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	<title>African Paper &#187; George Bataille</title>
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		<title>V.A.: Epicurean Escapism 1</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Sep 2014 06:13:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anlässlich des kürzlich in Berlin stattgefundenen dritten „Epicurean Escapism“-Festivals folgt eine Zusammenstellung, die sich als Ergänzung/Überarbeitung der ursprünglichen Tape/DVD-Veröffentlichung, die vor zwei Jahren während des Vorläuferfestivals erstmalig verkauft wurde, versteht. John Murphy steuert einen Track unter dem Namen seines in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/09/27/v-a-epicurean-escapism-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/09/EpicureanR-6017266-1409046715-22771.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-9360" title="EpicureanR-6017266-1409046715-2277" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/09/EpicureanR-6017266-1409046715-22771.jpeg" alt="" width="150" height="210" /></a>Anlässlich des kürzlich in Berlin stattgefundenen dritten „Epicurean Escapism“-Festivals folgt eine Zusammenstellung, die sich als Ergänzung/Überarbeitung der ursprünglichen Tape/DVD-Veröffentlichung, die vor zwei Jahren während des Vorläuferfestivals erstmalig verkauft wurde, versteht.</p>
<p>John Murphy steuert einen Track unter dem Namen seines in den letzten Jahrzehnten nur sehr <a href="http://www.discogs.com/Various-Transmissions-Of-Hatred/release/291904">sporadisch</a> aktiven Projekts Krank bei: <span id="more-9343"></span>„Eyes Half Closed“ ist eine zehn Minuten lange Kakophonie aus Glocken, Stimmfragmenten, Noise, die teilweise rituellen Charakter hat. Dass inmitten dieser Atonalität plötzlich Annie Stubbs recht tonal singt, man fast schon meint, hier solle Industrial eine Ladung Blues verabreicht werden, überrascht, ist aber nur scheinbar deplatziert. Das ist ein beeindruckender Opener. IRMs langer Track „Triptych“ besteht aus Teilen der letzten IRM-Veröffentlichungen. Die Band betrachtet die 12&#8242; „Indications of Nigredo“, das letzte Album „Order“ und den jüngst erschienenen Nachfolger „Closure“ als Trilogie. Dabei hört man die für IRM so typischen und charakteristischen harschen Vocals und es wird wie üblich gänzlich auf Rhythmus verzichtet. Dabei sind die Klangwände, inmitten derer Bladh seine Visionen von Leiblichkeit herausbrüllt, mit eben diesen Veröffentlichungen dynamischer und auf gewisse Weise melodischer geworden. „Shining With Insignificance“, die Gemeinschaftsproduktion von Anemone Tube und Human Larvae, beginnt mit dichten, unterschwellig melodischen Flächen, dann setzen verzerrte Vocals ein, bevor dann ab der Hälfte die Aggression der Melancholie weicht. IRM-Mitglied (Erik) Jarl liefert mit „A Case of Inbreeding: A Homage to my Doppelganger“einen 25-minütigen (nur scheinbar) zurückhaltenden dunkel dröhnendenTrack ab.</p>
<p>Die bisherigen „Epicurean“-Compilations zeigten, dass es mehr als nur um eine An-Sammlung von beliebigen Tracks ging, stattdessen wurde versucht, Musik, Film und Bilder zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzubringen. Waren auf Teil 2 eine DVD mit der von Mike Dando für seine Con-Dom-Performances konzipierten Filmcollagen zu finden und stellte der Katalog eine Reihe unterschiedlichster (auch) visuell arbeitender Künstler vor, so stehen Katalog wie auch DVD der aktuellen Veröffentlichung ganz im Zeichen Martin Bladhs, der wohl wie kein anderer Vertreter des (Post)Industrials versucht (hat), sich dem Mensch und seinem Körper, seiner