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	<title>African Paper &#187; Breast Fed Yak</title>
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		<title>CONTROLLED BLEEDING: Odes to Bubbler</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 15:30:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Controlled-Bleeding-Odes-To-Bubbler3-260x260.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1054" title="Controlled-Bleeding-Odes-To-Bubbler3-260x260" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Controlled-Bleeding-Odes-To-Bubbler3-260x260-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Inmitten der akzellerierenden und ins Absurde gesteigerten Genreneuschöpfungen sollte man sich der Einfachheit halber vielleicht darauf einigen, dass es auf der einen Seite die Bands gibt, denen man Konsequenz bescheinigen kann, deren Werk sich nur minimal(st) ändert und die die an sie gestellten Erwartungen niemals enttäuschen – die Kehrseite ist eine oftmals große Vorhersehbarkeit, die ermüdend sein kann, von vielen Hörern aber sehr geschätzt wird (der Hörer möchte „nicht in seiner Ruhe gestört sein […] sondern [ist] schon glücklich […], wenn er die alte, vertraute Landschaft wiedersieht“ (Bataille)).<span id="more-1052"></span> Dann gibt es diejenigen, deren Musik fluktuiert, die sich immer wieder neu (er)schaffen, negativ gewendet könnte man von einem inkohärenten, erratischen Werk sprechen. CONTROLLED BLEEEDING gehören sicher zur zweiten Kategorie und Lemos selbst betonte mehrfach, als Fan würde er CONTROLLED BLEEDING ob der vielen Genreüberschreitungen hassen.</p>
<p>CONTROLLED BLEEDINGs Rezeption im deutschsprachigen Raum fußte immer auf drei Säulen: Da sind die frühen Tapes und das Debüt „Knees and Bones“: atonale, brutale Auflösungen allzu klarer Formen, von den NEUBAUTEN beeinflusste Metall-Geräuschorgien, die bedingt das vorwegnahmen, was kurz darauf in Japan Geräuschmusik stark prägen sollte. Dann ab der zweiten Hälfte der 80er durch den Vertrag mit Wax Trax eine Art EBM (also das, was amerikanische Journalisten leider als Industrial bezeichnen sollten und was sich bis in die Gegenwart hineinzieht, wenn Gasmasken geschmückte, Kirmestechno hörende Personen sich selbst als Industrialfans bezeichnen) und schließlich die sakralen, semi-gothischen (in einer frühen Rezension fand sich gar ein Verweis auf eine eigenwillige Form von Kammermusik) Werke, die Lemos hauptsächlich mit Joe Papa aufnahm (z.B. „Music for Gilded Chambers“ oder „Golgotha“) und die für mich trotz oder gerade wegen des fast schon überbordenden Pathos zu den Höhepunkten der Bandgeschichte zählen.</p>
<p>Gerade wegen der Dominanz der oben genannten Stile &#8211; was sicher auch mit der Verfügbarkeit der Tonträger zu tun hatte &#8211; geriet aber in Vergessenheit, dass CONTROLLED BLEEDING Ende der 70er Jahre in anderer Besetzung eine merkwürdige Art von instrumentalem Progressiverock spielten (ab und zu packte Lemos Archiv-Material aus dieser Phase als Bonustracks auf CDs (wie z.B. beim Reissue von „Songs from the Drain“ oder bei „Dub Songs from a Shallow Grave“) und zuletzt wurde diese Phase der Band mit der Compilation „Before the Quiet“ und auf Teilen der umfangreichen Vinyl-On-Demand-Box gewürdigt).</p>
<p>In der letzten Zeit hatte sich der in früheren Jahren enorme Output verlangsamt, ließen Blogeinträge Lemos&#8217; auf gewisse Ermüdungserscheinungen, auf eine Art musikalischen Burnout schließen. Dazu kam, dass kurz bevor die erneute Zusammenarbeit mit dem langjährigen Mitstreiter Chris Moriarty mit dem von frühen SWANS beeinflussten Slow-Doom-Prokejt SKIN CHAMBER beginnen konnte, dieser wahrscheinlich durch Drogenabusus das Zeitliche segnete und ein Jahr später Joe Papa, Spitzname Bubbler, der Mann mit den vier Beipäsen, im Schlaf starb.</p>
