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	<title>African Paper &#187; Durtro</title>
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		<title>CURRENT 93: Soft Black Stars</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jul 2019 05:40:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/current93softblackstars.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18256" title="current93softblackstars" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/current93softblackstars-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das 1998 erschienene &#8220;Soft Black Stars&#8221; war damals ein Album, auf das man sich einlassen musste. Das ganze zurückliegende Jahrzehnt lang konnte man sich daran gewöhnen, dass Current 93 überwiegend und v.a. auf ihren Longplayern einen gitarrenlastigen Folksound hatten und selbst die getrageneren Stücke einen eindringlichen Schmiss. Hinzu kam, dass die dunklen Folkgenres, mit denen man David Tibet und seine Band entgegen seiner Selbstbeschreibungen assoziierte, immer mehr<span id="more-18255"></span> den Charakter einer eigenständigen Szene bekamen und die damit einhergehende Klischeebildung einsetzte. Das neue Album, dessen Titel einem Thomas Ligotti-Zitat entstammte, lag zu all dem quer.</p>
<p>Anders als heute, nachdem man sich wieder mehr an häufige Stilwechsel gewöhnt hat, konnte &#8220;Soft Black Stars&#8221;, auch wenn die kurz zuvor erschienene EP &#8220;A Gothic Love Song&#8221; den Sound des Albums bereits in gebotener Kürze ankündigte, überraschen: Das Gros der Songs basierte auf einem minimalen Gerüst aus von Maja Elliott und Michael Cashmore eingespielten Klavierparts und Tibets Textvortrag, der oft nur ein leicht melodisch eingefärbter Sprechgesang war, der an Downtempo-Reduziertheit die ebenfalls stark rezitativen Stücke der &#8220;Of Ruin or Some Blazing Starre&#8221; noch um Längen übertraf: &#8220;Soft Black Stars&#8221; war eine Platte zum Runterkommen und strahlte vom ersten bis zum letzten Ton die Aura einer schwermütigen, aber auch deutlich friedvollen Besinnung aus.</p>
<p>Ähnlich wie die Songs untereinander, die durch wiederkehrende Motive und Stimmungsnuancen zu einer organischen Einheit verwoben schienen, wirkten auch Musik und Texte wie für einander geschaffen und schienen einem kohärenten Stimmungsbild zu entsprechen. Die koboldhafte Exaltiertheit, mit der Tibets Gesang immer mal die Grenzen des Bizarren überschritt, hatte hier keinen Platz, und jedes Drängen, jede Begierlichkeit, die in früheren Arbeiten den eschatologischen Grundtenor mitgeprägt hatten, waren aus den Lyrics und ihrer Darbietung verschwunden, die hier wie wehmütige Bekenntnisse eines Menschen klangen, der seinen Frieden gemacht hat: mit den angsterfüllten religiösen Ahnungen seines früheren Selbst (so in &#8220;Moonlight, or Other Dreams, or Other Fields&#8221;), mit der Substanzlosigkeit, die Zuneigung im Rahmen subkultureller Klischees annehmen kann (in &#8220;A Gothic Love Song&#8221;), v.a. aber mit dem immer noch nagenden Verlust nahestehender Menschen (in &#8220;Larkspur and Lazarus&#8221;, &#8220;Mockingbird&#8221;, The Signs in the Stars&#8221; und dem von besonderer Trauer durchdrungenen &#8220;It&#8217;s Time, Only Time&#8221;, bei dem für kurze Augenblicke die Violine Peter Vastls zu hören ist). Als eine Art Gegenstück zu diesen Bürden der Erinnerung mag man die (romantische) Utopie betrachten, die im Titelsong anklingt: im kindlich-vorsymbolischen Urzustand (&#8220;Deliver them from the book / And the letter / And the Word / And let them read the silence&#8221;) und in der Hoffnung auf einen Ort, an dem man sich wiedersieht, und an dem die sanften schwarzen Sterne scheinen.</p>
<p>All dies scheint eingetaucht in das Gefühl einer freundlichen Abgeklärtheit und etwas, das sich wie der Wunsch nach Neuerfindung anfühlt. &#8220;If I could have one wish / As in the fairy tales / I would unmake my past / And rise like Lazarus / And stand in sunlight / And banish all the dark&#8221; heist es in &#8220;Larkspur and Lazarus&#8221;, &#8220;And so I put away / All talk of death&#8217;s heads / And a little glimpse is a bloodblossomed force / And all talk of apocalypse&#8221; später in &#8220;Moonlight&#8221;, und auch wenn diese Stellen primär im Kontext der jeweiligen Songs Bedeutung haben, passen sie doch auch zu der Atmosphäre von Besinnung und selbstreflexiver Rückschau, die sich im Kleinen schon seit der &#8220;Tamlin&#8221;-EP ankündigte, aber hier erstmals zu einer zentralen Eigenschaft wurden. Dass Current 93 sich damals Current Ninety Three schrieben, mag all dies symbolisch unterstreichen, mehr noch, dass Tibet zwar nicht erstmals, aber erstmals im größeren Stil das Artwork mit eigenen Bildern schmückte. Und auch wenn man das als Trivia abtut: Current 93 wurden fortan überwiegend von denjenigen Dark Folk-Fans gehört, die wenig Interesse an einem verengten Szenedasein hatten, später dann vermehrt auch von Hörern mit den unterschiedlichsten Hintergründen.</p>
