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	<title>African Paper &#187; Louis Pontvianne</title>
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		<title>NICK GREY: Sleepwalking Through A Day (2004-2024)</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jan 2025 07:08:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der französische Sänger und Musiker Nick Grey hat im vergangenen Jahr zusammen mit Charles Pietri sein lange auf Eis liegendes Cold Pop-Projekt L’Eglise du Mouvement Péristaltique Inversé wiederbelebt und ein großartiges Comebackalbum herausgebracht. Zeitgleich arbeitete er bereits an einer umfangreichen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/01/18/nick-grey-sleepwalking-through-a-day-2004-2024/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/Screenshot-2025-01-06-170347.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44312" title="Screenshot 2025-01-06 170347" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/Screenshot-2025-01-06-170347-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Der französische Sänger und Musiker Nick Grey hat im vergangenen Jahr zusammen mit Charles Pietri sein lange auf Eis liegendes Cold Pop-Projekt <a title="Die Tränen und das Zittern unter der Discokugel. Ein Interview mit L’Eglise du Mouvement Péristaltique Inversé" href="http://africanpaper.com/2024/06/15/die-tranen-und-das-zittern-unter-der-discokugel-ein-interview-mit-leglise-du-mouvement-peristaltique-inverse/">L’Eglise du Mouvement Péristaltique Inversé</a> wiederbelebt und ein großartiges <a title="L’EGLISE DU MOVEMENT PÉRISTALTIQUE INVERSÉ: Le Peintre du Soir" href="http://africanpaper.com/2024/05/25/leglise-du-movement-peristaltique-inverse-le-peintre-du-soir/">Comebackalbum</a> herausgebracht. Zeitgleich arbeitete er bereits an einer umfangreichen Retrospektive zu seinem restlichen Werk, das er in den Nuller- und Zehnerjahren entweder solo oder mit seiner früheren Band, dem stets <span id="more-44310"></span>variablen Random Orchestra produzierte. Zusammen mit dem Klangkünstler Peter James, der auch das Mastering für diese Compilation übernahm, nahm Grey zudem vier neue Songs auf, die seine aktuellen musikaischen Interessen durchscheinen lassen und sich dennoch nahtlos in seine Diskografie einfügen.</p>
<p>Die &#8220;Sleepwalking Through A Day&#8221; betitelte Sammlung bietet einen Querschnitt durch zwanzig Jahre seiner musikalischen Arbeit und ist in zwei thematische Teile untergliedert: &#8220;The Shakes&#8221; beleuchtet die zugänglichere, poppigere Seite von Greys Musik, während &#8220;The Vapours&#8221; die dunkleren, experimentelleren Facetten in den Vordergrund rückt. Beide Seiten greifen auf unterschiedliche ästhetische und emotionale Mittel zurück, die Greys Markenzeichen sind: komplexe Arrangements, ironisch gebrochene Melancholie und eine meisterhafte Balance zwischen Intimität und Theatralik. Dabei sollte man auch immer festhalten, dass diese beiden Tendenzen nicht vollkommen unverbunden nebeneinander stehen, denn in allen Shakes ist immer auch eine Brise Vapours enthalten et vice versa.</p>
<p>Ein Höhepunkt der Compilation ist zweifelsohne gleich das eröffnende Titelstück des <a title="NICK GREY AND THE RANDOM ORCHESTRA: You’re Mine Again" href="http://africanpaper.com/2014/07/26/nick-grey-and-the-random-orchestra-youre-mine-again/">&#8220;You’re Mine Again&#8221;-Albums von 2014</a>. Der Song besticht durch seine originellen Midtempo-Rhythmen und ein raffiniertes Zusammenspiel von Gitarren, Synthesizern, einem erschöpft wirkenden Gesang und einer charmant knarzenden Bläsersektion. Diese orchestrale Pop-Komposition zieht den Hörer mit ihrem ironisch-exotischen Unterton in den Bann und erzählt von der Liebe als Grenzerfahrung – zwischen Abhängigkeit, Misstrauen und der Illusion eines fragwürdigen Idylls, die trickreicherweise aber auch eine gehörige Portion echter Schönheit enthält. Doch in der Ernsthaftigkeit des Songs schimmert stets ein Hauch von Ironie, der den Abgrund hinter den Oberflächen entlarvt. Ebenfalls hervorzuheben ist das gleich folgende &#8220;Look Like Moses&#8221; aus Greys Frühwerk (&#8220;Regal Daylight&#8221;, 2004). Mit einer fesselnden Synthie-Klarinetten-Mischung und minimalen, stoischen Takten entfaltet der Song eine entrückte Schönheit, die durch die schwebenden Tenorvocals von Nicks Vater Vasile Moldoveanu noch verstärkt wird. Die mehrstimmigen Gesangsharmonien sind ein brillantes Beispiel für Greys Fähigkeit, Melodien und Emotionen zu verweben.</p>
<p>Mit &#8220;Vanisher&#8221; vom Album <a title="NICK GREY AND THE RANDOM ORCHESTRA: Breaker of Ships" href="http://africanpaper.com/2015/06/27/nick-grey-and-the-random-orchestra-breaker-of-ships/">&#8220;Breaker of Ships&#8221; (2015)</a> gelingt Grey ein emotionaler Spagat. Das akustische Gitarrenpicking, das bisweilen an ein Banjo erinnert, schafft ein sanftes, introspektives Szenario, das jedoch durch eigenwillige Percussion in ungewohnte Gefilde gleitet. Der theatralisch-resignative Song über das Verschwinden changiert einmal mehr zwischen Pathos und Ironie. Unter den neuen Songs überrascht besonders &#8220;The Monumental&#8221;. Hier zeigt sich der Einfluss von Greys Arbeit mit L’Eglise du Mouvement Péristaltique Inversé: futuristische Synthie-Klänge, eine geschrammelte Mandoline und hypnotischer Gesang erzeugen eine entrückte Atmosphäre, die eine Spur von Unheil subtil aufscheinen lässt. Ein Hauch von Science-Fiction und düsterer Eleganz macht den Song zu einem der faszinierendsten Stücke der Compilation, und wäre das Stück auf französisch gesungen, hätte es mit ein paar Gitarrenriffs auch auf das Album der Eglise gepasst.</p>