<p>Auf „Odes to Bubbler“ bestehen CONTROLLED BLEEDING neben Lemos noch aus Michael Bazini (Keyboard) und Anthony Meola, dem Schlagzeuger der Ursprungsbesetzung. Die ersten sechs Stücke (zwei davon live in Brooklyn aufgenommen) zeigen diese neue Band, die mit ihren hektischen instrumentalen und in den 70ern verorteten Tracks ganz klar an die frühesten musikalischen Gehversuche anknüpft. Unruhig eröffnet „Trawler&#8217;s Song“ das Album. Bei „Chum Grubber“ trifft der Wahnsinn des kurzzeitigen Freejazzprojekts BREAST FED YAK auf „Pets for Meat“, das uralte Stück „Controlled Bleeding“ wie auch der Rest werden von treibendem Schlagzeug und Bass und Lemos&#8217; hektischer Gitarrenarbeit dominiert. Das ist Musik, die aber auch gar nichts mehr mit Industrial zu zun hat, Lemos geht hier bewusst an den Anfang zurück, scheint auch von der Einfachheit der potentiellen Auftritte begeistert zu sein, bei der die Musiker einfach ihre Instrumente einstöpseln und losspielen, ein (betrachtet man die lange Bandgeschichte) „back to the roots“ und ein „back to basics“.</p>
<p>Dann folgen Aufnahmen, die aus den letzten Jahren stammen und schon auf „Songs from a Sewer of Dreams“ und „Gibbering Canker-Opera Slaves“ zu finden waren. „A Love Song (in Two Parts)“ wurde von Lemos alleine eingespielt: Der erste Teil erinnert an die leicht atmosphärisch-ambienten Stücke CONTROLLED BLEEDINGs, bevor der zweite Teil in brutalsten Feedback und Noise untergeht. Es finden sich auch Free Jazz Orgien mit RUINS-Drummer Tatsuya Yoshida („Tatsuya“), ein live Ende der 90er in Rostock aufgenommenes Solostück von Joe Papa, auf der er seine unglaublichen Fähigkeiten beim Scatgesang unter Beweis stellt (er war, wie Lemos einmal in den Linernotes zum fünften Teil der von ihm herausgegebenen „Dry Lungs“-Reihe schrieb, „one of the fastest mouths in the North Eastern U.S.“). Diejenigen, die sich für die industriellere Seite der Band interessieren, werden von „Grinder&#8217;s Song“ begeistert sein: Hier hört man schabende Geräusche, in die immer wieder ein Saxophon einbricht, weniger als Soloinstrument, vielmehr als zusätzliche atonale Textur. „Rothko“ ist eine wunderschöne ambiente und sehr melodische Klangfläche, während „Spattered in the Key of &#8216;O&#8217; “ wieder an BREAST FED YAK anknüpft, bevor die fast schon obligatorischen hidden tracks (eine Liveaufnahme aus den letzten Jahren und ein Noisetrack) das Album abschließen.</p>
<p>Um noch einmal auf den Anfang zurückzukommen: Formen die ersten sechs Tracks ein sehr homogenes Bild einer vitalen Liveband, erscheint das Album durch die anderen Stücke erneut zerrissen, arbiträr, wobei letztlich alle 21 Stücke eines gemeinsam ist: Sie illustrieren eine Weigerung Musik zu spielen, die man nebenher hören kann. Das ist Musik, bei der man sich nicht unterhalten kann und die auch nicht im konventionellen Sinne unterhält.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.soleilmoon.com/">Soleilmoon/Winged Disc</a><br />
</strong></p>
