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	<title>African Paper &#187; Christian Death</title>
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		<title>The New Young Kings Of Midnight: Gemeinsames Album von Gitane Demone und Paul Roessler</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Dec 2023 06:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gitane Demone (Pompeji 99, Christian Death) und Paul Roessler (45Grave), die schon auf verschiedenen gemeinsamen Projekten vertreten waren, bringen Mitte des Monats eine neue Kollaboration heraus. Das Album &#8220;The New Young Kings Of Midnight&#8221; ist eine klassisch-orchestral ausgerichtete Hommage an &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/07/the-new-young-kings-of-midnight-gemeinsames-album-von-gitane-demone-und-paul-roessler/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gitane Demone (Pompeji 99, Christian Death) und Paul Roessler (45Grave), die schon auf verschiedenen gemeinsamen Projekten vertreten waren, bringen Mitte des Monats eine neue Kollaboration heraus. Das Album &#8220;The New Young Kings Of Midnight&#8221; ist eine klassisch-orchestral ausgerichtete Hommage<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/12/gd.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38778" title="gd" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/12/gd.jpg" alt="" width="600" height="600" /></a><span id="more-38774"></span></p>
<p>an Demones früheren Bandkollegen Rozz Williams und den mit Roessler befreundeten Darby Crash (The Germs), die durch Suizid ums Leben kamen. Die Texte, eventuell aber auch musikalische Motive setzen sich mit Dingen auseinander, die die beiden Künstler noch hätten erreichen können. Das Album erscheint als CD und zum Download bei Dark Vinyl. <!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_231205_183319_851.sdocx--></p>
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		<title>ROZZ WILLIAMS: Sleeping Dogs</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Dec 2013 01:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/Rozz-5070623-1383689211-7015.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8012" title="Rozz-5070623-1383689211-7015" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/Rozz-5070623-1383689211-7015-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Durch die in den letzten Jahren (wieder)veröffentlichten Aufnahmen von Rozz Williams&#8217; Projekt Premature Ejaculation, die wir auch auf dieser Seite regelmäßig besprochen haben, wurde der experimentelle Teil des Werkes des Kaliforniers in den Mittelpunkt gerückt, wobei Williams&#8217; (Ver)Kult(ung) natürlich primär auf dem Frühwerk von Christian Death gründete, durch das er zur Gothic-Ikone schlechthin wurde und Stoff für gleich mehrere Hagiographien lieferte, denn das 1982 erschienene Debüt „Only Theatre of Pain“ diente -gerade auch ästhetisch- als Blaupause für zahlreiche oftmals weniger inspirierte Bands. Dabei waren Williams&#8217; musikalische Einflüsse und Interessen vielseitig(er) und ließen sich -zumindest dann, wenn es um Songorientiertes ging- oftmals klar in den 70ern verorten.<span id="more-8006"></span></p>
<p>1993 war eine Shadow Project-Tour durch Deutschland angekündigt, allerdings hatte sich die Band zwischenzeitlich aufgelöst und Williams spielte bei den Auftritten mit neuen Mitmusikern zwar (auch) Shadow Project-Songs, aber in kompakterer, rockiger Form. Unter dem Projektnamen Daucus Karota wurde dann auch kurz darauf die 10&#8221;-EP „Shrine“ aufgenommen, die einen Musiker zeigte, der sich dem engen Korsett, in das ihn Fans pressten, zu entwinden versuchte. Im Laufe der Jahre spiegelte sich dies auch immer wieder in den Songs wider, die gecovert wurden: u.a. Stücke von Lou Reed, Velvet Underground, Gary Numan, Alice Cooper, Roxy Music, T-Rex, Stooges und (immer wieder) David Bowie. Dass der „thin white duke“ schon sehr früh ein zentraler Einfluss war, konnte man spätestens auf dem zweiten, 1984 erschienenen Christian Death-Album „Catastrophe Ballet“ erkennen, auf dem Williams teilweise auf unheimliche Art wie ein Wiedergänger Bowies klang.</p>