<p>Nicht weniger beeindruckend ist das besinnliche &#8220;Juliet of the Spirits&#8221;, dessen pastorale Gitarrenpickings von von zwiespältiger Zartheit sind. Es steigert sich in eine emotionale Opulenz, die Greys meisterhafte Klangdramaturgie unterstreicht. Auch das (u.a. dank der Klarinette Gregory Dorias) düstere &#8220;The Endless Pink&#8221;, ursprünglich 2006 erschienen, fesselt mit seiner kammermusikalischen Aura, mit schrägen Texten und einer anheimelnden Piano-Begleitung. Mit &#8220;Hiding In Seaweed&#8221; zeigt Grey ein kompositorisches Händchen für die Verbindung von Sopran-Gesang und ambienten Flächen. Jasmine Pinkertons außergewöhnliche Vokalperformance verleiht diesem Stück mit hochschwingenden Ornamenten die kunstvolle Aura eines Jugenstilgemäldes. Ebenso berührend ist &#8220;The Zealot&#8221;, das mit seiner melancholischen, chansonhaften Sea-Shanty-Atmosphäre und Pinkertons Sopran eine ganz eigene Schönheit entfaltet.</p>
<p>Generell bietet zweite Hälfte der Compilation eine ebenso tiefe, aber gleichsam sperrigere, schrägere Dimension von Greys Werk. &#8220;November Fadeline&#8221;, ursprünglich 2004 auf dem &#8220;Regal Daylight&#8221;-Album erschienen, zeigt einen Nick Grey, der noch stärker introspektiv agiert. Jasmine Pinkertons Piano erzählt dabei fast eine eigene Geschichte – mit Rhythmen, die seltsam drübergeklebt scheinen, und einer ganz eigenen Intimität. Greys manchmal ins Falsett wechselnder Gesang verstärkt das heimelige Gefühl, während die leicht verschrobene Ästhetik eine charmante Schrägheit offenbart. &#8220;Your Greatest Hunger&#8221; von 2008 eröffnet mit Handclaps ein Szenario, bei dem man fast Gospel erwartet, und das mit der Zeit ein zunehmend komplexe Struktur entfaltet. Das düster-soundscapige &#8220;Tammuz&#8221; vom &#8220;Thieves Among Thorns&#8221;-Album setzt mit Dorias Klarinette ein, die an ein drohendes Nebelhorn erinnert. Das in steter Abfolge ertönende Saitenglissando und die hibbelige Rhythmik, die sich später entfaltet, sorgen für neue unorthodoxe Kontraste. Eine weitere neue Kollaboration mit Peter James ist &#8220;The Fading Light Of November&#8221;, der Song beginnt mit dunkel fatalistischen Pianofiguren und einer endzeitlichen Dröhnung, bevor Greys ergriffener Gesang einsetzt. Das Stück steigert sich zu einem schwer zu beschreibenden, schrillen Synthie-Freakout und hinterlässt einen tiefen Eindruck.</p>
<p>Ein weiterer bisher unveröffentlichter Track, der bereits 2017 in Berlin aufgenommen wurde, ist &#8220;What I’ve Become&#8221;. Dieser „Wavesong“ strahlt eine kühle Melancholie aus, die sanft, aber unaufhaltsam nach unten zieht. Louis Pontviannes Bass und Elie Grangers zirkusorgelähnliches Keyboard schaffen eine resignierte Atmosphäre, die von Greys gelassenem Gesang perfekt ergänzt wird. Das abschließende &#8220;End Of All&#8221; führt mit düsteren Klangtexturen und nachdenklichem Gesang an der Grenze zur Rezitation in die Abgründe der menschlichen Seele. Greys textliche und musikalische Tiefe erreicht hier ihren Höhepunkt, indem er ein zerbrechliches Gleichgewicht zwischen Resignation und einem Hauch von Gelassenheit wahrt.</p>
<p>Diese Sammlung ist eine regelrechte Schatztruhe für alle, die durchaus Pop suchen und zugleich bereit sind, sich auf manchmal komplexe und immer vielschichtige Klangwelten einzulassen. Insgesamt ist &#8220;Sleepwalking Through A Day&#8221; mehr als nur eine Retrospektive: Das Release zeigt einen Songschreiber, der immer wieder rmeisterhaft kleine Psychogramme skurriler Einzelgänger zu zeichnen versteht, der die absurden Kollateralfolgen der Liebe und anderer Gefühlszustände mit sperriger Songwritermusik erkundet und ihnen einen einzigartigen, niemals eindimensionalen Kommentar verleiht. Unter Greys Feder, so schrieb ich einmal, wären Fräulein Else und der junge Werther zu Thomas Bernhard-Figuren mutiert – und hätten sich, paradoxerweise, gerade deshalb nicht einmal umbringen müssen. Es zeigt außerdem einen Künstler, dem niemals die Ideen für originelle Details ausgehen und dessen Songs alldem zum Trotz nie überladen wirken. Nicht zuletzt zeigt es auch einen Meister des kreativen Dialogs, der immer wieder interessante Resultate aus unterschiedlichen Kollaborationen zieht, wobei ich besonders die Klarinette Dorias auf den frühen Alben hervorheben möchte.</p>
<p>Ob es in der nächsten Zeit weitere Arbeiten solo oder mit dem Random Orchestra geben wird oder ob Grey sich zunächst auf die Kirche der umgekehrten Verdauung konzentrieren wird steht noch in den Sternen, aber dass irgendwas interessantes passieren wird, kann als fast sicher gelten. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://linktr.ee/nickgrey">Milk &amp; Moon Recordings</a></strong></p>
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		<title>Opaker Pop mit Nick Grey &amp; The Random Orchestra</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2015 08:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nick Grey &#38; The Random Orchestra, über deren eigenwilligen, experimentellen &#8220;Oblique Pop&#8221; wir wiederholt berichtet hatten, sind bald erstmals live in Deutschland zu sehen. Ihr erstes Konzert seit Jahren findet am 25. Oktober in der Friedenskirche Charlottenburg statt. &#8220;Verwegen, waghalsig &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/10/16/opaker-pop-mit-nick-grey-the-random-orchestra/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nick Grey &amp; The Random Orchestra, über deren eigenwilligen, experimentellen &#8220;Oblique Pop&#8221; wir wiederholt berichtet hatten, sind bald erstmals live in Deutschland zu sehen. Ihr erstes Konzert seit Jahren findet am 25. Oktober in der Friedenskirche Charlottenburg statt.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/10/nickgreyandtherandomorchestrafriedenskirche.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11056" title="nickgreyandtherandomorchestrafriedenskirche" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/10/nickgreyandtherandomorchestrafriedenskirche-1024x512.jpg" alt="" width="584" height="292" /></a></p>