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		<title>CONTROLLED BLEEDING &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/controlled-bleeding-interview/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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		<description><![CDATA[CONTROLLED BLEEDING haben im Laufe ihrer fast dreißigjährigen Bandgeschichte Unmengen von Alben aufgenommen, von denen meistens keins wie das andere klang. Von einer bizarren Mischung aus Jazz und Punk Ende der 70er, brutalem Noise Anfang der 80er, semigothischer Musik, EBM, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/controlled-bleeding-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/controlledbleeding.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1136" title="controlledbleeding" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/controlledbleeding-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>CONTROLLED BLEEDING haben im Laufe ihrer fast dreißigjährigen Bandgeschichte Unmengen von Alben aufgenommen, von denen meistens keins wie das andere klang. Von einer bizarren Mischung aus Jazz und Punk Ende der 70er, brutalem Noise Anfang der 80er, semigothischer Musik, EBM, Industrial Metal, Dub, Ambient, Metal (mit dem Projekt SKIN CHAMER), Free Jazz (als BREAST FED YAK), ihre Musik war immer erratisch und selbst Paul Lemos sagte einmal in einem Interview, das ich vor etwa  zehn Jahren mit ihm machte, dass er als Musikhörer eine Band wie CONTROLLED BLEEDING (aufgrund der häufigen Stilwechsel) wahrscheinlich hassen würde.<span id="more-1095"></span> In den letzten Jahren war es etwas still geworden, in Interviews äußerte Lemos kreative Ausgebranntheit, aber inzwischen passiert wieder so einiges. Auf Vinyl-On-Demand ist eine umfangreiche 4-LP-Box erschienen, auf der sich neben Material aus den letzten Jahrzehnten auch ganz neue Aufnahmen befinden und inzwischen gibt es sogar eine offizielle Präsenz im WWW. </strong></p>
<p><em><strong>? Es schien so, dass du für eine Weile das Interesse Musik zu machen, verloren hattest. Was hat dir wieder Inspiration gegeben? </strong></em></p>
<p>Ich habe viel Free Jazz, der von großen Ensembles gespielt wurde, gehört (Künstler wie Cecil Taylor, London Jazz Improvisors Orch., Barry Guy, Sunny Murray, Albert Ayler, Sonny Sharrock), zusammen mit anderem Kram aus dem frühen ESP disc-Katalog, der mir schon immer gefallen hat (frühe GODZ-Platten, FUGS, HOLY MODAL ROUNDERS usw.). Die Intensität und rücksichtslose Hingabe dieser Musik hat mich sehr angesprochen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlte ich mich befreit, die Musik wurde spontan und absolut frei.</p>
<p><em><strong>? </strong></em>“<em><strong>Our Journey’s End”</strong></em> <em><strong>war eine Sammlung von Stücken, die schon auf anderen Alben veröffentlicht worden waren. Was war die Motivation dahinter? Ging es lediglich darum, Verträge zu erfüllen (du hast mir damals in Berlin gesagt, dass ihr eine Veröffentlichung über den Maler Masaccio auf Materiali Sonori veröffentlichen wolltet) oder dachtest du, es sei notwendig, die Songs neu anzuordnen? </strong></em></p>
<p>Du hast ein gutes Gedächtnis…Wenn ich so zurückdenke, hatte ich vor, “Journey’s End“ als europäische Veröffentlichung für Material zu nehmen, das vorher nur in den USA erhältlich war. Ich war ganz zufrieden mit “Gilded Shadows“ und “Inanition“, aber keines der beiden Alben wurde in Deutschland gut vertrieben. Deshalb schien die Veröffentlichung zum damaligen Zeitpunkt sinnvoll zu sein. Außerdem war ich zu faul, um ins Studio zu gehen und eine komplett neue Platte aufzunehmen. Materiali Sonori waren keine große Unterstützung. Letztlich war es also ein Versuch eine Verpflichtung mit etwas zu erfüllen, das uns künstlerisch gefiel.</p>
<p><em><strong>? Selbst für CONTROLLED BLEEDING war “Can You Smell The Rain Between” eine ziemlich heterogene Veröffentlichung. Was kannst du zu den Aufnahmen sagen? </strong></em></p>