<p>Folkreferenzen gibt es durchaus, &#8220;Antichrist und Barcodes&#8221; und &#8220;Moonlight&#8221; basieren von der Melodie her auf dem Traditional &#8220;The Rolling of the Stones&#8221;, &#8220;Mockingbird&#8221; und &#8220;The Signs in the Stars&#8221; auf &#8220;O Willow Waly&#8221;, den man aus dem Film <em>The Innocents</em> (1961) kennt. Der Titelsong wiederum, der auch durch ein Antony and the Johnsons-Cover bekannt wurde, adaptiert den Renaissance-Klassiker &#8220;Une Jeune Fillette&#8221; von Jehan Chardavoine, und im in seiner Abgeklärtheit erschütternden Schlusstrack &#8220;Chewing on Shadows&#8221; tauchen dann einige traditionelle Instrumente aus dem dronigen Sirup auf.</p>
<p>Auf der im letzten Jahr von Michael Lawrence alias The Bricoleur klanglich aufgearbeiteten Neuauflage sind zwei in der Zwischenzeit entstandene Versionen dieses Songs angehängt, und man kann dieses Album, das Current 93 vielleicht von ihrer nachdenklichsten Seite und die rezitativen Vocals noch in voller Frische zeigt, immer noch jedem empfehlen, der die Band kennenlernen will. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: The Spheres</strong></p>
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		<title>CURRENT 93: Thunder Perfect Mind 2LP</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jan 2018 01:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14761" title="current93thunderperfectmind" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Current 93 in den frühen 90ern das Album „Thunder Perfect Mind“ herausbrachten, war die mediale Aufmerksamkeit und die Möglichkeit von Publicity für derartige Musik noch weitaus gringer als heute, wo diverse Kanäle wie Newsletter und Social Media die Erwartung auf einen Tonträger anheizen und die Gespanntheit auf einen eventuellen Meilenstein schüren können. War man nicht im Postverteiler der entsprechenden Vertriebe oder stand im Kontakt mit dem einen oder anderen Musiker, dann erfuhr man irgendwann aus der einschlägigen Presse von den gerade erschienenen Releases, und so erblickte das vorliegende Album auf fast etwas<span id="more-11540"></span> unspektakuläre Art das Licht der Welt. Dass es sich dabei um eine der größten Wegmarken im Werk der Gruppe um David Tibet handeln sollte, stellte sich erst heraus, als das Album mehr und mehr Einzug in die Plattenregale nahm, mehr noch als man einige Jahre und Veröffentlichungen später auf dieses Album zurückblicken konnte.</p>
<p>Und „Thunder Perfect Mind“ war eine Wegmarke in vielfacher Hinsicht. Es war das erste Album, auf dem der christlich-esoterische Einschlag, der von Beginn an in Tibets Werk präsent war, der oft jedoch einen eher eigenwillig ambivalenten Eindruck erweckte, zur zentralen, eindeutig positiv konnotierten Säule des Grundtenors wurde. Freilich, Zeilen wie „And I believe, Christ is the Son of God“ gab es bereits, aber hier wurde ein ganzes Album nach einem gnostisch-christlichen Text in koptischer Sprache benannt, was auf Tibets später noch intensivere Beschäftigung mit solcher Literatur und der Koptologie vorausweist.</p>
<p>Ebenfalls wurde auf diesem Album deutlich, dass die seit „Swastikas for Noddy“ vollzogene Hinwendung zum Songwriting und zu akustischer, im weitesten Sinne folkiger Musik nicht als kurzlebiges Strohfeuer in die Bandgeschichte eingehen sollte, sondern für viele Jahre ein musikalisches Markenzeichen Current 93s sein sollte, die Mitwirkung von Tibets Heldin Shirley Collins ist in dem Zusammenhang ein symbolisch aussagekräftiges Statement. Auch in persönlicher bis personeller Hinsicht ist „Thunder Perfect Mind“ bedeutsam. Dass es ein identisch betiteltes Nurse With Wound-Album gibt und Stephen Stapleton nach wie vor mit an Bord war, kann als bemerkenswerte Antithese gegen Tibets Abwendung von experimentellen Klängen gelesen werden. Darüber hinaus war „Thunder Perfect Mind“ das letzte Album mit Douglas P. und Rose McDowall, dagegen das erste, auf dem Michael Cashmore der Musik mit seinem pastoralen Gitarrenpicking den Stempel aufdrücken sollte.</p>
<p>Einige der Songs auf dem Album sind heute Klassiker, werden immer mal wieder bei Konzerten gespielt und erfreuen ungebrochen das schwarze Volk in den entsprechenden Clubs. Andere dagegen sind nahezu vergessen, außer natürlich bei denen, die das Album am Stück hören. Zu den ersteren zählen „The Descent of Long Satan and Babylon“, ein mysteriöser Akustiksong mit Anspielungen auf die Offenbarung des Johannes, bei dem Tibets eigenwilliger Sprechgesang, Cashmores sanfte Gitarre und Joolie Woods Flöte einem an Collins erinnernden Folksound sehr nah kommen. Unvergessen „In the Heart of the Woods and what I Found there“, bei dem &#8211; in Anspielung auf die Legende des Heiligen Eustachius &#8211; zu einer einprägsamen Geigenmelodie Christus erscheint, oder „A Song for Douglas after he&#8217;s dead“, eine rührende Hommage an den mittlerweile verflossenen Freund inklusive Trauermarsch. Ebenfalls in die Kategorie zählen Stücke wie „A Sadness Song“, bei dem Tibet mit seiner eigenwillig androgynen Kopfstimme einen der melancholischsten Momente seiner Diskografie entstehen lässt, ferner „Mary Waits in Silence“, das von einer mir unbekannten Renate Birulf gesungene „Riverdeadbank“ oder das wunderschöne Sand-Cover „When the May Rain Comes“.</p>
