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	<title>African Paper &#187; Cherif El Masri</title>
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		<title>THE INVISIBLE HANDS: Teslam</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2014 00:25:27 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/theinvisiblehandsteslam.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9642" title="theinvisiblehandsteslam" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/theinvisiblehandsteslam-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit den Sun City Girls brachte Alan Bishop Punkattitüde mit Improvisationsgeist und der Lust an echter und gefaketer Archaik aus vielen Teilen der Welt unter einen Hut, wobei neben amerikanischen und arabischen Einflüssen (die Gebrüder Bishop sind Amerikaner mit libanesischen Roots) vor allem afrikanische und ostasiatische Traditionen von Interesse waren. Bei der Vielzahl der auch nach dem Tod des Drummers und dem Ende der Band immer noch regelmäßig erscheinenden Releases wurde nicht nur mit dem Vorurteil gebrochen, dass Quantität<span id="more-9641"></span> für Qualität hinderlich sei. Auch wurde deutlich, dass verquere Bricolagenklänge von dadaistischer Dunkelheit nicht immer schwer verdaulich klingen müssen.</p>
<p>Vor kurzem legte Bishop mit seiner aktuellen Band The Invisible Hands sein bis dato vielleicht eingängigstes Werk vor. „Teslam“ wurde wie schon das Banddebüt in Bishops Wahlheimat Kairo eingespielt, zusammen mit lokalen Musikern, deren harter Kern längst mit dem Frontmann zu einer festen Gruppe verwachsen ist. Wer beim Lineup (und auch angesichts der auf <a href="http://www.discogs.com/label/52340-Sublime-Frequencies">Sublime Frequencies</a> dokumentierten Passion Bishops sowohl für „seriöse“ traditionelle Musik als auch für schräge Exotica) Orientalisches erwartet, könnte nun einmal mehr überrascht sein über den regionenübergreifenden Sound der Platte. Zwar sind regionale Instrumente zu hören, doch diese sind recht sparsam in ein Klangbild integriert, das eine große Leidenschaft für Rock, Beat und einen Songwriter-Machismo der alten Schule offenbart.</p>
<p>„Slaughterhouse“, das mit einem vuvuzelaartigen Dröhnen beginnt und in einen kernigen Midtemporocksong mündet, klingt sehr amerikanisch und channelt einen Sound, für den man Bands wie The Red Krayola liebt. Wie in dem satten Hardrock von „Weasel Down“, der Schweineorgel in „Places“ und dem schrammeligen Rock&#8217;n'Roll vieler Stücke zeigt Bishop hier, dass er eine Qualität aus Sun City Girls-Zeiten bis heute bewart hat, nämlich den Mut zum gewagten Aneignen von Stilzitaten und eine dreiste Unerschrockenheit gegenüber abgenudelten musikalischen Schablonen, die stets mit Witz angegangen werden und von der Überzeugung künden, dass vieles eben tatsächlich früher besser war, und daran ändern auch keine noch so banalen Revivals etwas, und der Zahn der Zeit schon gar nicht. In dem Sinne sind die unsichtbaren Hände allenfalls Meta-Retro, und nirgendwo zeigt sich das so gut wie in Bishops stimmungsvollen Duettpasagen mit der Sängerin Aya Hemeda, bei denen man um keine Gainsbourg/Birkin-Vergleiche herumkommt.</p>
<p>Während Oud-Klänge und nordafrikanische Rhythmen zwischen all den Gitarrentwangs, den progressiven Orgelteppichen und dem Popappeal von Bishops Gesang eher gut dosiert zum Zuge kommen, ist das Kairo der letzten Jahre in den Texten allgegenwärtig. Jeder der Songs verströmt den Geist einer Metropole, die in der jüngeren Vergangenheit zwei politische Paradigmenwechsel durchlebt hat und letztlich in einer vielleicht noch Jahre andauernden Schwellensituation vor sich hinbrodeln wird, die man als Auswärtiger nur schwer einzuschätzen vermag. Die Invisible Hands vertonen aber viel mehr die kleinen alltäglichen slices of life, die zwischen den epochalen Ereignissen stattfinden, und gehen diese mit einer Menge an skurrilem Humor und slapstickhafter Ironie an. Der rebellische Geist, der darin spürbar ist, schlägt dann auch die Brücke zum Bandnamen, der nicht auf die ökonomische Heilslehre eines Adam Smith, sondern auf obskure Kairoer Street Artists verweist, die durch kryptische Symbole das Tagesgeschehen kommentieren und dabei nicht ganz einflusslos sind.</p>
<p>Ob es diese Stehaufmentalität ist, die zusammen mit der Frische der unverquasten Musik den Titel „Teslam“ passend erscheinen ließ? Das arabische Wort bedeutet Segen, allerdings im weniger mystischen Sinne wie das ähnlich übersetztbare Wort „Baraka“, es deutet darauf hin, das etwas unter einem guten Stern steht. So jedenfalls klingt die Musik, und das ist in jedem Fall eine gute Voraussetzung für die sich immer fester formierende Band.</p>
<p><strong>Label: Abduction</strong></p>
