<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Eyvind Kang</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/eyvind-kang/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 13 Apr 2026 02:34:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>STEVE VON TILL: A Life Unto Itself</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/09/05/steve-von-till-a-life-unto-itself/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2015/09/05/steve-von-till-a-life-unto-itself/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2015 05:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Eyvind Kang]]></category>
		<category><![CDATA[Jay Kardong]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Freiherr von Eichendorff]]></category>
		<category><![CDATA[Neurosis]]></category>
		<category><![CDATA[Neurot Recordings]]></category>
		<category><![CDATA[Pat Schowe]]></category>
		<category><![CDATA[Steve von Till]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=10692</guid>
		<description><![CDATA[Ob Drummer oder Gitarrist, jeder zweite Hardcore-Musiker, der nicht in seinen jugendlichen Gewohnheiten festgefahren ist, hat irgendwann das Bedürfnis, langsamer zu spielen und landet dann zielsicher beim Doom – dieses Klischee kursiert gelegentlich in den USA und ist natürlich hochgradig &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/09/05/steve-von-till-a-life-unto-itself/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/SteveVonTillLifeUntoItself.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10693" title="SteveVonTillLifeUntoItself" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/SteveVonTillLifeUntoItself-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ob Drummer oder Gitarrist, jeder zweite Hardcore-Musiker, der nicht in seinen jugendlichen Gewohnheiten festgefahren ist, hat irgendwann das Bedürfnis, langsamer zu spielen und landet dann zielsicher beim Doom – dieses Klischee kursiert gelegentlich in den USA und ist natürlich hochgradig ignorant gegenüber den Ursprüngen des Doom Metal im Blues und psychedelischen Hardrock. Dennoch steckt darin ein Fünkchen Wahrheit insofern, dass ab den 80ern einige Karrieren einen solchen Weg gegangen sind, darüber hinaus verbindet beide Genres ein gewisser Bezug zum <span id="more-10692"></span>Protestantismus. Die spartanische Trockenheit einerseits, der niederdrückende Fatalismus andererseits, der wenig vom heidnischen amor fati, dafür umso mehr vom Bann einer Vorhersehung hat, in der sich keine Anstrengung mehr lohnt, es sei denn, es geht genau darum, nur noch dies zu verkünden. Und dann gibt es noch die so niederdrückende-schleppende zweite Seite von Black Flags „My War“.</p>
<p>Steve von Till ist nicht einfach ein Hardcore-Musiker und spielt auf seine reiferen Tage auch keinen Doom Metal, dennoch kam mir der Gemeinplatz beim Hören seiner vierten Solo-LP „A Life Unto Itself“ in den Sinn. Nach den ersten rauen Brettern auf Alternative Tentacles spielte von Till mit seiner Band Neurosis eine progressive Art des Metal, die sich Kategorisierungen entzieht und sich durch Schwere ebenso wie durch eine intuitive Komplexität auszeichnet. Auf seinen Soloarbeiten lässt er es wie bei Harvestman erdig dröhnen oder erkundet als an Americana geschulter Songwriter die Aporien und Fatalismen des Daseins, des eigenen wie den menschlichen schlechthin. Doch sind seine folkigen Songs stets von einer Schwere, an die weder Wovenhand noch der späte Man in Black heranreich(t)en. Es ist nicht nur die urig raue Stimme, auch nicht nur die ernste Nachdenklichkeit seiner Reflexionen, über die man endlos sinnieren kann, die aber immer auch eine gewisse Anziehungskraft auf Altkluge haben, die in viel zu jungen Jahren ein Abziehbild von Weisheit bemühen wollen. Auch in den schwermütigen Gitarrenmotiven, dem Gleiten der Pedal Steel und den warmen Hintergrunddrones findet sich etwas Bindendes, Erdendes, das allem flatterhaften Enthusiasmus entgegenwirkt.</p>