<p>In diesen und ähnlichen Stücken wirkt der noch frische Folksound der Band nicht freakig oder Stilgranzen überschreitend, sondern auf eingängige Art ernsthaft, und er vermag – durchaus romantische oder nostalgische – Bilder einer pastoralen englischen Fantasiewelt heraufzubeschwören, einer Welt, die allerdings immer noch zu gebrochen erscheint für reinen Eskapismus, die einen Beigeschmack der Bitteren, Grenzwertigen gerade in ihrer unschuldig anmutenden Schönheit um so wirkungvoller zum Zug kommen lässt. Louis Wain, von dem das Artwork zum Original-Cover ist – ebenfalls erstmals im Kosmos der Band – hätte diese Landschaft malen können. Dazu passen dann auch die etwas schrägeren Akustiknummern, die sich zwischen die anderen Songs geschlichen haben, Stücke wie „Rosie Star Tears from Heaven“ oder „All the Stars are Dead now“.</p>
<p>Doch „Thunder Perfect Mind“ ist ohnehin gar nicht als homogenes Werk konzipiert, das musikalisch wie aus einem Guss wirken sollte. Ausgerechnet die beiden Teile des Titelstücks haben keine Songstruktur, mit ihren minimalen melodischen Mustern knüpfen sie aber auch wenig an frühere Soundscapes an. Mit leicht verfremdeter Stimme rezitiert Tibet Passagen über die dualistische Natur der Gottheit, begleitet von der gehauchten Stimme Rose McDowalls. Ebenfalls heraus sticht das textlich kontroverse &#8220;Hitler as Kalki (SDM)&#8221;: Zu Nick Salomans Gitarrensoli und zum Bassspiel eines Musikers, der sich heute wahrscheinlich lieber die Hand abhacken würde, als sich daran zu beteiligen, wird hier die Katastrophe des Weltkriegs mit aus dem Hindu-Kosmos stammenden Prophezeihungen über das Ende des aktuellen Weltzyklus in Verbindung gebracht. Das Lied ist, wie später ein ganzes Album, seinem Vater gewidmet, der im Krieg gegen Nazi-Deutschland im Einsatz war. Mehr noch als die eher noiserockigen Stücke auf der recht heterogen ausgefallenen &#8220;Horsey&#8221; ist dieses Stück Current 93s erster Ausflug in psychedelisch konnotierte Rockmusik.</p>
<p>Dieses breite Stilsprektrum zwischen Song und Soundscape, zwischen Folk, Abstraktem und Psychedelischem, das einem sofort ins Auge fallen muss, wenn man den Fokus nicht nur auf die &#8220;Hits&#8221; lenkt, ist sicher ein Grund, warum &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; zu den herausragenderen Alben der Band zählt, aber letztlich sind dies ebenso wie der breit gefasste inhaltliche Rahmen Dimensionen, die man mit der einen oder anderen Schwerpunktverschiebung in fast allen Current 93-Alben findet. Es gab in der Bandgeschichte immer Phasen, die von einer besonderen Frische und Aufbruchstimmung geprägt waren, während man anderen Karriereabschnitten anmerkte, dass es wieder einmal Zeit für einen Häutungsprozess war. Ich denke, dass &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; auch sehr davon lebt, in einer der erstgenannten Phasen entstanden zu sein. Unlängst wurde das Werk in von The Bricoleur remasterter Version und mit neuem Artwork von Ania Groszynska auf Doppel-LP wiederveröffentlicht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: The Spheres</strong></p>
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		<title>CURRENT 93: Swastikas for Noddy &amp; Crooked Crosses for the Nodding God (2LP-Re-Release)</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2015 14:45:38 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/swast1-250x250.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10679" title="swast1-250x250" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/swast1-250x250-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Für viele ist &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; eines der essenziellen Current 93-Alben, und schon allein im Hinblick auf den musikalischen Richtungswechsel, den die Platte einleitete, spricht einiges für ihren Ausnahmestatus. In der ersten Schaffensphase der englischen Band, die sich über die gesamte Mitte der 80er Jahre hinzog, stand Current 93 für lange, alptraumhafte Soundscapes, in denen David Tibet auf Alben wie &#8220;Nature Unveiled&#8221;, &#8220;Dog&#8217;s Blood Rising&#8221; und &#8220;Dawn&#8221; seine Hörer wie ein vollends dem Wahn verfallener Vergil auf einen Höllentrip mitnahm, bei der er ein tobendes Inferno aus Okkultismus, Paranoia und apokalyptischen Visionen entfachte. Keine noch so<span id="more-10678"></span> bemühte Doom- oder Death Industrial-Band kam später an diese tiefe Schwärze heran, die einzige Ausnahme &#8211; die schwedischen Abruptum &#8211; stammt aus dem Black Metal. Nach etwa drei bis vier Jahren schien dieses Konzept in seiner Reinform ausgereizt, immer mehr suchte Tibet nach anderen, stilistisch offeneren und atmosphärisch subtileren Ausdrucksweisen, und so entstanden Alben wie &#8220;In Menstrual Night&#8221; und das &#8211; letztlich verspätet erschienene &#8211; &#8220;Imperium&#8221;, bei dem erstmals lange Textpassagen und in Teilen akustische Klänge jenseits von Samples vorkamen.</p>
