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	<title>African Paper &#187; Daisuke Ichiba</title>
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		<title>HEDEROMERUHEN: 2</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2014 03:04:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/09/hederomeruhen2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9289" title="hederomeruhen2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/09/hederomeruhen2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als der Grafiker Daisuke Ichiba und der Noiser Yasutoshi Yoshida vor knapp zwei Jahren ihr „Antifolk“-Steckenpferd namens Hederomeruhen ins Leben gerufen hatten, konnte man die krude Mixtur aus monotonem Geschrammel, wilden Zitaten und durchaus schönen Akustiksongs auch als einmaligen Jungenstreich abtun – schon weil einer der beiden Japaner nicht einmal primär aus der Musik kommt. Doch die beiden sind Serientäter: In regelmäßigen Abständen produziert Ichiba neue Tusche-Zeichnungen mit der gewohnt brutalen Erotik, die trotz ihrer Vielzahl an Sujets eine eigene Handschrift und die Lust an der Repetition offenbaren. Ähnliches gilt<span id="more-9288"></span> für die neodadaistischen Bildkollagen Yoshidas sowie natürlich für sein psychedelisches Noiseprojekt Government Alpha. Kein Wunder also, dass auch Hederumeruhen nun seine erste Fortsetzung findet.</p>
<p>Die Stücke auf Album numero zwei entstanden wohl zum letzten Jahreswechsel, stilistisch knüpfen sie allerdings so stark an den Vorgänger an, dass sie ohne weiteres auch aus der gleichen Session stammen könnten. Beim Versuch, ein Stück Ordnung in das heillose Durcheinander des nicht nur akustischen Strudels an Musikfragmenten zu bringen, könnte man grob drei Arten von Tracks ausmachen: Da sind zum einen wahre Sample-Orgien, kollagiert wie Yoshidas Bilder aus Noisefetzen und allerhand Geschrei aus Radio, Film und TV, die zusammen mit einer rumpeligen Drummachine dafür sorgen, dass es hier etwas lauter als auf dem Debüt zugeht. Schwere Riffs, an Grunge und Doom angelehnt und lediglich Zitat bleibend, bilden eine Kategorie für sich.</p>
<p>Den Hauptteil bildet jedoch das, was man im Hederomeruhen-Kontext Folk nennen könnte: Strumming auf locker gestimmten Gitarrensaiten, bei denen das Instrument ein gewisses Eigenleben entwickelt und dezente Obertöne erklingen lässt, und das durch Beckenrauschen und murmelnden Singsang etwas Beschwörendes a la Magick Lantern Cycle bekommt. Dass der Gesang ab und an in überdrehtes Jaulen übergeht, lässt die Frage aufkommen, wo bei den beiden die Ironie beginnt (denn dass sie eine Rolle spielt, steht außer Frage). Bisweilen entstehen echte Hippie-Idyllen, die erwartungsgemäß nicht sein dürfen, denn analoge Störgeräusche sind dagegen. So wird auch hier das Märchen („Meruhen“) zum namensgebenden Abwasser-(„Hedero“)-Märchen. Als Novy Svet einmal einen wunderschönen Chanson zerquietscht und zersägt hatten, beteuerten sie, die Störsounds seinen der eigentliche Song. Ichiba und Yoshida würden sicher ähnliches sagen.</p>
<p>Ohne kluges Brimborium: Ich finde es gut, dass Hederomeruhen lebt, und ich würde mich über ein paar weitere Fortsetzungen ihrer anarchischen Musik freuen, die kraftvoll und erschöpft zugleich klingt und von der ruhig einmal etwas auf Ecstatic Peace erscheinen sollte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hederodata</strong></p>