Leiblichkeit zu widmen, dem „body disastrous“ (wie es auf einem Track von IRMs Doppelalbum „Virgin Mind“ heißt). Dabei rührt das Ver-Störende von Bladhs Arbeiten – die natürlich den Wiener Aktionisten eine Menge schulden &#8211; einerseits von der Fokussierung auf das, was den Menschen letztlich (fast alleinig) ausmacht. Wie David Cronenberg schon oft und jüngst noch in einem <a href="http://www.epd-film.de/meldungen/2014/vieles-hollywood-funktioniert-praechtig">Interview</a> sagte: „In meinen Augen sind wir unsere Körper, die machen unsere Existenz aus.“ Ein anderer Aspekt von Bladhs Werk, der den Zuschauer und Hörer vor den Kopf stößt, ist die Ambivalenz seiner Arbeiten: Oft wirkt es, als identifiziere der Künstler sich nicht nur mit dem Opfer, sondern ebenfalls mit dem, der für die Zerstörungen des Leibes verantwortlich ist. Bezeichnenderweise trägt der Katalog dann auch den Titel „Victim and Executioner“. In einem ursprünglich 2007 entstandenen und im Katalog abgedruckten Essay schreibt Carl Abrahamsson: „The dubious grey area of the human psyche&#8217;s reactive patterns is one of the main ingredients of Martin Bladh&#8217;s art.“ Auch Bladh selbst meint bezogen auf das Schauspielern, das Theatralische, das seine Arbeiten oft ausmacht: „My mask allows me to inhabit a certain persona, to find mutual references in the &#8216;other&#8217; which I now feel a new kinship with.“</p>
<p>Der chronologisch erste Film „Pig and Tomboy“ zeigt (vielleicht beeinflusst von Rozz Williams&#8217; Kurzfilm „Pig“) einen mit einer Schweinsmaske verkleideten Mann, der den „Tomboy“ vor einem Spiegel malträtiert. In dem halbstündigen „Des“ präsentiert Bladh sich maskiert und mit Mayhem-Shirt Waffen haltend, während die Stimme aus dem Off aus Dennis Nielsens Erinnerungen vorliest. Als wäre das nicht genug, werden plötzlich alte Filmaufnahmen, die den Künstler (?) als Kind mit Waffe spielend zeigen und wie er Jahre später seinen eigenen Körper mit Wundmalen versieht, hineingeschnitten. In den Anmerkungen heißt es: „The original idea behind<em> DES</em> was to make an autobiographical piece that explored my own narcissistic tendencies and obsessions“. Im fünfteiligen, in den Jahren 2005-2006 entstandenen, „Cycle“ spielt Bladh sowohl den Rent Boy/Masochisten als auch den Mann/Sadisten hinter der Kamera. Hier wird erneut eine Narrativik des Schmerze(n)s entfaltet, wobei es Leerstellen gibt, manches lediglich off-screen stattfindet. Der knapp drei Minuten lange Film „Hole³“, von Batailles Text „La Bouche“ inspiriert, zeigt den Mund als Organ des Schrei(en)s und unweigerlich muss man an den (natürlich auch von Bladh verehrten) Francis Bacon denken, insbesondere an seine Papststudien (an der Verbindung von Bacon und Bataille hat man sich <a href="http://www.alexalienart.com/bacon%20bled%20bare.htm">hier</a> ausgiebigst abgearbeitet). Die Kamera fährt tiefer in den Mund hinein, zeigt den vertrauten Körperteil als Wunde, als Loch: „rage makes men grind their teeth, while terror and atrocious suffering turn the mouth into the organ of rending screams.“ „Matt. 5: 29-30“ ist nach der Passage aus dem Evangelium des Matthäus benannt, in der es heißt: „Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf&#8217;s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.“ (Etwas, das Dr. James Xavier am Ende von Roger Cormans „Der Mann mit den Röntgenaugen“ beherzigt). Die Kamera filmt Bladh von hinten mit leichter Obersicht. Der Zuschauer kann nur erahnen, was er da tut, aber das Resultat ist rot. Eine vor über zehn Jahren erschienene IRM-Veröffentlichung hieß dann auch bezeichnenderweise „An Act Of Self Mutilation Is An Act Of Freedom.“</p>
