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	<title>African Paper &#187; Kunst als Strafe</title>
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		<title>V.A.: Schlagstrom! Vol. 5</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:01:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Schlagstrom-Festival ist eine Berliner Konzertreihe, die sich verschiedenen Spielarten elektronischer Musik widmet und alten Szeneveteranen und Newcomern die Möglichkeit gibt, sich die Bühne zu teilen. Innerhalb der elektronisch erzeugten oder zumindest bearbeiteten Musik ist so ziemlich alles möglich, ein &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/v-a-schlagstrom-vol-5/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/schlagstrom5.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-383" title="schlagstrom5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/schlagstrom5.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Schlagstrom-Festival ist eine Berliner Konzertreihe, die sich verschiedenen Spielarten elektronischer Musik widmet und alten Szeneveteranen und Newcomern die Möglichkeit gibt, sich die Bühne zu teilen. Innerhalb der elektronisch erzeugten oder zumindest bearbeiteten Musik ist so ziemlich alles möglich, ein weiteres Kriterium ist natürlich die Attraktivität der meisten Acts für schwarzgekleidetes Publikum jedweder Art, also eher Elektro als Electro, um es auf die Korinthentour zu sagen.<span id="more-381"></span></p>
<p>Was selbst einen Elektrobanausen wie den Verfasser dieser Rezension zum diesjährigen Schlagstrom locken konnte, war u.a. ein Auftritt von Steven Stapleton und Andrew Liles, die – mit David Tibet im Schlepptau – ein kraftvolles Dreiviertelstunden-Set zum besten gaben, das überwiegend exklusiv war, aber auch einige CURRENT 93-Zitate in petto hatte. Gelohnt hatte es sich, die beiden Haudegen in Aktion hinter ihren Turntables zu sehen, und die dronig-noisige Breitseite, die sie zum besten gaben, ließ auch nach der kurzen Darbietung keine Wünsche mehr offen. So ungewöhnlich Tibet auf einem Elektro-Konzert auch wirken mag, seine zwei kurzen Gastauftritte begeisterten durchweg, und das Gros des Publikums starrte wie elektrifiziert auf die Bühne, als er mit der bekannten Koboldstimme seinen „Maldoror“ intonierte. Da das Festival auf zwei Bühnen verteilt war, konnte man unmöglich alles mitbekommen und wollte das vielleicht auch gar nicht. Zu den Highlights des ersten Abends zählten weiterhin die (sich personell überschneidenden) Klangbastler von KUNST ALS STRAFE und MERCYDESIGN, die jeweils gute Konzerte gaben, auch wenn ich mir bei letzteren gewünscht hätte, die Abmischung wäre den einzelnen InstrumentalistInnen an Cello, Saxophon, Akkordeon und Singender Säge noch etwas gerechter geworden. Aber es war ja ein Elektro-Festival, vielleicht passte es dann ganz gut, dass eher die elektronischen Aspekte zur Geltung kamen, und die konnten sich allemal hören lassen.</p>
<p>Insgesamt war viel Herumlaufen angesagt, die Performance von N.U.Unruh (EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN), die auf einem Loop aus LIAISON DANGEREUSES’ „Los Ninos del Parque“ und einem mit allerlei Schlaggeräten bewaffneten Publikum basierte, zog sich für nicht Mittrommelnde ohnehin etwas in die Länge, und der Rest war wie so oft Geschmackssache. Also das übliche – Bekannte treffen, Smalltalk, am Merchandisestand die eigene NWW-Sammlung aufstocken und ja – eine Promo namens „Schlagstrom Vol. 5“ entgegen nehmen. Um diese nun angemessen würdigen zu können, müsste man idealerweise ein alter Noise- und Elektrohase sein. Da dies nicht der Fall ist nun das ganze im Schnelldurchlauf: Unter den rund fünfzundsiebzig Minuten voller Licht und Schatten findet sich verzerrt Analoges (SKRODER), natürlich einige Vertreter des sogenannten Rhythm’n Noise, was für mich als Banausen immer so etwas wie ESPLENDOR GEOMETRICO auf Vollgas bedeutet (WINTERKÄLTE, SONAR, EUCLID), Tanzbares für Bodystyler der alten und natürlich besseren Schule (PORTION CONTROL), jede Menge vertrackter Beats (WIEROLYB, TWINKLE, YURA YURA), Erhabenes aus der Ambientecke (JOB KARMA), und zuguterletzt ein paar experimentelle Klangkollagen mit allerhand schrägen Sounds (KUNST ALS STRAFE, HAVBLIK AUDIO, SUDDEN INFANT).</p>
<p>Wer also auf tanzbare Elektronik steht, und dabei auch schon mal über den Tellerrand schaut, der dürfte hier auf jeden Fall etwas für seinen Geschmack finden, ein Großteil der Beiträge soll zudem exklusiv sein. Stapleton und Liles sind nicht vertreten, und irgendwie hätte es auch nicht wirklich gepasst. (U.S.)</p>
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		<title>KUNST ALS STRAFE: Movement Across A Barren Surface</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 09:55:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Gerrit Haasler]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst als Strafe]]></category>
