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	<title>African Paper &#187; Édith Piaf</title>
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		<title>ROMA AMOR: Miraggio</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Mar 2019 06:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Chanson ist am ehesten in dunklen Gassen französischer Altstädte und in zwielichtigen Hafenvierteln mit ihren Bordellen und Kaschemmen zuhause, und am stärksten ist er, wenn er nach Tobak riecht und eine Fuselfahne vor sich herträgt. Der Chanson ist aber &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/03/16/roma-amor-miraggio/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/02/romaamormiraggio.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17206" title="romaamormiraggio" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/02/romaamormiraggio-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Chanson ist am ehesten in dunklen Gassen französischer Altstädte und in zwielichtigen Hafenvierteln mit ihren Bordellen und Kaschemmen zuhause, und am stärksten ist er, wenn er nach Tobak riecht und eine Fuselfahne vor sich herträgt. Der Chanson ist aber auch ein durchaus experimentierfreudiger Zeitgenosse, der sich auch in etwas vornehmeren Cafés zu benehmen weiß, sich dem Jazz und sogar &#8211; man denke nur an den großartigen Leo Ferré &#8211; der Avantgarde anzunähern versteht, und dass er auch eine hippieske Seite hat, ist längst ein offenes Geheimnis.<span id="more-17205"></span></p>
<p>Ferré ist mit seinen italienischen Versionen z.T. ganzer Alben auch ein gutes Beispiel für die Mehrsprachigkeit des Genres, womit man dann auch bei Roma Amor angekommen wäre: Das Duo aus der norditalienischen Emilia Romagna begann im letzten Jahrzehnt populäre italienische, teilweise dialektale Songs des 20. Jahrhunderts in spartanischen Versionen mit Akkordeon, Gesang und Gitarre zu interpretieren und avancierte in Kennerkreisen schnell zu einem etwas DIY-lastigeren Pendant zu Gruppen wie <a href="http://africanpaper.com/2015/05/16/ardecore-vecchia-roma/">Ardecore</a>. Von Beginn an gab es, neben den ohnehin vorhandenen Gemeinsamkeiten beider Traditionen, französische Einflüsse in ihrer Musik, gelegentlich französische Texte und Cover von Jacques Brel und anderen, und mit der Zeit zeichnete sich das Chansonelement immer deutlicher ab.</p>
<p>Auf ihrem jüngst erschienenen sechsten Album &#8220;Miraggio&#8221; haben sie sich wie selten zuvor dem Walzertakt verschrieben und präsentieren elf Songs von Träumen und Wundern, die aber wie so oft an Orten des Verfalls und der sehnsuchtsvollen Einsamkeit entstehen, in öden Zimmern und nächtlichen U-Bahnen, in Hafenspelunken, Stundenhotels und einsamen Herbstszenarien.</p>
<p>Sehnsuchtsvoll und tragisch in den tiefen Versenden und zugleich von einer leidenschaftlichen Kraft beseelt klingen die ersten Verse des in französisch gesungenen Openers, der neben der berührenden Emotionalität auch eine ganz profane Suche auszudrücken scheint, nämlich die nach einer Balance zwischen den simplen, folkigen Sounds der frühen Alben und Konzerte und den elektronischeren und manchmal auch etwas weniger harmonischen Arrangements seit ihrem vor fünf Jahren erschienenen Album <a href="http://africanpaper.com/2014/04/19/roma-amor-on-the-wire/">&#8220;On the Wire&#8221;</a>. Nie schien Harmonie und Disharmonie so versöhnt wie im Zusammenspiel der anrührenden Melodien und gelegentlichen Mandolinenfiguren mit der verrauschten elektronischen Unordnung, die die luftigen Stellen der Musik ausfüllt.</p>
