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	<title>African Paper &#187; Edition Mego</title>
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		<title>Matmos und Klara Lewis am 01. Juni im Berghain, Berlin</title>
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		<pubDate>Mon, 09 May 2016 16:46:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 01. Juni 2016 stellen M.C. Schmidt und Drew Daniel alias Matmos ihr neues, auf den Klängen einer Waschmaschine basierendes Album &#8220;Ultimate Care II&#8221; im Rahmen eines Konzertes im Berliner Berghain vor. Das Vorprogramm bestreitet die schwedische Komponistin Klara Lewis, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/05/09/matmos-und-klara-lewis-am-01-juni-im-berghain-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 01. Juni 2016 stellen M.C. Schmidt und Drew Daniel alias Matmos ihr neues, auf den Klängen einer Waschmaschine basierendes Album &#8220;Ultimate Care II&#8221; im Rahmen eines Konzertes im Berliner Berghain vor. Das Vorprogramm bestreitet die schwedische Komponistin Klara Lewis, deren zweites Album &#8220;Too&#8221; in Kürze bei Editions Mego erscheinen wird. Kuratiert wird der Abend vom CTM Festival.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/05/matmosultimatecare.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-12147" title="matmosultimatecare" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/05/matmosultimatecare-1024x724.jpg" alt="" width="584" height="412" /></a><span id="more-12146"></span></p>
<p>&#8220;Die Idee, ein Album komplett aus Klängen einer Waschmaschine zu machen, kam Matmos Martin Schmidt während er mit den Fingern auf der &#8220;Whirlpool Ultimate Care II&#8221; in seinem Studio trommelte, versunken in zerstreuter Kontemplation ihrer zyklischen Rhythmik. Was als Jux begann gipfelte nach einer umfassenden Überprüfung des Erlebten im kreativen Prozess selbst. &#8216;Wir fingen mit dem reinen Klang der Waschmaschine an&#8217;, sagt Drew Daniel, die ander Hälfte des stets konzeptuell arbeitenden Duos aus Baltimore. &#8216;Wir nahmen den gesamten Waschzyklus auf, waren aber recht enttäuscht davon.&#8217; Dann begann das experimentieren und Fragen standen im Raum: Wie macht man daraus ein Instrument? <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/05/Matmos-by-Josh-Sisk_smaller.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-12148" title="Matmos-by-Josh-Sisk_smaller" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/05/Matmos-by-Josh-Sisk_smaller-1024x731.jpg" alt="" width="584" height="416" /></a>Viele Klangbearbeitungen später präsentiert sich das auf Thrill Jockey Records veröffentlichte Album &#8220;Ultimate Care II&#8221; als ein kontinuierlicher Track von 38 Minuten, exakt die Länge eines Waschgangs. Die Waschmaschine war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Matmos letzter Berlinbesuch fand anlässlich ihres letzten Albums statt, &#8220;The Marriage Of True Minds&#8221;, das sich mit parapsychologischen Experimenten beschäftigte und im Rahmen des CTM Festivals 2013 Premiere feierte.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/05/Klara_Lewis_Press_Pic_1_-_Photo_by_Hampus_Hogberg.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-12149" title="Klara_Lewis_Press_Pic_1_-_Photo_by_Hampus_Hogberg" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/05/Klara_Lewis_Press_Pic_1_-_Photo_by_Hampus_Hogberg-1024x711.jpg" alt="" width="584" height="405" /></a><br />
Zuvor präsentiert die aufstrebende schwedische Komponistin Klara Lewis ihr zweites, im Mai auf Editions Mego erscheinendes Album ‚Too‘. In Lewis&#8217; Stücken ziehen sich verschwommene Rhythmen über texturreiche, mal organische, mal abstrakte Hintergründe und erzeugen Eindrücke wechselreicher Klanglandschaften, die zwischen optimistischer Wärme, fremder Unheimlichkeit und kühl aggressiven Gesten changieren. Dabei entsteht ein hypnotischer Sog, der die Hörer in die Eigenzeit und ideosynkratische Logik der Stücke hineinzieht. &#8220;Too&#8221; lässt sich vielleicht am besten als eine fesselnde Form immersiven Hörtheaters beschreiben, das ganz auf die klangliche Imagination der Hörer setzt. Klara Lewis Debütalbum &#8220;Ett&#8221; erschien 2014 auf Editions Mego und tauchte ­ zu Recht ­ auf etlichen Jahresendlisten auf, im selben Jahr erschien außerdem die &#8220;Msuic&#8221; EP auf Peder Mannerfelts gleichnamigem Label.&#8221;</p>
