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	<title>African Paper &#187; Jacky Perez Gratz</title>
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		<title>OM: Addis Dubplate 12&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Mar 2013 00:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/Om_AddisDubplate_Cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6459" title="Om_AddisDubplate_Cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/Om_AddisDubplate_Cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„Addis“ ist nicht das erste OM-Stück, das auch in einer Dubversion vorliegt, und doch eines, das sich mit am ehesten dazu anbietet. Der Grund dafür ist inhaltlicher Natur, denn der Titel spielt auf die „neue Blume“, die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba an, die im Rastafari-Glauben eine so wichtige Rolle spielt, ebenso wie der als gottgleich betrachtete äthiopische Kaiser Haile Selassi. Rastafari, eine im frühen 20. Jh. entstandene Religion christlich-messianischer Prägung, ist eine zentrale Einflussquelle für viele jamaikanische Musikarten und ihre Ableger weltweit. Auch Christine Woodbridge und<span id="more-6458"></span> John Sprosen, die mir ihrem Projekt Alpha &amp; Omega zu den führenden britischen Roots Dub-Exponenten gehören, haben immer wieder Rastafari-Themen verarbeitet. Gewiss haben sie sich nicht grundlos für den ersten der meisterhaften „Advaitic Songs“ entschieden, um ihm eine komplett neue Gestalt zu geben.</p>
<p>Das Original ist ein erdiges und zugleich hynotisches Stück, und fungiert auf dem letztjährigen Album als Intro, auch wenn dieses Wort die fesselnde Anziehungskraft der mantraartig gesungenen Sanskrit-Worte und die Erdverbundenheit der Streicherklänge beinahe trivialisiert. Erst gegen Ende, von Kate Ramseys Gesang längst in die angemessene Konzentration versetzt, bekommt man Al Cisneros&#8217; Bass zu hören, der auf OM-typischere Strukturen vorausweist. Das mit einfachen Mitteln erzeugte Charisma und die Verknüpfung spiritueller Aspekte aus ganz unterschiedlichen Religionen lassen aber auch hier einen vollständigen OM-Song entstehen. Die vielleicht offensichtlichste Veränderung, die Alpha &amp; Omega auf beiden Seiten der 12&#8221;-Dubplate einbringen, ist ein Moment der Zerstreuung, eine Gelöstheit, die dem schwebenden und doch in sich ruhenden Charakter des Originals fern liegt, mag dieses auch noch so weit vom oft unterstellten Doom Metal und seiner fatalistischen Schwere entfernt sein. Dies ist garantiert beabsichtigt, bedenkt man das auffällige Foregrounding der elektronischen Rhythmen, welche die zeitweise verfremdete Stimme vorübergehend aus dem Zentrum holen und zu einem Element unter mehreren machen.</p>
<p>Mit „Ababa Dub“ findet ich auf der ersten Seite der etwas experimentierfreudigere Mix, wobei die Briten ein gutes Gespür demonstrieren für die mysthische Ausstrahlung der Rezitation und sich in puncto Verspieltheit respektvoll zurückhalten. Die Raumklangeffekte bleiben somit ebenso dezent wie das bewusst etwas aus dem Takt geratene Zusammenspiel von Stimme und Perkussion. Neben dem Mantra sind es v.a. die Celloparts und ihre orientalischen Melodien, die an die ursprüngliche Version anknüpfen. „Addis Ababa“ auf der zweiten Seite unterscheidet sich von dieser Version nicht gravierend, ist aber etwas opulenter und melodischer ausgestaltet. Punktuell meint man neben diversen Dub-Spielereien fast Augustus Pablos Melodika zu hören, und gegen Ende werden auch noch einmal Cisneros&#8217; Bassläufe aufgegriffen.</p>
<p>Ich bin etwas zwiegespalten: Auf der einen Seite haben Alpha &amp; Omega aus dem Stück all das Tanzbare, aber auch Verspielte und Relaxte herausgeholt, das als Potential unter der Oberfläche des Songs verborgen ist, und für sich betrachtet funktionieren die Versionen einwandfrei. Auf der anderen Seite bewirkt Kate Ramseys Rezitation und die schon im Original nur minimale Präsenz von Drums und Bassgitarre, dass man aus den Remixes nur noch wenig OM direkt heraushört. Wem es ähnlich geht, wer durchaus noch mehr OM und insgesamt auch etwas klassischeren Dub gemocht hätte, der darf sich aber schon auf das nächsten Dubplate zu „Gethsemane“ freuen. Mehr dazu und zu Cisneros&#8217; kommender Solo-EP in Kürze.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com">Drag City</a></strong></p>
