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	<title>African Paper &#187; Dieter Müh</title>
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		<title>Gruppenausstellung beim Epicurean Escapism Festival II: Alex Tennigkeit, Andrew Liles, Carmen Burguess, Dennis Rudolph, Philip Best, Rudolf Eb.er</title>
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		<pubDate>Sat, 25 May 2013 08:06:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 15.06.2013 findet in Berlin das zweite Epicurean Escapism Festival statt, im Zentrum stehen Konzerte der Post Industrial-Acts Ke/Hil, Post Scriptvm, Dieter Müh, Anemone Tube und Trepaneringsritualen, darüber hinaus werden Super 8-Filme von Mike Dando als Untermalung zu ausgewählten Stücken &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/05/25/gruppenausstellung-beim-epicurean-escapism-festival-ii-alex-tennigkeit-andrew-liles-carmen-burguess-dennis-rudolph-philip-best-rudolf-eb-er/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 15.06.2013 findet in Berlin das zweite Epicurean Escapism Festival statt, im Zentrum stehen Konzerte der Post Industrial-Acts Ke/Hil, Post Scriptvm, Dieter Müh, Anemone Tube und Trepaneringsritualen, darüber hinaus werden Super 8-Filme von Mike Dando als Untermalung zu ausgewählten Stücken seiner Band Con-Dom gezeigt. Zu den Programmpunkten zählt außerdem eine Gruppenausstellung. Im Vordergrund stehen Gemälde, Zeichnungen und Fotokollagen von sechs internationalen Künstlern. Die meisten von ihnen stehen im engeren Kontext zu (Post-)Industrial und experimenteller Musik. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/TennigkeitEEF.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-6973" title="TennigkeitEEF" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/TennigkeitEEF-250x300.jpg" alt="" width="250" height="300" /></a><span id="more-6972"></span>Die in Berlin lebende Malerin Alex Tennigkeit steuerte bereits Artwork für das Anemone Tubes-Album &#8220;Dream Landscape&#8221; bei. Standen zu Beginn ihrer Laufbahn noch Motive der Populärkultur, allem voran die Ikonografie des Hip-Hop und die Ästhetik amerikanischer Filmplakate im Zentrum, widmete sie sich im Laufe der Zeit vermehrt Themen der abendländischen Malerei. Ein besonderer Schwerpunkt liegt seit dem auf Motiven und Darstellungstechniken des Barock. In ihren allegorischen Sujets treffen Vanitassymbole auf demonstrative Erotik und Szenarien exzessiver Brutalität. In den meisten Darstellungen ist es der weibliche Körper, der bei aller Schönheit einen morbiden Zug offenbart und von Vergänglichkeit ebenso wie von Bedrohung kündet. Dass die Künstlerin dabei meist ihr eigenes Abbild als Projektionsfläche nutzt, gibt ihren Bildern eine interessante Mehrdeutigkeit, bei der Aspekte der Ichwerdung mit überzeitlichen Symbolen korellieren. Das Konzept fand seinen bissherigen Höhepunkt in der Reihe „Selbst als Allegorie“, aus der „Libra“, eines der hier zu sehenden Gemälde, stammt.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/LilesEEF.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-6974" title="LilesEEF" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/LilesEEF-210x300.jpg" alt="" width="210" height="300" /></a></p>
<p>Andrew Liles ist vor allem als Musiker bekannt. Von Haus aus mit Gitarre und Piano sozialisiert, entwickelte er irgendwann ein Interesse an der kollagenhaften Schichtung manipulierter Klänge. Mittlerweile blickt er auf ein umfangreiches Werk zurück, zu seinen Soloarbeiten und Kollaborationen kommt seine mittlerweile maßgebliche Mitgliedschaft bei Nurse With Wound und Current 93 hinzu. Die Gestaltung der Tonträger spielte von Beginn an eine wichtige Rolle, nach anfänglichen Arrangements mit Puppen, sowie Experimenten mit der Ästhetik des viktorianischen Zeitalters, konzentrierte sich sein Fokus spätestens seit der „Monster“-Reihe auf einen bunten Comicstil mit grotesken, erotischen Motiven. Seit einiger Zeit ist Liles auch unabhängig von seinen Tonträgern künstlerisch aktiv. Die Feder- und Bunstiftzeichnungen auf schwarzem Tonpapier repräsentieren eine ganz andere, gleichwohl nicht weniger bizarre Seite seines Schaffens. Aus denm leuchtenden Farbenspiel floraler Linien entstehen figurative Formen von unheimlicher, dämonischer Ausstrahlung, die an Psychedelic und Folk Art erinnern.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/BurguessEEF.