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	<title>African Paper &#187; Matt Sweeney</title>
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		<title>Matt Sweeney und Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy mit neuem Album</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 07:29:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bonnie 'Prince' Billy]]></category>
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		<description><![CDATA[Sechzehn Jahre nach &#8220;Superwolf&#8221;, das auf dem Höhepunkt des Americana- und Folk-Revivals der Nullerjahre gefeiert wurde, bringen Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy und (der unseren Lesern sicher v.a. als ehermaliger Gitarrist von Current 93 her bekannte) Matt Sweeney ein &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/02/16/matt-sweeney-und-bonnie-prince-billy-mit-neuem-album/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sechzehn Jahre nach &#8220;Superwolf&#8221;, das auf dem Höhepunkt des Americana- und Folk-Revivals der Nullerjahre gefeiert wurde, bringen Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy und (der unseren Lesern sicher v.a. als ehermaliger Gitarrist von Current 93 her bekannte) Matt Sweeney ein neues gemeinsames Album heraus. Der Titel &#8220;Superwolves&#8221; knüpft nicht nur an den Vorgänger an, sondern referiert durch den Plural sicher auch auf das erweiterte Line-up an beteiligten Musikern. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/Superwolves_650x650.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-24243" title="Superwolves_650x650" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/Superwolves_650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a><span id="more-24242"></span></p>
<p>Nachdem der Grundstein an Lyrics und Gitarrenparts bereits vor rund fünf Jahren in Mail Art-Manier gelegt wurde, setzten zunächst zwei Bassisten (David Ferguson und Mike Coltun), eine ebenfalls zweiköpfige Rhythmus-Sektion (Ryan Sawyer und Peter Townsend) und der Pianist und Keyboarder Mike Rojas weitere Akzente. Überraschende Neuzugänge im Dunstkreis der beiden sind drei Tuareg-Musiker, die weitere Gitarrenparts (Ahmoudou Madassane und Mdou Moctar) und Drums (Souleyman Ibrahim) beisteuern. Das Coveratwork stammt von niemand geringerem als Harmony Korine. &#8220;Superwolves&#8221; erscheint am 30. April digital und am 18. Juni in den gängigen Hardcover-Formaten bei Domino Records, Drag City und Palace Music.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/superwolvesbyjonahfreemanandjustinlowe.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-24244" title="superwolvesbyjonahfreemanandjustinlowe" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/superwolvesbyjonahfreemanandjustinlowe.jpg" alt="" width="650" height="442" /></a></p>
<p>&#8220;Superwolves ist das zweite Album des Duos und das erste seit Superwolf von 2005. In klassischer Garcia-Hunter-Manier arbeiteten Sweeney und der &#8216;Prince&#8217; zunächst getrennt und fanden dann mit ihren separaten Song-Visionen den Weg zueinander. An Matt gelieferte Bonnie-Lyrics entfachten Sweeneys Fantasie an der Gitarre; Akkorde und eine Melodie wurden geformt, schnell und locker aufgenommen und an den &#8216;Prince&#8217; zurückgeschickt, dann trafen sich beide Parteien, um sie zu singen, zu verweben, zu festigen und schließlich gemeinsam vor einem kleinen, ahnungslosen Publikum aufzuführen. Neue Blöcke von Texten und Song-Elementen wurden verschickt, verstrickt und verstanden, bis alles bereit war für die finalen Aufnahmen.&#8221; (Domino)</p>
<p>Porträt © John Freeman und Justin Lowe</p>
<p><a href="https://www.dominomusic.com/releases/matt-sweeney-and-bonnie-prince-billy/superwolves/all"><strong>@ Domino Records</strong></a></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/weF8pfFnCK8" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>DAWN MCCARTHY AND BONNIE &#8216;PRINCE&#8217; BILLY:  What The Brothers Sang</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Feb 2013 09:37:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Dawn McCarthy und Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy die Everly Brothers covern und auch noch Pete Townsend mit von der Partie ist, dann weiß man kaum, wo man anfangen soll. Am sinnvollsten ist freilich, zuerst einmal Dawn McCarthy vorzustellen, denn hinter &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/02/23/dawn-mccarthy-and-bonnie-prince-billy-what-the-brothers-sang/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/01/DawnBonnieBrothers.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6149" title="DawnBonnieBrothers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/01/DawnBonnieBrothers-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn Dawn McCarthy und Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy die Everly Brothers covern und auch noch Pete Townsend mit von der Partie ist, dann weiß man kaum, wo man anfangen soll. Am sinnvollsten ist freilich, zuerst einmal Dawn McCarthy vorzustellen, denn hinter dem hierzulande weniger bekannten Namen verbirgt sich eine Musikerin, die bereits auf eine respektable Laufbahn zurückblicken kann. Dawn „The Faun“ McCarthy entstammt sowohl der Musik- als auch der Theaterszene und ist seit rund fünfzehn Jahren Frontfrau bei The Faun Fables, die mit ihren verrückten Konzeptalben<span id="more-6148"></span> einen unverzichtbaren Beitrag zum letzten Folkrevival geleistet haben, wenngleich ihre Musik meist unterhalb der Wahrnehmungsgrenze deutscher Pseudoindies und ihrer Hochglanzpostillen blieb. Americana und World Music treffen dort auf einen bizarren Popsurrealismus, der auch Amanda Palmer-Fans gefallen könnte.</p>
<p>Mit Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy kreuzen sich ihre Wege nicht zum ersten mal, denn sie steuerte bereits zu einem seiner besten Alben, dem in Island aufgenommenen „The Letting Go“, Gesang bei. Beide haben viel bei Drag City herausgebracht und sind auf David Tibets großartiger <a href="http://www.discogs.com/Various-Not-Alone/release/638749">Benefitz-Compilation für Ärzte ohne Grenzen</a> vertreten. Beide teilen auch ein Faible für eigensinnige Hommagen, wofür sich Oldham auf seiner „Ask Forgiveness“-EP auf unvergleichliche Weise „entschuldigte“. Die Everly Brothers mochten beide wohl schon als Kinder, sie lehrten ihnen das Tanzen und was es heißt, bei einer Schmachtmelodie und Liebeslyrik eine Gänsehaut zu bekommen. Die Liebe zu dieser frühen Boygroup, deren Mitglieder Don und Phil Everly wirklich Brüder sind, blieb bis heute lebendig, längst hat Dawn auch ihre Kinder auf den Geschmack gebracht. Als im letzten Jahr die Frage aufkam, ob man mit alten Klassikern der Kapelle wohl etwas Neues auf die Beine stellen könnte, ohne den eigenen Stil zu verbiegen, dachten die beiden nicht an Vorzeigeschmonzetten wie &#8220;Bye Bye Love&#8221;, &#8220;Wake Up Little Susie“ oder „All I Have To Do Is Dream“, die zu jedermanns Kulturgut gehören und mitdefinieren, was man unter „Fifties“ versteht. Für die vielen Musikschätze, die die Brothers unter ihren großen Hits versteckt haben, schien ihnen die Zeit dagegen reif. Kaum ein Song, dessen Cover den Weg auf das neue Album gefunden hat, ist auch nur annähernd so bekannt wie diese Hits.</p>