<p>Ich hatte die Sache mit dem Album schleifen lassen und lag mindestens eineinhalb Jahre über der Deadline. Die Tracks, die ich gemacht hatte, gefielen mir nicht und meine Kreativität war auf dem Tiefststand und deshalb verwarf ich ziemlich viel des ursprünglichen Albums. Die besseren Dubtracks blieben (und sind heute meine Favoriten). Viel des Albums entwickelte sich, als ich gerade Schwung bekam, die BREAST FED YAK-Aufnahmen zu machen. Es ist so, dass einige der Basistracks der YAK-Aufnahmen auf “Can You Smell The Rain Between“ verwendet wurden. Zu dem Zeitpunkt experimentierte ich mit Turntables, Kontrabass und primitiven Versuchen konkreter Musik. Das Album spiegelt also eine Suche, meine Kreativität wiederzuerlangen, wider. Wenn ich es noch einmal machen könnte, flögen wieder die Hälfte der Tracks runter. Das verdammte Ding ist einfach zu lang.</p>
<p><em><strong>? In der Vergangenheit hast du dich etwas kritisch über einige eurer Noiseaufnahmen geäußert (z.B. im Interview mit dem Outburn-Magazin). Was hältst du von der “Shanked And Slithering”-CD und was hat es mit den neu(er)en kurzen Tracks (“Bees“) auf sich? </strong></em></p>
<p>Im Allgemeinen halte ich reinen “Noise“ für keine große kreative Herausforderung – oder für eine interessante Hörerfahrung. Aber mir gefallen Bands wie ARAB ON RADAR, AIDS WOLF, HAIR POLICE, frühe BOREDOMS, FAT WORM OF ERROR, AIR CONDITIONING, LIGHTNING BOLT, die Noise als ein Element innerhalb ihrer vertrackten, schmutzigen Songstrukturen verwenden. Ich habe die “Shanked“-CD gemacht, weil mein Freund Dominick, der Hospital Prod betreibt, mit mir eine Platte für das Label machen wollte. Zu dem Zeitpunkt fand ich einige von der neuen Generation Noisekünstler aufregend, und ich dachte mir, dass ich es noch einmal versuchen sollte, weil es schon so lange her war. “Bees“ ist eigentlich nur ein total verzerrter Mix der kurzen Free Jazz-/Hardcore-Tracks, die eigentlich für das FISTULA-Projekt vorgesehen waren. Die eigentlichen Songs kann man auf der zweiten LP der “Sewer Of Dreams“-Box finden.</p>
<p><em><strong>? Die umfangreiche “Songs From A Sewer Of Dreams”-Box wird als “die persönlichste Sammlung von Musik” bezeichnet, die du je zusammengestellt hast. Es scheint, dass – trotz der vielen Jahre zwischen den einzelnen Tracks und dem heterogenen Charakter dieses Projekts – es dennoch ein verbindendes Element gibt. Es sieht so aus, als ob du viel krachige und dynamische Tracks zusammengestellt hast und weniger strukturierteres und ruhiges Material (es gibt natürlich Ausnahmen, wie den schönen neuen Track “Rothko“). Spiegelt das wider, was dich augenblicklich interessiert?</strong></em></p>
<p>Absolut. Für mich funktioniert die gesamte Box als ein vereinigtes musikalisches Statement der Ästhetik der Gruppe; ein Tondokument von Einflüssen und Inspirationen über die Jahre hinweg. Es gab keine Möglichkeit, all die Seiten der Musik, die wir gemacht haben, hineinzubringen, deshalb habe ich mich auf die aggressiveren Aspekte dessen, was mir machen, konzentriert. Wir arbeiten gerade an einer umfangreichen Archivbox für das Ultra Mail Prod-Label in Hongkong, die weitaus mehr musikalischen Grund abstecken wird.</p>
<p><em><strong>? War “Dedicated to Richard R.”</strong></em><em> </em><em><strong>von deiner Teilnahme an der NEW BLOCKADERS-Box inspiriert?</strong></em></p>
<p>Nein. Richard ist ein alter Freund, aber das hat er nicht inspiriert. Ich habe allerdings etwas von dem Material verwendet, was er mir gegeben hat, als ich an dem TNB-Stück gearbeitet habe. Daher kommt der Titel. Ironischerweise hat Richard die ersten drei Minuten des Tracks, den ich ihm für die Box gegeben habe, entfernt. Ich war ziemlich enttäuscht, weil das der Teil war, der mir besonders gefiel und der ihn von den anderen Stücken absetzte.</p>
