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	<title>African Paper &#187; Der Blutharsch and the Infinite Church of the Leading Hand</title>
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		<title>DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Wish I Weren&#8217;t Here</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2019 03:04:29 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Der Blutharsch and the Infinite Church of the Leading Hand]]></category>
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		<description><![CDATA[In der allgemeinen Vorstellung ist die große Zeit der Psychedelik immer noch sehr an die Hippiekultur mit all ihren Nettigkeiten gekoppelt. Verwegenheit, Wagemut, Machismo und ein Schuss cooler Zynismus haben darin wenig Platz und sind als Kehrseite des Idylls doch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/04/13/der-blutharsch-and-the-infinite-church-of-the-leading-hand-wish-i-werent-here/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/bhwish.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17373" title="bhwish" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/bhwish-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In der allgemeinen Vorstellung ist die große Zeit der Psychedelik immer noch sehr an die Hippiekultur mit all ihren Nettigkeiten gekoppelt. Verwegenheit, Wagemut, Machismo und ein Schuss cooler Zynismus haben darin wenig Platz und sind als Kehrseite des Idylls doch wichtige Bestandteile des ganzen Phänomens, das damit ein gutes Stück näher an seine Wurzeln im Rock&#8217;n'Roll kommt. Albin Julius und seine Infinite Church of the Leading Hand sind seit einer gefühlten Ewigkeit zweierlei &#8211; zum einen<span id="more-17371"></span> passionierte Retronarren, die vom Mittelalter über martialische Filmscores bis zu Kraut- und Spacerock einen weiten und z.T. widersprüchlich anmutenden Weg zurückgelegt haben, zum anderen leidenschaftliche Störenfriede, bei denen das Staubaufwirbeln zum guten Ton gehört. Manchmal braucht es solche Leute, um rückblickend das Bild einer Subkultur vom Kopf auf die Füße zu stellen.</p>
<p>Lieber an einem anderen Ort oder nirgends, bloß nicht hier – mit ihrem Titel, dessen Nähe zu einem Pink Floyd-Album bereits erkannt wurde, zielt die Combo auf Kompromisslosigkeit, und das wagemutige Sich-Einlassen, das in den wenigen verständlichen Wortfetzen des plakativ „evil“ betitelten Openers zum Ausdruck kommt, scheint so etwas wie die Essenz des Longplayers zu enthalten. Ebenso die Musik: Die elektrifizierte Sängerin, die trancehaften elektronischen Takte, die so erstmals in der EP mit White Hills zu hören waren, die knarzig vorankriechenden Gitarren und das trockene Wüstensetting, aus dem jede Mittelaltermelodik verschwunden ist, die bis zuletzt im Kleinen spürbar war. Wie in einem wortkargen Spätwestern wird hier nichts verklärt, nichts verdammt, nichts unter den Teppich gekehrt.</p>
<p>Im abstrakt dröhnenden Titelstück, in dem man das Erbe der Velvets und tausender No Wave- und Stonerbands hinter den verzerrten Soundschichten zu halluzinieren meint, deklamiert die Sängerin, die als Frontfrau längst über den Schatten des Bandleaders hinausgewachsen ist, einen sachlich kühlen Sprechgesang, der fast in Rap zu kippen scheint. Ähnlich stoisch die hypnotisierenden Vocals, die in „Make me see the light“ mit der melodischen Musik kontrastieren. Dionysisch (oder diabolisch) entgrenzt dagegen das von Trommelwirbeln aufgepeitschte (und später von rituellen Handdrums aufgelockerte) „Forgotten“, und auf gänzlich andere Art „Just because I can“, bei dem die evokative Stimme Marthynnas wie im Fieber „just because I can I lay my hands on you“ über verwaschenes Saintenbrummen und die kurzen Karambolagen des Downtempotaktes sendet.</p>
<p>„My soul rests free“ ist m.E. das Herzstück des Albums: Nach einem ambienten, &#8220;kosmischen&#8221; Auftakt leiten an Diamanda Galas erinnernde Beschwörungen über in ein wildes Freakout, bei dem scheinbar alles einen Willen zur Transzendenz ausdrückt. Wish I weren&#8217;t here &#8211; der Wunsch scheint bestens erfüllt. Durchaus präsent ist die Combo aber bald auf europäischen Bühnen, mit <a href="https://www.facebook.com/events/356872644914459/">Koblenz (20.04.)</a>, <a href="https://www.facebook.com/events/1034241566784837/">Jena (21.04.)</a> und <a href="https://www.facebook.com/events/563769847417415/">Wien (22.04.)</a> kommt auch der deutschsprachige Raum auf seine Kosten.</p>
<p><strong>Label: WKN</strong></p>
