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	<title>African Paper &#187; Jani Hirvonen</title>
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		<title>GRYKE PYJE: Crepuscular Elixirs</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2025 05:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon die ersten Töne lassen keinen Zweifel daran, dass hier etwas eigentümlich Magisches angerührt wurde. Die Stücke auf Grykë Pyjes aktuellem Longplayer &#8220;Crepuscular Elixirs&#8221; wirken wie seltsame Gebräue, die zwischen Alchemie und verspielter Geräuschkunst changieren – rätselhaft, manchmal schroff und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/09/13/gryke-pyje-crepuscular-elixirs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/crepusculareslexirs.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47869" title="crepusculareslexirs" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/crepusculareslexirs-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Schon die ersten Töne lassen keinen Zweifel daran, dass hier etwas eigentümlich Magisches angerührt wurde. Die Stücke auf Grykë Pyjes aktuellem Longplayer &#8220;Crepuscular Elixirs&#8221; wirken wie seltsame Gebräue, die zwischen Alchemie und verspielter Geräuschkunst changieren – rätselhaft, manchmal schroff und konsequent von einer schalkhaften Schrägheit durchzogen. Schon der Albumtitel deutet an, dass es um Elixiere geht, die von den beiden Klangkünstlern Jani Hirvonen und Johannes Schebler nicht im <span id="more-47868"></span>gleißenden Licht, sondern in der Dämmerung gebraut werden, im Grenzland zwischen Wirklichkeit und Illusion.</p>
<p>Das kurze Eröffnungsstück setzt gleich in voller Lautstärke ein: chorartige Spuren, orchestrale und verspielte Motive, schrille Akzente und ein leises, vielleicht vom Hörer nur eingebildetes Gemurmel im Hintergrund. Trotz der Dichte zeichnet sich eine Melodie ab, begleitet von vielfältigem Ornament. Der englische Begriff &#8220;Cauldron&#8221; im Titel bedeutet Hexenkessel, und genau so wirkt diese erste Miniatur: Als ob alles auf einmal brodelt, zischt und sich miteinander verbindet, nur ein wenig kratziger, ungeschliffener als bei Yayoba, mit denen Hirvonen und Schebler ja parallel arbeiten, und von denen ungefähr zeitgleich eine Art Schwesteralbum erschienen ist.</p>
<p>Im zweiten Stück schlägt sich dieses Prinzip in pochenden Rhythmen nieder, dazu blubbernde Sounds, geheimnisvolles Brummen, Klingen und Rasseln. Menschliche Stimmen scheinen auf, manchmal gar eine hochjauchzende Sopranistin, um gleich wieder als Einbildung zu verpuffen. Die Vielzahl der Details erzeugt akustische Täuschungen, bevor das Ganze in einem motorischen Dröhnen mündet. Im Folgenden entfaltet sich ein Kaleidoskop aus knisternden, flammengleichen Klängen, metallischen Sounds, Blubbern, Pfeifen und halbverborgenen folkloristischen Anklängen. Spuren der klassischen elektronischen Avantgarde treten hervor, gelegentlich mit retrofuturistischem Einschlag, der eine entrückte, bisweilen sci-fi-hafte Atmosphäre entstehen lässt. Verspielte Synthie-Passagen wirken launig, dabei bleibt die Musik nie widersprüchlich, sondern entwickelt sich trotz plötzlicher Wendungen organisch weiter.</p>
<p>Dunkles Brummen, Knarren und dröhnende Texturen machen deutlich, dass dieses Album rauer und düsterer ausfällt als das Werk von Yayoba – weniger eingängig, dafür bissiger und überdrehter. Immer wieder entstehen komplexe rhythmische Strukturen, die durch illusionäre Stimmen, hörspielartige Elemente und subtile Instrumentalfarben – etwa eine querflötenähnliche Linie – ergänzt werden. An anderer Stelle tauchen allgemein gerne als &#8220;ethno&#8221; bezeichnete Trommelmuster auf, die aber rasch von elektronischen Schichten verschluckt werden. Rückwärtspassagen, beschleunigte Spuren und eine Fülle an kleinen Details lassen die Stücke wie eine akustische Wunderkammer wirken, die an Reizüberflutung leidende Zeitgenossen nur mit einer veritablen Dosis Ritalin betreten sollten. Auch aquatisch-elektrisierte Klänge sowie launige Zirkusmelodien und taumelnde, tanzende Rhythmen mit plötzlichen Taktwechseln gehören zu diesem Spektrum.</p>
