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	<title>African Paper &#187; Malignant Records</title>
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		<title>MONOCUBE: Substratum</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Aug 2019 07:02:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Andrzej Gladuszewski]]></category>
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		<description><![CDATA[Neben seiner Teilnahme an der Kollaboration mit Anemone Tube und Jarl zum Jahreszeitenzyklus von Pieter Brueghel dem Älteren hat der ukrainische Ambientmusiker Andrzej Gladuszewski alias Monocube dieses Jahr gleich noch einen Nachfolger des vor drei Jahren erschienenen Debütalbums &#8220;The Rituals&#8221; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/08/10/monocube-substratum/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/06/monocubesubstratum.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17991" title="monocubesubstratum" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/06/monocubesubstratum-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Neben seiner Teilnahme an der Kollaboration mit Anemone Tube und Jarl zum Jahreszeitenzyklus von Pieter Brueghel dem Älteren hat der ukrainische Ambientmusiker Andrzej Gladuszewski alias Monocube dieses Jahr gleich noch einen Nachfolger des vor drei Jahren erschienenen Debütalbums &#8220;The Rituals&#8221; herausgebracht. Atmosphärisch intensiver und kompositorisch ausgereifter wirkt das unter punktueller Unterstützung von Antti Litmanen (Arktau Eos) und Frederic Arbour (Visions) entstandene &#8220;Substratum&#8221; schon auf den ersten Eindruck, und doch<span id="more-17990"></span> knüpft das Werk stilistisch deutlich an seinen Vorgänger an, dessen Opener &#8220;Visiones&#8221; gleich in einem neuen Track fortgesetzt wird.</p>
<p>Modulare Synthies und an ausgesuchten Stellen einmontierte Klänge verschiedener Saiteninstrumente bilden das Fundament der acht dröhnenden Klangflächen, deren düster-harmonische Schwere zum passiven Träumen verführen kann und so ein Grund sein mag, die unterschwellige Dynamik dieser Musik erst nach und nach mitzubekommen. Doch auch nachdem man sich an die Stimmung der Musik akklimatisiert hat, bleibt diese in ihrem Wesen diffus.</p>
<p>Wer auf die Macht der Worte vertraut, kann durch die Tracktitel zumindest etwas Orientierung in den abstrakten Klanglandschaften bekommen. Von der Sehnsucht erzählen sie, die sich unter verhalltem Rauschen und plötzlich losbrechenden Noisebrocken etwas Schmerzhaftes offenbart und nach Veränderung schreit. Vom Element Luft und der Prima Materia, der aristotelischen Urmatierie, aus der alles Irdische hervorgegangen ist, künden sie, und lassen so einen kosmogonischen Hintergrund erahnen. Noch erhabener wirken so die Echos von angedeuteten Choralgesängen, ebenso die melodischen Synthietupfer, die irgendwann in akustische Klagelaute übergehen und an Orpheus in der Unterwelt denken lassen. Am Ende steht mit dem Limen die Schwelle, die die Grenze zum Zustand der Vollendung markiert.</p>
<p>Letztlich drehen sich all diese Dinge um ein Schöpferisches, um eine Welt, die im Entstehen begriffen ist und die Musik, dem Titel entsprechend, zum Substrat macht. Die oft langsame und subtile Veränderlichkeit von Klangfarben, Harmonien und dezenten Rhythmen schärfen die Wahrnehmung und lassen die Abfolge von beunruhigendem Vibrieren, entspanntem kosmischen Bimmeln, fast schrillen bläserartigen Sounds und all den anderen Gegensätzen, ohne die laut William Blake kein Vorwärtsdrang möglich ist, noch deutlicher auf dem dunklen Nährboden aufscheinen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.cycliclaw.com/">Cyclic Law</a> / <a href="https://www.malignantrecords.com/">Malignant Records</a></strong></p>
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		<title>STROMSTAD: New Devoted Human</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jan 2018 01:14:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Enslaved]]></category>
		<category><![CDATA[Grutle Kjellson]]></category>