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		<title>WHITE HILLS / DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Desire</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2018 03:28:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[White Hills und die Kapelle um Albin Julius kennen sich schon fast ein Jahrzehnt und haben vor acht Jahren eine gemeinsame Single herausgebracht. Den Plan, ihre kreativen Ideen einmal im größeren Stil zusammen in die Waagschale zu werfen, trugen die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/05/02/white-hills-der-blutharsch-and-the-infinite-church-of-the-leading-hand-desire/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/desirewhitehillsdbaticotlh.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15452" title="desirewhitehillsdbaticotlh" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/desirewhitehillsdbaticotlh-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>White Hills und die Kapelle um Albin Julius kennen sich schon fast ein Jahrzehnt und haben vor acht Jahren eine gemeinsame Single herausgebracht. Den Plan, ihre kreativen Ideen einmal im größeren Stil zusammen in die Waagschale zu werfen, trugen die Wiener und die New Yorker schon eine ganze Weile mit sich herum. Ein erstes Resultat ist die vorliegende EP, auf der sich alles um das Thema Begierde dreht.<span id="more-15451"></span></p>
<p>Rau, verwegen und immer im paradoxen Spannungsfeld zwischen leidenschaftlicher Getriebenheit und stoischer Coolness &#8211; so etwas erwartet man, wenn sich eine Truppe psychedelischer Haudegen diesem Thema widmet. Die Erwartung wird vollends erfüllt, doch was überrascht, sind die Anleihen beim Synthie Pop der 80er, die einen relativ großen Raum einnehmen und mit dem schwülen Psychrock eine interessante Synthese eingehen.</p>
<p>Die Zusammensetzung des Gebräus zeigt sich schon in den ersten Momenten von „Nom de Guerre“: Ein dunkler, griffiger Basslauf und der langsame Takt einer Drummachine geben die Richtung vor und lassen einen ganz eigenen Groove entstehen, der – vielleicht wegen des Minimalismus, aber sicher auch wegen dem geheimnisvollen Hauchen der Sängerin – etwas Traumhaft-Irreales ausstrahlt. Ein Hauch von Fatalismus steckt in all dem und schlägt die Brücke zum folgenden „Await the Moon“, doch hier tritt dieser in einen interessanten Gegensatz zu den sanften Pickings und den entspannten Twangs, die wie der Auftakt zu einem dunkel ausgeleuchteten Roadmovie klingen.</p>
<p>Aufgewühlter dagegen der Titelsong, ein echter Ohrwurm, dessen Gitarrenparts am Ende tief in die Kiste schwülheißer Americana greifen. Nach diesem Höhepunkt kann nur ein Bruch kommen, und dieser leitet über in eine blubbernde technoide Klanglandschaft, die in ihrer spacigen Intensität an Coils „Red Birds Fly out of the East&#8230;“ erinnert.</p>
<p>Mit „Lover“ scheint die rund zwanzigminütige Reise im sicheren Hafen eines versöhnlichen Endes angelangt, doch den poppigen Synths und den simplen Takten steht ein Gesang entgegen, der zu niederdrückend anmutet, zu sehr an Nico erinnert, zu desillusionierende Dinge von Tod und Asche verkündet, um das Idyll gelingen zu lassen. Nicht dass White Hills und Der Blutharsch und seine unendliche Kirche ein solches Idyll bräuchten, aber ich betrachte den offenen Schluss jetzt dennoch als Cliffhanger und hoffe auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im LP-Format. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.van-records.de/white-hills-der-blutharsch-and-the-infinite-church-of-the-leading-hand-desire-12-mlp.html">Van Records</a></strong></p>
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		<title>DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Sucht und Ordnung</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2016 08:31:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viel ist bereits geschrieben worden zu den Wandlungen und Transformationen in der Musik von Albin Julius und seinen Mitstreitern, von den kühlen, oft martialischen Soundscapes von Der Blutharsch zum krautigen, auf räudige Art lebensbejahenden Stonerrock von Der Blutharsch and the &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/12/03/der-blutharsch-and-the-infinite-church-of-the-leading-hand-sucht-und-ordnung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/11/berblutharschandtheinfinitesuchtundordnung.