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	<title>African Paper &#187; Locrian</title>
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		<title>AXEBREAKER: Brutality In Stone</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Mar 2019 07:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man hat oft den Eindruck, dass Vertreter von Power Electronics unter enormem Kongruenzdruck stehen, da fortwährend gezeigt werden muss, dass extreme Musik immer auch extremer Inhalte bedarf. Whitehouse, auf deren „Erector“-Album die Gattungsbezeichnung zurückgeht, haben mit ihren in der ersten &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/03/02/axebreaker-brutality-in-stone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/Axebreakera1456005198_101.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17240" title="Axebreakera1456005198_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/Axebreakera1456005198_101-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man hat oft den Eindruck, dass Vertreter von Power Electronics unter enormem Kongruenzdruck stehen, da fortwährend gezeigt werden muss, dass extreme Musik immer auch extremer Inhalte bedarf. Whitehouse, auf deren „Erector“-Album die Gattungsbezeichnung zurückgeht, haben mit ihren in der ersten Hälfte der 80er Jahre entstandenen Arbeiten (musikalisch wie vor allem ästhetisch-inhaltlich) Blaupausen für das geliefert, was das Genre die nächsten Jahrzehnte (häufig) prägen sollte: <span id="more-17238"></span>Serienkiller, Totalitarismus, sexuelle Gewalt &#8211; man denke etwa an &#8220;Right to Kill&#8221;, &#8220;Buchenwald&#8221;, &#8220;New Britain&#8221; oder &#8220;Dedicated to Peter Kürten&#8221;. Dabei schien es oft so, dass eine Konfrontation mit den etwas unschöneren Teilen der menschlichen Existenz zu einer Faszination mit dem Thematisierten wurde – letztlich schon angelegt bei Throbbing Gristle bei Stücken wie „Slug Bait“ oder „Very Friendly“ &#8211; und irgendwann bei manch einem zu einer plumpen Affirmation und zu Musik, bei der der appellative Charakter alles andere überlagerte.</p>
<p>Projekte wie die amerikanischen Shallow Waters situierten sich dagegen klar gegen  Polizeigewalt und die außenpolitischen Entgleisungen von God&#8217;s Own Country, allerdings weniger  &#8211; vorsichtig formuliert – ambivalent, als es bei einer Veröffentlichung wie „Save Our Slaves“ der Fall war. Auf dem kleinen Label Phage Tapes ist nun altes Material des Duos wiederveröffenticht worden und zeitgleich erscheint das neue Album von Axebreaker, dem Power Electronics-Projekt von Locrians Terence Hannum. Im Zuge einer zunehmenden Polarisierung der (nicht nur) amerikanischen Gesellschaft hat man inzwischen den Eindruck, dass zumindest partiell ein starkes Bedürfnis nach Eindeutigkeit da ist, dass Grauzonen einem Schwarz oder Weiß weichen müssen und Hannun charakterisiert sein Projekt dann auch eindeutig als<a href="https://axebreakerpowerelectronics.bandcamp.com/"> „anti-fascist power electronics“</a> und <a href="https://www.discogs.com/artist/5667575-Axebreaker">bezieht seine Motivation</a> zur Gründing von Axebreaker klar aus der Annahme, dass sich durch die Trump-Regierung inzwischen Faschismus in Teilen der Exekutive festgesetzt habe: „As a longtime fan of power electronics, I want to directly confront the right-wing posturing (and beliefs) inherent in its genesis as a genre and push it in a direction that uses its tropes to confront the vile ideology now enthroned in the executive branch and its supporters.“</p>
<p>Thematisch wird diese Ausrichtung schnell deutlich, ist der instrumentale Opener (mit fiesen Hochtönen und Rauschen) „Disorder“ doch dem linken Radiomoderator Alan Berg gewidmet, der von Mitgliedern der rechten Terrorgruppe „The Order“ ermordet wurde. „Ghost Skins“ ist mit dem analogen Brutzeln, ultraverzerrten hallenden Vocals und sirrenden Hochtönen der vielleicht konfrontativste Track des Albums. „Endless Power“ ist eine instrumentale unruhige Noisefläche. „New Nobility“ wird von stampfendem Rhythmus durchzogen und die Vocals, die eine klare Absage an jedwede Blut und Boden-Ideologie („Just a phantasm of a lie […] An ash in the dustbin of time“) erteilen, (er)klingen fast schon leidend. „The End of History“ beginnt mit dezenten Signaltönen, in die dann Verzerrungen einbrechen. Der in Charlottesville getöteten Heather Hayes ist das kurze fiepende „All Monuments Fall“ gewidmet. Auf „Murrah“ gehen die Vocals fast im Noiseinferno unter. „The State of Terror“ beginnt als ein ambientes, fast schon melodisches Satück mit brutalen Vocals.</p>
