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	<title>African Paper &#187; KimsonJa</title>
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		<title>ORDZ / NOISE CLUSTER: From Chaos To Balance</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Mar 2026 02:30:11 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/fctb.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-50492" title="fctb" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/fctb.jpg" alt="" width="150" height="235" /></a>&#8220;From Chaos to Balance&#8221;, das erste gemeinsame Tape von Ordz und dem Kollektiv Noise Cluster, versteht sich als eine Art geologische Sinfonie, inspiriert von der Entstehung der Kontinente und von den Theorien Alfred Wegeners zur Kontinentalverschiebung. In dieser Perspektive erscheint die Erde nicht als statische Bühne, sondern als ein Organismus in permanentem Wandel, als Gefüge aus Kräften, die sich über <span id="more-50386"></span>Jahrmillionen hinweg verschieben, zerbrechen, zusammenschieben und neu ordnen. Entsprechend folgt das Album einer dramaturgischen Anlage: den großen Movements, die tektonische Entwicklungen symbolisieren, stehen kürzere Intermezzi gegenüber, die als verbindende Elemente zwischen den Epochen fungieren.</p>
<p>Odrz, für alle, denen der Name bisher noch nicht begegnet ist, ist ein offenes kollaboratives Projekt musikalischer und intermedialer Ausrichtung unter der Direktion des in der Lombardei lebenden Künstlers Massimo Mascheroni, Noise Cluster a.k.a. Flavio Derbekannte und Arianna Degni Lombardi sind unseren Lesern hinlänglich bekannt. Die Komposition versteht sich laut Liner Notes ausdrücklich als Symphonie, doch im klassischen Sinn hat man es hier nicht mit orchestraler Form als mit einem elektroakustischen Labor zu tun. Field Recordings, Synthesizer, Noise-Texturen und die immer wieder auftauchende Trompete werden mit menschlichen Stimmen kombiniert, die teils rezitierend, teils extrem verfremdet auftreten. Als Gäste wirken unter anderem die Sängerin KimsonJa mit – sie liest Passagen aus Alfred Wegeners <em>Die Entstehung der Kontinente und Ozeane</em> – sowie Giygas, dessen vokale Interventionen eine deutlich rauere, bisweilen extreme Klangfarbe einbringen.</p>
<p>Das erste Movement eröffnet mit einem vielschichtigen Dröhnen, das zunächst kaum zu lokalisieren ist. Verschiedene Klangfarben überlagern sich, darunter eine verfremdete Trompete, die wie ein fernes Signal aus dem Nebel auftaucht. Bald kippt die Atmosphäre in prasselnden Lärm: ein brodelndes, metallisches Rauschen, in dem schrille Spitzen und kupfern donnernde Schläge aufblitzen. Das wirkt zunächst chaotisch, beinahe formlos, als entstünde hier Klang aus reiner Energie. In dieses Getöse schiebt sich irgendwann eine entrückte, fast ätherische Frauenstimme. Sie wirkt zunächst wie ein Fremdkörper, behauptet sich jedoch gegen das akustische Inferno, bis beide Ebenen – Stimme und Lärm – zeitweise miteinander zu verschmelzen scheinen. Gegen Ende öffnet sich der Klangraum plötzlich: keine Stille, aber eine unerwartete Weite, in der der Stimmenhauch kurz aufatmen kann, bevor die Geräuschmassen erneut anschwellen. Das erste Intermezzo wirkt dagegen wie ein Übergang durch elementare Landschaften. Rumpelnde, geröllartige Geräusche und Windböen – vermutlich Field Recordings – lassen an eine frühe, noch ungestaltete Welt denken. Die Trompete taucht hier wieder auf, mit langsamen, fast suchenden Figuren, die das Intermezzo mit den größeren Movements verbinden. Zwischendurch mischen sich aquatische Klänge darunter, stark verfremdet, als würde man durch Wasser oder durch eine geologische Tiefe hören. Das Ganze erhält immer mehr Züge einer akustischen Kosmogonie.<a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/fctb1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-50495" title="fctb" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/fctb1.jpg" alt="" width="770" height="1205" /></a></p>