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12993" title="berblutharschandtheinfinitesuchtundordnung" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/11/berblutharschandtheinfinitesuchtundordnung-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Viel ist bereits geschrieben worden zu den Wandlungen und Transformationen in der Musik von Albin Julius und seinen Mitstreitern, von den kühlen, oft martialischen Soundscapes von Der Blutharsch zum krautigen, auf räudige Art lebensbejahenden Stonerrock von Der Blutharsch and the Infinite Church of the Leading Hand. Es wäre interessant zu erfahren, wie im einzelnen die Fans darauf reagiert haben. Sicher sind einige abgesprungen, viele allerdings freundeten sich mit dem neuen Stil an und haben, einmal Blut geleckt, vielleicht sogar schon die eine oder andere Hawkwind-Platte im Regal stehen. Ganz sicher sind auch<span id="more-12992"></span> neue dazu gekommen, auf der anderen Seite gibt es gewiss auch die, die brav jede neue Scheibe ins Regal stellen und doch nur die alten Sachen hören – wie es bei vielen Bands ist, auch bei denen, die weit weniger markante Veränderungen hinter sich haben.</p>
<p>Ins Abseits gespielt hat sich die Band jedenfalls ganz und gar nicht und kann ganz zufrieden auf das bisher erreichte zurückblicken. Das neue Album mit dem griffigen Titel „Sucht und Ordnung“ hat etwas von einem solchen Zwischenresümee – nicht im Sinne einer ordinären Best of, aber insgesamt lässt man hier, wenn auch nicht immer offensichtlich, einiges aus der jüngeren Vergangenheit Revue passieren, lässt Musikalisches und Textliches aus vorausgegangenen Releases einfließen, integriert das Ganze in ein komplett neues Muster, so dass am Ende ein vollwertiges, wenngleich etwas kurzes Album daraus wird.</p>
<p>„Sucht und Ordnung“ enthält wie „The Wolvennest Sessions“ drei längere Stücke, was man diesmal aber nicht zwingend merkt, denn es gibt mehrere spontane Brüche, die den live im Studio entstandenen Songs eine episodisch anmutende Struktur geben. Ein Mix aus schönen Melodien, die ganz entfernt an Julius&#8217; mittelalterlich angehauchte Musik mit The Moon Lay Hidden Beneath a Cloud denken lassen, kreisende Synthiedrones, viel Hall und ein von Beginn an verspieltes Drumming lassen schon beim ersten der seit längerem mal wieder unbetitelten Tracks den inzwischen vertrauten Sound der Infinite Church erkennen. Der Opener zeigt die Band am ehesten von ihrer Rock&#8217;n'Roll-Seite und wirkt – trotz ausladender Gitarren- und Orgelparts – so straight wie selten.</p>
<p>Eher rituell-beschwörend und streckenweise nah am Metal präsentiert sich das zweite Stück, bei dem Marthynna, deren Gesang zuletzt mehr und mehr zu einem zentralen Teil der Musik wurde, auf eindringliche Art den Genesis-Text über den Baum der Erkenntnis vorträgt, der schon im Zentrum der Kollaboration mit Josef Dvorak und Fuckhead stand. Man muss ein Faible für solch hexige Vocals haben, meines Erachtens hat Marthynna ihren großen Auftritt eher beim dritten Stück, das neben hypnotischen Orgeln und einem straighten Rocksound auch den Text von „Today I Want to Catch Clouds“ erklingen lässt. Dem Stück, dass auf der Split mit White Hills und der gleichnamigen Remix-Sammlung zu hören ist, steht die kernige, saubere und zugleich verspielte musikalische Gewandung gut zu Gesicht – schnell entpuppt es sich als Ohrwurm, den man in Dauerschleife hören kann, was dann auch für die relative kurze Spieldauer des Albums entschädigt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: WKN</strong></p>
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		<title>JASTREB: Orient and Occident</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2016 04:34:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jastreb wurde vor etwa fünf Jahren von Niko Potočnjak a.k.a The Last Lord of Atlantis in Zagreb gegründet und würden wahrscheinlich von vielen für ein Seitenprojekt der Psychrocker Seven That Spells gehalten werden, wenn nicht noch weitere Musiker beteiligt wären, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/07/09/jastreb-orient-and-occident/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/jastreboao.jpe"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12334" title="jastreboao" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/jastreboao-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Jastreb wurde vor etwa fünf Jahren von Niko Potočnjak a.k.a The Last Lord of Atlantis in Zagreb gegründet und würden wahrscheinlich von vielen für ein Seitenprojekt der Psychrocker Seven That Spells gehalten werden, wenn nicht noch weitere Musiker beteiligt wären, allen voran Albin Julius und Lina Baby Doll, sowie zeitweise sogar Kawabata Makoto von Acid Mothers Temple &#8211; womit die musikalische Stoßrichtung schon mal abgesteckt wäre, die man grob gesagt als satten psychedelisch gefärbten Hardrock bezeichnen kann. Nachdem nun das dritte Werk der Combo in den Regalen steht, sollte <span id="more-12333"></span>wohl kein Zweifel mehr daran bestehen, dass es sich hier um ein eigenständiges Projekt handelt.</p>
