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	<title>African Paper &#187; Crucifige</title>
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		<title>AIN SOPH: Singularia – The Singles Collection Vol. 1</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Oct 2025 05:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Singularia – Vol. 1&#8243; liegt erstmals eine umfassende Sammlung von Singles, Compilation-Beiträgen und raren Aufnahmen der römischen Formation Ain Soph vor, die den Zeitraum von den frühen 80ern bis kurz nach der Jahrtausendwende abdeckt. Bereits der Titel impliziert, dass &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/18/ain-soph-singularia-%e2%80%93-the-singles-collection-vol-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/singularia.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-48597" title="singularia" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/singularia-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit &#8220;Singularia – Vol. 1&#8243; liegt erstmals eine umfassende Sammlung von Singles, Compilation-Beiträgen und raren Aufnahmen der römischen Formation Ain Soph vor, die den Zeitraum von den frühen 80ern bis kurz nach der Jahrtausendwende abdeckt. Bereits der Titel impliziert, dass es irgendwann wohl einen zweiten Teil geben wird – ein Gedanke, der den weltweit verstreuten Fans kaum unrecht sein dürfte.<span id="more-48596"></span></p>
<p>Ain Soph, die Combo um den Gründer (und bis in die mittleren 90er Spiritus Rector) Crucifige und Weggefährten wie Toni THX, Claudio Giammarini (alias Claudedi) und später Marcello Fraioli (Spectre), gehört seit Jahrzehnten zu den wandelbarsten Projekten des italienischen Undergrounds, einige Gastmusiker und Sängerinnen schauten im Laufe der Zeit im Studio vorbei udn hinterließen weitere Spuren. Von ihren ersten rituell-minimalistischen Tape-Arbeiten über die z.T. barock eingefärbte Ernsthaftigkeit der späten 80er und den eigenwilligen Folk der 90er bis zu den rockigeren Ausläufern der jüngeren Zeit spannt sich ein weiter Bogen, der in &#8220;Singularia – The Singles Collection Vol. 1&#8243; in Splittern und Facetten erfahrbar wird. Der Querschnitt zeigt, wie sich aus okkult angehauchter Abstraktion allmählich eine eigentümliche, von liturgischem Pathos ebenso wie von urbaner Melancholie geprägte Songkunst entwickelte.</p>
<p>Der frühe Beitrag &#8220;Theme III&#8221; (von der Compilation &#8220;The Archangels of Sex Rule the Destruction of the Regime&#8221; auf Nekrophile Records) lässt sehr deutlich das elektronische Grundrauschen der Ritualphase erkennen – dunkle, verspielte Synthies, an Orgelsounds erinnernd und von lärmigen Details durchzogen, die ebenso aus einem düsteren italienischen Genrefilm stammen könnten. Das noch obskurere &#8220;Lady of Pain&#8221; aus der gleichen Phase wirkt rauer, atonaler, mit kaum identifizierbaren Klangquellen und Crucifiges Stimme, die sich hier fast chorartig über die Dissonanzen legt. Wären Ain Soph immer diesem frühen Stil treu geblieben, wäre man wahrscheinlich noch verwunderter als ohnehin, wenn man erfährt, dass in ihrem unmittelbaren Umfeld Combos wie die psychedelischen Noiserocker Circus Joy, die Rock&#8217;n'Roller Sentinels oder auch die legendäre Gruppo Folk Urbano Sperimentale Divisionista das Licht der Welt erblickten.</p>
<p>Die folgenden Stücke &#8220;The Flesh is Willing&#8221; und &#8220;Liberté (ou Mort)&#8221; dokumentieren dann aber bereits den Übergang: Ersteres erschien auf der 1989 bei Misty Circles veröffentlichten Compilation &#8220;La Mort Heureuse&#8221;, die ausschließlich Coverversionen enthielt – Ain Soph steuern die ungewöhnlich postpunkige Interpretation des Marc-Almond-Klassikers bei, dass Claudedi und Spectre auf der gleichen Platte Donna Summer und Velvet Underground coverten sollte mehr als nur eine Fußnote wert sein. &#8220;Liberté (ou Mort)&#8221;, ursprünglich auf dem Sampler &#8220;Carne del Disastro&#8221; bei Minus Habens veröffentlicht, sollte später auch auf dem &#8220;Aurora&#8221;-Album seinen Platz finden: ein melancholisches, chansonhaftes Stück, auf Französisch gesungen, das in einer verrauchten Spelunke sein bestes Zuhause finden würde.</p>