<p>Gerade aus Oldhams Perspektive kann es sich bei dem Vorhaben kaum um die Aneignung eines völlig fremden Kosmos gehandelt haben, denn er teilt mit seinen Idolen nicht bloß die regionale Herkunft in Kentucky (einer der gecoverten Songs ist dem Bundestaat gewidmet), sondern auch eine unüberhörbare Vorliebe für die Musik der Apallachenregion, mag seine Herangehensweise auch idiosynkratischer wirken als die Musik seiner Idole. An diese Passgenauigkeit, aber auch an die verlorene Unschuld des amerikanischen Radiopop, musste ich schon beim Opener „Breakdown“ denken, dessen Original die Brüchigkeit fehlt, die das Cover über eine fragile Instrumentierung und die Eigenart der beiden Stimmen vermittelt – Dawn mit ihrem Sopran, der stets gleichermaßen sanft und herb klingt, und Billy mit einem stets brüchigen Timbre, das auch an der Grenze zum Tremolieren noch bodenständig wirkt. All dies tut dem Song nicht das geringste an und bedeutet keineswegs, dass die Interpretationen von nurmehr subkulturellem Interesse wären, und dennoch: Geändert haben sich die Zeiten definitiv, und McCarthy und Oldham geben sich keinen nostalgischen Träumereien hin.</p>
<p>Wenn in „So Sad“ stets klar ist, wann der nächste Gesangswechsel stattfindet, und wenn in „Empty Boxes“ zu stimmungsvollen Oboon Verse wie „ And I am like a match that slowly burns“ erklingen, dann wirkt das nicht im mindesten trivial. Gerade Oldhams Gesang vermittelt beinahe automatisch eine Tiefe, mit der selbst ein Satz wie „I love you“ wie eine unerhörte Offenbarung anmuten muss, und seine Stimme hätte aus den Liedern auch dann etwas vollkommen Neues gemacht, wenn sie ansonsten komplett originalgetreu nachgespielt worden wären. Der Song mit seinen anrührenden Duettpassagen erinnert leicht an mexikanische Musik, und überhaupt ist das Panorama traditioneller Stilzitate eine der großen Stärken des Albums und ein Garant für die Eigenständigkeit der Interpretationen. Bei einer Up-Tempo-Nummer wie „Milk Train“ kann man zum Akkordeon schunkeln, das vergleichsweise bekannte „Devoted to you“ wird durch ein starkes Cello geerdet und „What Am I Living For“ zahlt den Country-Wurzeln Oldhams und der Brothers Tribut. Mit der Zeit registriert man immer mehr, dass eine ganze Reihe fähiger Leute im Studio mitwirkten und die Sammlung zu einem farbenfrohen Mosaik geraten ließen. McCarthy hat u.a. ihren Freund und Faun Fables-Kollegen Nils Frykdahl mitgebracht und Oldham seinen alten „Superwolf“-Mitstreiter Matt Sweeney, und dann ist da ja noch Pete Townsend. Der ohne &#8220;h&#8221; allerdings.</p>
<p>Das Ziel, dass die beiden sich mit dem Album gesetzt haben, besteht in einen Zugänglichmachen vergessener musikalischer Größe unter den Voraussetzungen einer neuen Zeit. Nicht Kenner der Popkultur oder nostalgische Altrocker sollen angesprochen werden, sondern die Zwanzig- und Dreißigjährigen von heute, weswegen man stilistisch auch nicht auf Revival, sondern auf Verjüngung setzt. Unter den ganz Jungen, die heute ohnehin ihr Taschengeld eher für Spiele als für Tonträger hinblättern, wird „What The Brothers Sang“ sicher kein Gassenhauer wie einst die Originale. Aber so ist es gewiss nicht gemeint und man sollte sich ohnehin nicht von hoffnungslosen Idealvorstellungen frustrieren lassen. Gut ankommen wird das Album garantiert.</p>
<p><strong>Label: Domino Records</strong></p>
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		<title>CURRENT 93: Aleph At Hallucinatory Mountain</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:14:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Betrachtet man den experimentierfreudigeren Teil gegenwärtiger Popkultur, so stellt das personell sehr wechselhafte Ensemble CURRENT 93 eine der wichtigsten grauen Eminenzen dar. Ob man nun von ANTONY AND THE JOHNSONS ausgeht, von Countrykauz WILL OLDHAM oder von den gerade wieder &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/current-93-aleph-at-hallucinatory-mountain/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/aleph.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36" title="aleph" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/aleph-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Betrachtet man den experimentierfreudigeren Teil gegenwärtiger Popkultur, so stellt das personell sehr wechselhafte Ensemble CURRENT 93 eine der wichtigsten grauen Eminenzen dar. Ob man nun von <a href="http://www.antonyandthejohnsons.com/">ANTONY AND THE JOHNSONS</a> ausgeht, von Countrykauz <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Will_Oldham">WILL OLDHAM</a> oder von den gerade wieder angesagten Drone-Spezialisten <a href="http://www.ideologic.org/">SUNN O)))</a> – auf der Suche nach Hintergründen und Querbezügen landet man früher oder später bei dem mittlerweile transatlantischen „Folk and more“-Kollektiv um Sänger, Maler und Mad Poet DAVID TIBET. <span id="more-35"></span>Vor rund drei Jahren, auf dem Höhepunkt einer neuen Folkwelle also, feierte die Band, deren Themen seit jeher um persönliche Vorstellungen religiöser Eschatologie kreisen, ihren bisher größten Publikumserfolg – auf dem Album „<a href="http://www.discogs.com/Current-93-Black-Ships-Ate-The-Sky/master/20638">Black Ships Ate The Sky</a>“ besang man gleichsam ängstlich wie sehnsuchtsvoll die farbenprächtige Apokalypse im Cartoon-Style und begeisterte im Handumdrehen altgediente Fans aus der Riege der Neofolker und Gothics sowie ein nicht gerade kleines Publikum an Neueinsteigern. Der schlichten Schönheit der überwiegend akustischen Kompositionen mag dies ebenso zu danken sein wie der Mitarbeit prominenter GastsängerInnen wie <a href="http://www.marcalmond.com/">MARC ALMOND</a>, ANTONY HEGARTY und <a href="http://www.shirleycollins.co.uk/">SHIRLEY COLLINS</a>.</p>
<p>Kritik gab es freilich auch – gar nicht so sehr von „offizieller“, journalistischer Seite, denn die Presse inner- und außerhalb des gegenkulturellen Bereichs war ausgesprochen wohlwollend. Vielmehr im Gespräch mit Freunden oder in Forendikussionen machten sich auch schon mal kritische Positionen bemerkbar: Dass „Black Ships“ etwas zerrissen geraten sei durch die vielen Gastsänger, die mit ihren „Idumaea“-Versionen zwar konzeptuell in den Zusammenhang des Albums passen, musikalisch jedoch immer wieder eine Unterbrechung darstellen und so dem für Konzeptalben so wichtigen Eindruck von Geschlossenheit eher entgegen wirken, wurde gelegentlich moniert. Auch, dass das Album dadurch ein wenig lang geraten sei, etwas unter seiner symbolischen Schwere zu leiden habe und – was vielleicht am meisten ins Gewicht fällt – an den Stellen, die 100% CURRENT 93 sind, mit seinem Akustikgitarren- und Streichersound doch nur eine wohlgeratene Revitalisierung des bereits von früher her Bekannten zu bieten habe. So sehr ich auch den Kern all dieser Kritikpunkte nachvollziehen kann, hatte ich doch schnell das Gefühl, dass sich in „Black Ships“ alle wichtigen Kernelemente von Tibets Kunst auf sehr gelungene Weise verbinden: Ein Klangbild zwischen filigraner Folklore und dezent dröhnender Psychedelik; Texte, die von einer obsessiven aber nie aufdringlichen religiösen Leidenschaft zeugen, ausgedrückt in surreal anmutenden Bildern; ein konsequenter, souveräner und doch stets freundlicher Außenseitergestus, der szeneübergreifend ist und sein will. Und letztlich auch wieder so etwas wie ein Familiending, das sich bei Davids Kontakten alle Jahre wieder neu herausbildet und über die direkten Beteiligungen an Aufnahmen einen stets im Wandel befindlichen Rahmen an Referenzkünstlern mit sich bringt, die ihn auf seinem Label, bei Konzerten und auf Samplern begleiten. In den Jahren um 2006 hieß diese kleine Szene u.a. <a href="http://www.myspace.com/foveahex">FOVEA HEX</a>, <a href="http://www.myspace.com/simonfinn">SIMON FINN</a>, <a href="http://www.myspace.com/variationsontheme">OM</a>, <a href="http://www.myspace.com/littleannieakaannieanxietybandez">LITTLE ANNIE</a> – Kontakte, die dem „neueren“ Tibet sehr gut zu Gesicht standen, weswegen ich auch ein wenig bedaure, dass sich die Verbindungen bereits wieder gelockert haben, um Platz für neue Konstellationen zu schaffen.</p>
