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	<title>African Paper &#187; Maja Szerszen</title>
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		<title>KAKAWAKA: Ein fröhliches Lied auf den Lippen den Wandersmann kann nichts erschüttern</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Mar 2013 06:42:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die meisten Noisefreunde kennen Kakawaka v.a. als Liveact. Unter dem Namen, der nur zufällig an das kanadische Ureinwohnervolk der Kwakwaka&#8217;wakw erinnert, bereichert Christoph Petermann seit einigen Jahren ausgewählte Musikveranstaltungen mit etwas, das in der Experimentalszene längst selten geworden ist: Eine &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/03/16/kakawaka-ein-frohliches-lied-auf-den-lippen-den-wandersmann-kann-nichts-erschuttern/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/kakawakawandersmann.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6352" title="kakawakawandersmann" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/kakawakawandersmann-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die meisten Noisefreunde kennen Kakawaka v.a. als Liveact. Unter dem Namen, der nur zufällig an das kanadische Ureinwohnervolk der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kwakwaka%27wakw">Kwakwaka&#8217;wakw</a> erinnert, bereichert Christoph Petermann seit einigen Jahren ausgewählte Musikveranstaltungen mit etwas, das in der Experimentalszene längst selten geworden ist: Eine Mischung aus Performance und Lärm, die in ihrer radikal primitivistischen Einfachheit keineswegs wie Pendant XYZ klingt. Kakawaka ist große Comedy, auf eine Art, die sich schon lange totgelaufen hätte, würde das Konzept mit einer<span id="more-6351"></span> distinktionsbemühten „Art School“-Attitüde daherkommen, bei der sich selbst der Humor noch zu ernst nimmt. Kakawaka macht einen Rhythm Noise, dessen Klangquellen ebenso Slapstick sind wie die clownesken Verkleidungen des grillgabelschwingenden Protagonisten. All dies geht einher mit bodenständigem Understatement.</p>
<p>Ich kenne die frühen Kakawaka-Tapes nicht, sein aktueller 2 Track-Release jedenfalls hat mit all dem erst einmal wenig zu tun und scheint eher eine Kehrseite des Projektes zu offenbaren. Klar weckt der Titel mit dem verunglückten Paarreim und das Cover, das mich spontan an einen alten Derrick-Vorspann erinnert hat, gewisse „Trash“-Assoziationen, und ich musste auch beim Wandersmann zuerst an einen hausbackenen Gevatter mit Gamsbart und Kniebundhosen denken. Die beiden Tracktitel verraten, dass unser singender Beatnik in Wanderschuhen bestens immunisiert ist gegen den Schmerz, den er überall wahrnimmt, und der ihm offenbar eher Abscheu als Empathie entlockt. Auch die (vermutlich eigene) Schuld kann ihn nicht aus der Ruhe bringen, dank der Musik. Ob all dies am Ende noch ein Bekenntnis ist, ob es gefeiert, gescholten oder persifliert wird, bleibt offen, und die Musik vermag ohnehin ganz eigene Bilder zu evozieren.</p>
<p>Die weitgehende Abwesenheit des fidelen Bummlers und seines Liedes ist eines ihrer Hauptmerkmale: „Überall nur widerlicher Schmerz“ wandert von rückwärts abgespielten Dronesounds über schrille Hochtönereien bis hin zu enervierenden Wiederholungsfiguren, die den Schmerz assoziativ nachempfinden, bis der Hörer abrupt in ein seltsam bewusstloses Rauschen getaucht wird. Stillstand ist angesagt, für Momente, doch kleinteilige Soundpartikel, die wie Späne durch den Raum fliegen und auch in einem Anemone Tube-Stück vorkommen könnten, reißen einen aus der Lethargie, bevor man von einer sanften (weiblichen?) Stimme, die dem fröhlichen Lied noch am nächsten kommt, den verdienten Balsam verabreicht bekommt.</p>
