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	<title>African Paper &#187; Dawn McCarthy</title>
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		<title>FAUN FABLES: Born of the Sun</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2016 06:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/faunfablesbornofthesun.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12306" title="faunfablesbornofthesun" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/faunfablesbornofthesun-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Folk wird gerne nachgesagt, regressiv und rückwärtsgewandt zu sein und eine eskapistische Sehnsucht auf eine idealisierte Vergangenheit zu projizieren, in der ein einfacheres Leben im Einklang mit den Zyklen der Natur und eine unverdorbene Spiritualität möglich waren. In Wirklichkeit hat Folk nur in seinen trivialeren Ausprägungen mit solchen Utopien zu tun. Fraglos geht es immer wieder um Natur und Spiritualität, und als Vehikel für Traditionen und somit als der Zeit verpflichtetes Phänomen hat Folk natürlich auch mit<span id="more-12305"></span> der Vergangenheit zu tun.</p>
<p>In seinen besten Formen allerdings ist dies keineswegs gleichzusetzen mit einer Flucht vor einem Hier und Heute, welches all die gesuchte Ursprünglichkeit ohnehin enthält – als etwas, das sich mit sensiblen Augen aufspüren lässt, wo immer es nicht museal zutode konserviert wurde. Folk muss nicht in Sehnsucht nach der Utopie schwelgen, denn die „Tradition“ ist als hidden reverse unserer Kultur inhärent. Shirley Collins war niemals schwelgerisch zumute, spürte vielmehr Reste dieser Kehrseite auft, und was sie fand, war eine Unschuld, die ihren tragischen Subtext nicht verhehlt.</p>
<p>Die um Dawn McCarthy und ihren Partner Nils Frykdahl gruppierten Faun Fables, die eine „progressive“ Version dessen spielen, was man vor Jahren begeistert Weird Folk nennen durfte, haben ein diffiziles Verhältnis zu all dem. Ihr Kosmos aus heidnischem Naturfolk und karnevalesker Vintage-Performance beinhaltet alle Themen, die man mit solcher Musik verbindet, und ähnlich wie bei ihrem Freund B&#8217;ee (In Gowan Ring, Birch Book) geht es bei ihnen immer wieder um das Reisen, um Suchen, Ankommen, Verlassen, Wiederfinden, um das Zuhause als mal beengenden, mal nostalgisch besetzten Ort, um weite Fahrten, den tanzenden Wind und den gedeckten Tisch im eigenen Haus, dessen Gegenstände schon mal ein bewegliches Eigenleben bekommen.</p>
<p>Die Faun Fables haben es nicht nötig, ihre Musik extra kantig aufzurauen, denn in der Lieblichkeit von Dawns Sopran, mit dem sie manchmal wie ein deklamierendes Kind in der Dreigroschenoper wirkt, erst recht aber in den vielen schrägen Ideen, steckt genug eigenwillige Herbheit, die jedem trivialen Idyll entgegenwirkt. Auch auf dem neuen Album, das vage dem Thema des Aussteigens gewidmet ist, findet sich diese Spannung, und selbst die schönsten Tracks offenbaren Brüche und Unsicherheiten. Das nostalgische „Ydun“ mit Flöten und verträumten Glöckchen versprüht eine wehmütig gefärbte Schönheit und kündet in erster Linie vom unsicheren Suchen der „hidden flowers“, bei denen man unweigerlich an die berühmte blaue Blume denken muss &#8211; wer hat sie je gesehen? Das dunklere „Goodbye“ kommt darauf zurück und macht unmissverständlich klar, dass Suche (und Selbstsuche) immer auch mit dem Schmerz des Loslassens verbunden sind.</p>
<p>Die folkigen Akustikstücke machen aber nur einen Teil des Albums aus. Neben Prog-Songs wie Frykdahls angebluestem „Madmen and Dogs“ steht dem jede Menge entgrenztes Tamtam entgegen. Im „Wild Kids Rant“ wird sein grindiges Stakkato, das er sonst im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sleepytime_Gorilla_Museum">Sleepytime Gorilla Museum</a> auslebte, von den drei Kindern der beiden begleitet, bei „Oh My Stars“ werden die Sterne um Wegweisung beschworen, begleitet vom harmonica man und von schweren Stiefeln, die auf dicke Dielen trampeln.</p>