<p>1. Juni 2016, Einlass 20 Uhr<br />
Berghain/Panorama Bar<br />
Am Wriezener Bahnhof<br />
10243 Berlin<br />
<a href="https://www.facebook.com/events/205502556480509/"><strong>Event @ Facebook</strong></a></p>
<p>Fotos: Josh Sisk (Matmos) und Hampus Hogberg (Klara Lewis)</p>
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		<title>DANIEL MENCHE: Marriage of Metals</title>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 05:53:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Daniel Menche]]></category>
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		<description><![CDATA[Daniel Menche, mit dessen umfangreichem Werk ich nur punktuell vertraut bin, ist bekannt für konzeptuell stringente Aufnahmen, bei denen meist die Bearbeitung von Sounds einzelner Klanquellen im Vordergrund steht. Das Getöse von Wasserfällen, das Summen von Insekten und diverse Wetterphänomene &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/05/04/daniel-menche-marriage-of-metals/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/menchemarriageofmetals.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6871" title="menchemarriageofmetals" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/menchemarriageofmetals-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Daniel Menche, mit dessen umfangreichem Werk ich nur punktuell vertraut bin, ist bekannt für konzeptuell stringente Aufnahmen, bei denen meist die Bearbeitung von Sounds einzelner Klanquellen im Vordergrund steht. Das Getöse von Wasserfällen, das Summen von Insekten und diverse Wetterphänomene waren in den letzten Jahren Ausgangsmaterial des amerikanischen Klangmanipulators, die im Endresultat dann unterschiedlich deutlich herauszuhören sind. Sein neues Album trägt den alchemistisch anmutenden Titel „Marriage of Metals“, und was in den beiden Stücken v.a.<span id="more-6870"></span> miteinander fusioniert, sind die Sounds verschiedener indonesischer Gong-Arten. Menche beschäftigte sich schon länger mit der auf polyphonen Rhythmen basienrenden Gamelan-Musik und kontaktierte das in seiner Heimatstadt Portland ansässige Ensemble The Venerable Showers Of Beauty, in deren Studio er umfangreiche Aufnahmen machen konnte. Diese wurden anschließend digital bearbeitet und in eine dichte, verrauschte Wolke aus kleinteiligen Soundpartikeln eingebettet, woraus zwei LP-Seiten füllende Stücke entstanden sind.</p>
<p>Gamelan, eine v.a. auf Bali und Java verbreitete Musik, hat im Laufe ihrer langen Geschichte sicher ganz unterschiedliche Spielweisen hervorgebracht, doch der Laie, der vielleicht Aufnahmen aus dem World Music-Regal kennt, könnte sich über den hintergründigen und zunächst fast versteckten Charakter von Menches Gong-Perkussion wundern, die erst mit der Zeit in ihrer vollen Charakteristik erkennbar ist. In „Marriage of Metals I“ ist der verzerrte Sound, der das Spiel der bronzenen Klangkörper umfasst, meist dominanter, eventuell wurde das Instrument durch einen mit Stoff umwickelten Holzstab bearbeitet. Erst mit der Zeit, wenn man sich ganz auf die Musik einlässt, verschärft sich die Wahrnehmung für die detailreiche Klangtextur, und irgendwann erscheint die Resonanz des Metalls wie ein glühender Eisenstab, umhüllt von einer dichten Staubwolke. Verdichtet sich die Musik mit der Zeit, so ist zunächst nicht klar, ob es wirklich die Konsistenz der Klänge ist, die sich intensiviert, oder doch eher die Sensibilität des mit der Zeit immer mehr aklimatisierten Hörers. Doch im Kleinen gibt es durchaus eine Tendenz zur Dynamisierung, und gegen Ende kulminiert das raue und zugleich filigrane Klangbild in immer deutlicher kreisenden Bewegungen. Die zweite Seite ist zunächst weit weniger rau. Auch das Rauschen setzt erst im fortgeschrittenen Stadium von „Marriage of Metals II“ ein, das deutlichere (und für westliche Ohren aufwühlend-melancholische) Melodieansätze aufweist. Doch das Idyll ist von eher kurzer Dauer, denn irgendwann gerät die scheinbar übersichtliche Ordnung des Stücks durcheinander und versinkt in einem Strudel aus Läuten und Rauschen.</p>
