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	<title>African Paper &#187; Jerome Deppe</title>
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		<title>DAVID E. WILLIAMS: Non-Vocal Electronic Music, 1986-2022</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 03:06:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auch wenn man nie wissen kann, was die Zukunft bringen wird, hat David E. Williams, soviel kann man guten Gewissens sagen, mit &#8220;Get Me a Ladder&#8230; Get Me a Ladder!&#8221; vor drei Jahren sein zumindest mal vorläufiges Opus Magnum veröffentlicht. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/25/david-e-williams-non-vocal-electronic-music-1986-2022/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/nvem.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-48406" title="nvem" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/nvem-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn man nie wissen kann, was die Zukunft bringen wird, hat David E. Williams, soviel kann man guten Gewissens sagen, mit <a title="DAVID E. WILLIAMS: Get me a Ladder… Get me a Ladder!" href="https://africanpaper.com/2022/08/06/david-e-williams-get-me-a-ladder-get-me-a-ladder/">&#8220;Get Me a Ladder&#8230; Get Me a Ladder!&#8221;</a> vor drei Jahren sein zumindest mal vorläufiges Opus Magnum veröffentlicht. Eine derartige Summa einer bisherigen Karriere, in der ein ganzes Panorama großer und kleiner, ernster wie skurriler Williamsthemen in eindringlich-unterhaltsamer Weise vorkommt, sollte und kann <span id="more-48405"></span>man nicht so schnell wiederholen, und somit tut der Musiker auch ganz recht daran, mit dem gerade digital erschienenen &#8220;Non-Vocal Electronic Music, 1986-2022&#8243; ein trotz einiger Überschneidungen komplett anders geartetes Werk herauszubringen.</p>
<p>Die bis tief in die 80er zurückreichende Sammlung enthält ausgewählte, zum Teil von seinen Alben bekannte, zum Teil aber auch obskure Tracks, die ohne seinen charakteristischen Gesang auskommen und meist eine gute Spur abstrakter und in vielen Fällen auch lärmiger daherkommen als die meist dunkle, schwarzhumorige Mixtur aus Kabarett und Croonertum, die man gemeinhin als seinen typischen Stil betrachtet. Wer mit verzerrten Lärmtexturen allerdings wenig anfangen kann, sollte dennoch über die ersten drei Stücke hinausgehen, denn im Verlauf erweist sich die Compilation als äußerst vielgestaltig.</p>
<p>&#8220;Moreschi Study I&#8221; beginnt mit hintergründigem, dumpfem Grollen wie klanglicher Rauch, aber eindringliche Synthiemelodien schälen sich nach kurzer Zeit heraus und der Track steigert sich in Sound und Fülle. Durch die klangliche Beschaffenheit des Stücks fühlt man sich wie in Sirup eingelegt, aber die lärmig-kratzigen Parts holen einen immer wieder an die frische Luft. Den Kastratensänger Allessandro Moreschi, nach welchem der Track benannt ist, hört man zwar, aber wenn man es nicht weiß, kann man die hochtönenden Sounds kaum der menschlichen Stimme zuordnen. &#8220;Catholic Nihilist&#8221; beginnt knarrig und derb. Anfangs noch unklar in seiner Richtung, entwickelt sich das Stück bald zu einer rhythmischen, verzerrten Lärmwelt, die rhythmische Anklänge nicht scheut und von schleifendem Feedback kontrastiert wird. Kurz vor Schluss kippt der Klang plötzlich ins Glasklare, bevor nur noch das Piepen einer Herzmaschine bleibt. Der Track stammt ursprünglich vom 2017 bei Old Europa Café erschienenen Album &#8220;Hospice Chorale&#8221;.</p>
<p>Im weiteren Verlauf entfaltet sich – für Freunde der gepflegten Geräuschmusik – ein veritables Ideenpanorama. Unterschwelliges Rauschen, dumpfes Rumpeln und endzeitliche Trommeln unter dichtem Nebel lassen den englischen Autor und Tagträumer Yockey zu einem karikaturesken Palindrom werden, während spacige Ambient-Texturen voller surrealer Sci-Fi-Spielereien Ground Zero wie aus einer Alienperspektive erscheinen lassen. Danach folgen einige der abstraktesten und bizarrsten Momente des &#8220;Get Me A Ladder&#8221;-Albums, bei denen der geniale Schauspieler Edward G. Robinson zu monumentaler Synthie-Neoklassik im Zeitraffer Selbstmord-Arten aufzählt, Williams selbst, begleitet von Kosmischer Musik seinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Alarmbereitschaft versetzt und Andrew King a.k.a. A-Rex zu Jonathan Canadys Synth und Jerome Deppes Folkgitarre John Donnes Worte über die eigene Vergänglichkeit rezitiert. Unter diesen Stücken finden sich die stimmintensivsten Momente der ansonsten eher stimmarmen Sammlung.</p>