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		<title>THE INVISIBLE HANDS: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 25 May 2013 08:10:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/theinvisiblehands.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6767" title="theinvisiblehands" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/theinvisiblehands.jpg" alt="" width="167" height="150" /></a>Dass Alan Bishop, mehr noch als sein Bruder Sir Richard, hierzulande nur Leuten mit speziellen Interessen ein Begriff ist – man weiß nie so recht, ob man das bedauern oder doch eher trotzig befürworten soll. An seiner bekanntesten Band, den nach dem Tod des Drummers aufgelösten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sun_City_Girls">Sun City Girls</a>, bissen sich bereits federführende Diskursblätter die Zähne aus und blamierten sich in Konzertberichten ähnlich wie seinerzeit die Ruhrpott-Postillen bei den Essener Songtagen. Und wenn immer jemand den improvisierten Stilmix lobt, mit dem die frühen Animal Collective bei all der animistischen Folknähe weder<span id="more-6766"></span> wie Hippies noch altbacken klangen – er oder sie hätte dasselbe zehn Jahre zuvor schon bei dem Trio aus Arizona tun können, ohne dabei einen gymnasialen Teeniehype zu hofieren. Schwer zu sagen, warum die <a href="http://www.discogs.com/artist/Sun+City+Girls">Band mit der enormen Diskografie</a> bei uns derart Geheimtipp geblieben ist.</p>
<p>Die Sun City Girls hatten, nicht nur was Improvisation und Offenheit betraf, ein an Surrealismus und Krautrock geschultes Moment. Auch der absurde Humor, der in Titeln, Texten und Artwork zum Ausdruck kam, brach mit bis heute gängigen Konventionen von Eindeutigkeit und ließ die Band wie ein Americana-Pendant zu Nurse With Wound erscheinen. Vieles davon führte Bishop in seinem Soloprojekt <a href="http://www.suncitygirls.com/discography/AlvariusB_BaroquePrimitiva.php">Alvarius B</a> weiter, mit dem er vor zwei Jahren James Bond-Songs und Bob Dylan-Klassiker neu interpretierte – wohl als ironische Hommage an die verdrehten Ideale unserer Zeit. Von all dem findet sich auch viel in seinem jüngsten Projekt The Invisible Hands, das er in seiner Wahlheimat Kairo mit einheimischen Musikern betreibt und das im Nahen und Mittleren Osten ausschließlich unter dem Namen El Ayadi El Khafeyya bekannt ist.</p>
<p>Das Album, entstanden in chaotichen Umbruchszeiten, steht ganz im Zeichen deutlicher Kontraste. Das Zusammenspiel traditionell sehr unterschiedlicher Klänge und Tonalitäten muss nicht als erstes genannt werden, denn solche Übungen sind längst Routine, zumal Oud und weitere Instrumente in dem folkigen Gitarrenpop auch etwas kurz kommen. Vollkommen in Balance dagegen ist die Sprache, wobei die Trennung derart rigoros vollzogen wurde, dass man den Bandnamen entsprechend entweder eine arabische oder die mir vorliegende englische Version in der Hand hält. Die markantesten Brüche ereignen sich im Rahmen der Stimmung und in den Lyrics, denn nichts ist greifbar, jeder Song scheint den vorherigen atmosphärisch zu negieren, und in der Aussage gehen Ernst und schwarzer Humor Hand in Hand. Bissige Popstücke mit sonnigen Melodien, die auch auf einer jüngeren Ariel Pink-Veröffentlichung gepasst hätten („Soma“) finden sich neben romantischen Klavierpassagen („Summer Rain“) und psychedelischen Horrorscores („Dream Machine“, „Hitman Boy“). Wild zusammengewürfelt wirkt das trotzdem nicht. In fröhlichen Beatsongs reimt sich „Water“ auf „Daughter“ und „Slaughter“, und überhaupt ist Bishop ein Meister darin, aus poetischen Phrasen die Luft heraus zu lassen: „So many people on fire/ So many people on ice/So many of them want my money/ The rest of all think i&#8217;m nice“, holpert es flapsig in „Soma“.</p>
<p>Bishop ist als Texter ein Meister falscher Illusionen, und dabei durchaus nicht nur an Kabarett und Dada interessiert. „I heard they saw his Papa“, könntet man in „Black Blood“ verstehen, doch es heißt „sawed“ und geht weiter :„in half, right in front of his eyes“. „And out came birds that fly“, heißt es in der nächsten Strophe, doch der aufmerksame Hörer weiß längst, dass es hier um den Schädel eines Freundes geht. „Black Blood“ ist der schockierende Gedankenstrom eines Gefangenen im „War of Civilization“, der gerade eine demokratische Verhörmethode über sich ergehen lässt – und lügt, dass sich die Gitter des Knastfensters biegen. Eine toller Song und zugleich eine schallende Replik auf alle selbstgerechten Ausreden, wie sie zuletzt beim angeblich untendenziösen Zero Dark Thirty-Machwerk, <a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jan/25/zero-dark-thirty-normalises-torture-unjustifiable">zu dem Slavoj Žižek alles Wesentliche gesagt hat</a>, in die Welt gesetzt wurden.</p>
<p>The Invisible Hands/ El Ayadi El Khafeyya werden hoffentlich noch weiter zusammenarbeiten. In einem etwas kauzigen Interview erwähnte Bishop, die Lyrics seien schon Jahre vor der Bandgründung verfasst worden. Vielleicht stimmt das, und eventuell hat er ja noch mehr davon in der Schublade. Geplant ist als nächstes eine Box, in der beide Versionen enthalten sind. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.suncitygirls.com/abduction/">Abduction</a></strong><br />
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