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	<title>African Paper &#187; Magnus Sundström</title>
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		<title>THE PROTAGONIST: Songs of Experience</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 06:29:26 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/theprotagonistsongsofexperience.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4102" title="theprotagonistsongsofexperience" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/theprotagonistsongsofexperience-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Magnus Sundström alias The Protagonist ist ein streng konzeptuell arbeitender Musiker, der mit seinen Kompositionen und seiner Auswahl an literarischen Referenzen recht fundamentalen Fragen auf die Spur zu kommen sucht, Fragen, die für Außenstehende vage und unbestimmt bleiben müssen und doch immer um Themen der Vergänglichkeit, des Ennui und einer damit zusammenhängenden Dandyhaltung kreisen. Medium seiner Suche war in der Vergangenheit meist bestimmte Literatur von der frühen Romantik bis zur klassischen Moderne<span id="more-4101"></span> – poetische Strömungen, die man meist der Dekadenz zuordnet bzw. der schwarzen Romantik in der Definition eines Mario Praz. Auch musikalisch ist der Schwede vom 19. Jahrhundert inspiriert. Seine Musik ist von einer bombastischen Schwere und scheint (mit Vorbehalt, da ich kein Klassikkenner bin) auch stark vom Kino beeinflusst.</p>
<p>Sieben Jahre nach seinem Debüt „A Rebours“ ließ der Musiker erneut von sich hören und brachte eine EP namens „Interim“ und vor allem das Album „Songs of Experience“ (beide CMI) heraus, das formal wie inhaltlich nah am Vorgänger ist und durchaus als Fortsetzung verstanden werden kann. Veränderungen im Kleinen gibt es insofern, dass experimentierfreudigere Passagen mit weniger geradlinigen Sounds etwas mehr Raum bekommen, so beispielsweise bei der einleitenden Umsetzung von William Blakes „The Sick Rose“, ein Stück, das schon von vielen Musikern vertont wurde, am Prominentesten vielleicht von Coil. Es war Teil des illuminierten Gedichtszyklus, nach welchem Sundström das ganze Album benannte – die lyrischen Texte verschreiben sich der Erforschung eines menschlichen Seelenzustandes, welcher der Unschuld diametral entgegen gesetzt ist: Ein Zustand, der vom Verlust des kindlichen Urvertrauens und der despotischen Macht banaler weltlicher Institutionen geprägt ist und in Blakes Mythologie der Vertreibung aus dem Paradies entspricht. In „The Sick Rose“ wird Schönheit und Freude durch einen mysteriösen Trieb zerstört, der als dunkle, heimliche Liebe auftritt, allegorisiert durch die Figur eines unsichtbaren Wurmes &#8211; Jonathan Grieve (Contrastate) illustriert diese destruktive Kraft durch seinen grimmigen Stimmvortrag. An Coil (die musikalisch eigentlich Lichtjahre entfernt sind) musste ich auch bei der perkussiv-dramatischen Lovecraft-Vertonung „Hesperia“ denken, bei der der Vortragsstil an „The Golden Section“ erinnert. Wer bei diesem Stück an klassische Monumentalfilme denken muss, der kann sicher meine Kinoassoziation nachempfinden.</p>
<p>Insgesamt gestaltet sich „Songs of Experience“ recht wandlungsreich. Während „Spirits of the Dead“ mit wechselnden Tempi und Rhythmen spielt, offenbart das wieder an Huysmans abgelehnte „Down There“ mit seinen Chören eher die schwere Seite des Albums und hält Titel und Thema entsprechend einige der bedrückendsten Momente parat. Relativ unprätentiös und gerade deshalb einer der Höhepunkte ist die lange Version von Baudelaires „La Fin de la Journée“, das besonders von seinem gelungenen französischen Textvortrag lebt. Größtmögliche Gesten und ein enormer Breitbandsound finden sich dagegen wieder bei „The Hunt“ und bei „Strife“ (eine von Tomas Petterson vorgetragene Passage aus „Romeo &amp; Julia“), das zum Teil in einem großen Theater eingespielt wurde.</p>