		<category><![CDATA[Jasse Tuukki]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter einem Portmanteauwort als Projektnamen veröffentlichen Jasse Tuukki und Toni Myöhänen -die als Strom.ec eine Reihe von im Power Electronics angesiedelten Alben veröffentlicht haben &#8211; und Kristoffer Oustad, der eher partiell etwas ruhiger, aber nicht weniger dunkel agieren kann, ihre &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/01/20/stromstad-new-devoted-human/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/Stromstara0989770176_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14801" title="Stromstara0989770176_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/Stromstara0989770176_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Unter einem Portmanteauwort als Projektnamen veröffentlichen Jasse Tuukki und Toni Myöhänen -die als Strom.ec eine Reihe von im Power Electronics angesiedelten Alben veröffentlicht haben &#8211; und Kristoffer Oustad, der eher partiell etwas ruhiger, aber nicht weniger dunkel agieren kann, ihre erste Zusammenarbeit und das Debütalbum „New Devoted Human“ lässt dann auch klar den Einfluss der vorherigen Arbeiten der drei spüren. <span id="more-14800"></span></p>
<p>Das Album beginnt rabiat: „Inherent Resurrection“ kombiniert Noiseloops, schabende Analogsounds und verzerrten, aggressiven Gesang. Wenn man so will, ist das der Power Electronics-Hit des Albums und als Opener in seiner Wucht sehr gelungen. Dagegen setzt das dann folgende „Fever Wave Dream Function“ einen etwas anderen Schwerpunkt: Das Instrumental mit pulsierenden, leicht hektischen Analogsounds und melodischen Drones, auf dem gegen Ende so etwas wie eine kaputte Drummaschine zu hören ist, setzt weniger auf Aggression, sondern erzeugt eine leicht unheilschwangere Atmosphäre. Die ersten beiden Stücke verdeutlichen auf gewisse Weise so die hybride Natur dieses Albums, das fortwährend zwischen expressiver Wu(ch)t und Introspektion changiert.</p>
<p>„Blood Consciousness“ mit seinen surrenden Analogschleifen und dem deklamatorischen Gesang erinnert etwas an die Tescohausband. „Nattsvermer“ wird von melodischen Drones dominiert, die für ein Moment des Innehaltens sorgen: Das Tempo wird zurückgefahren, es knistert, während in der Ferne Choralelemente zu hören sind. Auf „Reluctant Traveller“ tritt als Gastsänger Grutle Kjellson von Enslaved auf, der den Text &#8211; untermalt von erratischer, stampfender Perkussion &#8211; rezitiert und herausschreit, um am Ende dann zu dem Schluss zu kommen: „How blissful when the ocean is silent“. „Exchanging Eyes“ beginnt als an- und abschwellender Dark Ambient, in den dann aber Gesang einbricht, um in Verzerrung zu enden. Das Titelstück besteht aus verzerrtem Gesang, Dröhnen, Noiseloops und wenn es dann heißt „Channeling the distressed emotions/Guiding them into an external tumor“, dann muss man an zweierlei denken. Es passt, dass dieses Album auf Malignant Records erscheint und zudem man wird an <a href="https://www.rogerebert.com/balder-and-dash/the-shape-of-rage-david-cronenbergs-the-brood">David Cronenbergs Version von Kramer gegen Kramer erinnert</a>. Das Album endet dann mit „Kosto“, einer von Streichern durchzogenen soundtrackartigen Klangfläche.</p>
<p>Die das Album zierenden Gemälde von<a href="https://fineartamerica.com/profiles/jeff-klena.html"> Jeff Klena</a> präsentieren den Menschen als Figur der Transformation, der Auflösung, damit die Szenarien, die auf dem Album entworfen werden, angemessen illustrierend.</p>
<p>Label: <a href="http://www.malignantrecords.com/">Malignant Records</a></p>
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		<title>GNAWED: Pestilence Beholden</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/10/22/gnawed-pestilence-beholden/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2016 08:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gnawed]]></category>
		<category><![CDATA[Malignant Records]]></category>

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		<description><![CDATA[Im weiten Feld der Geräuschmusik gibt es verschiedene Möglichkeiten ein Werk zu auratisieren, so kann z.B. manchmal ein Hinweis auf das verwendete Klangmaterial dazu beitragen. In seinem Text „Der Böttger-Effekt“ hat sich Asmus Tietchens dazu wenig begeistert geäußert: „Worüber werden &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/10/22/gnawed-pestilence-beholden/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/10/Gnawed.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12878" title="Gnawed" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/10/Gnawed-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im weiten Feld der Geräuschmusik gibt es verschiedene Möglichkeiten ein Werk zu auratisieren, so kann z.B. manchmal ein Hinweis auf das verwendete Klangmaterial dazu beitragen. In seinem Text „Der Böttger-Effekt“ hat sich Asmus Tietchens dazu wenig begeistert geäußert: „Worüber werden wir aufgeklärt, wenn wir abstraktes Schnarren wahrnehmen, das laut credits aus dem Soundscape eines nordafrikanischen Marktes abgeleitet ist? Gut, wir lernen, dass so etwas technisch möglich ist. Und weiter? Vielleicht noch, dass wir uns auch mal an solchen Übungen versuchen könnten. Immerhin.