		<category><![CDATA[Nurse With Wound]]></category>
		<category><![CDATA[Sleepless Records]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer mit der Musik der Berliner Gruppe KUNST ALS STRAFE nichts anfangen kann, der kommt sicher in Versuchung, ihren Bandnamen auf den eigenen Hörverdruss zu beziehen. Tatsächlich referiert er auf eine kulturwissenschaftliche Tagung, deren Vorträge auch in einem Sammelband vorliegen. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/kunst-als-strafe-movement-across-a-barren-surface/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/kunstalsstrafe.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-668" title="kunstalsstrafe" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/kunstalsstrafe-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wer mit der Musik der Berliner Gruppe KUNST ALS STRAFE nichts anfangen kann, der kommt sicher in Versuchung, ihren Bandnamen auf den eigenen Hörverdruss zu beziehen. Tatsächlich referiert er auf eine kulturwissenschaftliche Tagung, deren Vorträge auch in einem Sammelband vorliegen. Unter anderem mit dem „genealogischen“ Foucault („Überwachen und Strafen“ etc.) im Gepäck, wird dort den Wechselbeziehungen von Kreativität und Disziplin nachgegangen, und man könnte es sich jetzt zum Sport machen, diesen Relationen im Sound der Band um Gerrit Haasler nachzuspüren.<span id="more-163"></span></p>
<p>Da ihre dunklen Klangkollagen in all ihrer Reichhaltigkeit viel zu ungreifbar sind, um sich auf eine theoretische Linie biegen zu lassen, sollte dieser Zusammenhang aber lediglich allusorische Funktion haben – so wie Titel und Textfetzen des vorliegenden Erstlings, die allerorts Theoriekontexte öffnen, und doch nur Variationen auf hermetisch bleibende Themenkomplexe wirtschaftsphilosophischer, psychosozialer und naturwissenschaftlicher Art offerieren. Kunst als Strafe lassen solche Themen vorbei ziehen, machen neugierig, und verweigern dennoch die griffige Konzeptplatte, die das Debüt bei etwas engerer Grenzziehung hätte sein können. Die sinnliche Erfahrung der Klänge, die den Hörer in allen erdenklichen Grauschattierungen schier endlos umkreisen, scheint ohnehin stärker intendiert zu sein, als ein didaktisch orientierter Nachvollzug inhaltlicher Konzepte. Legte man Wert auf deskriptive Vollständigkeit, so könnte man über die detailreichen Soundscapes lange sprechen und die visuellen Assoziationen, die die Musik auslöst, ausgiebig kartografieren. Das Titelstück beispielsweise überzeugt nicht nur durch Fülle und Dichte, es zeigt auch, wie vital „barren“ (dt. „öde“, „unfruchtbar“) sein kann, wenn die vielen metallischen Sounds erst einmal zum Leben erwacht sind. Anfangs noch zurückhaltendes Geknister, später Perkussion, dem Eindruck nach auf Bongos und Blechkannen. Abgelöst durch rockige und technoide Klänge, die in ihrer pulsierenden Intensität zunehmen, bis alles in ein hypnotisches Gitarrendrone mündet. Vieles bleibt fragmentarisch, eine Sprecherin, eine aus den Ritzen der Klangkollage gerade noch hörbare Sängerin, falls ich da nicht sowieso einer akustischen Täuschung erlegen bin.</p>
<p>Nicht nur das erste Stück hat diesen vortizistischen Charakter, zwischen ambienten Passagen gibt es immer wieder Kollisionen, bei denen rituelle Perkussionsfragmente, Stakkato-Rhythmen, Sprachfetzen und Jazziges aufeinander treffen, oder aber vereinzelte kleine Lichtungen entstehen, in denen helle Streicherklänge oder minimale Meditationen auf dem Klavier für Ruhe und Weite sorgen. Unberechenbarkeit, so könnte man es schlagwortartig auf den Punkt bringen, ist eine der wesentlichen Eigenschaften der Platte. Bei einigen Lesern leuchtet bei der Beschreibung sicher schon eine kleine NURSE WITH WOUND-Lampe auf – quasi zurecht, denn „Stargast“ Steven Stapleton hat die Band nach einer kleinen Kostprobe gleich mit ein paar eigenen Aufnahmen beschenkt, die an ausgewählten Stellen einmontiert worden sind. Einige frühe NWW-Aufnahmen oder das jüngere „The Surveillance Lounge“ eignen sich als Referenzwerke, aber es gibt auch deutliche Unterschiede. Während NWW genial-dilletantisch wie aus dem Bauch heraus wirkt, erscheinen Kunst Als Strafe eher sophisticated, ausgearbeitet und klassisch virtuos, dem Spiel mit der Unbestimmtheit des fragmentarischen Sprachmaterials fehlt das Dadaistische der Stimmen aus Coloorta. Kunst als Strafe haben trotz des spielerischen Bricolage-Charakters auch ein musikhandwerkliches Moment, das dann auch die Brücke zu MERCYDESIGN schlägt – einer weiteren Band aus dem Labelumfeld, deren Hauptverantwortlicher ebenfalls an den Aufnahmen beteiligt ist.</p>
<p>Kurzes Fazit: Gelungenes Debüt, dessen Stärken hoffentlich zum Maßstab für Zukünftiges werden. (U.S.)</p>
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