<p>Für jemanden, der wie ich meist um orchestrale Musik einen Bogen macht, klingt ein solches Album ungewöhnlich, und an einigen Stellen ist es mir etwas zu viel an Dramatik und Wucht – Kunstgriffe, über die ich daher ebenso wenig ein Expertenurteil abgeben will wie zu den gelegentlich hervorgehobenen Referenzen an Komponisten des späten 19. Jahrhunderts. Dass The Protagonist damals Standards setzte, hinter denen viele Nachfolger unter dem Begriff „Neoklassik“ weit zurück blieben, steht fest. Wie schon der Erstling wurde „Songs of Experience“ durch das Berliner Label Raubbau wieder zugänglich gemacht und enthält als Bonus die drei weiteren Stücke der „Interim“-Ep, die sich nahtlos an die Albumstücke anschließen – nach weiteren sieben Jahren, und vielleicht impliziert die Zahl ja eine gewisse Regelmäßigkeit, die Fans auf weitere Lebenszeichen gespannt machen können.</p>
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		<title>THE PROTAGONIST: A Rebours</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 07:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aufgrund seines gepflegten Stils assoziiert man den klassischen Dandy gerne mit Mode, doch in Wirklichkeit waren die Dandys des 19. Jahrhunderts recht unzeitgemäße Originale, die sich mit ihrem herausgeputzten Äußeren dem Stildiktak ihrer Zeit entgegen stellten. Ihr Protest gegen die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/03/03/the-protagonist-a-rebours/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/theprotagonistarebours.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3810" title="theprotagonistarebours" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/theprotagonistarebours-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Aufgrund seines gepflegten Stils assoziiert man den klassischen Dandy gerne mit Mode, doch in Wirklichkeit waren die Dandys des 19. Jahrhunderts recht unzeitgemäße Originale, die sich mit ihrem herausgeputzten Äußeren dem Stildiktak ihrer Zeit entgegen stellten. Ihr Protest gegen die moderne Schelllebigkeit, die uns heute nichtig erscheinen muss, war so radikal wie skurril. Es wird gesagt, dass französische Dandies Schildkröten als Haustiere hielten und sie in demonstrativer Langsamkeit an der Hundeleine vor Fabrikanlagen spazieren führten. Arbeit galt laut Oscar Wilde als eines der größten Laster der trinkenden Klassen.<span id="more-3809"></span></p>
<p>Eine Schildkröte kommt auch in Joris-Karl Huysmans&#8217; Roman &#8220;A Rebours&#8221;, zu deutsch &#8220;Gegen den Strich&#8221;, vor. Der Dandy Floressas des Esseintes, anämischer Spross einer alten Adelsfamilie und dem Funktionalismus seiner Generation mehr als überdrüssig, stürzt sich dort zunächst in allerlei abseitige Abenteuer, frönt der sexuellen Ausschweifung, dem Opium und andern dekadenten Freuden der Halbwelt, bis er eines Tages erkennt, dass auch er, und sei es nur als perfekt passendes Gegenprogramm, Teil des verhassten Zeitgeistes ist. Vielleicht war es auch nur die Erschöpfung, jedenfalls wird aus dem versnobten Salonlöwen irgendwann ein Eskapist, der sich in einem abgelegenen Landhaus verbarrikadiert, um dort ganz seinen autistischen Obsessionen nachzugehen. Er häuft „Nerd“-Wissen über obskure spätrömische Literatur an, sammelt überzüchtete Pflanzen und erteilt eine wütende Absage an alles, was als natürlich gilt. Mit Düften versucht er so etwas wie Musik für die Nase zu komponieren. Mit einer Goldschicht und einem Muster aus Edelsteinen überzieht er die besagte Schildkröte, die dem Ästhetizismus freilich zum Opfer fallen muss. Auch so siegt die Kunst über eine Natur, die weg muss. Alles Störende musste radikal ausgeklammert werden, selbst die Diener durften nur auf Filzschlappen über dicke Teppiche schleichen.</p>