<p>Was sich durchzieht, ist ein Spiel mit Illusionen: Geräusche wirken vertraut und entgleiten doch wieder, Stimmen blitzen auf, ohne fassbar zu sein. Die Inspiration aus Tierlauten – das Hämmern eines Spechts, das Quaken von Fröschen, das Schaben von Ameisen – wurde hier nicht naturalistisch umgesetzt, sondern zu rhythmischen Grundmustern verfremdet, die als Ausgangspunkte für ganze Miniaturwelten dienen. Daraus entsteht etwas, das von einem Bandcampnutzer als &#8220;alien symphonies to the ones that left us here&#8221; beschrieben wurde: eine fremdartige, manchmal bissig-launige Musik, die an fiktive Rituale ebenso erinnert wie an akustische Experimente im Labor.</p>
<p>Grykë Pyje – das deutsch-finnische Duo aus Jani Hirvonen (Uton) und Johannes Schebler (Baldruin) – hat in den vergangenen Jahren bereits einiges veröffentlicht und sich mit Alben wie &#8220;Collision and Coalescence&#8221; oder &#8220;Squirlich Stroll&#8221; einen respektablen Ruf erarbeitet. Mit &#8220;Crepuscular Elixirs&#8221; haben sie eine detailreiche, überbordende Arbeit entstehen lassen, die das Spielerische gekonnt mit dem Dunklen verbindet und die Linie ihrer bisherigen Veröffentlichungen konsequent weiterführt, dabei aber noch verschlungener, dichter und eigenwilliger wirkt.</p>
<p>Ein Hexenkessel also voller Blubbern, Brodeln und eigentümlicher Elixiere, die man nicht so schnell wieder aus dem Ohr bekommt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Artetetra</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2714306679/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>YAYOBA: Sensory Sensei</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Sep 2025 05:56:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bisweilen liegt die Besonderheit einer Musik weniger in großen Gesten als in der Art, wie kleinste Details ineinander greifen. Schon beim ersten Hören von Yayobas schon vor einigen Monaten erscheinenem Tape &#8220;Sensory Sensei&#8221; fällt auf, wie stark die einzelnen Bausteine &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/09/06/yayoba-sensory-sensei/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/sensorysensei.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47866" title="sensorysensei" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/sensorysensei-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bisweilen liegt die Besonderheit einer Musik weniger in großen Gesten als in der Art, wie kleinste Details ineinander greifen. Schon beim ersten Hören von Yayobas schon vor einigen Monaten erscheinenem Tape &#8220;Sensory Sensei&#8221; fällt auf, wie stark die einzelnen Bausteine nicht nur nebeneinanderstehen, sondern sich ineinander verschieben und so einen vielschichtigen, oft überraschenden Klangstrom <span id="more-47865"></span>erzeugen. Titel und Musik funktionieren dabei wie zwei Folien, die man übereinanderlegt: erst in der Kombination wird die ganze Bildhaftigkeit deutlich.</p>
<p>Hinter Yayoba stehen Paul Wilson (F. Ampism), Jani Hirvonen (Uton) und Johannes Schebler (Baldruin, und ich nenne von allen dreien nur die wahrscheinlich bekanntesten Projekte), die seit ihrer Gründung u.a. mit modularen Synthies, Perkussion und bearbeiteten Field Recordings experimentieren. Mit ihrem <a title="YAYOBA: A Maze of Glass" href="https://africanpaper.com/2024/11/09/yayoba-a-maze-of-glass/">Debütalbum &#8220;A Maze Of Glass&#8221;</a>, das auf Not Not Fun erschienen ist, haben sie bereits ein deutlich erkennbares Profil entwickelt und viel Aufmerksamkeit in den experimentellen Biotopen dieser Welt gewonnen.</p>
<p>Der Auftakt des Nachfolgerns, &#8220;Apocryphal Stories&#8221;, tastet sich mit verspielten Synthies, künstlichem Vogelgezwitscher und kernigem Brummen noch suchend voran, beinahe wie ein launiges Justieren am Frequenzregler. Mit &#8220;The Burning Of The Desert Seeds&#8221; wird die Stimmung entrückter – fließend, ambient, mit einer kaum greifbaren Sopranistin, die immer wieder tremolierend auf der Bildfläche erscheint, ohne je zum Zentrum zu werden. Hier zeigt sich bereits das Prinzip, das sich durch das Album zieht: weniger geschlossene Songs als vielmehr collagierte Sequenzen, in denen Motive gereiht und nebeneinandergestellt werden und der Fokus auf das Marginale gelenkt wird, das manchmal den ganzen Track ausfüllt. &#8220;Churning Mind&#8221; wirkt wie von innen nach außen gestülpt: rückwärts anmutende Klänge, bimmelnde und quietschende Details, fast wie eine Spieluhr im Traumzustand.</p>