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		<title>OM: Advaitic Songs</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Aug 2012 07:26:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Al Cisneros]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist nicht einfach, den religiösen oder spirituellen Gehalt von OM zu durchblicken, und ehrlich gesagt habe ich es auch nie ernsthaft versucht. Al Cisneros Lyrik ist, auch wenn sie an manchen Stellen deutlich hinduistische oder frühchristliche Bezugspunkte anklingen lässt, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/08/11/om-advaitic-songs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/omadvaicsongs.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4904" title="omadvaicsongs" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/omadvaicsongs-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es ist nicht einfach, den religiösen oder spirituellen Gehalt von OM zu durchblicken, und ehrlich gesagt habe ich es auch nie ernsthaft versucht. Al Cisneros Lyrik ist, auch wenn sie an manchen Stellen deutlich hinduistische oder frühchristliche Bezugspunkte anklingen lässt, viel zu abstrakt und hermetisch, um eine klare Botschaft zu transportieren, und wahrscheinlich will sie das auch gar nicht. Cisneros predigt nicht. Viel eher scheint er sich, ähnlich seinem Freund und zeitweise Kollaborateur David Tibet, in einem eigenen subjektiven Kosmos eingerichtet zu haben, in dem<span id="more-4902"></span> die spirituelle Suche oberstes Programm ist &#8211; zum Glück unter Einbezug einer interessierten Öffentlichkeit, die sich so inspirieren lassen kann, selbst dann, wenn die eigenen Fragen und Neigungen ganz anderer Art sind. Die Ernsthaftigkeit von Wort und Musik widerlegt dabei jeden Verdacht, es könnte sich bei dem Synkretismus der typischen Om-Themen um beliebige New Age-Kindereien handeln. Ebenso offenkundig ist trotz allem, dass der kraftvolle Stoner Rock des Duos keineswegs „nur Musik“ ist.</p>
<p>Als Cisneros 2003 zusammen mit dem Schlagzeuger Chris Hakius das Erbe der legendären (und ja, hier darf man das Wort schamlos verwenden) Sleep antraten, machten die beiden aus der Not der Minimalbesetzung „Mikro, Bass, Drums“ eine spezielle Tugend: Sie demonstrierten wie kaum eine andere Band, dass ein basslastiger Sound reduziert und breit zugleich sein kann. Ihr hypnotischer Stoner Rock an der Grenze zum Metal lebt von gut durchkomponierten Rhythmen, deren Statik auch in entgrenzten Momenten nie suspendiert wird, vielmehr zeigen regelmäßige Trommelwirbel, wieviel Vitalität in einfachen Formen stecken kann. Der starke Bass, mal groovig, mal wie eine Gitarre gespielt, und der rezitative Gesang ließen schnell einen eigenen Stil entstehen. Schnell kam das Klischee „kennst du ein Lied, kennst du alle“ auf, das natürlich nur dann negativ zu Buche schlägt, wenn man für die Magie der Repetition unempfänglich ist. Dass eine stilistische Erweiterung in etwa zeitgleich mit dem Ausstieg Hakius und dem Einstieg Emil Amos&#8217; (Holy Sons, Grails) erfolgte, sollte man nicht überbetonen, denn Amos demonstriert ein gutes Verständnis für Hakius Errungenschaften und führte den Drumpart mit ähnlicher Markanz fort. Ausdifferenzierte und für Om-Verhältnisse weniger ideosynkratische Themen verlangten einfach ein erweitertes Klangspektrum, Robert E. Lowe (Lichens) zählt mit seiner Handperkussion, seinen Vocals und seinem Bühencharisma mittlerweile fast zur Stammbesetzung.</p>
<p>Auf dem nun fünften Longplayer „Advaitic Songs“, dessen Titel auf eine indische Philosophie der Einheit von Schöpfer und Welt (und somit der Durchdringung von Göttlichem und Natürlichem) anspielt, wird die seit „Pilgrimage“ vorgenommene Durchmischung des Om-Sounds mit orientalischen Elementen weiter vorangetrieben, gleich im einleitenden „Addis“ trifft Liturgisches auf Amos&#8217; energetisches Drumming. „State of Non-Return“ ist der erste Höhepunkt des Albums, hier entfalten Om ein ganzes Panorama ihres derzeitgen Könnens – das wummernde, unterirdische Bassspiel, das erst verhalten beginnende und sich dann steigernde Drumming und das Hinzufügen „Om-fremder“ Aspekte: Das fast folkige Klavierspiel Lowes beispielsweise oder die stimmungsvollen Celli, u.a. von Jacky Perez Gratz (Grayceon, Amber Asylum, Giant Squid), die viel zu der typischen Atmosphäre des Songs beitragen. Der Punkt ohne Wiederkehr ist fatalistisch, und hat doch nichts von paralysierender Unausweichlichkeit.</p>