<p>Der Titel „Immer diese Schuld“ klingt eher leicht genervt und weniger wie die Überschrift eines moralphilosophischen Traktates. Ist es das Gewissen, dass unseren Waldgänger mit Schuldgefühlen zu piesacken versucht, weil er auf den allgegenwärtigen Schmerz nur mit beiläufigem Widerwillen reagiert, und fröhlich sein Lied weiter singt? Dazu würde die etwas spielerische Gestaltung des Klangmaterials passen &#8211; auch in den energischen Momenten, wenn der kollagierte Track metallenes Rasseln in den Vordergrund stellt, das peu a peu in handfeste Perkussion übergeht und sich gegen bohrende Dröhnung behauptet. Den infernalischen Höhepunkt bilden verwehte teutonische Waldhörner – Wolfgang Vogt lässt grüßen, und irgendwie hat auch der Wandersmann hier seinen Auftritt. Vielleicht sollte er sich seine Unerschütterlichkeit bewahren, das Schicksal der Flaneure in Thomas Bernhards <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gehen_%28Erz%C3%A4hlung%29">Erzählung &#8220;Gehen&#8221;</a> bleibt ihm so allemal erspart.</p>
<p>Beide Tracks bieten je zehn Minuten satte Klangkollagen, teils elektronischen Ursprungs, noch mehr aber als Resultat großangelegter Samplejagden, wobei der Vielfalt missbrauchbarer Haushaltsutensilien keine Grenzen gesetzt sind. Dies ist das verbindende Element zu den Shows, deren Hang zur Groteske und zu purem Lärm hier allerdings merklich zurückgeschraubt wurde. <a href="http://kakawaka.bandcamp.com/album/ein-fr-hliches-lied-auf-den-lippen-den-wandersmann-kann-nichts-ersch-ttern">Hier geht es zum Stream, bzw. Download</a>, wobei natürlich v.a. das Tape empfohlen sei, von dessen 100 Exemplaren sicher noch etwas übrig ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.chproductions.de/">C+H Productions</a></strong></p>
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		<title>GERÖLLGERÄTE: Emmenhausen</title>
		<link>https://africanpaper.com/2012/10/27/gerollgerate-emmenhausen/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Oct 2012 05:58:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein geschätzter Großvater war mit seiner Popkritik ganz auf der gängigen Frankfurter Linie. Generell kein Freund ausufernder Diskussionen, beschränkte sich sein Beitrag allerdings auf das Statement, dass er die Rolling Stones gerne einmal mit den Flying Stones bekannt machen würde. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/10/27/gerollgerate-emmenhausen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/geröllgeräteemmenhausen.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5536" title="geröllgeräteemmenhausen" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/geröllgeräteemmenhausen-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mein geschätzter Großvater war mit seiner Popkritik ganz auf der gängigen Frankfurter Linie. Generell kein Freund ausufernder Diskussionen, beschränkte sich sein Beitrag allerdings auf das Statement, dass er die Rolling Stones gerne einmal mit den Flying Stones bekannt machen würde. Dass ich mir das noch in den 90ern anhören durfte, geht rückblickend in Ordnung und ist ohnehin ein anderes Thema. Aber Geröllgeräte hätte er sicher gemocht.<span id="more-5535"></span></p>