<p>Der 1991 entstandene und leicht an die Ästhetik des selbstbetitelten Albums mit dem Puttocover anknüpfende &#8220;Song of Grief&#8221;, einer der eindrucksvollsten Titel dieser Zusammenstellung und m.E. eines der eindringlichsten Ain Sop-Stücke überhaupt, basiert auf einem Gedicht von John Donne – brüchiger Gesang, Orgelloop, fragiler Sound: ein eindringliches Memento, das tief unter die Haut geht. Das Stück erschien seinerzeit auf dem Sampler &#8220;Lamp of the Invisible Light&#8221; bei Cthulhu Records, ebenso wie &#8220;Fate (Is Against Our Will)&#8221;. Dieses und mehr noch das folgende, leicht bluesig eingefärbte &#8220;Time&#8221; rücken Ain Soph näher an den folkigen Stil, der in der ersten Hälfte der 90er prägend werden sollte. &#8220;Colpo di Grazia&#8221; zeigt diese Phase in vollster Blüte: folkig, dramatisch, mit männlich-weiblichem Duettgesang und einer berührenden Mundharmonika, während &#8220;Chorale II&#8221;, ein getragenes, deutschsprachiges Gebet, wieder stärker an das besagte selbstbetitelte Album und vielleicht sogar ein bisschen an die rituellen Anfänge erinnert.</p>
<p>Das instrumental gehaltene &#8220;In Excelsis&#8221;, maßgeblich von Marcello Fraioli geprägt, klingt dagegen cinematisch und wehmütig, als säße man nachts in einem verregneten Park. Der spätere Song &#8220;Blut und Geist&#8221;, dem Hermetiker und Traditionalisten Evola gewidmet, bleibt dem folkigen Ton treu und wirkt mit dem französischen Gesang und dem schmissigen Gitarrenspiel wie ein Nachhall der &#8220;Aurora&#8221;-Zeit und ist vielleicht das späteste musikalische Lebenszeichen von Crucifige, dessen Weggang &#8211; manche sagen, er sei als Mönch ordiniert und in diesem Zusammenhang auch als Pfleger tätig, aber vielleicht ist das auch ein Gerücht &#8211; einen ähnliche signifikanten Bruch einleitete als der in den späten 80ern vollzogene Wandel vom Ritualkonzept zum Songformat. Fortan sollte der beireits als Gitarrist verdiente Fraioli das Ruder und das Mikro übernehmen.</p>
<p>Gegen Ende der Compilation deuten Stücke wie &#8220;Nevi Eterne&#8221;, &#8220;Baltikum&#8221; und &#8220;Legione di San Michele&#8221; mit dessen Gesang im Zentrum dann auch den Übergang zur rockigeren Phase an. &#8220;Nevi Eterne&#8221;, ursprünglich auf dem vom russischen Magazin Achtung! Baby herausgegebenen Sampler &#8220;Behind the Iron Curtain&#8221; sowie auf &#8220;Ottobre&#8221; erschienen, verbindet derben Rock mit akustischem Gitarrenpicking und feierlichem Gesang. &#8220;Baltikum&#8221; zeigt sich dagegen rau, rumpelig und lo-fi, während &#8220;Legione di San Michele&#8221; die progressivere Seite der Band hervorhebt – Orgel, sanfte Gitarren, die sich in kraftvolle Riffs verwandeln, und ein Gesang, der von Pathos und Stärke gleichermaßen getragen wird.</p>
<p>&#8220;Singularia – Vol. 1&#8243; ist mehr als eine Sammlung von Raritäten. In seiner Gesamtheit verdichtet es die wechselhafte Geschichte einer Band, die nie stehenblieb, ohne ihr geheimnisvolles &#8211; und nur schwer zu charakterisierendes &#8211; Zentrum preiszugeben. Die liebevoll remasterte Edition bietet Gelegenheit, diese Entwicklung nicht als Abfolge von Brüchen, sondern als organische Bewegung zu hören. Hinzu kommt die Vorfreude auf den hoffentlich irgendwann erscheinenden zweiten Teil, auf dem dann wahrscheinlich auch die großartig feierliche Interpretation von I Corvis Beat-Klassiker &#8220;Ragazzo di Strada&#8221; enthalten sein wird.</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.spqrlabel.com/prodotto/ain-soph-singularia-vol-1/">SPQR </a></strong></p>
