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	<title>African Paper &#187; Compunctio</title>
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		<title>DAVID AHLEN &#8211; Interview</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:03:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Compunctio]]></category>
		<category><![CDATA[David Åhlén]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Schwede David Åhlén dürfte den meisten Lesern ein Unbekannter sein, dabei hat er mit dem nur knapp 30-minütigen “We Sprout In Thy Soil” kürzlich ein dezent instrumentiertes Album veröffentlicht, das in seiner emotionalen Tiefe und stimmlichen Gestaltung entfernt an &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/david-ahlen-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/David-%C3%85hl%C3%A9n-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1560" title="David-Åhlén-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/David-%C3%85hl%C3%A9n-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Schwede David Åhlén dürfte den meisten Lesern ein Unbekannter sein, dabei hat er mit dem nur knapp 30-minütigen “We Sprout In Thy Soil” kürzlich ein dezent instrumentiertes Album veröffentlicht, das in seiner emotionalen Tiefe und stimmlichen Gestaltung entfernt an Antony erinnert, wobei Åhlén sich thematisch ausschließlich auf seinen Glauben an Gott konzentriert, dessen Bedeutung für ihn im folgenden Interview noch einmal mehr als deutlich wird. <span id="more-1558"></span></strong></p>
<p><strong><em>Da es nicht so viele Informationen über dich gibt, wollte ich mit einer recht konventionellen Frage beginnen. Was war dein erster Kontakt mit Musik? </em></strong></p>
<p>Ich singe und spiele seit ich ein Kind bin. Mit vier Jahren habe ich angefangen Geige zu spielen und ich habe während meiner Kindheit in der Kirche meines Vaters gesungen. Als Teenager habe ich dann später angefangen meine eigenen Songs zu schreiben und in verschiedenen Bands zu spielen.</p>
<p><strong><em>Bist zu von (zeitgenössischen) Künstlern inspiriert worden? </em></strong></p>
<p>Stina Nordenstam, MY BLOODY VALENTINE, Björk, RADIOHEAD, Nick Cave um nur ein paar zu nennen.</p>
<p><strong><em>Baptistische Gemeinden haben oftmals eine in der Gemeinde fest verwurzelte Gesang- und Chortradition. Stellt diese Tradition für dich einerseits als Künstler und andererseits als Mensch einen relevanten Referenzpunkt dar?</em></strong></p>
<p>Das ist für mich sehr wichtig gewesen. Die Spiritualität und die Musik, mit der ich aufgewachsen bin, haben mich mehr als alles andere beeinflusst. Ohne die Hymnen, die wir während meiner Kindheit in der Kirche gesungen haben, würde ich heute nicht die Musik machen, die ich mache. Sowohl die Texte als auch die Musik sind ein Teil von mir. Ich kann die Spiritualität nicht von der Musik trennen. Ich habe versucht Texte über andere Themen als Religion zu schreiben, aber ich bin gescheitert…Musik ist für mich auch wichtig gewesen, um mit Gott zu kommunizieren. Durch die Hymnen und Loblieder kann man seine Liebe, Freude, Frustration, Wut, Angst und was sonst noch alles ausdrücken. Lieder zu singen oder in Zungen zu sprechen – es ist alles ein Rätsel: Man muss nicht wissen, warum man es tut. Man ist einfach erschaffen, es zu tun.</p>
<p><strong><em>Du hast zuvor als NAMUR veröffentlicht, eine Band/ein Projekt, das sich musikalisch von deinem Soloalbum unterscheidet (auch wenn “Vesper” auf das, was auf “We Sprout…” kommt, vorauszudeuten scheint). Waren die Texte ähnlich und existiert die Band noch? </em></strong></p>