<p>Angesichts dieser eher gemächlichen &#8211; und in Subkulturen (vgl. Swans, Bad Seeds, Neubauten) nicht ungewöhnlichen &#8211; Entwicklung von Abstraktion und Härte zu einer wohlklingenderen und inhaltlich zugänglicheren Ästhetik musste das 1988 erschienene Swastikas-Album wie ein Hoax wirken. Eingebettet in launig anmutende Beschwörungen der Runen, latent xenophobe Verwünschungen aus einem furchteinflößenden Druidenmund und cartoonhaft-nihilistische Kommentare über den Stand der Menschheit bietet die Platte vor allem kurzweilige Folksongs, eingespielt von einer Horde zugedröhnter Dilletanten, die weder vor Traditionals wie &#8220;Oh Coal Black Smith&#8221; noch vor Klassikern wie Blue Oyster Cults &#8220;Summer of Love&#8221; und Strawberry Switchblades &#8220;Since Yesterday&#8221; halt machten &#8211; und warum sollten sie auch, war Rose McDowall von letzterer Band doch eine der zentralen Figuren von Tibets Combo, in der hier außerdem Douglas P., Freya Aswynn, Ian Read und Boyd Rice eine zentrale Stellung einnahmen.</p>
<p>Dass die im besten Fall drei Akkorde, die Pearce auf dem Album zusammenschrammelt, nicht langweilen, verdankt sich den vielen bizarren Ideen, die hier verbraten werden, und dass das Stelldichein von Noddy (in der Melodie von &#8220;Ein Schneider fing &#8216;ne Maus&#8221;) und Nietzsche (&#8220;That which is falling&#8230;&#8221;) zusammen mit der Schlarlachroten Frau und dem einäugigen Gott harmoniert, muss man erst einmal so gut hinbekommen. Dass hier die Spätphase der Flower Power-Ära, als die schönen Hippie-Ideale zu bröckeln begannen, beschworen wird, ist für die Subkultur der 80er nicht ungewöhnlich und knüpft deutlich an Psychic TV und die Industrial Culture an, ebenso nimmt es einiges von der Neofolk-Attitüde vor allem im angelsächsischen Raum vorweg, die hier eine ihrer Initialzündungen erfuhr. Dass Tibet von solchen Genre- und Szenekontexten später nichts wissen wollte und sich wenn eher ironisch bis ablehnend darauf bezog, ist eine andere, durchaus lange Geschichte.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/crookedcrossesc93.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10970" title="crookedcrossesc93" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/crookedcrossesc93-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn in der darauffolgenden Zeit viele Releases der Band einen (im weitesten Sinne) folkigen Touch hatten, wirkt &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; rückblickend doch eher wie eine Ausnahmeerscheinung &#8211; der unbekümmerte Dilettantismus des Albums verschwand schnell aus dem Stilrepertoire Tibets, ebenso der trotz allen Augenzwinkerns ätzende, nihilistische Ton und der wohl primär Aswynn und Read geschuldete Bezug zum nordischen Heidentum. Vor allem aber würden wohl die meisten Fans heute sagen, dass ein Current 93-Album ohne die Mitwirkung zumindest eines Nurse With Wound-Mannes (im Klartext damals: Stephen Stapleton) doch eine eher halbe Sache ist. Stapleton hat auf &#8220;Swastikas&#8221; tatsächlich ein paar Schräubchen gedreht, doch seine Stunde sollte erst kurz darauf kommen, als er aus den Songs ein komplettes Remixalbum unter dem Titel &#8220;Crooked Crosses for the Nodding God&#8221; anfertigte. Was &#8220;Crooked Crosses&#8221; gegenüber &#8220;Swastikas&#8221; ausmacht, ist der surreale &#8211; manche würden vielleicht sagen psychedelische &#8211; Grundcharakter, der sich in verschwurbeltem Dröhnen und in klanglichen Spielereien ausdrückte, die in dem Fall eher dilirierend als kindlich wirkten. Sehr stark ist z.B. das noisige Rauschen, das das aus &#8220;Benediction&#8221; und &#8220;Malediction&#8221; entstandene &#8220;He is Everywhere Nowhere&#8221; umhüllt, oder die noch schmissigere Version des schwarzen Schmiedes mit Tony Wakeford an der Gitarre.</p>
<p>Ob man nun eher &#8220;Swastikas&#8221; oder &#8220;Crooked Crosses&#8221; mag, ist unter Current-Fans seit jeher eine interessant Gretchenfrage, und oft markiert sie eine Trennlinie zwischen denen, die eher dem Neofolk oder doch eher experimentelleren Musikformen zugeneigt sind. Dass das Material aber überhaupt in zwei Versionen erschien, implizierte schon recht früh eine Spaltung durch die World Serpent-Family, deren Tragweite erst zum Ende des Kult-Vertriebes Jahre später deutlich werden sollte. Gerade diejenigen Fans, die eher den Gothic- und Dark Folk-Communities zuzurechnen sind, stehen im Verdacht, die neuen Alben zwar alle brav zu erwerben, sie aber nach einmaligem Auflegen ins Regal verbannen um dann wie gewohnt nur &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; und eben &#8220;Swastikas&#8221; zu hören &#8211; jüngere Semester oft nur noch über Bandcamp. Gerade die dürfen sich freuen, dass die beiden lange vergriffenen Platten nun wieder zu haben sind, direkt im Doppelpack und in klanglich merklich verbesserter Gestalt nebst bislang unbekanntem Bildmaterial von Ruth Beyer.</p>
<p>Wer Current 93 dagegen über die David Keenan-Schiene rezipziert und am liebsten in der Volksbühne und der Berliner Zeitung getagged wissen will, der muss die Tatsache, dass die Swastika hier in einem Kontext steht, in dem das Schwache zertreten wird, der Ruin des schönen (oder blonden) Landes durch Brunnenvergifter beklagt wird und zum zweiten Mal der Satz &#8220;This destiny did not tire&#8221; verbraten wird, wohl über die Komik abwiegeln. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.copticcat.ca/">Coptic Cat</a></strong></p>
