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	<title>African Paper &#187; Michael Tanner</title>
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		<title>V.A.: Compilation for a Cat</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 07:30:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/01/compilationforacat.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3445" title="compilationforacat" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/01/compilationforacat-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Amanda Vottas Kater vor ein paar Wochen mit einem lädierten Hinterbein heimkam, sah alles noch nach einer leicht zu behandelnden Verletzung aus, die man schnell und ohne größere Kosten behandeln kann. Zumindest dachte das zunächst auch der Tierarzt, der erst nach weiteren Untersuchungen einen komplizierteren Oberschenkelbruch diagnostizierte, dessen Behandlung kostenmäßig im vierstelligen Bereich rangieren wird – ein Preis, den die Schwedin nicht mal so von jetzt auf gleich aufbringen konnte. Dass sie mit einigen bekannten Musikern befreundet ist, erwies sich dabei als kleiner Vorteil, <span id="more-3444"></span>denn Peter Bjärgö (Arcana), Neddal Ayad (Stone Breath-Umfeld) und Michael Tanner (Plinth) machten den Vorschlag, zu dem Zweck einen kleinen Sampler zusammenzustellen und luden eine ganze Reihe von Kollegen ein, sich daran zu beteiligen. Das Resultat ist eine 37 Stücke umfassende Sammlung größtenteils exklusiver Musik, die man für einen Spendenbeitrag seiner Wahl herunterladen kann.</p>
<p>Doch nicht nur die Tatsache, dass mit den Einnahmen statt der Studiobar eine Tierarztrechung bezahlt wird, macht die Compilation interessant, denn musikalisch hat sie durchaus was zu bieten. Troy Schafer, bekannt als je eine Hälfte von Kinit Her und Wormsblood, verkörpert die stilistische Stoßrichtung des Samplers vielleicht am Besten – ein auf Zeitlupe gepitchter, nur partiell verständlicher Textvortrag thront über einer Klanglandschaft, in der minimale Saitenloops und ein hypnotisches Drone um die Vorherrschaft ringen, folkloristische Sanftheit trifft auf puren Sound, bei dem auch rauere Momente Platz haben. Den Sieg trägt allerdings eine berührende Violine bei, die gekonnt im Schwebezustand zwischen Wohlklang und Schrägheit verharrt. Der durch Gruppen wie United Bible Studies und Momick bekannte Richard Moult hat mit seinem von Piano und dem Sopran von Kate Hopkins getragenen „Be still, you little leaves“ das vielleicht schönste Stück der Sammlung beigetragen, es beruht auf einem Gedicht der walisischen Naturlyrikerin Mary Webb. Ebenfalls klavierlastig, doch eher in Form eines an The Housmartins erinnernden Schlagerpop, geben sich die Newcomer The Aves. Tony Wakeford, stolzer Dosenöffner eines gewissen Herrn Pussolini, kennt sich aus mit den Eigenarten unserer pelzigen Freunde, die er in dem famosen Folkstück „Cats sleep anywhere“ besingt. Nichts, was seine Fans lieben, fehlt: metallisches Gitarrenpicking, kräftig verzerrte Saiten, spontane Tempowechsel, kauzige Ironie – eingerahmt in Gastvocals, die wohl vom Signore persönlich stammen. Ein weiteres Folkhighlight, diesmal mit entrücktem Banjo, kommt von dem Iren David Colohan alias Agitated Radio Pilot. Experimenteller wird es bei der Dronefolkerin Susan Matthews und ihren verrauschten Wiederholungsfiguren, die nach Mandoline und Piano klingen.</p>