<p>All diese Dinge scheinen sieben Jahre nach seinem letzten Solowerk „A Grave Is A Grim Horse“ noch einmal merklich gesteigert, und es scheint, dass von Till die Schwere, die auch seinen folkigen Arbeiten seit jeher eignet, klanglich noch mehr untermalen wollte. „A Life Unto Itself“ ist mit seinen twanglastigen Americana-, Rock- und Country-Anleihen nicht nur stilistisch facettenreich, sondern auch klanglich breiter und dichter als alle Vorgänger, die Bratsche des in vielen Bands aktiven Eyvind Kang und die Drumsection seines alten Freundes Pat Schowe tragen einiges zum fülligen Sound und zum eigenen Charakter des Albums bei. Das rockigste und zugleich experimentierfreundigste Stück „Night of the Moon“, eine Umsetzung von Eichendorffs „Mondnacht“, dröhnt stellenweise wie Harvestman, und am Ende geht der tremolierende Soundteppich mit seiner bewegenden Melodie in eine raue Gitarrenwand über. Wie um die Reichhaltingkeit zu unterstreichen, folg gerade darauf das vielleicht noch luftigste Stück, die Folknummer „Black Bark Box“, bei der die Gitarre mit ergriffenen Pickings einfache, repetitive Ornamente zeichnet, wohingegen das daraufolgende „Chasing Ghosts“ als fast ambienter Klangteppich vor sich hin mäandert.</p>
<p>Auf solch dröhnenden Flächen entfalten auch die anderen Songs ihren jeweiligen Weg, einsame Akkorde schwören ein und begleiten von Till, der im Opener seine Stimme fast so gebrochen wie ein Will Oldham pessimistische Zeilen anstimmen lässt, oder sie bilden das Fundament für J. Kardongs Steelgitarren im Titelsong, in dem der Sänger sich ganz in die Einsamkeit der „Backside of the Mountains“ zurückgezogen hat, um das Leben aus der Totalen, aus reiner Distanz zu betrachten. Ein intuitives Wissen, gespeißt aus Erfahrung und nur vage bennenbar, scheint das Ergebnis seiner Meditation zu sein &#8211; „Known but not Named“, wie es der Titel des schlussgebenden Stückes sagt. Der von Leben gezeichnete muss selbst Zeichen setzen, der Vernarbte mit dem geritzten Antlitz muss selbst Zeichen in die Bäume am Weg einritzen und die Narben weitergeben, die das Leben schlug. Warum? Als Bollwerk gegen die Vergeblichkeit? Dass von Tills Songs danach nicht fragen, macht ihre Größe und Stärke aus und ist Teil des trotz aller Abgeklärtheit nicht zu übersehenen Hoffnungsschimmers, der sich an vielen Ecken des Albums aufspüren lässt. (A. Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.neurotrecordings.com/">Neurot</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2015/09/05/steve-von-till-a-life-unto-itself/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>THE INVISIBLE HANDS: Teslam</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/12/06/the-invisible-hands-teslam/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/12/06/the-invisible-hands-teslam/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Dec 2014 00:25:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Abduction]]></category>
		<category><![CDATA[Adham Zidan]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Bishop]]></category>
		<category><![CDATA[Alvarius B]]></category>
		<category><![CDATA[Aya Hemeda]]></category>
		<category><![CDATA[Cherif El Masri]]></category>
		<category><![CDATA[Eskenderella]]></category>
		<category><![CDATA[Eyvind Kang]]></category>
		<category><![CDATA[Magued Nagati]]></category>
		<category><![CDATA[Mohamed 'Moe' Asem]]></category>
		<category><![CDATA[Mohamed Ibrahim]]></category>
		<category><![CDATA[Sammy Sayed]]></category>
		<category><![CDATA[Serge Gainsbourg]]></category>
		<category><![CDATA[Sun City Girls]]></category>
		<category><![CDATA[The Invisible Hands]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=9641</guid>