“<span id="more-12877"></span> Eine weitere Möglichkeit ist es, nicht auf das Material an sich, sondern auf den Ort der Aufnahmen zu verweisen, man denke etwa an die Linernotes auf Lustmords „Paradise Disowned“: „Recording locations winter 1983–1984: the crypt of Chartres cathedral; the cave at Craig Y Ddinas; the deep shelter in Crewe; Dunster abattoir, Bangor and the original site of Beldam.“ Gnawed, das seit einigen Jahren aktive Projekt von Grant Richradson, kombiniert beides, denn der Hörer wird darauf hingewiesen: „All scrap metal, performed percussion, and natural sounds were recorded within sewers, and rotting abandoned industrial complexes in Minneapolis“. Ein<a href=" https://scontent-ort2-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/13255986_1108178599203238_95149562112630344_n.jpg?oh=27b527625b61c8712e34d446840ee8cf&amp;oe=58903ED4"> Bild</a> auf Gnaweds Facebookseite verdeutlicht, wie weit zu gehen man bereit ist, um den richtigen Klang einzufangen.</p>
<p>Natürlich hat die USA in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Abstieg bei der Industrieproduktion erlebt, sind Städte wie Detroit Symbole eines beschleunigten Verfalls geworden. Verglichen damit geht es Minneapolis noch recht gut, wobei die Musik auf „Pestilence Beholden“ nicht notwendigerweise darauf schließen lässt: „A Bitter Harvest“ ist ein zurückhaltend beginnender Opener: Da bekommt man wirklich sofort den Eindruck, als sei das Stück in einer alten Maschinenhalle entstanden. Das kurze „Serpent in the River of the Arms of God“ knüpft an diese Form eines industriellen Ambients an. “The Hand that Feeds“ beginnt ähnlich, doch dann bricht nach einigen Minute eine ultraverzerrte Stimme ein, die eher an Power Electronics denken lässt. Auch das Titelstück arbeitet mit Stimme, die hier verlangsamt wird, bevor verzerrtes Brüllen einsetzt. „The River Runs Dry“ wird von mäandernden, metallisch klingenden Drones dominiert. &#8220;Nil but Rot (Negation is Purity)&#8221; wird von schleppender Metalperkussion durchzogen. Der Abschlusstrack &#8220;Perdition (Death&#8217;s Disaese)&#8221; klingt mit seinen in der Ferne rezitierenden Stimmen fast wie eine industriellere Version der frühen Ain Soph.</p>
<p>In letzter Zeit hat man vermehrt den Eindruck, dass gerade Amerikaner sich an PE-/Death Industrial-Hybriden versuchen, bei denen sich rabiate und ruhige Momente abwechseln. Auch Gnawed setzen auf dem dritten Album auf punktuelle und gezielte Eruption(en). Auf Albumlänge funktioniert das erstaunlich gut, was sicher daran liegt, dass &#8220;Pestilence Beholden&#8221; erstaunlich variantenreich ist. (MG)</p>
<p>Label: <a href="http://www.malignantrecords.com/">Malignant</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>BEYOND ENCLOSURE:  Dungeon Of Total Void</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/08/20/beyond-enclosure-dungeon-of-total-void/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Aug 2016 05:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Beyond Enclosure]]></category>
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		<description><![CDATA[Man muss sich nicht durch das Gesamtwerk von Georges Bataille gearbeitet haben (auch wenn es sicher nicht schadet), um die Verbindung von Sexualität und Schmerz (an) zu erkennen. In der BDSM-Szene wird das scheinbar am deutlichsten in den Fokus gerückt. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/08/20/beyond-enclosure-dungeon-of-total-void/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/beyondenclosure_dungeonoftotalvoid3000x3000.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12621" title="beyondenclosure_dungeonoftotalvoid3000x3000" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/beyondenclosure_dungeonoftotalvoid3000x3000-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man muss sich nicht durch das Gesamtwerk von Georges Bataille gearbeitet haben (auch wenn es sicher nicht schadet), um die Verbindung von Sexualität und Schmerz (an) zu erkennen. In der BDSM-Szene wird das scheinbar am deutlichsten in den Fokus gerückt.<span id="more-12619"></span></p>