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		<title>AIN SOPH / SIGILLUM S: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Mar 2017 05:44:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Geschichte okkulter Musik waren die späten Achtziger eine wichtige Umbruchszeit. Zwar gab es okkult-rituelle Musik in der Tradition der Industrial Culture schon das ganze Jahrzehnt über, doch waren es die Jahre kurz vor den Neunzigern, als all dies &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/03/25/ain-soph-sigillum-s-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/AinSophSigillumS.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13319" title="AinSophSigillumS" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/AinSophSigillumS-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In der Geschichte okkulter Musik waren die späten Achtziger eine wichtige Umbruchszeit. Zwar gab es okkult-rituelle Musik in der Tradition der Industrial Culture schon das ganze Jahrzehnt über, doch waren es die Jahre kurz vor den Neunzigern, als all dies mehr und mehr die Form von Genres annahm, ganz in der Nachbarschaft siedelte sich schon bald der personell und thematisch zum Teil verwandte Apocalyptic Folk an. Zeitgleich nahmen breitere Kategorien wie Post Industrial oder die Schwarze Szene ihre heutigen Konturen an und stellten als oft nur halbherzig akzeptierte Rahmen mit ihren<span id="more-13318"></span> Magazinen und Festivals einen wichtigen Multiplikator dar, was bis heute der Fall ist.</p>
<p>Italien war schon damals ein Land mit einer besonders rührigen Szene und zugleich weitaus obskurer als etwa der englischsprachige Raum. Mit Ain Soph und Sigillum S taten sich 1989 zwei Gruppen zusammen, die in ihrem damals bei Cthulhu Records veröffentlichten Tape einen recht weiten Bogen italienischer Okkultur spannten. Beider Gruppen kamen mit Rom und Mailand aus kulturell sehr unterschiedlichen Ecken des Landes. Doch auch musikalisch verkörperten die beiden Bands recht unterschiedliche Richtungen innerhalb des Ritualbereichs.</p>
<p>Ain Soph, die die erste Seite der frühen Tape- und Vinlyfassungen bestreiten, galten zu der Zeit als eine der mysteriösesten Kapellen der dunklen Subkultur – dies lag nicht nur an ihren geheimnisvollen Pseudonymen und den spärlichen Informationen, die es über sie gab, sondern auch an der verhuschten und zugleich urigen Musik: Auf den frühen Ritualaufnahmen „I“, „II“, „III“ und „Ars Regia“ ist eine Musik zu finden, die als fernes Echo unheiliger Riten wie aus einem unterirdischen Schacht in die profane Welt herüberweht, und als auf „Kshatriyah“ Noiseelemente und eine Sopranistin zu hören waren, verstärkte dies den gespenstischen Eindruck noch. Die vier Tracks auf der vorliegenden Split schließen diese Phase der Bandgeschichte ab.</p>
<p>Innerhalb des Ritualkanons stehen die Römer für eine primär europäische Form der Esoterik, auf dem eröffnenden „Rex Tremendae“, das mit untergründig rumorendem Dröhnen beginnt und eine bedrohliche, stets etwas veränderliche Melodie anklingen lässt, ertönt die verwehte, leicht tremolierende Stimme von Sänger Crucifige wie ein Choral, was im Kontext der düsteren Musik eine „schwarzmagische“ Atmosphäre entstehen lässt. Das folgende „Etsey“ greift die Sakrale Stimmung auf und ist zugleich überraschend songorientiert. Mit dem Troubadourgesang und dem besinnlichen Lautenspiel knüpft es bereits an die Phase des „Ain Soph“-Albums mit dem Puttenkopf an. „Katabasis“ dagegen mit seinem hintergründigen Prasseln und der fast zur Unkenntlichkeit verfremdeten Vokalspur ist pure Finsternis, und das mittelalterliche „Retrowange Novelle“ steht dem mit seiner schweren Orgel in nichts nach.</p>
