<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Douglas P.</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/douglas-p/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 15 Apr 2026 10:12:58 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>CURRENT 93: Thunder Perfect Mind 2LP</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/01/20/current-93-thunder-perfect-mind-2lp/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2018/01/20/current-93-thunder-perfect-mind-2lp/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Jan 2018 01:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ania Groszynska]]></category>
		<category><![CDATA[Current 93]]></category>
		<category><![CDATA[David Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Douglas P.]]></category>
		<category><![CDATA[Durtro]]></category>
		<category><![CDATA[Folk]]></category>
		<category><![CDATA[Joolie Wood]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Cashmore]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Lawrence]]></category>
		<category><![CDATA[Nick Salomon]]></category>
		<category><![CDATA[Nurse With Wound]]></category>
		<category><![CDATA[Renate Birulf]]></category>
		<category><![CDATA[Rose McDowall]]></category>
		<category><![CDATA[Sand]]></category>
		<category><![CDATA[Shirley Collins]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Stapleton]]></category>
		<category><![CDATA[The Spheres]]></category>
		<category><![CDATA[the.bricoleur]]></category>
		<category><![CDATA[World Serpent]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=11540</guid>
		<description><![CDATA[Als Current 93 in den frühen 90ern das Album „Thunder Perfect Mind“ herausbrachten, war die mediale Aufmerksamkeit und die Möglichkeit von Publicity für derartige Musik noch weitaus gringer als heute, wo diverse Kanäle wie Newsletter und Social Media die Erwartung &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/01/20/current-93-thunder-perfect-mind-2lp/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14761" title="current93thunderperfectmind" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Current 93 in den frühen 90ern das Album „Thunder Perfect Mind“ herausbrachten, war die mediale Aufmerksamkeit und die Möglichkeit von Publicity für derartige Musik noch weitaus gringer als heute, wo diverse Kanäle wie Newsletter und Social Media die Erwartung auf einen Tonträger anheizen und die Gespanntheit auf einen eventuellen Meilenstein schüren können. War man nicht im Postverteiler der entsprechenden Vertriebe oder stand im Kontakt mit dem einen oder anderen Musiker, dann erfuhr man irgendwann aus der einschlägigen Presse von den gerade erschienenen Releases, und so erblickte das vorliegende Album auf fast etwas<span id="more-11540"></span> unspektakuläre Art das Licht der Welt. Dass es sich dabei um eine der größten Wegmarken im Werk der Gruppe um David Tibet handeln sollte, stellte sich erst heraus, als das Album mehr und mehr Einzug in die Plattenregale nahm, mehr noch als man einige Jahre und Veröffentlichungen später auf dieses Album zurückblicken konnte.</p>
<p>Und „Thunder Perfect Mind“ war eine Wegmarke in vielfacher Hinsicht. Es war das erste Album, auf dem der christlich-esoterische Einschlag, der von Beginn an in Tibets Werk präsent war, der oft jedoch einen eher eigenwillig ambivalenten Eindruck erweckte, zur zentralen, eindeutig positiv konnotierten Säule des Grundtenors wurde. Freilich, Zeilen wie „And I believe, Christ is the Son of God“ gab es bereits, aber hier wurde ein ganzes Album nach einem gnostisch-christlichen Text in koptischer Sprache benannt, was auf Tibets später noch intensivere Beschäftigung mit solcher Literatur und der Koptologie vorausweist.</p>
