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	<title>African Paper &#187; Brian O&#8217;Dwyer</title>
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		<title>ZÖJ: May The Devil&#8217;s Ear Be Deaf</title>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2026 03:56:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das australisch-persische Duo ZÖJ gehört seit einigen Jahren zu den markantesten Stimmen einer Musik, die kulturelle Grenzen nicht illustriert, sondern ernsthaft durchdringt. Gelareh Pour (Kamancheh, Gesang, Qeychak) und Brian O’Dwyer (Schlagzeug, Percussion) verbinden sehr unterschiedliche musikalische Prägungen zu einer Form, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/05/16/zoj-may-the-devils-ear-be-deaf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/PREC22-front.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-51041" title="PREC22 front" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/PREC22-front-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Das australisch-persische Duo ZÖJ gehört seit einigen Jahren zu den markantesten Stimmen einer Musik, die kulturelle Grenzen nicht illustriert, sondern ernsthaft durchdringt. Gelareh Pour (Kamancheh, Gesang, Qeychak) und Brian O’Dwyer (Schlagzeug, Percussion) verbinden sehr unterschiedliche musikalische Prägungen zu einer Form, die weder als bloße Fusion noch als stilistisches Experiment aufgeht. Bereits das <span id="more-51040"></span>Debüt &#8220;Fil o Fenjoon&#8221; (2023) zeigte, wie organisch sich persische Klangtraditionen und westlich geprägte Improvisationsansätze ineinanderfügen können. Der im vergangenen Jahr erschienene Nachfolger &#8220;Give Water To Birds&#8221; vertiefte diesen Ansatz und öffnete ihn zugleich für neue klangliche Räume, etwa durch den behutsamen Einsatz von Field Recordings und zusätzlichen Instrumenten.</p>
<p>Mit ihrem dritten Album &#8220;May The Devil’s Ear Be Deaf&#8221; gehen ZÖJ nun einen Schritt weiter und gleichsam zurück auf einen denkbar unmittelbaren Kern. Die vier Stücke wurden ohne Overdubs aufgenommen, in einem einzigen Durchgang, ohne nachträgliche Korrekturen. Die Band selbst beschreibt dies als bewussten Akt des Vertrauens in den Moment: Jeder Klang existiert nur ein einziges Mal und bleibt in genau dieser Form erhalten, oder er vergeht. Der Titel greift ein persisches Sprichwort auf, das gesprochen wird, um etwas Schönes vor Neid oder Unheil zu schützen. In diesem Kontext wirkt die Musik wie eine leise Beschwörung und zugleich wie ein vorsichtiger Widerstand gegen das Verstummen.</p>
<p>Gleich das eröffnende <a title="V.A.: Memorial for the Victims of Iran’s Black January Vol. 1" href="https://africanpaper.com/2026/02/28/v-a-memorial-for-the-victims-of-iran%e2%80%99s-black-january-vol-1/">&#8220;Termites&#8221;, das bereits auf einer Compilation, die den Beginn der unheilvollen Ereignisse in Iran Anfang des Jahres dokumentierte, erschienen ist</a>, entfaltet diese Haltung mit großer Eindringlichkeit. Eine zunächst fast gehauchte Stimme steht im Zentrum, begleitet von metallisch schimmernden Perkussionsklängen, die an Klangschalen erinnern. Die Stimme scheint sich im Raum zu verlieren, sich zu vervielfältigen oder vielleicht nur in der Wahrnehmung zu verschieben. Erst allmählich gewinnt der Gesang an Kontur und Intensität. Der zugrunde liegende Text – ein Gedicht des Lyrikers M. Azad, das von fragilen, künstlichen Bildern und einer unterschwelligen Angst vor deren Zerstörung handelt – wird dabei weniger erzählt als vielmehr in Klang und Ton