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-6975" title="BurguessEEF" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/BurguessEEF-294x300.jpg" alt="" width="294" height="300" /></a>Auch die Argentinierin Carmen Burguess führt eine Doppelexistenz als Musikerin und visuelle Künstlerin. Neben ihrer Rolle im Post Punk-Duo Mueran Humanos arbeitet sie in den Bereichen Kollage und Zeichnung. Während ihre Zeichnungen meist als Illustrationen für Magazine und literarische Publikationen Verwendung finden &#8211; am Namhaftesten bisher eine spanischsprachige Ausgabe von Gedichten Lovecrafts &#8211; widmet sie ihre Fotokollagen primär eigenen Ideen. Die bei EEF gezeigten Digitalkollagen entstammen dem Umfeld ihrer Reihe „Seventeen“, einer ironischen Auseinandersetzung mit der Geschichte des modernen Schönheitsideals und dessen Präsentation in Lifestyle-Magazinen. Die Arbeiten zeugen von einem Faible für den Stil der 50er und frühen 60er Jahre, als das Schönheitsideals der Massen noch vergleichsweise unverbraucht war und einen naiven Charme ausstrahlte. Mit dieser idealisierenden Unbekümmertheit brechen Burguess&#8217; fiktive Magazincover, setzen durch Verzerrung und den Einbezug von Narben und Wunden auf direkte Schockwirkung ganz im geiste plakativer Unpop Art. Die hier gezeigten Arbeiten sind Studien zu dieser Reihe und zeigen die Covergirls losgelöst von Kontext der Magazine.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/RudolphEEF.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-6976" title="RudolphEEF" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/RudolphEEF-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" /></a>Der Berliner Maler Dennis Rudolph wird gelegentlich als Chronist kulturellen Verfalls bezeichnet, was allerdings einer stark verkürzten Rezeption von Teilen seines Werks entspricht. Mit einer Vielzahl alter Techniken wie Ätzradierung, Cyanotypie und Tafelbild erforscht Rudolph das westliche Selbstbild in all seinen ideengeschichtlichen Dimensionen. Seiner offenkundigen Vorliebe für die figurative Ästhetik der klassischen Moderne und v.a. des Symbolismus entspricht die stets in der Schwebe gehaltene Ambiguität aus hoffnungsfroher, fast obsessiver Aufbruchstimmung und einem Bewusstsein des Untergangs. In all seinen favorisierten Gattungen – Porträt, Allegorie, Landschaftsgemälde – durchzieht das Spannungsgefüge zwischen Morgenröte und Apokalypse die Tableaus. Dieser ambivalente Zug findet sich auch im Pathos seiner vielleicht brisantesten Arbeit, der „Deutschen Ahnengalerie“ mit Charakterköpfen der 30er und 40er Jahre, die den Geist dieser Zeit in all ihrer fanatischen Entschlossenheit einfangen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/BestEEF.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-6977" title="BestEEF" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/BestEEF-213x300.jpg" alt="" width="213" height="300" /></a>Philip Bests musikalische Arbeiten für Consumer Electronics und Whitehouse sowie als Teil von Ramleh sind weitgehend bekannt, vor einigen Jahren hat er die Fotokollage als visuelles Ausdrucksmedium für sich entdeckt. Auf den ersten Eindruck mag man sich wundern, dass seine Bilder wenig von der klinischen Kälte und Direktheit ausdrücken, die man angeschtis seiner Musik vielleicht erwartet hätte. Best sammelt seit Jahren Bilder aus älteren Magazinen und Prospekten, aus denen er kontrastreiche Sujets von subtiler Bedrohlichkeit entstehen lässt. Auf motivischer Ebene finden sich vor allem Naturaufnahmen und Darstellungen von Kindern, die zunächst Assoziationen romantischer Art wecken. Die Unbekümmertheit der abgelichteten Kinderfiguren erhält allerdings schon auf den zweiten Blick starke Brüche, da sie mit Naturphänomenen kombiniert werden, die dem jeweiligen Szenario einen unheilvollen Zug geben. Dunkle Himmel wie vor einem Wolkenbruch, Tiere bei der Jagd und immer wieder der Wald, der als Dickicht erscheint oder selbst der Zerstörung durch Brand und Umweltschäden ausgesetzt ist. In feinen Andeutungen lassen einige Motive den Verlust des paradiesischen Urzustandes als etwas gewaltsam herbeigeführtes durchscheinen, als eine Gewalt, die großen Interpretationsspielraum lässt und bei genauerem Hinsehen auch sexuell aufgeladen sein kann.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/Eb.erEEF_.