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	<title>African Paper &#187; Justin Jones</title>
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		<title>Nature Desires Nature: Neu aufbereitete Wiederveröffentlichung von The Gray Field Recordings</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jun 2023 04:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[R. Loftiss bringt &#8211; im Rahmen einer ganzen Reihe von Reissues &#8211; den vor elf Jahren bei Reverb Worship als CDr erschienenen und längst als Rarität gehandelten Klassiker ihres Projektes The Gray Field Recordings erstmals zum Download neu heraus. Neu &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/06/05/nature-desires-nature-neu-aufbereitete-wiederveroffentlichung-von-the-gray-field-recordings/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>R. Loftiss bringt &#8211; im Rahmen einer ganzen Reihe von Reissues &#8211; den vor elf Jahren bei Reverb Worship als CDr erschienenen und längst als Rarität gehandelten Klassiker ihres Projektes The Gray Field Recordings erstmals zum Download neu heraus. Neu heißt in dem Fall auch, dass die Aufnahmen aufgrund verlorener Originalbänder noch einmal komplett neu abgemischt und gemastert wurden. Der Stil des Projektes, der in all seinen Ausprägungen immer wieder zwischen folkigen Songstrukturen und oftmals von Textrezitationen dominierten hörspielartigen Soundscapes wechselt, findet sich hier in seiner klassischen Ausprägung. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/naturedesiresnature.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-36006" title="naturedesiresnature" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/naturedesiresnature.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-36003"></span>Eine verwunschene Atmosphäre durchzieht das Werk, die nicht nur in den lieblicheren Momenten wie in der verführerischen Version des berühmten &#8220;Willow Waly&#8221; oder der Interpretation des Bigband-Gassenhauers &#8220;A Little World&#8221;, sondern auch in bedrohlicher erscheinenden Szenarien wie dem hypnotischen Minimalismus des aus Edmund Spencers Faerie Queene zitierenden &#8220;The Maple Seldom Inward Sound&#8221; oder dem im Duett mit Alan Trench vorgetragenen &#8220;Scared of Wolves&#8221; eine starke Anziehungskraft entfaltet. Neben Trench, mit dem Loftiss einige weitere Projekte (GFR-Fans sei neben den Black Lesbian Fishermen v.a. Howling Larsens empfohlen) betreibt, sind eine ganze Reihe weiterer Gäste beteiligt, so z.B. Frank Suchomel (Inalonelyplace), Mike Seed und Justin Jones (Techix), Loftiss spielt wie gewohnt eine ganze Reihe an Instrumenten. Indirekt kann das Werk auch als Teaser für das neue Album &#8220;She Sleeps to the Sound of Knifes&#8221; fungieren, dass in Kürze erscheint.<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230603_114450_880.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1099721376/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>AND ALSO THE TREES: Born Into the Waves</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2016 05:35:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Andrew Eldritch 1993 nach seiner Supportshow für Depeche Mode in London das Set der Sisters of Mercy getreu dem Motto “bite the hand that feeds you” mit dem Ausruf „Enjoy the puppet show“ beendete, da wusste er vielleicht noch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/04/30/and-also-the-trees-born-into-the-waves/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/AATTlyXKoc2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12072" title="AATTlyXKoc2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/AATTlyXKoc2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Andrew Eldritch 1993 nach seiner Supportshow für Depeche Mode in London das Set der Sisters of Mercy getreu dem Motto “bite the hand that feeds you” mit dem Ausruf <a href="´https://www.youtube.com/watch?v=MOlocYk52jo">„Enjoy