<p>Das zentrale Thema scheint Einklang zu sein – man sucht kein Idyll sondern eine echte Harmonie, und die Natur, die Berge und Bäume, die in „Invitation“ als Palast der Vögel dienen, werden vor allem als Orte der Stimmigkeit besungen, an denen die Dinge in all ihrer Einfachheit so sind wie sie sein sollen, und das ganz ohne idealisierenden Zuckerguss. Solche Orte können auch menschengemacht sein, wie das „Old Country House“, dessen seltsam animiertes Inventar die abwesenden Bewohner nach Jahren zurückruft. An solchen eher skurrilen als weichgezeichneten Stellen wird dann auch der Optimismus des Suchenden belohnt, denn der Ruf wird am Ende erhört, zu deutlich gehören Menschen und Dinge hier zusammen. Das sind die Momente, in denen „Born of the Sun“ nicht nur vom Suchen, sondern ebenso vom Finden erzählt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com/">Drag City</a></strong></p>
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		<title>DAWN MCCARTHY: Traveller Returning</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2015 05:16:18 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/DawnMcCarthy_TravellerReturning_Cover.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-10607" title="DawnMcCarthy_TravellerReturning_Cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/DawnMcCarthy_TravellerReturning_Cover.jpg" alt="" width="214" height="150" /></a>Man muss das Wort &#8220;Nabelschau&#8221; nicht mögen, aber ein Blick zurück auf die eigenen Anfänge ist für viele Musiker interessant. Welche Unsicherheiten konnte man mit der Zeit überwinden, welche ganz persönlichen Elemente gingen andererseits mit zunehmender Erfahrung verloren? Wie lassen sie sich wiederfinden? Wann und wie entstand eine eigene Handschrift, eine eigene Stimme, die von einem bestimmten Moment an untrennbar mit einem musikalischen Werk verbunden bleiben sollte? Dawn McCarthy, die seit ihrem Album mit<span id="more-10605"></span> Bonnie Prince Billy ihre Fangemeinde um ein gutes Stück vergrößern konnte, hat vor der Gründung ihrer Band Faun Fables ein paar Jahre lang solo gespielt, eine ganze Reihe an Homerecordings aufgenommen und hier und da Konzerte gegeben. Viele Songs und Ideen aus dieser Zeit lebten später im Repertoire der Faun Fables weiter, doch die simple Unschuld der Originale ist es wert, dokumentiert zu werden, und einige hält sie selbst für die besten und ehrlichsten Versionen. Jetzt schien ihr die Zeit reif, eine Auswahl dieser Aufnahmen aus den Jahren 1997-2000 auf einem Tape zugänglich zu machen.</p>
<p>Auf gewisse Weise ist das in London aufgenommene &#8220;Old Village Churchyard&#8221; der prototypische Faun Fables-Song, die immer etwas schneidende Stimme der Sängerin, die auch optisch zu burschikos ist, um das Klischee der Folkelfe zu erfüllen, greint hier besonders schrill, der schunkelige Takt der Zupfgitarre und die verrauschte Aufnahme lassen verbotene Wörter wie &#8220;ursprünglich&#8221; und &#8220;authentisch&#8221; assoziieren. Auch in den Anfangstagen war die Schrägheit kein Hindernis für ernsthafte Inhalte wie hier der Trauer um die Eltern und die Wehmut schöner Erinnerungen an die Kindheit. In einigen der frühen Songs tremoliert und leiert sie wie eine schrillere Josephine Foster, in &#8220;Hela&#8221; versteht man kaum den Text, und gegen Ende gibt es die plötzlichen ekstatischen Schreie, die man aus dem beliebten &#8220;Sleepwalker&#8221; her kennt. Einige werden es Katzengejammer nennen.</p>