<p>Die nun veröffentlichte Doppel-LP „Sleeping Dogs“ enthält (oftmals unveröffentlichte) Songs, die auf vier Konzerten zwischen 1993 und 1997 aufgenommen wurden. Knapp die Hälfte sind Coverversionen (wobei das in den Credits des Albums leider nur lückenhaft angegeben ist): Marc Bolans „Sunken Rags“ (hier als „Sunken Rex“ aufgeführt), „Raw Power“ der Stooges, das in seiner Studioversion auf „Shrine“ zu finden ist, Lou Reeds „Kill Your Sons“, das er Anfang der 90er auch mit den kurzzeitig reformierten Christian Death neu interpretierte und insgesamt drei Stücke Bowies: „Dodo“, „Moonage Daydream“ und „Time“. Auf letzterem wird Williams am Keyboard begleitet und „Time“ erinnert dann auch etwas an das mit Gitane Demone aufgenommene Album „Dream Home Heartache“. Das auf „Sleeping Dogs“ ebenfalls enthaltene „Flowers“ von eben diesem Album wird in etwas rockigerer Form gespielt. Die meisten der anderen Stücke erinnern an „Shrine“, wobei das treibende „Bruised“ oder „2<sup>nd</sup> Step“ zu den Höhepunkten gehören. Insgesamt ist „Sleeping Dogs“ ein erstaunlich homogen klingendes Album. Man ginge sicher zu weit, wenn man sagen würde, hier handele es sich um eine Art verschollenes Album – es hieß immer wieder, Williams habe ein ganzes Daucus Karota-Album aufnehmen wollen -, aber weit mehr als eine disparate Zusammenstellung ist „Sleeping Dogs“ bei weitem. Da der Klang durchgängig gut ist, dürften auch die, die vielleicht den einen oder anderen Track lediglich von Bootlegs kennen, zugreifen.</p>
<p>Ein Sprichwort sagt: „Let sleeping dogs lie“ &#8211; man kann froh sein, dass dies nicht befolgt wurde.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://www.going-underground.de/">Going Underground</a></p>
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		<title>MIGHTY SPHINCTER: Rare Unearthed Videos</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 10:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gothic hatte schon von Anbeginn immer etwas Theatralisches und auf die Vergangenheit Gerichtetes: Man denke etwa an die Auftritte von Bauhaus, die durch die Beleuchtung an expressionistisches Kino erinnerten &#8211; nicht zufällig war die erste Veröffentlichung der Band eine (augenzwinkernde) &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/10/29/mighty-sphincter-rare-unearthed-videos/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/Mighty2.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3105" title="Mighty" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/Mighty2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Gothic hatte schon von Anbeginn immer etwas Theatralisches und auf die Vergangenheit Gerichtetes: Man denke etwa an die Auftritte von Bauhaus, die durch die Beleuchtung an expressionistisches Kino erinnerten &#8211; nicht zufällig war die erste Veröffentlichung der Band eine (augenzwinkernde) Hommage an Bela Lugosi. Nik Fiend wirkte dank Schminke ganz so, als habe George A. Romero Mephisto auf Leinwand bannen wollen, die Nebelexzesse der Sisters of Mercy sind legendär und die Virgin Prunes, die natürlich nie in das enge (Genre-)Korsett passten, waren vielleicht die theatralischste all der Bands der frühen 80er. <span id="more-3102"></span>Später konnte man dann den Mehlspuren folgen, um zu einem Auftritt der Fields of the Nephilim zu gelangen, deren Wüsten-Cowboy-Kostümierung dieses weiße Pulver den richtigen staubigen Look geben sollte. Und natürlich lichteten sich die ursprünglichen Christian Death auf der Rückseite ihres Albums, das 1982 erschien und das paradigmatisch für das stand, was in den USA Death Rock genannt wurde, so ab, als seien sie einer von Roger Cormans Poe-Verfilmungen entsprungen. Dabei wurzelten eine ganze Reihe dieser Bands (musikalisch wie personell) im Punk und deswegen war es auch kein Zufall, dass der NME dieses sich neu konstituierende Genre ursprünglich als „Positive Punk“ apostrophierte.</p>