<p>Mit &#8220;Horse Ambulance&#8221; und &#8220;Eddie Waitkus&#8221; treten zwei Stücke der späten 80er hervor, die 2005 auf der erweiterten EP &#8220;Pseudo Erotica and Beyond&#8221; veröffentlicht wurden. Surreale, cinematische Soundscapes voller Bimmeln und anschwellenden Lärmdetails, die die Szenerie gekonnt vor jeglicher Gefälligkeit bewahren, treffen auf eine abgründig Dante&#8217;eske Höllenfahrt im Stummfilmstil, die mit der endzeitlichen Trompete von Richard Cizauskas das Doomjazzgenre begründet hat, ohne dass es jemand bemerkt hätte. Besonders bemerkenswert ist &#8220;Mindf**k, Soundtrack to a Murder (Rehearsal Version for use by Rozz Williams)&#8221; – ein schriller, knarzender Noise-Ausbruch mit doomig verzerrten Saitenfiguren und abrupten Explosionen. Klirrende, schleifende Elemente rücken den Track in die Nähe des Maschinen-Industrial von Projekten wie Genetic Transmission.</p>
<p>Es folgt das ultra melancholisch verregnete Ambientstück &#8220;Their Paper Cranes Ablaze&#8221; vom &#8220;Every Missing Duck Is A Duck Missed&#8221;-Album, das mit seinen entrückten Synthietupfern eines der schönsten Stücke aus Williams Diskografie ist. Gleich darauf wird es orchestraler: ein von repetitiven Pianomustern getriebenes Ambient-Stück vom &#8220;Hope Springs A Turtle&#8221;-Album, das Erinnerungen an Depeche Modes &#8220;Pimpf&#8221; und an einiges von Philip Glass weckt und dennoch in einer ganz eigenen Atmosphäre schwebt. Den Abschluss markiert &#8220;Document (June 19, 1993)&#8221;, ebenfalls von &#8220;Pseudo Erotica&#8221;, ein surreales Zwei-Minuten-Stück, dessen sumpfige Grundstimmung von hallenden Tropfen und endzeitlichen Pauken durchzogen ist. Zum Schluss öffnet sich so noch einmal ein völlig eigener Kosmos, als wolle das Stück verdeutlichen, dass es hier keinen feierlichen Abschluss geben kann.</p>
<p>Die Aufnahmen aus ganz unterschiedlichen Schaffensphasen und z.T. Albumkontexten entfalten eine große Bandbreite, doch darin liegt nicht die einzige Stärke der Sammlung. Williams, der als Sänger, Crooner und schwarzgalliger Kabarettist quasi das Gegenteil eines Ambient-, Noise- oder Geräuschmusikers verkörpert, tappt niemals in die Falle der Routiniertheit und des Erwartbaren, sondern nähert sich den oftmals abstrakten Motiven dieses musikalischen Kosmos mit der Neugier eines versierten Entdeckers, und vielleicht liegt darin der deutlichsten rote Faden durch die insgesamt sehr unterschiedlichen Stücke. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1143367573/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>DAVID E. WILLIAMS: Trust No Scaffold Built Of This Bone</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jun 2013 05:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[David E. Williams taucht zuverlässig in jedem Dark Folk- und Dark Cabaret-Kanon auf und liegt konsequent quer zu allen Standards solcher Musik. Gleich zweimal das Wort „dark“ in den ersten Satz zu packen war nicht einmal beabsichtigt, aber als allgemeines &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/06/29/david-e-williams-trust-no-scaffold-built-of-this-bone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/davidewilliamsbrentley.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7158" title="davidewilliamsbrentley" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/davidewilliamsbrentley-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>David E. Williams taucht zuverlässig in jedem Dark Folk- und Dark Cabaret-Kanon auf und liegt konsequent quer zu allen Standards solcher Musik. Gleich zweimal das Wort „dark“ in den ersten Satz zu packen war nicht einmal beabsichtigt, aber als allgemeines Attribut ist es mehr als legitim. Williams ist ein Unikat, will man ihn dennoch charakterisieren, dann vielleicht am ehesten als schwarzgalligen Zwillingsbruder von Daniel Johnston, als idealen Star sämtlicher Houellebecq-Verfilmungen, als liebenswürdig-verbiesterten Anti-Crooner, der einem selbstverliebten<span id="more-7157"></span> Zeitgeist seine verqueren Schlager mit viel Zynismus und Galgenhumor entgegen schleudert. Das de Sade&#8217;sche Spiegelvorhalten, manche mögen es einseitig finden, beherrscht er besser als jede Industrial-Combo, und ich wüsste niemanden aus der Riege, der aus <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FUO7tS3KZ_I">dem berüchtigten „General Dada“</a> je eine derart überzeugende Monty Python-Figur gemacht hätte.</p>
