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	<title>African Paper &#187; Dario Argento</title>
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		<title>SPETTRO FAMILY: La Famiglia Spettro</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Aug 2013 05:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hinter der Gespensterfamilie aus Salerno verbirgt sich eine Einzelperson: Stefano Iannone, Betreiber des Vade Retro-Labels und leidenschaftlicher Fan des klassischen italienischen Genrekinos und seiner Musik. Im Unterschied zu seinen Landsleuten von Cannibal Movie liegt sein Schwerpunkt allerdings nicht auf buntheißen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/08/17/spettro-family-la-famiglia-spettro/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/spettrofamily.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7331" title="spettrofamily" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/spettrofamily-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Hinter der Gespensterfamilie aus Salerno verbirgt sich eine Einzelperson: Stefano Iannone, Betreiber des Vade Retro-Labels und leidenschaftlicher Fan des klassischen italienischen Genrekinos und seiner Musik. Im Unterschied zu seinen Landsleuten von Cannibal Movie liegt sein Schwerpunkt allerdings nicht auf buntheißen Mondo- und Kannibalenschinken, ihn fasziniert mehr der wohlig-nächtliche Schauder, wie man ihn aus aus den Werken Bavas (&#8220;La Maschera del Demonio&#8221;), Martinos (&#8220;All the Colours of the Dark&#8221;) oder Argentos („Suspiria“, „Inferno“) kennt. Und wenn wir gerade bei<span id="more-7330"></span> Letzterem sind: Die Scores von Goblin scheinen ihm früh in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Ich muss nachreichen, dass ich wenig Informationen über seine privaten Filmvorlieben habe, aber ich sehe keinen Grund, an den vielfältigen Assoziationen zu zweifeln, die seine 10&#8221;-EP „La Famiglia Spettro“ bei mir in Gang setzt.</p>
<p>Man könnte das Namedropping noch lange fortführen, oder, wenn man wollte, sich in gewollten oder zufälligen Goblin/Argento-Referenzen verfangen. Da wäre die repetitive, Spannung suggerierende Pianospur, die sich in „Oltretomba“ über einem Hauch von Keyboardklängen ausbreitet und zu fast schmerzhafter Intensität anwächst – garantiert denken einige dabei sofort an „Suspiria“ (oder atlantisch geprägte Geister an Carpenters „Helloween“), während die altbackenen Synthies und das allgegenwärtige Scheppern in „Brasov Black Biserica“ an Momente aus dem Thriller „Profondo Rosso“ erinnert. Doch sollte man den Pastiche-Charakter des Ganzen nicht zu sehr ins Zentrum stellen, denn das Mini-Album erzählt seine ganz eigene verwunschene Geschichte.</p>
<p>Verwunschene Geschichten drehen sich meist um Orte, nicht selten um Häuser und Gärten, und auch im vorliegenden Fall handelt es sich um die Geschichte eines alten Hauses, dessen Bewohner, eine wohlhabende Familie, wohl schon im Zeitalter der Ushers auf nicht näher genannte Weise verschwanden. Dass die Bewohner nun als Geister zwischen den alten Mauern umgehen, und dass die Geschichte auch noch im Lande Vlad Țepeș&#8217; spielt, setzt dem Sammelsurium an Altbekanntem die Krone auf, doch wer mit der hier zum Greifen dichten Atmosphäre schwarzer Romantik etwas vertraut ist, der weiß, dass es hier auf Klischees nicht ankommt. Grummelige Vocals, Bedrohliche Synthies, der Wind und das verhuschte Piano in „Aokigahara“, das Glockenspiel und die sehnsuchtsvolle Melodie in „Crit/Aufwiedersehen“ &#8211; all dies verträgt sich hier wunderbar miteinander und wirkt so wenig angestaubt wie die Zeiten literarischer und cineastischer Schaurigkeiten, die in „La Famiglia Spettro“ eine würdige Hommage erfahren.</p>
<p>Die Platte erschien bereits vor einigen Monaten beim deutschen Reue um Reue-Label, und von den 198 Einheiten sollen noch ein paar zu haben sein. Ein neues Lebenszeichen gibt es übrigens <a href="http://electricvoicerecords.bandcamp.com/album/sand-beach"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a>.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.tutrur.com/tutrur_html/index.html">Reue um Reue</a><br />