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		<title>SIMON FINN &#8211; Through Stones</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Oct 2011 07:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es mag diejenigen, die etwas mit Simon Finns Werk und Werdegang vertraut sind, nicht überraschen, dass er den Titel des Abschlusstracks „A Bad Plan is Better Than None“ in den Linernotes als Motto seiner Lebensphilosophie bezeichnet, denn in den Jahrzehnten &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/10/01/simon-finn-through-stones/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/ThroughStonesLR.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2811" title="ThroughStonesLR" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/ThroughStonesLR-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es mag diejenigen, die etwas mit Simon Finns Werk und Werdegang vertraut sind, nicht überraschen, dass er den Titel des Abschlusstracks „A Bad Plan is Better Than None“ in den Linernotes als Motto seiner Lebensphilosophie bezeichnet, denn in den Jahrzehnten seit Finn sein Debüt „Pass the Distance“ veröffentlichte, schien er zumindest partiell vom Pech verfolgt zu sein: Wegen unklarer Rechtslage verschwand das Album kurz nach Erscheinen recht schnell wieder aus den Regalen, seiner Tätigkeit als Biobauer in Kanada, wo er seit Anfang der 70er lebte, kam er zu einem Zeitpunkt nach, als die Zeit noch nicht reif <span id="more-2810"></span>für so etwas war und in einem Interview, das ich mit ihm während des Donaufestivals führte, meinte er lapidar: „Ja, was auch immer ich mache….es wirft keinen Gewinn ab. Ich habe auch Wasserfilter verkauft. Das ist den Bach runtergegangen, weil niemand Wasserfilter gekauft hat. Zehn Jahre später sah das ganz anders aus.“ Man könnte natürlich auch sagen, dass Finns Pläne nicht „schlecht“ sind, er ganz einfach seiner Zeit voraus ist – und die Vorhut hat es meistens nicht so leicht. In BWL-Sprech ausgedrückt, könnte man vielleicht sagen, dass Finn immer jemand war, der sich schlecht verkaufen konnte (und das sollte man im doppelten Wortsinne und bedingt durchaus als Kompliment verstehen). Das zeigte sich auch ab und an bei seinen Auftritten: Das Unspektakuläre, leicht Unbeholfene, das er manchmal auf der Bühne ausstrahlt, steht dann allerdings in scharfem Kontrast zu der Intensität des Vortrags – dabei kommt es selten zu solch eruptiven Momenten wie auf dem Stück, für das er wohl bei einigen auf ewig in Erinnerung bleiben wird:„Jerusalem“.</p>
<p>Seit seiner Rückkehr zur Musik im Jahre 2005 – Ende der 80er/Anfang der 90er kamen drei Romane heraus, ein neuer namens „Oral Hygiene“ ist jüngst als E-Book erschienen – veröffentlicht er alle zwei Jahre Alben. War das relativ aufwändig produzierte und mit vielen Gästen eingespielte (und mit dem Produzenten des Debüts,Vic Keary, aufgenommene) Album „Accidental Life“ auch mit der Hoffnung entstanden, eventuell das Interesse eines größeren Labels zu wecken, so findet auf „Through Stones“ erneut eine personelle Reduktion statt, wird Finn primär von der langjährigen Mitstreiterin Joolie Wood unterstüzt, die ihn seit seinem Comebackalbum „Magic Moments“ (auf Durto) begleitet.</p>
<p>Es wurde schon mehrfach gesagt, dass Finns Songs sich grob in eher narrative und eher reflexive einteilen lassen, Finn selber sagte in oben erwähnten Interview, seine Songs seien nicht zynisch und das ist trotz aller Thematisierung der dunkleren Seiten der conditio humana nachvollziehbar, wirken sie oft textlich und durch die Art des Vortrags eher lakonisch.</p>
<p>Die ersten Stücke des Albums knüpfen an die Songs der letzten Alben an, die von einer gewissen Melancholie geprägt waren (wie etwa „Neutered Air“ oder „Accidental Life“): „Strict Straight and Gorgeous“ beginnt mit dezent gezupfter Akustikgitarre, zu der eine Hammondorgel und eine traurige Geige dazukommen und Finn singt: „Like flea upon a dead man&#8217;s suit/I wait like every frog and newt/Your gorgeous grace &amp; frost glazed gorse/To yield, once more, to summer&#8217;s force“ um dann im Refrain zu offenbaren, warum die adressierte Person dies in ihm auslöst: „You make me nervous/You&#8217;re so strict, and gorgeous“. Könnten die Backingvocals von Joolie Wood auf anderen Veröffentlichungen vielleicht die Grenze des Trivialen überschreiten, so wird das hier auf souveräne Weise vermieden. „Barren Leaves“ ist vom Vortrag und durch das Strumming der Gitarre dramatischer, die von Wood gespielten Blasinstrumente unterstreichen die Gefühle, die durch die Kritik am Zustand der Welt ausgelöst werden: „The rich they try to buy everything/They see and like/The rest we try to like/What we&#8217;re lucky enough to get“ – ein erster Höhepunkt auf einem an Höhepunkten nicht armen Album. Das Titelstück ist dann wieder eher getragen: „But what she&#8217;d really like to know/Is how to come back from below and grow/Through stones“. Stücke wie „Don&#8217;t Play If Onlys“ entledigen sich dagegen jedweder Melancholie und Trauer, sondern sind geprägt von dem lakonischen