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	<title>African Paper &#187; Marco Schiavo</title>
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		<title>ALMAGEST!: Fun House Mirrors</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jan 2018 08:14:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als vor gut vier Jahren das erste offizielle Almagest!-Album „Messier Objects“ in den Regalen stand, hielten viele das Projekt für eine einmalige Geschichte, die lose an das von Ernesto Tomasini und Fabrizio Modonese Palumbo eingespielte Debüt „Canes Vernaci“ anknüpfte. Da &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/01/13/almagest-fun-house-mirrors/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/almagestfhm.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14751" title="almagestfhm" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/almagestfhm-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als vor gut vier Jahren das erste offizielle Almagest!-Album „<a href="http://africanpaper.com/2013/10/19/almagest-messiers-objects/">Messier Objects</a>“ in den Regalen stand, hielten viele das Projekt für eine einmalige Geschichte, die lose an das von Ernesto Tomasini und Fabrizio Modonese Palumbo eingespielte Debüt „Canes Vernaci“ anknüpfte. Da nun mit Paul Beauchamp und Evor Ameisie zwei weitere umtriebige Musiker an Bord waren, sah das ganze noch mehr nach einer temporären Supergroup aus &#8211; was schade gewesen wäre, denn der experimentierfreudige Hybrid aus<span id="more-14750"></span> Gedröhne, Klangkollagen, bluesigen Rockanklängen und einem Touch von Varieté und Musical hatte doch etwas ganz eigenes und schrie geradezu nach einer Fortführung.</p>
<p>Just als kaum mehr jemand damit gerechnet hätte, regten sich die Lebenszeichen, und spätestens seit einem Jahr wussten alle Affizierten, dass zwischen London, Turin und Mailand die Drähte heiß laufen und etwas Neues am entstehen ist. Zusammen mit illustren Gästen &#8211; u.a. Julia Kent und Marco Schiavo (Larsen)- wurde dieses nun fertig gestellt und nennt sich „Fun House Mirrors“.</p>
<p>Ich will den Vergleich mit „Messier Objects“ nicht überstrapazieren, doch ganz allgemein kann man &#8211; neben dem weitgehend helleren Klangbild &#8211; feststellen, dass die auch hier wieder unberechenbare, von Brüchen und Kontrasten geprägte Abenteuerlichkeit der zerfledderten Songs eine gänzlich andere ist. Hatte man beim Vorgänger das Gefühl, dass die Band im besten Sinne destruktiv vorging und neben vertrauten Mustern auch gestandene Klassiker von Duran Duran und Jefferson Airplane zersägte und vom Kopf auf die Füße stellte, so erscheinen die neuen Stücke, gleichwohl nach wie vor kollagenhaft, wie die Konstruktion einer ganz eigenen Kunstwelt. Im Opener scheint diese, vielleicht durch Tomasinis Flüstern am Anfang, sicher aber mehr noch durch den verspielten Computersound, in den sich eigentlich unpassende Rockriffs mischen, auf die Größe eines Puppenhauses geschrumpft, in das man wie durch einen Türspion linst. Wie illusionär dieser Schauplatz ist, bemerkt man spätestens, wenn der Sänger sich als „Snake oil salesman“, als Bauernfänger und Quacksalber vorstellt.</p>
<p>Die besondere Kunst der fünf Tracks besteht darin, all die Kontraste dennoch harmonieren zu lassen &#8211; davon abgesehen hat aber jedes der Stücke seine ganz eigene Exzentrik: In „Lustighe Ghai“ spricht, singt und krächzt Tomasini in einer Sprache, die an das erinnert, was sich ein Fremdsprachler vielleicht unter deutsch vorstellt, und ein bisschen musste ich auch an die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=kWuT1mTU0ec">Interview-Passage aus „An hour with Ernesto Tomasini“</a> denken, in der er (nach einem besonderen Loblied auf Giuseppe Verdi) über Richard Wagner herzieht.</p>
<p>Die instrumentelle Kulisse aus Dröhnung, abgehackten Beats und Gitarrensoli hält sich hier noch zurück, in „Piume“, dessen Rezitation einem neorealistischen Film zur Ehre gereicht hätte, geht es schon etwas heftiger zur Sache, Noise tritt auf den Plan, gefolgt von unheimlichen, rückwärts gespielten Passagen. Wer glaubt, dass die Band hier schon in Spiellaune war, der hat das kryptisch betitelte „Nne“ noch nicht gehört, bei dem man zwischen Gedröhne und Gefrickel mit Postpunk-Echo die Orientierung verlieren könnte, bis dass das Growlen einer Bestie aus den Ritzen dringt. Ob das wirklich Tomsini ist, oder doch eher Palumbo? Der größte Trumpf wird erst zum Schluss aus dem Ärmel gezogen, denn das fast zwanzigminütige „Durch den Irrgarten hindurch“ enthält Episodenstoff für ein ganzes Album: Zwischen dem plastischen Vibrieren und dem smoothen Trompeten-Ausklang hangelt sich der Plot, in dessen Zentrum ein Vortrag über den Naturwissenschaftler Helmholtz steht, durch Easy Listening-Zitate und rituelles Pochen und Prasseln, das wohl Ameisies Handschrift trägt, durch schwebende Flächen, chaotische Brüche. Tomasini, der sich als Countertenor bislang merklich zurückhielt, zeigt hier zuguterletzt, zu wieviel Ausdrucksintensität er sich empor schwingen kann.</p>