</strong></p>
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		<title>ASIA ARGENTO: Total Entropy</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jul 2013 06:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/asiaargentototalentropy.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7210" title="asiaargentototalentropy" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/asiaargentototalentropy-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Böse Zungen werden Asia Argento wohl immer nachsagen, nicht nur Schauspielerin, Regisseurin oder Model zu sein, sondern v.a. eine Berufstochter, die die autistische Exzentrik ihres berühmten Vaters in extravertierter Form weiterführt und ansonsten von dessen Renommee profitiert. Reduziert man sie auf diese Rolle, übergeht man allerdings einige Fakten: Zum einen, dass sich in ihrer Familie noch weit mehr Kreative finden, zum anderen, dass sie erst Jahre nach ihrem frühen Filmdebüt auch unter der Regie ihres Vater spielte. Vor allem aber dass sie sich nun bereits<span id="more-7209"></span> seit Jahren unermüdlich in den verschiedensten Bereichen austobt, während die ältere Generation in erster Linie vom alten Ruhm zehrt, ohne – leider – ästhetisch an frühere Glanzpunkte anzuknüpfen.</p>
<p>Freilich rangiert Asias Output auf unterschiedlichen Qualitätsstufen, und für ihr schnodderiges Auftreten und ihr burschikoses Nuscheln muss man schon ein Faible haben, auch sollte man ihre Selbstinszenierung als Freak nicht an allzu hohen Originalitätkriterien messen. Ihren Mittelfinger in Cannes mochte ich dann doch, zumal sie sich nicht wie M.I.A. anschließend entschuldigte. Sängerin ist sie ebenfalls und hat soeben ihr Albumdebüt bei Nuun Records herausgebracht, einem Label, das derzeit durch hippe Newcomer von sich reden macht, in dessen Katalog aber auch Herrschaften wie Merzbow, Maschinefabriek und Francisco Lopez auftauchen. Zur Musik kam Asia eher wie die Jungfrau zum Kinde, sang hier und da in einzelnen Songs befreundeter Bands, bis ein paar nette Kleinprojekte daraus entstanden. „Total Entropy“ ist ihr erster Longplayer und präsentiert neben ein paar älteren Stücken mehr als eine Stunde neuen Materials, unter dem einige Coverversionen sind. Wer ihre im Netz kursierenden Playlists und somit ihren respektablen No Wave- und Post Punk-Geschmack kennt, wundert sich vielleicht über die sehr eingängige Struktur und den clubtauglichen Groove einiger Nummern. Aber das könnte auch daran liegen, dass Asia selbst nur bedingt Musikerin ist und alle Stücke genau genommen Kollaborationen sind, bei denen die Musik größtenteils von anderen stammt.</p>
<p>Da die Kollegen von Haus aus in recht unterschiedlichen Sparten aktiv sind, klingt das Album zu Beginn recht unentschieden. Zusammen mit Tim Burges von The Charlatans eröffnet sie den Reigen mit einer herrlich schmalzigen Kitschballade, bei der Asia haucht und stöhnt wie das Schmuddel-Pendant zu Charlotte Gainsbourg. Mit dem Projekt Toog fröhnt sie für knappe fünf Minuten einem entspannten Drone Pop, um danach mit angejazzter Elektronik in verwegenen Blues überzuleiten. Alles grundsolide ohne hehren Kunstanspruch, ähnlich dem Artwork. Erst mit „Je t&#8217;aime, moi non plus“, an dem u.a. Placebos Brian Molko mitwirkt, ist das Album bei sich selbst und seinem weitgehend elektronischen Sound angekommen. Während hier ein trippiger Rhythmus und laszives Hauchen für allzu cheesy Keyboards entschädigen, ist für viele der folgenden Stücke (dank der Mitwirkung von Musikern wie Archigram, Antipop, the.art.of.FY und vor allem dem italienischen Producer Morgan) ein Gemisch aus recht straighten Drum Machines und abgewrackten Vocals bezeichnend. Das heißt keineswegs, dass „Total Entropy“ irgendwann in der Monotonie hängen bliebe – fordernder, leicht aggressiver Electro Clash wechselt sich ab mit technoidem Minimalismus und Houseklängen, Gesungenes, Gehauchtes und Gesprochenes lassen ihre Stimme immer wieder anders klingen. Manchmal erinnert ihr Gesang etwas stark an Lydia Lunch, und ich bin noch nicht ganz sicher, wie aufgesetzt ich das finden soll. Mit „Le Sacre du Printemps“, das zusammen mit Anton Newcombe (The Brian Jonestown Massacre) eingespielt wurde und auf Strawinski-Motiven basiert, gibt es dann noch einen richtig pathetischen Abspann, der wie ein großer Panoramaschwenk noch einmal die ganze Double A-Welt Revue passieren lässt.</p>