<p>Diese Zeilen dürften deutlich gemacht haben, dass Bladhs Filme (wie auch seine weitere Kunst) übel aufstoßen, abstoßen (können), was sicherlich nicht das Schlechteste ist, wenn man an all die Kunst denkt, die lediglich zu indifferenten, leidlich wohlwollenden Kommentaren Anlass gibt. Biblisch ließe sich dazu mit dem letzten Buch der Bibel sagen: „Ich kenne euer Tun: Ihr seid weder warm noch kalt. Wenn ihr wenigstens eins von beiden wärt! Aber ihr seid weder warm noch kalt; ihr seid lauwarm. Darum werde ich euch aus meinem Mund ausspucken.“ Oder aber -um etwas profaner (mit dem Motto von Clive Barkers „Büchern des Blutes“) zu enden: „Blutbücher sind wir Leiber alle; wo man uns aufschlägt: lesbar rot.&#8221; (J.M.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.transformed.de/">The Epicurean</a>, <a href="http://www.silkentofu.org/">Silken Tofu</a></p>
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		<title>SKIN AREA: Rothko Field</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 08:08:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wiener Aktionisten und insbesondere Rudolf Schwarzkogler haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf verschiedenste Industrialgenerationen gehabt. So (re)produzierte Steven Stapleton (ob intendiert oder nicht) den Mythos von Schwarzkoglers vermeintlicher Autokastration. Die Performances von COUM Transmissions wären ohne die Vorarbeit der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/25/skin-area-rothko-field/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/SkinArea-RothkoField.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3858" title="SkinArea-RothkoField" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/SkinArea-RothkoField-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Wiener Aktionisten und insbesondere Rudolf Schwarzkogler haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf verschiedenste Industrialgenerationen gehabt. So (re)produzierte Steven Stapleton (ob intendiert oder nicht) den Mythos von Schwarzkoglers vermeintlicher Autokastration. Die Performances von COUM Transmissions wären ohne die Vorarbeit der Wiener Gruppe undenkbar gewesen. Dass oftmals der Bezug bei weniger inspirierten Künstlern ein nur oberflächlicher zu sein scheint, der eher schmückendes Beiwerk denn ernsthafte Auseinandersetzung ist, daran kranken weite Teile der Subkultur. <span id="more-3856"></span></p>
<p>Es gibt aber auch immer wieder Gegenbeispiele. Einer der jüngeren Vertreter des Industrials, der sich im letzten Jahrzehnt am konsequentesten an den Österreichern abgearbeitet hat, ist Martin Bladh, Sänger und Texter von IRM und Skin Area, Maler, Performancekünstler, Übersetzer und Theoretiker. Seine Bezugspunkte sind immer wieder die Deformationen des Körpers gewesen, so etwa die „physische[...] Präsenz des Fleisches“ (A. Zweite) in der Malerei Francis Bacons, der „Schmerz der Märtyrer“ in Hermann Ungars (und von Bladh illustrierten) Roman „Die Verstümmelten“, der von Pfleilen penetrierte Heilige Sebastian oder die verrenkten Puppen Hans Bellmers, ebenso (natürlich) die Überschreitung und Verausgabung bei Bataille, die Transzendenz der Opferung &#8211; „the beauty of the passion“, wie Bladh in einem Interview sagt &#8211; in Nitschs Orgienmysterientheater oder aber  Artauds „Theater der Grausamkeit“, das das von Bladh zusammen mit dem Enfant terrrible Bo Cavefors konzipierte „Neue Theater der Grausamkeit und Dekadenz“ inspirierte. Bladh lotet mit einer unglaublichen Konsequenz in den jeweils gewählten Medien das Spannungsfeld zwischen Masochismus und Sadismus, Opfer und Täter aus.</p>
