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	<title>African Paper &#187; George Cessna</title>
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		<title>SCOUT PARÉ-PHILLIPS: Lupine Daughter</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 04:00:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Verlust, Krankheit, Entfremdung, aber auch Überleben und Fürsorge – &#8220;Lupine Daughter&#8221;, Scout Paré‑Phillips’ fünftes und vielleicht ihr bislang dunkelstes Album, kreist um persönliche Brüche und familiäre Bindungen, die durch Schmerz und Liebe gleichermaßen geprägt sind, und gibt textlich einen ungewöhnlich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/02/21/scout-pare-phillips-lupine-daughter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/lupinedaughter.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47325" title="lupinedaughter" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/lupinedaughter-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Verlust, Krankheit, Entfremdung, aber auch Überleben und Fürsorge – &#8220;Lupine Daughter&#8221;, Scout Paré‑Phillips’ fünftes und vielleicht ihr bislang dunkelstes Album, kreist um persönliche Brüche und familiäre Bindungen, die durch Schmerz und Liebe gleichermaßen geprägt sind, und gibt textlich einen ungewöhnlich offenen Einblick in Erfahrungen von körperlichem Verfall, emotionaler Abhängigkeit und dem Versuch, Kontrolle über <span id="more-47323"></span>das eigene Leben zurückzugewinnen. All dies wird greifbar gemacht in einer eindrucksvoll konkreten lyrischen Sprache und &#8211; auch dank einer mehrköpfigen Band &#8211; einer musikalischen Vielschichtigkeit, die beeindruckt.</p>
<p>Der Eröffnungssong &#8220;Claw&#8221; beginnt mit klingelnden Gitarren zu denen sich später Pedal Steel gesellen, darüber erhebt sich der klare Pop-Sopran, für den die stilistisch nie in ein Genre (Dark Folk? Postpunk? Alt Country?) passende Sängerin spätestens seit ihrem internationale Albumdurchbruch &#8220;Head the Call&#8221; bekannt ist, und dem auf dem vorliegenden Album immer wieder auch ein etwas tieferer Brustton entgegengestellt wird. Textlich kreist der Song um dem unaufhaltsamen Verfall es Körpers und das Erbe familiärer Gebrechen, und wenn sie die mehrfach wiederholte Zeile &#8220;Is this the end?&#8221; anstimmt, wandelt er ich in ein Szenario aus fragmentiertem Lärm, der anscheinend nur noch durch den zugleich einsetzenden Rhythmus davor bewahrt wird, direkt in die Entropie zu führen.</p>
<p>In &#8220;Pop’s Song&#8221; trifft noiserockiges Gitarrenstrumming auf rumpelnde Drums und einen raueren Gesang, der die hohen Töne mit ihren Schlenkern ins Musicalhafte dennoch nie ganz aufgibt. Es ist ein Song über die Abwesenheit einer schützenden Figur, aber auch über deren zuverlässige Präsenz in der Erinnerung. Mitten im Song hört man zwischendurch die warme, halbversteckte Stimme von Paré‑Phillips’ langjährigem Kollaborateur George Cessna (Snakes, Slim Cessna&#8217;s Auto Club), zurückhaltend, aber eindrücklich. &#8220;Fatal&#8221; erzählt mit fließendem Picking und anmutig hochtönendem Gesang vom Zerfall des eigenen Körpers. Zwischen Melancholie und Euphorie schwingt hier eine fast tranceartige Schönheit mit, die ihre Emotionalität nicht versteckt.</p>
<p>&#8220;Wish I Could Stay&#8221; ist der vielleicht sanfteste Song des Albums, getragen von emotionalem Tremolo und hellen Klangeffekten, die wie Sternschnuppen durch den Song fliegen, wohingegen &#8220;Bodies&#8221; filmisch in seiner Intensität und fast körperlich spürbar ist: Ein kühler und gleichsam dynamischer Jazzbesenrhythmus trifft auf hohe, funkensprühende Keyboardtupfer. &#8220;A Gambler Who Owned a Racehorse&#8221; bleibt energiegeladen: lärmiges Strumming, ein leichter Countrytouch, und ein Text, der die komplexe Beziehung zum Vater reflektiert, zum Teil destruktiv, zum Teil liebevoll.</p>
<p>Mit &#8220;Ghost&#8221; wechselt Paré‑Phillips mehr denn je ins tremolierende Hochregister, der Song erzählt trotz einer leicht exaltierten Färbung vom Wandel der eigenen Person zu einem Schatten &#8211; eine Geschichte von Selbstverlust, Dissoziation und Relaunch in einer kleinen Dosis Sehnsucht. Der Titel &#8220;The Great Enabler&#8221; ist deutlich langsamer, balladesk versunken im Downer-Strumming und kündet von Selbstaufgabe, von bedingungsloser Hingabe und dem langsamen Erwachen emotionaler Verantwortung. &#8220;Gasoline&#8221; prescht trotz der Schwere des um genetisch bedingte Krankheiten und um das Festhalten am Leben aus Liebe zum Partner kreisenden Textes eher leichtfüßig nach vorn, was vielleicht auch ein wenig auf das abschließende &#8220;Survive Again&#8221; hinweist, das, ohne falsche Illusionen zu bedienen, doch dem Schmerz und der Existenzangst eine trotzige Portion Hoffnung entgegenstellt.</p>
