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	<title>African Paper &#187; Mingle</title>
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		<title>DEISON / MINGLE: Everything Collapse(d) &#8211; Piano Versions</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 03:43:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wiederentdeckungen in der Musik sind selten bloß archivierende Akte. Im Falle von Deisons und Mingles &#8220;Everything Collapse(d) – Piano Versions&#8221; läuft die Wiederentdeckung viel eher auf die nachträgliche Rekonstruktion eines künstlerischen Zusammenhangs hinaus, der im Moment seines Entstehens noch nicht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/11/deison-mingle-everything-collapsed-piano-versions/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/ecpv.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50761" title="ecpv" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/ecpv-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wiederentdeckungen in der Musik sind selten bloß archivierende Akte. Im Falle von Deisons und Mingles &#8220;Everything Collapse(d) – Piano Versions&#8221; läuft die Wiederentdeckung viel eher auf die nachträgliche Rekonstruktion eines künstlerischen Zusammenhangs hinaus, der im Moment seines Entstehens noch nicht vollständig sichtbar war. Die Aufnahmen entstanden bereits vor gut zehn Jahren beinahe Zeitgleich zur üppigeren <span id="more-50759"></span>Version des Materials, den der Experimentalmusiker Cristiano Deison und der Komponist und Musiker Andrea Gastaldello alias Mingle dann auch als &#8220;Everything Collapse(d)&#8221; (Aagoo Records 2014) veröffentlichten. Die hier versammelten Stücke reduzieren das Ausgangsmaterial bewusst: Weg von dichter Klangschichtung, hin zu einem freigelegten melodischen Kern, der sich in der Kombination aus Klavier und subtiler Elektronik neu entfaltet. Dass diese Aufnahmen lange unveröffentlicht blieben und erst nach Gastaldellos Tod wieder ans Licht kamen, verleiht ihnen eine zusätzliche Perspektive – sie erscheinen heute weniger als bloße Variation, sondern als eigenständiger Zugang zum gemeinsamen Schaffen.</p>
<p>Klanglich eröffnet sich ein Raum, der zwar vom Klavier ausgeht, sich aber keineswegs darauf beschränkt. Glasklare, oft in sich kreisende Pianoparts stehen neben schabender, kratzender, heiserer Elektronik. Trotz des Titels handelt es sich also nicht um ein reines Pianoalbum, und auch wenn sich ein Vergleich mit der ursprünglichen Version aufdrängen könnte, entzieht sich diese Aufnahme bewusst einer solchen Gegenüberstellung, indem sie eine eigene, leichtere und durchlässigere Klanglogik etabliert. Gleich zu Beginn entfaltet sich eine entrückte, leicht hypnotische Melancholie: Tonfolgen, die eher Fragen in den Raum zeichnen als Antworten geben. In den folgenden Passagen rückt das Klavier zunächst noch stärker in den Vordergrund, seine Motive wirken geduldig, beinahe abwartend. Doch nach und nach treten elektronische Elemente hinzu – tribbelnd, schleifend, rauschend wie eine ferne Brandung, gelegentlich auch scharfkantig und irritierend, ohne das Gleichgewicht zu kippen. Das Klavier bleibt von all den Bewegungen in seiner Nähe unbeeindruckt, behauptet seine ruhige Präsenz, selbst wenn um es herum dunkle Drones oder unruhige Texturen entstehen.</p>
<p>In manchen Momenten entwickelt die Musik eine fast einlullende Qualität, die jedoch bei genauerem Hinhören von einer Vielzahl feiner Details durchzogen ist. Es sind flüchtige Szenarien, die sich andeuten und wieder abtauchen. Verspieltere Figuren blitzen auf, nur um gleich wieder in eine zurückgenommene Grundhaltung überzugehen. Diese eigentümliche Genügsamkeit und eine sensible Besinnung auf das Wesentliche, die sich auch in Titeln wie &#8220;Nessun Desiderio&#8221; spiegelt, erinnert stellenweise an minimalistische Kompositionsansätze z.B. in einigen Arbeiten von Arvo Pärt. Charakteristisch ist dabei das Wechselspiel: Immer wieder übernimmt die luftige, leicht angekratzte Elektronik das Klangbild, jedoch meist nur in Momenten, in denen das Klavier innehält. Einzelne Ideen prägen die Stücke nachhaltig, ohne sich aufzudrängen – etwa ein pulsierendes, an medizinische Geräte erinnerndes Signal, das sich gegen unregelmäßige Klangbewegungen behauptet, oder hörspielartige Passagen, in denen Vogelstimmen, Rauschen und fernes Hantieren eine szenische Qualität erzeugen.</p>
<p>Gegen Ende verdichtet sich das Zusammenspiel erneut. In „Static Inertia“ tritt das Klavier mit teils hochfliegenden, beinahe ekstatisch wirkenden Tönen in den Vordergrund, bevor die Elektronik allmählich wieder einsetzt und das Spektrum erweitert. Es ist kein dramatischer Höhepunkt, sondern eher ein Zusammenführen der zuvor etablierten Elemente. Der Ausklang wirkt entsprechend gelöst, beinahe zärtlich, als würden sich beide Klangwelten in einer ruhigen, offenen Geste verabschieden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Musik eine Bedeutung, die über den Status eines nachträglich veröffentlichten Nebenwerks hinausgeht, denn das Album fungiert als eine Form des Erinnerns, die das Vergangene nicht einfach konserviert, sondern neu hör- und deutbar macht und das Augenmerk auf das feine Austarieren von Klang und Stille, von Intuition und Konstruktion legt, die das Duo wunderbar beherrscht(e). &#8220;Everything Collapse(d)- Piano Versions&#8221; ein spätes Dokument einer künstlerischen Verbindung, das im Wiederhören seine eigentliche Gegenwart entfaltet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Final Muzik</strong></p>
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