<p>Ebenfalls wurde auf diesem Album deutlich, dass die seit „Swastikas for Noddy“ vollzogene Hinwendung zum Songwriting und zu akustischer, im weitesten Sinne folkiger Musik nicht als kurzlebiges Strohfeuer in die Bandgeschichte eingehen sollte, sondern für viele Jahre ein musikalisches Markenzeichen Current 93s sein sollte, die Mitwirkung von Tibets Heldin Shirley Collins ist in dem Zusammenhang ein symbolisch aussagekräftiges Statement. Auch in persönlicher bis personeller Hinsicht ist „Thunder Perfect Mind“ bedeutsam. Dass es ein identisch betiteltes Nurse With Wound-Album gibt und Stephen Stapleton nach wie vor mit an Bord war, kann als bemerkenswerte Antithese gegen Tibets Abwendung von experimentellen Klängen gelesen werden. Darüber hinaus war „Thunder Perfect Mind“ das letzte Album mit Douglas P. und Rose McDowall, dagegen das erste, auf dem Michael Cashmore der Musik mit seinem pastoralen Gitarrenpicking den Stempel aufdrücken sollte.</p>
<p>Einige der Songs auf dem Album sind heute Klassiker, werden immer mal wieder bei Konzerten gespielt und erfreuen ungebrochen das schwarze Volk in den entsprechenden Clubs. Andere dagegen sind nahezu vergessen, außer natürlich bei denen, die das Album am Stück hören. Zu den ersteren zählen „The Descent of Long Satan and Babylon“, ein mysteriöser Akustiksong mit Anspielungen auf die Offenbarung des Johannes, bei dem Tibets eigenwilliger Sprechgesang, Cashmores sanfte Gitarre und Joolie Woods Flöte einem an Collins erinnernden Folksound sehr nah kommen. Unvergessen „In the Heart of the Woods and what I Found there“, bei dem &#8211; in Anspielung auf die Legende des Heiligen Eustachius &#8211; zu einer einprägsamen Geigenmelodie Christus erscheint, oder „A Song for Douglas after he&#8217;s dead“, eine rührende Hommage an den mittlerweile verflossenen Freund inklusive Trauermarsch. Ebenfalls in die Kategorie zählen Stücke wie „A Sadness Song“, bei dem Tibet mit seiner eigenwillig androgynen Kopfstimme einen der melancholischsten Momente seiner Diskografie entstehen lässt, ferner „Mary Waits in Silence“, das von einer mir unbekannten Renate Birulf gesungene „Riverdeadbank“ oder das wunderschöne Sand-Cover „When the May Rain Comes“.</p>
<p>In diesen und ähnlichen Stücken wirkt der noch frische Folksound der Band nicht freakig oder Stilgranzen überschreitend, sondern auf eingängige Art ernsthaft, und er vermag – durchaus romantische oder nostalgische – Bilder einer pastoralen englischen Fantasiewelt heraufzubeschwören, einer Welt, die allerdings immer noch zu gebrochen erscheint für reinen Eskapismus, die einen Beigeschmack der Bitteren, Grenzwertigen gerade in ihrer unschuldig anmutenden Schönheit um so wirkungvoller zum Zug kommen lässt. Louis Wain, von dem das Artwork zum Original-Cover ist – ebenfalls erstmals im Kosmos der Band – hätte diese Landschaft malen können. Dazu passen dann auch die etwas schrägeren Akustiknummern, die sich zwischen die anderen Songs geschlichen haben, Stücke wie „Rosie Star Tears from Heaven“ oder „All the Stars are Dead now“.</p>
<p>Doch „Thunder Perfect Mind“ ist ohnehin gar nicht als homogenes Werk konzipiert, das musikalisch wie aus einem Guss wirken sollte. Ausgerechnet die beiden Teile des Titelstücks haben keine Songstruktur, mit ihren minimalen melodischen Mustern knüpfen sie aber auch wenig an frühere Soundscapes an. Mit leicht verfremdeter Stimme rezitiert Tibet Passagen über die dualistische Natur der Gottheit, begleitet von der gehauchten Stimme Rose McDowalls. Ebenfalls heraus sticht das textlich kontroverse &#8220;Hitler as Kalki (SDM)&#8221;: Zu Nick Salomans Gitarrensoli und zum Bassspiel eines Musikers, der sich heute wahrscheinlich lieber die Hand abhacken würde, als sich daran zu beteiligen, wird hier die Katastrophe des Weltkriegs mit aus dem Hindu-Kosmos stammenden Prophezeihungen über das Ende des aktuellen Weltzyklus in Verbindung gebracht. Das Lied ist, wie später ein ganzes Album, seinem Vater gewidmet, der im Krieg gegen Nazi-Deutschland im Einsatz war. Mehr noch als die eher noiserockigen Stücke auf der recht heterogen ausgefallenen &#8220;Horsey&#8221; ist dieses Stück Current 93s erster Ausflug in psychedelisch konnotierte Rockmusik.</p>
