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	<title>African Paper &#187; Elin Palmer</title>
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		<title>ELIN PALMER: s/t</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jul 2018 14:32:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/palmerep.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10578" title="palmerep" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/palmerep-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Von Elin Palmer erschien bereits vor acht Jahren ein Album, dass allerdings hierzulande kaum beachtet wurde, und so kennt man die zwischen Schweden und den USA pendelnde Folksängerin v.a. als Teil der berüchtigten <a href="https://www.cpr.org/openair/blog/yes-there-denver-sound-and-heres-brief-history">Denver-Szene</a> mit ihrer eigenwilligen Musik irgendwo zwischen Gothic, Polka und Alternative Country. Palmer war Teil von Jay Munly and the Lee Lewis Harlots und DeVotschKa, stand mit Kal Cahoone und Woven Hand auf der Bühne und ist ein häufiger Gast in Bob Ferbraches Absinth Studios. Mit ihm und Slim Cessna wirkte sie sogar auf einem<span id="more-10573"></span> Stück von Blood Axis mit.</p>
<p>Ich erwähne das Studio nicht grundlos, denn auf ihrer selbstbetitelten EP spürt man jede Sekunde, dass hier keine gefällige Musik zusammengemischt wurde, sondern ein eigenwilliger Produzent mit Sinn für kollagierte Klangwelten und die Schönheit dissonanter Momente am Werk war. Dafür bietet sich das Ausgangsmaterial allerdings auch an, denn was Palmer mit ihrer Begleitband hier abliefert, bewegt sich durchgehend auf dem schmalen Grad zwischen sanftem Wohlklang und einer eher urigen Schrägheit. Die Aufbruchstimmung in „Sled Dog“ dankt sich v.a. den vielen Kontrasten – stimmungsvolles Gitarrenpicking, das von einem dominanten Jazzbesen nicht vollends aus dem Raum gedrängt wird, poppiger Gesang, der sich selbst vom noisigen Gitarrenfeedback nicht aus der Ruhe bringen lässt und nicht einmal dann ironisch wirkt, wenn dazu in Schuhplattlermanier geklatscht wird. Man könnte in dieser Dynamik, in dem stetigen Wandel kurzer Episoden den eigentlichen leitmotivischen Zusammenhang der EP sehen, denn auch in den anderen vier Songs wechseln sich kontrastreiche Momente wie in einem Film mit schnellen Schnitten ab – feierliches, fast ein bisschen pathetisches Strumming, atonal quietschende Violinensaiten und ein schwedisches Instrument namens Nyckelharpa, rumpelnde Walzertakte und Klangräume, die ein vollgestopftes Interieur binnen Sekunden in Luft auflösen.</p>
<p>Doch der eigentliche rote Faden, der das anheimelnd winterliche „Stilla Natten“ und das tief melancholische „Woodshed“ mit dem an die 60er erinnernden „Stöve Stovlar“ und dem versöhnlichen Ausklang „Morning Light“ verbindet, ist zweifellos Palmers schlichter Sopran, der nicht nur in Englisch und in Schwedisch funktioniert, sondern so gut zwischen altbackenem Folkgesang, laszivem Hauchen und glasklarem Popappeal zu changieren versteht, dass er in jedem Fall wieder einmal für ein Album taugen würde.</p>
<p><strong>Label: Eigenvertrieb</strong></p>
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		<title>KAL CAHOONE: Saints and Stars</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:16:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Leser dieses Magazins wissen mittlerweile, welche Stimme sich hinter dem Namen Kal Cahoone verbirgt und sind mit einem Teil ihres Werks vertraut, kennen ihre Stimme und ihr Pianospiel aus Gastbeiträgen bei Christian Basso, WOVEN HAND und Jay Munly, vor &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/kal-cahoone-saints-and-stars/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/cahoonesaints.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-201" title="cahoonesaints" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/cahoonesaints-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Einige Leser dieses Magazins wissen mittlerweile, welche Stimme sich hinter dem Namen Kal Cahoone verbirgt und sind mit einem Teil ihres Werks vertraut, kennen ihre Stimme und ihr Pianospiel aus Gastbeiträgen bei Christian Basso, WOVEN HAND und Jay Munly, vor allem aber ihr grandioses “Esqueletos”-Album mit der Band TARANTELLA. Mit der Anfang letzten Jahres erschienenen EP “Built the Fire” zeigte sich die Sängerin mit der wandlungsfähigen Stimme von einer sehr getragenen, aber auch von einer klanglich zurückgenommenen Seite.<span id="more-193"></span></p>