<p>Trotzdem steht Euskis oft etwas heisere Stimme fast immer im Vordergrund, zusammen mit Gitarre oder Akkordeon oder beidem, und in dieser Konstellation arrangieren sich die Hauptzutaten mit hippiesken Handdrums, launigen Mundorgeln, reizintensiven Hintergründen und dem karussellartigen Auf und Ab der Melodien, die auch mal eine orientalische Färbung annehmen können &#8211; ein eher seltenes und meist gewolltes Phänomen in italienischer oder französischer Musik, wohingegen ähnlich geartete griechische Populärmusik, an die mich der instrumentale Titelsong erinnert, seit langem solche Elemente aufweist. Romantik, die Sehnsucht nach dem Besonderen, Unendlichen, die schöne Utopie im Angesicht der Gosse, der versifften Stundenhotels und der vergänglichen Liebelei, die nur dann ewig währen kann, wenn auch im November Mai ist: All dies ist allgegenwärtig in den wunderbaren Songs, unter denen auch zwei Cover &#8211; Édith Piaf&#8217;s &#8220;Les Amants D&#8217;Un Jour&#8221; auf Italienisch als &#8220;Alberge A Ore&#8221; und &#8220;Liebelei&#8221; von Rolf Bauer bzw. Milva &#8211; versteckt sind.</p>
<p>Tolles Album des schönsten Palindroms südlich der Alpen, meiner Ansicht nach ihr stärkstes seit <a href="http://africanpaper.com/2012/03/31/roma-amor-occhi-neri/">&#8220;Occhi Neri&#8221;</a> und vielleicht das, welches die verschiedenen Elemente des Roma Amor-Stils am besten zusammenführt.(U.S.)</p>
<p><strong>Label: Old Europa Cafe / Wrotycz Records</strong></p>
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		<title>JOOLS HOLLAND / MARC ALMOND / THE RHYTHM AND BLUES ORCHESTRA: A Lovely Life to Live</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Mar 2019 06:13:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Jools Holland]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn es etwas Offensichtliches gibt, dass Jools Holland und Marc Almond gemeinsam haben, dann ist es &#8211; abgesehen vom Most Excellent Order of the British Empire, den beide Künstler bereits für den Rang eines Officer verliehen bekamen &#8211; die kreative &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/03/16/jools-holland-marc-almond-the-rhythm-and-blues-orchestra-a-lovely-life-to-live/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/joolshollandmarcalmond.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17285" title="joolshollandmarcalmond" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/joolshollandmarcalmond-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn es etwas Offensichtliches gibt, dass Jools Holland und Marc Almond gemeinsam haben, dann ist es &#8211; abgesehen vom Most Excellent Order of the British Empire, den beide Künstler bereits für den Rang eines Officer verliehen bekamen &#8211; die kreative Dauerrotation, das Interesse an Kollaborationen quer durch viele Musikgenres und das enthusiastische Fantum, mit dem der Pianist und BBC2-Moderator und die Sängerlegende ihre kleinen und großen Helden ins eigene Werk einbeziehen.<span id="more-17284"></span> Zusammengearbeitet haben die beiden schon mehrfach, mit &#8220;A Lovely Life to Live&#8221; ist vor kurzem ihr erstes gemeinsames Album erschienen, das zusammen mit dem Rhythm &amp; Blues Orchestra die großen Tage dieser Musikrichtung feiert &#8211; und einmal mehr klingt der in Chanson, Soul und Electropop, in Garagenrock, Folk und Weltmusik bewanderte Almond, als hätte er nie etwas anderes gemacht.</p>
<p>Eine nostalgische Aura umgibt die vierzehn Songs auf dem Album und schickt uns per Zeitmaschine in ein imaginäres London der Jahre um 1960, in die Zeit kurz vor Antonionis <em>Blow Up</em> und dem beschwingte Treiben in der Sohoer Carnaby Street. Oldtimer, starke Zigarren, Tee oder je nach Uhrzeit doch lieber Scotch und die verspielt-raffinierten Düfte von Penhaligon&#8217;s &#8211; nicht all dies ist unmittelbar an Ort und Zeit gekoppelt, ebenso die Rhythm &amp; Blues-Musik, die ihren Ursprung immerhin auf der anderen Seite des Atlantik hat, doch dieses eher assoziative Tagging gehört bei der mythischen Verklärung einer Zeit, die man primär aus Büchern und Filmen kennt, mindestens zum Erlaubten, vielleicht sogar zu den obersten Geboten.</p>