<p>Die Texte sind ähnlich. Was die Musik anbelangt, waren wir sehr von Bands wie RADIOHEAD, MÚM, SIGUR RÓS; MASSIVE ATTACK usw. beeinflusst. Es ist eine musikalische Ära, die vorbei ist. Die Band ist nicht mehr aktiv und ich habe keine Pläne, neu zu beginnen. Ich nehme in meinem Heimstudio immer noch elektronische Musik auf und eines Tages werde ich vielleicht etwas veröffentlichen.</p>
<p><strong><em>Auf der “Wasted Breaths”-7′ hieß es, dass dein Album Anfang 2008 erscheinen sollte. Tatsächlich wurde es aber erst ein Jahr später veröffentlicht. Wie kam es zu dieser Verzögerung?</em></strong></p>
<p>Das Hauptproblem war meine Gesundheit während dieses Jahres – deswegen mussten wir viele Aufnahmetermine absagen. Der andere Grund hatte mit unserem Aufnahmeprozess zu tun. Wir haben verschiedene Räume ausprobiert und die Arrangements der einzelnen Songs variiert. Einige der Stücke wurden vier, fünf Mal aufgenommen, bevor wir endlich zufrieden waren.</p>
<p><strong><em>Du hast Geld vom schwedischen Kultusministerium bekommen. Wie ist es dazu gekommen und hat das geholfen, das Album fertigzustellen? </em></strong></p>
<p>Wir haben einen Antrag gestellt und das hat geholfen das Projekt zu finanzieren.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/David-%C3%85hl%C3%A9n2-204x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1559" title="David-Åhlén2-204x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/David-%C3%85hl%C3%A9n2-204x300.jpg" alt="" width="204" height="300" /></a>Was ist für dich wichtiger – die Texte oder die Musik? </em></strong></p>
<p>In den Liedern, die ich schreibe, sind Musik und Texte auf intime Art und Weise miteinander verbunden, deswegen ist es schwierig, diese Frage zu beantworten. Ich schreibe immer zuerst die Musik und füge die Texte später hinzu. Im weiteren Sinne ist die Musik für mich als Hörer vielleicht wichtiger. Es ist eine Sprache, die die Macht hat, alles in sich auszudrücken. Ich höre viel Instrumentalmusik: Jazz, elektronisch, klassisch.</p>
<p><strong><em>“We Sprout In Thy Soil” beschäftigt sich ausschließlich mit Religion. Das ganze Album hindurch hat man das Gefühl von Sehnsucht (nach “Heilung” und “Reinigung” wie es auf “Stir Our Hearts” heißt). Ist Religion für dich als Künstler die treibende Kraft? </em></strong></p>
<p>Absolut, das ist die Luft, die ich atme. Ich bin süchtig nach Gott – ich kann ohne seien heiligen Geist nicht leben. Wenn ich Musik mache, mache ich es aus Verehrung. Wenn ich auftrete, hat es alles mit Verehrung zu tun. Meine Liveshow ist ein Gottesdienst. Die Lieder sind Gebete – bei manchen kann jeder sofort mitmachen – manche dagegen sind intime, persönliche Liebeslieder. Aber ich zwinge mein Publikum nicht dazu, dabei mitzumachen, es ist freiwillig…</p>
<p><strong><em>Was hältst du von Gottesbeweisen? </em></strong></p>
<p>Ich habe an Religionsphilosophie kein Interesse mehr. Es gab eine Phase in meinem Leben, als das für mich wichtig war. Aber für mich ist der Beweis Gottes Liebe. Und ich glaube daran, weil ich seine Stimme gehört, seine Anwesenheit gespürt und seine Hand gehalten habe. Darüber kann man nicht diskutieren. Ich bete eher für jemanden, der zweifelt als dass ich versuche meinen Glauben mit Worten zu beweisen.</p>
<p><strong><em>In einer Diskussion mit einem Freund sprachen wir über deine Musik und deine Texte und wir hatten den Eindruck, dass Bands wie z.B. WOVEN HAND stark (wenn auch nicht ausschließlich) vom Alten Testament beeinflusst sind (Feuer, Schwefel, ein strafender Gott, um es sehr vereinfacht auszudrücken). Deine Musik scheint mehr von der Idee des liebenden Gottes des Neuen Testaments beeinflusst worden zu sein (natürlich ist es so, dass du auch Zeilen aus dem Alten Testament bei “Arise” benutzt, aber das Hohelied Salomons ist ein besonderer Teil des Alten Testaments). Kannst du ein paar Worte zu diesen Assoziationen sagen? </em></strong></p>