<p>Mann kann sich lange darüber streiten, inwiefern der Versuch westlicher Künstler, Musik mit „Ethno“-Image authentisch zu spielen, einem musikalischen Rucksacktourismus gleichkommt. Doch so kritisch man dabei Exotimus und romantische Zivilisationsverdrossenheit auch sehen sollte, lasse ich mich doch ungern zu einer einseitigen Position hinreisen: Traditionell nur mündlich überlieferte Musikarten vor Marginalisierung und Assimilation zu „schützen“ muss nicht zwangsläufig auf museale Erstarrung hinauslaufen, und dies pauschal als paternalistisch zu verteufeln hieße das Kind mit dem Bade auszuschütten.</p>
<p>„Marriage of Metals“ ist eine ernthafte Annäherung an Gamelan. Wie stark Menche dieses Feld auch über die Klangmanipulation hinaus mit neuen Facetten bereichert, müssen Spezialisten beurteilen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Edition Mego</strong></p>
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		<title>FLORIAN HECKER: Chimerization (3LP-Box)</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Dec 2012 08:10:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei Florian Heckers „Chimerization“-Album wird ein Zusammenhang bewusst, der im Grunde jeder Musik, jedem Kunstwerk inhärent ist, der jedoch aufgrund der vermeintlichen Kohärenz des Rezipierten oft eingeebnet und letztlich vergessen wird – man hat es mit einem Sekundär- bzw. Tertiär-Medium &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/12/22/florian-hecker-chimerization-3lp-box/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/12/florianheckerchimerization.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6019" title="florianheckerchimerization" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/12/florianheckerchimerization-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bei Florian Heckers „Chimerization“-Album wird ein Zusammenhang bewusst, der im Grunde jeder Musik, jedem Kunstwerk inhärent ist, der jedoch aufgrund der vermeintlichen Kohärenz des Rezipierten oft eingeebnet und letztlich vergessen wird – man hat es mit einem Sekundär- bzw. Tertiär-Medium zu tun, das auf eine ganze Reihe an Vorstufen rückverweist, und das man, falls notwendig, wie beim Zwiebelschälen oder beim Öffnen einer russischen Matrjoschka-Puppe erst im analytischen Rückblick in seiner Gänze kennenlernen kann. Die hier vorliegende Aufzeichnung, die sich auf insgesamt sechs LP-Seiten verteilt, ist die Konserve einer Soundperformance<span id="more-6018"></span> bzw. Installation, die Hecker zusammen mit einem Ensemble an Sprechern dieses Jahr auf der dOCUMENTA (13) aufgeführt hat. Die Show wiederum basierte auf einer essayistischen Abhandlung des iranischen Philosophen Reza Negarestani, einem Text namens „The Snake, The Goat and the Ladder (a Board Game for Playing Chimaera)“, der von mehreren Stimmen, weiblich wie männlich, auf Deutsch, Englisch und Farsī („Persisch“) rezitiert wird.</p>
<p>Mir selbst ist nur die äußere Schicht, die auf Vinyl gepresste Dokumentation bekannt, die den Text in stark de- und remontierter Form wiedergibt. Über die Vollständigkeit des sprachlichen Materials lässt sich also nur ebenso vage spekulieren wie über den genauen Inhalt des Traktats. In seiner hier präsentierten Form lässt er Motive eher kurz anklingen, spielt an, akzentuiert und lässt wesentliche Punkte – vermutlich teils gezielt, teils dem Zufall verpflichtet – offen. Sollten die Lesungen dem Primärtext entsprechen, so handelt es sich um ein von allerlei Wiederholungen und Anaphern geprägter halblyrischer Essay, der auf den ersten Eindruck weit auseinanderliegende Themen aus Philosophie und Naturwissenschaft verknüpft und assoziativ erörtert. Wer bei der Beschreibung an die Romane von Thomas Pyncheon denken muss, oder an undefinierbare Elaborate wie Felix Guattaris &#8220;Chaosmose&#8221;, der liegt zumindest nicht allz sehr daneben. Schon der Titel deutet eine starke Symbolhaftigkeit an, die Chimäre – im antiken Mythos ein monströses Mischwesen aus Mensch und Tier, in der Psychologie zudem ein Phänomen der Stimmrezeption, bei der die Stimme eine physische Qualität imaginieren lässt – kommt ebenso wie die angedeutete Spieltheorie zur Sprache.</p>