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-6978" title="Eb.erEEF" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/Eb.erEEF_-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a>Der in Japan lebende Künstler Rudolf Eb.er ist Gründer des Kollektivs Schimpfluch und v.a. unter seinem Projektnamen Runzelstirn &amp; Gurgelstock bekannt, mit dem er seit den späten 80ern auf Tonträgern und mit „rituellen“, multimedialen Performances von sich reden macht. Eb.er wird oft als Schamane des Art Brut charakterisiert, dessen psychodynamische Akustik und Grafik auf verborgene Regionen der menschlichen Psyche fokussiert sind. Wie der Begriff Schamane schon impliziert, geht es dabei nicht bloß um ein anlytisches Erforschen, vielmehr ist in all seinen Arbeiten eine kathartisch-therapeutsche Funktion intendiert, die er selbst als Konfrontation „mit Existenz“ bezeichnet. Seine Darstellungen des Menschen sind einer konsequenten Überschreitung von Körpergrenzen verpflichet und stehen im Gegesatz zu jedem idealistisch-cleanen Körperbild moderner, aufgeklärter Provenienz: Der Körper als Abjekt, der Körper in verschiedenen Graden der Deformation etc. Seine Performances bleiben wirkungsästhetisch im Spannungsgefüge zwischen Humor und latentem Unwohlsein und lassen Assoziationen zu Dada, Fluxus und den Wiener Aktionisten anklingen. Die hier gezeigten Fotoarbeiten sind Teil der Reihe „Psychopompos“.</p>
<p><strong><a href="http://www.transformed.de/epicureanescapism.html">Epicurean Escapism Festival</a></strong></p>
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		<title>LON MILO DUQUETTE: I&#8217;m Baba Lon</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Nov 2012 09:59:52 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/lonmiloduquette1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5651" title="lonmiloduquette1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/lonmiloduquette1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man müsste viel mehr über die amerikanische Songtradition wissen, um die Musik von Lon Milo DuQuette, kurz „Lon“, auch formal besser einordnen zu können. Für den Genuss seiner mitreißenden Melodien und seiner originellen Texte ist das allerdings unerheblich, und selbst die holzschnittartige Beschreibung eines Bekannten, der mir den Sänger als Missing Link zwischen Sinatra und Leonard Cohen empfahl, konnte vor ein paar Wochen die Neugier auf sein Berliner Konzert nicht drosseln, nachdem ich eine Handvoll seiner neuen Songs im Netz gehört hatte. Lon spielte auf dem Höhepunkt der <span id="more-5649"></span>Hippie-Äre in diversen Psychedelic-Bands, sein Hauptstandbein war das Duett mit Charley Dennis Harris, mit dem er ein Album auf einem bekannten Label draußen hatte und sich die Bühne schon mal mit Größen wie Arlo Guthry, Johnny Rivers und Sammy Davis jr. teilte. Nach über zwei Jahrzehnten, in denen er u.a. als Buchautor aktiv war, feiert der 64jährige zur Zeit ein überraschendes Comeback als Songschreiber und Sänger. Dass diesem zweiten Frühling eine Gastrolle beim Industrial-Projekt Dieter Müh vorausgegangen ist, verdeutlicht, in welch unterschiedlichen Kontexten seine Musik steht.</p>
<p>„Every little thing he does is magick“ betitelte vor einiger Zeit jemand ein Interview mit ihm, und sollte man wenig Vorwissen haben, kann man das durchaus auf das Charisma des gewitzten Entertainers und den Charme seiner Songs münzen, die im Grunde jedem gefallen sollten, der in den schwermütigen Balladen eines Towns van Zandt, der versoffenen (Un-)Coolness eines Tom Waits und jazzigen Evergreens aller Art keine unvereinbaren Gegensätze sieht – für den weißhaarigen Bohèmien, der mit seinem Sommeranzug gerade einer chicen Cocktailparty entsprungen sein könnte, lassen sie sich jedenfalls vortrefflich unter einen Hut bringen und mit einem eigenen Stempel versehen.</p>
