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	<title>African Paper &#187; Inner Cinema</title>
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		<title>MACU: Retrospectives</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Mar 2012 06:03:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Susanne Hafenscher]]></category>

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		<description><![CDATA[Susanne Hafenschers Projekt MaCu wurde vor einigen Monaten bereits im Zusammenhang ihrer Kollaboration mit Federico Barabino vorgestellt. Unter dem Titel „Retrospectives“ fasst die österreichische Gitarristin und Pianistin, die sich irgendwann der Bearbeitung von Field Recordings und der Ausgestaltung hypnotischer Gitarrendrones &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/03/24/macu-retrospectives/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/MaCuRetrospectives.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4088" title="MaCuRetrospectives" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/MaCuRetrospectives.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Susanne Hafenschers Projekt MaCu wurde vor einigen Monaten bereits im Zusammenhang ihrer Kollaboration mit Federico Barabino vorgestellt. Unter dem Titel „Retrospectives“ fasst die österreichische Gitarristin und Pianistin, die sich irgendwann der Bearbeitung von Field Recordings und der Ausgestaltung hypnotischer Gitarrendrones verschrieb, ihre neuesten Arbeiten zusammen. Der Begriff des Retrospektiven referiert hier jedoch nur teilweise auf das Alter der Aufnahmen, denn lediglich drei überarbeitete Sampler-Beiträge wurden in die Auswahl integriert – insgesamt ist es mehr das Zurückblicken und Erinnern als mentaler und emotionaler Vorgang, der in den sieben Abschnitten in Töne gefasst wird.<span id="more-4087"></span></p>
<p>Distanz und ein in Nebel gehülltes Sichtfeld – das sind Begriffe und Bilder, die man vielleicht am ehesten mit dem Erinnern halb vergessener Ereignisse und dem Rückblick in eine ferne Vergangenheit assoziiert. Sanfter sonorer Nebel hüllt auch die entfernten Trommelwirbel ein, die den Auftakt des ersten Abschnittes der CDr bilden. Während das Stück noch eher harmonisch seinen eigenen Gezeiten ihren Lauf lässt, erscheinen helle Figuren für kurze Augenblicke auf einer in Dunkel getauchten Bühne. Vielleicht kam mir die visuelle Assoziation dank eines anderen Österreichers in den Sinn, nämlich Thomas Bernhard, der ein vergleichbares Ideal von Literatur und Theater einforderte: Alles muss radikal dunkel sein, damit die vordergründig schematisierten Figuren und Ereignisse um so präziser in Augenschein geraten – im Idealfall helle, akzentuierte „Köpfe in der Finsternis“. Mysteriöse Stimmsamples und gehauchtes Murmeln dringen in den Raum, und irgendwann hat man das (unsichere) Gefühl, dass sich alles verdichtet. Angenehm ist, dass jeder einzelne Abschnitt seine eigenen Spannungskurven entfaltet und seine spezifischen Klangfarben entwirft, auch wenn sie größtenteils dem dunklen Bereich entstammen. Dass dabei mit Effekten eher sparsam umgegangen wird, ist erfreulich, auch gelegentliche Orgelklänge, oftmals ein Garant für feierliche Schwere, werden subtil eingesetzt, aquatische Samples akzentuieren markante Stellen.</p>
<p>Im Verlauf entfalten sich leicht metallisch eingefärbte Klangflächen, durchzogen mit kurzen, spontanen Brüchen. Wohlklingende Momente wechseln sich ab mit dissonanten Passagen, auch Augenblicke harscher Verzerrung ereignen sich von Zeit zu Zeit. Tremolierende Effekte kontrastieren mit Bassdröhnen, das in Abschnitt 4 fast Metalcharakter annimmt – es vermag den ganzen Raum auszufüllen und wirkt dennoch niemals „fett“. Spoken Words und weitere versteckte Stimmfragmente unbestimmten Ursprungs werden ebenso zitathaft einmontiert wie laszives Flüstern und stoisches, zombifiziertes Drumming.</p>