<p>Bei dem in Berlin lebenden Sound- und Installationskünstler Sean Derrick Cooper Marquardt ist der unprätentiöse Titel seines strudelartigen „Various Pitches, Bends, and Invocations“ Programm. Mitinitiator Peter Bjärgö lierfert eines seiner perkussiveren Stücke ab, das Züge einer Hommage an gute alte 4AD-Tage trägt. Sein Stammprojekt Arcana setzt auf feierliche, von einem Schuss sogenannter Weltmusik durchzogene Orchestralmusik, schlägt die Brücke zur orientalisch anmutenden Soundkollage von Desiderii Marginis, die hinter ihrem verhaltenen Grollen und Brummen Monumentales anklingen lässt. Lauter wird es bei Vera Bremertons „Heart of Nihil“ ein betont raues Lofibombardement aus verzerrten Sounds und spukhaften Vocals. Maarten van der Vleuten liefert ein verrauschtes Dronestück ab, vergleichbar dem Beitrag von Chemical Sound Engine und dem unterschwellig brodelnden „Pussy Cat Drone“ von Elizabeth Veldo.</p>
<p>Die von mir beschriebene Auswahl ist natürlich subjektiv – es handelt sich dabei um die Beiträge, die mir beim (just in dem Moment abgeschlossenen) ersten Hördurchgang am stärksten aufgefallen sind. <a href="http://compilationforacat.bandcamp.com/album/compilation-for-a-cat">Mehr dazu und eine Möglichkleit zum Download u.a. für kurze Zeit hier.</a> (U.S.)</p>
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		<title>SHARRON KRAUS &amp; MICHAEL TANNER: In The Rheidol Valley</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 06:47:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Folk Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Tanner]]></category>
		<category><![CDATA[Morc Records]]></category>
		<category><![CDATA[Plinth]]></category>
		<category><![CDATA[Rusalnaja]]></category>
		<category><![CDATA[Sharron Kraus]]></category>

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		<description><![CDATA[Sharron Kraus und Michael Tanner alias Plinth arbeiten nicht zum ersten mal zusammen, schon auf Sharrons Album „The Fox&#8217;s Wedding“, seinerzeit bei Durtro Jnana erschienen, hinterließ der Brite als zweiter Gitarrist seine Spuren. Beide Künstler sind einer modernisierten Auffassung des &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/10/15/sharron-kraus-michael-tanner-in-the-rheidol-valley/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/rheidolvalley.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-2581" title="rheidolvalley" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/rheidolvalley.jpeg" alt="" width="150" height="150" /></a>Sharron Kraus und Michael Tanner alias Plinth arbeiten nicht zum ersten mal zusammen, schon auf Sharrons Album „The Fox&#8217;s Wedding“, seinerzeit bei Durtro Jnana erschienen, hinterließ der Brite als zweiter Gitarrist seine Spuren. Beide Künstler sind einer modernisierten Auffassung des Folk verbunden, beide loten dies jedoch auf ganz unterschiedliche Weise aus.<span id="more-2580"></span></p>
<p>Kraus ist eine begnadete Sängerin und Songschreiberin, komponiert Stücke, die auf den ersten Blick sehr traditionell anmuten, sich beim genaueren Hinhören jedoch als feinsinnige Pastichen entpuppen. Sie offenbaren einen Blick auf die Tradition, der von historischem Einfühlungsvermögen ebenso zeugt wie von einem Bewusstsein für die Verankerung im Hier und Jetzt. Gerade dadurch gelingt ihr ein Zugang zu den &#8220;alten&#8221; Klängen und der im Englischen wie im Amerikanischen wurzelnden Balladentradition, der viel respektvoller (weil belebender) ist als jedes nostalgisch-museale Nachspielen, das seinen projektiven Zug nur umso stärker offenbaren muss. Tanners Musik dagegen zeigt ihren modernen Charakter viel offenkundiger, da sie trotz ihrer angenehmen Melodik meist abstrakter ist und herkömmlichen Songstrukturen eher abgeneigt. Tanner bezeichnet seine Soundscapes augenzwinkernd als &#8220;romantic reggae&#8221;, und ich bin nicht sicher, ob er mit der Folk-Assoziation zufrieden wäre. Falls ja, dann wäre Folk für ihn wohl kein Genre, in dessen Tradition man sich einreiht, und sei es spielerisch. Es scheint ihm vielmehr ein reichhaltiges Repertoire an musikalischen und atmosphärischen Versatzstücken zu sein, an dem man sich bedient und dessen Einzelteile man auf unterschiedlichste Weise neu kombinieren kann.</p>