<p>Mighty Sphincters Inszenierung und Kostümierung erinnert an Rozz Willimas und Co, aber sicher spielte bei ihnen auch das hinein, was sich im Horrorpunk der Misfits oder später Samhain zeigte. Dabei muss man bei den Amerikanern zwischen den frühen Aufnahmen mit Sänger Ron Reckless und denen mit Doug Clark am Mikro unterscheiden. Die Stimme des ersteren war ganz klar am Punk geschult (bezeichnenderweise spielten Mighty Sphincter über die Jahre mit Bands wie GBH, Social Distortion, den schon erwähnten Samhain, Dead Kennedys, aber auch Hüsker Dü und natürlich 45 Grave). Die Texte und die Auftritte des adäquat genannten Reckless hatten eine psychopathisch-dysfunktionale Qualität, was sich auf der DVD bei den drei Aufnahmen aus dem Jahre 1984 und dem Video zu „Electric Hosebag“ zeigt. Auf „Waltz in Hell“ singt er: „Backed up full of acid, cigarettes in bed/You pick your blisters and the sore&#8217;s well fed“ und wenn man sich diese Aufnahmen anschaut, auf denen Reckless auf der Bühne eine Puppe zerlegt, dann glaubt man Greg Hymes sofort, der in den Linernotes der Compliation „Ghost Walking/New Manson Family“ schrieb: „Our live shows never had a song list. We would huddle around the drums and decide what to do next. We would go wherever the acid took us.“ Vielleicht waren diese frühen Auftritte in ihrer Zurschaustellung des Pathologischen näher an G.G. Allin als an einer Band wie z.B. den Banshees.</p>
<p>Die in wenigen Tagen (in beiderlei Hinsicht zu verstehenden) abgedrehten Videos (und der Auftritt zu Halloween im Jahre 1986) mit Sänger Doug Clark sind musikalisch wie ästhetisch anders geartet: Clarks Stimme klingt dunkler, tiefer, man könnte auch sagen: gothischer. Die Sätze zur Genese der Videos in den Linernotes machen deutlich, dass es der Band primär um Spaß ging. Es werden alle Ingredienzien dessen bemüht, was heute noch vermeintlich einsam-unverstandene Poeten in Gothic-Postillen beschwören: Vollmond, Fledermäuse und Blut (das – wie die Bilder im DVD-Booklet zeigen – durchaus aus der Ketchupflasche stammen darf). Die grellen Farben erinnern einerseits an die Ästhetik einiger Hammerfilme, verweisen aber auch auf Dario Argento. All das ist aber durch die Übersteigerung, durch Grimassieren, Gestik und Kulissen völlig ironisiert und gebrochen. Schaut man sich „Ghostwalking“ oder aber die primär die Band auf der Bühne zeigenden „Hollywood Goes to Hell“ und „Kingdom of Heaven“ (mit seiner sehr expliziten Kirchenkritik) an, dann hat man unweigerlich eine Mischung aus Patchouli und Kunstnebel in der Nase. Die Videos werden weniger vom Plot als von der Atmosphäre getragen und machen auch heute oder vielleicht gerade heute trotz durchwachsener Bildqualität eine Menge Spaß.</p>
<p>Greg Hymes schrieb einmal: „SPHINCTER was an attack on everything“. Und der Name (der schon an die Butthole Surfers – mit denen sie auch aufgetreten sind &#8211; erinnert) entstand bestimmt nicht nach der Lektüre von Batailles Sonnenanus, sondern wahrscheinlich eher nach dem Genuss von Alkohol und einer pflanzlichen Substanz, die auch in einer der zwei sehr kurzen Interviewpassagen eine Rolle spielt.</p>