<p>Natürlich gebraucht man abgedroschene Vokabeln wie „hypnotisch“ heutzutage nur noch mit äußerster Vorsicht, aber „Retrospectives“ ist eines der wenige aktuellen Ambientalben, bei denen sich die Verlegenheit in Grenzen halten sollte. Durch Mittel reiner Andeutung vermag die Künstlerin die Hörer in gespannter Erwartung zu fesseln, durch Geräusche, die Enormes andeuten, das irgendwo am Ende des Sichtfeldes in Nebel gehüllt vor sich geht.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://inner-cinema.com/">Inner Cinema</a></strong></p>
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		<title>USHER/WEHWALT/ZREEN TOYZ: Le Chrysaor Paraphile</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 06:45:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Marquis de Sade]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/12/chrysaorparahpile.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3370" title="chrysaorparahpile" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/12/chrysaorparahpile-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im buchstäblichen Sinne bedeutet Paraphilie die Liebe zum Abseitigen in jeder Form. Schon in dem Sinne haben die drei französischen Elektroakustiker Wehwalt, Usher und Zreen Toyz den passenden Sound gefunden, denn „Le Crysaor Paraphile“, ein Gebilde zwischen Album und Compilation, bietet eine satte Folge von verdichteten Klängen, die zu einer trügerischen Schönheit manipuliert wurden. Die Schrägheit des Ganzen wird jedoch nur an der Oberfläche kaschiert.<span id="more-3369"></span> Die Kulturgeschichte wollte es so, dass „paraphil“ eine pathologische Bedeutung bekam und landläufig meist synonym zu pervers gebraucht wurde – in der Hinsicht jedoch hält sich die Musik vornehm zurück und begnügt sich mit Andeutungen, so wie auch offen bleibt, was es in dem Zusammenhang mit der antiken Sagengestalt des Chrysaor auf sich hat.</p>
<p>Der Auftakt &#8220;La Passion Des Etoffes&#8221; ist an der Oberfläche kerniger, aber durchaus angenehm goutierbarer Harsch Ambient, nur ein merkwürdiges Sample stört das immer noch recht harmonische Klangbild. Erst mit der Zeit macht sich das Abseitige deutlicher bemerkbar in Form eines bösartig verschlungenen Soundchaos, das sich mit komprimierter Wucht an die Oberfläche presst. Dronesounds bringen in der zweiten Hälfte eine Harmonie zurück, die trügerisch bleibt und in die subtilen Feldaufnahmen des etwas weniger infernalischen &#8220;Goȗt Des Chaînes&#8221; überleitet. Mit &#8220;Obsédante Perversion du Divin Marquis&#8221; gelingt Zreen Toyz eine zerrissen barocke Atmosphäre: Ein wirres Cembalo, zwitschernde Vögel, lüsternes Stöhnen und lärmiger Klangschutt huldigen de Sade, dem berühmten Enfant Terrible der Aufklärung, der alle Tabubrecher der Moderne wie nette Waisenknaben erscheinen ließ und wie niemand sonst die kreative Schäbigkeit auf den Punkt zu bringen verstand, zu der der Mensch imstande ist &#8211; in der Pose des lüsternen Libertins, die er wie selbstverständlich mit der des wildgewordenen Kleinbürgers verband. Ein weiteres Stück aus seiner Feder entführt uns in ein Labyrinth des Denkens: Hintergründig, verhalten und doch keineswegs ereignislos.</p>
<p>Auch die zweite Hälfte des Albums bietet kratzige, dröhnende Sounds in den unterschiedlichsten Farben. Lallende Frauenstimmen erinnern an wahnsinnige Rituale aus einem verschollenen Jess Franco-Film, begleitet von bedrohlich-subtilen Klangwellen. Samples undefinierbaren Ursprungs, aus denen sich jazzige Bläser herauskristallisieren, treffen auf Passagen, in denen sich die Musik zu purem Noise verdichtet &#8211; bis am Ende alles in eine durch den surrealen Fleischwolf gedrehte Easy Listening-Melodie kulminiert. Alles in allem gleicht die Musik der drei Franzosen der Tür zu einem merkwürdigen Ort, an dem man nie so recht weiß, ob man um sein Leben bangen, oder sich einfach der Faszination des subtilen Chaos hingeben soll.</p>
<p><strong>Label: Inner Cinema</strong></p>
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		<title>MACU vs. FEDERICO BARABINO: Waves</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/10/08/macu-vs-federico-barabino-waves/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 12:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Federico Barabino]]></category>