<p>&#8220;Mirror Bounce Experience&#8221; schlägt rauere Töne an, bleibt aber in seiner comichaften Künstlichkeit quirlig und verspielt. &#8220;Born Before&#8221; wiederum baut auf gezeitenhaften Intervallen, kombiniert mit tropisch anmutendem Zirpen und Summen – folkloristische Anklänge sind erkennbar, jedoch immer gefiltert durch eine klar künstliche Ästhetik. Das zentrale &#8220;The Radiant Glow Of Essence&#8221; entfaltet dagegen Pathos im besten Sinne, getragen von Brummen, Glöckchen und orchestral wirkenden Flächen. Spätestens hier zeigt sich, dass das Album nicht nur kleinteilige Spielerei ist, sondern durchaus auch Verdichtung kennt. &#8220;Infinite Reflections&#8221; wirkt zunächst wie ein kurzes Interludium aus Quaken, Hämmern und Bimmeln, das jedoch organisch in eine fließendere Struktur übergeht.</p>
<p>Sehr kurz, fast skizzenhaft bleibt &#8220;Chattering Flower Spirits&#8221;, ehe &#8220;Dance Along The Pilgrim Path&#8221; cinematisch subtile Spannung aufbaut mi Handdrums und orchestralen Andeutungen im Hintergrund. &#8220;Wisdom Keepers&#8221; betont eine ernstere Seite: ein ambientes Fließen, das dennoch viel Sperriges mitführt, detailreich und verschachtelt. &#8220;Corporeal Incarnation Forming&#8221; wiederum ist von sumpfiger, aquatischer Atmosphäre durchzogen, in der sich Quaken und Zirpen mit bimmelnden Akzenten verbinden. Zum Abschluss verwebt &#8220;Waking-Dream Illusions&#8221; tremolierende Klänge, Stimmenreste und ein entrücktes Schweben zwischen Halbwach- und Traumzustand – ein cinematisch wirkendes Finale.</p>
<p>Auffällig ist, wie stark die Titel der Stücke und des Albums selbst die Wirkung der Musik mitprägen. Sie verweisen auf spirituell-mythologische Anklänge, auf Naturbilder, Spiegelungen und Bewusstseinszustände. Begriffe wie &#8220;Apocryphal Stories&#8221;, &#8220;Wisdom Keepers&#8221; oder &#8220;Corporeal Incarnation Forming&#8221; greifen auf ein Vokabular zurück, das religiöse und esoterische Erzähltraditionen anklingen lässt, während andere Wahrnehmung und Selbstbezug thematisieren. Zusammengenommen entsteht so eine Art Rahmenhandlung, die sich wie eine zweite Folie über die Klänge legt – eine semantische Struktur, die die Musik nicht erklärt, aber vertieft. Selbst der Albumtitel &#8220;Sensory Sensei&#8221; lässt sich in diesem Sinne lesen: ein &#8220;Lehrer der Wahrnehmung&#8221;, der weniger Inhalte vermittelt, als vielmehr Formen des Hörens und Erlebens anleitet oder sich gar selbst in diesen findet.</p>
<p>Was dieses Album ebenfalls besonders macht, ist seine erkennbare Signatur im Klangcharakter. Nichts ist kantig oder kratzig, alles wirkt geschmeidig geglättet, bunt, quirlig, cartoonhaft und bisweilen verträumt schön. Zugleich aber ist &#8220;Sensory Sensei&#8221; extrem detailverliebt, die Fülle an kleinen Motiven und die Geschwindigkeit, mit der sie erscheinen, ist beeindruckend. Ob man davon überwältigt oder beglückt wird, mag am eigenen Geschmack liegen. Für den Verfasser dieser Zeilen überwiegt klar die zweite Reaktion: selten hört man Musik, die derart spielrisch-künstlich ist und dabei doch so stimmig wirkt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruralfaune</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2813144406/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>YAYOBA: A Maze of Glass</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Nov 2024 07:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/09/amazeofglass.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42831" title="amazeofglass" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/09/amazeofglass-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit &#8220;A Maze of Glass&#8221; entführt das von den Soundbastlern Paul Wilson (F.Ampism, Bolide, Triple Heater), Jani Hirvonen (Uton, Grykë Pyje) und Johannes Schebler (Baldruin, Freundliche Kreisel, ebenfalls Grykë Pyje) gegründete Trio Yayoba seine Hörer mit einem Mosaik aus modularen Synthiesounds, vielgestaltiger Perkussion und bearbeiteten Field Recordings auf eine klangliche Odyssee durch ferne Regionen. Dass es sich dabei <span id="more-42830"></span>um die fantastischen Landschaften eines abenteuerlustigen Geistes handelt, steht jedoch von Beginn an außer Frage. Wollte man Phrasen erfinden, dann wäre surreale Exotica wohl das Schlagwort der Stunde.</p>