<p>Für ihre erste gleichberechtigte Zusammenarbeit reisten die beiden Musiker in das walisische „Rheidol Valley“, um die Stimmung und die subtilen Geräusche des Landstriches einzufangen und möglichst unbearbeitet zu dokumentieren. Ausgehend von dem oben genannten Gegensatz könnte man nun zu dem oberflächlichen Schluss kommen, dass das Resultat eher ein Tanner-typisches Album geworden ist, denn es enthält keinen einzigen Song, stattdessen eine kleine Sammlung improvisierter akustischer Soundscapes. Doch auch Sharrons Handschrift ist unverkennbar.</p>
<p>Das Intro „Lambs“ eröffnet die kurze Impression zunächst mit Tierstimmen – ein Stilelement, dass man den beiden auch Jahre nach dem medialen Folkbrimborium zugesteht, da sie niemals an irgendeinem bescheuerten Hype beteiligt waren und damit weder weird noch hip sein wollen, stattdessen auf ungekünstelte Art einfach die Stimm(ung)en des Ortes einfangen. Auf den beiden „Waterfall“ genannten Stücken kommt Sharrons Gitarre am meisten zum Einsatz. Aus den repetitiven Akkorden, die an ihren großartigen Rusalnaja-Song „Wild Summer“ erinnern (der mit seiner paganen Hommage an das Rad des Jahres jede noch so konzeptuelle Neofolkband an die Wand spielt), kristallisiert sich ein verhaltenes Hauchen heraus, wird lauter und deutlicher und ist endlich als Sharrons markante Stimme zu erkennen, für die sich kaum Kategorien und Vergleiche finden, die weder herb noch süßlich noch biederer Durchschnitt ist und gerade deshalb so interessant klingt. Nur an dieser einen Stelle ist sie zu hören, kurz darauf überlässt sie den wenigen Instrumenten und den subtilen Geräuschen wieder das Feld.</p>
<p>Der Grundtenor der EP ist leise und introvertiert, die wesentlichen Arrangements minimalistisch und repetitiv, das Repertoire der musikalischen Motive hält sich in Grenzen. Doch obwohl die Klanggestalt meist lieblich ausfällt und Feldaufnahmen wie Vogelgezwitscher im Grunde romantische Klischees bedienen, scheint die Musik kaum auf Entspannung oder Besinnlichkeit anzuzielen. Dafür ist sie von zu vielen Brüchen durchzogen und neigt zu sehr zu spröden, monotonen Momenten. Hintergründiges Trommeln, spannungsvolle Triangel-Anschläge und perkussive Akkorde, die sich vor allem in der zweiten Hälfte sammeln, scheinen den Eindruck zu bestätigen. Und bei all dem sind die Intrumentalparts vor allem eines: Sound, der mit den Geräuschen der Umgebung verschmilzt.</p>
<p>Die Vinyl-EP in einer auf 250 Einheiten limitierten Stückzahl herauszubringen, geschah hier sicher nicht zum Zweck einer Forcierung von Rarität. Aufgrund ihres musikalisch sehr introviertierten Charakters, vor allem aber wegen ihrer stilistischen Eigenart, die sich vor allem von Sharrons recht opulenten Songalben stark unterscheidet, sollte sie als Projekt außer der Reihe verstanden werden. Die Klangfarben von Sharron Kraus treffen auf die Abstraktion Tanners, und in ihrer Kombination entfalten diese Komponenten eine Atmosphäre, die sich vielleicht nicht unmittelbar, mit der Zeit aber umso stärker entfaltet. (U.S.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.morctapes.com/">Morc Records</a></p>
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