<p>Das Nachfolgewerk „Aleph At Halluciantory Mountain“ wurde bereits lange angekündigt – eine Vorbestellaktion, eine EP namens „Birth Canal Blues“, die schon länger bekannte neue Bandbesetzung und eine (natürlich) 93 Sekunden lange Online-Hörprobe machten gespannt: Wird sich die Band, die einst den Begriff des Apokalyptic Folk prägte, nun völlig vom Akustiksound verabschieden und komplett auf Rock umsatteln? Schon die letztjährigen Live-Darbietungen tendierten in eine solche Richtung. Welche Rolle werden diesmal Gastmusiker spielen, zu denen nun <a href="http://www.rickieleejones.com/">RICKIE LEE JONES</a>, OSSIAN BROWN von <a href="http://www.cyclobe.com/">CYCLOBE</a> und Pornostar <a href="http://www.myspace.com/sashagrey">SASHA GREY</a> zählen? Seit jeher prägen langfristige und vorübergehende Weggefährten des rastlosen wie leutseligen Tibet auch den Sound der Band, weshalb die schreibende Zunft ihrer Lust am nerdigen Namedropping unbeschwert frönen kann. In der Tat stellt „Aleph“ einen dritten großen Bruch in der Bandgeschichte dar, welcher Image und Fangemeinde der Gruppe ebenso umkrempeln könnte wie die erstmalige Hinwendung zu Songstrukturen Ende der 80er oder die minimalistischen Piano- und Lyrik-Exkursionen auf dem beliebten 98er Album „Soft Black Stars“. Zum Ende eines jeden Jahrzehnts also scheint sich Tibet ein musikalisches Wagnis vorzunehmen, und so ist diesmal ein gleichermaßen improvisiert wie ausgereift klingendes Rock-Opus daraus geworden, das gleich mehrere Qualitäten des 70er-Jahre-Rocks mit Trends unserer Zeit zu kombinieren weiß. „Aleph“ wartet mit schweren Stoner-Gitarren auf, mit gelegentlichen Hard’n Heavy-Riffs in alter <a href="http://www.black-sabbath.com/">BLACK SABBATH</a>- und <a href="http://www.deep-purple.com/">DEEP PURPLE</a>-Manier und mit einer für CURRENT-Verhältnisse recht komplexen Songstruktur, die zusammen mit der Drumarbeit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alex_Neilson">ALEX NEILSON</a>s ebenso nah an Doom Metal wie an „krautigen“ Psych Rock á la <a href="http://www.myspace.com/acidmotherstemple">ACID MOTHERS TEMPLE</a> herankommt. Schon nach der ersten Minute des Openers &#8220;Invocation of Almost&#8221; findet sich der Hörer in einem von ausladendem Schlagzeuggewitter aufgepeitschten Meer aus psychedelischen Gitarren und kongenialen Elektroniksounds. Lediglich angereichert wird das Ganze dann mit einigen verspielt folkigen Passagen, bei denen der Brite <a href="http://www.myspace.com/jamesblackshaw">JAMES BLACKSHAW</a>, ein Neuling in CURRENT-Kosmos, seine Künste auf der zwölfsaitigen Gitarre beisteuert – sehr schön passt dies zur ergriffenen Stimme Tibets auf dem elegischen „UrShadow“, das vielleicht am ehesten noch an zurückliegende Arbeiten anknüpft. Insgesamt findet sich auf der Platte aber auffallend wenig Folk – „Black Ships“ mit dem stimmungsvollen Finger Picking von <a href="http://www.myspace.com/michaelcashmore">MICHAEL CASHMORE</a> und <a href="http://www.sixorgans.com/">BEN CHASNY</a> lässt sich kaum sinnvoll wiederholen, und überhaupt war Tibet nie jemand, der irgendwelchen Trends hinterher rennt. So erscheint sein Bruch mit dem Folksound nach dem Abflauen von New Weird America und Co. beinahe konsequent und wirkt wie vieles bei ihm konstruiert und authentisch zugleich.</p>
<p>Doch wenn Tibet sich neu erfindet, geschieht dies selten ohne Vorarbeit, und ebenso wie die später so offenkundig kindliche Bildwelt und die introspektive Selbstanalyse schon in seinen frühesten Arbeiten latent vorhanden waren, ist auch der Rocksound nichts, worauf man nicht hätte vorbreitet sein können: Die Kollaborationen mit den japanischen <a href="http://www.discogs.com/artist/Magick+Lantern+Cycle">MAGICK LANTERN CYCLE</a>, mit Nick Saloman von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Bevis_Frond">THE BEAVIS FROND</a> und zuletzt mit OM eignen sich dabei als Referenzpunkte. Dennoch sind es am ehesten noch die von Tibet fast allein bestrittenen Vokalparts, die Vertrautheitsgefühle wecken, und die am besten dann zum spontan entfesselten Instrumentenspiel passen, wenn der Frontmann wie ein hysterischer Kobold zu zetern beginnt. Mehr denn je ist seine Stimme aber gerade dann ein Kontrapunkt zur Musik, wenn sie im gesetzten Vortragsstil zum Einsatz kommt. Dabei kommen facettenreiche Kompositionen zustande: Beim Song mit dem mysteriösen Titel „26 April 2007“ leiten langgezogene Klangflächen Tibets Sprechgesang ein, während dahinter unermüdlich Bass, Gitarre und Schlagzeug rumoren – bis dass lautes Gitarrenfeedback irgendwann den Vortrag ablöst und alles mit der gehauchten Stimme <a href="http://www.myspace.com/pantaleimon">ANDRIA DEGENS</a>’ in „Aleph is the Butterfly Net“ übergeht. An diesen Übergängen zwischen den Liedern, an den Auftakten und Schlussakkorden der einzelnen Songs, finden sich noch am ehesten Brücken zu den introvertierteren CURRENT NINETY THREE der Jahre um 2000, und man wird den intuitiven Eindruck nicht los, dass diese Zeit des gediegenen Minimalismus, der Selbsthinterfragung und der Zurückgezogenheit (kaum Interviews, überschaubares Lineup, Absagen an Szenezugehörigkeiten aller Art) irgendwie wichtig war, um die (reifere?) Band in alter religiöser Kompromisslosigkeit und ungewohnter Härte wieder auferstehen zu lassen. Einige Zeichen deuteten schon länger in diese Richtung, so z. B. die Wiederveröffentlichung und Neubearbeitung des zwischenzeitlich beinahe verworfenen Frühwerks in all seiner rauen Monstrosität oder die inhaltliche Seite von „Black Ships“. Und der musikalisch härtere Kurs wird weiter verfolgt werden, noch für dieses Jahr wird Tibet Alben von <a href="http://www.myspace.com/skitliv777">SKITLIV</a> und <a href="http://www.myspace.com/sighjapan">SIGH</a> mit Gastbeiträgen beehren. Beide Bands schlagen die Brücke zur Black Metal-Legende <a href="http://www.thetruemayhem.com/">MAYHEM</a>.</p>
<p>Man kann sich darüber streiten, wie viel Rockattitüde in der Musik und im neuen Auftreten der Band steckt. Auf einigen von Tibets neueren Fotos ist sie mitunter offensichtlich, wenn auch mit einem leicht selbstironischen Unterton, wie mir scheint. Sicher wird der Ausflug in den Rock nicht von jedem goutiert werden. Einige, die vielleicht mantraartigen Stonermetal im Stil von OM erwartet hatten, könnten sich durch die vielen Brüche, durch die Verspieltheit und Unübersichtlichkeit des Ganzen gestört fühlen: „Aleph“ ist eine Platte, die sich kaum beim ersten Hördurchgang erschließen wird und deren Klanglandschaft ohne Eile kartografiert werden will. Doch auch wer die musikalische Wandlung prinzipiell begrüßt, könnte mit dem einen oder anderen Detail unzufrieden sein. Die starke Tendenz zum rezitativen Sprechgesang, der auch bei den energischeren Passagen nur in Ansätzen melodisch ist, reduziert die Dynamik einiger Songs. Kompensiert wird dies aber durch Stellen, bei denen Tibet hemmungslos schreit und der Rock sein größtes Pathos entfaltet. Gerade die längeren Stücke „On Docetic Mountain“ und „Not Because the Fox Barks“ sorgen dadurch für die stärksten Momente des Albums und nehmen mich ohne Mühe für den Kurswechsel ein.</p>
<p>Ist „Aleph“ eigentlich die bislang amerikanischste CURRENT 93-Platte? Americana-Stars wie Matt Sweeney (SUPERWOLF, Neil Diamond) und würdige Newcomer wie Keith Wood (<a href="http://www.myspace.com/husharborsmusic">HUSH ARBORS</a>) sorgen mit ihren Gitarren für einen Sound, der zumindest bei mir entsprechende Assoziationen hervorruft. Ich betone das, weil ich mich an ein etwas ironisches Rollerderby-Interview aus den 90ern erinnere, in dem Tibet noch betonte, an Amerika interessierten ihn bestenfalls die Kakteen in der Wüste. Aber etwa zur gleichen Zeit sagte er auch mal, er möge kaum Rock, und eine Textphrase wie „Singing the Blues“ wäre ihm damals wohl auch nur schwerlich über die Lippen gekommen. Die Entwicklung von Davids Interessen, Leidenschaften und Geschmackstendenzen ist mitunter sprunghaft – neben seinem Bezug zum Frühwerk ist auch seine ambivalente, wechselhafte Haltung zu einem gewissen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aleister_Crowley">Edward Alexander</a> jedem Fan ein Begriff. Im Grunde lenken solche Dinge aber nur minimal davon ab, dass Tibet sich in seinen wesentlichen Motiven stets treu geblieben ist. Ganz offenkundig treu bleibt er sich hier v. a. im Songwriting: „Aleph“ ist in religiöser Hinsicht so spannend wie sein Vorgänger, denn auch hier wird ein enormer metaphysischer Überbau mit tibet’schen Erlebniswelten zu einem beeindruckenden privatmythologischen Amalgam verschmolzen, welches zu analysieren, je nach hermeneutischem Anspruch, ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen wäre. Wenn von der „anointing tyranny of stars“, den „nail veils on the Kaaba“ und der „perpetual Virgin of Evidence“ die Rede ist, wenn ein „terminal Eden“ erträumt und „Gods in plastic boxes“ vergegenwärtigt werden, dann sollte man nicht allzu verbissen nach einer griffigen Botschaft suchen, die der Verfasser, wie immer primär im Dialog mit sich selbst, wohl auch kaum verkünden will.</p>