<p>Ich erinnere mich noch, wie mir vor Jahren ein italienischer Musiker von seinen Erlebnissen auf dem WGT berichtete, als er dort eine Fetisch/SM-Party besuchte und an den Wänden überall Zettel mit Regeln (was der Sklave nicht tun dürfe, was dem Herrn erlaubt sei) sah. Besagter Musiker meinte, wenn er an Fetisch etc. denke, dann würde er an Schmutz und Sperma denken und nicht an Regeln. Camille Paglia, deren Kommentare zu SM in der Community über die Jahre nicht gerade positiv aufgenommen worden sind, sagte einmal in einem Interview: „I would be into S/M if I were very young. But as someone who grew up in the fifties, I have S/M in my mind. I think that the intensity of my S/M fantasies is such that seeing people really do it is sort of depressing to me. It’s less than what I had created in my mind all these years when I was so frustrated for lack of meeting anyone with similar fantasies or attractions.” Beide Aussagen treffen vielleicht ein grundsätzliches Problem, nämlich das oft sehr Schematische und Regelhafte bei der Inszenierung, am offensichtlichsten vielleicht bei Farbe (schwarz) und Material (Lack, Latex, Leder etc.) der Kleidung („Black Rubber Man“ heißt der Abschlusstrack auf Beyond Enclosures Debütalbum dann auch). Oftmals gerinnt die Transgression dabei zum Klischee und lässt sich, wenn man böswillig ist, als Zeichen verarmter Imagination lesen.</p>
<p>Im (Post)Industrial haben sich eine Reihe von Bands am Thema BDSM abgearbeitet: Z.B. Die Form, Master/Slave Relationship oder – vielleicht am differenziertesten- die deutschen Fetisch Park. Ansonsten hat man den Eindruck, dass – und William Bennett ist daran sicherlich nicht ganz unschuldig – bei vielen Power Electronics-Projekten Verweise darauf zum Standard gehören und die Überschreitung (von Genrebegrenzungen) durch eine Hymne auf Blümchensex manch einen Hörer vielleicht eher (ver)stören würde.</p>
<p>Auch Beyond Enclosure setzen auf „Dungeon of Total Void“ im Innern der CD auf ein vertrautes Repertoire an Bildern, um eine Musik zu illustrieren, die Death Industrial mit einer kleinen Dosis Power Electronics vermischt. Das erste Stück dient als Einleitung: Man wird „Into the Dungeon“ geführt, Ketten klirren, man hört verfremdete Stimmen, es dröhnt. „Autoerotik Punishment“ ist mit seinen Hochtönen und ultraverzerrten Stimmen rabiater. Wenn die Vocals in ihrem Befehlston einsetzen, dann weiß man auch, warum Samantha Diabolik, die eine Hälfte des Duos, mit „Commands“ gelistet wird. Ein besonders ruppiges Stück heißt dann auch „Chain of Command“. „Basement Paraphilia“ wird von Hochtönen durchzogen, im Hintergrund kracht es. „Forceful Aquisition of Faith“ ist (gerade wegen seiner Reduktion) einer der stärksten Tracks: Das ist ein fortwährendes Warten auf die Eruption; die Stimme, die im Zentrum des analogen Brummens ist, lässt sich kaum noch einem Geschlecht zuordnen. Vielleicht möchte man nicht wirklich wissen, mit welchen Mitteln hier jemand bekehrt wird. (J.M.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.malignantrecords.com/">Malignant</a></strong></p>
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		<title>CONCRETE MASCARA: Perennial Disappointment</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/06/18/concrete-mascara-perennial-disappointment/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Jun 2016 04:57:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Concrete Mascara]]></category>
		<category><![CDATA[Malignant Records]]></category>

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		<description><![CDATA[Sein Ziel beschreibt das Trio Concrete Mascara auf seiner Website mit folgenden Worten: „Concrete Mascara is devoted to vanity, hedonism and addiction. Beauty at any cost. Life lived between the razor and the mirror.” Auf dem Track “Snake Skin Stilettos” &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/06/18/concrete-mascara-perennial-disappointment/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/pereninial_disappointment-_front_cover-lo_res_3.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12317" title="pereninial_disappointment-_front_cover-lo_res_3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/pereninial_disappointment-_front_cover-lo_res_3-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Sein Ziel beschreibt das Trio Concrete Mascara auf <a href="https://concretemascara.wordpress.com/about/">seiner Website</a> mit folgenden Worten: „Concrete Mascara is devoted to vanity, hedonism and addiction. Beauty at any cost. Life lived between the razor and the mirror.” Auf dem Track “Snake Skin Stilettos” findet sich dann auch passenderweise die Apotheose des Abusus: “God is in the mirror/god is on the mirror/staring back/through white lines”.<span id="more-12316"></span></p>