<p>Dieses breite Stilsprektrum zwischen Song und Soundscape, zwischen Folk, Abstraktem und Psychedelischem, das einem sofort ins Auge fallen muss, wenn man den Fokus nicht nur auf die &#8220;Hits&#8221; lenkt, ist sicher ein Grund, warum &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; zu den herausragenderen Alben der Band zählt, aber letztlich sind dies ebenso wie der breit gefasste inhaltliche Rahmen Dimensionen, die man mit der einen oder anderen Schwerpunktverschiebung in fast allen Current 93-Alben findet. Es gab in der Bandgeschichte immer Phasen, die von einer besonderen Frische und Aufbruchstimmung geprägt waren, während man anderen Karriereabschnitten anmerkte, dass es wieder einmal Zeit für einen Häutungsprozess war. Ich denke, dass &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; auch sehr davon lebt, in einer der erstgenannten Phasen entstanden zu sein. Unlängst wurde das Werk in von The Bricoleur remasterter Version und mit neuem Artwork von Ania Groszynska auf Doppel-LP wiederveröffentlicht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: The Spheres</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2018/01/20/current-93-thunder-perfect-mind-2lp/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>CURRENT 93: Swastikas for Noddy &amp; Crooked Crosses for the Nodding God (2LP-Re-Release)</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/10/02/current-93-swastikas-for-noddy-crooked-crosses-for-the-nodding-god-2lp-re-release/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2015/10/02/current-93-swastikas-for-noddy-crooked-crosses-for-the-nodding-god-2lp-re-release/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2015 14:45:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Blue Oyster Cult]]></category>
		<category><![CDATA[Coptic Cat]]></category>
		<category><![CDATA[Current 93]]></category>
		<category><![CDATA[David Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Douglas P.]]></category>
		<category><![CDATA[Durtro]]></category>
		<category><![CDATA[Enyd Blyton]]></category>
		<category><![CDATA[Freya Aswynn]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Hilmar Örn Hilmarsson]]></category>
		<category><![CDATA[Ian Read]]></category>
		<category><![CDATA[Rose McDowall]]></category>
		<category><![CDATA[Ruth Beyer]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Stapleton]]></category>
		<category><![CDATA[Strawberry Switchblade]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=10678</guid>
		<description><![CDATA[Für viele ist &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; eines der essenziellen Current 93-Alben, und schon allein im Hinblick auf den musikalischen Richtungswechsel, den die Platte einleitete, spricht einiges für ihren Ausnahmestatus. In der ersten Schaffensphase der englischen Band, die sich über die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/10/02/current-93-swastikas-for-noddy-crooked-crosses-for-the-nodding-god-2lp-re-release/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/swast1-250x250.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10679" title="swast1-250x250" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/swast1-250x250-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Für viele ist &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; eines der essenziellen Current 93-Alben, und schon allein im Hinblick auf den musikalischen Richtungswechsel, den die Platte einleitete, spricht einiges für ihren Ausnahmestatus. In der ersten Schaffensphase der englischen Band, die sich über die gesamte Mitte der 80er Jahre hinzog, stand Current 93 für lange, alptraumhafte Soundscapes, in denen David Tibet auf Alben wie &#8220;Nature Unveiled&#8221;, &#8220;Dog&#8217;s Blood Rising&#8221; und &#8220;Dawn&#8221; seine Hörer wie ein vollends dem Wahn verfallener Vergil auf einen Höllentrip mitnahm, bei der er ein tobendes Inferno aus Okkultismus, Paranoia und apokalyptischen Visionen entfachte. Keine noch so<span id="more-10678"></span> bemühte Doom- oder Death Industrial-Band kam später an diese tiefe Schwärze heran, die einzige Ausnahme &#8211; die schwedischen Abruptum &#8211; stammt aus dem Black Metal. Nach etwa drei bis vier Jahren schien dieses Konzept in seiner Reinform ausgereizt, immer mehr suchte Tibet nach anderen, stilistisch offeneren und atmosphärisch subtileren Ausdrucksweisen, und so entstanden Alben wie &#8220;In Menstrual Night&#8221; und das &#8211; letztlich verspätet erschienene &#8211; &#8220;Imperium&#8221;, bei dem erstmals lange Textpassagen und in Teilen akustische Klänge jenseits von Samples vorkamen.</p>