<p>Geröllgeräte, das sind erst einmal eine Menge Fakten, die geklärt werden müssen. Die Vor- und Frühgeschichte versteht unter Geröllgeräten die ersten menschlichen Werkzeuge, die im Paläolithikum aus kaum mechanisch bearbeiteten Steinteilen „gefertigt“ wurden, da sie sich von ihrer natürlichen Form und Beschaffenheit her für bestimmte Funktionen eigneten – gewissermaßen die ersten Readymades der Kulturgeschichte. Unter dem Begriff Geröllgeräte firmieren derzeit aber auch Christoph Petermann und Hardy Küster, zwei im Raum Göttingen geborene Noiser, die den eigentlich überstrapazierten Begriff des genialen Dilettanten auf eine ungeahnt hohe Spitze treiben, oder aber &#8211; je nach Reaktion des Hörers &#8211; vollkommen ad absurdum führen. Küster begegnete ich erst im Geröllgeräte-Rahmen, seine Webseite macht einen mit seinen Stammprojekten Brot, Hk, Dj Dynamic, Hektor F, Wolfsmaul, The Hardverger, Urban Dirt Exposer, Juan Sohn, Simba, Dj Großvater und Rosenfranz bekannt und erwähnt zurückliegende Kollaborationen mit Faschogirl, 2 Scheiben Brot und Process Geschäftsführer, die mir allesamt nichts sagen, und die ich eigentlich vor Abfassung dieser Review recherchieren wollte.</p>
<p>Sein Kollege Petermann ist vor allem unter dem Namen Kakawaka bekannt und gerade im Hauptstädischen Raum auch etwas bekannter, wo er die Szene zudem als Kurator für ostasiatische Noise-Acts bereichert. Ich weiß nicht, ob ich ihn als den einzig wahren Harsh Noise-Comedian bezeichnen darf, wahrscheinlich nicht, aber ich tu&#8217;s. Mit Grillgabel, Luftballons, Kontaktmikro und einer Reihe an Effekten produziert der musikalisch z.T. in Japan sozialisierte Künstler eine Spielart des Rhythm Noise, die am besten im Rahmen von Performances funktioniert, in denen fantasievolle Outfits für&#8217;s Kongeniale sorgen – oder gar kein Outfit, wenn man Gerüchten über das letzte Avantgarde Festival in Schiphorst glaubt. All dies ist ebenso kraftvoll wie komisch, aber keineswegs nett-lustig oder sonst irgendwie trivial. Ein Kakawaka-Konzert frühmorgens hat mir schon einmal eine Nacht gerettet, in der ich zuvor dreimal die Einstürzenden Neubauten der 90er live erleben durfte.</p>
<p>Als Geröllgeräte erteilen die beiden, unterstützt von Maja Szerszen, die sich um das Visuelle kümmert, jüngst allen Musikern des Steinklang-Labels eine Lektion: Auf jedem Album (es gibt bisher zwei) wird der typische Sound eines Steinbruchs im Kreis Göttingen mittels Gegeneinanderwerfen, Rollen, Schlagen und Schütten herumliegenden Gerölls „erforscht“. Ich gebe „Emmenhausen“ den Vorzug vor „Ossenfeld“: Hier ist einerseits der Rest handwerklicher Bearbeitung und die daran gekoppelte narrative Ebene (schon im Artwork) präsenter. Andererseits ist die Klangerzeugung konsequenter auf die Steine reduziert, wenngleich die Ossenfelder Flugobjekte (Vögel und sonstiges) eher zufällige Faktoren sind, deren Einbezug der Idee entspricht, wie bei den archaischen Namensgebern auf nachträgliche Bearbeitung zu verzichten. Wie bei David Jackman, der im Rahmen der mittleren Organum ähnlich arbeitete, hat man bisweilen das Gefühl, einen Film ohne Dialoge im Hintergrund laufen zu lassen. Und wem das zu arty klingt, den mache ich genre mit dem kleinen Pferdefüßigen auf meiner linken Schulter bekannt, der die ganze Zeit von einer großangelegten Persiflage auf Konzeptkunst faselt.</p>
<p>Neben dem Verzicht auf Soundbearbeitung, Produktion und Mastering wird auch keine taktische Instrumentenauswahl getroffen, um die beiden Schauplätze künstlich zu kontrastieren, man greift eben auf die Steine zurück, die da sind, und die ähneln einander wie ein Thomas Bernhard-Satz dem nächsten oder ein Bassriff von Sleep und Om seinen tausend Pendants auf dem nächsten oder übernächsten Album. Ich hoffe, dass das so bleibt und bin ganz gespannt auf die erste konzertante Inszenierung in einem weiteren Steinbruch der Region, die diese kulturelle Aufwertung hoffentlich zu schätzen weiß.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.chproductions.de/">C+H Productions</a></strong></p>
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