<p><span id="more-11055"></span>&#8220;Verwegen, waghalsig und ungewöhnlich: Auch so kann Popmusik klingen, und am 25.10.2015 kann es man es beim Konzert von Nick Grey &amp; The Random Orchestra in der Friedenskirche erleben. Der 1977 in Stuttgart geborene Nick Grey kam früh in Kontakt mit der Welt der Kunst, als er seine Eltern auf ihren Tourneen begleitete – sein aus England stammender Vater war Tenor, seine aus Rumänien stammende Mutter war Tänzerin. Seit 2002 veröffentlicht er seine Musik und arbeitete mit Musikern unterschiedlichster Genres zusammen: dem Komponisten und Pionier der Minimal Music Charlemagne Palestine, Tony Wakeford, dem Sänger der Neo-Folk-Formation Sol Invicus, Martyn Bates von der Post-Punk-Band Eyeless in Gaza u.v.a.m.</p>
<p>Nick Grey hat einen klassischen Musikhintergrund, doch übten der Klang von Maschinen und früher elektronischer Musik schon immer eine große Faszination auf ihn aus. Den Grund dafür sieht er heute in den Erfahrungen seiner Kindheit und dem steten Wechsel zwischen Opernhäusern und Flughäfen. Unter dem Namen 230 Divisadero nahm er 2006 zusammen mit Matt Shaw ein experimentelles Album voll apokalyptischer Klanglandschaften auf, und viele seiner Arbeiten in dieser Zeit (vor allem das hochgelobte Album &#8220;Spin Vows Under Arch&#8221;) folgen dieser Linie. 2008 jedoch griff er wieder zur Gitarre, schrieb Songs, und seine letzten Alben leben ebenso sehr von seinem Talent als Songwriter wie von seiner Sensibilität für Klänge und ungewöhnliche und überraschende Arrangements. Seinen Stil bezeichnet er als &#8220;Opaque Pop&#8221; – undurchsichtiger Pop. Beim Konzert am 25.10. in der Friedenskirche wird Nick Grey von zwei Mitgliedern seines &#8220;Random Orchestra&#8221; unterstützt werden, dem Cellisten Henrik K. Häring und Louis Pontvianne an Bass, Gitarre und Synthesizer.&#8221;</p>
<p>Sonntag, den 25.10.2015<br />
Einlass: 19 Uhr</p>
<p>Die Baptisten in Berlin „Friedenskirche Charlottenburg“<br />
Bismarckstraße 40, 10627 Berlin</p>
<p><strong><a href="https://www.facebook.com/events/1650834155191676/">Event auf Facebook</a></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.die-friedenskirche.de/Main/NickGrey">Event auf der Homepage der Friedenskirche</a></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.die-friedenskirche.de/Main/AnfahrtHilfen">Anfahrt</a></strong></p>
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		<title>NICK GREY AND THE RANDOM ORCHESTRA: Breaker of Ships</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jun 2015 06:51:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nick Grey hatte Mitte des letzten Jahrzehnts eine ganze Reihe an Platten herausgebracht, teilweise solo, teilweise bereits mit seinem Random Orchestra, teilweise aber auch in Zusammenarbeit mit wieder anderen Kollegen und stets bei undergroundigen Labels mit Sinn für verträumten, krautig &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/06/27/nick-grey-and-the-random-orchestra-breaker-of-ships/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/nickgreyrandomorchestrabreakerofships.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10497" title="nickgreyrandomorchestrabreakerofships" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/nickgreyrandomorchestrabreakerofships-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nick Grey hatte Mitte des letzten Jahrzehnts eine ganze Reihe an Platten herausgebracht, teilweise solo, teilweise bereits mit seinem Random Orchestra, teilweise aber auch in Zusammenarbeit mit wieder anderen Kollegen und stets bei undergroundigen Labels mit Sinn für verträumten, krautig angehauchten Folk. Nach einer mehrjährigen Pause, die relativ abrupt einsetzte, hat die Musikwelt den nun in Berlin lebenden Musiker seit etwa einem Jahr zurück, und es macht den Eindruck, als würde er mit diesem Neustart ganz neue Horizonte erkunden und dabei auch seinen Bekanntheitsradius merklich erweitern.<span id="more-10217"></span></p>
<p>Auf „You&#8217;re mine again“ erforschte er im letzten Jahr die absurden Kollateralfolgen der Liebe und ähnlich gelagerter Gefühlszustände und verpasste dem Motivkomplex mittels sperriger Songwritermusik einen Kommentar, der sich bewusst weigerte, sich für eine bösartige, resignierte oder vergnügte Haltung zu entscheiden. Unter Greys Feder wären Fräulein Else und der junge Werther zu Thomas Bernhard-Figuren mutiert und hätten sich – paradoxerweise, möchte man sagen – gerade deshalb nicht einmal umbringen müssen.</p>
<p>Auf dem Nachfolger „Breaker of Ships“, das <a title="I do not tolerate bitterness in my music. Interview mit Nick Grey" href="http://africanpaper.com/2015/06/20/i-do-not-tolerate-bitterness-in-my-music-interview-mit-nick-grey/">(laut unserem Interview)</a> dem großen Verderber menschlichen Strebens gewidmet ist, bleibt er dieser Linie im Grunde treu, auch hier ist Pop nicht nur Pop, denn die niemals kompakten Songs sind immer auch „ein bisschen experimentell“, und dass jedes Stück beim Griff in die popkulturelle Zitatenkiste in eine andere Richtung geht, ist ebenfalls vom Vorgänger her bekannt. Es gäbe schon aufgrund dieser Heterogenität kaum einen Grund, sich unbedingt weiterentwickeln zu müssen, aber Grey und sein Orchester machen es dennoch, indem sie einfach noch ein bisschen an Markanz zulegen. Zudem ist „Breaker of Ships“ inhaltlich weniger konzeptuell angelegt.</p>
<p>Schon in den ersten Stücken zeigt Grey, dass er mit Vorliebe Illusionen erzeugt, um sie – nicht selten zugunsten weiterer Illusionen – zu brechen. „Of Ghosts and Women“ und „Vanisher“ könnten als (immer noch allein schon textlich doppelbödige) Radioschnulzen funktionieren, wären die Rhythmen nicht so unpassend in den Vorgergrund gemischt, im Titelstück ist der durch immer verfremdetere Klänge dominierte zweite Teil der große Gemütlichkeitsverderber, bis er sich endlich bequemt, den Song ausklingen zu lassen.</p>