		<description><![CDATA[Mit den Sun City Girls brachte Alan Bishop Punkattitüde mit Improvisationsgeist und der Lust an echter und gefaketer Archaik aus vielen Teilen der Welt unter einen Hut, wobei neben amerikanischen und arabischen Einflüssen (die Gebrüder Bishop sind Amerikaner mit libanesischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/12/06/the-invisible-hands-teslam/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/theinvisiblehandsteslam.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9642" title="theinvisiblehandsteslam" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/theinvisiblehandsteslam-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit den Sun City Girls brachte Alan Bishop Punkattitüde mit Improvisationsgeist und der Lust an echter und gefaketer Archaik aus vielen Teilen der Welt unter einen Hut, wobei neben amerikanischen und arabischen Einflüssen (die Gebrüder Bishop sind Amerikaner mit libanesischen Roots) vor allem afrikanische und ostasiatische Traditionen von Interesse waren. Bei der Vielzahl der auch nach dem Tod des Drummers und dem Ende der Band immer noch regelmäßig erscheinenden Releases wurde nicht nur mit dem Vorurteil gebrochen, dass Quantität<span id="more-9641"></span> für Qualität hinderlich sei. Auch wurde deutlich, dass verquere Bricolagenklänge von dadaistischer Dunkelheit nicht immer schwer verdaulich klingen müssen.</p>
<p>Vor kurzem legte Bishop mit seiner aktuellen Band The Invisible Hands sein bis dato vielleicht eingängigstes Werk vor. „Teslam“ wurde wie schon das Banddebüt in Bishops Wahlheimat Kairo eingespielt, zusammen mit lokalen Musikern, deren harter Kern längst mit dem Frontmann zu einer festen Gruppe verwachsen ist. Wer beim Lineup (und auch angesichts der auf <a href="http://www.discogs.com/label/52340-Sublime-Frequencies">Sublime Frequencies</a> dokumentierten Passion Bishops sowohl für „seriöse“ traditionelle Musik als auch für schräge Exotica) Orientalisches erwartet, könnte nun einmal mehr überrascht sein über den regionenübergreifenden Sound der Platte. Zwar sind regionale Instrumente zu hören, doch diese sind recht sparsam in ein Klangbild integriert, das eine große Leidenschaft für Rock, Beat und einen Songwriter-Machismo der alten Schule offenbart.</p>
<p>„Slaughterhouse“, das mit einem vuvuzelaartigen Dröhnen beginnt und in einen kernigen Midtemporocksong mündet, klingt sehr amerikanisch und channelt einen Sound, für den man Bands wie The Red Krayola liebt. Wie in dem satten Hardrock von „Weasel Down“, der Schweineorgel in „Places“ und dem schrammeligen Rock&#8217;n'Roll vieler Stücke zeigt Bishop hier, dass er eine Qualität aus Sun City Girls-Zeiten bis heute bewart hat, nämlich den Mut zum gewagten Aneignen von Stilzitaten und eine dreiste Unerschrockenheit gegenüber abgenudelten musikalischen Schablonen, die stets mit Witz angegangen werden und von der Überzeugung künden, dass vieles eben tatsächlich früher besser war, und daran ändern auch keine noch so banalen Revivals etwas, und der Zahn der Zeit schon gar nicht. In dem Sinne sind die unsichtbaren Hände allenfalls Meta-Retro, und nirgendwo zeigt sich das so gut wie in Bishops stimmungsvollen Duettpasagen mit der Sängerin Aya Hemeda, bei denen man um keine Gainsbourg/Birkin-Vergleiche herumkommt.</p>
<p>Während Oud-Klänge und nordafrikanische Rhythmen zwischen all den Gitarrentwangs, den progressiven Orgelteppichen und dem Popappeal von Bishops Gesang eher gut dosiert zum Zuge kommen, ist das Kairo der letzten Jahre in den Texten allgegenwärtig. Jeder der Songs verströmt den Geist einer Metropole, die in der jüngeren Vergangenheit zwei politische Paradigmenwechsel durchlebt hat und letztlich in einer vielleicht noch Jahre andauernden Schwellensituation vor sich hinbrodeln wird, die man als Auswärtiger nur schwer einzuschätzen vermag. Die Invisible Hands vertonen aber viel mehr die kleinen alltäglichen slices of life, die zwischen den epochalen Ereignissen stattfinden, und gehen diese mit einer Menge an skurrilem Humor und slapstickhafter Ironie an. Der rebellische Geist, der darin spürbar ist, schlägt dann auch die Brücke zum Bandnamen, der nicht auf die ökonomische Heilslehre eines Adam Smith, sondern auf obskure Kairoer Street Artists verweist, die durch kryptische Symbole das Tagesgeschehen kommentieren und dabei nicht ganz einflusslos sind.</p>