<p>Angesichts dieser eher gemächlichen &#8211; und in Subkulturen (vgl. Swans, Bad Seeds, Neubauten) nicht ungewöhnlichen &#8211; Entwicklung von Abstraktion und Härte zu einer wohlklingenderen und inhaltlich zugänglicheren Ästhetik musste das 1988 erschienene Swastikas-Album wie ein Hoax wirken. Eingebettet in launig anmutende Beschwörungen der Runen, latent xenophobe Verwünschungen aus einem furchteinflößenden Druidenmund und cartoonhaft-nihilistische Kommentare über den Stand der Menschheit bietet die Platte vor allem kurzweilige Folksongs, eingespielt von einer Horde zugedröhnter Dilletanten, die weder vor Traditionals wie &#8220;Oh Coal Black Smith&#8221; noch vor Klassikern wie Blue Oyster Cults &#8220;Summer of Love&#8221; und Strawberry Switchblades &#8220;Since Yesterday&#8221; halt machten &#8211; und warum sollten sie auch, war Rose McDowall von letzterer Band doch eine der zentralen Figuren von Tibets Combo, in der hier außerdem Douglas P., Freya Aswynn, Ian Read und Boyd Rice eine zentrale Stellung einnahmen.</p>
<p>Dass die im besten Fall drei Akkorde, die Pearce auf dem Album zusammenschrammelt, nicht langweilen, verdankt sich den vielen bizarren Ideen, die hier verbraten werden, und dass das Stelldichein von Noddy (in der Melodie von &#8220;Ein Schneider fing &#8216;ne Maus&#8221;) und Nietzsche (&#8220;That which is falling&#8230;&#8221;) zusammen mit der Schlarlachroten Frau und dem einäugigen Gott harmoniert, muss man erst einmal so gut hinbekommen. Dass hier die Spätphase der Flower Power-Ära, als die schönen Hippie-Ideale zu bröckeln begannen, beschworen wird, ist für die Subkultur der 80er nicht ungewöhnlich und knüpft deutlich an Psychic TV und die Industrial Culture an, ebenso nimmt es einiges von der Neofolk-Attitüde vor allem im angelsächsischen Raum vorweg, die hier eine ihrer Initialzündungen erfuhr. Dass Tibet von solchen Genre- und Szenekontexten später nichts wissen wollte und sich wenn eher ironisch bis ablehnend darauf bezog, ist eine andere, durchaus lange Geschichte.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/crookedcrossesc93.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10970" title="crookedcrossesc93" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/crookedcrossesc93-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn in der darauffolgenden Zeit viele Releases der Band einen (im weitesten Sinne) folkigen Touch hatten, wirkt &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; rückblickend doch eher wie eine Ausnahmeerscheinung &#8211; der unbekümmerte Dilettantismus des Albums verschwand schnell aus dem Stilrepertoire Tibets, ebenso der trotz allen Augenzwinkerns ätzende, nihilistische Ton und der wohl primär Aswynn und Read geschuldete Bezug zum nordischen Heidentum. Vor allem aber würden wohl die meisten Fans heute sagen, dass ein Current 93-Album ohne die Mitwirkung zumindest eines Nurse With Wound-Mannes (im Klartext damals: Stephen Stapleton) doch eine eher halbe Sache ist. Stapleton hat auf &#8220;Swastikas&#8221; tatsächlich ein paar Schräubchen gedreht, doch seine Stunde sollte erst kurz darauf kommen, als er aus den Songs ein komplettes Remixalbum unter dem Titel &#8220;Crooked Crosses for the Nodding God&#8221; anfertigte. Was &#8220;Crooked Crosses&#8221; gegenüber &#8220;Swastikas&#8221; ausmacht, ist der surreale &#8211; manche würden vielleicht sagen psychedelische &#8211; Grundcharakter, der sich in verschwurbeltem Dröhnen und in klanglichen Spielereien ausdrückte, die in dem Fall eher dilirierend als kindlich wirkten. Sehr stark ist z.B. das noisige Rauschen, das das aus &#8220;Benediction&#8221; und &#8220;Malediction&#8221; entstandene &#8220;He is Everywhere Nowhere&#8221; umhüllt, oder die noch schmissigere Version des schwarzen Schmiedes mit Tony Wakeford an der Gitarre.</p>