<p>Neben dem genannten „Vanisher“ ruft v.a. „The Archivist“ &#8211; beides kleine Psychogramme skurriler Einzelgänger -  den folklastigen Songtyp in Erinnerung, mit dem man Grey früher in Verbindung brachte, denn an der Stelle können die schweren Riffs und bluesigen backing vocals nicht darüber hinweg täuschen, dass diese Songs ganz im Zeichen des Stimmungsvollen stehen, und dass sie unter ihrer rauen Oberfläche fast lieblich melancholische Kammermusik sind. Eigenwillige allerdings, und wer bei der mystischen Talfahrt – „waiting for the end/down in my bunker“ &#8211; den Spaß am gewollte Klischee nicht bemerkt, wird dem Album wohl generell verständnislos gegenüberstehen.</p>
<p>Vielleicht sind die allgegenwärtigen Doppelbödigkeiten auch der wichtigste Garant dafür, dass Greys kontinuierliche Fortentwickung vom Akustiksong so gar nicht banal und bemüht wirkt, ganz im Gegensatz zu den vielen (meist weiblichen) Folkacts der Nullerjahre, die alle wie auf Knopfdruck plötzlich Electronica, Rock oder Shoegaze anstimmten, nachdem die Spexes und Mojos dieser Welt das postmoderne Folkrevival für beendet erklärten.</p>
<p>Dank des Detailreichtums gäbe es zu jedem Stück (inklusive des abschließenden Remixes aus dem Hause <a href="http://www.scannerdot.com/">Scanner</a>) eine Menge zu sagen, aber da es deshalb auch eine Menge zu entdecken gibt, möchte ich an der Stelle nur noch „Ghost Rain“ hervorheben, das auf einer dramatisch in Szene gesetzten <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uQCe4qEexjc">Aufnahme eines Philip Wollen-Vortrages zur Fleischindustrie</a> („If slaughterhouses had glass walls, everyone would be vegetarian“) basiert. Auch wenn ich persönlich vermute, dass die meisten Konsumenten eher Umwege in Kauf nehmen würden, ist die Umsetzung bewegend und zeigt, dass man den Satz weniger als Feststellung betrachten sollte, sondern als wachrüttelnde Provokation.</p>
<p>Grey selbst sieht darin einen Hoffnungsschimmer, der ganz nebenbei auch dieses düstere Album ausklingen lässt &#8211; eine Formulierung, bei der ich allerdings vorsichtig wäre, denn sie sagt wenig über die Weite und den Facettenreichtum dieser im besten Sinne merkwürdigen Platte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Milk &amp; Moon Recordings<br />
</strong></p>
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		<title>I do not tolerate bitterness in my music. Interview mit Nick Grey</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2015 04:45:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Falls es im Werk des Sängers und Gitarristen Nick Grey so etwas wie einen gemeinsamen Nenner gibt, dann dass nahezu alle wichtigen Bestandteile seiner Musik schwer zu greifen und doch seltsam vertraut sind. Da ist zum einen die mit seinem &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/06/20/i-do-not-tolerate-bitterness-in-my-music-interview-mit-nick-grey/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-7.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10390" title="NG-7" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-7-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Falls es im Werk des Sängers und Gitarristen Nick Grey so etwas wie einen gemeinsamen Nenner gibt, dann dass nahezu alle wichtigen Bestandteile seiner Musik schwer zu greifen und doch seltsam vertraut sind. Da ist zum einen die mit seinem Random Orchestra eingespielte Musik, die er nicht zuletzt auch darum „Oblique Pop“ nennt, weil sie alle Genremuster sprengt – würde man sie auf den einfachen Gegensatz zwischen songhafter Akustik und experimentierfreundiger Elektronik reduzieren, so könnte man sie vielleicht irgendwo in dem weiten Feld zwischen<span id="more-10389"></span> Martyn Bates und These New Puritans unterbringen, aber was hieße das schon? Da sind zum anderen die düsteren und oft surreal anmutenden Texte, in denen Figuren wie aus einem Thomas Bernhard-Roman zum Leben erwachen und die Hörer die schöne Kunst der Selbstisolation lehren. Ein Leben, das nur der Beobachtung gewidmet ist, ein Leben als Verschwinden, Menschen, die sich einander zuwenden und sich einer fast Bunuel&#8217;schen Logik entsprechend doch immer wieder verpassen. Seltsam vertraut erscheint all dies, weil man bei keiner Zeile, keinem Sound, keinem musikalischen Motiv den Eindruck los wird, dass man mit all dem schon zu tun hatte, im Leben oder auf Platte, denn Greys Musik ist auch eine virtuose Feier des Channelns und Umfunktionierens von Dingen, die in allen Winkeln der Welt ihre Spuren hinterlassen haben. Greys künstlerische Biografie ist so alt wie er selbst, er wurde in den 70ern in Süddeutschland als Sohn eines britischen Tenors und einer aus Rumänien stammenden Tänzerin geboren und nahm auf ausgedehnten Tourneen am Künstlerleben der Eltern Teil. Seine musikalische Karriere stand zunächst im Zeichen minimalistischer Klanggebilde droniger oder folkiger Natur, seine Wege kreuzten sich mit Größen wie Charlemagne Palestine, Richard Moult, dem erwähnten Bates und vielen mehr. Nach ein paar unsteten Jahren und einer gewissen Distanz zur Musikwelt hat Grey seine Band neu belebt und im letzten Jahr ein opulentes Stück Exprimentalpop auf Platte verewigt. Dieser Tage steht der Nachfolger mit dem Titel „Breaker of Ships“ ins Haus. </strong></p>
<p><a title="I do not tolerate bitterness in my music. An interview with Nick Grey" href="http://africanpaper.com/2015/06/20/i-do-not-tolerate-bitterness-in-my-music-an-interview-with-nick-grey/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Was kannst du unseren Lesern über deine persönlichen und musikalischen Hintergrund erzählen? Wann und wie hast du mit der Musik angefangen und in welche Projekte warst du involviert?</strong></em></p>