überführt. Die Musik bleibt über weite Strecken zurückhaltend, steigert sich jedoch behutsam zu einer eindringlichen, melancholischen Verdichtung. &#8220;Desert motreb&#8221; setzt einen anderen Akzent. Der Beginn wirkt rauer, luftiger, beinahe spröde, bis sich aus dem Klang der Kamancheh eine Linie herausschält, die streckenweise an ein Blasinstrument erinnert. Was zunächst monoton erscheinen könnte, erweist sich bald als fein austarierte Entwicklung: Details treten hervor, Perkussion setzt punktuell ein, zunächst vereinzelt, dann dichter, schließlich fast drängend. Die Musik gewinnt an Bewegung, ohne ihre Würde zu verlieren. In den stärker verdichteten Passagen entsteht eine eigentümliche Spannung, die, trotz rein akustischer Mittel, gelegentlich an die wuchtige Materialität elektroakustischer Kompositionen denken lässt. Gegen Ende bäumt sich das Stück noch einmal auf, bevor es in eine fragile Ruhe zurückfällt.</p>
<p>Das dritte Stück, &#8220;Woe to the ear&#8221;, knüpft an die typische Klangfarbe der Kamancheh an, dieses leicht raue, fast wund wirkende Timbre, das selbst ruhigen Passagen eine latente Spannung verleiht. Hier entfaltet sich daraus ein eher wehmütiger Grundton, der von repetitiven Figuren getragen wird. Die Perkussion bleibt zunächst zurückhaltend, konzentriert sich auf Becken und luftige Akzente, wodurch ein offener, beinahe schwebender Raum entsteht. Wenn schließlich der Gesang einsetzt, gewinnt das Stück an feierlicher Intensität. Stimme, Streicher und Schlagzeug scheinen dabei nicht aufeinander zu reagieren im klassischen Sinne, sondern parallel zu verlaufen, und gerade in dieser Eigenständigkeit entsteht eine bemerkenswerte Form des Zusammenspiels. Vereinzelte klangliche Verfremdungen verstärken den Eindruck, als würde hier etwas zwischen Nähe und Entrückung oszillieren. Mit &#8220;She sleeps with genies&#8221; findet das Album einen Abschluss, der viele der zuvor angelegten Motive bündelt. Das Spiel der Kamancheh wechselt zwischen gezupften, fast hackbrettartigen Figuren und flächigen, gesungen wirkenden Linien. Immer wieder entstehen Momente, in denen das Instrument beinahe zu sprechen scheint. Die Perkussion bleibt zunächst dezent, steigert sich jedoch im Verlauf zu einer drängenderen Präsenz. Interessant ist hier auch, wie sich Assoziationen zu anderen musikalischen Traditionen einstellen – etwa zu irischen Streichklängen –, ohne dass dies je wie ein Zitat wirken würde. Gegen Ende verdichtet sich das Geschehen zu einer letzten, unruhigen Bewegung, bevor das Album in einem offenen, nachhallenden Klangbild endet.</p>
<p>Was &#8220;May The Devil’s Ear Be Deaf&#8221; besonders auszeichnet, ist die Konsequenz, mit der ZÖJ auf Reduktion setzen, ohne an Ausdruck einzubüßen. Die Musik wirkt ungeschützt, verletzlich, und gerade darin liegt ihre Stärke. Sie sucht nicht nach Effekten, sondern vertraut auf die Intensität des Augenblicks. Dabei entsteht eine Form von Spannung, die weniger aus dramatischen Gegensätzen als aus feinen Verschiebungen zwischen Klang und Stille, zwischen Kontrolle und Loslassen, zwischen Tradition und freier Improvisation entsteht. Es ist ein konzentriertes, in sich ruhendes Werk, das sich Zeit nimmt und diese auch einfordert. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer Musik belohnt, die nicht erklärt, sondern erfahrbar macht – leise, eindringlich und von bemerkenswerter Schönheit und Klarheit. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Parentheses Records / Bleeemo Music</strong></p>
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