<p>Warum überzeugen Mighty Sphincer mehr als all die kostümierten Langweiler, die dem Besucher des WGT die Schamesröte ins Gesicht treiben? Neben der sympathischen, augenzwinkernden Inszenierung ist das ganz sicher die Musik der Band, die fast durchgängig aufregend, partiell rabiat, wenig steril und trotz der Theatralik authentisch klingt. In einer Zeit, in der dunkle Musik durch verschiedene aus anderen Szenen kommenden Bands -die oftmals interessantere Musik machen als all die Sisters-Klone und (wenig verkappten) Schlagersänger- wieder akzeptabel wird, ist es nicht schlecht, sich diese Videos einmal (oder öfter) anzuschauen, um mit eigenen Augen zu sehen, wie aufregend Gothic einmal sein konnte.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.cathedralmusicgroup.com/">Cathedral Music</a></p>
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		<title>ROZZ WILLIAMS: The Lost Recordings</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rozz Williams hat spätestens mit seinem Freitod am 1. April 1998 endgültig (s)eine Apotheose erfahren und ist in den Olymp (oder besser: Hades) eingekehrt. Obwohl primär durch seine songorientierten Arbeiten verkultet –  Christian Deaths 1982 erschienenes Debüt „Only Theatre of &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/rozz-williams-the-lost-recordings/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Rozz-Micky-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1729" title="Rozz-Micky-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Rozz-Micky-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Rozz Williams hat spätestens mit seinem Freitod am 1. April 1998 endgültig (s)eine Apotheose erfahren und ist in den Olymp (oder besser: Hades) eingekehrt. Obwohl primär durch seine songorientierten Arbeiten verkultet –  Christian Deaths 1982 erschienenes Debüt „Only Theatre of Pain“ dürfte eines der besten Death Rock-Alben aller Zeiten sein,  Shadow Projects zweites Album „Dreams for the Dying“ fügte gothischer Grundstimmung komplexe und experimentelle Strukturen hinzu, seine zwei sicher von Jim Morrisons „American Prayer”-Album beeinflussten Spoken Word- Alben präsentierten Szenarien gespeist aus Heroin- und Alkoholabusus, aus Depression(en) und (A-)Religiosität.<span id="more-1704"></span></p>
<p>Williams war aber schon in der Frühphase von Christian Death an experimenteller Musik interessiert, die er zusammen mit Ron Athey –  seinem damaligen Partner –  mit dem Performanceprojekt Premature Ejaculation erforschte.</p>
<p>Die (Wieder-)Veröffentlichung der „Lost Recordings“ durch Malaise Music ist ein Mammutprojekt, sollte man Vergleiche im weiteren Feld randständiger Musik suchen, fällt (nur) noch die „Merzbox“ ein. So sollen innerhalb der nächsten Jahre etwa 30 (Doppel-)CDs/DVDs veröffentlicht werden und wenn im Booklet steht, dass man nicht vorhabe, mit diesem Projekt Gewinn zu erzielen, mag man das zuerst als Koketterie abtun, Fakt ist aber, dass diese Musik nur für wenige (Fans) geeignet ist. Diese Aufnahmen (wieder) zugänglich zu machen, hat primär dokumentarischen, archäologischen Charakter – statt „entertainment through pain“ vielmehr „pain through entertainment“. Wenn man darüber hinaus bedenkt,  dass heutzutage Bands wie Labels, ob Major oder Indie, unter der Flut illegalen Downloads leiden, was letztlich kleineren Labeln und Künstlern die Existenzgrundlage entzieht – vgl. auch die Äußerungen von Brian Williams im Interview- , dann muss man einem Unterfangen, das  obskur(st)e, teils nie zuvor veröffentlichte Musik zugänglich machen will, attestieren, im positivsten Sinne anachronistisch zu sein.