Vortrag Finns, dessen Lebensphilosophie sich sicher in Zeilen wie „We can&#8217;t always understand/What&#8217;s in fate&#8217;s head/So don&#8217;t trouble wondering why/Just move on with your life“ widerspiegelt. Dieses schulterzuckende Akzeptieren des Unvermeidlichen ist vielleicht Finns Art der Lebenshilfe (und man könnte ihn sich im Radio vorstellen, wie er diese Worte den zwanghaft nach Sinn Suchenden zuraunt). Einige der Stücke sind Jahrzehnte alt: so etwa das für seine Mutter geschriebene „Pamela Russell“, dem man seine Wurzeln in den 60ern anhört und das gegen Ende in eine Irish Folk- Nummer übergeht (etwas, das bei „Maid Marion“ später wieder aufgenommen wird). Ein wenig aus dem Rahmen fällt das improvisierte, in einem Take aufgenommene und von Danny Sceats Schlagzeug dominierte „Live in a Barn“, das für Finns Verhältnisse recht rockig ist. „Polar Veil“ wurde ursprünglich auf der anlässlich der Current 93-Auftritte in London vergangenes Jahr erschienen Single mit Rameses III und Comus (auch Musiker, die nach einer ähnlich langen Zeit der Stille zurückgekehrt sind) veröffentlicht, auf der die Eröffnungszeilen „Bright eyed when I started, about it all/Now I&#8217;m wide eyed and broken hearted/About it all“, die vielleicht als Signum unter jedes Leben gesetzt werden könnten, durch Finns zurückhaltenden Vortrag bar jedweden Pathos sind. Das narrative „Naturally Broken“, auf dem ein Gespräch zwischen einem „He“ und einer „She“ beschrieben wird, kommt zu dem Schluss: „It seems time, like all else/Just comes naturally broken“. Gegen Ende des Albums knüpft „Swallow“ wieder an die Stimmung des Anfangs an: „He&#8217;s learned the way of the warrior/The solitude of the freak/Remembered always the distance/Between the words of those that speak“. Das kurze experimentelle und von Akkordeondrones, Orgel und E-Gitarre dominierte „ A Bad Plan is Better Than None“ besteht lediglich aus den Zeilen: „Good plans are really the same/It&#8217;s just the ending that&#8217;s changed“ und nach Hören dieses Albums denkt der Rezensent – wieder einmal -, dass in einer nicht „gebrochenen“ Welt Finn schon lange im Pantheon der großen (oder zumindest kanonisierten) Songschreiber aufgenommen worden wäre, neben denen er im „Tower of Song“ (L. Cohen) ganz bestimmt (be)stehen könnte. (M.G.<strong>) </strong></p>
<p><strong>Label: </strong><a title="10 to 1" href="http://www.simonfinn.co.uk/tentoone.html">10 to 1</a></p>
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		<title>THOMAS LIGOTTI: Teatro Grottesco</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:28:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[William Shakespeare]]></category>

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		<description><![CDATA[“Eines Nachts, in längst vergangenen Zeiten, erwachte der Mensch und sah sich selbst. Er sah, dass er nackt war unter dem Kosmos, unbehaust in seinem eigenen Körper.“ Peter Wessel Zapffe, Der letzte Messias Schon seit einigen Jahren angekündigt, erscheint bei &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/thomas-ligotti-teatro-grottesco/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Teatro-Grottesco-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-537" title="Teatro-Grottesco-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Teatro-Grottesco-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>“Eines Nachts, in längst vergangenen Zeiten, erwachte der Mensch und sah sich selbst. Er sah, dass er nackt war unter dem Kosmos, unbehaust in seinem eigenen Körper.“</p>
<p>Peter Wessel Zapffe, <em>Der letzte Messias</em></p>
<p>Schon seit einigen Jahren angekündigt, erscheint bei David Tibets Kleinverlag Durtro die neueste Sammlung mit Kurzprosa des Amerikaners. Neu muss allerdings relativiert werden, denn einige der Geschichten wurden ursprünglich schon 1996 in der Sammlung “The Nightmare Factory“, der Anthologie Ligottis, die im angloamerikanischen Raum sicher die verbreitetste ist, unter dem Titel “Teatro Grottesco“ publiziert. <span id="more-536"></span>Neben den hier über verschiedene Sektionen verteilten Texten findet man u.a. noch die vier lose zusammenhängenden Erzählungen, die “In A Foreign Land, In A Foreign Town“ ausmachten (als Buch erstmals mit einer CD von CURRENT 93 veröffentlicht), einige Gedichte und auch zwei der so genannten Geschichten des “Corporate Horror“, in denen Ligotti das Grauen des Arbeitsplatzes thematisiert und die ihren Höhepunkt in der Erzählung “My Work Is Not Yet Done fanden – dem bisher längsten Prosatext Ligottis (der allerdings hier nicht abgedruckt ist).</p>
<p>Die “Teatro Grottesco“-Geschichten sind – wie Ligotti selbst sagt –  von Thomas Bernhard beeinflusst, was durch verstärkte Kursivsetzungen recht deutlich wird, man findet aber auch Verweise auf den Expressionisten Trakl (vgl. den Namen Theodore Groddeck in der Titelgeschichte). Prinzipiell geht es bei Ligotti immer eher um Stimmung als um Plot, was manchmal eine Schwäche sein kann (insofern ist das zusammen mit Brandon Trenz verfasste und vor einigen Jahren bei Durtro veröffentlichte Drehbuch “Crampton“ schon aufgrund seiner textsortenimmanenten Eigenschaften sehr zu empfehlen). Es geht um die Erzeugung einer merkwürdigen Art von (Alp-)Traumatmosphäre, in der alles in einen gelblichen Nebel gehüllt zu sein scheint, ganz so, wie die Stadt in der (hier nicht abgedruckten) Erzählung “I Have A Special Plan For This World“.</p>