<p>Ob es diese Stehaufmentalität ist, die zusammen mit der Frische der unverquasten Musik den Titel „Teslam“ passend erscheinen ließ? Das arabische Wort bedeutet Segen, allerdings im weniger mystischen Sinne wie das ähnlich übersetztbare Wort „Baraka“, es deutet darauf hin, das etwas unter einem guten Stern steht. So jedenfalls klingt die Musik, und das ist in jedem Fall eine gute Voraussetzung für die sich immer fester formierende Band.</p>
<p><strong>Label: Abduction</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/12/06/the-invisible-hands-teslam/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>MARISSA NADLER: July</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/02/01/marissa-nadler-july/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/02/01/marissa-nadler-july/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Feb 2014 07:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Eyvind Kang]]></category>
		<category><![CDATA[Jason Ward]]></category>
		<category><![CDATA[Jay Kardong]]></category>
		<category><![CDATA[Jonas Haskins]]></category>
		<category><![CDATA[Marissa Nadler]]></category>
		<category><![CDATA[Phil Wandscher]]></category>
		<category><![CDATA[Randall P. Schowe]]></category>
		<category><![CDATA[Rendall Dunn]]></category>
		<category><![CDATA[Sacred Bones]]></category>
		<category><![CDATA[Sacred Bones Records]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Moore]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=8203</guid>
		<description><![CDATA[Marissa Nadler zählt zu den Sängerinnen, die vom verblichenen Wirbel um akustische Musik einigermaßen profitieren konnten und dabei &#8211; zum Glück, möchte man sagen &#8211; nie allzu sehr abgefeiert wurden. Deshalb entging sie auch dem Schicksal, nun ein Sternchen von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/02/01/marissa-nadler-july/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/01/MarissaNadlerJuly.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8204" title="MarissaNadlerJuly" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/01/MarissaNadlerJuly-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Marissa Nadler zählt zu den Sängerinnen, die vom verblichenen Wirbel um akustische Musik einigermaßen profitieren konnten und dabei &#8211; zum Glück, möchte man sagen &#8211; nie allzu sehr abgefeiert wurden. Deshalb entging sie auch dem Schicksal, nun ein Sternchen von ehedem zu sein, was angesichts ihrer Originalität und musikalischen Konsequenz auch ganz unverdient wäre. In Besprechungen war immer wieder von einer fast teenagerhaften Morbidität die Rede, ebenso fielen Begriffe wie „kontemplativ“ und „weltabgewandt“ &#8211; Klischees, in denen mehr als nur ein Körnchen Wahrheit steckt, weswegen sie auch von Beginn an eher für traditionsbewusste<span id="more-8203"></span> Americana-Fans und schwarzgewandete Mauerblümchen interessant war als für die Marktschreier der hippen Gazetten, die mitunter etwas Schlagerhaftes in ihren Liedern erkennen wollten. Fast überrascht es, dass sie ausgerechnet von Sacred Bones überredet wurde, aus ihrer lichtscheuen DIY-Nische herauszutreten und dem Musikgeschäft eine zweite Chance zu geben. Ihre fragilen Songs sind hochemotional und ohne falsche Abgeklärtheit, und doch fehlt ihnen jede pathetische Schwere, um echte Downer zu sein. Lichte, beinahe blumige Momente sind in ihren mittlerweile sechs Alben keine Seltenheit, und als sie dies in „Little Hells“ mit einem eher folkfernen Shoegazersound kombinierte, sorgte das hier und da für Irritation.</p>