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		<title>HEDOROMERUHEN: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jul 2013 00:01:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass Noisemusiker nebenher ein Akustikprojekt betreiben oder ab einem bestimmten Alter sogar komplett auf Folk umsatteln, ist vielleicht nicht die Regel, aber durchaus auch nicht ganz ungewöhnlich &#8211; haben beide Großsparten doch einen so diametralen Bezug zu Materialismus, Geschwindigkeit und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/07/20/hedoromeruhen-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/Hederomeruhen-x.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7300" title="Hederomeruhen x" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/Hederomeruhen-x-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass Noisemusiker nebenher ein Akustikprojekt betreiben oder ab einem bestimmten Alter sogar komplett auf Folk umsatteln, ist vielleicht nicht die Regel, aber durchaus auch nicht ganz ungewöhnlich &#8211; haben beide Großsparten doch einen so diametralen Bezug zu Materialismus, Geschwindigkeit und Disharmonie, dass man sie kaum ohne Bezug zueinander denken kann. Es gibt Fälle, die wie ein Kompensieren des Atonalen durch trivialen Schmalz anmuten und an das berühmte Diktum denken lassen, dass Sentimentalität und Grausamkeit oft nah beieinander liegen. Natürlich gibt es auch äußerst gelungene Beispiele, bei denen auch im akustischen Gewand die Spuren des<span id="more-7299"></span> Schrägen gewahrt bleiben. Überlegt man eine Weile, fallen einem eine ganze Reihe westlicher Künstler dazu ein, doch auch auf der anderen Seite des Erdballs findet sich dieses Phänomen, bislang am prominentesten vertreten durch Jun Konagaya alias Grim und seine von eigenwilligen Überraschungen geprägte Diskographie.</p>
<p>Seit diesem Sommer darf man dieses Thema nur noch ansprechen, wenn man dabei auch Hedoromeruhen erwähnt. Hinter dem Zungenbrecher (der wohl so etwas wie &#8220;Abwassermärchen&#8221; bedeutet) verstecken sich zwei Haudegen der japanischen Gegenkultur, die bisher v.a. durch die bildende Kunst verbunden waren. Da wäre zum einen <a href="http://http://africanpaper.com/2012/10/03/daisuke-ichiba-zeichnungen-und-holzschnitte-in-der-tradition-des-ero-guro/">Daisuke Ichiba, der neben Videoarbeiten v.a. als Zeichner einen Namen hat</a> und durch seine splatterhaften Erotikdarstellungen bekannt ist. Bekannter hierzulande noch ist Yasutoshi Yoshida, nicht einmal primär für seine bunten Kollagen, die Techniken und Humor der klassischen Avantgarde wiederbeleben, sondern für sein musikalisches Werk, für den psychedelischen Harsh Noise, den er unter seinem Pseudonym veröffentlicht: <a href="http://http://africanpaper.com/2012/01/28/like-hunting-in-the-wild-interview-mit-yasutoshi-yoshida-alias-government-alpha/">Government Alpha</a>.</p>
<p>Oberflächlich betrachtet ist der Musiker Yoshida also eher in seinem Element als der bislang nur visuell aktive Kollege, genau genommen sind akustische Songs jedoch für beide Neuland. Noch genauer betrachtet enthalten die fünfzehn Songs alle Attribute, die man von beiden Künstlern kennt und liebt: kantig, spartanisch, dilletantisch, lofi, sprunghaft, kaputt würden mir da als erstes einfallen, und natürlich ist Folk unter der Voraussetzung ein Genrebegriff, der unter Vorbehalt fallen sollte. Nahezu alle Passagen des Albums sind von starken Kontrastierungen geprägt: Ohne Vorwarnung gehen mysthische Flöten und Trommelklänge über in das Feedbackrauschen deftiger Noiserock-Momente, kurz anzitierte Jazzgitarren leiten über in akustische Rockriffs, und irgendwann ist man mittendrin im Govt. Alpha Harsh Noise – für zwanzig Sekunden. Anarchischer Humor allerorten, von der Art, dass man zwischen Schlumpfgesang und Spielzeugsound auch einen Noddy auf Speed erwarten würde, und stets dominiert das Gefühl, dass sich Spaß und Herzblut die Waage halten.</p>
<p>Hedoromeruhens Debüt bietet einen anarchischen Antifolk, der auch auf Thursden Moores Ecstatic Peace-Label seinen Platz gefunden hätte, und ich hoffe sehr, dass das Werk in Europa nicht untergehen wird. Einen Eindruck von den eingängigeren Momenten des Albums kann man sich im Video zu „Bloody Doorway“ verschaffen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hedrodata</strong></p>