<p>„Fun House Mirrors“ ist in der Tat so verwirrend wie ein Spiegelsaal, in dem man sich immer wieder vergeblich zu orientieren versucht &#8211; verwirrend auch, da sich Ernsthaftes und Hoax die Klinke in die Hand drücken und man kaum erkennt, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Und doch wirkt alles wie eine runde Sache, die viel weniger als der Vorgänger auf Musikgeschichtliches bezogen scheint. Spätestens jetzt also sollten auch Zweifler erkennen, dass Almagest! nicht bloß ein Projekt, sondern eine Band ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.backwards.it/releases/fun-house-mirrors/26/">Backwards</a> </strong></p>
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		<title>LARSEN: Of Grog Vim</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Aug 2016 04:59:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fabrizio Modonese Palumbo]]></category>
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		<category><![CDATA[Thor Harris]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht viel über Grog Vim, aber der Legende nach soll er eine moderne Renaissance-Figur gewesen sein, und selbst das mit der Vergangenheitsform ist so eine Sache, denn niemand weiß genau, ob er nicht vielleicht doch noch unter uns &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/08/27/larsen-of-grog-vim/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/imprec440_0.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12660" title="imprec440_0" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/imprec440_0-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich weiß nicht viel über Grog Vim, aber der Legende nach soll er eine moderne Renaissance-Figur gewesen sein, und selbst das mit der Vergangenheitsform ist so eine Sache, denn niemand weiß genau, ob er nicht vielleicht doch noch unter uns weilt. Als man noch mehr von ihm mitbekam, war er auf der Suche nach einer Art Weltformel, und sein letztes Lebenszeichen war eine Mondfahrt, die allgemein als Fahrt nachhause interpretiert wurde, da er bereis zu Forschungszwecken auf unserem Trabanten war. Man findet ihn übrigens in keiner Enzyklopädie, aber das macht nichts, denn der Mythos, den<span id="more-12659"></span> Larsen auf ihrem aktuellen Album spinnen, ist in seinem rein andeutenden Charakter aussagekräftig genug.</p>
<p>Man muss dazu sagen, dass die Angaben, die die Band um Fabrizio Modonese Palumbo über die Geschichte macht, nicht weit über diese kurze Zusammenfassung hinausgehen, aber das macht nichts, denn das musikalische Narrativ, das sie auf ihrem derzeit wieder rein instrumentalen Album entwerfen, lässt an emotionalem Reichtum kaum Wünsche offen. Am Ende fällt auf, dass man den ominösen Grog Vim ganz vergessen hat, aber irgendwie hat man zugleich das Gefühl, einiges über die Geschichte zu wissen.</p>
<p>Larsen, diesmal nur vom Swans-Drummer Thor Harris unterstützt, arbeiten mit vertrauten Mitteln, und es ist schön zu sehen, dass sie nach einer Zeit intensiver Kollaborationen mit Sängern wie zuletzt Little Annie, immer noch das können, was ihre klassischen Arbeiten ausmachte: Mit auf den ersten Eindruck recht einfachen Mitteln wie repetitiven Rockstrukturen, anrührenden Pianopassagen, spacigen Synthies und einer subtilen Steigerung von Fülle und Intensität eine Stimmung zu erzeugen, die nicht primär zur Konzentration einlädt, die aber eine fast meditative Wirkung erzeugt, wenn man die Konzentration aus eigenem Wunsch vornimmt.</p>
<p>In der Musik, die gerne ein bisschen wehmütig, doch nie klagend und immer genügsam rüberkommt, wirkt alles stimmig und jeder Ton scheint an der richtigen Stelle zu sitzen. Und doch gibt es eine Menge, über das man auf Grog Vims Reise von der Geburt zur finalen entgrenzten Mondfahrt stolpern kann: Treibende Snares und überraschend lärmendes Scheppern und Rauschen, zudem drängendes, disharmonisches Feedback, fast metallastige Passagen – viele Details, die die noisigen Anfänge der Band in Erinnerung rufen. Aber ebenso Schöngeistiges, das an traditionelle Instrumente aus verschiedenen Kulturen erinnert, manchmal sogar Einsprengsel, die wie das Summen menschlicher Stimmen klingen. Viele der musikalischen Motive werden auch eher „sanft“ angedeutet, wecken Assoziationen und verschwinden wieder im Fluss der weiterziehenden Musik, aber ähnlich wie bei Kafkas „Proceß“ bemerkt man das Fragmentarische nicht unmittelbar.</p>
<p>All dies ist schon deshalb erwähnenswert, weil es so gekonnt in den harmonischen Fluss der Musik eingebettet und auf die Reise mitgenommen wird, aber auch weil es den jeweiligen kleinen Wegstrecken, die die einzelnen Stücke darstellen, eine spezielle Kulisse mit eigenen Farben und Figuren gibt. Über den Helden muss man dabei nicht viel Worte verlieren, und Larsen haben ihm sicher nicht grundlos ein Instrumentalalbum gewidmet.</p>
<p>Übrigens gab ich früher immer den Alben bzw. Tracks den Vorzug, bei denen die Turiner mit Gastsänger(innen) arbeiteten. Während Larsen und David Tibet meines Erachtens nur bedingt funktionierten, überzeugten Jaboe etwa und Little Annie in diesem Kontext besonders gut, man denke nur an das Album „Le Fever Lit“ mit dem großartigen Song „Lefrac City Limits“. „Of Grog Vim“ lässt mich diesen Eindruck jedoch leicht korrigieren, nicht nur weil hier nichts fehlt, sondern auch weil die Band so ganz mit sich allein einen noch besseren Blick auf das Wesen ihrer Musik offenbart. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.importantrecords.com/">Important Records</a></strong></p>
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