<p>Was sich leitmotivisch durch das Album zieht ist eine Art verludert-verlotterte Tiefgründigkeit, und sie ist durchweg Asias eigener Beitrag. Vielleicht hätte sie sich im Alleingang verzettelt, doch auf das Konto der mitwirkenden Musiker geht eine Strukturiertheit, die am Ende doch vergleichsweise Homogen ausfällt. Ein nettes, kurzweiliges Album, dessen Stimmung schwülheißer Erotik man sicher noch weitaus blumiger beschreiben könnte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.nuun-records.com/">Nuun Records</a></strong></p>
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		<title>HÈLÉNE CATTET &amp; BRUNO FORZANI: Amer (DVD)</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Sep 2012 05:21:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt verschiedene Arten, als Filmemacher von heute auf den italienischen Giallo zu referieren, und in den wenigsten Versuchen wird sich zugleich auf die typischen Genremotive als auch auf Aspekte des Plots, der visuellen Sprache und der hervorgerufenen Atmosphäre bezogen. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/09/08/helene-cattet-bruno-forzani-amer-dvd/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Amer.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-5146" title="Amer" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Amer.jpg" alt="" width="150" height="200" /></a>Es gibt verschiedene Arten, als Filmemacher von heute auf den italienischen Giallo zu referieren, und in den wenigsten Versuchen wird sich zugleich auf die typischen Genremotive als auch auf Aspekte des Plots, der visuellen Sprache und der hervorgerufenen Atmosphäre bezogen. Gemessen daran, wie stark diese heute allgemein verkultete Form des stilisierten Thrillers im Italien der 60er und 70er Jahre verwurzelt ist, ist das auch ganz gut so. „Amer“, der vor drei Jahren unter der Regie des Paares Hèléne Cattet und Bruno Forzani in belgisch-französischer Koproduktion entstanden und seit kurzem auch in Deutschland auf <span id="more-5145"></span>DVD und Blu Ray erhältlich ist, gilt derzeit als einer der besten „Meta-Gialli“ und ist definitiv eher der ästhetischen Form bekannter Werke verpflichtet. In der Hinsicht ist er nicht nur äußerst gelungen, er setzt auch neue Akzente.</p>
<p>Anders als der klassische Giallo ist „Amer“ kein Whodunnit, bei dem ein ästhetisch perfekt arrangierter Mord am Anfang des Geschehens steht und ein eher unbeteiligter Zaungast, gerne beruflich Journalist oder Künstler, ins Geschehen gezogen wird und am Ende gleich nolens volens zur Enthüllung der Zusammenhänge beiträgt. Eine solche Story plus finaler Rückblende, allseits bekannt aus Filmen wie Antonionis „Blow-up“ (in vielfacher Hinsicht Prä- und Anti-Giallo zugleich), gilt als konstitutiv für derartiges Genrekino, weswegen auch ein Film wie „Die purpurnen Flüsse“ partiell in der Tradition des knalligen Italo-Schockers verortet wird. Eine inhaltliche Gemeinsamkeit, wenngleich eher allgemeiner Natur, ist der psychoanalytische Subtext von „Amer“, den man als stark auf das subjektive Erleben seiner Protagonistin bezogenes Coming of Age-Drama bezeichnen kann. Es erzählt auf drei linear aufeinander folgenden Zeitebenen die Geschichte von Ana, die in bewusst gewählter Erzählökonomie auf ihre Rolle als Tochter und begehrendes Subjekt einer äußerst heiklen Sexualität reduziert wird. Die drei Handlungsebenen, zwischen denen jeweils ein Zeitabschnitt von etwa zehn Jahren liegt, haben alle ihre eigene experimentelle Bildsprache und ihre typische Stimmung. Dass Ana jeweils von einer anderen Darstellerin verkörpert wird, unterstreicht die Vorstellung, dass die drei Teile relativ isolierte Lebensabschnitte präsentieren, in denen Ana anscheinend nicht mehr viel von ihrem früheren Selbst weiß.</p>