<p>Ob man nun eher &#8220;Swastikas&#8221; oder &#8220;Crooked Crosses&#8221; mag, ist unter Current-Fans seit jeher eine interessant Gretchenfrage, und oft markiert sie eine Trennlinie zwischen denen, die eher dem Neofolk oder doch eher experimentelleren Musikformen zugeneigt sind. Dass das Material aber überhaupt in zwei Versionen erschien, implizierte schon recht früh eine Spaltung durch die World Serpent-Family, deren Tragweite erst zum Ende des Kult-Vertriebes Jahre später deutlich werden sollte. Gerade diejenigen Fans, die eher den Gothic- und Dark Folk-Communities zuzurechnen sind, stehen im Verdacht, die neuen Alben zwar alle brav zu erwerben, sie aber nach einmaligem Auflegen ins Regal verbannen um dann wie gewohnt nur &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; und eben &#8220;Swastikas&#8221; zu hören &#8211; jüngere Semester oft nur noch über Bandcamp. Gerade die dürfen sich freuen, dass die beiden lange vergriffenen Platten nun wieder zu haben sind, direkt im Doppelpack und in klanglich merklich verbesserter Gestalt nebst bislang unbekanntem Bildmaterial von Ruth Beyer.</p>
<p>Wer Current 93 dagegen über die David Keenan-Schiene rezipziert und am liebsten in der Volksbühne und der Berliner Zeitung getagged wissen will, der muss die Tatsache, dass die Swastika hier in einem Kontext steht, in dem das Schwache zertreten wird, der Ruin des schönen (oder blonden) Landes durch Brunnenvergifter beklagt wird und zum zweiten Mal der Satz &#8220;This destiny did not tire&#8221; verbraten wird, wohl über die Komik abwiegeln. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.copticcat.ca/">Coptic Cat</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2015/10/02/current-93-swastikas-for-noddy-crooked-crosses-for-the-nodding-god-2lp-re-release/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>NATURE AND ORGANISATION: Snow Leopard Messiah</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/09/26/nature-and-organisation-snow-leopard-messiah/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2015/09/26/nature-and-organisation-snow-leopard-messiah/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Sep 2015 05:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Antony Hegarty]]></category>
		<category><![CDATA[Bone Clinic]]></category>
		<category><![CDATA[Current 93]]></category>
		<category><![CDATA[David Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Douglas P.]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Brel]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Cashmore]]></category>
		<category><![CDATA[Nature And Organisation]]></category>
		<category><![CDATA[Rod McKuen]]></category>
		<category><![CDATA[Rose McDowall]]></category>
		<category><![CDATA[Sound of Pig]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Harry Mason]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Stapleton]]></category>
		<category><![CDATA[Trisol]]></category>
		<category><![CDATA[World Serpent]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=10631</guid>
		<description><![CDATA[Um den Werdegang von Michael Cashmore zu verstehen, muss man sich v.a. von der Vorstellung verabschieden, dass der Kopf einer Band oder eines Musikprojektes immer die Person am Mikrophon sein muss. Schon in seiner Zeit bei Current 93 war der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/09/26/nature-and-organisation-snow-leopard-messiah/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/NatAndOrgSnowLeopardMessiah.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-10632" title="NatAndOrgSnowLeopardMessiah" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/NatAndOrgSnowLeopardMessiah.jpg" alt="" width="167" height="150" /></a>Um den Werdegang von Michael Cashmore zu verstehen, muss man sich v.a. von der Vorstellung verabschieden, dass der Kopf einer Band oder eines Musikprojektes immer die Person am Mikrophon sein muss. Schon in seiner Zeit bei Current 93 war der Gitarrist weit mehr als ein ausführendes Organ, sondern drückte der Musik seinen unverkennbaren Stempel auf. Seine scheinbar einfachen, in Wirklichkeit aber äußerst feinsinnigen Kompositionen bezeugen eine ganz eigene Handschrift, die man im Vergleich zu Current 93-Alben ohne seine Mitwirkung sofort heraushört. Als in den frühen 90ern vermehrt Tonträger von Cashmores eigenem Projekt<span id="more-10631"></span> Nature and Organisation erschienen, betrachteten es einige als reines Nebenprojekt, da David Tibet bei den meisten Stücken sang. Man musste mit Platten wie „Beauty Reaps the Blood of Solitude“ oder der EP „A Dozen Summers Against the World“ schon eine tiefere Freundschaft eingehen, um ihren eigenen Stil zu erkennen.</p>