<p>Aber nicht nur dies: Die gesprochenen Textpassagen wurden in echofreien Räumen aufgezeichnet, um eine psychoakustische Wirkung zu erzielen, die sich der klanglichen Chimäre annähert. Erst danach kommt der Konzeptualist Hecker auch als Musiker und Produzent ins Spiel, um den Effekt durch eine Vielzahl an Bearbeitungsschritten zu steigern. Das Resultat lässt auch die ursprüngliche, mythologische Bedeutung des Begriffs anklingen, zumindest wäre monströse Fremdartigkeit keine allzu abwegige Assoziation angesichts der manipulierten Stimmarbeit, die mal ins Mechanische, mal ins Organische verfremdet und so immer „entmenschlicht“ wird. Den Text entzieht dies auf ganz unterschiedliche Art jeder gewohnheitsmäßigen Rezeption. Die Bearbeitungsweisen sind vielfältig, aber prinzipiell nicht einmal ungewöhnlich: Mal werden die Stimmen in räumlicher Breite gedehnt, mal in typischer Noisemanier verzerrt, Rauschen und metallische Klänge aus dem Repertoire der Störgeräusche ebenso produktiv mit eingebaut wie Rhythmen und netter Analogkitsch.</p>
<p>Entgegen meinem ersten Eindruck funktioniert die zuerst recht chaotisch anmutende Aufnahme auch ohne vollständige Durchdringung des Konzepts. Eine gewisse Aufgeschlossenheit vorausgesetzt ist es sicher interessanter und ergiebiger, sich die Aufnahme weniger „studierend“ zu erschließen. Von der Länge sollte man sich dabei nicht abschrecken lassen, denn für die jede logische Verknüpfung verweigernde Struktur gilt, was Thomas Bernhard über seine Romane sagte, oder Deleuze und Guattari über Kafkas „kleine Literatur“: Es gibt weder Anfang, noch Ende, noch narrative Kohärenz, stattdessen die Freiheit, von Knotenpunkt zu Knotenpunkt im stets neu kombinierbaren Textgewebe zu springen.</p>
<p><strong>Label: Edition Mego</strong></p>
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		<title>SUNN O))) MEETS NURSE WITH WOUND: The Iron Soul of Nothing</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 06:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/theironsoulofnothing.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3780" title="theironsoulofnothing" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/theironsoulofnothing-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Stephen O&#8217;Malley und Greg Anderson, denen man nachsagt, ein recht gegensätzliches Duo zu sein, sind mit ihrem Projekt Sunn O))) nicht vom Himmel gefallen. Sie stehen in diversen Musiktraditionen, und innovativ waren sie vor allem als Missing Link, der Bereiche zusammenführt, die sich mehrfach sehr nah kamen und sich doch niemals völlig berührten. Bewegten sich Drone- und Minimalmusik in der Nachfolge von Young oder Palestine entgegen mancher Behauptungen nie vollends aus dem sogenannten E-Bereich heraus, hat sich (Doom-)Metal der Abstraktion und der völligen Auflösung<span id="more-3779"></span> von Rockstrukturen bisher nur angenähert. Sunn O))) müssen in dem Kontext zwangsläufig als Meister der Reduktion gelten, im Aufbau der Stücke, aber auch in den rudimentären Rockismen ihrer Musik, die freilich durch Klangvolumen, technische Protzerei und halb karnevalesken Budenzauber kompensiert werden.</p>
<p>In Kollaborationen fühlten sie sich ebenso zu experimentierfreudigen Metalkollegen wie Malefic (Xasthur) und Attila Csihar (Tormentor, Mayhem, Void ov Voices) hingezogen wie zu Künstlern abstrakterer Art wie John Wiese und Merzbow. Daraus entstanden Gemeinschaftsarbeiten, bei denen die Beteiligten stets zu einer temporären Einheit verschmolzen sind, was den Kompositionen meist zugute kam. Bestes Beispiel die „Altar“, bei der Sunn O))) und die japanischen Boris einen Stil hervorbrachten, der kaum synthetisiert wirkte, sondern eher wie die Handschrift einer neuen Band. Nurse With Wound in der Inkarnation von Steven Stapleton und Colin Potter zählten sicher zu den prominentesten und profiliertesten Aufbereitern, als sie sich vor dreieinhalb Jahren das damals schon ältere (vom „GrimRobe“-Demo-Release abgesehene) Quasi-Debüt &#8220;ØØVOID&#8221; vornahmen und einer subtilen wie radikalen Revision unterzogen, die unter dem Titel „The Iron Soul of Nothing“ als Bonus-CD einer japanischen Neuauflage erschien. Auch bei den darauf enthaltenen Stücken