<p>Insgesamt wurde ihre Musik über die Jahre vielschichtiger und opulenter, auch wenn man dies als tendenzielle Entwicklungen betrachten muss, denn der schlichte, unverquaste Folksong ist nach wie vor ihr Metier, und daran ändert sich auch in ihrem neuen Album „July“ nichts. Die ebenso schmerz- wie lustvolle Auslotung dunkler Gestimmtheiten, das Erleben von Dekadenz und Resignation sind auch diesmal ebenso prägend wie ein offenkundiges Ringen um Hoffnung. Thematisch ist „July“ das am ehesten autobiografische Album der Amerikanerin, denn im Unterschied zu den mythischen Alter Ego-Figuren ihrer frühen Balladen ist das lyrische Ich hier das Medium der Sängerin selbst, die ganz direkt, wenn auch in einer von Andeutungen lebenden Bildsprache, eine gescheiterte Beziehung und einen persönlichen Neustart zum Thema macht.</p>
<p>Eines der wiederkehrenden lyrischen Motive ist das – mal panische, mal gefasste – Nachdenken über die Zeit als Inbegiff des Vergehens und Zurücklassens, das in stets neuen Bildern des Zerfalls anklingt, aber auch im nostalgischen Ausmalen vergangener Ereignisse und lange verlassener Orte. Dass diese Bilder in einem leicht verblassten Sepiaton erscheinen, liegt sicher mit an dem etwas fülligeren Klangbild, das sich zum einen Produzent Randall Dunn verdankt, zum anderen den kaum direkt spürbaren Beigaben von Steve Moore, einem Keyboarder mit Sinn für dezent orchestrale Töne. Vom verrauschten Klang in „Little Hells“ ist dies ebenso weit entfernt wie vom rein akustischen Sound des Debüts. Mit seinen dichten Streicherklängen bekommt „1923“ den Beiklang alter, melodramatischer Filmepen, zugleich aber auch eine gewisse Reife, die in früheren Alben nicht denkbar gewesen wäre. Songs wie „We are coming back“ oder „Dead City Emily“ jedoch, die etwas luftiger gestaltet sind, hätten in ihrer gedrosselten Wehmut fast auf eine frühe Platte gepasst. Wie vermehrt in jüngeren Jahren finden sich auch hier Popstücke, die an Songs der 60er erinnern, „Was it a dream?“ könnte das Cover einer unbekannten Westcoast-Ballade sein und unterstreicht die musikalische Entdeckerfreude, mit der die Sängerin, deren Musik nach wie vor im Lande Hawthornes und Lovecrafts zuhause ist, zu Werke geht. Vielleicht am ehesten unverändert ist die vertraute Laidback-Atmosphäre, die sich immer wieder in Melodien und dem unakkuraten Klang der Steelgitarre ausdrückt und letztlich dem Countryelement geschuldet ist. Einem lyrisch unverblümten Song wie „Firecracker“nimmt dies einiges von seiner Düsternis.</p>
<p>Man kann sicher in den Chor vieler Kollegen einstimmen und den innovativen Charakter von „July“ betonen und darüberhinaus auf die bisher unerreichte Dunkelheit verweisen. Aber man muss es nicht, denn in Wirklichkeit bewegt sich Nadler viel eher kontinuierlich weiter, vermeidet radikale Brüche und baut Eigenschaften aus, die in der einen oder anderen Form schon immer Teil ihrer Musik waren. „July“ ist das selbsbewussteste und bislang reifste Werk der Musikerin, was zum Glück ohne komplette Neuerfindung gelungen ist.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.sacredbonesrecords.com/">Sacred Bones</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/02/01/marissa-nadler-july/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ÄÄNIPÄÄ: Through A Pre-Memory</title>
		<link>https://africanpaper.com/2013/11/16/aanipaa-through-a-pre-memory/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2013/11/16/aanipaa-through-a-pre-memory/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 Nov 2013 06:40:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[ÄÄNIPÄÄÄ]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Dubin]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Andrejewna Achmatowa]]></category>
		<category><![CDATA[Editions Mego]]></category>
		<category><![CDATA[Eyvind Kang]]></category>
		<category><![CDATA[Khanate]]></category>
		<category><![CDATA[Mika Vanio]]></category>
		<category><![CDATA[Pan Sonic]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen O’Malley]]></category>
		<category><![CDATA[Sunn O)))]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=7902</guid>