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Rozz-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1730" title="Rozz-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Rozz-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Musikalisch erinnern die frühen Aufnahmen mit ihren (oftmals) aus sehr wenigen Loops konzipierten Stücken an den frühen Boyd Rice, insbesondere an das „Black Album“; ästhetisch/thematisch verweisen die geschundenen,  verletzten und kranken Körper an die Konzentration auf das Pathologische bei den frühen SPK – bei Williams nicht in einen Überbau aus Foucault und Poststrukturalisten gebettet, sondern gespeist aus Disneyland und der Kehrseite des amerikanischen Traums. Dass Williams’ Tapelabel, auf dem einige der Aufnahmen ursprünglich veröffentlicht wurden, in Anlehnung an Disneyland  The Happiest Place on Earth –  später aus rechtlichen Gründen in The Happiest Tapes on Earth  umbenannt –  hieß, ist bezeichnend.</p>
<p>Schockten die Konzerte der frühen Christian Death durch Blasphemie (fast schon eine logische Konsequenz aus dem Aufwachsen in einer strengen Baptistenfamilie), fügten die Premature Ejaculation-Auftritte dem noch  Transgressionen in der Tradition von Performancekunst und Wiener Aktionismus hinzu.</p>
<p>Premature Ejaculation versinnbildlicht (damit) auch immer wieder die Kehrseite des amerikanischen Traums; eines Traumes in einer Nation, in der das Streben nach Glück im Gründungsdokument verankert ist. Kalifornien, in dem Williams den größten Teil seines Lebens verbrachte, ist vielleicht der Staat, in dem dieses Versprechen (und die damit verbundene Heilserwartung) am meisten aufgeladen ist, was gleichzeitig bedeutet, dass beim Scheitern die Enttäuschung – die Fallhöhe – umso größer sein muss. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass Kalifornien Manson und La Vey hervorgebracht hat und so viele andere Formen von kruden Heilsversprechen (Harold Bloom spricht sogar vom „Kalifornischen Orphismus“ um die dort zu findenden Spielarten von New Age zu bezeichnen) – ebenso wie es durchaus Gründe dafür gibt, dass Lovecraft, Poe und auch King in Neuengland, dem ältesten Teil der jungen Nation, leb(t)en und schrieben/schreiben.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/PE11-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1731" title="PE11-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/PE11-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die teils aggressive Thematisierung der anderen Seite  findet sich ebenfalls in den Produkten eines anderen Mediums und zwar in den einige Jahre vor diesen Aufnahmen gedrehten Frühwerken von Romero, Hooper und Craven.</p>
<p>Williams kanalisiert all das durch seine  Musik und seine Collagen/Bilder, in denen dem (damals noch nicht so fortgeschrittenen Extrem-)Kapitalismus immer wieder totalitäre Züge attestiert wurden, wobei sich in Williams’ Arbeiten zum Teil schon das angedeutet fand, was insbesondere bei Power Electronics-Bands virulent werden sollte: Ein Changieren zwischen Konfrontation (nach dem Motto „Some people don’t want to know what’s going on around them.“ (Slogan eines Premature Ejaculation-Posters)) mit dem Abjekt (Kristeva) um <em>mankind</em> einen Spiegel vorzuhalten, aus dem die verzerrte Fratze des <em>manunkind </em>(Cummings), des Untiers (Horstmann) blickt und gleichzeitig auch (und vielleicht unumgänglich) eine Faszination am Verfemten, ein Schau(d)ern angesichts des Grauens, zu dem das Säugetier Mensch fähig ist. Diese Janusköpfigkeit des Projekts durchzieht die gesamten Aufnahmen und Bilder: „Die Zivilisierten verhüllen das Gesicht ihrer toten Mitmenschen“ schreibt Bataille –  insofern sind Williams und Athey bzw. später Chuck Collision unzivilisiert.</p>