<p>“Saints and Stars” ist nun das erstes “Soloalbum” der Sängerin, die seit Beginn ihrer Karriere Einflüsse aus den unterschiedlichsten Regionen des amerikanischen Doppelkontinents und mehr miteinander verknüpft – Soloalbum in Anführungszeichen, da das Werk mit einer ganzen Reihe an Musikern eingespielt worden ist, die bei Liveshows unter dem Namen THE DIRTY PRETTY firmieren. Einige davon gehören wie Cahoone selbst zur erweiterten „Denver Familie“, und die Violinistin Elin Palmer, die Kal hier und da auch am Mikro unterstützt, dürfte das bekannteste Bandmitglied sein. Bei den Klängen des einleitenden “Evita” war mein erster Gedanke, dass sie den zuletzt eingeschlagenen Weg der Ruhe und Zurückgenommenheit wohl konsequent weitergehen wird. Piano, fragiler Gesang, der niemals süßlich und gefällig wirkt, und über all dem eine ernsthafte, doch niemals dick aufgetragene Feierlichkeit, die ihre Entsprechung zwar auch in einigen Tarantella-Stücken fand, der die ausgelassenen Exzentrik vieler älterer Songs jedoch fehlt. Mit manchen Songs wie “Another Lovely Day” sind ihr glatt angesoulte Popstücke gelungen, und ebenso wie auf der EP sind die Texte komplett in Englisch verfasst – einem aktuellen Interview zufolge ist die derzeitige Abkehr von Spanischen auch so etwas wie ein Ausdruck des Nachhausekommens, des Sich-Annäherns an die eigene Vergangenheit der Sängerin, die nach einer Jugend in Denver einige entscheidende Jahre in Chile und Argentinien verbrachte.</p>
<p>Dennoch ist “Saints and Stars” nicht vollständig aus dem gleichen Holz geschnitzt wie “Built the Fire”. In der Auswahl der Instrumente und in deren Einsatz setzt Cahoone wieder ein gutes Stück mehr auf altbekannte Manierismen, deren Wirkung sich wohl am ehesten bei Hörern entfalten wird, die nicht gerade an einer Retro-Phobie leiden. Melodarmatischer Einsatz von Geige und Cello, düster und ornamental, als untermalten sie einen lateinamerikanischen Stoff aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Relaxtes Schlagwerk, bearbeitet mit einem Besen, der den Stücken den Charme alter Torchsongs verleiht, die geradewegs aus einer alten Jazzkaschemme zu uns herübergeweht scheinen. Ungewöhnliches Händeklatschen und gehauchte Vocals im “Travel Song”. Doch neben diesen immer noch recht getragenen Elementen gibt es auch vereinzelt Augenblicke überraschender Gelöstheit: Ein kurzer Ausflug in die Musik der Roma am Ende des ohrwurmverdächtigen “Beside the Shalimar”, die Heiterkeit in “Sebastian”.</p>
<p>Zum Schluss gibt es dann noch einen famosen Folksong, und ähnlich wie schon bei ihrem Minialbum bleibt auch diesmal das sichere Gefühl, dass man von Kal Cahoone noch einiges zu erwarten hat – mit den Dirty Pretty existiert dann auch ein würdiger Nachfolger zu Kals früherer Band. (U.S.)</p>
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		<title>KAL CAHOONE: Built The Fire</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 07:05:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dem vor einigen Monaten geführten Interview mit Kal Cahoone konnte man sich bereits ein Bild davon machen, wie umtriebig die aus Denver stammende Sängerin schon seit Jahren ist. Das Debütalbum ihrer derzeit auf Eis gelegten Band TARANTELLA kann man &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/kal-cahoone-built-the-fire/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/cahoonefire.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-81" title="cahoonefire" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/cahoonefire-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In dem vor einigen Monaten geführten Interview mit Kal Cahoone konnte man sich bereits ein Bild davon machen, wie umtriebig die aus Denver stammende Sängerin schon seit Jahren ist. Das Debütalbum ihrer derzeit auf Eis gelegten Band TARANTELLA kann man als ihren bisher größten Erfolg ansehen, zugleich auch als ein Werk, dass ihren Hauptmotiven den adäquatesten Ausdruck verleiht. Spanische und englische Vocals, Emotionalität und Coolness, Country und Worldmusic, Temperament und Melancholie – all diese Dinge reichen sich die Klinken in die Hand, Kal und ihr Kollege John Rumley scheinen wirklich am ehesten zwischen all diesen Orten zuhause zu sein. Vor kurzem ist Kals Solo-Debüt in Form einer fünf Songs umfassenden EP erschienen.<span id="more-79"></span></p>