<p>Für den mit der Zeit akklimatisierten Hörer kristallisiert sich aber schnell ein Grundtenor heraus, der synkretistische Schöpfungsmythologeme jüdisch-christlicher und altorientalischer Prägung zum Thema hat. Schöpfungsmythen allerdings, die ein großes Augenmerk auf den Kern des Zerstörerischen legen. „In the Beginning was also the end“ heißt es in dem <a href="http://www.thresholdhouse.com/">COIL</a>-Klassiker „The Dreamer is still Asleep“, den Tibet zusammen mit dem Pianisten <a href="http://www.othonmataragas.com/">OTHON MATARAGAS</a> erst kürzlich neu interpretiert hat. Hier setzt Songwriter Tibet erst später ein, nämlich „Almost in the beginning“, wo der Mörder wartet: „<em>Cain is here</em>”! Wie auf einigen CURRENT 93-Alben fehlt hier auch das sprachreflexive Moment nicht, welches auf die Zersplitterung von Zusammenhängen ebenso verweist wie auf deren versöhnende Verschmelzung: „In my mind fractal texts/Broken grammars/Droning like honey/Sweeter than Ziggurat”. Tibets derzeitiges Studium der koptischen Sprache und Religion ist sicher auch dafür eine neue Inspirationsquelle. Ein sprachliches Motiv findet sich zudem in der mehrfach betonten Identifikation des lyrischen Ichs mit dem titelgebenden Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets, der als Initial des Wortes für „Mensch“ auch für Adam steht. Interessant ist in textlicher Hinsicht auch wieder der Verweis auf Passagen des eigenen Werks – so ist neben den Wiedersehensfreude weckenden „Fields of Rape“ ein großer Teil des Textes der „Birth Canal Blues“-EP enthalten, selbstverständlich neu arrangiert und mit dem als Einheit zu betrachtenden Gesamttext verwoben.</p>
<p>In einem Aspekt unterscheidet sich „Aleph“ sehr von „Black Ships“, nämlich im Stellenwert der mitwirkenden Gäste. Wirkte der Vorgänger mit seinen zahlreichen Stimmbeiträgen beinahe samplerartig, so zentriert sich hier alles auf Tibet, die schon erwähnten drei Gitarren, Bassist <a href="http://www.myspace.com/andrewwk">ANDREW WK</a> und den überaus talentierten Drummer. <a href="http://www.babydee.org/">BABY DEE</a>s Piano, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/William_Breeze">BILL BREEZE</a>’ Viola und <a href="http://www.myspace.com/johncontreras">JOHN CONTRERAS</a>’ Cello dagegen kommen derart minimal zum Einsatz, dass beinahe der Eindruck entstehen könnte, Tibet wolle aus freundschaftlicher Dankbarkeit noch ein paar Leute aus früheren Sessions mit an Bord haben. Wie man von unseren <a href="http://www.nonpop.de/nonpop/index.php?nav=1&amp;area=1&amp;p=articles&amp;action=showdetails&amp;id=1759&amp;artpage=1&amp;type=special">Berichterstattern vom WGT</a> erfährt, muss die Piano- und Streicherfraktion bei den aktuellen Livedarbietungen viel stärker und prägender in das Klangbild integriert sein. Auch kann man sich fragen, wie viel die Gestalt des letzten Stückes der Tatsache verdankt, dass die weiblichen Spoken Words nun ausgerechnet von Jones und Grey eingesprochen wurden. Dort kommt aber zumindest Tibets langjähriger Wegbegleiter <a href="http://www.babssantini.org/">STEPHEN STAPLETON</a> etwas signifikanter zum Zug, der den Dialog der Amerikanerinnen mit einer zirkusartigen Orgelmelodie unterlegt. Zusammen mit Bandkollege <a href="http://www.andrewliles.com/">ANDREW LILES</a> besorgt er – traditionsgemäß – auch die Produktion des Ganzen.</p>
<p>„Aleph“ ist sicher ein untypisches Werk und gewiss nicht die repräsentative Platte, um Neueinsteigern die Band CURRENT 93 näher zu bringen. Was die Erfolgsprognose angeht, kann ich mich den Ausführungen aus der vorangegangenen Besprechung anschließen und vermute, dass die Reaktion in der Mainstreampresse verhaltener sein wird als zu „Black Ships“-Zeiten. „Aleph“ wird einige angenehm überraschen, weitere vielleicht auch enttäuschen und bestimmt auch manche versöhnen, die den vor rund zehn Jahren eingeschlagenen Weg des „ruhigeren“, intimeren David Tibet nie ganz akzeptieren konnten. Vor allem aber ist sie das beeindruckende Zeugnis der Häutung eines Künstlers, der nichts weniger will als sich selbst langweilig werden, und doch immer am gleichen Projekt kontinuierlich weiter arbeitet. Mich hat „Aleph“, trotz der angesprochenen Schwachstellen, sehr überzeugt. Man darf gespannt bleiben, wohin der 93er Strom in den nächsten Jahren fließen wird.</p>
<p>(U.S.)</p>
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		<title>CURRENT 93 &#8211; Interview (2006)</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:11:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="post-2057">
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview2006.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1622" title="C93-Interview2006" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview2006.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>”Good-ol’ time Armageddon Music“ Zu CURRENT 93 ließen sich Seiten schreiben, was in David Keenans “England’s Hidden Reverse“ ja auch schon geschehen ist. Ob die langen, düsteren Soundscapes der Frühphase, der spätere “Apocalyptic Folk“ oder die jetzige Verortung als “Urhorde des neuen Folk“ (Berliner Zeitung) durch die Mainstreampresse: Umfangreich ist das Werk David Tibets, zahlreich die Veröffentlichungen und auf den ersten Blick scheint es erratisch zu sein, bei näherer Betrachtung finden sich aber immer wieder Konstanten, wie auch im folgenden Interview betont wird.<span id="more-1609"></span> Gleichzeitig haben sich wenige Künstler in den vergangenen Jahren so rar gemacht, was öffentliche Äußerungen betrifft. Anlässlich des neuen Albums “Black Ships Ate the Sky“ und der für CURRENT 93-Verhältnisse recht umfangreichen Europa-Tour brach David Tibet sein Schweigen und zeigte sich als offener und sehr humorvoller Gesprächspartner, der etwas zur Konzeption des neuen Albums sagte und dessen Thema immer wieder Spiritualität war. Wie kaum ein anderer Künstler setzt Tibet in CURRENT 93 seine allerpersönlichsten Obsessionen um, was in fast jeder seiner Zeilen deutlich wird. </strong></p>
<div>
<p><strong></strong><strong><em>An dem neuen Album habt ihr vier Jahre gearbeitet, hing dieser lange Zeitraum zum Teil mit dem Zusammenbruch World Serpents zusammen oder waren es hauptsächlich kreative Gründe? </em></strong></p>
<p>Ich denke, vielen war klar, dass World Serpent Bankrott gehen würde. Es war nicht ein ganz so großes Problem. Natürlich gab es deswegen schon ein paar Probleme, aber es hat nicht die Aufnahmen an dem Album zum Stillstand gebracht. Wir haben diese Subskription gemacht, hast du davon gehört?</p>
<p><strong><em>Ja, ich habe ein Exemplar. </em></strong></p>