<p>Hallo liebe Leser, ich begann mit der Musik 2001 in Frankreich. Ich spielte in einer Band, die von Surrealismus und Dadaismus beeinflusst war und deren Name grob ins Deutsche übersetzt „Die Kirche der Invertierten Psalterischen Bewegung“ hieß. Wir waren nicht sehr gut, aber wir waren laut und verstörend. Wir brachten ein Album heraus, spielten drei Konzerte, die jedesmal damit endeten, dass das Publikum uns lautstark zum Aufhören zwingen wollte (für gewöhnlich nach dem vierten Song), und lösten uns dann auf. Ein paar Jahre später erhielt ich einen Brief von einer Person, von der ich noch nie gehört hatte, die sagte: „wenn du deine Band nicht wiederbelebst, dann mache ich das. Betrachte mich als den neuen Führer der Kirche der Invertierten Psalterischen Bewegung“. Es war singniert mit „Adrien&#8221;. Ich fand die Idee gut, aber ich denke nicht, dass die zweite Inkarnation der Band jemals etwas herausbrachte. 2005 gründete ich Nick Grey &amp; The Random Orchestra, das bis zum heutigen Tag existiert. Ich habe einen primär klassischen Hintergrund, war aber immer schon fasziniert von Maschinen, Synthezisern und früher elektronischer Musik, was manchmal die schrägen Stilassoziationen erklären mag, die unsere Musik begleiten.</p>
<p><em><strong>In den letzten Jahren sind mir nur ein paar Aufnahmen mit deinen Bands 48 Cameras und 230 Divisadero aufgefallen, unter deinem eigenen Namen hast du dagegen kaum etwas herausgebracht. Seit letztem Jahr bist du nun mit zwei Alben zurück, auch bist du in das Land, in dem du geboren wurdest, zurück gekehrt. Siehst du all dies als einen Neuanfang?</strong></em></p>
<p>Ja, es ist definitiv ein Neubeginn. Es ist viel passiert in diesen letzten fünf Jahren, wenn auch vielleicht nicht musikalisch; es war zeitweise schwierig, die rechte Balance zwischen den Dingen zu finden. Ich zog viel umher. Ich versuchte, irgendwo heimisch zu werden, es misslang, ich zog weiter. Doch ja, wir sind nun zurück und ein Album pro Jahr ist mehr oder weniger der Plan. Wir sind tatsächlich vor sechs Monaten nach Berlin gezogen, und ich kann sicher sagen, dass dies die aufregendste Zeit für uns zum Musikmachen ist.</p>
<p><em><strong>Gibt es für dich ein neues Element, das deine heutigen Arbeiten von den früheren Aufnahmen unterscheidet?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-21.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-10429" title="NG-2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-21.jpg" alt="" width="417" height="278" /></a>Ich denke, ich hatte genug davon, allein zu spielen. „Spin Vows Under Arch“ war für mich der Kulminationspunkt einer Zurückgezogenheit, die sich am Ende in Bitterkeit verwandelte. Ich dulde keine Bitterkeit in meiner Musik, und so war es Zeit aufzuhören. Es war für mich auch das Ende der Zwanziger. Dreißig zu werden hieß für mich irgendwie, dass nun das ganze innere Phlegma plötzlich zum Vorschein kommt, das seit der Kindheit im Körper steckt. Vieles ging seit dieser Zeit viel besser, aber paradoxerweise wurde es auf musikalischer Ebene etwas kompliziert, „relevante“ Dinge zu finden, die sich auszudrücken lohnten. Ich bin sehr vorsichtig mit so etwas &#8211; wenn es sich nicht relevant anfühlt oder wenn es zu persönlich ist, schmeiße ich es meistens raus. Etwas später ereignete sich für mich etwas sehr wichtiges, indem ich Louis Pontvianne traf, einen extrem talentierten Musiker, der einer meiner engsten Freunde wurde und mit dem ich seit dieser Zeit zusammenarbeite. Nicht nur war die Kommunikation zwischen uns sehr gut, wir hatten auch eine Menge Spaß während der Arbeit: ein berauschendes Gefühl, das ich so im Zusammenhang mit der Musik nicht kannte.</p>
<p><em><strong>Trotz des Namens erscheint mir deine Band keineswegs „random“, aber wie es scheint haben die Mitglieder alle einen unterschiedlichen Hintergrund, was der Variationsbreite der Musik sehr zugute kommt. Wer sind die wichtigsten Personen und was macht sie zu so passenden Bandmitgliedern?</strong></em></p>
<p><a href="https://www.reverbnation.com/playlist/view_playlist/-4?page_object=artist_1106025">Louis Pontvianne</a> ist zur Zeit das Hauptmitglied des Random Orchestra – er spielt mehr oder weniger alles sehr gut und ist im Grunde seines Herzens Bluesmusiker. Dies wird ergänzt durch Leute wie <a href="https://boyarin.bandcamp.com/">Boyarin</a>, dessen Zugang zur Musik sowohl methodisch als auch sehr experimentell ist. <a href="https://www.facebook.com/pages/Sarah-Maison-Music/118439544906001">Sarah Maison</a> war ebenfalls an unserem letztjährigen Album beteiligt, und ich kann jedem nur raten, sich <a href="https://soundcloud.com/nicolai-riccardo-grey/08-enchantee"><span style="text-decoration: underline;">ihre großartigen Songs</span></a> anzuhören – sie macht eines der wunderbaren Dinge, von denen ich nicht einmal träumen könnte: vor einem Publikum sitzen mit nichts als einer Gitarre und damit jeden in ihren Bann ziehen. Und das liegt nicht nur an ihren Beinen, ich hab ja ebenfalls großartige Beine. Nicht zuletzt hat Peter James unsere letzten Arbeiten gemixt und gemastert und vieles mehr. Sein Beitrag ist immer essenziell, seine Geduld göttlich. Für uns ist er so etwas wie ein Therapeut, ein Guru und ein Bürgermeister &#8211; er hat immer das letzte Wort.</p>
<p><em><strong>Wie sehr sind die Leute in das Songwriting involviert?</strong></em></p>
<p>Wenn ich jemanden um einen Beitrag bitte, behandele ich diesen Beitrag mit dem äußersten Respekt (abgesehen von Klarinettisten natürlich). Es gibt keine genauen Regeln, nach denen wir arbeiten, aber für gewöhnlich läuft es so: Ich nehme etwas allein auf und komme zu dem Schluss, dass es sehr gut oder absolut beschissen ist. In beiden Fällen rufe ich dann Louis und wir bearbeiten den Track zusammen (oder erneuern ihn, falls er zu grottig ist, um etwas damit anzufangen, oder, was selten vorkommt, akzeptieren den Scheiß komplett). Dann verschwindet Louis, weil er die Nase voll von mir hat, und ich arbeite ein bisschen allein weiter. Ab diesem Punkt bleibe ich entweder dran, bis der Song fertig ist, oder ich verändere alles derart radikal bis zur Absurdität, so dass es wieder beschissen ist und Louis wieder zurückkommen und alles noch einmal neu aufrollen muss. Wie auch immer, sobald der Track als fertig erachtet ist, schicke ich ihn zu Peter, der mit dem Mixen beginnt. Das ist einer der inspirierendsten Abschnitte, ehrlich – Peter ist ein echter Perfektionist und hört nicht auf, bis er zu dem geplanten Ergebnis gekommen ist. Ich denke, er ist ein Zauberer&#8230; Was die anderen Musiker betrifft, gibt es ebenfalls keine klaren Regeln; der Track kann mit einem ihrer Beiträge beginnen (zum Beispiel ein Klarinettenloop von Mr Doria, aus dem ein ganzer Song wurde), oder wir können ihr Spiel später in die Arrangements integrieren. Ich hoffe, ich langweile niemanden, wenn ich das alles beschreibe. Ich komme mir selbst gerade ziemlich langweilig vor. Aber du hast gefragt! Obwohl ich sicher bin, dass du nicht wusstest, dass dies in einer Therapiesitzung enden wird.</p>