<p>Der erste Teil des Triptychons erinnert an die in den 60ern und 70ern ebenso populären Gothic Horror-Filme, die neben Spukhäusern und Familienflüchen mit einem ganzen Repertoire an katholischen Kultrequisiten aufwarten. Partiell gilt das natürlich auch für Dario Argentos „Suspiria“ (1977), dessen Licht- und Farbdramaturgie hier ebenso Referenz erwiesen wird wie der des frühen Mario Bava. In diesem vorpubertären Kindheitsuniversum spielt sich die Urszene von Anas psychosexueller Pathochronologie ab: Ein schwächlicher Vater und eine zänkisch und manipulativ auftretende Mutter; eine verschleierte Gouvernante, die als religiös konnotiertes Über-Ich fungiert – beinahe fühlt man sich an die Familie in Arrabals „Viva la Muerte“ (1970) erinnert. Die bedrückende Stimmung und das dominante Schwarz rühren daher, dass es sich um ein Trauerhaus handelt, in dem der Leichnam des verstorbenen Großvaters aufgebahrt liegt, ständig wiederkehrende Close-ups auf tote Tiere unterstreichen dies auf symbolischer Ebene. Die kindliche Neugier der Protagonistin und ihr unbefangener Umgang mit dem Tod führen jedoch zu einer derben moralischen Zurechtweisung, die für das Kind kaum nachvollziehbar erscheint. Doch macht Ana hier nicht nur ihre erste verstörende Begegnung mit dem Tod, sondern auch mit der Sexualität. In der für die Szenenfolge typischen Schematisiertheit ertappt sie just in dieser Nacht ihre Eltern beim angestrengten Liebesakt. In ihrer Wahrnehmung verschmelzen beide Erlebnisse zusammen mit irrealen Farben und unerklärlichen Geräuschen zu einem einzigen surrealen Szenario aus Angst und verinnerlichter Selbstbestrafung.</p>
<p>Für den Zuschauer sind die beiden folgenden Abschnitte natürlich stark auf diese Exposition bezogen. Im ebenso handlungsarmen wie atmosphärischen Mittelteil gerät die adoleszente Ana, die vom Styling her ebenso in einen vierzig Jahre alten Thriller wie in einen ARTE-Fim von heute passen würde, in einen Strudel aus Eros und Thanatos. In der besonders langsam gedrehten Eingangsszene des Abschnitts erfolgt ein Close-up auf eine Ameise, die auf Anas Haut umherirrt – in dem Moment, in dem Ana sie fast versehentlich mit ihrer Hand zerdrückt und ihre Innereien über ihre Haut schmiert, korrespondiert dies nicht nur mit den vielen (animalischen) Todessymbolen des ersten Teils, es zeigt Ana auch erstmals als nicht nur passiv erleidende Figur. Dennoch hat auch dieser Teil aufgrund seiner unscharfen Bilder und der teilweise unberechenbaren Kameraführung etwas Traumartiges. Klimax ist der Moment, in dem Ana die Blicke einer phalanxartig aufgereihten Rockergang bannt und und die Männer zeitgleich zu Objekten ihres eigenen Blicks macht. Wie zuvor die erste Begegnung mit der Sexualität an sich wird erst recht die Entdeckung der eigenen erotischen Macht durch die Reaktion der Mutter geahndet.</p>
<p>Der endgültige Ausbruch verdrängter Pathologie erfolgt im dritten Teil, der dann auch – nach einer extrem sexualisierten Taxifahrt – die eigentliche Giallo-Bildwelt hereinbrechen lässt. Werden sich nun sämtliche düsteren Kindheitsahnungen erfüllen? Großartige Einstellungen in der damals üblichen Symbolsprache (Ana öffnet Fenster und Türen in Räume von expressionistischer Düsternis oder irrt von Morricone-Musik untermalt durch einen verwilderten Garten) schaffen direkte Referenzen und stellen Anas Erinnerung dar – bis es zu einem finalen Identitätswechsel kommt, der an Argentos „Stendhal Syndrom“ erinnert.</p>
<p>Die vielen Referenzen (man nannte „Amer“ bereits den „Kill Bill“ des Giallo) sind schon deshalb mehr als nerdiges Versteckspiel, weil die Zitate (Einstellungen aus „Suspiria“, die hypnotisierende Musik von Bruno Nicolai aus Sergio Martinos „Der Schwanz des Skorpions“) stets kunst- und sinnvoll in den narrativen und (audio)visuellen Gesamtrahmen integriert sind, der aufgrund seiner ausschnitthaften Gestalt wesentlich experimenteller ausfällt als jeder gängige italienische Genrefilm (und die deutlichste Verbeugung findet sich ohnehin im Bonusmaterial, das eine Reihe an Kurzfilmen des Paares enthält, die ausschließlich nachinszenierte Giallo-Morde zum Thema haben). Hommage an eine Kinoära mit all ihrer holzschnittartigen Psychologie ist &#8220;Amer&#8221; dennoch. Das aufklärerische Anliegen solcher Filme und ihre implizite Kritik an Verdrängung hat heute auch primär als solche Relevanz, da unsere Zeit längst eigene, vielleicht subtilere Fassaden hervorgebracht hat. Die ästhetische Umsetzung all dessen strahlt jedoch trotz all der morbiden Sexualisiertheit eine farbenfrohe Naivität aus, die als Projektionsfläche und Wunschbild nicht totzukriegen ist. (T.M., U.S.)</p>