<p>Wenn ich auf die Unterschiedlichkeit beider Gruppen verweise, soll das nicht heißen, Sigillum S stünden für eine heitere Form der Ritualmusik – von der Stimmung her sind sie ähnlich düster, und doch ist ihre Ästhetik eine ganz andere, wirkt längst nicht so sehr wie aus einer schattenhaften Parallelwelt gefallen, ist näher an Sound und Ikonografie des Industrial. Schon der Gesang Eraldo Bernocchis passte damals perfekt in die Zeit und erinnert hier und da an einen etwas aus den Fugen geratenen Monte Cazzazza. Zudem ist der Ritualcharakter um einiges „weltmusikalischer“ ausgerichtet, im die zweite Seite einleitenden „Sea ov Dreams“, das die Zerstörung eines alten, zu überwindenen Zustands zu feiern scheint, kontrastieren düstere Soundscapes mit verhalten ekstatischer Perkussion und folkigen Flötenklängen, die allerdings nichts Pastorales an sich haben.</p>
<p>In „Abyss Dissection“, bei dem der Rhythmus antreibender wird und insgesamt die Elektronik mehr im Vordergrund steht, tauchen erneut tremolierende Bläserklänge aus der auf und abschwellenden Dröhndecke und erinnern stark an die Instrumente vom Dach der Welt, die die Mailänder auf früheren Arbeiten verwendet hatten. Mit dem Klangstrudel, der aus diesem Gemenge entsteht, ziehen Sigillum S alle Register der Düsternis, mit allem Gruftiepathos im Gepäck fühlte man sich direkt in Dantes tiefsten Höllenkreis geworfen, gegen den das folgende, etwas luftigere „The Deepest of my Brain“ trotz der knarzigen Männerstimme wie Labsal anmutet – allerdings nur für kurze Zeit, denn filmreife John Carpenter-Synthies und weiblicher Gesang aus der Giallo-Kiste tauchen „Into the Nothing“ erneut in Schwärze, an der sich bis zum aufgewühlten Ausklang von „Iconsire“ nichts mehr ändert.</p>
<p>Die Split ist nicht nur deshalb ein Juwel, weil sowohl das Original-Tape als auch die Ende der 90er von Old Europa Café herausgebrachte Vinylversion gesuchte Raritäten sind. Es ist auch ein schönes und emotional immer noch funktionierendes Exponat aus einer Zeit, als im gerade erst mit diesem Begriff versehenen Ritual-„Genre“ noch das Experimentieren und Ausprobieren vorherrschten, als man alle möglichen Formen des Düsteren aus Hoch- und Populärkultur im Interesse eines ambitionierten und doch auch oft augenzwinkernden Okkult-Ansatzes zweckentfremdete, und das ganze noch nicht so sehr in allzu spezielle Konzepte parzellisiert war. Vor kurzem hat sich Old Europa Café erneut dem Material angenommen und erstmals eine CD-Version herausgebracht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Old Europa Café</strong></p>
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		<title>AIN SOPH: Ars Regia (LP Re-Release + Buch)</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jun 2013 05:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/ainsopharsregia.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7285" title="ainsopharsregia" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/ainsopharsregia-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es ist nicht leicht, etwas Allgemeines über Ain Soph zu sagen. Die Interessen und Ausdrucksweisen der römischen Band haben sich in den knapp drei Jahrzehnten seit ihrer Gründung zum Teil extrem gewandelt. Das gleiche lässt sich über die Stimmung ihrer Musik sagen, ähnliches über die Haltung des von einigen Umbesetzungen geprägten Kollektivs, die immer deutlich präsent ist, auch dann, wenn sie vordergründig vage und ungreifbar bleibt. Vergleicht man bestimmte Referenzen im Bandkosmos untereinander oder mit den Interessen der einzelnen Musiker in ihren anderen Aktivitäten<span id="more-5820"></span>, so lässt sich auch ein Fan sicher nicht von allem gleichermaßen anstecken, schätzt vielleicht auch nicht jeden Sampler, auf dem die Band vertreten war. Doch nur ein unbefugter Zaungast würde dahinter Beliebigkeit vermuten, aus Unempfänglichkeit gegenüber dem gleichbleibend starken Moment des Auratischen, das sich wie ein dunkelroter Faden durch das Oeuvre der Italiener zieht und auf kaum greifbare Weise Traditionales und Rock&#8217;n'Roll, Sakralität und urbanen Lifestyle zusammenhält. Dieses Moment ästhetisch oder inhaltlich zu definieren erscheint mir als hoffnungsloses Unterfangen und soll hier erst gar nicht versucht werden.</p>