<p>Aus Protest gegen zeitgemäße Entfremdung pflegte Des Esseintes eine radikale Egozentrik, selten war eine Romanfigur so sehr Protagonist im wahrsten Wortsinne. Doch irgendwann macht sich auch in seiner faszinierend-morbiden Parallelwelt die Erschöpfung breit. Dem Titel entsprechend war der Roman ein Plädoyer gegen die Zeit, doch in seiner Übertriebenheit und Einseitigkeit war &#8220;A Rebours&#8221; ebenso sehr Satire. Ob Anarchisten, Träumer oder konservative Rebellen, unzählige Figuren, die mit dem Status Quo des 20. Jahrhunderts nicht einverstanden waren, verehrten den fiktiven Des Esseintes als Idol und ließen sich von ihm inspirieren &#8211; von George bis Jünger, von den Surrealisten bis zu den Situationisten war man Fan, und auch im Werk spätmodernder Autoren wie Bernhard oder Houellebecq meint man das Echo Des Esseintes&#8217; zu hören. Zahlreiche New Wave-Bands zählten „A Rebours“ zu ihrer Lieblingslektüre, Marc Almond, David Tibet und Mark Ellis von Elijah&#8217;s Mantle wären ohne Huysmans vielleicht nicht geworden, was sie sind.</p>
<p>Aus Ellis erweitertem Umfeld stammt auch Magnus Sundström, der als The Protagonist 1998 ein ganzes Konzeptalbum nach dem Roman benannte. Der Bezug besteht eher lose, so dass man den Titel auch schlicht als Slogan betrachten kann – gegen die Welt, gegen das Leben, um es mit dem deutschen Titel einer Lovecraft-Biografie aus der Feder Houellebecqs zu umschreiben. Die beiden Hauptkomponenten sind ein breiter, wuchtiger Orchestralsound und eine Reihe ausgewählter Textzitate, die auf unterschiedlichste Art einen artifiziellen Nonkonformismus teilen. Von Huysmans selbst wird ein Auszug aus seinem „Satans“-Roman „Tief Unten“ verwendet. Sundström trägt den Passus betont ungekünstelt vor, ergänzt von euphorischen Streichern, die bald zur Ruhe kommen, um martialische Snaredrums zu besänftigen. Klang und Harmonik erinnert an einigen Stellen an In The Nursery zur „Köda“- und „Stormhorse“-Zeit, sind emotional aufwühlend und spannungsgeladen. Einiges ist Keyboard, aber vielleicht passt das ja auch ganz gut zum Künstlichkeitskult der Decadence.</p>
<p>Viele der Beitragenden kommen aus Sundströms skandinavischem Umfeld, so Peter Pettersson (heute Bjärgö), der William Blakes „Song of Innocence“ vorträgt – viel deutlicher als der so anschaulich naive Text demonstriert die Musik das Betrauern einer Unschuld, die verloren ist. Mark Ellis, der ein hervorragender Rezitator ist, macht Shelleys „Mutability“ zu einem Höhepunkt. Hier wird das Monumentale etwas herunter gefahren – ein Zug, der auch einigen anderen Stücken gut getan hätte, denn an manchen Stellen wird das auf Dramatik setzende Pauken- und Streicher-Konzept etwas vorhersehbar. Das Gedicht „Imitation“ des düsteren Phlegmatikers Edgar Allen Poe in Carl Orff&#8217;sche Höhen emporzuheben mag einer Taktik des Kontrastes geschuldet sein, die bei mir ihre Wirkung verfehlt. Besser passt der reißerische Neoklassizismus zu dem Stück, das nach einer Thorakskulptur benannt ist – die gigantomanischen Wuchtklötze des Künstlers, seinerzeit in fragwürdigen Diensten, entspringen einem ähnlichen ästhetischen Fundamentalwillen wie z.B. der weltabgewandte Antivitalismus eines Cioran, auch wenn die äußeren Unterschiede nicht größer sein könnten.</p>
<p>Wie eine Klammer umfasst „A Rebours“ die Dekadenz mit all ihren Empfindungen und Ausdrucksweisen &#8211; als in sich schlüssiges, aber auch nicht zu eng gefasstes Konzeptalbum, dass nun nach über dreizehn Jahren erstmals vom Berliner Label Raubbau neu veröffentlicht wird &#8211; mit komplett neuem Artwork und zeitgleich zum Folgealbum &#8220;Songs of Experience&#8221;, über das in Kürze berichtet wird. Dass der spezifische Sound zum Teil nach Fantasie-Score klingt, mag an manchen Stellen unpassend wirken, und dass orchestraler Bombast später die (Disco-)Grüfte dieser Welt eroberte, ist schlicht der Lauf der Dinge. Deshalb auch primär ein Muss für spätgeborene CMI-Afficionados und alle Freunde der Pauken und Trompeten. Allen anderen Dandys sei zuvor eine Hörprobe empfohlen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://mailorder.ant-zen.com/products/label/id/92;jsessionid=AD87DD44D608018369245E5EBFC9041A">Raubbau/Ant-Zen</a></strong></p>
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