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		<title>Daisuke Ichiba: Zeichnungen und Holzschnitte in der Tradition des &#8220;Ero Guro&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Oct 2012 11:56:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über den japanischen Künstler Daisuke Ichiba berichteten wir zuletzt, als er im Rahmen der &#8220;Angura&#8221;-Show im Berliner Staalplaat/Le Petit Mignon-Showroom ausstellte. Seine Zeichnungen und Holzschnitte, überwiegend provokante erotische Grotesken in der Ero Guro-Tradition, sorgten damals sogar für Diskussionsstoff &#8211; erfreulicherweise, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/10/03/daisuke-ichiba-zeichnungen-und-holzschnitte-in-der-tradition-des-ero-guro/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über den japanischen Künstler Daisuke Ichiba berichteten wir zuletzt, als er im Rahmen der &#8220;Angura&#8221;-Show im Berliner Staalplaat/Le Petit Mignon-Showroom ausstellte. Seine Zeichnungen und Holzschnitte, überwiegend provokante erotische Grotesken in der Ero Guro-Tradition, sorgten damals sogar für Diskussionsstoff &#8211; erfreulicherweise, denn viele Underground-Kunst zirkuliert heute überwiegend in Fankreisen, was unvorhersehbare Effekte dann meist auf ein Minimum reduziert. Hier einige seiner gelungensten Arbeiten jüngeren Datums:</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5394" title="daisukeichiba1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba1.jpg" alt="" width="512" height="370" /></a></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5395" title="daisukeichiba2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba2.jpg" alt="" width="535" height="377" /></a><span id="more-5392"></span></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5393" title="daisukeichiba3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba3.jpg" alt="" width="492" height="375" /></a></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba4.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5396" title="daisukeichiba4" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba4.jpg" alt="" width="543" height="377" /></a></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5397" title="daisukeichiba5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba5.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba7.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5398" title="daisukeichiba7" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/daisukeichiba7.jpg" alt="" width="682" height="370" /></a></p>
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		<title>Angura – Experimentelle Kunst und Musik aus Japan</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/01/angura-%e2%80%93-experimentelle-kunst-und-musik-aus-japan/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass Staalplaat auch eine deutsche Dependence besitzt, hat sich mittlerweile sicher bis in die entferntesten Winkel der Subkultur herumgesprochen. Mit seinem Umzug von Berlin-Mitte erst nach Kreuzberg und schließlich nach Neukoelln ist der Laden wie viele weitere idealistische Unternehmen dieser &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/angura-%e2%80%93-experimentelle-kunst-und-musik-aus-japan/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/staallogo.