<p>Schon der Opener &#8220;Radiant Reflections&#8221; versetzt den Hörer in eine fremdartige Welt aus Flöten und Synthies, die streckenweise an ein Pfeifkonzert tropischer Vögel erinnern. Die Klänge wirken, als würden sie durch einen Urwald hallen, während die rhythmischen Elemente dezent und hypnotisch an eine Kamerafahrt durch eine Fantasielandschaft erinnern. Dieser exotische, entrückte Ansatz zieht sich durch das gesamte Album und wird durch allerlei echte und gefühlte Referenzen an zahllose Musiktraditionen jenseits der westlichen Kernländer immer wieder neu umgesetzt. Das ist &#8211; auch &#8211; Musik für den einen Typen, der den ganzen Arte Tetra-Labelkatalog besitzt und daneben das Cover von Nurse With Wounds &#8220;A Sucked Orange&#8221; an die Wand gepinnt hat.</p>
<p>Immer wieder besticht die Musik durch nostalgische Synthieparts, die in manchen Passagen mit launig blubbernden Details, mit rhythmischen Klickern und sanftem Gerumpel angereichert sind. Feinste Geräusche klopfen sanft aneinander und lassen eine Atmosphäre entstehen, die trotz der dichten Klangschichten niemals aufdringlich wirkt. Bisweilen bringen filigrane Details, die auf entrückten Klangfundamenten entstehen, frische rhythmische Strukturen hervor. Immer wieder flattert und zwitschert und quiekt und quakt es, zwischendrin trillert eine Flöte, klingeln Glöckchen, singen himmlische Chöre, brummt eine herzige Tuba oder pocht eine organisch pulsierenende Handtrommel, wobei man vermuten darf, dass ein großer Teil dessen sich einer erfolgreichen Illusionsbildung verdankt oder schlicht eine Fata Morgana in den Gehörgängen des Publikums ist. Nicht selten kommt auch eine gehörige Portion Spannung in die Musik, wenn es leiser und tastender und zögerlicher wird.</p>
<p>Besonders intensive Momente finden sich in &#8220;Uniformity and Dispersal&#8221;, das u.a. durch ein sanft gespieltes, an ein Saxophon erinnerndes Blasinstrument eine neue, kaum greifbare Atmosphäre entstehen lässt. Hier schafft es das Trio, sich in den Schichten der Klänge zu verlieren, bis diese wie in dem vielleicht zerbrochenen Glas des Albumtitels unzählige Male gespiegelt werden. Das Stück entwickelt sich weiter zu einem fesselnden Mix aus sirenenartigen Klängen und rhythmischen Elementen, die Erinnerungen an einen venezianischen Saltarello wachrufen.</p>
<p>Das Album als Ganzes ist wie ein Labyrinth aus Klangstrukturen, in dem jede Ecke und jede Wendung neue Überraschungen bereithält und oftmals nur ganz kurz anklingen lässt, wie um zu zeigen, dass die Geschichte an jeder Weggabelung auch einen ganz anderen Verlauf nehmen könnte. Von der fast orchestralen Opulenz in &#8220;Strange Morning&#8221; bis hin zu den flächigen, fast traumverlorenen Klängen von &#8220;Shapeshifter’s Dream&#8221;, zeigt sich die Wandelbarkeit der Musik – oftmals im Einklang mit dem, was die Titel der Stücke ankündigen. Und gerade dass sich viele der Sounds als sanft und doch plastisch erweisen, demonstriert, dass hier drei Musiker mit einem feinsinnigen Gehör am Werk sind.</p>
<p>Doch dieses Können ist längst nicht alles, denn ein großer Teil der Qualitäten von &#8220;A Maze of Glass&#8221; verdankt sich den Ideen und wahrscheinlich auch dem Geschmack, den Schebler, Hirvonen und Wilson offenkundig teilen, denn auch wenn man das Album nicht auf den Aspekt Exotica reduzieren muss, darf man festhalten, dass Fernweh seit dem europäischen Genrefilmen der 70er selten so unverkrampft umgesetzt und in surreale Psychedelik gepackt wurden wie auf diesem Tape.</p>