<p>Dass &#8220;Lupine Daughter&#8221;, trotz emotional herausfordernder Inhalte und Momenten roher, ungeschönter Verzweiflung nicht als therapeutische Nabelschau missverstanden werden sollte, ist dabei auch, aber durchaus nicht nur der klaren künstlerischen Haltung und dem durchaus energiegeladenen Bandsound, bei dem neben Gitarren, Keyboard, Bass und Schlagzeug auch Streicher und Vibraphon zum Einsatz kommen, zu verdanken. Mehr noch lässt sich dies mit einer Paré‑Phillips’ ehrlich anmutender Haltung erklären, die trotz aller Absagen an schöne Illusionen nie ins Resignative kippt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Sighthound Sounds</strong></p>
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		<title>SNAKES: No More Songs About Wildflowers</title>
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		<pubDate>Wed, 31 May 2023 06:47:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[George Cessna]]></category>
		<category><![CDATA[Leadbelly]]></category>
		<category><![CDATA[Snakes]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man eine Musik spielt, die in der Tradition eines Landes verwurzelt ist und im 20. Jahrhundert immer wieder neu belebt wurde, kann man oft gar nicht umhin, Klischees zu bedienen oder sich diesen gegenüber irgendwie zu verhalten. In einer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/05/31/snakes-no-more-songs-about-wildflowers/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/09/snakeswildflowers.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16346" title="snakeswildflowers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/09/snakeswildflowers-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn man eine Musik spielt, die in der Tradition eines Landes verwurzelt ist und im 20. Jahrhundert immer wieder neu belebt wurde, kann man oft gar nicht umhin, Klischees zu bedienen oder sich diesen gegenüber irgendwie zu verhalten. In einer Zeit, in der unverhohlene Nostalgie peinlich wirkt, Ironie in ihren gängigsten Formen allerdings ebenso abgegriffen anmutet, kann das Spiel mit überlieferten Motiven, seien sie musikalischer oder textlicher Art, grandios scheitern oder auf eine originelle Performance hinauslaufen, die der Musik<span id="more-16345"></span> mehr neues Leben einzuhauchen vermag als jeder rückwärtsgewandte Aufguss.</p>
<p>George Cessna hat sich, ähnlich wie sein Vater Slim, mit zahlreichen Spielarten der Americana-Musik von Country und Western über Folk bis Rock&#8217;n'Roll wie mit einer zweiten Haut zu arrangieren, für die er wiederholt passende Kostüme auswählt, und mit seiner Band Snakes entwirft er immer wieder neue Facetten solcher Musik. Was durchgehend bestehen bleibt, ist das Gefühl, dass ihm die verwendeten Stereotypen bewusst sind und er die Twangs, die Blue Jeans und die Yellow Roses so noch überzeugter in seine Songs einbaut, weil er weiß, was er tut.</p>
<p>Auch auf dem vorliegenden Album ist dieses Ringen zu spüren. Auf den ersten Blick ist „No More Songs About Wildflowers“ eine klare Absage an jede Nostalgie, schon vom Titel her, und auch der schmissige Sound ist diesmal rauer als je zuvor und zeitweise geradezu punkig. Auf den zweiten Blick allerdings ist diese Absage ans pastorale Idyll, dem Cessna niemals wirklich frönte, eine gebrochene, denn Wehmut zieht sich durch die Balladen und die wild dahingaloppierenden Stücke, v.a. dann, wenn das weite Land und die Fahrten von Ort zu Ort besungen werden und man sich wie in einem grobkörnigen Roadmovie fühlt. Flüsse, Wüsten, Städte erwähnt der von Denver an die Ostküste gezogene Sänger, Fahrten durch den Staub der Provinznester, aber auch die frühen Morgenstunden, den ersten Kaffee und den von magischem Realismus erfüllten Aufbruch ins Ungewisse, und keine Ironie – z.B. ein „Banjo Song“, in dem kein Banjo zu hören ist, sondern verzerrte Gitarren – verhindert, dass all die mythischen Reisen durch den Kontinent, von den großen Roundups bis Jack Kerouac, hier nachhallen. Auch wenn musikalisch Welten dazwischen liegen mögen, musste ich manchmal an Birch Book denken, bei dem es ebenfalls um das Wandern, das Suchen und Fliehen und vielleicht nie Ankommen geht &#8211; dessen fragile Folksongs, die bezeichnenderweise sehr wohl &#8220;about wildflowers&#8221; sind, aber weitaus idiosynkratischer sind und ansonsten zwar viel Amerikanisches, aber wenig Populärkultur verarbeiten.</p>
<p>Auch die Musik und ihre Stimmung rangiert in einem Zwischenbereich, in welchem Nostalgie wender bejaht noch verneint wird: Viel Pathos, gebrochen und gerade deshalb so lebendig, findet sich in den Solos und Twangs, in den Orgeln, die immer gerade an den richtigen Stellen einsetzen, den Uptempo-Passagen, bei denen man The Cramps und Raymen rauszuhören meint, oder wenn sich die Stimme überschlägt wie beim Leadbelly-Cover „Goodbye Irene“. Doch es ist ein Pathos, das nicht aufgesetzt wirkt und den Songs nichts von ihrer Lebendigkeit nimmt. Ob Cessna jr. den rauen Klang und das Tempo in Zukunft beibehalten wird bleibt abzuwarten. So oder so könnte sich seine Musik einmal als wegweisend für neue Americana erweisen.</p>
<p><strong>Label: APT 66 / Grimoire Records</strong></p>
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