		<description><![CDATA[Dass der ewige Drone inzwischen Einzug in viele Bereiche populärer Musik gefunden hat, daran ist Stephen O&#8217;Malley sicher nicht ganz unschuldig, gab es doch in den letzten Jahren keine Musikpublikation, in der nicht in jeder Ausgabe mindestens einmal ein Verweis &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/11/16/aanipaa-through-a-pre-memory/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/11/äänipääthroughadreammemory.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7912" title="äänipääthroughadreammemory" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/11/äänipääthroughadreammemory-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass der ewige Drone inzwischen Einzug in viele Bereiche populärer Musik gefunden hat, daran ist Stephen O&#8217;Malley sicher nicht ganz unschuldig, gab es doch in den letzten Jahren keine Musikpublikation, in der nicht in jeder Ausgabe mindestens einmal ein Verweis auf Sunn O))) zu finden gewesen wäre. Dies und die Tatsache, dass Genres, die mit (scheinbar) einfachen und begrenzten Mitteln arbeiten, vielleicht noch einmal besonders viele anziehen und (vermeintlich) inspirieren, hat dazu geführt, dass die Zahl der Nachahmer inzwischen Legion ist (und manche von diesen vielleicht ebenfalls in eine Schweineherde ausgetrieben werden sollten).<span id="more-7902"></span></p>
<p>O&#8217;Malley hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Soloaufnahmen gemacht und während Partner Greg Anderson sich auf Southern Lord stärker „traditioneller“ Labelarbeit gewidmet hat, war der inzwischen in Paris lebende O&#8217; Malley oft im Kontext von Museen, Gallerien und Theater unterwegs.</p>
<p>Bei dem an Umlauten reichen Projekt ÄÄNIPÄÄÄ arbeitet er mit Mika Vainio zusammen; vor einigen Jahren hatten Sunn O))) zusammen mit PanSonic anlässlich der 10&#8242;-Reihe zu Alan Vegas 70. Geburtstag schon zusammen Suicides „Che“ interpretiert. Vainios Discographie ist ebenfalls umfangreich und von einer ähnlichen Lust am Experiment und an der Überschreitung von (Genre-)Grenzen gekennzeichnet wie die O&#8217;Malleys.</p>
<p>Das 20-minütige „Muse“, mit dem das Album beginnt, lässt Raum, ist transparent: ein schleppender Beat, eine kaum verzerrte Gitarre. Dann beginnt Khanates Alan Dubin mit der Rezitation eines Textes der russischen Autorin Anna Andrejewna Achmatowa, wobei sich der Vortrag anfangs bizarrerweise wie eine alte Wachszylinderaufnahme von Crowley anhört. Nach kurzer Zeit allerdings meint man dann einen verzweifelten Kastraten zu hören, bevor markerschütternde, fast entmenschlichte Schreie beginnen. Dubins Gesang ist aufgrund der recht kargen Instrumentierung stärker im Vordergrund als bei seiner Stammband und klingt dann auch noch irritierender und verstörender. Inmitten der Geräusche und Echos glaubt man dann tatsächlich, man werde Zeuge von etwas extrem Schmerzvollem. Das instrumentale „Toward all Thresholds“ ist dagegen dichter, die unruhigen Drones lassen entfernt an David Jackman denken, bevor nach sieben Minuten Gitarren und Beats einsetzen und das Stück hektischer wird. „Mirror of Mirror Dreams“ ist wesentlich zurückhaltender, teilweise kontemplativ – fast möchte man das als Ambient bezeichnen – und die von Eyvind Kang &#8211; der auch schon auf Sunn O)))s bislang letztem Studioalbum „Monoliths and Dimensions“ mitgewirkt hatte &#8211; arrangierten Streicher lassen kurzzeitig sogar, was die Stimmung anbelangt, an Christoph Heemanns und Andreas Martins leider nicht mehr aktives Projekt Mirror denken. Das ist dann die Ruhe vor „Watch Over Stillness/Matters Priciple“: Riffs, Beats und der erneut wahnsinnige Gesang Alan Dubins. Damit knüpft man klar an „Muse“ an. Irgendwann dann flüstert er nur noch und die Gitarren erinnern an das, was O&#8217;Malley sonst mit/bei Sunn O))) macht. Sehr starke Platte, die Epigonen ganz klar auf ihre Plätze verweist.</p>
<p>M.G.</p>
<p><strong>Label:<a href="http://editionsmego.com/"> Editions Mego </a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2013/11/16/aanipaa-through-a-pre-memory/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