<p>Musikalisch wird  diese Mission auf “Perennial Disappointment”  als Power Electronics mit gelegentlichen Death Industrial-Momenten umgesetzt: Ist das Intro &#8220;The Flesh of this World&#8221;, auf dem etwas unoriginell mit verlangsamter Stimme gearbeitet wird, noch zurückhaltend, so ist der zweite Track „Area Trinity“ von gewaltiger Wu(ch)t: Inmitten der brachialen Feedbackorgie und der Analogsynths wird mit ultraverzerrter Stimme &#8220;Area Trinity/my home/your nightmare&#8221; verkündet. Damit verweist man wahrscheinlich auf den Ort in New Mexico, an dem zum ersten Mal eine Waffe getestet wurde, die deutlich machte, dass der Mensch etwas entwickelt hatte, das die Fähigkeit hatte, ihn jedwede Gattungsloyalität aufkündigen zu lassen. Auf „Utopian Nightmare“ und &#8220;Delusion of Sacrifice&#8221; werden Rhythmusschleifen (die bei letzterem wie Gewehrsalven klingen) mit rabiaten Dissonanzen kombiniert. „Mouth of Flies, Tongue of Maggots“ ist dagegen etwas zurückhaltender: Man hört fast schon rituelles Dröhnen, Rhythmusloops und Vocals, die hier in der Musik fast unterzugehen scheinen. Der Text, der sich der von in Soap Operas bis zu Selbsthilfegruppen geäußerten Beziehungsplatitüden bedient („I am so sorry for everything/you were right about everything/I have been selfish“) wird durch den Titel ad absurdum geführt. “Death Trigger Impulse” ist eine Lärmwand, auf der man sich eines der vielleicht verbreitetsten Sartre-Zitate bedient: &#8220;hell is other people&#8221;.</p>
<p>Interessant ist, wie sich manche Spielarten extremer Musik einander annähern: Concrete Mascara wählen weder das an der Grenze zur Hysterie liegende Gekreische, wie es sich z.B. bei früh(er)en Aufnahmen Whitehouses findet noch bedienen sie sich eines herrischen Befehlstons, der seit einer Reihe von Jahren das <em>default setting</em> vieler zeitgenössischer PE-Projekte ist. Vielmehr ist die Inszenierung teilweise näher am Black Metal (z.B. auf dem von verzerrten Rhythmusloops durchzogenen „Defined by Absence“). (J.M.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.malignantrecords.com/">Malignant</a></strong></p>
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		<title>IRM: Closure</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/10/25/irm-closure/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2014 05:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erik Jarl]]></category>
		<category><![CDATA[IRM]]></category>
		<category><![CDATA[Malignant Records]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Bladh]]></category>
		<category><![CDATA[Mikael Oretoft]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Vorfeld der Veröffentlichung des Albums wurde von Bandseite darauf hingewiesen, dass die 2008 erschienene Maxi „Indications Of Nigredo “ und das Album „Order⁴“ als Teile einer Trilogie begriffen werden, die nun mit „Closure“ ihren Abschluss findet -  was sicher &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/10/25/irm-closure/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/closureR-6109542-1411305383-8644.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9501" title="closureR-6109542-1411305383-8644" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/closureR-6109542-1411305383-8644-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Vorfeld der Veröffentlichung des Albums wurde von Bandseite darauf hingewiesen, dass die 2008 erschienene Maxi „Indications Of Nigredo “ und das Album „Order⁴“ als Teile einer Trilogie begriffen werden, die nun mit „Closure“ ihren Abschluss findet -  was sicher auch damit zu tun hat, dass seit erstgenannter 12&#8242; der Bassist Mikael Oretoft das Klangspektrum erweitert und Erik Jarl und Martin Bladh musikalisch unterstützt. <span id="more-9499"></span>Dabei war ein Merkmal des IRM-Klangkosmos, dass man weitgehend auf jedwede Form von Rhythmus verzichtete – anders als etwa der ehemalige Labelchef Roger Karmanik mit Brighter Death Now. Stattdessen gab es einen Klangwall, vor dem Bladh seine Visionen vom menschlichen Körper als Ort des Schmerze(n)s mit markerschütternder Stimme deklamierte. Das mag nach Statik, nach Erstarrung klingen, aber IRMs Klang(bild) wurde mit jeder Veröffentlichung ausdifferenzierter, war trotz aller Brachialität nicht nur eine reine Verzerrungsorgie.</p>