<p>WOVEN HAND sind großartig! Ich bin mit der schwedischen Baptistenbewegung großgeworden und später mit der Vineyard-Bewegung und die theologische Sicht war, dass es um das Reich Gottes geht, die Liebe und Barmherzigkeit Gottes betonend. David Eugene Edwards ist in einem anderen Umfeld aufgewachsen. Soweit ich weiß, mit den “Old School”-Predigern, die vom jüngsten Tag gesprochen haben. Daran mag es liegen, dass wir uns auf verschiedene Dinge konzentrieren. Aber ich denke, dass er etwas Wichtiges mitbekommen hat: Gott ist sowohl Löwe als auch Lamm. Gott liebt im Alten und im Neuen Testament. Es ist schwierig für uns, alles in der Bibel zu verstehen. Gottes Wege sind wundersam und seine Gedanken und Pläne sind jenseits von unserer Vorstellungskraft. Anstatt ihn zu hinterfragen, gebe ich mich ihm hin…</p>
<p><strong><em>Durch diverse europäische Großstädte fahren derzeit Busse, die sich der atheistischen Mission verschrieben haben. Dem entgegen haben diverse christliche Glaubensgemeinschaften mit gegenteiligen Botschaften auf Bussen reagiert. Wie stehst du persönlich dem Gedanken der Mission gegenüber?</em></strong></p>
<p>Ich habe darüber gelesen…Nun, ein Christ sollte immer mit Liebe kämpfen. Und wenn man das macht, verwendet man nicht die gleiche Waffe wie der Gegner. Ich habe persönlich mit Missionierung zu tun. Es nennt sich Powerevangelismus und es geht darum, Gottes Liebe und Mitgefühl mit anderen zu teilen. Wir beten für Menschen, die krank sind und wir kümmern uns um die Bedürftigen. Es gibt viele wütende Christen, die durch die Politik kämpfen. Davon halte ich nichts: Das Königreich Gottes ist etwas ganz anderes.</p>
<p><strong><em>Auf deinem Album variierst du die Instrumentierung (manchmal nur Gesang und Bass, Gesang und Spinnet, zweimal kommen Streicher hinzu). Sollte das Album sowohl abwechslungsreich als auch “rein” klingen? </em></strong></p>
<p>Ja, wir wollten, dass das Album minimalistisch und “rein”, aber dennoch abwechslungsreich ist. Das Ergebnis ist zufrieden stellend.</p>
<p><strong><em>Gibt es Pläne für einen Nachfolger für “We Sprout In Thy Soil”? </em></strong></p>
<p>Auf jeden Fall, ich schreibe gerade neue Musik und hoffentlich werden wir das Album irgendwann 2011 veröffentlichen.</p>
<p>- M.G. &amp; D.L. -</p>
<p><a href="http://www.myspace.com/davidahlen">myspace.com/davidahlen</a></p>
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		<title>DAVID ÅHLÉN: We Sprout In Thy Soil</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:53:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Compunctio]]></category>
		<category><![CDATA[David Åhlén]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn in einem Magazin mit subkulturellem Schwerpunkt die Musik eines Pastorensohnes empfohlen wird, dann denken die meisten wohl zuerst an einen rebellischen Geist. An jemanden, der die vielen religiösen Einflüsse, die er Jahr für Jahr in sich aufgenommen hat, in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/david-ahlen-we-sprout-in-thy-soil/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="font-size" style="text-align: left;">