the puppet show“</a> beendete, da wusste er vielleicht noch nicht, dass er im Jahre 2016 zwar nicht als Marionette, aber bestenfalls als Zombie mit zerfressenen Stimmbändern Karaokeshows mit T-Shirt-Verkauf abliefern würde. Schaut man sich die Setlists von The Cure -die es in den letzten 24 Jahren auf gerade einmal vier (mediokre) Studioalben gebracht haben- an, dann fällt auf, dass sich die Songauswahl stark an den bis zu den frühen 90er Jahren veröffentlichten Alben orientiert, ganz so, als sei man sich bewusst, dass die musikalisch großen Zeiten vorbei sind. <span id="more-12071"></span></p>
<p>Dabei gibt es auch für seit langen Jahren aktive Bands durchaus Möglichkeiten, in Würde zu altern. Michael Gira hat mit der „reconstitution“ der Swans gezeigt, dass es auch mit 60 Jahren und Jahrzehnten im Geschäft gelingen kann, unglaublich vitale, für Band wie Publikum körperliche Musik zu spielen und das Publikum zu begeistern, selbst wenn man sich dabei fast ausschließlich auf neues Material konzentriert. Einen anderen (weniger radikalen) Weg beschreiten die Ende der 70er Jahre gegründeten Briten von And Also The Trees (deren Debüt vom damaligen The Cure-Keyboarder Lol Tolhurst produziert wurde), die trotz längerer Abstände zwischen den Alben kontinuierlich Musik auf gleichbleibend hohem Niveau veröffentlichen, ohne dass sie aus dem von ihnen abgesteckten musikalisch-ästhetischen Rahmen ausbrechen (müssen).</p>
<p>And Also The Trees waren schon immer der ländliche Gegenpol zu den urbanen Post Punk-Zeitgenossen, schienen aus der Zeit gefallen zu sein, was sich auch in ihrem Bühnenoutfit widerspiegelte. Nach ein paar (etwas) <a href="https://www.youtube.com/watch?v=3BZrkBfkh6w">rabiateren Stücken</a> zu Beginn ihrer Karriere konsolidierten sie ihren Stil: eine von Melancholie durchzogene, leicht dunkle Rockmusik, die aber textlich durchaus an Folk erinnerte. Sieht man von einer kurzen Phase ab, in der sie eine Portion <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FWqMlTwxcUI">Americana</a> hinzufügten, spielen sie seit Jahrzehnten Musik, die -auch gerade wegen der (zwischen Singen und Sprechen changierenden) Stimme Simon H Jones‘- sofort erkennbar ist. Sobald die ersten Töne von dem &#8220;Born into the Waves&#8221; eröffnenden „Your Guess“ erklingen, weiß man, dass es sich um ein And Also The Trees-Stück handelt. Große Überraschungen mögen da ausbleiben, aber wenige Bands schaffen es, eine Atmosphäre zu erzeugen, die einen unweigerlich an einen Herbsttag denken lässt, oder an eine (noch) kältere Jahreszeit, so auch auf  ihrem inzwischen 12. Album, auf dem die „Winter Sea“ oder „Slits of sky where the winter falls“ („Seasons and the Storm“) besungen werden. Es gibt kleinere Variationen bei der Instrumentierung (zu Gitarre, Bass und Schlagzeug kommen ein Xylophon auf „Hawksmoor and the Savage“ und eine Klarinette auf „Winter Sea“ und „The Skeins of Love“ hinzu). Jones‘ Stimme ist im Zentrum (sieht man von dem instrumentalen, auf Japan verweisenden „Naitō-Shinjuku“ einmal ab), insbesondere auf dem für die Band recht experimentellen Song „The Bells of Saint Christopher’s“, auf dem der Gesang lediglich von Gitarrendrones untermalt wird. Wenn es auf letzterem Stück heißt „The sky is hanging like ripped curtains above the town […] A rainbow arcs perfect across this troubled land“ und auf “Boden” die Titelfigur sich “Through fields where the moon shone” bewegt, dann ist das das Heraufbeschwören einer typischen And Also The Trees-Szenerie, die durchaus an Landschaften Caspar David Friedrichs denken lässt. (M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.andalsothetrees.co.uk/">And Also The Trees</a></strong></p>
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		<title>HOWLING LARSENS: Fool of Sound and Furry</title>