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-304" title="staallogo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/staallogo-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass Staalplaat auch eine deutsche Dependence besitzt, hat sich mittlerweile sicher bis in die entferntesten Winkel der Subkultur herumgesprochen. Mit seinem Umzug von Berlin-Mitte erst nach Kreuzberg und schließlich nach Neukoelln ist der Laden wie viele weitere idealistische Unternehmen dieser Art Gentrifizierungsflüchtling und -vorhut zugleich und würde ausreichend Stoff für ein kleines Kapitel urbaner Kulturgeschichte abgeben. <span id="more-303"></span>Staalplaat ist jedoch noch mehr als ein Label mit Plattenladen, sondern beinhaltet seit der Quasi-Fusion mit der Galerie „Le Petit Mignon“ eine gute Auswahl an Drucken, Büchern, Magazinen und Kleinerzeugnissen aus den Bereichen Illustration und Grafik. Hinzu kommen ein uriger Konzertkeller, eine Bar und ein weiterer untervermieteter Veranstaltungsraum namens „Quiet Cue“.In dem so gewachsenen Kulturzentrum en miniature finden regelmäßig Themenevents statt, so jüngst „Angura“, eine Ausstellungseröffnung plus zweier Konzerte zum Thema japanischer Undergroundkultur. Durch die schiere Vielzahl an meist bunten Bilderzeugnissen auf recht kompaktem Raum ist der Ort vielleicht nicht die erste Adresse für Besucher, die schnell Schwierigkeiten mit Reizüberflutung haben. Dennoch hatten die Veranstalter Guillaume Siffert und Christoph Petermann (letzterer vom Noise-Projekt KAKAWAKA) ausreichend Platz geschaffen für die meist mittelgroßen Drucke und Kollagen der Künstler Daisuke Ichiba und Yasutoshi Yoshida.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/daisukeichiba-273x300.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2636" title="daisukeichiba-273x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/daisukeichiba-273x300.jpg" alt="" width="273" height="300" /></a>Daisuke Ichiba ist nach eigenen Angaben stark von Mangas und anderen Comics beeinflusst. So ist ein entsprechend comicartiger Lowbrow-Charakter auch in seinen meist schwarzweißen Holzschnitten und Zeichnungen zu erkennen. Als Japan-Laie hatte ich zunächst noch viel traditionellere Kunst des Landes assoziiert – wiederbelebt zu einem mitunter recht derben Popsurrealismus, dessen Fokus auf sexualisierte Szenen von Gewalt und Verfall umso irritierender wirken muss aufgrund der recht filigranen Linienführung und der Eleganz der meist weiblichen Figuren, die wie asiatische Pendants des Modigliani-Typus wirken. Doch in den Gesichtern seiner Figuren findet sich fast durchgehend auch eine Aura des Desolaten, die mehr als bloß ästhetisierte Melancholie ist. Ichiba spricht von dem beinahe zwanghaften Bedürfnis, die weniger glatten, schönen, gesunden und erfolgreichen Seiten der Lebenswirklichkeit an die Oberfläche zu bringen. In Japan bezeichnet man Bilder wie diese als erotische Grotesken und verwendet den Genrebegriff „Ero Guro“. Ein derartiges Interesse am Abjekt ist natürlich konzeptuell nicht neu, und dennoch dauerrelevant in anhaltenden Zeiten von Wellness, Entertainment, Konsum und Leistung. Japans Kreative scheinen ohnehin ein besonderes Verhältnis zu derart aufklärerischen Funktionen von Kunst zu haben, schon aufgrund der oft angesprochenen Klarheit und Disziplin, die Ichiba bereits in Interviews als wesentliches Merkmal seiner Kultur hervorhob. Ähnlich wie beispielsweise „A Snake of June“, ein Film des „Tetsuo“-Regisseurs Shinya Tsukamoto und vielleicht eines der renommiertesten Vergleichsmomente, spülen seine Bilder das regressive, kranke, bizarre Gegenbild zutage und plädieren für dessen Recht auf eine eigene Schönheit.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/daisuke_25.