		<category><![CDATA[Inner Cinema]]></category>
		<category><![CDATA[MaCu]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Hafenscher]]></category>

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		<description><![CDATA[Susanne Hafenscher alias MaCu beackert von Wien aus schon lange diverse Bereiche intensiver Drones und filigraner Ambientsounds, ihr gutes Ohr für subtile Klangverknüpfungen verdankt sie neben ihrem ununterbrochenen musikalischen Forscherdrang auch einem Musikstudium, in dem sie sich mit Größen wie &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/10/08/macu-vs-federico-barabino-waves/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/wavesmacubarabino.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1819" title="wavesmacubarabino" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/wavesmacubarabino-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Susanne Hafenscher alias MaCu beackert von Wien aus schon lange diverse Bereiche intensiver Drones und filigraner Ambientsounds, ihr gutes Ohr für subtile Klangverknüpfungen verdankt sie neben ihrem ununterbrochenen musikalischen Forscherdrang auch einem Musikstudium, in dem sie sich mit Größen wie Ligeti oder Varese auseinandergesetzt hat. Mit dem argentinischen Elektroakustiker Federico Barabino kam sie durch die günstigen Umstände, die das Netz bereithält, in Kontakt.<span id="more-1817"></span> Auf den üblichen Wegen kamen Stücke, alle zwischen acht und zehn Minuten lang, zustande, die soeben bei Inner Cinema erschienen sind.</p>
<p>Die im Titel genannten Wellen treten zunächst sehr langsam in Erscheinung, in Form eines rauschigen, hintergündigen Drones. Barabino verleiht bereits dem Eingangsszenario durch einen dezenten E-Bass-Anschlag eine doomig angeschwärzte Note. Als Hörer ist man in einen merkwürdig spannungsgeladenen Film versetzt, dessen Reiz allem voran der Ungewissheit über die zu erwartenden Ereignisse geschuldet ist. Seltsame kurze Klangeinsprengsel verändern die Stimmung nicht wirklich, doch das Rauschen wird intensiver, und hohe Keyboardflächen, die wie verirrte Lichtstrahlen erscheinen, verunsichern die Szenerie noch mehr. Ist das Stück irgendwann auf seinem rauen und harschen Höhepunkt angelangt, dann wirkt das ehrliche, handfeste Lärmen fast beruhigend. Doch der kurz angeschlagene Bass als verlässlicher Spannungserzeuger stellt die alte Frage erneut. Bei der zweiten Welle geht es dynamischer zu, wiederholtes Hauchen und Flüstern sorgen einige Momente lang für laszive Leichtigkeit, ein Geräusch wie Pferdehufe auf Papier unterstreicht dies, nur der lässige Bass schlägt in seinem Sarkasmus die Brücke zum vorherigen Drone.</p>
<p>Ein bösartiger Hochfrequenzton leitet über in die zweite Hälfte der kleinen Sammlung. Hier ist alarmierende Fiesheit angesagt, doch ehe man denken könnte, die Schöngeisterei sei an ihrem Ende angelangt, wird nach dem Noir-Bass ein weiteres Stück Tradition aus der Klischeekiste geholt: Gewitter – man könnte nun meinen, man sei beim Gothic Horror angelangt. Doch Hafenscher und Barabino spielen nur kurz damit, konterkarieren den heimelig-unheimlichen Spuk mit etwas, das wie extrem manipulierte MG-Salven klingt. Auch im weiteren Verlauf ist dank weiterer Hochfrequenztöne Hören mit Schmerzen angesagt – ich frage mich bei solchen Klängen stets, ob es Hörer gibt, die dem ein Mindestmaß an Lust abgewinnen können, die ja auch beim Genuss von im klassischen Sinne „unschöner“ Musik immer eine Rolle spielen muss. Hier werden sie jedenfalls punktuell eingesetzt und wirken einer allzu leichten Konsumierbarkeit entgegen.</p>
<p>Hafenschers und Barabinos Wellen sind als Tape (lim. auf 50 Exemplare) und als Download erhältlich. Aufgrund ihrer subtilen Intensität und wegen ihres narrativen Ereignisreichtums stechen sie aus der schieren Masse an Droneambient-Veröffentlichungen heraus.</p>
<p>A. Kaudaht</p>
<p><strong>Label: Inner Cinema</strong></p>
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