<p>Ihr drittes Album „Orient and Occident“ wirkt wie ein Stimmungsbild, das anhand von vier Ausschnitten, die zumindest textlich wie Schlusstableaus einer epischen Erzählung anmuten, ein endzeitliches Gefühl heraufbeschwört &#8211; alles ohne viel Brimborium, und doch mit einer angemessenen Portion an Mysteriösem und einer ordentlichen Hypnotik. Trotz allem zieht der Habicht („Jastreb“ ist dessen kroatische Bezeichnung, doch es gibt wohl auch einen Kampfjet und einen Raumanzug dieses Namens) eher gemächlich seine Bahnen, denn ein relaxtes Midtempo ist angesagt.</p>
<p>Im mollastigen „The Island“, in dessen schnörkellosen Rocksound geschickt eine orientalische Melodie auf der Violine eingewebt ist, wird aus der Totalen eine Geschichte wie aus einem postapokalyptischen Film entfaltet &#8211; auf der Flucht gelangt eine Menschengruppe, umgeben von der Aura letzter Überlebender einer sterbenden Zivilisation, auf eine Insel. Doch die Gestrandeten agieren dort so menschlich-allzumenschlich wie eh und je, bevor sie von der (selbstverursachten?) Katastrophe in Form eines säuredurchtränkten Ozeans eingeholt werden. Lina von Deutsch Nepal, der auch sämtliche Texte geschrieben hat, trägt die Lyrics in einem dunklen, abgeklärt wirkenden Klangegesang vor und entpuppt sich dabei einmal mehr als solider Sänger mit einem überraschenden stimmlichen Charisma &#8211; das darf man getrost hervorheben, wenn man bedenkt, dass seine Herkunft im Industrial liegt, wo im Schnitt gebrüllt oder monoton gemurmelt wird.</p>
<p>Musikalisch und textlich wirken die vier Songs mit ihren Geschichten wie endzeitliche Szenen, die das letzte Aufbäumen einer schal gewordenen Kultur beschreiben, und ob René Guenons gleichnamiges Buch titelgebend war &#8211; man weis es nicht, denn alles scheint nur vage und assoziativ verknüpft, stellt es dem Hörer frei, zu kombinieren oder sich auch nur auf die Musik und ihre Stimmung zu konzentrieren. Mit „Amanda Lear“ und dem ganz ohne Drums auskommenden „Pasolini Nightmare“ werden zwei Nachtgesichte gereiht: Eine queere Disco-Queen leitet den Hörer mit schrägen Violinen durch eine schwüle Vollmondnacht. Dann schwebt man auf einem wabernden Teppich aus kleinteiligen Gitarrenornamenten in ein Szenario aus einem Film, der wie eine Inversion von Pasolinis Matthäus-Evangelium erscheint und den Träumenden verstört zurücklässt. „Let Go“ ist aufgeweckter, verspielter, doch auch hier wird kein beruhigender Abspann daraus.</p>
<p>Insgesamt wirkt Jastreb kompakter, d.h. weniger episch und bombastisch als die wohl wichtigsten Bezugsgrößen Seven That Spells und Der Bluthasch and the Infinite Church of the Leading Hand, doch diese Zurückgenommenheit ist es gerade, die das Hypnotische und den dunklen, fatalistischen Grundtenor umso mehr aufscheinen lassen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
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		<title>DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND PRESENTS: The Wolvennest Sessions</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2015 06:56:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/wolvennest.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11167" title="wolvennest" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/wolvennest-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dem Cover dieser Veröffentlichung kann man entnehmen, dass Der Blutharsch und seine Infinite Church of the Leading Hand dieses Album lediglich „präsentieren“, wie es seinerzeit diverse World Serpent-Musiker gerne getan hatten. Jegliche Erwartung, dass hier Musiker jenseits von Albin Julius&#8217; Combo am Werk sind, zerstreuen sich jedoch schon nach einigen Minuten, wenn das eröffnende Stück erst einmal in die Gänge gekommen ist und es sich abzeichnet, dass hier keine dunkle Ambientband zugange ist, sondern niemand anderes als die Infinite Church höchstselbst.<span id="more-11166"></span></p>