		<link>https://africanpaper.com/2013/05/18/howling-larsens-fool-of-sound-and-furry/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 May 2013 06:54:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stellt man die Howling Larsens als eine Band vor, deren Hauptbesetzung ansonsten bei Orchis und The Gray Field Recordings aktiv ist, dann rechnen viele wohl erst einmal mit akustischen Gitarren, ätherischem Gesang und allen möglichen Begleiterscheinungen, die dunkle, entrückte Folkmusik &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/05/18/howling-larsens-fool-of-sound-and-furry/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/howlinglarsensfoolofsoundandfurry.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6981" title="howlinglarsensfoolofsoundandfurry" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/howlinglarsensfoolofsoundandfurry.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Stellt man die Howling Larsens als eine Band vor, deren Hauptbesetzung ansonsten bei Orchis und The Gray Field Recordings aktiv ist, dann rechnen viele wohl erst einmal mit akustischen Gitarren, ätherischem Gesang und allen möglichen Begleiterscheinungen, die dunkle, entrückte Folkmusik so mit sich bringt. Bei den hörspielartigen Dialogen, die vor kunstvoll arrangierten Klanglandschaften voll plastischer Alltagsgeräusche geführt werden, denkt man vielleicht sogar an die berühmte falsche Platte, die man versehentlich im Player hat. Selbst ab dem Moment, wenn<span id="more-6980"></span> das Album einen ganz anderen, songorientierteren Verlauf nimmt, erinnern die Stücke nicht offenkundig an das, was man ansonsten von den Protagonisten kennt. Doch besonders kohärent und übersichtlich soll die Platte auch gar nicht sein, lautet doch ihr Titel bereits „Fool of Sound and Furry“. King Lears wandelnder Schatten, das ziellose Leben mit all seinen wahnsinnigen Klängen, wird hier noch einmal ordentlich durcheinandergewirbelt und auf ungewöhnliche Art neu zusammengefügt.</p>
<p>Alan Trench integrierte wiederholt Lyrik in seine Musik, so zum Beispiel die noch etwas zaghaften Walter de la Mare-Rezitationen auf „A Thousand Winters“. An den Robert Herrick-Beitrag auf der letzten Orchis-EP knüpft auch die erste Hälfte des vorliegenden Albums an und baut dessen Qualitäten zu einem zusammenhängenden Konzept aus. Aus dem sanft dröhnenden Klang rustikaler Holzblasinstrumente kristallisiert sich eine bedrohliche Soundkulisse heraus, die zu organisch ist, um als Dark Ambient durchzugehen. Ein aus vielen Filmscores vertrauter Flötenklang und verrücktes Affengelächter katapultiert den Hörer in ein Kolonialszenario des 19. Jahrhunderts, das – wenn man die lyrischen Beiträge als verlässlich betrachten will – von Monstern und Dämonen bevölkert ist. Furchteinflösend auch die kindliche Frauenstimme, die plötzlich auf den Plan tritt, und Erinnerungen an Current 93 zum Ende ihres kollagenhaften Frühwerks weckt. Jede Station der szenischen Klangreise formt ein gut ausgearbeitetes Bild, in das man stundenlang eintauchen könnte, um immer neue, filigrane Details zu entdecken. Aus Gluckern und Windrauschen winden sich seltsame Americana-Experimente heraus, ein dunkler (Klarinetten?)-Klang leitet über in orientalisch anmutende Klangornamente. Eine A Capella-Passage in „Sunblind“ leitet dann den songorientierteren zweiten Teil ein, der sich zunächst noch zaghaft gegen hartnäckiges Feedbackrauschen behauptet. Das dies letztlich gelingt, verdankt sich v.a. Rebecca Loftiss&#8217; Gesang und ihrem Talent für simple Melodien von starker Wirkkraft. Es folgen nette verbummelte Balladen und kraftvolle Stücke, die auf den ersten Eindruck wie eine Hommage auf besseren Zeiten eines hippiesken Folkrock anmuten, Jefferson Airplane und Fairport Convention lassen grüßen, doch nur für Momente, und ihr Frühwerk, wohlgemerkt. Doch auch der zweite Teil des Albums ist keineswegs homogen und simpel geordnet, Frauenchöre und Metallperkussion, Schiffssirenen und Falsettgenöle machen auch diesen Teil zu einem verstörenden kleinen Epos.</p>