<p align="justify"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/wesprout.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1576" title="wesprout" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/wesprout-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn in einem Magazin mit subkulturellem Schwerpunkt die Musik eines Pastorensohnes empfohlen wird, dann denken die meisten wohl zuerst an einen rebellischen Geist. An jemanden, der die vielen religiösen Einflüsse, die er Jahr für Jahr in sich aufgenommen hat, in seinem Werk uminterpretiert, umwertet, vielleicht sogar offen attackiert. DAVID ÅHLÉN aus dem Stockholmer Vorort Bagarmossen ist der Sohn eines baptistischen Predigers, und er geht den anderen Weg.<span id="more-1574"></span> Vergleichbar mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Eugene_Edwards">DAVID EUGENE EDWARDS</a> von SIXTEEN HORSEPOWER und WOVEN HAND knüpft Åhlén im Medium Musik an die Lehren an, die ihn von früh an begleitet und geprägt haben, und setzt in gewisser Weise das Werk seines väterlichen Mentors fort. Dennoch – die filigranen Songs und die intimen Texte Åhléns könnten von der fatalistischen Strenge seines amerikanischen Namensvetters, der seine Jugend in der Obhut eines als Wanderprediger tätigen Großvaters verbrachte, kaum weiter entfernt sein. Denn während Edwards in calvinistischer Tradition die verkommene Welt vor dem berechtigten Zorn eines rachsüchtigen Gottes warnt (beispielsweise auf „Consider The Birds“) und eine für Außenstehende masochistisch anmutende Gottesfurcht ins Werk setzt, ist Åhléns unprätentiöses Debütalbum „We Sprout In Thy Soil“ vielmehr eine verhaltene Feier religiöser Geborgenheit und Ausdruck einer hoffnungsvollen Sehnsucht nach Erlösung. Substrat seiner Songs sind die Evangelien des Neuen Testaments, ihr Thema und Adressat kein Geringerer als der Heiland selbst.</p>
<p align="justify">In einer knapp halbstündigen Sammlung von zehn Hymnen schickt sich der Sänger und Gitarrist an, den Namen seines Erlösers im Flüsterton zu preisen. Zu erklären, warum dies weit mehr ist als frommer Kitsch, ist fast eine kleine Herausforderung. Vielleicht sollte man dabei den dezenten und unprätentiösen Zug seiner Songs aufs Neue betonen. Der Opener „Spirit Fall“ ist gleich ein sehr typisches Stück: Die folkig gezupfte Akustikgitarre, die über weite Strecken das einzige Instrument bleiben wird, und ein jede Melodramatik vermeidender Falsettgesang beschwören eine nächtliche Stimmung, bei der man nicht immer weiß, ob sie denn nun heimelig oder vielleicht auch ein bisschen gespenstisch ist. Die atmosphärische Unbestimmtheit hat etwas von einer fiktiven abendlichen Szenerie: Ein kleines, aufgeräumt wirkendes schwedisches Provinznest mit einer kleinen weißen Holzkirche am Ortsrand samt Kirchhof und Lindenbaum, dazu ganz flüchtig ein paar wortkarge Passanten. Ansonsten keine Zeichen des Verfalls oder andere „störende“ Bildelemente, nur eine vage definierbare und flüchtig zu erhaschende Ernsthaftigkeit. Eine Szene, die kurz eingeblendet in einem frühen Bergmannfilm ebenso ihren Platz gehabt hätte wie in einem Wallanderkrimi, vorausgesetzt sie bliebe von nur wenigen Tönen umgeben. Die leise Melancholie, die über der Szene schwebt, driftet jedoch niemals ins winterlich Morbide, Pessimistische ab – dafür sorgt schon der warme Klang eines kurz hinzukommenden Cellos und Åhléns entspannter, unaufdringlicher Gesang. Die Stimme kippt an manchen Stellen ins Nasale – ich denke dabei sofort an einen etwas zurückgenommenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otis_Redding">OTIS REDDING</a> und nicht als erstes auch an <a href="http://www.antonyandthejohnsons.com/">ANTONY HEGARTY</a>, und beinahe bin ich geneigt, denjenigen JOHNSONS-Fans, die von der neuerdings doch etwas zahm gewordenen Singer-Songwriter-Attitüde der Band enttäuscht sind, „We Sprout In Thy Soil“ ans Herz zu legen. Die Platte mag unspektakulär sein, in der selbstgenügsamen Überzeugtheit allerdings, die aus den Songs spricht, steckt auch etwas Unangepasstes, in seiner leisen Hingabe bei allem Wohlklang eine verhaltene Exzentrik.</p>