<p><strong>Label: Koch Media</strong></p>
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		<title>EVERYTHING BUT THE GARGOYLE: Four Flies on Grey Velvet</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:35:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Diese Veröffentlichung ist ein Beispiel dafür, wie Bandname und Albumtitel ein weites, teils zufälliges Referenznetz knüpfen können. Der Name spielt  (sehr wahrscheinlich) bewusst auf das britische Popduo an, das statt des Wasserspeiers das Mädchen im Namen trug und gibt (damit) &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/everything-but-the-gargoyle-four-flies-on-grey-velvet/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/EBTG_four_flies_on_grey_velvet_smal-.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-528" title="EBTG_four_flies_on_grey_velvet_smal-" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/EBTG_four_flies_on_grey_velvet_smal-.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Diese Veröffentlichung ist ein Beispiel dafür, wie Bandname und Albumtitel ein weites, teils zufälliges Referenznetz knüpfen können. Der Name spielt  (sehr wahrscheinlich) bewusst auf das britische Popduo an, das statt des Wasserspeiers das Mädchen im Namen trug und gibt (damit) einen Hinweis auf die Besetzung: In diesem Fall zeichnet sich Ferrara Brain Pan, dessen eigenes Projekt Forms of Things Unknown vor einigen Jahren mit einem großartigen, von verschiedenen Blasinstrumenten stark geprägten Minialbum debütierte, für die gesamte Musik verantwortlich<span id="more-527"></span>; Kyra Pixy, die mit ihrem Projekt Pixyblink einige Alben veröffentlicht hat, leiht dem ganzen ihre Stimme und trägt Texte des Lyrikers G. James Wyrick vor. Der Titel des Minialbums verweist auf gleichnamigen Anfang der 70er Jahre gedrehten Film Dario Argentos und wenn man dann noch bedenkt, dass Thomas Bernhards  Roman „Verstörung“ im Englischen „Gargoyles“ heißt, hat man das Territorium, auf dem sich die  Stücke dieses Albums bewegen, schon ganz gut abgesteckt – denn die vier Tracks sind im besten Sinne des Wortes verstörend. „Sleeping With Ghosts“ wird vom Spiel des Streichpsalters dominiert und Kyras Stimme schwankt zwischen Traurigkeit und Ekstase, versetzt einen in eine Zwischenwelt, in der Geister durchaus leben könn(t)en. „Susto“, ein Begriff, der eine Angsterkrankung bezeichnet, beginnt mit einer Gitarre, in deren monotones Spiel der dunkle Klang einer Bassklarinette einbricht, es kommen (dem Titel angemessen) unheimliche Stimmsamples, Glockenspiel und Saxophon dazu: Das ist Lynchland, dieses Stück hätte auch Sequenzen aus „Mulholland Drive“ durchaus untermalen können – wahrscheinlich der Höhepunkt des Albums. Auf „Pretty Blue Forever“  trägt Kyra Pixy mit einer den Tränen nahen Stimme einen Text vor, der vom Verlust dominiert zu sein scheint  („Of the leeches of memory twisted too ugly to ever be dreamed again“), um am Ende die Frage zu stellen: „ I simply ask – What has become of our pretty blue forever?“. Keyboardflächen und Streichpsalter tragen zur Unterstützung der (Weh-)Klage bei.  Das abschließende „The Hum of Blood” beginnt mit einem Drumloop, bevor der Text („At first we’re benign -/ but in time,/we resign to that climb inside a raging stare…/To resemble some form close to human.”) diesmal fast distanziert vorgetragen wird. Das später einsetzende  Mijwiz erinnert (entfernt) an Dead Can Dance und verleiht dem Stück einen leicht orientalischen Charakter. Dann ist das Album (leider) vorbei, nicht jedoch der Eindruck, den es hinterlassen hat: Vier Stücke, in denen Instrumentierung, Text und Vortrag eine fast schon unheimlich zu nennende Synthese eingehen. „Der Stil ist die Physiognomie des Geistes.“, bemerkte einmal Schopenhauer. Man darf beeindruckt sein.</p>