<p>Von &#8220;Gipsy Rover&#8221; mit seiner schummerigen Orgel, das auf einem Gedicht der Autorin Susan Palmer-Jones basiert, bis zum Klassiker &#8220;Oh When the Saints Go Marching In&#8221;, bei dem Almond den Sängerinnen des Ensembles den vorderen Platz überlässt, durchzieht die zum Teil schon konzerterprobten Songs eine schillernde Aufgewecktheit, wie man sie vom Entertainment besserer Tage her kennt. Doch auch die Wehmut hat ihren Platz, auch wenn diese viel unterschwelliger durchscheint als auf Almonds Vorgängeralbum &#8220;Shadows and Reflections&#8221;. Generell ist diese nicht so sehr auf das Verpasste, Verlorene fokussiert, sondern bringt eine starke Sehnsucht nach dem Möglichen zum Audruck, und dies vielleicht am deutlichsten beim Titeltrack, einem von frohsinnigem Barpiano vorangetriebenen Loblied auf den Zauber der Liebe. &#8220;Dirk Bogarde and Me (Take Tea)&#8221; ist von ähnlicherer Stimmung: eine liebevolle Hommage an eine der Ikonen der Zeit als Teenager-Fantasie, deren Klavierparts glatt aus einem der launigeren Baby Dee-Songs gefallen sein könnten &#8211; hier ist Almond wieder ganz The eternal Boy, der oft viel rebellischer auftritt als allgemein geglaubt, doch im Bobby &#8220;Blue&#8221; Bland-Cover &#8220;It&#8217;s my Life Baby&#8221;, einem bluesigen Mittelfinger gegen alle toxische Liebelei, sollte da kein Zweifel mehr bestehen. Reines Verklären romantischer Projektion dagegen findet sich in Edith Piafs &#8220;Hymne à l&#8217;Amour&#8221; und in Irving Berlins &#8220;How deep is the Ocean&#8221;. Dazwischen steht die Big Band-Version von &#8220;Tainted Love&#8221; mit Background-Chor, die mehr den je dem Original von Gloria Jones nahkommt.</p>
<p>Gerade einige Stücke aus eigener Feder sind direkt der Heimatstadt der beiden gewidmet, pessimistisch gefärbte Liebeserklärungen an London und zugleich sozialkritische Abgesänge auf den Lauf so mancher Dinge. &#8220;I lost my City&#8221;, das orchstralste und vielleicht auch süßlichste Stück der Platte, besingt das Untergegangene, das hinter den Fassaden eines neuen London mit seinen Glattheiten und seinen vielen Spaltungen und Spannungen ein spukhaftes Nachleben führt. Ähnliches klingt in &#8220;London, you were my Lover&#8221; an, wohingegen &#8220;Workhouse Blues&#8221; die fast schon nostalgich anmutende Tretmühle des alltäglichen Hamsterrades ebenso schonungslos beim Namen nennt wie einst Tennessee Earnie Ford in &#8220;Sixteen Tons&#8221;. All dies, auch wenn es traurig klingt, wird eingefangen in der Szenereie eines gar nicht deprimierenden Zeitgemäldes mit viel Kolorit, einem alten oder die alte Zeit porträtierenden Film, den man sich gerne an einem verrengneten Sonntagnachmittag ansieht.</p>
<p>Für Jools Holland-Fans (auch wenn er meist als graue Eminenz des britischen Popbiz gilt, gehe ich davon aus, dass es sie auch bei uns gibt) ein Muss, spricht das Album unter den Almondfans vor allem die an, die ein besonderes Faible für seine gar nicht so heimliche Black Music-Seite haben &#8211; diese bekommen eine vielfarbige Vorgeschichte seines &#8220;Shadows and Reflexions&#8221;, womit sich das Sixties-Bild Almonds vielleicht komplettiert hat oder zumindest um eine starke Facette reicher ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Warner Music</strong></p>
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