<p>Seiner Mischung aus Clownerie und Sarkasmus hat er nie wirklich abgeschworen, ebensowenig seinem ambivalenten Spiel mit Tabus. Dennoch gab es über die Jahre einige Veränderungen: Irgendwann verschwanden die Post Punk-Reste des Frühwerks und ließen den kabarettistischen Elementen vollends das Feld. Auch die Stimmung differenzierte sich aus, und der Bösartigkeit gesellte sich ein ernsthaftes und ebenso anrührendes Moment zur Seite, das typisch für reifere Solowerke ist. Bei Williams fand dies seinen Höhepunkt im Album „Every Missing Duck Is A Duck Missed“, in welchem er die Trauer um seine verstorbene Frau verarbeitete. „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Eutk-lLueWw">Summer Wasn&#8217;t Made for you and me</a>“ war vielleicht sein bis dato bester Song.</p>
<p>Nach vier Jahren ist nun mit „Trust No Scaffold Built Of This Bone“ sein sechster Longplayer erschienen und Williams und seine Mitstreiter sind in Hochform. Es gibt typische Stücke, bei denen man Williams sofort erkennt:„Heats Down the Seeding Missile“ zum Beispiel, bei dem er auf seine unverkennbare Art in die Tasten seines E-Pianos haut, oder das schon von Auftritten her bekannte „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=_uFExTzZWvg">What&#8217;s Your Scene, Jellybean?</a>“ im Duo mit Jane Elisabeth, auch bekannt als Tesco-Jane. Der cartoonige Kleinkunst-Charme des Songs verdankt sich u.a. auch ihrem Gesang, der lange verschüttete Erinnerungen an Singübungen im Schulchor wachruft. Dominanter als zuvor sind die orchestralen Elemente, die meist für angemessenes Melodrama sorgen und besonders erhabene Textstellen akzentuieren, wie z.B. der Auftritt des Weihnachtsmannes bei „A Patch of Fog in Purgatory“. Der lupenreine Torch Song, den Williams und Band aus Wallace Stevens&#8217; „The Emperor of Ice Cream“ gezaubert haben, wäre ohne die herzzerreißende Violine nur ein Schatten seiner selbst.</p>
<p>Neben Jane gibt es weitere Gäste am Mikro, und sie sind es letztlich, die den Gesamteindruck des Albums am stärksten ausdifferenzieren. Lloyd James schmettert einen Song, der aufgrund seines charakteristischen Gesangs auch auf ein Naevus-Album gepasst hätte, und wer dachte, dass nur Helge Schneider und Jello Biafra übers Essen singen können, wird nicht nur hier eines besseren belehrt. Auch Andrew King darf sich nach seiner eigenen Facon austoben: „Relapse“, auf dem er auch sein Harmonium dröhnen lässt, lässt mit sakraler Würde einen besonderen Moment entstehen, was keineswegs mit der Frage steht und fällt, wie viel Selbstironie da mit im Spielt sein mag. Komik der etwas offensichtlicheren Art gibt es reichlich, so singt der Meister zu Polkaklängen auf deutsch über seine Schwester, die Krankenschwester, wie einst Elvis über&#8217;s Städele, und auch das Covergirl Brentley hat seinen Auftritt. Keinem außer Williams würde man einen Song namens „Quackadoodledoo“ nachsehen, weniger tolerant bin ich allerdings bei den Old School-Synthies in „Dashing Harbour“, zu stark sind die Assoziationen zu Karottenjeans, die nicht besser werden, seit manche sie ironisch tragen.</p>
<p>Die Synthieelemente sind vielleicht das offenkundigste Novum, doch „Trust No Scaffold&#8230;“ überzeugt auch und vor allem durch Altbewährtes: durch originelles Songwriting, doppeldeutigen Humor und eine mehr als solide Begleitband, bei der auch Williams&#8217; Langzeit-Kopilot Jerome Deppe nicht fehlen darf. Bleibt zu hoffen, dass Williams nun endlich die lange überfällige Anerkennung auch außerhalb gewisser Szenekreise zukommt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Old Europa Café</strong></p>
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