<p>Vielen Dank für die Hilfe. Dadurch konnten wir weitermachen. Der Grund, warum es so lange gedauert hat, war, dass ich es mit Michael Cashmore, Marc Almond und Antony vor etwa vier Jahren angefangen habe, nachdem ich einen Traum gehabt hatte, in dem schwarze Schiffe den Himmel stürmten und diese Träume hielten an, die Texte flossen aus mir heraus und es wurde immer komplexer; ich wollte einfach nicht mit den Aufnahmen aufhören, bis ich den Eindruck hatte, dass es hundertprozentig fertig war. Am Schluss hatten wir etwa 29 verschiedene Stücke, von denen wir 21 für das Album verwendet haben und wir hatten ungefähr 100 Mixe, so dass wir allein schon für die Auswahl der richtigen Mixe ziemlich lange gebraucht haben. Zu dieser Zeit verkauften wir auch unser Haus, zogen nach Schottland und dann verkauften wir dieses Haus und kamen wieder runter nach England. Ich arbeitete an verschiedenen anderen Projekten, Aufnahmen und Büchern und ich hatte natürlich auch mein Privatleben. Zudem wollte ich es diesmal nicht übereilen. Bei “Imperium“ oder “Dawn“ war das so. Für “Dawn“ brauchte ich zwei, für “Imperium“ drei bis vier Tage, und zwar für die Aufnahmen und das Abmischen. Natürlich ist das ziemlich lange her, aber ich wollte einfach sichergehen, dass das Album die Träume, die ich hatte, akkurat wiedergab. Ich habe es “Hallucinatory Patripassianist Narrative“ genannt und ich wollte, dass es genau das widerspiegelte, was die Träume mir bedeuteten. Und das brauchte seine Zeit. Ich wollte in der Lage sein, es aufzunehmen, mich hinzusetzen und darüber nachzudenken. Und es machen so viele Leute mit, durch die es sich permanent entwickelte.</p>
<p><strong><em>Von den Reaktionen, die ich bisher gehört habe, halten es viele, mich eingeschlossen, für ein Meisterwerk. </em></strong></p>
<p>Vielen Dank. Natürlich bin ich mit dem Album glücklich oder zumindest so glücklich, wie man eben sein kann. Ich denke, du machst beim Schreiben ähnliche Erfahrungen. Man denkt nie, dass es perfekt ist. Aber manchmal hat man das Gefühl, dass es ganz nah daran ist, das auszudrücken, was man sich vorgestellt hat. Manchmal höre ich mir das Album an und denke: “Mmh, das sollte etwas anders sein.“ Aber das sind nur kleine Sachen. Beim nächsten Album sorge ich dafür, dass es etwas schneller geht und dass nicht ganz so viele Leute mitmachen (Lachen). Wir haben so lange gebraucht, das Booklet fertig zu machen. Ich will nicht sagen, dass es ein Alptraum war, aber es hat einen ziemlich erschöpft. Und sich die ganzen Tracks über vier Jahre immer und immer wieder anzuhören, kann einen wahnsinnig machen.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview2-300x195.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1623" title="C93-Interview2-300x195" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview2-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a>Du hast vorhin gesagt, dass du mit Michael Cashmore angefangen hast und später Ben Chasny dazugestoßen ist. Michael Cashmore scheint nicht mehr im Livelineup vertreten zu sein. Hat das mit seinem Umzug nach Deutschland zu tun? </em></strong></p>
<p>Primär hat das damit zu tun. Michael ist vor einigen Jahren nach Berlin gezogen und ist gerade Vater geworden. Michael spielt ungefähr die Hälfte der Gitarrentracks, Ben Chasny in etwa die andere Hälfte. Michael ist zwar momentan nicht im Livelineup – auch wenn er in Berlin kurz dabei war – aber ist immer noch ziemlich stark in CURRENT 93 involviert. Heute Nachmittag war ich in seiner Wohnung und bin eben wiedergekommen. Wir haben über neue Aufnahmen gesprochen, sowohl was ich auf seinen Solosachen machen werde als auch was er auf dem nächsten CURRENT 93-Album machen wird. Die Mitgliedschaft bei CURRENT 93 ändert sich ständig, aber weil Steve Stapleton und Michael auf so vielen Veröffentlichungen gewesen sind, hat man den Eindruck, dass sie immer dabei sein werden. Manchmal muss man einfach Urlaub machen. Textlich, thematisch und konzeptionell sind es meine Ideen, aber andererseits ist es wie bei einer Familie: Alle anderen stecken ihre emotionale Kreativität hinein. Michael wird zweifelsohne wieder mit CURRENT 93 live spielen und sicher auch mit Ben Chasny. Es ändert sich einfach immer wieder. Niemand ist notwendigerweise auf dem nächsten Album, mich einmal ausgenommen, das macht es zu CURRENT, im Gegensatz zu NURSE oder SIX ORGANS oder Michael Cashmore. Michael kann mit einem kleinen Kind nicht mal eben so auf Tour gehen. Wir sind immer noch enge Freunde und arbeiten noch immer zusammen.</p>
<p><strong><em>Ich habe eine Frage zur Symbolik des Albums. Als ihr in Berlin “Time Of The Last Persecution“ gespielt habt, hast du den Text leicht verändert, du sprachst von den “Black ships“ und nicht mehr nur von den “Ships“. Ich habe mich gefragt, ob du vielleicht hinsichtlich deiner Träume auf unbewusste Art und Weise von dem Bill Fay-Text beeinflusst worden bist oder von dem, was Tiny Tim auf “Just What Do You Mean By ’Antichrist’?“ sagt? </em></strong></p>
<p>Tiny hatte immer sehr seltsame Ideen bezüglich Theologie und Kosmologie. Es war aber sicher nichts Bewusstes. Bil Fay und Tiny Tim sind Künstler, die ich sehr bewundere, ich bin bzw. im Fall von Tiny war mit beiden befreundet. Es war nicht bewusst, aber wer weiß, was im Unterbewusstsein vor sich geht? Ich spiele den Bill Fay-Song jetzt seit ein paar Jahren live, aber ich habe erst auf der jetzigen Tour damit begonnen, “Black Ships“ zu singen. Ich weiß nicht, woher das kommt, ich hatte nur diesen Traum, dass sich schwarze Schiffe, schwarze Umrisse, im Himmel bewegten, der Himmel wurde von den Schiffen beschmutzt und verdorben und in dem Traum war ich mir bewusst, dass der letzte Cäsar, der Antichrist, kommt und die Bühne für die Wiederkunft Christi vorbereitet wird. Aus diesem anfänglichen Traum entwickelte sich alles. Es war kein Zitat.</p>
<p><strong><em>Deine Interpretation von “Time…“ ist sehr intensiv. </em></strong></p>
<p>Na ja, ich fühle diese Sachen auf eine sehr intensive Art und Weise. Bei Bill Fay war das seltsam. Es war das erste Mal, dass ich jemanden über den Antichristen singen hörte, jemanden, der apokalyptische, christliche Bilder verwendete, von einem religiösen Standpunkt, der meinem ähnlich ist und das in der Welt der – wie auch immer man es bezeichnen will – Rockmusik. All die anderen Lieder über den Antichristen kamen aus einer evangelikalen, christlich-religiösen Ecke. Meiner Ansicht nach kann keiner besser sein als Bill Fay, seine Version ist die Version. Es ist nur meine Interpretation, Bill Fay singt sie auf eine sehr intensive Weise, die weniger dramatisch ist als meine, aber sie ist unglaublich bewegend. Sowohl Michael Cashmore als auch ich bewundern Bill so sehr. Jim O’ Rourke hat mir zuerst von Bill Fay erzählt. Ich hatte noch nie von ihm gehört und Jim sagte, ich solle mir mal Bill Fay anhören.<strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Es gibt so viele Verbindungen.</em></strong></p>
<p>Absolut. Es ist eine seltsame Familie und sie ist groß.</p>
<p><strong><em>In Berlin saß jemand neben mir, der noch nie von Baby Dee gehört hatte und nach dem Auftritt ganz begeistert war. </em></strong></p>
<p>Und ich habe Baby Dee durch Antony kennen gelernt. Das ist ähnlich wie bei Freunden. Man lernt neue Freunde durch Freunde kennen. Bei CURRENT 93 verstehen wir uns einfach. Matt Sweeney habe ich durch Will [Oldham] getroffen. Ich habe jeden durch jemand anderen kennen gelernt. Maja habe ich durch Steve Stapleton kennen gelernt. Ben schickte mir eine E-Mail, aber ich war schon ein Fan von ihm und er war ein großer CURRENT-Fan. Wir sind eine große glückliche Familie, die noch immer wächst.</p>
<p><strong><em>Shirley Collins` Version von “Idumæa“, die das Album abschließt und die ich für sehr gelungen halte…</em></strong></p>
<p>Shirley mag sie gar nicht. Sie ist froh, dass sie sie gemacht hat, aber sie sagt, dass sie nicht mehr so wie früher klingt. Und natürlich ist sie älter. Ich höre mich auch nicht mehr an wie früher.</p>
<p><strong><em>Ihre Version hat mehr Strophen. Ich habe den Eindruck, dass man anfangs diese Reflexion über die Sterblichkeit hat und dann kommt der religiöse Aspekt. Das Gericht Gottes usw. Bei Shirleys Version scheint mir dieser Aspekt noch stärker zu sein. </em></strong></p>