<p>Der aus der Region um Birmingham stammende Cashmore begründete Nature and Organisation schon Jahre vor dieser Zeit. 1986 erschien ein Tape, auf dem er unter diesem Namen sowie als Bone Clinic noisige Kollagen herausbrachte, die im Kern vieles enthielten, was seine Musik bis heute ausmacht: Schöne, damals an spanische Folklore angelehnte Gitarrenmotive und eher harsche Sounds, die noch sehr in der Tradition der Industrial Culture standen; emotionaler Überschwang in Form eines heillosen Chaos, ebenso wie die zahlreichen Details zur Ruhe gezwungen durch eine fast bildhauerische Form, bei der kein Aspekt dem Zufall überlassen scheint. So ausbalanciert Cashmores Musik seit jeher anmutet, herrscht unter ihrer Oberfläche ein mühsam gebändigter Widerstreit, der sich – ob intendiert oder nicht – auch im Bandnamen spiegelt. Er scheint für eine Art asketischer Strenge zu stehen, die sich bis heute in Cashmores Arbeiten findet, auch wenn man sie oft nur vage hinter der sanften Schönheit seiner Musik erahnt.</p>
<p>Auf der bald erscheinenden 2CD „Snow Leopard Messiah“ sind diese Aufnahmen nicht enthalten, doch ihr Echo findet sich auch in den Werken, die in den 90ern im Dunstkreis der World Serpent-Family entstanden sind. Das 1994 erschienene und seit einer gefühlten Ewigkeit vergriffene „Beauty Reaps the Blood of Solitude“ gilt vielen als einer der Klassiker des Apokalyptik Folk, enthielt es doch die dramatische ebenso wie die wehmütige Seite dieser Musik in einer bemerkenswerten Ausgewogenheit, und mit David Tibet, Douglas P. und Rose McDowall sind einige der Protagonisten des vermeintlichen Genres beteiligt. Das Werk beginnt mit einem monumentalen Intro, das auf ein bedrohlich-apokalyptisches Szenario einstimmt. Wenn Rose die Hörer in der darauf folgenden Version des „Wickerman Song“ sanft in den Schlaf wiegt, ist alles wieder offen, denn bis dahin erinnert die atmosphärische Bandbreite an ein kleines Spagat.</p>
<p>Das Gros der Platte machen Stücke mit Texten und Gesang von Tibet aus, dessen Stimme damals auch in den rezitativeren Momenten noch Markanz bewies, ganz im Gegenteil leider zu den eher müden Endlosvorträgen von heute, an deren Saft- und Kraftlosigkeit auch die berühmtesten Folk-, Rock-, und Jazzmusiker der Welt nichts ändern. Das beliebte „Bloodstreamruns“, aber auch „Bonewhiteglory“, „Skeletontonguedworld“ und „Tears for an Eastern Girl“ hätten sich teilweise gut auf Current 93s „Of Ruin or Some Blazing Starre“ gemacht &#8211; die apokalyptischen Reiter, lachende und weinende Kinder, die London Bridge in Flammen und viele weitere Motive waren damals Current pur, ebenso Cashmores finger pickings und die durch all dies evozierte pastorale Besinnlichkeit. Es sind nicht nur die Streicher, die den Stücken etwas Eigenes verleihen, denn der Gesamteindruck wirkt in Ganzen konzentrierter als die vergleichsweise erratischen Werke von Tibets bekannterer Band. Einen Kontrapunkt zu den folkigen Stücken bilden zudem die weitgehend instrumental gehaltenen Interludien, die – besonders „Obsession Flowers as Torture“– recht martialisch anmuten, ebenso Pierce&#8217; Beitrag „My Black Diaries“, das auch als DIJ-Track auf einem Sampler veröffentlicht wurde. Dier hier enthaltene Version ist die dynamischere.</p>
<p>Von den beiden Bonustracks, die die erste Seite abrunden, gehört nur „A Dozen Winters of Loneliness“ in diese Phase, das Brel/McKuen-Cover „To You“ (mit Gesang von Stephen Harry Mason eines der schönsten Stücke von Nature and Organisation) könnte man als Link zur Spätphase betrachten, die ganz im Zeichen des zweiten Albums steht. „Death in a Snow Leopard Winter“ ist ein Fragment geblieben, bei dem Cashmore am Piano von einem Streichquartett begleitet wird, ursprünglich waren Bläser, Gesang und einiges mehr vorgesehen. Man sollte das Wort Fragment aber Cashmores Bescheidenheit zuschreiben, denn ohne entsprechendes Wissen fällt die Unvollendetheit nur an wenigen Stellen auf. Die aus zwölf Sätzen bestehende Musik ist leitmotivisch aufgebaut, findet immer wieder ihren Ausgangspunkt bei zurückgenommenen Passagen, die beinahe in Stille übergehen. Ausgehend von diesen kontemplativen Momenten schwingt sich die Musik jedoch mit expressivem Streichereinsatz zu immer wieder neuen Höhen empor. Was die musikalischen Zutaten betrift, hat das Album nur wenig mit seinem Vorgänger gemein, und von der Musik her hätte es auch schon in die Zeit gepasst, als Cashmore unter seinem eigenen Namen veröffentlichte – man denke an die EP „The Snow Abides“ mit Antony und das aller (Melo-)Dramatik enthobene „Sleep England“.</p>