<p><em><strong>Gerade erscheint dein Album „Breaker of Ships“. Was kannst du uns darüber erzählen? Im Vergleich zum Vorgänger scheint es von den Sujets her nicht ganz so konzeptionell ausgerichtet zu sein&#8230;</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-11.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-10392" title="NG-11" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-11.jpg" alt="" width="3184" height="2123" /></a>In der Tat, das Album sollte gar nicht konzeptuell werden, aber natürlich gibt es eine Reihe an Themen, die das Ding zusammenhalten. Das wichtigste Thema ist das Streben, oder das Fehlen dessen, und noch grundsätzlicher das Leben, das als reiner Beobachter gelebt wird (sei es aus einer Entscheidung heraus, oder als Konsequenz eines anderen Ereignisses). Der „Breaker of Ships“, das ist hier der Leviathan, der die tiefsten Begierden und Ambitionen des Menschen zum Erlöschen bringt, und der viele Formen annehmen kann, Formen wie Passivität, Prokrastination, Angst oder auch Zerstreuung. In „The Archivist“ geht es um die Energie, die der Erzähler aufspart, indem er sich nicht auf den klassischen Lebensweg einlässt, und so keine grundlegenden sozialen Fähigkeiten entwickeln muss, die man für ein Weiterkommen in der Gesellschaft braucht &#8211; all diese aufgesparte Energie verwandelt sich in pure Beobachtung und die Fähigkeit zu archivieren, welche seine Menschlichkeit nach und nach in eine komplexe Datenbank für Informationen verwandelt, die er aus zweiter Hand erfahren hat.</p>
<p><em><strong>Ähnlich wie das letztjährige „Your&#8217;e Mine Again“ treffen hier Songstrukturen auf stark verfremdete Elemente wie Noise, Abstraktes, stark nach vorn gemischte Rhythmen u.s.w. Ich denke, dass das alles mehr oder weniger deinen Vorstellungen entspricht, aber hattest du vielleicht auch die Absicht, dass die Musik generell nicht ganz so leicht verdaulich gerät?</strong></em></p>
<p>Nicht mit Absicht. Unsere Tracks sind tatsächlich eine Illustration dessen, was ich als Hörer mag. Ich glaube, ich kombiniere gerne barocke Arrangements mit dem Gebrumme und dem Rauschen des Industrial, ich denke, es knüpft an meine Zeit als Kind an, als ich mit meinem Vater (einem Tenor) auf Tour unterwegs war. Die endlose Folge von Opern und Flughäfen&#8230;</p>
<p><em><strong>In dem Zusammenhang dachte ich an das berühmte Brecht-Wort „Glotzt nicht so romantisch!“ Würde es dich enttäuschen, wenn Hörer Songs wie „Juliet of the Spirits“ einfach als ein simples Idyll betrachten würden?</strong></em></p>
<p>Nein, nein. Wenn die Musik erst einmal veröffentlicht ist, gehört sie mir nicht mehr wirklich und es kann mich nicht ärgern, was Leute damit machen. Jeder hat die Freiheit, mit unserer Musik das zu verbinden, was am ehesten zu ihr oder ihm passt. Es wäre prätentiös und unangenehm von mir, würde ich meine Songs als etwas tiefgründigeres erachten, als sie in Wirklichkeit sind. Es ist ziemlich erwartbar, dass „Juliet“ vordergründig als ein eskapistisches Idyll rezipiert wird. In meinem Fall gibt es oft so etwas wie eine Botschaft oder ein Thema während des Entstehungsprozesses, aber es verändert sich ein Stück, wenn es erst einmal die Hörer erreicht, und für mich ist das in Ordnung, es entsteht etwas neues, etwas, das mehr über den Hörer als den Verfasser sagt.</p>
<p><em><strong>Es scheint als hättest du ein Faible dafür, Elemente aus verschiedenen Musikstilen zu zitieren und mit einander zu verbinden. Blues, Chanson, Einflüsse aus Krautrock, Prog, Electronica und vieles mehr – zumindest habe ich beim Hören immer weider solche Assoziationen. Passiert das einfach, oder agierst du auch quasi als „Fan“, der sich gerne auf seine Lieblingsmusik bezieht?</strong></em></p>
<p>Hmm, um ehrlich zu sein, bin ich nicht sicher. Ich habe mich zumindest niemals bewusst auf irgendwas bezogen. Aber es ist ja nicht wirklich einzuschätzen, wie stark ich durch meine Einflüsse geformt worden bin. Wenn du Elemente aus verschiedenen anderen Sachen heraushörst, die ich mag, ist das für mich etwas ganz natürliches, und ich komme damit vollkommen klar. Doch nein, Referenzen – bewusste – sind nichts, was ich interessant finde.</p>
<p><em><strong>Ok, ich dachte auch bei dem schon erwähnten „Juliet of the spirits“ an den gleichnamigen Film von Fellini. Was für eine Story ist das, und wie verhält sich das nachfolgende „Juliet of the Bones“ dazu?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-121.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-10430" title="NG-12" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-121.jpg" alt="" width="267" height="400" /></a>Die Lyrics von „Juliet Of The Spirits“ &#8211; und der Titel – wurden von Jean Mathoul (der Mann hinter dem 48 Cameras-Kollectiv) geschrieben und gewidmet. Er wurde vor kurzem sechzig und der Song handelt davon, wie er Großvater einer kleinen Juliet wurde. Mein eigener Beitrag ist erst später zu hören, auf „Juliet Of The Bones“, das tatsächlich von der Demystifikation eines Subtextes handelt, aber nicht auf den Film bezogen. Alles zwischen Geburt und Tod kann in der Rubrik „Andere Neuigkeiten&#8230;“ untergebracht werden, für jeden, denke ich; Geburt und Tod allerdings gehören auf die Titelseite, für die, die involviert sind. „Juliet Of The Bones“ zieht einfach eine Parallele zwischen Jeans und meinem Leben an einem ganz bestimmten Moment, dem Moment, wo er Großvater wurde und ich nicht. Diese beiden Stücke sind tatsächlich sehr persönlich, einer für Jean und einer für mich, sie sind ein bisschen eine Ausnahme, denn normalerweise lasse ich so etwas nicht zu; dennoch, ich fand das notwendig, da der Rest des Albums diverse menschliche Gewohnheiten beobachtet und analysiert, in einer nicht urteilenden Art und Wise, natürlich, aber dennoch&#8230; Ich musste mir die Hände also auch schmutzig machen.</p>