hat man es nicht mit einer klaren Rollenverteilung von Gastgebern und Gästen zu tun, und der Begriff des Remixens muss hier sehr weit gefasst werden, denn was die Briten machen gleicht eher einer kompletten Neuinterpretation, frei nach dem auf den Masterbändern enthaltenen Basismaterial. Nicht durchgängig ist in den einzelnen Tracks (ursprünglich drei, doch einer wurde später geteilt) noch der direkte Bezug zu einem bestimmten Sunn-Stück zu erkennen, konsequenterweise sind auch die Titel jeweils neu und nehmen nur in einem Fall Bezug auf das Original. Natürlich polarisierte das Experiment und wurde von einigen Fans als vernachlässigbare Spielerei abgetan – vorschnelle Reaktionen, die auf die restringierten Codes der Urteilenden zurückfallen. Dreieinhalb Jahre später trägt Ideologic und Edition Mego endlich der Eigenständigkeit Rechnung und bringt das Album erstmals separat in einer Vinyledition heraus.</p>
<p>Schon die ersten Minuten von „Dysnytaxis (&#8230;A Chance Meeting With Somnus)“ tragen eine deutlich erkennbare Handschrift aus Coloorta und rufen O&#8217;Malleys favorisierte NWW-Platte, „Soliloquy for Lilith“, in Erinnerung. Es beginnt zunächst eher zaghaft, beinahe schlaftrunken, bis ein leichtes Zittern unter der Oberfläche in melodische Strukturen überleitet und der Sound deutlich an Opulenz gewinnt – eine mit Basssounds und Streicherzitaten angereicherte Dichte, die sich in ihrer Gestalt sehr stark von der grobkörnigen, rauen Klanggestalt unterscheidet, die man von Sunn O))) gewohnt ist. Man kommt auch nicht so schnell in Versuchung, das Klischee des „Monolithischen“ zu bemühen, auch wenn man könnte. Etwas Flatterhaftes, beinahe Leichtes schwingt mit, das für NWW typisch ist, und dem ursprünglichen Material eine paradoxe Note verleiht. „Ra at Dawn (Rapture, At Last)“ bezieht sich auf „Ra at Dusk“ und ist zunächst nur eine Hälfte der ursprünglichen Überarbeitung, die wie ein riesiges Metal-Intro wirkt, das erst gar nicht vor hat, zum Punkt zu kommen: Ein monumentaler Downer, dessen dröhnender Flächensound dezent im Hintergrund bleibt und gerade dadurch eine bedrohliche Spannung aufrecht erhält. Dass es gelegentlich rauscht und pfeift wie der Atem eines monströsen Tieres, ist dem nicht gerade abträglich. Etwas statischer und reduzierter entfaltet das wellenförmige Auf- und Abebben jedoch nie die orchestrale Wucht von Werken wie dem nur scheinbar spartanischen „Salt Marie Celeste“.</p>
<p>Ich schließe mich einigen Kollegen an, wenn ich „Ashes on the Trees (The Sudden Ebb Of A Diatribe)“ als musikalischen Höhepunkt bezeichne, der nicht nur wegen des von NWW demonstrativ in den Vordergrund gemischten Vokalbeitrags von Peter Stahl die größte Opulenz beansprucht. Dank Pedaleinsatz, berstendem Glas und bedrohlicher Kratzgeräusche drängt sich allerhand Noise zwischen das langsame Pulsieren der Drums und der merkwürdigen Tuba-Klänge. Stahl, ursprünglich von der HC/Punk-Band Scream und zeitweise Andersons Kollege bei Goatsnake, erzeugt mit seinem Vortrag des hermetischen Textes eine bedrückende und zugleich zauberhafte Stimmung, zeitweise kamen mir sogar die weniger ruhigen Momente von Jhonn Balance im Spätwerk Coils in Erinnerung. „Ra At Dawn Part II (Numbed By Her Light)“ steigert den ersten Teil noch in Infernalik und bildet einen großartigen Abspann voller wabernder Bässe und schleifender Sounds, die laut The Wire an eine mit dem Maschinengewehr demolierte Küche denken lassen.</p>
<p>Ich könnte mir vorstellen, dass die separate Veröffentlichung von „Iron Soul“ eher noch bei NWW-Fans Beachtung finden wird – zum einen weil sie im Umfeld der Amerikaner wohl schon eher als Bonus bekannt ist, doch auch weil Neuinterpretationen für NWW-Hörer noch weit weniger als Projekte außer der Reihe aufgenommen, sondern als integraler Bestandteil der Bandaktivität gewürdigt werden. Gerade hierzulande haftet Nurse dank einer stereotypen „tag“-Mentalität immer noch eine vereinseitigende Post Industrial-Assoziation an, und schon deshalb wünsche ich Stapleton und Kollegen, durch diese gelungene Arbeit ihren Hörerkreis zu erweitern. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ideologic/Edition Mego</strong></p>
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