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2638" title="daisuke_25" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/daisuke_25.jpg" alt="" width="181" height="151" /></a>Das „Dekadente“ in Daisukes Bildern sorgte dann auch für einen im Grunde erfreulichen Unmut, als eine Besucherin den Künstler in ironiebefreiter Streitlaune fragte, wie man als Japaner nach Fukushima bloß derartige „Horrortrips“ (O-Ton) produzieren könne. Unnötig zu sagen, dassBenefizveranstaltungen auch bei mäßigem Ertrag wertvolle Leistungen der Kunst sein können (an dieser Stelle sei anerkennend an eine jüngst stattgefundene Japan-Performance erinnert, an deren musikalischer Seite auch John Murphy und andere Mitglieder von LAST DOMINION LOST teilnahmen), aber es ist bedauerlich, wenn dies über politisch korrekte Verpflichtungsvorstellungen funktionieren muss, über die sich jedes weitere Wort erübrigt. Durch Ichibas kurz angebundenen Schalk noch mehr angestachelt, war die Dame auch nach besten Diskussionsbemühungen anderer Besucher nicht zu besänftigen, und es war beeindruckend zu sehen, dass Provokation – ob intendiert oder nicht – tatsächlich noch funktionieren kann, wenn man nur die richtigen Leute auf die falschen Veranstaltungen lockt.</p>
<p>Einen recht farbenprächtigen Gegenpart bilden die Kollagen von Yasutoshi Yoshida, dessen Name einigen sicher geläufig ist, denn er ist der Mann hinter dem seit den frühen 90ern aktiven Noiseprojekt GOVERNMENT ALPHA. Einen Teil der gezeigten Arbeiten bildeten dann auch eigens gestaltete Alben-Cover quer durch seinen Backcatalogue, und einige seiner Werke sind (ähnlich wie bei jemandem wie Steven Stapleton) allein schon wegen des Artworks besitzenswert. Noch mehr ins Auge fallen allerdings eine Reihe neuer Kollagen, die im Unterschied zu den Coverillustrationen ganz undigital mit Schere und Kleber angefertigt worden sind. Yoshida teilt mit seinem älteren Kollegen das Interesse am vermeintlich Abseitigen, doch die Stimmung auf seinen Bildern ist eine gänzlichandere. Ich würde Ichiba bei aller Vorsicht, die die Projektion solch westlicher Vorstellungen gebietet, als Vertreter einer Art „Schwarzen Romantik“ im Sinne Mario Praz’ bezeichnen, der sich dem Abgründigen mit einer ambivalenten Schmerzlust nähert. Yoshidas bunte Popart-Kollagen versprühen dagegen einen eher nüchternen Realismus, dessen kontrastreiche Panoramen einer rasanten Welt so anschaulich wie ein unkommentiertes Lehrbuch sind. Figuren aus Illustrierten oder aus alten Fotografien, <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/yasutoshiyoshida-271x300.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2639" title="yasutoshiyoshida-271x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/yasutoshiyoshida-271x300.jpg" alt="" width="271" height="300" /></a>Texte aus deutschen Zeitungen, überhaupt jede Menge „Internationales“, technische und anatomische Abbildungen, Tiere und Pflanzen, Fantastisches: Die Zusammenstellung wirkt meist überraschend stimmig – dies ist dann ein ambivalenter Zug speziell von Yoshidas Werk, da die Bilder so etwas wie eine chaotische Enzyklopädie „postmoderner“ Welterfahrung sind. Gelegentlich schlafende oder aber ekstatisch anmutende Gesichter lösen hin und wieder das „Psychedelische“ ein, mit dessen Erwartung die Farbgestaltung der Kollagen nur zu gerne spielt.</p>
<p>Elemente des Transgressiven dürfen darin freilich nicht fehlen, und wenn sie bisweilen wie selbstverständlich auf der Bildfläche erscheinen, dann wirkt ihre skandalöse Plötzlichkeit eher genügsam als zynisch. Vielleicht mag man sich angesichts seiner Musik wundern, dass bei den Bildern ein demonstrativer Schwerpunkt auf dem Dystopischen fehlt, aber bei genauer Überlegung sollte auch dies nicht überraschen: Japanische Krachkünstler sind Nerds (MERZBOW), Schweinerocker (MASONNA) oder beides (THE GEROGERIGEGEGE), doch selten Untergangsprediger. Man kann die fiktiven Schauplätze, die derartige Kunst und Musik entwirft, freilich als endzeitlich interpretieren. Ganz abgesehen von der Frage, wie westlich schon eine solche Deutung ist, lassen sich neutral thematisierende, partiell kritische, aber auch hedonistische Haltungen beobachten. Das Apokalyptische als zentrale Message ist weit eher typisch für westliche Kollegen. Spätestens seit seinen Illustrationen für David Hoenigmans Roman „Bury Your Belongings“ (Seattle 2010) wächst Yoshidas Anerkennung auch außerhalb einschlägiger Musikszenen, und es bleibt zu hoffen und zu erwarten, dass sich dies auch hierzulande noch steigern wird.