<p><em><strong>Viele deiner Songs basieren auf Akustikgitarren, und in der Vergangenheit hast du mit einigen Musikern mit Folk-Hintergrund zusammengearbeitet. Als diverse „Präfix“-Folksparten vor einigen Jahren hip waren, hattest du da einen Bezug zu?</strong></em></p>
<p>Nein, das liegt nur daran, dass ich irgendwann 2008 eine Gitarre in die Hand nahm, unmittelbar nach „Spin Vows Under Arch“. Als ich das Album zuende brachte, wurde ich des Experimentierens mit Drones, Weingläsern und abstrakten Soundscapes immer mehr überdrüssig und wollte der Songform eine ernsthafte Chance geben. Die Gitarre war eine gute Art des Neuanfangs und ebenfalls ein guter Test im Songwriting. Ich erinnere mich nicht mehr, wer sagte „wenn ein Song immer noch funktioniert, wenn er mit einer einzelnen Gitarre und Vocals gespielt wird, dann ist es ein guter Song“, aber ich merkte (manchmal zu meinem Erschrecken) das diese Feststellung sehr wahr ist.</p>
<p><em><strong>Auf „You&#8217;re mine again“ ging es viel um die absurden Seiten von Liebe und Beziehungen, und dein Zugang zu dem Thema war sehr ironisch. Was wäre für dich der wichtigste Grund, niemals Paartherapeut zu werden?</strong></em></p>
<p>Tatsächlich denke ich, dass ich sogar einen wunderbaren Paartherapeuten abgeben würde! Als Beweis kann ich anführen, dass ich schrecklich darin bin, meinem eigenen Rat zu folgen. Paare sind eine lustige Bestie. Sie haben etwas sehr trauriges und anrührendes an sich. Ich habe beobachtet, dass für gewöhnlich diejenigen Paare wunderbar funktionieren (auch wenn es da keine klaren Regeln gibt, ich gehe da nur nach meinem persönlichen Eindruck), die ihr Zusammensein als eine Art Teamwork begreifen und daran wachsen, im Gegensatz zu denen, die nur an dem Paarformat hängen um sich gegen ihre eigenen Todesangst zu schützen. Ich habe allerdings mehr Sympathie für die zweite Kategorie. Und in jedem Fall darf man niemals über andere Paare urteilen, denn andere Paare folgen einer Logic, die vollkommen fremd ist, radikal unterschieden von der eigenen.</p>
<p><em><strong>Teile des Albums erscheinen wie ein großes Panorama der verstörenden und unvorhersehbaren Seiten der Liebe, der Erotik und des Ringens um Attraktivität. Du sagtest in einem anderen Interview, dass deine Songs nie autobiografisch sind, aber gab es trotzdem so etwas wie eine basale Idee oder einen Impuls, der dich zu der Beschäftigung führte?</strong></em></p>
<p>Ja, du hast mich erwischt. Du hast natürlich recht, auch wenn die Songs nicht strikt autobiografisch sind, ist es der Impuls dahinter oftmals doch. Es gab viele Funken. Der stärkste war eine Vision von meinem fast eingeschlafenen Stiefvater um zwei Uhr nachs, auf einer Wohnzimmercouch vor einem Fernseher, in dem ein Aerobic-Kurs lief. Der Ton war leise gestellt. Meine Mutter kommt herein und beginnt wie wild zu schreien „Hör auf, in meinem Haus Pornos zu gucken“. Er war unfähig, sich zu verteidigen. Er wurde hinausgeworfen und musste fast eine Woche lang in seinem Auto schlafen. Doch etwas noch unglaublicheres passierte: Als er rausgeworfen wurde, drückte meine Mutter ihm eine große Mülltüte in die Hand und sagte zu ihm (immer noch schreiend): „Und bitte nimm den Müll mit, wenn du gehst“. Und das tat er. Er trotzte jeder Art von Logik auf jedem erdenklichen Level. Ich kann Leidenschaft verstehen, aber Leidenschaft zusammen mit den basalsten Alltagsaufgaben war etwas, das ich so noch nicht gesehen hatte. Es war außergewöhnlich! Und natürlich gab es später auch bei mir diese halb-romantisch- halb-alltäglichen Übungen, die ich so sehr vermeiden wollte – es ist unvermeidlich, vielleicht genetisch, aber auch sehr anrührend und witzig und ein bisschen traurig.</p>
<p><em><strong>Es gibt eine Reihe an Videoarbeiten zu deinen Songs. Da die Darsteller auch Teil der „Familie“ sind, siehst du die Clips als einen integralen Teil deiner Arbeit?</strong></em></p>
<p>Ja, irgendwie schon. Ich arbeite an unseren Videos nur mit meinem sehr guten Freund Rodolphe Gonzalès, der in Montreal lebt und ein wichtiger Teil meines Lebens in Kanada ist, wenn immer ich da bin. Wir haben versucht, zusammen Musik zu machen, aber das funtionierte nie wirklich und die Abende ertranken immer in billigem Bier und endlosen, ermüdenden Gesprächen über den trostlosen Zustand von allem. Das Kurzfilmformat allerdings scheint dagegen sehr gut zu uns zu passen. So gründeten wir <a href="https://vimeo.com/channels/boucastral">Bouc Astral Productions</a> für unsere Kurzfilme und Videoclips. Um ehrlich zu sein, denke ich nicht, dass wir ein Publikum haben. Der Clip zu „You&#8217;re Mine Again“ wurde allenfalls zur Kenntnis genommen, und ich denke unser Film &#8220;La Fête&#8221; hatte gerade mal um die 67 Aufrufe für ein paar Jahre. Vielleicht ist unser Humor das Problem, keine Ahnung.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/u4wZ72ixYd0" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong>Dabei ist derade das episodische Video zu „You&#8217;re mine again“ wirklich gut mit den Männern und Frauen, die sich ständig verpassen und missverstehen. Während sich die Frauen stehengelassen fühlen, verweilen die Männer in ihrem eigenen Kosmos, pflegen ihre Depressionen, warten ab oder verbringen ihre Zeit damit, sich für die Frauen auf irgendeine Art „fit&#8221; zu machen. Da die Figuren so liebenswürdig sind, würde man ihnen gerne helfen. Was denkst du, ist ihr Problem?</strong></em></p>