<p>Man kann mutmaßen, dass die drei langen Stücke auf „The Wolvennest Sessions“ im Rahmen der Aufnahmen zum aktuellen Album „Joyride“ entstanden sind, denn atmosphärisch, textlich und soundmäßig gibt es einige Parallelen, auch hier setzt man auf einen eher breiigen, nicht sonderlich ausdifferenzierten Klang, schätzt das Repetitive und eine eher minimal-primitivistische Krautigkeit, zudem singt auch hier ausschließlich Marthynna. Der Themenkreis ist auch schnell benannt: Entgrenzung, der Wunsch danach, die Freude daran sowie die unmissverständliche Klarheit, dass all dies kein Idyll ist, sondern Überwältigung. Ein zentraler Unterschied: Die Stücke sind wie schon erwähnt sehr lang und über weite Passagen von einer eher schleppenden Gangart. Außerdem spielten Drumparts eine wesentliche Rolle.</p>
<p>Das eröffnende „Out Of Darkness Deep“ grollt und dröhnt in den ersten Minuten noch wie eine waschechte Doom-Industrial-Nummer, nur das retrolastige Synthiegedudel stört die Szenerie, so dass die irgendwann einsetzenden Twangs nicht mehr ganz so überraschen. Wenn Drumming, Stonerriffs und die Sängerin das Feld übernehmen, besteht endgültig kein Zweifel mehr, mit wem man es zu tun hat, zugleich wird einmal mehr klar, wie wenig man es hier mit Puristen von welchem Stil auch immer zu tun hat. Stellenweise dachte ich an die langsameren Stücke auf Lards „Power of Lard“-EP, und ein anderenorts aufgeschnappter Vergleich mit Ministry scheint das halbwegs zu bestätigen.</p>
<p>Ein gesampelter Vortrag auf Arabisch leitet über in das hypnotische „Unreal“, bei dem gekonnt plazierte Moog-Tupfer in eine rauschende Gitarrenwolke gehüllt die Melodie bestimmen. Für mich ist dies das Highlight des Albums und definitiv auch einer von Marthynnas besten Momenten. Ganz klar liegen ihr die monotoneren Melodieführungen, und wenn sie mit leichtem Akzent wie hypnotisiert Wörter wie „Faces“ und „Traces“ intoniert, bekomme ich Lust, mal wieder Nicos „The Falconer“ zu hören.</p>
<p>Auch hier stellen sich noch abenteuerlichere Assoziationen ein, und zwar an Burzums „Dunkelheit“, dem bei „Evil Love“ gleich das nächste Deja-Vu folgt, nämlich „Jesus Tod“ vom gleichen Album. Das Stück braucht eine Weile, um seine Richtung zu peilen und findet diese in einem holprig-schleppenden, fast sludge-artigen Sound. Die verruchte Liebe entpuppt sich als gegenseitige Verfolgungsjagd, bei der alle Beteiligten anscheinend ihre gewünschte Beute bekommen &#8211; auch hier also wieder: die schöne, wilde Utopie eines hardboiled wonderland, das &#8211; um die in einem früheren Albumtitel einmal gestellt Frage zu beantworten &#8211; nicht enden muss.</p>
<p>Jetzt fällt mir auf, dass ich nicht einmal „Psychedelic“ gesagt habe, dafür aber „Stoner“ und „Kraut“ . Wie dem auch sei, „The Wolvennest Sessions“ sagt mir persönlich noch mehr zu als „Joyride“, in jedem Fall ist es eine schöne Platte zwischendurch, die sich hoffentlich nicht allzu viele entgehen lassen aufgrund des „presents“, das ich tatsächlich weggelassen hätte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: WKN</strong></p>
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		<title>DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Joyride</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2015 05:51:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass die Musik von Albin Julius seit den 90ern große Veränderungen durchlaufen hat, ist ein Gemeinplatz und sollte sich mittlerweile bis in die letzten Winkel der etwas eigenwilligeren Musikwelten herumgesprochen haben. Noch interessanter vielleicht ist die Tatsache, dass die Entwicklung &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/08/08/der-blutharsch-and-the-infinite-church-of-the-leading-hand-joyride/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/DBJoyride.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10568" title="DBJoyride" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/DBJoyride-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass die Musik von Albin Julius seit den 90ern große Veränderungen durchlaufen hat, ist ein Gemeinplatz und sollte sich mittlerweile bis in die letzten Winkel der etwas eigenwilligeren Musikwelten herumgesprochen haben. Noch interessanter vielleicht ist die Tatsache, dass die Entwicklung von Der Blutharsch And The Infinite Church Of The Leading Hand auch im Kleinen, z.B. von einem Album zum nächsten, kaum vorherzusehen ist und stets Überraschungen bereithält. „Joyride“ folgt – abgesehen von einer Compilation und zwei EPs – auf das vor gut anderthalb Jahren erschienene<span id="more-10567"></span> „The Cosmic Trigger“, und auch wenn der undefinierbare psychedelische Genremix nach wie vor besteht, könnten die beiden Platten kaum unterschiedlicher sein.</p>