<p>Die Fokussierung auf das Abjekt und das Verfemte wurde bei IRM musikalisch oft brachial umgesetzt – was auch an den verzerrten, konfrontativen Vocals lag -, wobei die letzten Verröffentlichungen ein differenzierteres Klangbild boten. Auch das aus Bladh und Magnus Lindh bestehende Projekt Skin Area hat auf den bisherigen Veröffentlichungen wenig plakativ geklungen. Auf dem dritten Skin Area-Album „Rothko Field“ lässt der Schmetterling in seiner Symmetrie an die „Blut Rohrschach“-Bilder auf IRMs „Virgin Mind“ denken und dies spiegelt sich auch in der Anordnung der Tracks wider: Das in der Mitte situierte „Void“ dient als Spiegelachse, hinter der die ersten vier Stücke als Wiedergänger in leicht anderer, reflektierter (?) Form  auftauchen. „Threshold“ setzt gesanglich auf volle Konfrontation: Bladhs Stimme brüllt in den Lautsprechern, oszilliert zwischen links und rechts, wohingegen die Instrumentierung (Klavier (?)) nur dezente, kaum wahrnehmbare Kontrapunkte setzt. Im Text wird wieder einmal eine Art Versuchsanordnung, eine Inszenierung entfaltet, der Verweis auf den Protagonisten und den Antagonisten lässt hier an Bladhs Beschreibung seiner Auftritte denken. „In the Skin“ erinnert an die Wucht und ultralangsame Brachialität der frühen Swans, das schleppende Schlagzeug und die Gitarre erzeugen einen zähflüssigen Sud, in dem die Stimme und der Text weniger dominant sind, fast scheint Bladh hier nur einige Wörter assoziativ aneinanderzureihen.</p>
<p>Der Titeltrack verweist auf Mark Rothko und natürlich kommt einem in den Sinn, dass vielleicht die frühen und von Nietzsche und griechischen Tragödien beeinflussten Gemälde für Bladh eine größere Relevanz haben als die Farbfeldmalerei der späteren Jahre, für die Rothko heute primär bekannt ist, aber der langsam mäandernde Strom des Titelstücks, in den Bladhs Stimme einbricht und sowohl spricht als auch brüllt, sowie der Titel scheinen das zu widerlegen. Das ist ein erdrückend-zäher „wall of sound“, in dem man „Fleischbilder“ auftauchen sieht. „Hypnagoga“ nimmt die Aggression zurück, erzeugt mit geloopten Melodiefragmenten, stammelnden Frauenstimmen und schreienden Babies tatsächlich somnambule Musik „jenseits der Mauer des Schlafes“. „Void“ ist ein von Orgeldrones bestimmtes Stück, das hier einen Moment der Transzendenz abseits der fleischlichen Ekstase erschafft und letztlich näher an dem ist, was ein kleines Bremer Label seit Jahren in verschiedensten Formen konsequent veröffentlicht als an Power Electronic. Die zweite Version von „Hypnagoga“ erzeugt mit ähnlichen Mitteln wie der erste Teil eine Traumatmosphäre, in der irgendwo orientalisch anmutende Klänge verborgen sind. „Rothko Field“ entwickelt sich über 17 Minuten hinweg langsam und strahlt eine unglaubliche Schwere aus (unweigerlich musste ich daran denken,  dass Paul Lemos&#8217; kurzzeitiges Slow-Doom-Projekt  Skin Chamber hieß), der Gesang klingt wesentlich gequälter und irritierender, hier hat man den Eindruck, man höre das, was im Text als „the ecstasy terror“ beschrieben wird. „In the Skin “ knüpft an den ersten Teil an, wobei das Schlagzeug weniger zäh, im Rahmen dieses Albums fast schon treibend ist. Die letzten 55 Sekunden sind „Threshold“ gewidmet: Stimmen sprechen ineinander: „1: incident 2: going to hurt 3: just a flesh wound“.</p>
<p>Das Feld, das Areal, das hier abgesteckt wird, ist gesäumt von Sehnen und bedeckt von (verletzter, blutender) Haut.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://malignantrecords.com/">Malignant </a></p>
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