<p>Das neue Album geht einen Schritt weiter, integriert (auf zwei Stücken) Cello und auf einigen weiteren Perkussion. Dabei sollte man eher an das tonnenschwere, langsame Schlagzeug der frühen Swans denken – Tanz kann nur in zäher Zeitlupe stattfinden, wie schon das erste Stück „Closure 1“ deutlich macht: Es beginnt gewohnt rabiat, dann leiten schwere Schläge Gesang ein. Das fast neunminütige „Closure 3“ dagegen zeigt, wie gut IRM klingen können, wenn die Wu(ch)t etwas zurückgefahren wird: Ein Metronom tickt, Bladh trägt fast rezitierend und mit unverzerrter Stimme einen Text vor, im dem das Theatralische, Inszenatorische, die Performanz betont wird (schon auf „Order⁴“ gab es Stücke, die sich wie eine Anleitung zu einer Kunstaktion Bladhs lasen), zwischendurch scheint man dann auch konsequenterweise sich unterhaltendes Publikum zu hören, erst gegen Ende kommt Rauschen dazu, das an die frühen Whitehouse denken lässt, schließlich eine Spieluhr, die – vielleicht nicht zufällig &#8211; an <a href="http://www.youtube.com/watch?v=60_A2gvgcqg ">„Hellraiser“</a> denken lässt, Clive Barkers Debütfilm, in dem der menschliche Körper radikalsten Transformationen unterworfen wird. Auf „Closure 5“ ist Oretofts Bassspiel prägend, man hört unterschwelliges Fiepen, das Cello dröhnt, Schreie ertönen, am Ende scheint der Gesang nur noch mit letzter Kraft herausgepresst werden. „Closure 6“ besteht fast nur aus monotonen Schlägen, zu denen sich zwei Personen unterhalten. Erst gegen Ende kommen Hochfrequenztöne hinzu. „Closure 7“ ist ein brutales – fast möchte man sagen &#8211; klassisches IRM-Stück, während Teil 8 das Harsche zurücknimmt: Der Text wird gesprochen, vereinzelte Bassanschläge, metallisches Klingen im Hintergrund, dann bricht eine verzerrte Stimme ein, Lachen. Der Abschlusstrack knüpft an den Anfang an: „Closure“ als Ouroboros.</p>
<p>Bladh arbeitet an der &#8211; man verzeihe mir das Wortspiel – Schnittstelle von Kunst und persönlichen Obsessionen, auch wenn das dezente Artwork (diesmal sind keine <a href="http://www.discogs.com/viewimages?release=477239">„Blutrorschachbilder“</a> oder <a href="http://www.discogs.com/viewimages? - release=1051722">bearbeitete Fotografien</a>, die den Menschen in all seiner Kreatürlichkeit zeigen, zu finden) darauf hinweisen könnte, dass nicht nur musikalisch, sondern auch visuell-konzeptionell nun weniger drastisch agiert wird. (M.G.)</p>
<p><strong> Label: <a href="http://www.malignantrecords.com/">Malignant Records</a></strong></p>
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		<title>SKIN AREA: Rothko Field</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 08:08:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wiener Aktionisten und insbesondere Rudolf Schwarzkogler haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf verschiedenste Industrialgenerationen gehabt. So (re)produzierte Steven Stapleton (ob intendiert oder nicht) den Mythos von Schwarzkoglers vermeintlicher Autokastration. Die Performances von COUM Transmissions wären ohne die Vorarbeit der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/25/skin-area-rothko-field/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/SkinArea-RothkoField.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3858" title="SkinArea-RothkoField" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/SkinArea-RothkoField-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Wiener Aktionisten und insbesondere Rudolf Schwarzkogler haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf verschiedenste Industrialgenerationen gehabt. So (re)produzierte Steven Stapleton (ob intendiert oder nicht) den Mythos von Schwarzkoglers vermeintlicher Autokastration. Die Performances von COUM Transmissions wären ohne die Vorarbeit der Wiener Gruppe undenkbar gewesen. Dass oftmals der Bezug bei weniger inspirierten Künstlern ein nur oberflächlicher zu sein scheint, der eher schmückendes Beiwerk denn ernsthafte Auseinandersetzung ist, daran kranken weite Teile der Subkultur. <span id="more-3856"></span></p>
<p>Es gibt aber auch immer wieder Gegenbeispiele. Einer der jüngeren Vertreter des Industrials, der sich im letzten Jahrzehnt am konsequentesten an den Österreichern abgearbeitet hat, ist Martin Bladh, Sänger und Texter von IRM und Skin Area, Maler, Performancekünstler, Übersetzer und Theoretiker. Seine Bezugspunkte sind immer wieder die Deformationen des Körpers gewesen, so etwa die „physische[...] Präsenz des Fleisches“ (A. Zweite) in der Malerei Francis Bacons, der „Schmerz der Märtyrer“ in Hermann Ungars (und von Bladh illustrierten) Roman „Die Verstümmelten“, der von Pfleilen penetrierte Heilige Sebastian oder die verrenkten Puppen Hans Bellmers, ebenso (natürlich) die Überschreitung und Verausgabung bei Bataille, die Transzendenz der Opferung &#8211; „the beauty of the passion“, wie Bladh in einem Interview sagt &#8211; in Nitschs Orgienmysterientheater oder aber  Artauds „Theater der Grausamkeit“, das das von Bladh zusammen mit dem Enfant terrrible Bo Cavefors konzipierte „Neue Theater der Grausamkeit und Dekadenz“ inspirierte. Bladh lotet mit einer unglaublichen Konsequenz in den jeweils gewählten Medien das Spannungsfeld zwischen Masochismus und Sadismus, Opfer und Täter aus.</p>