<p>(M.G.)</p>
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		<title>T.E.D. KLEIN: Reassuring Tales</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:16:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[S.T. Joshi]]></category>
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		<description><![CDATA[Fast zeitgleich mit “Teatro Grottesco“ erscheint in dem auf limitierte Spezialauflagen bekannten US-amerikanischen Verlag Subterranean Press (in dem auch schon Ligotti veröffentlicht hat) eine Sammlung von Kurzgeschichten T.E.D. Kleins, der ähnlich viel publiziert (hat) wie Jerome D. Salinger. 1973 wurde &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/t-e-d-klein-reassuring-tales/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Reassuring-Tales2-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-540" title="Reassuring-Tales2-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Reassuring-Tales2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Fast zeitgleich mit “Teatro Grottesco“ erscheint in dem auf limitierte Spezialauflagen bekannten US-amerikanischen Verlag Subterranean Press (in dem auch schon Ligotti veröffentlicht hat) eine Sammlung von Kurzgeschichten T.E.D. Kleins, der ähnlich viel publiziert (hat) wie Jerome D. Salinger. 1973 wurde er mit (der hier enthaltenen und sicher im Rahmen dieser Sammlung den Höhepunkt darstellenden) langen Erzählung “The Events At Poroth Farm“ bekannt, die acht Jahre später in stark veränderter und erweiterter Form als der bisher einzige Roman unter dem Titel “The Ceremonies“ veröffentlicht wurde<span id="more-539"></span>, ein von Lovecraft und Machen beeinflusstes Werk, das ein kosmisches Grauen evozierte und ebenso wie die im gleichen Jahr erschienene Sammlung mit vier längeren Erzählungen namens “Dark Gods“ die Bedeutungslosigkeit des Menschen inmitten eines indifferenten (oder feindlichen) Kosmos illustrierte. Im Vorwort wird zweierlei deutlich: Zum einen, dass Klein selbst eine weitaus realistischere Einschätzung des Werts der hier versammelten Arbeiten hat als der Verlag, der von einem Nachfolger spricht und damit “Reassuring Tales“ in eine Reihe mit eben erwähnten beiden Werken stellt, was wenig berechtigt ist, er zum anderen recht bieder wirkt.</p>
<p>Ein Teil der Geschichten ist schlicht schlecht gealtert, wie Klein selbst zugibt. “Magic Carpet“ ist eine auf die Pointe am Ende hin ausgerichtete Geschichte, der man die Zeit ihres Entstehens anmerkt und die selbst einen an Flugangst leidenden Menschen während eines Transatlantikfluges kaum in Angst versetzen dürfte. “One Size Eats All“ ist nicht mehr als eine nette Lagerfeuergeschichte für Kinder (und war als solche auch gedacht) um einen mörderischen Schlafsack, das Ende von “Camera Shy“ (hier spielt eine Polaroidkamera eine tragende Rolle) ist sehr früh vorhersehbar (so wie eben die Vampire nicht auf den Fotos zu sehen sind) und eine Geschichte wie “They Don’t Write ’Em Like This Anymore“ illustriert die Sehnsucht nach einer (paradiesischen) Vergangenheit, wobei diese Art von Vergangenheit selten existiert hat bzw. kaum paradiesisch war. Es gibt aber eben auch eine Geschichte wie “Ladder“, die der Vorstellung des (Vorher-)Bestimmtseins des Lebens eine originelle (und beklemmende) Dimension hinzufügt oder eben bereits oben erwähnte (Tagebuch-)Erzählung “The Events At Poroth Farm“.</p>
<p>Diese Sammlung ist also insgesamt deshalb eher für Komplettisten oder Fans geeignet. Diejenigen, die sich fragen, warum T.E.D. Klein, der Anfang der 90er auch einmal ein Drehbuch für Dario Argento geschrieben hat, von einigen (u.a. dem Lovecraftspezialisten Joshi, der eine sehr empfehlenswerte Sammlung von Texten als “The Modern Weird Tale“ veröffentlicht hat, in der sich u.a. Studien zu Klein und Ligotti finden) so sehr geschätzt wird, besorge sich (günstig via EBAY) besagten einzigen Roman (deutscher Titel “Morgengrauen“) respektive Band mit Erzählungen, dessen deutscher Titel (“Verschwörung der Götter) den Göttern mehr Rationalität zukommen lässt, als das im englischen Original der Fall war.</p>
<p>(M.G.)</p>
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