<p>Die Doppel-CD „Part 1“ enthält frühe(ste) Aufnahmen: Störgeräusche, die an den frühen Mauricio Bianchi denken lassen (Track 1), auf wenige Töne reduzierte Stücke (Track 2), Feldaufnahmen (Track 3), einzelne Loops, in die sich weitere schleichen (Track 4) – das ist Experiment und Versuch(-sanordnung).</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/PE22-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1732" title="PE22-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/PE22-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Bonus-CD wirkt durch die Mischung aus Metallperkussion, Loops und Einsatz von Bass (?) wie eine Jamsession  in einer Anstalt für Geisteskranke, gerade wenn sich  Williams und Athey (?) gegen Ende so anhören, als werde ein Exorzismus an ihnen vorgenommen.</p>
<p>„Part 2“ (ebenfalls zwei CDs)  ist – obwohl in einem ähnlichen Zeitraum entstanden –  atmosphärisch dichter: Trotz aller Fragmentierung ist das Album, auf dem auch verfremdete Stimmen und Atemgeräusche eingesetzt werden, zusammenhängender, (auch) weniger auf Schock bedacht. Das klingt interessanterweise wie die im gleichen Jahr gemachten Aufnahmen von William Bennetts Projekt Bradford Red Light District (das die beiden sehr wahrscheinlich nicht kannten) – nun also kein Gang durch das Rotlichtviertel sondern durch den Trailerpark.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/A-little-hard-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1733" title="A-little-hard-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/A-little-hard-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Bonus-CD enthält im besten Sinne (ver-)störende Tracks, auf denen Samples eine zentrale Rolle spielen. Dabei ist das verwendete Material auf Track 2 („O Fortuna“ aus Orffs  „Carmina Burana” und „Das Moritat von Meckie Messer“ aus Brechts „Dreigroschenoper”) heute nicht mehr wirklich originell, das aber den zum Zeitpunkt der Aufnahmen (1982) etwa 19-jährigen heute vorzuwerfen, wäre ein Anachronismus. Track 3 sorgt für <em>comic relief</em>, besteht primär aus Ausschnitten aus einem Aufklärungs-Tape/Video. Track 4 verzichtet weitgehend auf Samples und hört sich an, als wäre er unter einer Autobahnbrücke aufgenommen worden. Die CD klingt mit einem 11-minütigen Störgeräusch aus und lässt den Hörer erschöpft zurück.</p>
<p>„A little  hard to swallow“ enthält Material eines unveröffentlichten Tapes (jede Seite macht eine CD aus): Sprachsamples, Loops, repetetive Passagen, Metallperkussion, Samples aus religiösen Sendungen, verlangsamte Stimmen – eine oftmals stimmige Bricolage, die die erste Phase von Rozz Williams’ experimentellen Arbeiten beendet.</p>
<p>Die Doppel-CD „Living Monstrosities/Descent“ ist der vierte Teil der Serie und enthält 1985 aufgenommene Tracks (entstanden, nachdem Williams Christian Death nach „Ashes“ verlassen hatte), die ohne Athey, dafür zusammen mit Chuck Collision gemacht wurden. Man findet auf „Living Monstrosities“ erneut die inzwischen für das Projekt so charakteristischen Loops und Sprachsamples, wobei der lange Track verglichen mit den früheren Aufnahmen dynamischer und strukturierter klingt, im letzten Drittel kurzzeitig auch brachial-atonale Momente enthält.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Living-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1734" title="Living-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Living-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„Descent“ ist ein etwas anders ausgerichtetes, sehr homogenes Stück, das wesentlich stärker Noiseelemente enthält und – wenn man so will- am industriallastigsten ist: Das ist Musik aus der amerikanischen Alptraumfabrik,  die in dieser Form in Großbritannien vielleicht  auf Broken Flag nicht fehl am Platz gewesen wäre.</p>
<p>Eventuell mag der eine oder andere damals gedacht haben, dass die beiden Premature Ejaculation-Tracks auf der „Amercian Gothic“-Compilation inmitten des Death Rocks fehl am Platze wären, aber eventuell ist diese Musik der wahre American Gothic.</p>
<p><em>To be continued…</em></p>
<p><em>(M.G.)</em></p>
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