<p>Den Homerecordings sind einige Konzertmitschnitte an die Seite gestellt, das bekannte Traditional &#8220;House Carpenter&#8221;, das später auf &#8220;The Transit Rider&#8221; neu erschien, bildet den musikalischen Höhepunkt. &#8220;Ode to Rejection&#8221; mit seiner mitreißenden Melodie zu dem holprigen Walzertakt klingt fast wahnhaft aggressiv, und stellenweise könnte man es glatt für eine bluesige Folkaufnahme aus den frühen Tagen der Aufnahmetechnik halten. Ansonsten kann man nur vermuten, dass die Liveshows schon damals mit Verkleindungen und vielen Performance-Einlagen schon sehr unterhaltsam gewesen sind. Die Stücke der zweiten Seite wurden in Portland, Oregon, zusammen mit B&#8217;ee (In Gowan Ring, Birch Book) aufgenommen und haben trotz lofi eine relativ gute Klangqualität. Die Traditionals &#8220;Bliss&#8221; und &#8220;Only a Miner&#8221; wurden später für die Compilation &#8220;Early Song&#8221; neu aufgenommen.</p>
<p>Das Tape erscheint in angemessener Limitierung und richtet sich auch kaum an den durchschnittleichen Folkfan, der auf der Suche nach einem weiteren schönen Songalbum ist. Fans der Faun Fables jedoch, die das Tape als eine Art Geschichtsstunde betrachten, werden darauf jedoch den einen oder anderen Schatz finden. (A.Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com">Drag City</a></strong></p>
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		<title>BONNIE &#8216;PRINCE&#8217; BILLY: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 31 May 2014 06:18:10 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/bpbst.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8865" title="bpbst" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/bpbst-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billys selbstbetiteltes Album hat zwar schon ein paar Monate auf dem Buckel, verdient aber schon deshalb noch immer Erwähnung, weil es mehr als alle anderen Lebenszeichen des Sängers übergangen und in den Chroniken vermutlich einmal als obskure Randerscheinung geführt werden wird. Oldham brachte es letzten Herbst im Eigenverlag heraus, und die größte Werbung, die dafür gemacht wurde, bestand in der Vinylversion, die relativ unkommentiert auf den Merchandise-Tischen der jüngsten Tour auslag. Interessant ist es auch deshalb, weil es, wie nicht unüblich bei<span id="more-8864"></span> selbstbetitelten Werken Jahre nach dem Debüt, auch musikalisch einen markanten Bruch darstellt.</p>
<p>Man muss die meist opulent gestalteten Arbeiten der letzten Jahre, die oft in Kollaboration mit anderen renomierten Musikern (The Cairo Gang, Trembling Bells, Dawn McCarthy) entstanden sind, bei weitem nicht als Ausverkauf und Publikumsanbiederung abtun, denn Oldham zählt zu denen, die auch im eingängigen Klanggewand ihre eigenwillige Würde zu wahren wissen. In all diesen Arbeiten, auch den Coveralben, ist ein Grundmoment enthalten, dass sich seit den Anfängen mit Palace Brothers nie verloren hat, auch wenn es unter dem dichten Klang virtuos gespielter Instrumente und den manchmal etwas gefälligen Melodien versteckt liegt: eine fragile, zerbrechliche Einfachheit, eine Indifferenz gegenüber jeder kompositorischen Akuratesse, die doch nie ins Beliebige kippt, und nicht zuletzt ein Händchen für Worte, die oft im Nebensatz Abgründe passieren, als wären sie das Gewöhnlichste der Welt. Auf dem vorliegenden Album stellt Oldham all dies wieder ins Zentrum, verzichtet auf jedes kleidende Beiwerk und agiert seit Jahren erstmals wieder im eigentlichen Sinne solo. Dass er dies beinahe heimlich macht, legt umso mehr nahe, dass die urtümlich intime Seite als halb versteckter Urgrund verstanden werden will.</p>
<p>Was in den unverquasten Songs besonders zutage tritt, ist die sehr persönlich gehaltene kontemplative Note, die in einigen Textzeilen in unverhohlenen Pessimismus kippt. Der bessere Ort ist immer die Utopie, liegt fern oder ist gänzlich illusionär, so wie die Liebe, die stets zu Sterben verdammt ist &#8211; so in etwa verkündet es das fazitartige „Royal Quiet Deluxe“ zum Ende des Albums. Und doch wird ein merkwürdiges „Trotzdem“ angehängt, das sein Substrat in dem spirituellen Grundtenor hat, der das Album ebenso prägt. So lakonisch die Texte anmuten, bleiben sie doch oft rätselhaft, deuten ihre Themen eher an, als sie poetisch klar auszuarbeiten.</p>
