demonio“ zu tun hat? Zumindest sieht die Coverpuppe aus wie eine Popart-Wiedergängerin von Barbara Steele, die in ihrer Rolle als Hexe Asa gerade die Statansmaske abgenommen bekommt.</p>
<p>Musikalisch wirkt die EP erstaunlich homogen und tendiert in eine Richtung, die hoffentlich auch auf dem Album ihre Spuren hinterlassen wird. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.vanitycaserecords.com/">Vanity Case</a></strong></p>
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