<p>Die Fokussierung auf das Abjekt und das Verfemte wurde bei IRM musikalisch oft brachial umgesetzt – was auch an den verzerrten, konfrontativen Vocals lag -, wobei die letzten Verröffentlichungen ein differenzierteres Klangbild boten. Auch das aus Bladh und Magnus Lindh bestehende Projekt Skin Area hat auf den bisherigen Veröffentlichungen wenig plakativ geklungen. Auf dem dritten Skin Area-Album „Rothko Field“ lässt der Schmetterling in seiner Symmetrie an die „Blut Rohrschach“-Bilder auf IRMs „Virgin Mind“ denken und dies spiegelt sich auch in der Anordnung der Tracks wider: Das in der Mitte situierte „Void“ dient als Spiegelachse, hinter der die ersten vier Stücke als Wiedergänger in leicht anderer, reflektierter (?) Form  auftauchen. „Threshold“ setzt gesanglich auf volle Konfrontation: Bladhs Stimme brüllt in den Lautsprechern, oszilliert zwischen links und rechts, wohingegen die Instrumentierung (Klavier (?)) nur dezente, kaum wahrnehmbare Kontrapunkte setzt. Im Text wird wieder einmal eine Art Versuchsanordnung, eine Inszenierung entfaltet, der Verweis auf den Protagonisten und den Antagonisten lässt hier an Bladhs Beschreibung seiner Auftritte denken. „In the Skin“ erinnert an die Wucht und ultralangsame Brachialität der frühen Swans, das schleppende Schlagzeug und die Gitarre erzeugen einen zähflüssigen Sud, in dem die Stimme und der Text weniger dominant sind, fast scheint Bladh hier nur einige Wörter assoziativ aneinanderzureihen.</p>
<p>Der Titeltrack verweist auf Mark Rothko und natürlich kommt einem in den Sinn, dass vielleicht die frühen und von Nietzsche und griechischen Tragödien beeinflussten Gemälde für Bladh eine größere Relevanz haben als die Farbfeldmalerei der späteren Jahre, für die Rothko heute primär bekannt ist, aber der langsam mäandernde Strom des Titelstücks, in den Bladhs Stimme einbricht und sowohl spricht als auch brüllt, sowie der Titel scheinen das zu widerlegen. Das ist ein erdrückend-zäher „wall of sound“, in dem man „Fleischbilder“ auftauchen sieht. „Hypnagoga“ nimmt die Aggression zurück, erzeugt mit geloopten Melodiefragmenten, stammelnden Frauenstimmen und schreienden Babies tatsächlich somnambule Musik „jenseits der Mauer des Schlafes“. „Void“ ist ein von Orgeldrones bestimmtes Stück, das hier einen Moment der Transzendenz abseits der fleischlichen Ekstase erschafft und letztlich näher an dem ist, was ein kleines Bremer Label seit Jahren in verschiedensten Formen konsequent veröffentlicht als an Power Electronic. Die zweite Version von „Hypnagoga“ erzeugt mit ähnlichen Mitteln wie der erste Teil eine Traumatmosphäre, in der irgendwo orientalisch anmutende Klänge verborgen sind. „Rothko Field“ entwickelt sich über 17 Minuten hinweg langsam und strahlt eine unglaubliche Schwere aus (unweigerlich musste ich daran denken,  dass Paul Lemos&#8217; kurzzeitiges Slow-Doom-Projekt  Skin Chamber hieß), der Gesang klingt wesentlich gequälter und irritierender, hier hat man den Eindruck, man höre das, was im Text als „the ecstasy terror“ beschrieben wird. „In the Skin “ knüpft an den ersten Teil an, wobei das Schlagzeug weniger zäh, im Rahmen dieses Albums fast schon treibend ist. Die letzten 55 Sekunden sind „Threshold“ gewidmet: Stimmen sprechen ineinander: „1: incident 2: going to hurt 3: just a flesh wound“.</p>
<p>Das Feld, das Areal, das hier abgesteckt wird, ist gesäumt von Sehnen und bedeckt von (verletzter, blutender) Haut.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://malignantrecords.com/">Malignant </a></p>
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		<title>SEWER GODDESS: Disciples Of Shit: Live Waste</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 07:45:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Black Plague]]></category>
		<category><![CDATA[Josh Langberg]]></category>