<p>Knapp auf den Punkt gebracht reduziert „Joyride“ die schon im Titel von „The Cosmic Trigger“ angedeutete Weite auf&#8217;s wesentliche und gestaltet ich strukturell und auch klanglich oft derart aufgeräumt und konzentriert, dass man sich fast wundern mag, dass Albin, Marthynna und Jörg auch diesmal von einer ganze Bande an Mitstreitern &#8211; u.a. Matt Howden, Alan Trench und Mitglieder von Changes und Seven That Spells &#8211; unterstützt werden. Auf die kosmische Ganzheit folgt ein kurzer, wenn auch nicht ganz folgenloser Trip durch gefahrvolles, aber irdisches Gelände.</p>
<p>Die markanteste Veränderung liegt im Gesang, denn der stammt (backing vocals ausgenommen) erstmals ausschließlich von Marthynna, was sicher einige Schlaumeier auf Moon Lay Hidden-Vergleiche bringen wird. Ihrem diesmal klar nach vorn gemischten Gesang allerdings ist es zu verdanken, dass die Stimmung des Albums – ob mit Absicht oder nicht – ausgesprochen ambivalent und spannungsreich geraten ist. Marthynnas Vocals stimmen einen durchweg kühlen und reservierten Ton an, kommen über viele Strecken nah an Sprechgesang und schlagen automatisch eine für die Invisible Church heute eher untypische Brücke zum Post Industrial mit seinen knapp bemessenen Gesten und grimmigen Blicken. Ambivalent und spannungsreich wirkt sich das deswegen aus, weil der eher ausdrucksreduzierte Gesang ziemlich klar mit der krautig-hippiesken Musik und den durchgehend auf Grenzüberschreitung abzielenden Texten kontrastiert. Bei der noch wesentlich ausladenderen Klanggestalt der letztjährigen Releases hätte dies vermutlich kaum funktioniert</p>
<p>„Drive me far“ beginnt ohne Umschweife, wabernde Synthies und ein wummernder Bass, der über weite Strecken des Albums den Rhythmus nur andeutet, lassen die Fahrt gleich im easy tempo beginnen. Das Ziel ist ungewiss, und diese Unsicherheit des Erkundens von neuem Terrain scheint das eigentliche Thema des Albums zu sein. Schon hier scheint der eher coole Gesang zu implizieren, dass Grenzen, auch wenn man sie überschreiten will, zunächst einmal Statik erzeugen und dass die größten Träume von Freiheit bekanntlich in Ketten geträumt werden. Erst mit der Zeit gerät die Musik ornamentaler und tremolierende Wahwahs, die für Momente an Stimmen erinnern, wirken der Übersichtlichkeit entgegen.</p>
<p>Der große Ausbruch ist auf „Joyride“ kein romantisches Idyll und auf keinem der Stücke führt die Reise in die heile Welt. Viel zu aufwühlend und unterschwellig aggressiv mutet das knarzige „Falling out of Time“ an, viel zu hardboiled klingen die Gitarren und der schwüle Groove in „Cold Freedom“, bei dem man Howdens Violige erstmals deutlich heraushört. Stets fragt man sich, ob die Überschreitung und der Schrei nach Freiheit nicht doch nur ein scheuer Tagtraum ist, der sich ebenso sehr als Alptraum entpuppen könnte, zu sehr durchzieht ein düsterer Grundtenor die Stücke. „Innocent“ könnte glatt ein martialisches Stück aus alten Blutharsch-Tagen sein, neu eingespielt im neuen Sound der Chruch. Dann gibt es Songs, die fast so etwas wie eine klare Ansage vermitteln: Denk nicht zu viel, handle, mit deiner verbummelten Passivität taugst du bestens zum psychischen Vampir, oder schlimmer noch &#8211; zu einem Opfer der „Mighty Might“, wie es im gleichnamigen Stück heißt, während der kauzige Takt rumpelnd das Weite sucht.</p>
<p>„Joyride“ ist wie gesagt kompakter und aufgeräumter als andere Releases der Infinite Church und verzichtet auf vielschichtige Panoramas und ein großes Aufgebot an Gastsängern. Letztlich bleibt es Geschmackssache, welche Version man lieber mag, doch dass die aktuelle Version auf Albumlänge kurzweilig bleibt, sollte man anerkennen. Und spannend bleibt es allemal.</p>
<p><strong>Label: WKN</strong></p>
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		<title>JOSEF DVORAK feat. FUCKHEAD &amp; DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Sous L&#8217;Arbre De Sience</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2015 07:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Wiener Josef Dvorak ist Theologe und Psychoanalytiker mit Wurzeln im Wiener Aktionismus. Mir ist er in erster Linie als Autor eines Buches über den Satanismus bekannt, das sich wie die Zusammenfassung einer halben Spezialbibliothek liest und aufgrund der enormen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/01/31/josef-dvorak-feat-fuckhead-der-blutharsch-and-the-infinite-church-of-the-leading-hand-sous-larbre-de-sience/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/dvorakfuckheadinvisiblechurch.