<p>In der meditativen Konzentriertheit des „Snow Leopard“-Albums oder des gerade genannten Soloalbums entdeckt man vieles, was sich etwas versteckter auch da findet, wo diverse Sänger den vorderen Bühnenraum einnehmen. Ein ganzer symbolischer Kosmos an Nature and Organisation-Motiven öffnet sich aber beim Blick auf Außermusikalisches wie Titelgebung und Artwork. In diesem Motivkomplex aus Vitalität und Vergänglichkeit, Begierde und Schmerz, Schönheit und Trauer – mit einer pathosgetränkten Bildwelt aus Rosen und Statuen, die oft mehr an Death in June als an Current 93 erinnert – steckt vieles, das gerade in den Kollagen des Coverartworks chaotisch durcheinander gewirbelt wird und seltsame Hybride aus Organik und Mechanik, aus Mensch, Tier und Kunstwerk bildet. Die Kollagen selbst wirken wie eine Momentaufnahme davon, wie die für ein Sekundenbruchteil eingefrorene Unruhe, in der all dies koexistiert. Auch hier, die Strenge und der Wunsch, alles in eine umfassende Form zu bringen. All dies bildet den Rahmen, der die Beiträge von Tibet und anderen so ganz anders kontextualisiert. Gerade das Pathos aber und die offene Brutalität dieses Symbolismus ist aus Cashmores späteren Arbeiten nahezu verschwunden. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trisol.de/">Trisol</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2015/09/26/nature-and-organisation-snow-leopard-messiah/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>DEATH IN JUNE: Peaceful Snow</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/01/death-in-june-peaceful-snow/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2011/09/01/death-in-june-peaceful-snow/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:13:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Death In June]]></category>
		<category><![CDATA[Douglas P.]]></category>
		<category><![CDATA[Miro Snejdr]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=1017</guid>
		<description><![CDATA[Die Beurteilung der DIJ-Veröffentlichungen der letzten Jahre wird von geradezu manichäischen Gegensätzen geprägt, gibt es doch einerseits diejenigen, die die einschließlich seit dem 2001 veröffentlichten Album “All Pigs Must Die“ gemachten Aufnahmen kategorisch als musikalisch wie ästhetisch wenig inspiriert abtun, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/death-in-june-peaceful-snow/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/peacefulsnow.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1018" title="peacefulsnow" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/peacefulsnow.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Beurteilung der DIJ-Veröffentlichungen der letzten Jahre wird von geradezu manichäischen Gegensätzen geprägt, gibt es doch einerseits diejenigen, die die einschließlich seit dem 2001 veröffentlichten Album “All Pigs Must Die“ gemachten Aufnahmen kategorisch als musikalisch wie ästhetisch wenig inspiriert abtun, andererseits die  – primär die Adepten, die die DIJ-Mailinglist bevölkern – so an Douglas P.s Lippen hängen, als tropfe “Gottes goldenes Sperma“ von denselbigen und dabei jedes Wort und jede Veröffentlichung des Meisters so begierig aufsaugen, dass Kritikfähigkeit keinen Platz mehr hat.<span id="more-1017"></span></p>