<p>Mit der Äußerung, er schätze Lovecraft mehr als Shakespeare, nicht weil dieser besser schreibe, sondern weil man in jeder Zeile Lovecraft und seine Weltanschauung spüre, sorgte Ligotti vor einiger Zeit bei manchem für Unmut. Diese Äußerung ließe sich auch als Credo des literarischen Schaffens Ligottis verstehen, denn in jeder der Geschichten formuliert der (Ich-)Erzähler oder aber eine Figur eine (An-)Sicht der Welt, die dem Mund des Autors entsprungen sein könnte. Dieser eigentlich billigste hermeneutische Kurzschluss wird durch Äußerungen des Autors nahe gelegt. Exemplarisch für die Weltanschauung seien hier die (Selbst-)Diagnose, die ein Kollege des Ich-Erzählers in “My Case For Retributive Action“ stellt (“I’ve even come to believe that the world itself, by its very nature, is unendurable“) und eine längere Passage aus “The Shadow, The Darkness genannt:</p>
<p>”There was only this blackness above and this blackness below. There was only this consuming, proliferating blackness whose only true and final success was in the mere perpetuation of itself as successfully as it could in a world where nothing exists that could ever hope to be anything else expect what it needs to thrive upon…until everything is entirely consumed and there is only one thing remaining in all existence and it is an infinite body of blackness activating itself and thriving upon itself with eternal success in the deepest abyss of entity.”</p>
<p>Bei letzterem Zitat, dessen Kernaussage vielleicht auch durch das äußerst schwarz gestaltete Buch illustriert wird, wird natürlich eine Gefahr der Prosa Ligottis deutlich: Das Wandeln am Abgrund des Klischees. Dennoch entgeht dem Ligotti meistens und es gibt beeindruckende Texte: “Our Temporary Supervior“ ist eine überaus gelungene Darstellung des Drucks, dem man am Arbeitsplatz im sich immer dreister gebärenden Kapitalismus ausgesetzt ist. Wie Ligotti dies im Rahmen einer unheimlichen Geschichte verdeutlicht, ist beeindruckend und erinnert ebenso wie “The Town Manager“ – die Bewohner einer der üblichen diffusen (und nie klar zu lokalisierenden) Städte (“Degenerate towns near the northern border“ möchte man sie in Anlehnung an Ligotti nennen) sind dem arbiträren Kommen, Gehen und Agieren verschiedenster “Town Manager“ ausgesetzt – an Kafka. Die Protagonisten sind immer (auch sich selbst) Ausgelieferte (wie in “The Bungalow House“, das CURRENT 93s “I Have A Special Plan For This World“ inspirierte), sie leiden an (physischen wie psychischen) Gebrechen (wie z.B. Magenproblemen), die manchmal zu gesteigerter Erkenntnis führen können (“The Shadow, The Darkness“). Realität(en) verschwimm(t)en (wie in dem beklemmenden “Gas Station Carnivals“), die Menschen leben in “Marionettenkolonien“ und die drei Dinge, die eine reine Wahrnehmung behindern, sind Länder, Gottheiten und Familien (wie es der Vater des Erzählers in “Purity“ formuliert).</p>
<p>Diese willkürlich gewählten Beispiele machen vielleicht deutlich, dass es wenige Autoren gibt, in deren Werk sich die Insignifikanz der menschlichen Existenz so sehr widerspiegelt, wie im Werk Ligottis. Wird bei einem Autoren wie Jeffers noch eine beeindruckende Natur evoziert und finden sich bei  Cioran (Rest-)Spuren Gottes, gibt es solche Hilfskonstruktionen – um letztlich doch noch eine Art von Sinn durch die Hintertür hineinzulassen – bei Ligotti nicht, es sei denn, man spräche von einer Metaphysik der Abwesenheit. Auf den ersten Blick mag man fragen, warum ein gläubiger Christ wie Tibet solch ein – auch wenn dieser Begriff zum Schlagwort verkommen ist – nihilistisches Werk schätzt, aber zum einen ist das Werk des “Privatmythologen“ (R. Dittmann) Tibet zu komplex um in einfache Schubladen gesteckt zu werden, zum anderen gibt Tibet selbst in “The Thomas Ligotti Reader“<em> </em>eine Erklärung, wenn er darauf hinweist, dass sie beide eine ähnliche Sicht der Welt hätten, aber daraus unterschiedliche Schlüsse zögen: Für beide sei die Welt gefallen, aber er (Tibet) glaube an Erlösung.</p>
<p>Die Zusammenstellung wird von dem Gedicht “Envoi“ beendet, dessen letzte Zeilen “nothing is for all / and all is for nothing“ lauten und die diese Veröffentlichung adäquat abschließen (und kommentieren).</p>
<p>[Nachtrag: Inzwischen ist die Sammlung (allerdings ohne die Gedichte des letzten Teils) in einem günstigen Paperback bei Virgin Books veröffentlicht worden.]</p>
<p>(M.G.)</p>
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		<title>OTHON: Digital Angel</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Othon Mataragas]]></category>