<p><strong>Label: Not Not Fun</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=206826198/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Neues von Grykë Pyje im Dezember</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2021 04:42:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die slowakischen Mappa Editions bringen kurz vor den Feiertagen das vierte Album des deutsch-finnischen Duos Grykë Pyje heraus &#8211; das Projekt wurde vor rund zehn Jahren von den Klangkünstlern Jani Hirvonen und Johannes Schebler gegründet, die von ihren Stammprojekten Uton &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/11/22/neues-von-gryke-pyje-im-dezember/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die slowakischen Mappa Editions bringen kurz vor den Feiertagen das vierte Album des deutsch-finnischen Duos Grykë Pyje heraus &#8211; das Projekt wurde vor rund zehn Jahren von den Klangkünstlern Jani Hirvonen und Johannes Schebler gegründet, die von ihren Stammprojekten Uton und Baldruin und weiteren Kollaborationen her bekannt sind. In sechzehn Abschnitten entwirft &#8220;Squillich Stroll&#8221; ein vielgestaltiges Soundnarrativ, das einen ganz eigenen Ort zwischen ambienter Dröhnung, surrealer Weltmusik und hörspielartigen Ansätzen beanspruchen kann. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/squirlichstroll.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27841" title="squirlichstroll" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/squirlichstroll.jpg" alt="" width="1177" height="1200" /></a><span id="more-27839"></span>Als Dokument einer fantastischen Reise durch eine urzeitlich anmutende Welt voller bizarrer Chimären zeichnet &#8220;Squillich Stroll&#8221; ein Setting, dessen Schönheit immer wieder Raum für Dramatisches und Verstörendes lässt. Das Album erscheint digital und als LP auf &#8216;transviolettem&#8217; Vinyl. Zudem veröffentlichen Mappa in Zusammenarbeit mit dem chilenischen Tape-Label Nonlocal Research das Doppel-Tape &#8220;The Fantastic World of Grykë Pyje&#8221;, das mit &#8220;Squillich Stroll&#8221; und &#8220;Collision and Coalescence&#8221; beide auf Mappa erschienenen Alben des Duos enthält. Beide Releases enthalten Artwork von Mevlana Lipp.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2976278396/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>&#8220;On uncharted areas of medieval maps where potential dangers were thought to exist, the inscription &#8220;Here be dragons&#8221; was used to warn as much as to tempt explorers willing to cross limits. Myth awaited them as a blank page of dormant territory, yet also to be proved unlike and reinvented. In such pliable borders, wonder had the favorable conditions to blend experience and imagination, crafting creatures with an eye instead of a bellybutton, arms instead of ears and ears instead of fingers, hypnotizing spirals where a mouth should have been. These chimeras, though fictitious, allowed explorers to express their delusions along with their fears. &#8220;Here be dreams&#8221;, we hear nightmares. Here be mushrooms the size of pyramids that sing lullabies for mountains. Here be talking roads that lead to volcanoes throats and spit you back to flight. Here be art of bending trees into braided bridges like in Meghalaya, and the time gap between seed and living ruins.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/The-Fantastic-World-of-Grykë-Pyje.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27842" title="The Fantastic World of Grykë Pyje" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/The-Fantastic-World-of-Grykë-Pyje.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a></p>
<p>Let that be the compass, the astrolabe. Yet, the music in Squirlich Stroll comes with these journeys already embraced, unraveling as a story told by wanderers visiting town, nourishing fantasy. The sonic language and diction employed here are crystal clear. Sounds are sharp and pure. Growls, howls, shrieks, tingles, rattles, moans, excretions and even hymns sung by landscape and creatures alike do not run over each other. There is no chaos, but ambience, cohabitation. The duo masters dramaturgy, providing every voice with focused turns and character, guarding their parley with caution and care, convoking them mainly through soothing synth melodies that enable an analgesic, sedative mood. Clusters of sounds gathered are articulated through the album with the inherent luminosity and required stability to accomplish what peaks in, as the title of the final track reads, a new dawn.  &#8221; (Mappa)</p>
<p><strong>@ <a href="https://linktr.ee/mappaeditions">Mappa</a> | <a href="https://nonlocalresearch.bandcamp.com/album/the-fantastic-world-of-gryk-pyje">Nonlocal</a></strong></p>
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