<p>Douglas P. sprach bezogen auf die immer spärlicher werdende Instrumentierung der letzten Jahre von einer “Dekonstuktion“ der Musik, dabei hat er aber (bewusst oder unbewusst) genauso an einer Dekonstruktion des Images gearbeitet und dazu muss man noch nicht einmal notwendigerweise auf seinen kurzen Ausflug ins Pornogeschäft verweisen. Das Artwork der letzten Veröffentlichungen, das die Mystik der Vergangenheit durch grelle Jahrmarktatmosphäre ersetzte, ist ein viel zentralerer Punkt  – von der mangelnden Muse ganz zu schweigen. Exemplarisch für die Desillusionierung manch eines Fans kann Jonathan Deans auf Brainwashed veröffentlichter Verriss von “The Rule of Thirds“ stehen, der damit schloss, dass  die Langeweile der Aufnahmen fast schon schwerer als die ganzen ideologischen Fragwürdigkeiten wiege.</p>
<p>Nachdem oben genanntes Album fast ausschließlich auf die Gitarre und einige Samples reduziert war, findet nun eine Konzentration auf das Klavier statt: Dabei spielt der in London lebende slowakischstämmige Musiker Miro Snejdr die von Douglas P. komponierte Musik ein, der Wahlaustralier selbst singt lediglich. Warum das Album ein künstlerischer Fehlschlag ist, liegt an mancherlei. Da wäre zuerst einmal die musikalische Seite, da das so genannte “Klavier“ leider nur ein Keyboard ist und sich auch genauso anhört. Dass die dahinplätschernden Akkorde zudem lediglich von den immer gleichen Effekten unterstützt werden (Douglas’ verfremdete Stimme), macht es auch nicht besser. Textlich ist das Album ebenfalls wenig originell. Auch wenn DIJ sicher immer ausschließlich ein Vehikel für die persönlichen Obsessionen von Douglas P. war, hat man inzwischen den Eindruck, dass es nur noch um die eigene Befindlichkeit geht (so in etwa wie bei einer Runde alter Männer, die sich beim Urologen von ihren Prostataleiden erzählen).</p>
<p>Ressentiment und Zorn können prinzipiell von manchen kreativ überzeugend kanalisiert werden, aber inzwischen hat das bei DIJ etwas Gebetsmühlenartiges, das nur noch ermüdet: “Don’t darken my doorstep again“ heißt es direkt zu Beginn bei “Murder made history“, man vertraut nur noch auf die eigenen “Instinkte“ (“Fire Feast“), stilisiert sich wieder einmal zum “Gejagten“ (Titeltrack), dessen Leben “belagert“ ist (“Life under siege“), man beklagt die geringe Widerspenstigkeit anderer (“Deformity in conformity/I found this“ (“A Nausea“) , “the path of least resistance leads to cemetery cove” (“Cemetary Cove“)), es wird “beschuldigt” (“Wolf Rose“), “Verräter“ schauen um die Ecke (ebenda) und Hass ist immer noch federführend: “Hatred is my best friend on red Odin’s day” (“Red Odin Day“). Dass Douglas P. in einem aktuellen Interview behauptet, er wolle nicht in der Öffentlichkeit masturbieren, überrascht dann irgendwie schon.</p>
<p>Das ganze wird nicht dadurch besser, dass der eigenen künstlerischen Tätigkeit in Interviews und Forenbeiträgen mit bedeutungsschwangeren Floskeln ein Moment des Auratischen verliehen werden soll. Da wird Ideenlosigkeit als “purity of intent“ verklärt, vermeintlich originelle Genrebezeichnungen sollen über lieblos dahingeschrammelte Versionen alter Songs (“Totenpop“) und Fahrstuhlmusik (“Lounge Corps“) hinwegtäuschen oder aber man behauptet, die Entscheidung, dem Album diesmal kein Booklet beizulegen, trage zur Vieldeutigkeit der Songs bei –  dabei sind die Texte diesmal zumindest teilweise so wenig poetisch, dass kaum noch Interpretationsspielraum bleibt: “I’ve been looking through this list of late/some memories not so good/some great“ (“My company of corpses“).</p>
<p>Man muss fragen, was schlimmer ist: Das misslungene eigentliche Album, das durch den Gesang und einige Melodien Momente, vielleicht inzwischen nur noch Fragmente, von Talent durchschimmern lässt und gerade deswegen umso schmerzlicher verdeutlicht, was verlorengegangen ist oder aber die den ersten 3000 Exemplaren (wie viele werden eigentlich verkauft werden?) beiliegende Bonus-CD mit instrumentalen “Lounge Corps“-Versionen alter Klassiker, die dann ohne Gesang wirklich völlig zum Fahrstuhlmuzak degenerieren.</p>
<p>Die Zeilen “If we don’t neutralize decay/we may run out of tomorrows“ aus dem besten Stück “Neutralize decay” sind sicher anders gemeint, ließen sich aber auch gut als Kommentar auf Douglas P.s im “Fort Nada“ erdachten “Dekonstruktionen” lesen. (J.M.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2011/09/01/death-in-june-peaceful-snow/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