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9779" title="dvorakfuckheadinvisiblechurch" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/dvorakfuckheadinvisiblechurch-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Wiener Josef Dvorak ist Theologe und Psychoanalytiker mit Wurzeln im Wiener Aktionismus. Mir ist er in erster Linie als Autor eines Buches über den Satanismus bekannt, das sich wie die Zusammenfassung einer halben Spezialbibliothek liest und aufgrund der enormen Dichte an Namen und Begriffen v.a. ein gutes Nachschlagewerk abgibt. Keine Frage, dass er ein äußerst untypischer Vertreter seines Faches ist und seine Anhänger weniger in den akademischen Fakultäten als in einschlägigen Subkulturen findet, wo es an nonkonformen Suchern nicht mangelt. Gelegentlich hört man ihn<span id="more-9778"></span> auf Platte, das jüngste Ergebnis trägt den Titel &#8220;Sous L&#8217;Arbre De Sience&#8221; und erreichte soeben etwas verspätet meinen Briefkasten.</p>
<p>Auf der vorliegenden EP trägt der Meister Textpassagen aus der Genesis vor, untermalt mit geschmeidigen psychedelische Klängen, für die zwei berüchtigte Wiener Kapellen zu einer temporären Einheit verschmolzen sind &#8211; die provokanten Elektroniker Fuckhead und die bekannte Infinite Church of the Leading Hand um Albin Julius, der die Platte auch gleich auf seinem Label herausgebracht hat. Nachdem alle beteiligten Künstler in der Vergangenheit bereits in irgendeiner Form kollaboriert hatten, ist wie zu erwarten ein recht stimmiges Minialbum zustande gekommen, dessen vier Abschnitte wunderbar ineinander übergehen und am Ende den Eindruck entstehen lassen, dass erst die vier Stücke in ihrer Gesamtheit inklusive Intro und Ausklang so etwas wie einen Song ergeben. An einigen Stellen dominiert ein dezent rockiges Klangbild mit grummelnden Bassläufen und krautigen Gitarren, dann steht die mal sphärische, mal beinahe clubtaugliche Elektronik mehr im Vordergrund und ruft Zeiten in Erinnerung, als Krautrock und deutscher Wave sich gerade zeitlich ablösten und ganz beiläufig überlappten. Alles in allem kann man die Elektronik mehr mit Fuckhead assoziieren und das &#8220;Hippieske&#8221; mehr mit Albins Combo, doch sind gerade letztere einem stetigen Wandel unterworfen, so dass ein solches Sezieren mühsam ist, denn letztlich liegt hier eine große klangliche Einheit vor. Sowohl Fuckhead als auch Der Blutharsch und die Invisible Church haben in der Vergangenheit wildere, chaotischere Klänge fabriziert, hier nehmen sie sich wahrscheinlich bewusst etwas zurück, um Dvorak die Bühnenmitte ganz und gar zu überlassen. Sein evokativer Vortrag auf deutsch und französisch kreist um den Baum der Erkenntnis im Garten Eden, um verbotene Früchte und lockende Verführung, und welch ambivalenter Reiz im versprochenen Wissen liegt, das bisher nur Gott zugänglich war. Die christliche bzw. monotheistische Deutung der Geschichte ist bekannt, dass Dvorak die Dinge anders interpretiert, liegt im Grunde auf der Hand, doch hier wird das Thema nur angeschnitten, denn schließlich soll es ja nicht zu einer Predigt verwurstet werden.</p>
<p>Dvoraks trägt die Bibelverse mit dem Pathos eines finster dreinblickenden alten Zauberers vor, was zwischen dem Ernst der Darbietung eine schalkhafte Selbstironie vermuten lässt, und an einigen Stellen klingt die Rezitation wie der Auftakt zu einem spannenden Hörbuch. Fraglos eignet sich so etwas auch für den Budenzauber der Darkdisco, wo man seit jeher vergnügt im Tiefsinn badet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: WKN </strong></p>
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		<title>DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: All To Pieces</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2014 04:21:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viele Musiker verändern ihren Stil im Laufe der Zeit, doch längst nicht alle schaffen es, dabei ein gleichbleibendes Popularitätsniveau zu halten bzw. dieses trotz aller Wandlungen noch in kleinen Schritten zu steigern. Irgendetwas muss dran sein an diesem Albin Sunlight &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/08/30/der-blutharsch-and-the-infinite-church-of-the-leading-hand-all-to-pieces/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/08/alltopieces.