<p>Das ist so. Das ist die Version, die Shirley vor vielen Jahren gelernt hat. Sie meinte, sie würde eine andere Version singen und ich fand das prima. Kennst du das englische Wort “serendipity“ [glücklicher Zufall]?</p>
<p><strong><em>Ja. </em></strong></p>
<p>Es gibt glückliche Zufälle und alles, was passiert, ist notwendig. Das heißt, dass die Version, die Shirlely singt, sich von den anderen unterscheidet – genauso wie ihre Version von “All The Pretty Little Horses“ sich von der Version unterscheidet, die Nick Cave und ich gemacht haben. Das macht es noch bedeutsamer. Ich sehe Gott die ganze Zeit über in der Welt. Ich sage nicht, dass Gott uns geheime Botschaften gibt oder dass er sich besonders für das neue CURRENT 93-Album interessiert. Natürlich nicht. Was ich sage, ist, dass solche Dinge nicht grundlos passieren. Alles geschieht aus einem Grund. Auf die lange Sicht wird alles gut werden. Als Shirley diese Version gesungen hat, wusste ich, dass sie perfekt war. Sie rundet das Album natürlich mit einem Moment der Melancholie ab, einem Gefühl der Verzweiflung, aber auch mit einem starken Gefühl der Hoffnung. Wenn die Leute denken, dass ich apokalyptisch, melancholisch, depressiv oder pessimistisch sei, dann stimmt das nicht. Ich bin wirklich eine sehr optimistische Person. Ich schaue mir die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Apokalypse an und die ist eben Offenbarung. Es heißt nicht Zerstörung und Weltuntergang. Natürlich wird es sehr harte oder Besorgnis erregende Zeiten geben. Aber durch die Wiederkehr Christi wird sich das Paradies wieder für uns öffnen. Ich bin also voller Hoffnung und so sollte das Album auch enden: ein Gefühl der Hoffnung, aber auch ein Bewusstsein dessen, was die Katholiken die vier letzten Dinge nennen: Tod, Gericht, Himmel, Hölle. Denk daran, was passieren wird. Lebe dein Leben danach. Ich bin kein Evangelist und sage den Menschen, dass sie mir zuhören sollen. Was ich versuche, ist mich selbst daran zu erinnern, dass man sich nicht von Halluzinationen vom Ende der Welt und dem Kommen des Antichristen – die vielleicht verrückt sind – ablenken lassen sollte. Für mich ist das faszinierend, aber man sollte sein Augenmerk auf die wichtigsten Dinge richten: Jeder wird sterben und wird gerichtet werden und “Idumæa“, verweist darauf, bringt mir immer wieder diese Botschaft. Ich habe jetzt wahrscheinlich deine Frage nicht beantwortet, aber ich wollte gerne darüber reden, warum mir Shirleys Version so viel bedeutet.</p>
<p><strong><em>Vor einigen Jahren hast du das “Hypnagogue“-Minialbum veröffentlicht. Ich glaube, du hast es als Prolog eines künftigen Albums bezeichnet. Auf “Black Ships…“ finden sich Textzeilen aus diesem Album, z.B. bei “And Then Kill Ceasar“ und bei “Black Ships Were Sinking Into Idumæa“ hört man die Zeilen “God Gave Noah A Rainbow Sign“. Wolltest du die Verbindung zwischen “Hypnagogue“ und “Black Ships…“ verdeutlichen? </em></strong></p>
<p>“Hypnagogue“ ist der Prolog zu einem anderen Album. Aber es gab Verbindungen zwischen den Alben. Dieses Album verwandelte sich teilweise in “Black Ships..“, da die Bilder in meinen Träumen und in meinem Kopf waren. Als “Hypnagogue“ veröffentlicht wurde, arbeitete ich an einem anderen Album und etwas von den Bildern und Texten floß in “Black Ships…“ ein. Es gibt allerdings keine direkte Verbindung. “Hypnagogue“ ist wirklich für ein anderes Album gedacht. Es lag einfach daran, dass “Black Ships…“ aufgrund dieser intensiven Träume zuerst kam.</p>
<p><strong><em>Ich musste etwas an William Blake denken, den du auch schätzt.</em></strong></p>
<p>Nicht so sehr. Ich halte ihn für sehr interessant und habe ihn einige Male zitiert. Mir gefallen die Ideen von William Blake sehr, aber ich finde, dass er sehr schwer zu lesen ist. Von den frühen Werken abgesehen sind die Sachen zu komplex für mich. Man braucht ein Lexikon.</p>
<p><strong><em>Es gibt tatsächlich ein “Blake Dictionary“. </em></strong></p>
<p>Ja. Das habe ich früher benutzt. Ich habe mich vor einiger Zeit mit Thomas Ligotti unterhalten und ich habe ihn nach seinen Lieblingsdichtern gefragt. Und er meinte, dass es keine Dichter gebe, die er hassen würde, ausgenommen Wordsworth und Blake und irgendwie habe ich verstanden, was er meinte. Blakes Vorstellungskraft war so atemberaubend…Das ist einfach nicht meine Sache. Es ist so, dass ich ihn bewundernswert finde und ich mag einige seiner Formulierungen. Aber was das Gesamtwerk anbelangt, ist es so, dass es mich emotional nicht anspricht. Ich denke, dass es sehr intelligent ist, aber mein Herz reagiert nicht. Ich sage nicht, dass er kalt ist, er ist ganz offensichtlich ein sehr emotionaler und leidenschaftlicher Künstler, es ist einfach zu komplex und ich schätze Einfachheit. Mein ganzes Leben über habe ich Raum und Einfachheit gemocht. Wenn man sich Samuel Palmer, einen seiner Schüler, anschaut, muss ich sagen, dass mir seine Arbeit besser gefällt. Sie ist spiritueller.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview3-225x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1624" title="C93-Interview3-225x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview3-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><strong><em>Ich bin auf den Vergleich gekommen, weil ich daran dachte, wie er religiöse mit ganz persönlicher Symbolik verknüpft. </em></strong></p>
<p>Das ist sehr schmeichelhaft. Meine Arbeit ist sehr persönlich, wobei ich mir natürlich bewusst bin, dass einige meiner theologischen, meiner eschatologischen Interessen oder Obsessionen sehr präzise sind und meine ganz persönliche Weltsicht widerspiegeln. Das klingt sehr pompös und so als ob ich die kleinen Dinge, die wichtig sind, nicht wirklich schätze. Das ist aber nicht so. Deshalb kann es eine Zeile geben, in der es heißt: “And the Sky Splits Open/And Christ Returns/And The Postman Is At The Door“. Das ist das Große im Kleinen und das Kleine im Großen. Man kann diese beiden Aspekte nicht voneinander trennen. Manche sind auf einer kosmischen oder makrokosmischen Ebene enorm wichtig und dann ist es wieder so, dass der Toast anbrennt oder der Tee kalt wird. Aber sie sind alle ein Teil der gleichen geheimnisvollen, faszinierenden Welt voller Überraschungen, in der wir leben. Für mich liegt in allem ein Wunder. Es ist nicht immer nur das Gericht oder die Rückkehr Christi. Diese Dinge sind für mich schrecklich wichtig, aber die kleinen Sachen, z. B. das Lächeln meiner Katzen und der Klang des Regens sind es ebenfalls. Ich bin sehr begeisterungsfähig und ich interessiere mich für alles, in dem Sinne, dass ich versuche Dinge wahrzunehmen, so gut ich kann. Ich bin von Natur aus ziemlich obsessiv und gleichzeitig will ich meine Augen für die kleinen Dinge offenlassen und nicht nur koptische Texte lesen oder mich nur mit esoterischen, akademischen Dingen beschäftigen. Ich schaue mir genau an, was auf den Nahrungsmitteln und der Seife steht, die ich kaufe. Ich interessiere mich für die Zutaten, aus denen die Welt besteht und manche davon sind sehr tief gehend, andere sind billig und schön.</p>
<p><strong><em>Wenn du deine spirituelle Entwicklung ansprichst…Mir ist aufgefallen, dass sich in deiner Arbeit Verweise darauf finden. Auf dem NATURE AND ORGANISATION-Album “Beauty Reaps The Blood Of Solitude“ heißt es: “As I Descended With The Dogs Blood Rising/So Then I Ascended To The Thunder Perfect Mind“, in einem Interview, das Thomas Ligotti mit dir für das “Esoterra”-Magazin geführt hat, sagst du, dass es Perioden deines Lebens gibt, die du nicht noch einmal durchleben willst und auf “Soft Black Stars“ heißt es…</em></strong></p>
<p>“If I Could Have One Wish/As In The Fairytales”</p>
<p><strong><em>Würdest du nicht sagen, dass all diese Dinge notwendig waren, um dich dahin zu führen, wo du jetzt bist oder denkst du, dass du einiges davon besser nicht gemacht hättest? </em></strong></p>