<p>Dronig mit Anflügen indischer Klassik beginnt „Gethsemane“, über leichten Gitarrensound bewegt sich heller Gesang und kündet vom christlichen Erlöser in Ketten. Die erneut orientalisch anmutenden Celloklänge unterstreichen auch hier die Ernsthaftigkeit, mit der Einflüsse aus drei Weltgegenden zusammenkommen. Keyboardsounds und Lowes Stimmexperimente leiten in das zunächst von einem islamischen Pilgergebet geprägte „Sinai“ über, das im weiteren Verlauf die typischsten Om-Momente hat – so als wollte die Band noch einmal zeigen, wo sie herkommt, bevor sie im großartigen Finale „Haqq-Al-Yaqin“ alle Qualitäten der „Advaitic Songs“ zusammen führt.</p>
<p>Mir scheint, dass man viele der wesentlichen Elemente der „Atvaitic Songs“ eher umschreiben oder, falls der Funke übergesprungen ist, in seiner Begeisterung mit anklingen lassen kann. Vieles durchmischt sich hier, Orient und Okzident in Text und Musik, aber auch alte und neue Om. Dies sollte auch viele versöhnen, denen „Pilgrimage“ und vor allem &#8220;God is Good&#8221; zu unmarkant erschienen ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com">Drag City</a></strong></p>
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		<title>GIANT SQUID: The Ichthyologist</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:04:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Meer inspiriert die Menschen seit Anbeginn der Zeit, in Kunst und Kitsch ist seine Faszination bis heute ungebrochen. Als Ort der Bewährung und Herausforderung taucht es in unzähligen dichterischen Werken auf, wurde gemalt und besungen. Zum Symbol des Geheimnisvollen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/giant-squid-the-ichthyologist/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/ichthy1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-32" title="ichthy" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/ichthy1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Meer inspiriert die Menschen seit Anbeginn der Zeit, in Kunst und Kitsch ist seine Faszination bis heute ungebrochen. Als Ort der Bewährung und Herausforderung taucht es in unzähligen dichterischen Werken auf, wurde gemalt und besungen. Zum Symbol des Geheimnisvollen und Unbewussten wurde es aufgrund seiner Weite und Tiefe, ganz zu schweigen von den unergründlichen Landschaften und obskuren Wesen, die seine Oberfläche verbirgt. Auch AARON GREGORY von der kalifornischen Progmetal-Combo <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Giant_Squid_%28band%29">GIANT SQUID</a> ist vom Ozean und seinen Bewohnern fasziniert. <span id="more-29"></span>Tagsüber arbeitet er in einem meeresbiologischen Institut, doch seine größte Leidenschaft gehört überlieferten und selbstgesponnenen Mythen des Meeres, die er in verschiedenen künstlerischen Werken verarbeitet.</p>
<p>Giant Squid, benannt nach einer Riesenkrake der Gattung Architeuthis und so gewissermaßen auch ein Pendant zu den belgischen Ambient-Spezialisten von KRAKEN, ist das wichtigste dieser Projekte, doch ist Gregory auch der Literatur und literarisierten Comics zugetan. Eine seiner Mythen erzählt die Geschichte eines schiffbrüchigen Meeresbiologen, der eine folgenreiche Metamorphose durchlebt und im Untergang die Grenzen seines anthropozentrischen Weltbildes überwindet. Die Erzählung ist Stoff einer Graphic Novel, an der Gregory gerade schreibt. Wie zum Einstieg wird der Stoff auch auf dem zweiten Giant Squid-Album „The Ichthyologist“ umgesetzt, das nach einer vergriffenen Erstauflage im Eigenlabel nun mit einigen Änderungen wiederveröffentlicht wird. Dem Thema entsprechend prägt die CD ein episches und erhaben anmutendes Klangbild, bei dem sich ausgedehnte, zum Teil psychedelisch konnotierte Momente die Waage halten mit fetten Gitarrenwänden und furios entfesseltem Drumeinsatz. Streicher, Bläser, Oboen und etwas, das wie ein Banjo klingt, kommen zum Zug und wechseln sich ab mit einem dichten Gitarrensound, sauber herausgearbeitet