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		<description><![CDATA[Man muss nicht unbedingt über das Cover sprechen, aber man kann es (nicht ignorieren). Der griechische Pianist Othon Mataragas, der auch schon einmal im Lineup von CURRENT 93 auftauchte, präsentiert sich auf dem Cover gepierct und tätowiert mit Lendenschurz und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-digital-angel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/OTHONCD1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-629" title="OTHONCD" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/OTHONCD1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man muss nicht unbedingt über das Cover sprechen, aber man kann es (nicht ignorieren). Der griechische Pianist Othon Mataragas, der auch schon einmal im Lineup von CURRENT 93 auftauchte, präsentiert sich auf dem Cover gepierct und tätowiert mit Lendenschurz und – dem Titel angemessen – mit Engelsflügeln auf einer Säule vor einem grellen Hintergrund.<span id="more-627"></span></p>
<p>Die Bezeichnung “camp“ bekommt hier eine weitere Facette und auch das Album selbst steht dem (musikalisch wie textlich) in nichts nach. Es geht in den bis auf eine Ausnahme von Othon Mataragas verfassten Texten um “ten million boys“, “dried sperm“, “ecstasy of passion“, zerstörerische Liebe: Genet-Territorium wird beschritten. Dass das hauptsächlich vom Klavier dominierte Album duchweg seine Spannung behält, wird durch das variantenreiche Spiel Matharagas und die Gastsänger gewährleistet: David Tibet interpretiert COILS “The Dreamer Is Still Asleep“. War das Original eines von COILs hypnotischsten, aber auch wenig hysterischsten Stücken, trägt der Gesang Tibets eine verzweifelte Note, ganz so, als sei seine Interpretation ein Requiem für John Balance. Marc Almond singt auf drei Stücken: Dem großartigen “The Epitaph Of God“, einer tragischen Apotheose des Sexus, “Tonight“, einem von Trompete und Geige untermalten Liebeslied, das das schnelle Umschlagen von Liebe in Hass und umgekehrt aufzeigt und schließlich auf dem das Album abschließenden “The Tango Song“, dessen Text von Frater Perdurabo verfasst wurde und in dem freudig-enthusiastisch nach Tanz, Wein, Leidenschaft und Tod verlangt wird. Auf den weiteren Stücken singt der italienische Schauspieler, Sänger und Paradiesvogel Ernesto Tomasini. Das schnelle das Album eröffnende “When I Leave You“ zeigt die ganze Bandbreite (s)einer Stimme. “Greater Feast Massacre“ ist hysterisch, cabaretartig; der Höhepunkt und das zentrale Stück des Albums ist dann das aus drei Teilen bestehende “Digital Angel“ mit seiner seltsamen christlichen Metaphorik, auf denen Tomasini noch einmal zeigt, was er mit seiner Stimme, die zwischen Farinelli, Klaus Nomi, Sopran und Bariton changiert, vollbringen kann.</p>
<p>Insgesamt eine wahnsinnig-geni(t)ale Platte und für mich eines der Alben des Jahres.</p>
<p>(M.G.)</p>
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		<title>MICHAEL CASHMORE: The Snow Abides</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 17:22:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Antony And The Johnsons]]></category>
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		<description><![CDATA[Als vor Jahren – 2002 um genau zu sein – CURRENT 93 an zwei Abenden in der Londoner St. Olave-Kirche auftraten, spielte Michael Cashmore einen Song mit Antony, brach aber gegen Ende schüchtern ab, ganz so, als vertraue er seinen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/michael-cashmore-the-snow-abides/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Cashmore-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-594" title="Cashmore-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Cashmore-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als vor Jahren – 2002 um genau zu sein – CURRENT 93 an zwei Abenden in der Londoner St. Olave-Kirche auftraten, spielte Michael Cashmore einen Song mit Antony, brach aber gegen Ende schüchtern ab, ganz so, als vertraue er seinen eigenen Fähigkeiten (im Gegensatz zum begeisterten Publikum) nicht. Diese Anekdote spiegelt vielleicht das Zurückhaltende, vielleicht auch Kauzige des englischen Gitarristen wider.<span id="more-593"></span></p>
<p>Im vergangenen Jahr wurde allerdings deutlich, dass Cashmore vielleicht etwas darüber vergrätzt war, dass seine Rolle bei CURRENT 93 unterschätzt wurde und vielleicht lässt sich dadurch verstehen, warum er das reduzierte Album “Sleep England“ unter seinem Namen und nicht mehr unter dem in den 80er und 90er verwendeten Projektnamen NATURE AND ORGANISATION veröffentlichte. “The Snow Abides“ ist ein Five-Track-Minialbum, auf dem drei von ANTONY gesungene (und von David Tibet getextete) Stücke von zwei Instrumentals eingerahmt werden. Es dominiert das Klavier, wodurch das Album in Passagen an das fragmentarische “Death In A Snow Leopard Winter“ erinnert, was auch dadurch betont wird, dass drei der Streicher, die das Klangbild ergänzen, auch bei diesem Album dabei waren. In den drei Stücken mit ANTONY dominiert die Stimme des Wahlamerikaners, der Gefühle evozieren mag, bei denen die Ratio keine Rolle mehr spielt.</p>
<p>Man kann davon ausgehen, dass die schon zwischen 1999 und 2001 aufgenommenen Stücke für das nicht mehr veröffentlichte dritte NATURE AND ORGANISATION-Album vorgesehen waren, insofern darf man auf die nächsten (aktuelleren) Veröffentlichungen gespannt sein.</p>
<p>(M.G.)</p>
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