<p>Nun, wir selbst sind das Problem. Jede Interaktion zwischen den Charakteren im „You&#8217;re mine again“-Video scheint absolut unmöglich – doch sogar innerhalb von Beziehungen findest du manchmal Leute, die in Parallelwelten leben mit ihren eigenen Projektionen und Illusionen. Fast alle Darsteller in dem Video zählen zu meinen ältesten Freunden, manche von ihnen kenne ich schon um die dreißig Jahre. Ich sah sie kämpfen, streben, verlieren, ihre Ziele erreichen, wieder verlieren, viele Male &#8211; so wie sie mich. Das Video sollte sowohl ein Schnappschuss von den Kämpfen einiger Personen (mich eingeschlossen) sein, und in einem weiteren Sinne ein Statement über die Beziehung zwischen Männern und Frauen, aber als Karrikatur natürlich, eine simple, freundliche und liebevolle. Es freut mich sehr, dass du sagst, du findest die Figuren liebenswürdig – eine meiner größten Ängste war, dass man das Video als verurteilend verstehen könnte, was es nicht ist.</p>
<p><em><strong>Du erwähntest einmal, dass du Thomas Bernhard sehr schätzt. Ich bin neugierig, welche Texte du von ihm besonders magst&#8230;</strong></em></p>
<p>Ich denke, es ist der Text, durch den ich Bernhard erst kennenlernte : „Der Keller. Eine Entziehung“. Ich erinnere mich, dass ich schon von dem Titel absolut beeindruckt war, und wie ich noch bevor ich die erste Seite umdrehte, auf den Einband starrte und über die Idee dieser „Entziehung“ meditierte, denn das ist ein Konzept, das mich schon immer stark fasziniert hat. Der abgeschlossene Raum, der Rückzug hinter eine verschlossene Tür, eine Art von Tätigkeit innen, eine andere draußen, und beide vollkommen von einander getrennt und inkompatibel. Ich hasse es, Türen aufzulassen, wenn ich mit etwas wichtigem beschäftigt bin, offene Türen erfüllen mich mit einem unkontrollierbaren, animalischen Grauen. Mich in einen abgeschlossenen Raum einzufügen, gibt mir dagegen das Gefühl, dass alles möglich ist, ganz egal, wie diejenigen auf der anderen Seite der Trennung leben und agieren. Aber zurück zu Bernhard, ich fand viel Trost in seinen Schriften, Echos meiner eigenen gelegentlichen Misanthropie und repetitive Gedankenmuster. „Verstörung“ ist wahrscheinlich mein zweitliebstes Bernhard-Buch.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-SARAHLOUIS.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-10394" title="NG-SARAH&amp;LOUIS" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-SARAHLOUIS.jpg" alt="" width="3084" height="2056" /></a>Noch eine Frage zu „Breaker of Ships“ &#8211; der Track „Ghost Rain“ beinhaltet eine erschütternde Rede des australischen Aktivisten Philip Wollen über Tierausbeutung in der Fleischindustrie. Ich weiß nicht, ob Schlachthäuser mit Glaswänden die Menschen nicht doch eher zu einem Umweg bewegen würden, aber ich denke, dass eine Ansprache wie die Wollens Menschen wirklich bewegen kann, wenn sie nur gehört werden würde. Wolltest du einfach einen Teil dazu beitragen, oder gibt es einen spezielleren Bezug zum Album?</strong></em></p>
<p>Ein bisschen beides. Es ist ein sehr dunkles Album, denke ich, und während des Abmischprozesses wollten Peter und ich mit einem Hoffnungsschimmer abschließen. Er kam mit dem Instrumentalstück „Ghost Rain“, welches er, wenn ich es richtig erinnere, aus Teilen des restlichen Albums zusammengeschustert hatte, indem er verschiedene seltsame Effekte und magische Techniken benutzte, auch steuerte er noch ein paar Feldaufnahmen und sein tibetisches Becken bei. Ich fand das Stück sehr schön und sah darin einen passenden Abschluss, weil es musikalisch und lyrisch so sehr strahlte. Also ja, es gibt eine Verbindung zum Album in dem Sinne, dass – ich zitiere Wollen &#8211; „eine andere Welt möglich ist“, trotz der dummen Tendenz des Menschen, von Jahr zu Jahr schlimmer zu werden, aber für mich geht es natürlich auch darum, die Botschaft zu verbreiten, wenn ich kann. Ich glaube, Vegetarismus und Veganismus sind unmittelbare, praktikable Lösungen für ein sehr großes Problem. Ich denke aber auch, dass es eine Botschaft ist, die sorgfältig und dezent verbreitet werden sollte, denn den Konsumenten mit Schuldgefühlen zu belasten, führt oft zu einem gegenteiligen Effekt. Der menschliche Verstand wird heute von überflüssigen externen Stimuli bombaridert bis zur Erschöpfung, und so kann ich verstehen, dass Tierrechte für einige wie ein zweitrangiges Problem erscheinen mögen. Es ist unvorteilhaft, aber mit dem richtigen Schlüssel im richtigen Schloss, wenn ich diese triviale Analogie verwenden darf, kann eine positive Veränderung, vielleicht, in Bewegung gebracht werden.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-51.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-10431" title="NG-5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/NG-51.jpg" alt="" width="419" height="279" /></a>Zum Schluss natürlich die obligatorische Zukunftsfrage.. Gibt es ein paar nennenswerte Punkte in deinem Kalender? Können wir mit ein paar Liveshows rechnen, wenn das Album draußen ist?</strong></em></p>
<p>Es soll später im Jahr eine neue EP herauskommen, außerdem ist eine Kollaboration mit Empusae (ein Vollzeitalbum diesmal) im Entstehen. Was Liveshows betrifft, ja, absolut. Wir werden mit einem kleinen Duoformat anfangen (nur Louis und ich) und werden Songs von den letzten Alben spielen, aber auch etwas älteres Material (alles arrangiert, versteht sich). Außerdem suchen wir Musiker in Berlin, von daher – wenn jemand das liest und Lust hat, uns zu buchen oder bei uns mitzumachen, der kann sich gerne über unsere Webseite mit uns in Verbindung setzen.</p>
<p>Und Uwe – allerbesten Dank für deine Fragen!</p>
<p>(U.S.)</p>
<p>Fotos: <a href="https://instagram.com/lysandre.c/">Lysandre Cottret</a></p>
<p><a href="http://www.nick-grey.com/">Nick Grey @ Home</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/pages/Nick-Grey/34326993094">Nick Grey @ Facebook</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/RQTsuElXHcI" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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