<p>Manches wirkt etwas (zu) bemüht, etwa dann, wenn auf der Bandcampseite darauf <a href="https://axebreakerpowerelectronics.bandcamp.com/merch/axebreaker-t-shirt">hingewiesen</a> wird, dass auf dem zum Verkauf angebotenen T-Shirt „Anti-fascist symbols“ zu finden seien, aber darüber kann man hinwegsehen, vor allem da den Texten trotz aller ansonsten gezeigten Eindeutigkeit das allzu Sloganhafte abgeht. Eine durchaus gelungene Veröffentlichung, die deutlich macht, dass der eine oder andere durchaus in einen Abgrund blicken kann ohne allzu großen Schaden zu nehmen. (JM)</p>
<p><strong>Label: <a href=" https://phagetapes.miiduu.com/">Phage Tapes</a></strong></p>
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		<title>LOCRIAN &amp; CHRISTOPH HEEMANN: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Sep 2012 05:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht wo und in welchem Zusammenhang sich die Wege von Christoph Heemann und dem amerikanischen Trio Locrian kreuzten, aber es sollte keine Begegnung ohne Folgen bleiben. Beide, der norddeutsche Klangbastler, der sich seine ersten Lorbeeren mit Bands wie &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/09/15/locrian-christoph-heemann-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/locrianheemann.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5197" title="locrianheemann" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/locrianheemann-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich weiß nicht wo und in welchem Zusammenhang sich die Wege von Christoph Heemann und dem amerikanischen Trio Locrian kreuzten, aber es sollte keine Begegnung ohne Folgen bleiben. Beide, der norddeutsche Klangbastler, der sich seine ersten Lorbeeren mit Bands wie Hirsche Nicht Aufs Sofa erspielte, und die jüngeren Kollegen aus Chicago mit ihrem ganz eigenen Klangbild zwischen organischem Ambient und Metal-Zitaten fernab jeder Rockattitüde – beide Projekte sind stets aufgeschlossen für ungewöhnliche Zusammenarbeiten. <span id="more-5196"></span>Dass es bei der ersten Kollaboration erhaben dröhnen wird, war abzusehen. Dass beide Stile derart zu einer Einheit fusionieren, überrascht dennoch.</p>
<p>Vier ausladende Klanglandschaften, alle zwischen zehn und fünfzehn Minuten lang, sind das Resultat ihrer gemeinsamen Arbeit &#8211; Landschaften, die des nachts erkundet werden und die Schauplatz mythischer Ereignisse sind. Letzteres kommt in Andeutungen zur Sprache, neben der Stimmung v.a. durch die Titel, die Monumentales andeuten. „Hecatombe“ bezeichnet laut einer populären Enzyklopädie einen antiken Opferbrauch, der Begriff verweist auf die Anzahl der Opfertiere und suggeriert im Einklang mit der Musik Großes und Bedeutsames. Mit einfachen Mitteln wird eine beschwörende Stimmung entfacht: Wenige Akkorde auf einer stromlosen Gitarre, geheimnisvolles hintergründiges Summen und ein rituelles Pulsieren reichen aus, um den Hörer zu bannen, und erst mit der Zeit, wenn das Dröhnen und Pochen immer bedrohlicher erscheint, wird deutlich, wie vielschichtig das Soundgebilde eigentlich ist. Verschiedene Klanglinien bahnen sich ihren Weg, immer drängen andere in den Vordergrund, transformieren sich, aus Linien zweigen sich wieder andere Linien ab, verdoppeln sich, finden wider zusammen. Das infernalisch dröhnende Schlussstück „The Drowned Forrest“ könnte tatsächlich ein Requiem auf ein von Fluten verschlungenes Land sein, wie es in zahllosen maritimen Mythen vorkommt.</p>
<p>&#8220;Loath the light&#8221; beginnt beinahe mit Stille, als ob der Sound dem Licht entspräche, das hier so sehr verabscheut wird, dass man sich gesanglich beinahe in schwarzmetallische Gefilde begibt. Die eruptiven Vocals sind befreiend und erscheinen doch keineswegs plötzlich – spannungsgeladenes Auf- und Abebben und für Momente zielloses Spiel mit den High Hats stellen den Ausbruch bereits in Erwartung. Man würde bei solcher Musik nicht von Leichtigkeit sprechen, und dennoch haben die kraftvollen, intensiven Klänge niemals das Bleischwere anderer Bands, die man leichtfertiger als Drone Doom klassifizieren würde. &#8220;Edgless City&#8221; beginnt subtil und hintergründig, doch auch diese Komposition gewinnt im Laufe der Zeit an Markanz, an der auch die grobkörnig unterlegten Smooth Jazz-Bläser nichts ändern.</p>
<p>Dass sich die Stücke in ihrem zirkulären Aufbau ähneln, ändert nichts an der Spannung, die sie durchweg aufrecht erhalten – tolle Melodieansätze und ein ebenso rauer wie erdiger Sound tragen ihren Teil dazu bei, mehr vielleicht dankt sich der unbestimmbaren Magie eines gelungenen kreativen Dialogs. Wer gerne versteckte Details hinter vermeintlicher Einfachheit sucht und ein Faible für eine mit wenigen Mitteln erzeugte Erhabenheit hat, dem sei diese Kollaboration mit Nachdruck empfohlen. Ich würde mich über eine Livedarbietung des Materials ebenso freuen wie über einen zweiten Teil.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.handmadebirds.com/">Handmade Birds</a></strong></p>
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