<p>Movement II beginnt überraschend zugänglicher. Ambientartige Synthiebewegungen und vibrierende Flächen erzeugen eine beinahe musikalische Struktur, als hätte sich aus dem ursprünglichen Chaos Form herausgeschält. Doch diese Ordnung bleibt fragil. Bald drängen quietschende und rumpelnde Geräusche in den Vordergrund, begleitet von einem blubbernden, fast organischen Gurgeln. Es scheppert, kratzt und schabt, und doch hält sich im Hintergrund eine Art atmosphärischer Puls. Aus diesem brodelnden Gefüge scheint sich schließlich wieder etwas wie ein Chor herauszulösen, eine entfernte, fast sakrale Klangspur inmitten der tektonischen Unruhe. Das zweite Intermezzo greift die Elemente erneut auf. Wind und Sturm dominieren, dazu hypnotische Stimmfragmente, Summen und schabende Geräusche. Die Trompete erscheint diesmal fast wie ein kommentierender Beobachter – ein Instrument, das aus der Distanz heraus das Geschehen registriert, ähnlich einem Chor in der antiken Tragödie.</p>
<p>Der dritte Teil des Werkes entfaltet sich in drei Abschnitten und bildet den eigentlichen Höhepunkt der Platte. In Movement IIIa rezitiert eine Frauenstimme zunächst über geologische Prozesse – über Kontinentalverschiebungen und Erdgeschichte –, bevor sie geloopt und schließlich von einer gewaltigen Geräuschwelle verschluckt wird. Diese Welle besteht aus kleinteiligem Klangschutt, aus prasselnden Fragmenten und glühenden Resonanzen. Später tritt eine zweite Stimme auf, ein bestialisches Growlen, das an Grindcore erinnert. Worte sind nur bruchstückhaft zu verstehen – „fuoco“ etwa –, doch die Wirkung ist klar: Hier artikuliert sich eine rohe, eruptive Energie. Movement IIIb führt diese Spannung weiter. Hohe, schneidende Geräusche dominieren, während die growlende Stimme zeitweise ins hysterische Keifen kippt. Dazwischen kehrt die Sprecherin zurück und führt die geologische Erzählung fort: Landbrücken, fossile Funde, die Verbindung von Kontinenten bis ins Quartär. Überraschend mischen sich orientalische Klänge darunter – etwa das Spiel einer Oud –, während bestimmte Ortsnamen wie Island oder Grönland in Schleifen wiederkehren. Das Stück wirkt stellenweise fast statisch, ein Rauschen, das sich ausdehnt und schließlich in den letzten Abschnitt übergeht.</p>
<p>Movement IIIc wirkt zunächst ähnlich lärmend – kratzend, schabend, rauschend –, doch innerhalb dieser Geräuschoberfläche stellt sich eine eigentümliche Gleichförmigkeit ein, die fast beruhigend wirkt. Die Sprecherin kehrt erneut zurück und beschreibt paläogeographische Zusammenhänge früherer Erdzeitalter. Wenn das Growlen im Hintergrund wieder auftaucht, wirkt es diesmal beinahe ironisch, fast slapstickhaft überzeichnet. Am Ende tritt die Trompete noch einmal hervor. Sie kommentiert das Geschehen mit ruhigen, nachdenklichen Tönen, während sich der Staub legt. Es ist kein Vergessen, eher ein akustisches Innehalten, als würde sich eine Schicht sedimentierter Erinnerung über das Ganze legen.</p>