<p>Natürlich sollte man den Vergleich nicht überstrapazieren, denn um eines vorweg zu nehmen: “Build The Fire” ist keineswegs ein Ableger, sondern ein genuin eigenständiges Werk, in dem man eher einen Auftakt sehen sollte. Dennoch: Was hat sich bisher geändert? Tarantellas Album wurde einmal als Soundtrack zu einem imaginären David Lynch-Western bezeichnet. Will man in diesem Bildbereich bleiben, so kann man feststellen, dass Schauplatz und Gangart des fiktiven Streifens sich merklich verschoben haben. Was vor Jahren unter den berittenen Gauchos der argentinischen Pampa begann und einige Schauplatzwechsel in den Südwesten der USA einblendete, spielt sich mittlerweile in einer verwunschenen Straße irgendeines urbanen Niemandslandes ab, dessen halbverfallene Fassaden und zerwucherte kleine Vorgärten sich etwas Zeitloses und Würdevolles erhalten haben, und die sich (trotz einer ausschließlich in Englisch singenden Kal) kaum eindeutig der angloamerikanischen oder doch eher der hispansichen Welt zuordnen lassen. Kals Solosongs fehlt das Cowboyhafte, Dramatische – der ausgelassene Rodeo ist einer Art Kunstlied gewichen, das jedoch all die bekannten Dinge wie Tragik, Lebensfreude und Melodrama weiterhin im Kleinen aufscheinen lässt, auch ohne Banjo, Maultrommel und Akkordeon. Weniger „weird“ als die Stücke ihrer Band ist der Titelsong kontemplativ und ernst, die Gangart ist durchweg eine ruhigere, der Rhythmus der Schnittfolgen weniger schnell. Vielleicht sind die cineastischen Metaphern zu kitschig, um der ernsthaften und ehrlichen Musik Cahoones gerecht zu werden. Auf der anderen Seite ist dies jedoch Musik, die bewusst mit so etwas zu spielen scheint, ohne dass das Spielerische in irgend einer Form mit Ironie zu tun haben muss. Der Walzertakt und die dezenten Streicher bei „Boomerang“, das Theremin beim Titelstück sind Elemente, die bewusst „Kolorit“ ins Klangbild hineinbringen, und der unfertig wirkende Begriff ist hier ganz bewusst gewählt, denn welcher Art der Anstrich eigentlich ist, vermag man schwer zu sagen. Dämmerig, sepiafarben, mitunter schlicht nostalgisch? Gerne, wenn es weiterhilft, konkreter mag die Musik da allerdings nicht werden, die Konturen ihrer Klassifizierbarkeit verschwimmen ebenso wie das Porträt der Sängerin auf dem schön gestalteten Cover. So ist es auch in erster Linie der Kontext, in dem man die Unterschiede zu Sängerinnen wie Siouxsie Sioux oder PJ Harvey aufspüren muss, mit denen Kals emotionale Stimmarbeit, die bisweilen heißere Entrücktheit und das leicht gebrochene Timbre, das auch vor gelegentlichen Purzelbäumen nicht halt macht, so gerne verglichen wird.</p>
<p>Trotz dieser Qualitäten als verbindendem Element ist „Build the Fire“ nichts, was man als Werk aus einem Guss bezeichnen darf. Die fünf Songs sind in zwei unterschiedlichen Sessions in verschiedenen Studios entstanden, was sich auch deutlich im Klangbild zeigt. Die ersten beiden Stücke, bei denen Randall Frazier vom Helmet Room-Label selbst an den Reglern saß, sind sauberer im Klang, wirken wie mit einer eleganten, beinahe durchsichtigen Glasur überzogen, welche die Intimität wahrt und den besten Rahmen abgibt für Kals schmachtenden und passagenweise leicht tremolierenden Gesang. Um Gefühle des Zuhause- und Geborgenseins drehen sich die Texte, aber auch um Sehnsucht und Begehren. Dies alles geschieht jedoch mit einer Ernsthaftigkeit und Tiefe, die selten ins „Mädchenhafte“ abdriftet, auch wenn das bei einem Song wie „Boomerang“, der in populärer Metaphorik die Sicherheit des Zurückkehrens besingt, gar nicht mal geschadet hätte. Sicher hat auch der dominante Klang des E-Pianos seinen Anteil daran, dass der erste Teil insgesamt einen „elaborierteren“ Eindruck macht, die von Elin Palmer (MUNLY &amp; THE LEE LEWIS HARLOTS) und Julie Davis beigesteuerten Streicherparts untermauern dies. Die restlichen drei Stücke entstanden unter der Hand von Bob Ferbrache in dessen Absinthe Studios – auch ihm, der irgendwann sicher einmal auf 2010 zurückblicken wird als eines seiner produktivsten und kreativsten Jahre, gebührt ein großes Lob. Die drei Stücke sind von Kals Gitarrenspiel geprägt und insgesamt folkiger und erdiger. Auch hier hat jeder Song seinen eigenen Charakter, vom wehmütigen Shoegazersong „Winter’s Womb“ über das mit Electronica angereicherte„Ghosts of Herold“ bis zum in seiner melodischen Schlichtheit rührenden Folksong „That Little Boy“.</p>
<p>Die ungebrochene Ernsthaftigkeit, mit der die Emotionen weder sentimental noch im mindesten affektiert zum Ausdruck kommen, ist es sicher, die „Build the Fire“ als Ganzes zusammenhält. Sie vermag die Platte auch von jedem poppigen Singer-Songwritertum abzugrenzen, welches einige Feuilletonschreiber vielleicht zur Charakterisierung aus der Kiste holen könnten. „Built the Fire“ ist keineswegs eine Platte, die man mal so nebenbei im Hintergrund laufen lässt, während man sich am Küchentisch mit dem spontanen Besuch unterhält. Auf Youtube gibt es bereits weiteres Material von Kal zusehen, das wieder etwas folkloristischer ausgefallen ist. Vielleicht hebt sie sich das ja für das bald erscheinende Album auf. (U.S.)</p>
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