<p>Wer mit dem Werk des Kaliforniers, dessen Wurzeln in den Prärien Nebraskas liegen, etwas vertrauter ist, der weiß natürlich längst, dass das Wort „Magick“ durchaus buchstäblich gemeint ist und hält das merkwürdige „k“ am Ende auch nicht für einen Tippfehler. Der stattliche Bücherstapel, den Lon über die Jahre mit Wissen angefüllt hat, berichtet primär über seine Erfahrungen mit westlicher Esoterik, im Speziellen mit Thelema, einer vom allseits gerühmten Lausbuben Alaister Crowley begründeten Okkult-Lehre, die für Lon nicht nur akademisches Steckenpferd, sondern auch persönliches Credo ist. Wer eine seiner Shows besucht, bei denen die Grenze zwischen Konzert und kurzweiligem Vortrag nie klar gezogen ist, erfährt vielleicht von seiner ersten Begegnung mit dieser Welt, von seinen jugendlichen Vorstellungen vom OTO als einem imposanten Tempel, der sich dann als eher „gemütliches“ Hinterhausappartment in LA entpuppte. Als überzeugtes Mitglied erlaubt er sich hier und da selbstredend ein ironisches Augenzwinkern, und ist sich des kuriosen Images solch &#8220;exotischer&#8221; Weltanschauungen in den Augen einer Tom Cruise-Filme konsumierenden Öffentlichkeit durchaus bewusst.</p>
<p>Ich kenne seine Bücher nicht und bin weder Kenner noch Anhänger ihrer Konzepte, und breche doch ganz gerne mal eine Lanze gegen die auch heute noch verbreiteten Vorurteile gegenüber dem Autor und Esoteriker Crowley, der entweder ganz in viktorianischer Tradition als abstruser Unhold, oder aber mit seinem &#8220;Do what thou wilt&#8221;-Postulat als Propagandist eines Hedonismus der Ellbögen abgetan wird &#8211; gerade letzteres bleibt aufgrund des transzendenten Charakters seiner Werke zu hinterfragen, das individuelle Ego (non plus ultra etlicher Optimierungs-Ideologen von Carnegie bis LaVey, von Rand über Hubbard bis hin zu schlauen Akademikern wie Rothbard und Friedman) als überwindenswert betrachtet. In Lons Fall kann ich mir vorstellen, dass seine Gedanken über den wahren Willen, über die Liebe als oberstes Gesetzt und die Unio Mystica mit dem „Holy Guardian Angel“ recht klug und sympathisch zu Papier kommen – in seinen Songs jedenfalls, die konsequent in der Ichform verfasst sind, zeigt er sich als talentierten Erzähler. Allgegenwärtiges Thema seines Solodebüts ist selbstredend die Liebe, die er mal in ironischer („When You&#8217;re not in love, things are simple“), mal in genießerischer Form („Love me slow“) beschwört, kongenial begleitet von seiner Akustikgitarre und einem beschwingten Jazzbesen. Und er wäre nicht der allen Okkultklischees gegenüber immune Realist, würde er Allzumenschliches wie Liebeskummer („Cold Lips of Paper“) aussparen. Bei „I wish I were Krishna“ huldigt er dem achtarmigen Liebesgott der Hindu und lässt durch die Oberfläche des Gentleman den Hippie durchscheinen.</p>
<p>Sehr anrührend, doch frei von allen Peinlichkeiten, sind zwei Songs über seine Familiengeschichte. „Last Night I Dreamt of Dead People“ ist eine im feierlichen Walzertakt vorgebrachte Hommage an seine Eltern. „Roman Rider“, für mich einer der Glanzpunkte des Albums, eröffnete er beim Konzert mit den Worten „My Grandfather was a bastard“ &#8211; es erzählt die Geschichte seiner Urgroßeltern, einer reichen Ranchertochter und eines verwegenen Cherokee aus der Truppe von Buffalo Bill, der kurz vor seinem tragischen Tod – ob mit oder ohne Grenzerlatein – der Held der besten Romeo und Julia-Geschichte jenseits des Mississippi werden sollte. Interessant, dass es gerade die fröhlichen Songs sind, die sich direkt um Magick drehen. Der Titelsong sticht besonders heraus: Zum stimmungsvollen Polkatakt mit Gypsie-Flair feiert Milo den göttlichen Funken, der auch im Everyman mit all seinen Schwächen und Fehlern steckt – er braucht nur eben seinen magischen Turban aufzusetzen, wie einst Grady McMurtry. Ein wahres Okkult-Festival mit Gastauftritten von Woody Allen und Al Pacino lässt Milo im beschwingten „Caffe Vivaldi“ zum Leben erwachen – Crowleys Geist und Madame Blavatsky geben sich die Ehre, und man müsste involvierter sein, um den Song mit den vielen humorigen Anspielungen wirklich verstehen zu können.</p>
<p>DuQuettes Musik funktioniert auf unterschiedliche Art – zum einen ist der Thelema-Bezug so stark, dass er sich kaum ausblenden lässt, zum anderen wird all dies aber auf eine derart offene und unbeschwerte Art mit den verschiedensten Themen verknüpft, dass die Musik auch vielen unbedarften Hörern gefallen wird, die offen sind für gute, mitreißende Songs voll ungekünstelter Lebensfreude, die vielleicht gerade deshalb so ansteckend wirkt, weil sie stets von einer leisen Melancholie durchzogen ist &#8211; „with crazy magick in the air“. Einen zweiten Teil gibt es auch schon unter dem Titel „Babalon II“.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://ninetythreerecords.com/">93 Records</a></strong></p>
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