<p>So endet &#8220;From Chaos to Balance&#8221; nicht mit einer triumphalen Auflösung, sondern mit (einer Art &#8220;geologischer&#8221;) Gelassenheit. Die Geräusche, die zuvor wie unkontrollierbare Naturgewalten wirkten, erscheinen rückblickend als Teil eines langen Prozesses. Chaos und Ordnung sind hier keine Gegensätze, sondern zwei Phasen derselben Bewegung, in etwa wie in der Geschichte der Erde selbst. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Grubenwehr Freiburg</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2146100602/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>NOISE CLUSTER: Medusa, Who Else?</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2023 04:38:43 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/fotor_1672043565458.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33022" title="fotor_1672043565458" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/fotor_1672043565458-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass es nicht &#8220;die eine&#8221; griechische Mythologie gibt, kann man besonders an der Figur der Medusa sehen. Dieses geheimnisvolle weibliche Wesen mit Flügeln war eine von drei Töchtern &#8211; den Gorgonen &#8211; eines Götterpaares aus archaischer Zeit. In der späteren klassischen Zivilisation, an die man meist denkt, wenn von den alten Griechen die Rede ist, wirken solche Figuren meist urig und beängstigend, und so <span id="more-33019"></span>entstand um die Medusa ein Mythos, in dem sie zur Verkörperung des bedrohlich-monströsen wurde.</p>
<p>Auch in diesen Mythen galt sie, überliefert z.B. in den <em>Metamorphosen </em>des Römers Ovid, anfangs als schön &#8211; so schön, dass der maritime Gott Poseidon sie vergewaltigte, als er ihr im Tempel der Göttin Pallas Athene, in dem sie als Priesterin tätig war, begegnete. Letztere, bestürzt über die Schändung ihres Tempels, bedachte allerdings eher sie als ihn mit ihrem Hass und verwandelte sie in eine bedrohlich aussehende Figur mit einem Gewimmel an Schlangenkörpern, wo einst Haare waren. Jeder, der sie fortan sah, erstarrte durch ihren Anblick zu Stein. Pallas Athene war nur eine von zahlreichen Göttern und Menschen, die einen Groll auf die Medusa hegten und den Recken Perseus beauftragten, das &#8220;Ungeheuer&#8221; zu enthaupten. Mithilfe verschiedener Tricks gelang ihm dies.</p>
<p>Der Mythos der Medusa ist seit der Antike immer wieder Stoff künstlerischer Darstellungen gewesen, und viele darunter &#8211; vom antiken Bildhauer Phidias über den Maler Caravaggio bis zu dessen frühmodernen Kollegen Carlos Schwabe &#8211; mischten in die Darstellung ihrer Schrecklichkeit eine Ahnung ihrer beeindruckenden Schönheit. Auch in verschiedener Musik, die auf unseren Seiten Thema ist, ist von ihr die Rede. Brendan Perry besingt sie als beinahe masochistisch verklärte Femme Fatale. In einem Stück von Elijah&#8217;s Mantle dagegen erhält sie Züge einer gnostischen Gottheit, die zahlreiche z.T. gegensätzliche Züge in sich vereint: la bella, la maledetta, l&#8217;amata, la spaventata, l&#8217;amara, la sfortunata, la solitaria, la vittima.</p>
<p>Jüngst hat das audiovisuelle römische Duo Noise Cluster, bestehend aus Arianna Degni Lombardi und Flavio Derbekannte, dem Stoff ein ganzes Album gewidmet. Auf &#8220;Medusa, Who Else?&#8221; wird die Protagonistin zu einer Allegorie des victim blaming und zum Opfer einer der Ursünden vieler patriarchal ausgerichteter Zivilisationen. Gleich zu Beginn im Opener &#8220;Meet Medusa&#8221;, dessen rauschender, schleifender, nur leicht rhythmisch angereicherter Sound wie aus einer Höhle an die Erdoberfläche dringt und von einer feierlich-endzeitigen Trompete begleitet wird, kommt die Gorgone selbst zu Wort. Ihr Medium ist die tief-raue Stimme von Klarita Pandolfi-Carr, die nach ihrer Karriere mit der Goth-Band Rosen+Kreuz nur gelegentlich musikalisch aktiv ist, und durch sie richtet sie ihren dramatischen Monolog an die Hörer und plädiert, schlicht die mythischen Überlieferungen paraphrasierend, für ein Verständnis ihrer Rolle als Opfer.</p>
