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	<title>African Paper &#187; Mike Sauer</title>
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		<title>NEUNTAGE ALT: Waif</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 04:29:29 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/09/waif.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-48024" title="waif" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/09/waif-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Manchmal klingen frühe Synthie-Experimente mit Punk&#8217;n'Wave-Einfärbung, als geisterten sie im Halbschlaf zwischen Euphorie und Verunsicherung durch den Raum. In einem solchen Zwischenraum entfaltet sich auch der Reiz von &#8220;Waif&#8221; der Berliner Combo Neuntage Alt. Hervorgegangen aus dem DDR-Urpunk und ferner sozialisiert im Dunstkreis von Gruppen wie Ornament &amp; Verbrechen und AG Geige entwarfen <span id="more-48022"></span>Taymur Streng, René Glofke und Mike Sauer Anfang der 80er ein Klangbild, das weit über gängige Punk-Muster hinausging. Anklänge an den dystopischen Sound von Throbbing Gristle oder Cabaret Voltaire verbinden sich hier mit einem kühlen und gleichsam vertrackten Pop.</p>
<p>Das eröffnende &#8220;March&#8221; fällt schreiend mit der Tür ins Haus und leitet mit verspielten Synthies über in einen polternden Takt, der das Zeug hat, dunkle Tanzflächen durchzuschütteln. &#8220;Blue Sister&#8221; greift auf eine melodische Dub-Note zurück, die ebenso an Größen wie Augustus Pablo wie an mitreißenden Wave anknüpft. Danach wird es gefühlt immer düsterer: tief gepitchte, raue Stimmen und kaputte Grooves erzeugen eine apokalyptische Stimmung, in der es sich im Wachkoma tanzen lässt. Zwischen orchestralen Synthesies und verrauschten Szenarien tauchen Uptempo-Momente auf, perfekt für den Veitstanzpogo mit fliegenden Känguruhfäusten im Psychobillystil, der schon immer überraschend gut auch bei schnelleren Elektronummern funktionierte. Dazu kommen gelöst-rituelle Handdrums zu propellernden Synthies und kehlig-monotonen Vocals – eine fragwürdige Stilblüte, die Ian Curtis seinerzeit in die Welt gesetzt hat und die hier überraschend gut funktioniert. Es folgen experimentellere Momente, die für einige Minuten die Tür zu einer dada-surrealen Welt öffnen, die an Nurse With Wound und frühe Kitchen Cynics denken lässt.</p>
<p>Besonders eindringlich offenbart sich der monumentale Titeltrack, der auf deutsch &#8220;Waisenkind&#8221; bedeutet, lautlich eventuell aber auch auf den naheliegenden Begriff Wave anspielen mag, mit seinen schrillen, aufwühlenden und zugleich berührenden Hochtönern, orchestraler Dichte und einer rezitierenden Stimme, die den epischen Synthie-Schichtungen eine eigentümliche Dringlichkeit gibt. Schließlich führen die neun Tagealten Waisenkinder mit &#8220;Small World&#8221; in eine kleine unterirdische Traumwelt, während anrührende Flöten in jamaikanische Melodikaparts überleiten. Zum Abschluss noch mal ein unerwarteter Ohrwurm, der fast schon ein bisschen nach einem Novy Svet-Cover schreit.</p>
<p>&#8220;Waif&#8221;, ursprünglich nur als Kassette im Untergrund kursierend, erschien vor kurzem als Teil der Tapetopia-Reihe erstmals offiziell auf LP. Ein Dokument, das zeigt, wie kompromisslos und zugleich fantasievoll elektronische Musik im Ostberlin jener Jahre klingen konnte. Und v.a. originell, daran wollen auch meine namedroppenden Querverweise nichts kritteln. Wer weiß, was es da alles noch zu entdecken gibt? (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Tapetopia / Aufnahme + Wiedergabe</strong></p>
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