<p>Ich denke schon, dass sie absolut notwendig waren. All das, was wir sind oder Teile von dem, was wir sind, ist unsere Vergangenheit. Selbst die Dinge, von denen ich vor einigen Jahren noch dachte, dass sie nicht hilfreich gewesen seien, waren – wie mir jetzt klar wird – hilfreich. Als kleines Kind habe ich in Malaysia gelebt, ich war von Religion fasziniert, ich hielt mich selbst für einen Christen, aber mit großem Interesse an Buddhismus und Hinduismus. Als ich zwölf war, begann ich mich für Crowley zu interessieren und er wurde ein anderer Teil meiner Entwicklung. Mit den Jahren entstand eine Spannung zwischen diesen Dingen, zwischen Christentum, Buddhismus, Crowley – und zwar eine kreative Spannung. Ich denke, dass es im Hinblick auf die Geschichte von CURRENT 93 immer ein Problem war, dass anfangs die Leute dachten, dass ich bei weitem mehr an Crowley interessiert sei, als das der Fall war und jetzt glauben die Leute, dass ich Crowley weniger mag, als ich das tatsächlich tue. Crowley ist immer mein böser Onkel gewesen, mit dem ich aufgewachsen bin. Er ist wichtig für mich gewesen, aber auch als ich mehr mit ihm zu tun hatte, bezeichnete ich mich als Christen. Wenn man sich “Nature Unveiled“ anhört, dann heißt es da „Ach Golgotha (The Great In The Small“), es ist ein christliches Werk. Ich begann mit christlichen, eschatologischen und dogmatischen Interessen und das hat sich einfach entwickelt. Manchmal scheint es gegensätzlich zu sein, aber meine Arbeit war immer von meiner Liebe zu den Evangelien inspiriert, die ich mochte, seit ich ein kleiner Junge war. Seit “Thunder Perfect Mind“ ist es auf eine offensichtlichere Weise christlich. Ich wurde mir der Natur meines Herzens mehr bewusst. Ich bedauere nichts von dem, was ich gemacht habe, lediglich Schmerz, den ich anderen zugefügt habe, ob absichtlich oder zufällig. Wir können unsere Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Alles, was wir machen können, ist von ihr zu lernen. Jetzt versuche ich jeden Tag in die Messe zu gehen. Natürlich mache ich es manchmal nicht. Ich habe immer noch Verbindungen zu Crowley und dem O.T.O. Der Kopf des O.T.O. ist einer meiner besten Freunde.</p>
<p><strong><em>Er spielt Geige für dich, oder? </em></strong></p>
<p>Ich kann das nicht sagen (Lachen). Aber er ist einer meiner besten Freunde. In meinem Arbeitszimmer habe ich viele Louis Wain Gemälde und ich habe ein Originalgemälde von Aleister Crowley über meinem Schreibtisch. Und ich habe auch eine Statue von Christus, eine Statue von Maria und die Bibel. Es gibt immer Spannung. Aber es ist eine Spannung, über die ich glücklich bin. Crowley ist der notwendige Judas für die katholische Kirche. Er ist wichtig für mich, weil er mir Mut und Kraft gab, als es mir als kleines Kind an der Schule, an der ich war, nachdem ich von meinem Zuhause in Malaysia weggeschickt worden war, ziemlich schlecht ging.</p>
<p><strong><em>Die Spannung von der du sprichst. Ist das so eine Sache zwischen Orthodoxie und Häresie? </em></strong></p>
<p>Spielst du auf das G. K. Chesterton-Zitat an?</p>
<p><strong><em>Ja, genau. </em></strong></p>
<p>Während der ganzen Zeit mit CURRENT hatte ich nie ein Interesse daran, was die Leute denken. Ich definiere mich selbst durch das, was mich bewegt. Ich habe meinen Glauben und Kraft durch meinen Glauben. Es gibt immer Leute, die Meinungen haben wollen. So nach dem Motto: Tibet hat Verbindungen zum O.T.O. Wie kann er Christ sein? Das können die Leute ruhig sagen, aber es ist mir scheißegal. Sie kennen mich nicht. Ich kenne mich ein wenig, ich kenne mich besser, als irgendjemand anderes und ich kenne mich noch immer nicht gut. Man kann sich nur durch sich selbst definieren. Wir sind uns alle gegenseitig Rätsel, wir kennen uns selbst nicht, wie können wir dann sagen, dass wir andere Menschen kennen? Wie können wir sagen: Wenn das so ist, dann sollte er auch das mögen. Menschen sind unvorhersehbar.</p>
<p><strong><em>Du hast auch gesagt, dass du es nicht magst, kategorisiert zu werden. </em></strong></p>
<p>Natürlich. Aber ehrlich gesagt, nicht, weil ich so etwas Besonderes bin. Das ist nicht so. Ich bin recht normal. Niemand mag in Schubladen eingeordnet werden. Die gruftigste Gruppe der Welt, die hart an ihrem Image arbeitet, wäre wahrscheinlich ganz schön angenervt, wenn sie die als die gruftigste Band der Welt bezeichnet würde. Wir alle denken, dass wir Individuen sind, dass wir uns von allen anderen unterscheiden, und auf gewisse Weise tun wir das auch. Aber auf eine andere Weise sind wir absolut identisch. Wir sind alle Menschen mit vielen Fehlern und mit bewundernswerten Charaktereigenschaften. Wir tun das Beste, was wir können. Wir sind Menschen – und Menschen haben Fehler und positive Eigenschaften. Es ist ziemlich schwer andere zu beurteilen und zu sagen, wie sie sich verhalten sollten. Es ist eher so, dass manche wollen, dass man die Vorstellung, die sie von dir haben, ausleben soll.</p>
<p><strong><em>Hast du eigentlich viele Briefe von Leuten bekommen, die dich zu ernst genommen haben? Ich erinnere mich daran, dass auf dem Poster, das der “Loony Runes“-12’ beilag, eine Kontaktadresse für die “Final Chruch Of The Noddy Apocalypse“ zu finden war. Gab es da Leute, die das für einen neuen, geheimen Kult hielten? </em></strong></p>
<p>Oh ja, viele. Ich bekomme immer noch Briefe von Leuten, die wollen, dass ich ihnen eine Geheimgesellschaft oder einen Kult nenne, weil sie denken, dass ich die Macht dazu habe. Es geht sogar so weit, dass Leute sagen: Du bist Christ, aber wir wissen, dass du kein orthodoxer Christ sein kannst, du musst Teil eines geheimen gnostischen christlichen Kultes sein. Wenn ich diese Macht und dieses Wissen hätte, würde ich das anderen nicht mitteilen. Aber ich sage eben auch ganz kategorisch, dass ich diese Macht nicht habe. Ich denke, es gibt immer Leute, die denken, dass das, was du sagst, ironisch gemeint ist. Ich habe mich kürzlich mit einer Freundin von mir unterhalten, die Theologieprofessorin ist, und die meinte, dass viele glaubten, ich sei ironisch. Und das hat mich so überrascht, ich soll seit 14 Jahren ironisch sein? Ich finde es einfach merkwürdig, Briefe von Leuten zu bekommen, weil das so eine persönliche Sache ist. Meine Frau hat einmal zu mir gesagt: “David, es ist seltsam, dass es Menschen gibt, die deine Arbeit so bewundern, denn nicht jeder denkt 24 Stunden am Tag über die Wiederkehr Christi nach.“ Das war ein guter Punkt. Viele Leute teilen nicht meine speziellen Interessen und ich teile nicht ihre. Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass künstlerische Tätigkeit deine Ansichten widerspiegelt. Ich dachte nie, dass sich jemand für das, was ich machte, interessieren würde, aber ich wollte es trotzdem machen. Es ist eigentlich immer nur für mich. Es macht nichts, ob wir 100 oder 100 000 verkaufen. CURRENT 93 bin ich, der versucht, seine eigene Person sich selbst zu erklären.</p>
<p><strong><em>Du hast kürzlich gesagt, dass du dir gewünscht hättest, dass “England’s Hidden Reverse“ etwas kritischer gewesen wäre. </em></strong></p>