<p>&#8220;Medusa Who Else?&#8221; Ist ein stark kollaborativ ausgerichtetes Album, doch auch ohne die vielen mitwirkenden Stimmen und Klaviertasten offenbaren die einzelnen Stücke allesamt ihre ganz eigene klangliche und stimmungsmäßige Charakteristik. Das darauffolgende &#8220;Walled In&#8221; beginnt mit einer viel schrilleren Free Form-Trompete und geizt, nach deren Zügelung, auch nicht mit holzig rumpelnden Elektrorhythmen. Im Zentrum steht diesmal die dunkle Stimme des eher als Illustrator bekannten Fabio Magnasciutti, der in einem ähnlich eindringlichen Monolog eine männliche Existenz hinter Mauern beklagt. Was in seinem Lamento fehlt ist die Frau, doch die meldet sich alsbald in gleich zweifacher Form störend zu Wort, um das Bild gerade zu rücken. Die Medusa verwandelte jene zu Stein, so scheint das am Ende des Songs, deren Herzen ohnehin versteinert sind, weil sie immer mehr zu den Mauern geworden sind, die sie umgeben &#8211; womit das &#8220;Who Else?&#8221; des Albumtitels schon beinahe beantwortet ist.</p>
<p>Sind die beiden ersten Stücke so etwas wie das Herzstück des Grundkonzeptes, so wird dieses in den restlichen vier Tracks weiter verfeinert und ausdifferenziert. Rein musikalisch kreieren die einzelnen Songs ein wechselvolles und spannungsvolles Narrativ. &#8220;The Gorgons&#8221;, das wie die vorausgegangenen Stücke mit einer diesmal badalamenti&#8217;esken Trompete beginnt, erweist sich als wesentlich orchestraler, und auch wenn aquatische Sounds und saubere minimale Elektrobeats auf den Plan treten, bleibt ein soundtrackartiger Charakter gewahrt. Wesentlich weiter vor in klassische Filmsounds des 20. Jahrhunderts dringt &#8220;Death by Stone&#8221;, in welchem KimsonJas Sopran wie von eineralten Shellackplatte in das verwehte Rumoren der Streicher dringt. Hier wird die Frage nach der Möglichkeit der Versteinerung aus &#8220;Walled in&#8221; wieder aufgegriffen, doch der Titel erinnert auch an die Hinrichtungsmethode der Steinigung und schlägt so vielleicht die Brücke zu misogynen Rechtsvorstellungen. In &#8220;Perseus Not A Hero&#8221; richten Klarita und Arianna im Duett und gleich mehrsprachig über den zur Marionette erklärten Helden und Monsterbezwinger, dem ein verrücktes Lachen hinterher geschickt wird.</p>
<p>Mit dem instrumentalen &#8220;Pegasus&#8221;, das mit dem Piano von Flavios Sohn Pusio und einem fließenden Uptempotakt das Nachleben der Gorgone in dem mit Poseidon unfreiwillig gezeugten Mischwesen nur andeutet, erhält das Album ein offenes Ende, und ebenso offen ist auch die Zukunft des Erbes der Medusa. Die Frage nach der nach der Rolle der Frau in modernen Zivilisationen ist nach wie vor ungeklärt zwischen dem Wunsch nach einem Ende patriarchaler Strukturen und Vorstellungen vom bedrohlich-weiblichen, die im äußersten Fall die Opfer von Gewalt und Unterdrückung zu Sündenböcken erklären.</p>
<p>&#8220;Medusa Who Else?&#8221; erscheint in einem interessanten Format &#8211; ein faltbares, wiederverwertbares DIN -A 3-Poster mit neosymbolistischen Zeichnungen Ariannas und den Lyrics bildet den analogen Teil. Die Musik selbst ist aufgrund der Plastikvermeidung über einen Code zum Download erhältlich. Ganz nebenbei ist es überaus erfreulich, dass Flavio hier mehr als in den meisten Noise Cluster-Releases wieder als &#8220;postindustrieller Trompeter&#8221; zu hören ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: GattoAlieno</strong></p>
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