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9204" title="alltopieces" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/08/alltopieces-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Viele Musiker verändern ihren Stil im Laufe der Zeit, doch längst nicht alle schaffen es, dabei ein gleichbleibendes Popularitätsniveau zu halten bzw. dieses trotz aller Wandlungen noch in kleinen Schritten zu steigern. Irgendetwas muss dran sein an diesem Albin Sunlight Julius, das von all seinen Liebäugeleien mit Musikrichtungen unberührt bleibt, das sich in mittelalterlichen Soundscapes ebenso wiederfindet wie in martialischer, rockiger oder psychedelischer Gestalt. Ist es einfach nur gute PR und das Talent, das Richtige zur rechten Zeit zu machen? Ein Händchen auch für Entertainment? <span id="more-9203"></span>Die Unverfrorenheit, sich nur nach den eigenen Launen und Neigungen zu richten? Ich vermute, dass es von allem etwas ist, und über die Jahre kam sicher noch ein Gespür für passende Musiker dazu.</p>
<p>Entgegen der gängigen Sichtweise sah ich nie einen radikalen Bruch zwischen den späten The Moon Lay Hidden Beneath A Cloud und frühen Blutharsch-Aufnahmen, die – Sängerin hin oder her – immer noch Mittelalter-Reste hatten, und deren Melodik sich selbst in einigen der späteren Rocksongs findet. In diesen einfachen Motiven, den Melodien und den rumpelnden Pauken, die einmal jemand als „tantrum for a lost toy“ beschrieben hat, steckt ein verspieltes Moment, das einiges über den Weltbezug des vielbeschworenen Enfant Terribles sagt, das Zeit seiner Karriere ein Libertarian war, mag er früher auch den politisch unkorrekten Provokateur gegeben haben und jetzt allgemein als Hippie gelten.</p>
<p>Als 2011 die Reinkarnation mit dem Endlosnamen das Licht der Welt erblickte, war die Truppe um Julius längst zu einer echten Band verschmolzen, und nach diversen Releases, von denen v.a. die Kollaboration mit Aluk Todolo noch mal einen Durchbruch bedeutete, steht seit kurzem eine neue EP mit dem Titel „All to pieces“ in den Regalen. Den Release übernimmt diesmal sogar ein anderes Label, nämlich die auf Psychedelic spezialisierten Italiener von Sound of Cobra. Julius und seine Mitspieler sind guter Dinge, was in ihrem Fall weniger auf Peace and Love als auf eine drogengeschwängerte Feier des Lebens und Sterbens in all seinen Facetten hinaus läuft. Titel und Artwork künden überdeutlich vom Verfall, doch &#8220;All to pieces&#8221; ist beileibe kein Abgesang auf das Leben ob seiner Endlichkeit.</p>
<p>Ich bin kein Fachmann für die Musik, die Bands wie Hawkwind oder Pink Floyd in den frühen 70ern gespielt haben, doch bilden diese einen idealen Referenzpunkt für das, was die Church of the Leading Hand hier auf die Beine bringt, auch noisige Zutaten rücken die Musik m.E. nicht so nah an den Industrial, wie ein Kollege das sehen will. Kreisende, repetitive Figuren auf der Gitarre, gerne mit Tremeolo-Effekten versehen, bilden das Fundament für Passagen, die sicher noch schwindelerregender wären, hätte der rumorende, verweht grummelige Sound keine so ungemein erdende Wirkung. An den Saiten mischt diesmal ein prominenter Gast mit, der Albin schon einmal auf einem frühen Release zur Seite stand, nämlich sein ehemaliger Verleger Alan Trench, der ansonsten mit Orchis eigenwilligen Folk spielt und in Temple Music und den Howling Larsens noch experimentellere Klänge auslotet.</p>
<p>Insgesamt ist die Stimmung äußerst unaufgeregt. „The world is just a spaceship travelling too fast for me“, schmettert als weiterer Gast Pete Hope (Wrong Revolution, Bone Orchestra) ins Mikrophon, doch im Kosmos geht nichts verloren, nicht einmal die Spuren früherer Inkarnationen: „I&#8217;ve been here before, so I know my way“. Spirituellen Anspielungen solcher Art entpricht auch die teils mystisch-religiös eingefärbte Stimmung einzelner Songs. Die Gesangsspuren im ausladenden „Song of Life and Death“ klingen wie das Echo einer mysteriösen Liturgie, und am Ende begraben die afrikanischen Handdrums das Szenario unter einem heidnisch anmutenden Klanggewebe. In „Acheroantia“ hindern nicht nur noisige Spielereien, sondern vor allem die sakrale Orgelschwere den Song daran, in netten Westcoast-Pop zu kippen.</p>
<p>Laut Gerüchteküche sind die vier Tracks der einseitg bespielten 12&#8221; (auch) ein Vorgeschmack zu einem ähnlich gelagerten Longplayer, der im nächsten Frühjahr erscheinen soll. Ich halte &#8220;All to Pieces&#8221; für die gelungenste Veröffentlichung seit der Neuerfindung der Band, die durchaus auch Hörer zufrieden stellen könnte, die den Schwenk in krautig-psychedelische Gefilde bislang nicht ernst genommen haben.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.soundofcobra.com/">Sound of Cobra</a></strong></p>
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