<p>Es war eher so, dass ich mir gewünscht hätte, dass es etwas ausgewogener gewesen wäre und David Keenan dürfte da zustimmen. Ich hatte viele Freunde drin, die alle sehr nette Sachen über mich, Steve und Geoff gesagt haben. Jim Thirlwell hat zwar gesagt, dass er nie so ganz verstanden hat, was ich mache. Er ist aber immer noch ein Freund und ich habe ihn erst gestern getroffen. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass Leute da gewesen wären, die negative Sachen gesagt hätten. Nicht weil ich denke, dass ich eine beschissene Person bin, sondern weil es dadurch etwas ausgewogener geworden wäre. Ich hätte es auch gut gefunden, wenn andere Personen berücksichtigt worden wären; die Peripherie dieser drei Gruppen. Sie waren genauso wichtig wie wir, aber das Buch hat eben nicht von ihnen gehandelt. Es gab viele andere Gruppen, wir waren alle in der gleichen Szene. Ich sage einfach, dass ich mir gewünscht hätte, dass das Buch umfangreicher und länger gewesen wäre. Das lag nicht am Autor, er hat sehr gute Arbeit gemacht. Er hat wohl einige Leute angeschrieben, die negative Sachen über mich gesagt hätten oder eine etwas andere Sicht der Dinge gehabt hätten, aber sie wollten nicht interviewt werden. Ich rede jetzt nicht nur von den ganz offensichtlichen Personen. Aber prinzipiell sind fast alle Leute, die ich kenne, seit ich angefangen habe, meine Freunde geblieben. Mich freut das. Wer will schon Feinde haben? Wer will gehasst werden? Es wäre eben nur gut gewesen, wenn jemand eine andere Sicht gehabt hätte, als: David ist so toll oder Balance ist so toll oder Steve ist so toll. Es ist für mich schwierig, objektiv zu sein, weil das Buch von mir handelt. Es war sehr wohlwollend und es hat mir gefallen, aber ich versuche zumindest etwas objektiv zu sein.</p>
<p><strong><em>Ich glaube, als das Buch herausgekommen ist, hielten es viele für eine Art von Verschwörung und glaubten, dass aufgrund von World Serpent einige Gruppen bewusst ausgeschlossen worden seien. </em></strong></p>
<p>Am Anfang des Buches heißt es, dass der Autor gerne mit weiteren Personen gesprochen hätte, diese aber ablehnten. Das ist in Ordnung. Du weißt, dass ich nicht über Personen reden möchte, mit denen ich mich überworfen habe, aber du weißt, wen ich meine. Eine Person wurde gebeten mitzumachen, antwortete und wollte Texte sehen, die der Autor vorher geschrieben hatte, und lehnte dann ab. Da kann man wenig machen, man kann niemanden zwingen, mitzumachen. Ich verstehe es, wenn er besorgt war und dachte: Ich werde vielleicht etwas Negatives sagen und sie werden es nicht drucken. Es gab jedenfalls keine Verschwörung. Der Autor hat die Leute angeschrieben und mehr konnte er nicht machen. Es ist kein Gerichtssaal, wo man jemanden dazu zwingen kann.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview5-225x300.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1625" title="C93-Interview5-225x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/C93-Interview5-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Lass uns noch einmal zu einer musikalischen Sache kommen. In den letzten Jahren hast du auch einige experimentelle Alben veröffentlicht (z.B. die Ligotti-Arbeiten). Wird es so etwas in naher Zukunft noch einmal geben? Du hast kürzlich gesagt, dass du experimentelle Musik nicht magst. </em></strong></p>
<p>Ich mag sie auch nicht, na ja, ich mag sie und auch wieder nicht. Experimentelle Musik hat verschiedene Bedeutungen. Gestern Abend unterhielt ich mich mit Matt Sweeney und wir kamen darin überein, dass CURRENT 93, so wie wir jetzt sind, in Berlin zum Beispiel, eine experimentelle Gruppe ist. Es gibt einen einfachen, zyklischen Song, aber innerhalb dessen testen wir ganz verschiedene Grenzen aus. Vielleicht hängt das wieder mit dem Zitat von Chesterton zusammen: “Ein Mann muss bei den meisten Sachen orthodox sein, andernfalls würde er nie seine eigene Häresie erschaffen.“ Ich denke, dass CURRENT so ist. Auf der einen Seite ist es einfach und zyklisch, es ist eine Art den Raum einzurahmen. Darin geschehen aber viele Dinge. Wir rütteln immer an den Grenzen. Die Ligotti-Arbeiten oder “Faust“ sind nicht unbedingt anders. Es gibt diese Vorstellung, dass wenn ein Lied eine Gitarre und eine gewisse Struktur hat, es nicht experimentell ist und wenn Musik formloser scheint oder wie ein Soundscape ist oder zufällige Elemente aufweist, dann ist sie experimentell. Aber wenn man jemand ist, der Zufallsmusik oder klassisch experimentelle Musik, wie es z. B. “Nature Unveiled“ und “Dogs Blood Rising“ auf gewisse Weise waren, macht, und dann Songs macht, wie wir auf “Swastikas For Noddy“, dann ist das experimentell. Verstehst du, was ich meine?</p>
<p><strong><em>Klar. </em></strong></p>
<p>Für mich ist es immer CURRENT. Ich mache die Sachen, die mich bewegen. Mir gefällt experimentelle Musik nicht, wenn die Macher glauben, sie befänden sich über jeder anderen Form von Musik. Für mich ist das so, als ob man sagt: Wir servieren immer Fleisch, verschiedene Sorten, aber es ist immer Fleisch. Und darauf sind wir stolz. Wenn man immer experimentelle Musik macht, wo ist die Überraschung und wo ist die Herausforderung? Experimentelle Musik sollte eine Herausforderung sein, aber wenn es ein weiteres Album mit zufälligen Saxophontönen oder Glitches ist, warum sollte das dann experimentell sein?</p>
<p><em><strong>Das ist es ja gerade, was die Arbeit von Steve Stapleton so interessant macht. Er verändert seinen Stil permanent</strong></em>.</p>
<p>Steve würde sich selbst als Rockmusiker bezeichnen. Er interessiert sich für Surrealismus und Dada und er hat seine eigene Sicht auf die Welt entwickelt. Ich denke nie an Steve als: Steve, der experimentelle Musiker. Er ist sehr innovativ, er sieht die Dinge auf eine erstaunlich interessante Weise. Im Moment hört er sich nur Hip Hop und Rap an, für mich ist das die konservativste Musik, die man sich vorstellen kann, ich finde sie wirklich schrecklich, aber für ihn ist sie radikal. Wie du schon vorhin gesagt hast, gefallen mir einfach keine Kategorisierungen.</p>
<p><strong><em>Wirst du auf einem der nächsten NURSE WITH WOUND-Alben mitmachen? </em></strong></p>
<p>Sicher, ich glaube, ich bin beim nächsten dabei. Wir machen immer Sachen zusammen, wenn es das nächste nicht ist, ist es ein anderes. Das ist die Weise, wie Steve aufnimmt. Ich arbeite immer noch intensiv mit Steve Stapleton zusammen und ich werde mit ihm in San Francisco bei den NURSE WITH WOUND-Auftritten sein. Ich sehe da kein Ende. Ich bin nicht immer dabei. Wir sind eben eine experimentelle Gruppe (lacht).</p>
<p><strong><em>Du hast davon gesprochen, schon an dem nächsten Album zu arbeiten und du meintest vorhin, da seien weniger Leute dran beteiligt. </em></strong></p>
<p>Nein, das war eher als Witz gedacht, man macht es einfacher um es schneller fertig zu stellen. Ich hatte gedacht, dass es vielleicht weniger Leute wären, aber es sieht wohl so aus, als ob eine Menge Leute mitmachen. Ich arbeite gerade an den Ideen dafür. Ich werde auch ein Album mit Ben Chasny und Stephen O’ Malley von SUNN O)))) machen, welches nicht das CURRENT-Album werden wird. Ich habe eine Reihe neue Freunde, deren Arbeit ich bewundere, wie z.B. Al Cisneros und Chris Hakius von OM. Das nächste Album wird anders als “Black Ships Ate the Sky“ sein.</p>
<p><strong><em>Glaubst du, dass das nächstes Jahr veröffentlicht werden wird? </em></strong></p>
<p>Ja, nächstes Jahr. Wer weiß, ich hoffe, Gott hört gerade diesem Gespräch zu und ist auch der Meinung, dass es nächstes Jahr rauskommen soll.</p>
<p><strong><em>Wird sonst noch etwas veröffentlicht? Wie sieht es mit “Whilst The Night Rejoices Profound And Still“ aus? </em></strong></p>
<p>Ich arbeite noch daran, weil ich mit dem Gesang nicht so zufrieden war. Das wird aber demnächst rauskommen. Wir arbeiten an weiteren Auftritten und wollen einiges aus dem Backkatalog wiederveröffentlichen. Das Album mit Ben und Stephen O’ Malley, das neue Buch von Thomas Ligotti und die gesammelten Werke von Count Stenbock sollen veröffentlicht werde und ich arbeite an weiterem Artwork, ich studiere Koptisch, ich versuche, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich bin 46 und ich werde langsam etwas müde. Ich denke immer über neue Ideen nach. Manchmal sind es ganz schreckliche, aber selbst bei den schrecklichen mache ich mir eine Notiz und denke: Jetzt ist es schrecklich, aber wer weiß: In fünf Jahren ist es vielleicht genial oder noch schrecklicher. Man muss seine Augen und Ohren immer offen halten.</p>
<p>(M.G. &amp; D.L., S.L.)</p>
<p><a href="http://www.copticcat.com/">copticcat.com</a></p>
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