<p>„Fool of Sound and Furry“ ist der limitierte Longplayer-Einstand dieser Band, von der ich vermute, dass sie trotz der räumlichen Entfernung der Musiker kein kurzzeitiges Unterfangen ist. Gerüchten zufolge soll schon ein weiteres Album in Planung sein.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.reverbworship.com">Reverb Worship</a></strong></p>
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		<title>OTHON: Impermanence</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/12/24/othon-impermanence/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 06:46:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Camille O' Sullivan]]></category>
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		<description><![CDATA[Drei Jahre nachdem Othon Mataragas sein Debüt „Digital Angel“ auf David Tibets Label Durtro veröffentlichte, folgt mit „Impermanence“ der schon länger angekündigte Nachfolger. Zwei der Sänger, die das Debüt entscheidend (mit)prägten &#8211; Ernesto Tomasini und Marc Almond -, spielen auch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/12/24/othon-impermanence/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/12/othonimpermanence.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3402" title="othonimpermanence" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/12/othonimpermanence.jpg" alt="" width="174" height="160" /></a>Drei Jahre nachdem Othon Mataragas sein Debüt „Digital Angel“ auf David Tibets Label Durtro veröffentlichte, folgt mit „Impermanence“ der schon länger angekündigte Nachfolger. Zwei der Sänger, die das Debüt entscheidend (mit)prägten &#8211; Ernesto Tomasini und Marc Almond -, spielen auch auf dem neuen Album eine zentrale Rolle. Vor einigen Monaten kündige Othon an, dass seine künftigen Werke alle unter dem Motto „PAN </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>muzik</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">“ stünden, dabei äußerte er sich jüngst in einem Interview mit dem Magazin Exeunt zum gewählten Begriff: „Pan transcends all styles and limitations.<span id="more-3382"></span> Pan is also the Greek God of the wilderness and of revolt, of sexual pleasures and of human nature.“ (man denke auch an die „Hymn to Pan“, die der in Hastings verstorbene Autor des auf „Digital Angel“ vertonten „Tango Songs“ verfasste). </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Diese zwei Aspekte finden sich fortwährend auf dem Album: musikalisch in der Verbindung von Pop und Klassik, Moderne und Barock und textlich im Changieren zwischen Romantik und Transgression, einer Fokussierung auf das Leben auf der nächtlichen Straße, wie es z.B. auf „At Night“ entfaltet wird. Tomasini singt dieses Stück, das textlich wie musikalisch auf Marc Almonds „Mother Fist“-Album sicher nicht deplatziert gewesen wäre. Das lyrische Ich durchstreift Straßen, trifft (auf) „Fremde“, „Liebe“ und „Verbrechen“, nicht zu vergessen „muskulöse Körper“ und verwandelt sich des Nachts in einen „Helden“, dessen Aktivitäten sich in „Betten“ wie in „Toiletten“ abspielen &#8211; letztlich geht es um nicht weniger als um „rituals of death and of life“ und es findet ein expliziter Verweis auf den flötenspielenden Gott der alten Griechen statt: „We offer ourselves to the Pan of the night“. Das ist natürlich ein Territorium, das das von Genet mehr als nur partiell streift (im Hintergrund des von Hector de Gregorio &#8211; der über sich selbst sagt: „I am interested in European Art and how the idea of ecstasy is produced in many styles“ </span>-<span style="font-family: Arial,sans-serif;"> gestalteten Covers sieht man inmitten der magischen Landschaft ein Schiff, auf dem vielleicht Qurerelle weilt). Tomasini hält sich hier beim Vortrag zurück, reizt noch nicht alle Facetten seiner Stimme aus. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Das narrative „A Trip to Paradise“ wird vom Neuzugang, der irischen Sängerin und Schauspielerin, Camille O&#8217; Sullivan gesungen: Der Fremde, der (natürlich „spät in der Nacht“) getroffen wird, fordert, ihn zu einem „ruhigen, einsamen Strand“ zu bringen, ins „Land des Paradieses“, einen Ort, an dem kurz gefasst „love is all there is to be“. Diese utopische Vision, die in dem Song, der im Rahmen des Albums vielleicht der leichteste ist, ausgebreitet wird, wird von Klavier und dezenten Streichern (die auf fast allen Stücken von dem auf Musik des 20. Jahrhunderts spezialisierten The Elysium Quartet gespielt werden) untermalt. In „The Fall“, der Vertonung eines Sonetts des baskischen und inzwischen in London ansässigen Künstlers und „nackten Dichters“ Ernesto Sarezale, wird der schwer verletzte Fremde, der in einer Lache aus Blut und Sperma liegt und eine fremde Sprache spricht, in der letzten Zeile als gefallener Engel enthüllt. Tomasinis Stimme changiert hier zwischen hysterischem Falsett und der Reinheit eines Cherubs. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Das instrumentale „Mystery Star Dance“ kombiniert Klavier mit Cello, dabei erinnern kurze Melodiepassagen etwas an Carpenters „Halloween“-Score. „All Too Soon“ ist das erste Stück, auf dem Othon selbst den Gesang übernimmt und sich den Erinnerungen an die Kindheit, an einen Jugendfreund und die Suche nach dem „postromantischen Traum“ hingibt, wobei die beiden hier beschworenen „Straßenjungen“ schon damals nach der Transzendenz des Exzesses suchten, nach „life&#8217;s next ultimate kick“. Der scheinbar verstorbene Freund wird am Ende mit Hilfe der Totenstellung des Joga wiedergetroffen. „59“ wird wieder von Tomasini gesungen, die textliche Antithetik zwischen „Mars and Venus“, „Cum and die“ oder „Yin and Yang“  spiegelt sich musikalisch im Wechsel von dramatischen Streichern und reduziertem Klavier wider und Tomasimis Stimme darf viele Oktaven durchwandern (insgesamt erinnert „59“ etwas an das experimentelle dreiteilige Titelstück des Debüts). Das dann folgende „A Little Dream“ nimmt die Dramatik etwas zurück und ist die vielleicht unvermeidliche, leicht melancholische Hymne auf den „Jungen in der Straße“, der hier natürlich ein Messer hat und der dem lyrischen Ich, das erneut von Tomasini verkörpert wird, den „schockierendsten“ und „gewalttätigsten“ seiner Träume erzählen soll. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die nächsten zwei Stücke werden von Marc Almond gesungen: Auf „Impermanence“ spielt als Gast Justin Jones von And Also The Trees Gitarre und auf „Last Night I Paid To Close My Eyes“ intoniert Almond zu musikalischer Untermalung, die den Hörer, in einen verrauchten Ballsaal transportiert, das Grausame der Liebe. Abgeschlossen wird das Album von der von Tomasini gesungenen Version des Titelstücks, das vom Erkennen der Veränglichkeit des Fleisches („The body withers and dies“) und der Liebe handelt („All love withers and dies“), aber gleichzeitig auch von der Weigerung dies zu akzeptieren („But I deny to believe/I deny to accept/The impermance of it all“). Das erinnert an Dylan Thomas&#8217; „Do not go gentle into that good night“, in dem dem sterbenden Vater entgegenrufen wird: „Do not go gentle into that good night./Rage, rage against the dying of the light“. Das durchgängig im Falsett vorgetragene und von einer Orgel untermalte Stück ist vielleicht eines der ergreifendsten Stücke Musik, das in den letzten Jahren entstanden ist. Wer hier nicht ein tiefes Erschauern angesichts des Wegs allen Fleisches verspürt, der hat seine psychischen Abwehrmechanismen aufs Höchste perfektioniert. All das geschieht auf bloß 38 Minuten und die Frage, ob der Künstler am Anspruch des Konzepts scheitert, muss hier verneint werden. „Cast the spell/Blow the mind“ heißt es auf „59“. Das ist mit diesem Album gelungen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">(M.G.)</span></p>
<p>Label: <a href="http://www.cherryred.co.uk/sfe.asp">SFE</a></p>
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