<p>In „Bad Man“ wird man Zeuge einer furiosen Selbstanklage, doch klingt die darin enthaltene Warnung an ein Gegenüber wie eine Liebeserklärung. Auch musikalisch erscheint der Song mir als das Herzstück des Albums &#8211; vielleicht weil seine unscheinbare Melodie zu den großartigsten in Oldhams Werk zählt und weil das Gitarrenpicking mit seinen quietschenden Saiten den ganzen Bogen von frühen Palace Brothers zu Alben wie „I see a Darkness“ spannt, auf dem es einen Platz neben Songs wie „Black“ gefunden hätte. Neben ähnlich gearteten Songs, die zwischen Resignation und dem Licht am Tunnelende schwanken („I Will be Born Again“) kommen durlastige, verträumte Balladen zu Wort, ironisch gefärbte Liebeslieder („Triumph of Will“) und skurrile, doppelbödige Anekdoten („The Spotted Pig“).</p>
<p>Am Ende bleibt der Eindruck, dass hier eines der persönlichsten Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy-Werke vorliegt, dessen Unscheinbarkeit (im doppelten Sinne) Programm ist, denn in den simplen Versen und Melodien verschafft sich ein Ringen mit großen Themen Ausdruck, mit den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Liebe und Trennung und den Fragen nach Tod und Unsterblichkeit. Vielleicht ist der trocken-tiefgründige Oldham einer der wenigen Sänger, bei denen mal mal einen vagen Kafkavergleich anstellen darf, ohne sich vollends zu blamieren. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://royalstablemusic.com/">Royal Stable Music</a><br />
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		<title>DAWN MCCARTHY AND BONNIE &#8216;PRINCE&#8217; BILLY:  What The Brothers Sang</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Feb 2013 09:37:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/01/DawnBonnieBrothers.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6149" title="DawnBonnieBrothers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/01/DawnBonnieBrothers-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn Dawn McCarthy und Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy die Everly Brothers covern und auch noch Pete Townsend mit von der Partie ist, dann weiß man kaum, wo man anfangen soll. Am sinnvollsten ist freilich, zuerst einmal Dawn McCarthy vorzustellen, denn hinter dem hierzulande weniger bekannten Namen verbirgt sich eine Musikerin, die bereits auf eine respektable Laufbahn zurückblicken kann. Dawn „The Faun“ McCarthy entstammt sowohl der Musik- als auch der Theaterszene und ist seit rund fünfzehn Jahren Frontfrau bei The Faun Fables, die mit ihren verrückten Konzeptalben<span id="more-6148"></span> einen unverzichtbaren Beitrag zum letzten Folkrevival geleistet haben, wenngleich ihre Musik meist unterhalb der Wahrnehmungsgrenze deutscher Pseudoindies und ihrer Hochglanzpostillen blieb. Americana und World Music treffen dort auf einen bizarren Popsurrealismus, der auch Amanda Palmer-Fans gefallen könnte.</p>
<p>Mit Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy kreuzen sich ihre Wege nicht zum ersten mal, denn sie steuerte bereits zu einem seiner besten Alben, dem in Island aufgenommenen „The Letting Go“, Gesang bei. Beide haben viel bei Drag City herausgebracht und sind auf David Tibets großartiger <a href="http://www.discogs.com/Various-Not-Alone/release/638749">Benefitz-Compilation für Ärzte ohne Grenzen</a> vertreten. Beide teilen auch ein Faible für eigensinnige Hommagen, wofür sich Oldham auf seiner „Ask Forgiveness“-EP auf unvergleichliche Weise „entschuldigte“. Die Everly Brothers mochten beide wohl schon als Kinder, sie lehrten