		<category><![CDATA[Kristen Rose]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie stellt man jemandem Sewer Goddess vor, nachdem man das Projekt in den ersten Jahren seines Bestehens sträflich vernachlässigt hat? Man könnte sich in der Erörterung von Genrezugehörigkeiten ergehen, von Power Electronics, Death Industrial und dezenten Black Metal-Einflüssen sprechen – &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/04/sewer-goddess-disciples-of-shit-live-waste/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/01/sewerdesciples.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3463" title="sewerdesciples" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/01/sewerdesciples-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie stellt man jemandem Sewer Goddess vor, nachdem man das Projekt in den ersten Jahren seines Bestehens sträflich vernachlässigt hat? Man könnte sich in der Erörterung von Genrezugehörigkeiten ergehen, von Power Electronics, Death Industrial und dezenten Black Metal-Einflüssen sprechen – Aspekten die omnipräsent sind in der Musik, im Auftreten und im visuellen Erscheinungsbild der Band, die man so gerne mit Frontfrau Kristen Rose gleichsetzt, zu der aber auch noch Josh Langberg gehört. Natürlich könnte man auch einmal mehr die Tatsache, wie wenige kreative Musikerinnen doch die Männerdomäne harter elektronischer Musik bevölkern, aus der Mottenkiste holen.<span id="more-3462"></span> Dass die Shouterin mit ihren Vocals so etwas wie die Riot Girl-Attitüde auf die Spitze treibt und gleichsam ad absurdum führt, würde den Kern der Sache schon eher treffen. Im Bezug auf die zwei gelegentlich hervorgehobenen Vergleichsmomente Hecate und Rosemary Malign bleibt nur zu sagen, dass Sewer Goddess weder cartoonhaft ist, noch zwanghaft versucht, was vor mehr als dreihundert Jahren zwischen den Mauern der französischen Bastille schon besser gelang – der conditio humana in letztlich vorhersehbaren Ambivalenzen die Schablonen seiner wahren Fratze entgegen zu halten.</p>
<p>Das Live-Album „Disciples of Shit“ enthält Ausschnitte von Auftritten, die vor zwei bis drei Jahren mit einer um Schlagzeug und Gitarre erweiterten Besetzung im Nordosten der USA stattfanden, und ist eine eher untypische Platte. Spötter könnten sie als Dokumentation einer Rockshow bezeichnen, und in der Tat fällt die Differenz zwischen dem recht anspruchsvollen Breitbandsound und den zurückliegenden Studioalben, die schon vom Klang her derb und filthy waren, unmittelbar auf. Andererseits ist die „authentische“ Dokumentation von reinen Noisekonzerten ohnehin nur bedingt relevant, und dass es der Band gelungen ist, einiges von den destruktiven Sounds und der anfallartigen Agressivität der Studioaufnahmen herüberzuretten, macht die Platte dann doch zu mehr als einer diskografischen Zugabe. „Condemned is the unborn one“ beginnt zunächst beschwörend mit perkussiven Analogsynthies, baut sich langsam und mit drohender Behäbigkeit auf, Gitarrenklänge mischen sich mit schrägen Gurgelsounds und sorgen für einen verwickelt melierten Klang. Von rauen Riffs begleitete Megaphon-Vocals markieren einen ersten Höhepunkt, doch nach wie vor hat man das Gefühl, sich kurz vor einem Knall zu befinden. Der findet dann, auf dem ruckartigen Höhepunkt von purem Lärm und irrem Geschrei, auch statt.</p>
<p>Ich hebe das Stück hervor, weil es von der Stimmung und vom Aufbau her viele Qualitäten des Albums im Kleinen enthält. Manche Aufnahmen betonen das reine Chaos, so wie das entfesselte &#8220;We Are Their Eyes&#8221;, bei dem die beckenbetonten Drums so gekonnt mit Rhythm Noise verschmelzen, dass es auch einer futuristischen Jazzcorecombo das Fürchten lehren könnte. Andere, wie das bedrückende &#8220;Mother Agony&#8221;, betonen die Schwere des aktuellen Sewer Goddess-Sounds – der langsam pulsierende Rhythmus erinnert an letzte Herzschläge unter einer alles zerdrückenden Felswand. Doch das Pulsieren behauptet sich wider Erwarten und mutiert zum Stakkato, begleitet von allerlei wild durcheinander gewirbeltem Klangschutt. Das längere Doppelstück &#8220;Chained to the Edge of Existence/A Lifeless Dreaming&#8221; baut sich sehr langsam auf und gipfelt in den extremsten Schreikaskaden des Albums, begleitet von ekstatischem Trommelwirbel. Es betont die Metalaspekte der Band und ruft Erinnerungen an Ausnahmeerscheinungen wie die schwedischen Abruptum wach, bevor das harshe „Slavepiece&#8221; alles in Auflösung enden lässt.</p>
<p>Das Gefühl, dass im Verlauf der Musik Strukturen immer mehr im und mittels Lärm aufgelöst und zerbröselt werden, ist nicht nur eine Eigenschaft, mit der man Sewer Goddess im größeren Noise- und Post-Industrial-Rahmen rubrizieren und gegenüber denjenigen Genrevertretern abgrenzen kann, bei denen Krach eher konstuktiv funktioniert und im Aufbau markanterer, härterer Formen resultiert. Die typische Herunterspül-Atmosphäre ist auch das verbindende Element zu Studioaufnahmen der Band, und hat man dies erst einmal entdeckt, erscheint einem der musikalische Sprung längst nicht mehr so radikal.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://malignantrecords.com/search/label/Black%20Plagve">Black Plagve</a></strong></p>
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