<p><em><strong>? Spielt “Rothko”</strong></em> <em><strong>an den Maler gleichen Namens an? Wenn ja, gibt es Ähnlichkeiten zwischen seiner Art zu malen und deiner Art zu komponieren? </strong></em></p>
<p>Mir gefallen seine Bilder nicht, aber ich mag wirklich Mark Beazelys brilliante Gruppe gleichen Namens. Mark hat mich die Jahre über etwas inspiriert, deshalb waren diese Teile ihm gewidmet.</p>
<p><em><strong>? War  “Dedication” Teil eines geplanten Albums? </strong></em></p>
<p>Nein. Es war nur ein langes, sehr extremes Stück ohne ein Zuhause…</p>
<p><em><strong>? Du hast einige der Wax Trax/Roadrunner-Veröffentlichungen einmal als “Prostitutionsprojekte” bezeichnet. Schätzt du momentan diese Veröffentlichungen immer noch so ein? </strong></em></p>
<p>In mancherlei Hinsicht schon, aber mir gefallen die Songs um einiges besser als noch vor ein paar Jahren. Ja, wir haben versucht, in größeren (Mainstream-)Märkten erfolgreich zu sein und unser Augenmerk hatte sich von der Musik auf die Anhäufung von Geld und Ruhm gerichtet. Heutzutage schaue ich mir einige dieser Songs an und bin begeistert,  dass wir es wirklich geschafft haben, solch tolle Melodien zu komponieren. Es ist keine Frage, dass wir während der Zeit bei Wax Trax Ideen hatten, aber anfangs war es so, dass ich den Eindruck hatte,  diese Musik sei  schlecht gealtert, ebenso wie das groteske Bild der “Industrial Kultur“ und ich wollte mich ganz klar davon abgrenzen. Augenblicklich würde mir die Herausforderung Spaß machen, einen Song zu schreiben, der so unglaublich melodisch ist wie “Words of the Dying“. Ich hätte keine Ahnung, wo ich beginnen sollte.</p>
<p><em><strong>? Du hast einmal ein Projekt namens “The Fistula” erwähnt. Was ist damit passiert? Gab es Aufnahmen oder Auftritte? </strong></em></p>
<p>THE FISTULA war ein kurzlebiges “Power Violence/Free Jazz”-Projekt, das sich auf gewisse Weise in THE BREAST FED YAK verwandelt hat. Die einzigen Aufnahmen gibt es auf der zweiten LP von “Sewer Of Dreams“. Es war ein etwas lahmer Versuch die Geschwindigkeit von Bands wie HELLNATION und THE LOCUST mit diesem “Free Form“-Wannsinn der frühen GODZ zu kombinieren.</p>
<p><em><strong>? Während ihr euch für einige Zeit stärker auf den Gesang konzentriert habt, scheint auf euren jüngeren Veröffentlichungen die Stimme eher als Instrument verwendet zu werden (es scheint, als ob “Dub Songs From A Shallow Grave“ die letzte Veröffentlichung gewesen ist, auf der “richtiger“ Gesang eingesetzt worden ist). War das eine natürliche Entwicklung oder gab es dafür besondere Gründe? </strong></em></p>
<p>Mit der Zeit ändern sich die Interessen. Joe Papa ist ein Meister des Scats, aber dieses seiner Talente hatten wir vorher noch nie so richtig gewürdigt. Wir hatten strukturierte Musik einfach satt und mussten uns reinigen und zum Chaos zurückkehren – etwas, das in der BREAST FED YAK-Veröffentlichung den Hörenpunkt fand.</p>
<p><em><strong>? Ich habe dir vor einiger Zeit  schon geschrieben, dass ich eine Schwäche für eure semigothischen Veröffentlichungen wie “Golgotha” habe. Ich muss deshalb einfach fragen, ob du glaubst, dass ihr so etwas in dieser Richtung noch einmal machen werdet? </strong></em></p>
<p>Das ist schwer zu sagen…. Im Augenblick habe ich kein Interesse an Musik dieser Art. Die haben wir soweit getrieben wie wir konnten. Vielleicht verspüren wir in einem Jahr den Drang uns so auszudrücken. Ich kann nie vorhersagen, was sich von einem zum nächsten Projekt entwickeln wird.</p>
<p><em><strong>? Du hast vor einiger Zeit gesagt: “Heutzutage sind die wichtigsten Elemente Spontaneität und Experimentieren. Die Bereitschaft einzutauchen und alles zu versuchen.“ Würdest du sagen, dass das eine Strategie ist, um Mangel an Inspiration zu überwinden? </strong></em></p>