ihnen das Tanzen und was es heißt, bei einer Schmachtmelodie und Liebeslyrik eine Gänsehaut zu bekommen. Die Liebe zu dieser frühen Boygroup, deren Mitglieder Don und Phil Everly wirklich Brüder sind, blieb bis heute lebendig, längst hat Dawn auch ihre Kinder auf den Geschmack gebracht. Als im letzten Jahr die Frage aufkam, ob man mit alten Klassikern der Kapelle wohl etwas Neues auf die Beine stellen könnte, ohne den eigenen Stil zu verbiegen, dachten die beiden nicht an Vorzeigeschmonzetten wie &#8220;Bye Bye Love&#8221;, &#8220;Wake Up Little Susie“ oder „All I Have To Do Is Dream“, die zu jedermanns Kulturgut gehören und mitdefinieren, was man unter „Fifties“ versteht. Für die vielen Musikschätze, die die Brothers unter ihren großen Hits versteckt haben, schien ihnen die Zeit dagegen reif. Kaum ein Song, dessen Cover den Weg auf das neue Album gefunden hat, ist auch nur annähernd so bekannt wie diese Hits.</p>
<p>Gerade aus Oldhams Perspektive kann es sich bei dem Vorhaben kaum um die Aneignung eines völlig fremden Kosmos gehandelt haben, denn er teilt mit seinen Idolen nicht bloß die regionale Herkunft in Kentucky (einer der gecoverten Songs ist dem Bundestaat gewidmet), sondern auch eine unüberhörbare Vorliebe für die Musik der Apallachenregion, mag seine Herangehensweise auch idiosynkratischer wirken als die Musik seiner Idole. An diese Passgenauigkeit, aber auch an die verlorene Unschuld des amerikanischen Radiopop, musste ich schon beim Opener „Breakdown“ denken, dessen Original die Brüchigkeit fehlt, die das Cover über eine fragile Instrumentierung und die Eigenart der beiden Stimmen vermittelt – Dawn mit ihrem Sopran, der stets gleichermaßen sanft und herb klingt, und Billy mit einem stets brüchigen Timbre, das auch an der Grenze zum Tremolieren noch bodenständig wirkt. All dies tut dem Song nicht das geringste an und bedeutet keineswegs, dass die Interpretationen von nurmehr subkulturellem Interesse wären, und dennoch: Geändert haben sich die Zeiten definitiv, und McCarthy und Oldham geben sich keinen nostalgischen Träumereien hin.</p>
<p>Wenn in „So Sad“ stets klar ist, wann der nächste Gesangswechsel stattfindet, und wenn in „Empty Boxes“ zu stimmungsvollen Oboon Verse wie „ And I am like a match that slowly burns“ erklingen, dann wirkt das nicht im mindesten trivial. Gerade Oldhams Gesang vermittelt beinahe automatisch eine Tiefe, mit der selbst ein Satz wie „I love you“ wie eine unerhörte Offenbarung anmuten muss, und seine Stimme hätte aus den Liedern auch dann etwas vollkommen Neues gemacht, wenn sie ansonsten komplett originalgetreu nachgespielt worden wären. Der Song mit seinen anrührenden Duettpassagen erinnert leicht an mexikanische Musik, und überhaupt ist das Panorama traditioneller Stilzitate eine der großen Stärken des Albums und ein Garant für die Eigenständigkeit der Interpretationen. Bei einer Up-Tempo-Nummer wie „Milk Train“ kann man zum Akkordeon schunkeln, das vergleichsweise bekannte „Devoted to you“ wird durch ein starkes Cello geerdet und „What Am I Living For“ zahlt den Country-Wurzeln Oldhams und der Brothers Tribut. Mit der Zeit registriert man immer mehr, dass eine ganze Reihe fähiger Leute im Studio mitwirkten und die Sammlung zu einem farbenfrohen Mosaik geraten ließen. McCarthy hat u.a. ihren Freund und Faun Fables-Kollegen Nils Frykdahl mitgebracht und Oldham seinen alten „Superwolf“-Mitstreiter Matt Sweeney, und dann ist da ja noch Pete Townsend. Der ohne &#8220;h&#8221; allerdings.</p>