von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matt_Bayles">MATT BAYLES</a>, der schon Platten von ISIS und PEARL JAM produzierte. Als Metalzaungast sehe ich davon ab, den Stil der Band in irgendeine Tradition einzuordnen und Vergleiche an den Haaren herbei zu ziehen – generell denke ich aber, dass die grobe Struktur nicht gerade durch besondere Innovation hervorsticht, dafür jedoch durch die Stimmigkeit der Komposition und die Harmonie der Einzelelemente. Auch der Gesang, bei dem sich die kraftvolle Stimme Gregorys mit den klaren, mir manchmal etwas zu sirenenhaften Vocals von JACKIE PEREZ GRATZ (<a href="http://www.myspace.com/grayceon">GRAYCEON</a>, ex-<a href="http://www.myspace.com/amberasylum">AMBER ASYLUM</a> – dort primär Cellistin) abwechselt, wirkt ebenso stimmig wie vertraut.</p>
<p>Trotz des Konzeptalben-Charakters gibt es natürlich Höhepunkte, unter anderem gleich zu Beginn: „Panthalassa (Lamperta Tridentata)“, dessen Untertitel wie die meisten anderen hier auf ein Meerestier verweist, kommt nach einem kurzen Vorspiel aus Sprechgesang und Snaredrum schnell zur Sache und präsentiert die typisch heftigen Soundwälle der Band sehr überzeugend. Schon dieses Stück demonstriert den verhältnismäßig druckvollen Charakter, den „The Ichthyologist“ verglichen mit dem Debütalbum „Metridium Fields“ aufweist. Jacky steuert ein paar erdige Cellopassagen bei und lässt ihren euphorischen Sopran erklingen, ganz ähnlich wie bei ihrer eigenen Band. Gregory schreit und growlt dazu, bis das Stück recht unvermittelt in das monotonere, dafür umso hypnotischere „La Brea Tar Pits (Pseudomonas putida)“ überleitet. Teilweise bekommt der Gitarrensound etwas Schleppendes, allerdings ohne die Grenze zum Doom zu überschreiten. Das bereits von einer früheren EP bekannte „Throwing A Donner Party At Sea (Physeter catodon)“ ist das schnellste und vielleicht dynamischste Stück. Sehr basslastig und voller Wut ist es an manchen Stellen fast Punk. Doch nicht nur hier wird die Metalgrenze überschritten. Am weitesten vom Standardsound der Platte entfernt ist das angejazzte „Sutterville“, dessen Text in das Kalifornien des 19. Jahrhunderts, in die Zeit vor dem großen Goldrausch entführt. Das Barpiano würde auch zum Texmex-Sound von Bands wie TARANTELLA passen. Jackie zeigt hier, dass ihr zurückgenommener, beinahe gesprochener Gesangsstil oft wirkungsvoller ist als alle Hochtönerei. Erneut aufgegriffen wird die Americana-Komponente in der beklemmenden Stimmung von „Mormon Island (Alluvial Au)“, die sich auch der Violine von KRIS FORCE (AMBER ASYLUM) verdankt. Ruhige Momente bietet auch eine von historisch belegten Haifisch-Attacken erzählende Ballade namens „Sevengill (Notorynchus cepedianus)“, zyklisch eingefasst in die Klänge der Brandung und geprägt von der Stimme ANNEKE VAN GIERSBERGENs (<a href="http://www.myspace.com/aguadeannique">AGUA DE ANNIQUE</a>). Zählte ihre frühere Band <a href="http://www.myspace.com/gatheringofficial">THE GATHERING</a> zu einer in den 90ern populären Metalszene, um die ich bis heute einen Bogen mache, so überzeugt ihr Beitrag hier durchaus.</p>
<p>Wie schon das Banddebüt wurde „The Ichthyologist“ in der genreübergreifenden Presse konsequent gelobt. Ob man dabei den seit langem inflationär gebrauchten Begriff „Post Rock“ als Stilelement bemühen muss, ist eine andere Frage – er mag passen, wenn man ihn sehr weit fasst und auf jedes „klassisch“ erweiterte Rockinstrumentarium bezieht. Nur müsste man dann auch einräumen, dass es Post Rock praktisch schon seit den 60ern gab und den Sinn des Präfixes überdenken. Viele Passagen bei Giant Squid sind definitiv Rock, trotz des Epischen haben die Stücke Songcharakter und auch den klassischen Momenten fehlt das Flächige, Strukturauflösende, das Bands wie den schon als Vergleichsgröße angeführten GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR anhaftet. Letztlich soll das aber kein qualitatives Kriterium sein, denn das gelungene Zusammenspiel unterschiedlicher Stilkomponenten macht die Platte schlicht interessant für Hörer mit ganz unterschiedlicher musikalischer Sozialisation. Im Herbst erscheint die 2LP-Version bei <em><span style="font-size: xx-small;">VEGA VINYL</span></em>.</p>
<p>(U.S.)</p>
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