<p>Ganz bestimmt. Wenn ich keine Ahnung habe, was ich will, kein klares Bild davon, was kommen wird, ist es am besten, “Scheiß drauf” zu sagen und etwas auf das Tape zu rotzen und zu sehen, wo das alles hinführt. Heutzutage beschränke ich mich darauf, Gitarrist und Bassist zu sein und ich versuche wieder einmal Musik mit sehr eingeschränkten Mitteln zu machen, damit ich sozusagen meinen Einfallsreichtum testen kann.</p>
<p><em><strong>? Ich erinnere mich daran, mit einem Freund gesprochen zu haben, der 36 ist und der zu mir gesagt hat, dass er sich keine laute und aggressive Musik mehr anhöre, weil er älter und nicht mehr so wütend sei. Du hast mal gesagt, dass “wir diese aggressiven Ventile brauchen um das Tierische in uns zu befriedigen“. Denkst du, dass (für dich und allgemein gesehen) Musik als (zu einem gewissen Maße sozial akzeptables) zeitweiliges Ventil für Aggression/Mittel der Transgression dient? </strong></em></p>
<p>Ich werde dieses Jahr 50, aber ich gedeihe immer noch prächtig durch die aggressivste Musik, die ich finden kann. Ich habe viel Freude an reiner Gewalt von Kram wie der &#8220;Running Board&#8221;-EP (DILLINGER ESCAPE) and &#8220;Canada Songs&#8221; (DAUGHTERS), aber ich habe im gleichen Maße Freude an den Arbeiten von Harold Budd und Richard Hawley. Auch wenn ich davon abgekommen bin, meinem Ärger durch Musik Luft zu machen, und das eher beim Basketball oder beim Fahrradfahren tue, ist dieses Element der Musik für mich noch immer wichtig. Dieses Animalische lauert immer unter der Oberfläche einer zivilisierten Fassade.</p>
<p><em><strong>? Noch einen kurzen Blick auf die Vergangenheit…Wie kam es, dass der letzte Teil der “Dry Lungs”-Serie doch nicht veröffentlicht wurde? </strong></em></p>
<p>Das war eine verfluchte Veröffentlichung! Zuerst sollte das Album bei Subterranean Records hier in den Staaten rauskommen, aber dem Label ging das Geld aus, deshalb bekam ich nach ein paar Jahren die Tracks zurück. Dann wollten es Dossier veröffentlichen, aber das platzte, als beim Label eingebrochen wurde und einige der Tapes gestohlen wurden. Schließlich habe ich aufgegeben.</p>
<p><em><strong>? Du hast seit kurzem einen Myspace-Account und gerade ist eine Website online gegangen. Was hältst du von diesen neuen Kommunikationsmitteln?</strong></em></p>
<p>Es ist wirklich eine interessante Weise zu kommunizieren. Vielleicht etwas zu persönlich, aber im Großen und Ganzen macht es mir Spaß. Die letzten zehn Jahre waren wir faul und haben nie etwas online gemacht, aber mit der Hilfe und Motivation von unserem Freund Rich Black sieht es so aus, als ob es doch noch Interesse gibt, an dem, was wir anzubieten haben.</p>
<p><em><strong>? Hat die Tatsache, dass heutzutage Musik mehr oder minder unmittelbar verfügbar ist (egal ob man zahlt oder nicht), deine Einstellung geändert? Ist es ein Segen oder ein Fluch oder sind es einfach nur zwei Seiten der Medaille? </strong></em></p>
<p>Als Musikfan habe ich absolut kein Interesse an Downloads. Wenn es eine Veröffentlichung nicht auf CD gibt, will ich sie nicht. Wenn die CD vergriffen ist, verfolge ich den Weg der Künstler nicht weiter. Ich weiß, dass das keinen Sinn macht, aber das digitale Medium spricht mich nicht an. Andererseits gefällt mir die Idee, dass ich mich nicht mit einem Label herumschlagen muss, um neue Musik zu veröffentlichen. Insofern finde ich die Idee, ein digitales Album zu machen, ziemlich aufregend.</p>
<p>M.G.</p>
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