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/midorihirano-300x199.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2641" title="midorihirano-300x199" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/midorihirano-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Den musikalischen Teil eröffnete die in Deutschland lebende Pianistin und Soundkünstlerin Midori Hirano, deren ruhige, wellenförmige Klangwelten wie eine Oase der Besinnung inmitten einer Welt voller Drastik und Aufgewühltheit wirkten. Ihrer Musik, die meist auf geloopten Elektroniksounds, E-Piano und Streichern basiert, wird gerne ein märchenhafter und traumwandlerischer Charakter nachgesagt. Vokabeln wie meditativ und hypnotisch beschreiben ihre Version von Ambient vielleicht ebenso sehr, die sich bei aller Dezentheit früher oder später zu kleinen intensiven Höhepunkten steigert, ganz ähnlich dem, was die Musikwelt vor Jahren auf den Namen Postrock taufte. An diesen Stellen müsste selbst unaufmerksamen Ohren bewusst werden, wie beweglich die Musik ist, deren Statik auch in den unscheinbarsten Momenten nur eine scheinbare ist. In ihrem neuen Projekt MIMICOF kombiniert sie diese Eigenschaften mit rhythmischen Strukturen, auf ihr in wenigen Wochen erscheinendes Album darf man gespannt sein. Die zusammenhängende Livedarbietung war weit entfernt von Chillout-Seichtheit, ihre schlichte Melodik frei von jedem Kitsch. Das Moment des Unprätentiösen schlug dann auch die Brücke zu der unverblümten Direktheit der übrigens Künstler, weswegen Hiranos Auftritt auch keineswegs wie ein Fremdkörper wirkte. Die ernsthafte Art der Künstlerin, die Gelöstheit mit Konzentration verband, trug ihren Teil dazu bei, dass der knapp fünfundvierzigminütige Auftritt zu den eindringlichsten Momenten des Abends zählte.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/yasutoshi_2-150x150.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2642" title="yasutoshi_2-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/yasutoshi_2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als eine Art Headliner eroberte Yoshida anschließend als Musiker Mikro und Mischpult. Ob sein Auftritt nun als GOVERNMENT ALPHA oder als improvisierte Soloshow gelten sollte, blieb bewusst offen, und mein Einblick in seine Diskographie ist zu gering, um bekanntes Material erkennen zu können. Fakt ist allerdings, dass Yoshida zunächst ausgesprochen verhalten dröhnte und somit auch formal ganz gut an die eher flächig schwebende Musik Midori Hiranos anknüpfte. Lautstärke, Intensität und Rauheit des Klangmaterials steigerten sich jedoch im gefühlten Minutentakt, und auf der anvisierten Höhe angekommen, entpuppte sich Yoshidas energiegeladener Japanoise als stürmischer Geräuschwall, der nach etwa dreißig Minuten in einem aufwühlenden, beinahe kathartischen Schrei endete. Das „Befreiende“ und betont Durchgeknallte, das so charakteristisch für Government Alpha und ähnliche Arten des Lärmens ist, steht im erfreulichen Gegensatz zum aufschneiderischen Konfrontationsgepolter und zur militanten Steifheit so mancher Projekte, die andere Post Industrial-Traditionslinien bevölkern. Von der trivialen Tanzversion des Noise ganz zu schweigen.</p>
<p>Wer an einem repräsentativen Einblick in die Welt derzeitiger japanischer „Underground“-Kunst intreressiert ist, hat noch bis zum 18. Mai Gelegenheit, sich die Arbeiten von Daisuke Ichiba und Yasutoshi Yoshida im Staalplaat-Store in der Berliner Flughafenstraße 38 anzusehen. Gerüchten zufolge soll der musikalische Teil des Abends im Herbst wiederholt werden. (U.S.)</p>
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