<p align="justify">Mit „Fountain of Light“ wechselt Åhlén von der Gitarre zum E-Bass, der dem Stück etwas Skelettartiges verleiht, da er ohne weitere Begleitung das Fundament für den Gesang bildet. Er konterkariert den tendenziell folkigen Klang der meisten Stücke sozusagen aus der Jazzecke, zusammen mit einem Xylophon und den Backing Vocals seiner Schwester Mirjam in „Altar“. Später ist dann auch kurz ein Kinderchor zu hören, und mit der Zeit fällt auf, dass die Stücke unter der Oberfläche viel opulenter sind, als es das minimale Klangbild verrät. Die unterschwellige Fülle passt dann auch sehr gut zu der bisweilen fast pantheistischen Feier des Lebendigen und Vegetativen, das sich in vielen der Texte wie auch im Albumtitel findet. Wenn es in „Arise“ bezogen auf „Sweet Jesus“ heißt „Come my Darling, my Pityful One“, dann erinnert das auch an Gedichte von Autoren wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Donne">JOHN DONNE</a> und anderer der sogenannten Metaphysical Poets des 17. Jahrhunderts, die das Verhältnis zwischen Mensch und Gottheit oft in Bildern weltlicher, körperlicher Liebe ausdrückten – fast erscheint es mir an der Stelle beabsichtigt, dass „pityful“ beim ersten Hören so stark nach „beautiful“ klingt. In der Tradition der englischen Spätrenaissance scheint Åhlén ohnehin noch stärker zu stehen, denn viele der Stücke haben durch ihre repetitiv einlullenden Gitarrenakkorde und den hymnischen Gesang eine gewisse Ähnlichkeit mit den Lautenwerken von Komponisten wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Dowland">JOHN DOWLAND</a>. Wie um den Bezug zu dieser Epoche noch zu unterstreichen, findet sich kurz vor dem Ende sogar ein Stück mit Cembalo.</p>
<p align="justify">Ich will nicht ausschließen, dass einige ihre Schwierigkeiten haben werden mit der regressiv anmutenden Sehnsucht nach Erlösung durch das mehrmals angesprochene reinigende Wasser des christlichen Heils. Aber ich bin auch ganz guter Hoffnung, dass selbst unter harten Atheisten und Agnostikern einige dem Zauber dieser Kompositionen erliegen werden. Vielleicht wird der eine oder andere ja sogar einen von Åhléns Auftritten besuchen. Nach ein paar Jahren Bühnenerfahrung mit seiner ehemaligen Indie-Rock-Band NAMUR und einem kleinen Gastauftritt bei <a href="http://www.cardigans.com/">THE CARDIGANS</a> finden seine Konzerte nun, wen wundert’s, meist in Kirchen statt. Und wenn wir gerade bei großen Namen sind: Produziert wurde das Album mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Umfeld der Elektronikspezialisten von <a href="http://www.myspace.com/theknife">THE KNIFE</a> und <a href="http://www.myspace.com/feverray">FEVER RAY</a>, was für eins solides, aber auch nicht zu klangverliebtes Gesamtbild spricht. Das Ergebnis erscheint im von Hand designten Booklet beim schwedischen <em><span style="font-size: xx-small;">COMPUNCTIO</span></em>-Label und könnte sich ebenso gut im Katalog von <em><span style="font-size: xx-small;">RUNE GRAMMOFON</span></em> wie auch unter den Acts von <em><span style="font-size: xx-small;">IMPORTANT RECORDS</span></em> sehen lassen. Ein Tipp für alle Freunde meditativer akustischer Klänge. (U.S.)</p>
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