<p>Ein besonderer Bruch stellte bekanntlich ihre zu Beginn der 90er vollzogene Hinwendung zum Songwriting dar, die sich mit dem Wandel Current 93s vergleichen lässt und eine inhaltliche Verschiebung von esoterischen zu weltlicheren Themen nach sich zog. Bei genauerem Hinsehen hat es allerdings viel häufigere Brüche gegeben, und die gerade über Trips und Träume als LP wiederveröffentlichte „Ars Regia“ markierte Mitte der 80er den Abschluss der rein rituellen Tape-Releases, auf die mit „Kshatriya“ und anderen Veröffentlichungen eine ebenso produktive Übergangszeit folgte, in der Ain Soph zwar noch keine reinen Songalben aufnahmen, aber schon wesentlich extravertierter klangen. Als Mitte der 90er auf dem Höhepunkt ihrer folkigen Phase Mastermind Crucifige aus persönlichen Gründen die Band verließ, ereignete sich ein weiterer Bruch, der Sound wandelte sich in Richtung Rock, die Lebenszeichen erfolgten in weit größeren Abständen und die verbleibenden Mitglieder widmeten sich verstärkt anderen Projekten. Doch nun zurück zum finsteren Frühwerk.</p>
<p>Es ist fraglich, ob man heute noch ein der Alchemie und verschiedenen mystisch/okkulten Traditionen verpflichtetes Album wie „Ars Regia“, dass die königliche Kunst schon im Namen trägt, herausbringen könnte, ohne dass es überkommen wirken oder auf Witch House-Spielereien hinauslaufen würde – in den 80ern, in denen man noch Zeit und Mühen investieren musste, um sich überhaupt einen Einblick in diese Themenwelt zu verschaffen und lange bevor selbsternannte Klassikfans das sakral Düstere für sich entdeckt und trivialisiert hatten, war ein Tape voll ungreifbarer, hintergründiger Dunkelheit wie dieses in all seiner klanglichen Reduziertheit radikal innovativ. Ist man im richtigen Modus für solche Musik, erkennt man in den einfachen Klängen eine große Opulenz. Verwehte Stimmen, die an Choräle erinnern, repetitive, verwischte Bläser- und Streicherklänge und nicht zuletzt gemurmelte Beschwörungsformeln erschaffen zusammen mit den anspielungsreichen Titeln eine Szenerie, in der trotz der beängstigenden Atmosphäre eine starke Erhabenheit erfahrbar wird. Auch wenn eine der Spoken Word-Passagen zeitweise in diabolisches Grunzen übergeht, bleibt die Stimmung doch ausgesprochen dezent und letztlich viel geheimnisvoller als jede plakative Effektversessenheit. Bezeichnenderweise entpuppten sich die Musiker nach dem Verlassen ihrer dunklen Nische auch nicht als Hochglanzgrufties, sondern als virile Psych Rocker mit Sinn für kräftige Farben und anarchischen Humor.</p>
<p>Dass die Musik &#8211; auch und gerade, wenn man sie lange nicht gehört hat &#8211; noch immer zu wirken weiß, spricht für ihren Ausnahmecharakter. Gehalt, Tiefe, Echtheit und all die abgegriffenen Wörter, die man kaum noch verwenden mag, sind doch angebrachter, als wenn man das Album auf Schnöseldeutsch als ein Stück Erinnerungskultur feiern würde, als bloses Dokument einer Zeit, als musikalische Regionen entdeckt wurden, die heute weitgehend ausgelaugt sind. Denn dafür steht es viel zu sehr für sich. Die Neuauflage erscheint in 200er Auflage, zusammen mit einer 52seitigen Sammlung zum Teil unveröffentlicher Essays, und findet hoffentlich nicht nur Gehör bei denen, die es bereits kennen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trips-und-traume.com/news.html">Trips und Träume</a></strong></p>
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