<p>Das Ziel, dass die beiden sich mit dem Album gesetzt haben, besteht in einen Zugänglichmachen vergessener musikalischer Größe unter den Voraussetzungen einer neuen Zeit. Nicht Kenner der Popkultur oder nostalgische Altrocker sollen angesprochen werden, sondern die Zwanzig- und Dreißigjährigen von heute, weswegen man stilistisch auch nicht auf Revival, sondern auf Verjüngung setzt. Unter den ganz Jungen, die heute ohnehin ihr Taschengeld eher für Spiele als für Tonträger hinblättern, wird „What The Brothers Sang“ sicher kein Gassenhauer wie einst die Originale. Aber so ist es gewiss nicht gemeint und man sollte sich ohnehin nicht von hoffnungslosen Idealvorstellungen frustrieren lassen. Gut ankommen wird das Album garantiert.</p>
<p><strong>Label: Domino Records</strong></p>
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		<title>FAUN FABLES: A Table Forgotten</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:02:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wäre der Begriff des Weird Folk nicht so gänzlich abgegriffen, so stünde er neben vielen Projekten um und mit Greg Weeks auch dem verrückten Kollektiv FAUN FABLES aus dem kalifornischen Oakland zu. Das Schattendasein, das die Musik- und Performancegruppe um &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/faun-fables-a-table-forgotten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/tableforgotten1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50" title="tableforgotten" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/tableforgotten1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wäre der Begriff des Weird Folk nicht so gänzlich abgegriffen, so stünde er neben vielen Projekten um und mit Greg Weeks auch dem verrückten Kollektiv FAUN FABLES aus dem kalifornischen Oakland zu. Das Schattendasein, das die Musik- und Performancegruppe um Dawn McCarthy und Nils Frykdahl seit ihrer Gründung Ende der 90er führt, ist kein Resultat einer minderen Qualität, sondern eher der Effekt einer schwierigen Kategorisierbarkeit:<span id="more-48"></span></p>
<p>Wegen der melodischen Songstruktur und der Dominanz des hochtönenden Gesangs vordergründig zu süßlich für einen Kritikerliebling, wegen der unterschwelligen Herbheit gleichsam kaum derart vermarktbar wie die bekannten Hypes der letzten Jahre, wurde die Band gerade hierzulande zu unrecht überhört. Auch McCarthys Kollaboration mit BONNIE PRINCE BILLY änderte daran bislang nur wenig. Um es vorweg zu nehmen – auf ihrer aktuellen EP wurde die eigentlich schätzenswerte Doppelbödigkeit der nur scheinbar schönen Musik merklich reduziert zugunsten eines glatteren, wenngleich hervorragend produzierten Klangbildes. Das ist einerseits schade, dennoch ist “A Table Forgotten“ keine schlechte CD geworden. Mit Rasseln, Glockenspiel und allerlei perkussivem Tamtam zeigt sich die Band zunächst von ihrer rituell-folkloristischen Seite, leitet über in einen von getragenen Streichern und dezentem Finger Picking geprägten Song. Bevor das Ganze in einer Art schwermütigen (Folk) Rockballade ausklingt, zeigt die Band v.a. mit dem Titelstück ihr Können: Ein markanter Midtempo-Rhythmus, stimmungsvolles Strumming auf der Akustikgitarre, ohrwurmtauglicher Gesang und eine spacige Theremin-Einlage bilden hier den Höhepunkt des knapp zwanzigminütigen Hörerlebnisses.</p>
<p>Die FAUN FABLES hatten seit jeher einen Hang zu Konzeptalben, textlich wurden häufig Motive des Zuhauseseins, aber auch des Reisens, der Paradoxien von Heim- und Fernweh umgesetzt. Auch dieses Werk schließt daran an, diesmal wird die gemeinschaftsstiftende Sphäre des Kochens und Essens ausgelotet. Bisweilen gerät die Erinnerung an familiäre Tischgemeinschaften etwas zu nostalgisch verklärend, wenn z.B. in “Pictures“ alte Familienfotos und andere Andenken besungen werden.</p>
<p>Mit von der Partie sind diesmal u.a. Meredith Yayanos von THE PARLOUR TRICK und Matt Waldron von IRR. APP. (EXT.), der die Band neuerdings auch live begleitet – u.a. mit einer Soloeinlage seines genialen „Black Teeth“, das bereits seinen Weg auf das jüngste Album von NURSE WITH WOUND gefunden hat. (U.S.)</p>
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