<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Misty Circles</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/misty-circles/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 17 Apr 2026 05:13:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>AIN SOPH: Singularia – The Singles Collection Vol. 1</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/10/18/ain-soph-singularia-%e2%80%93-the-singles-collection-vol-1/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2025/10/18/ain-soph-singularia-%e2%80%93-the-singles-collection-vol-1/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2025 05:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ain Soph]]></category>
		<category><![CDATA[Claudio Giammarini]]></category>
		<category><![CDATA[Crucifige]]></category>
		<category><![CDATA[Forenovis]]></category>
		<category><![CDATA[Marcello Fraioli]]></category>
		<category><![CDATA[Misty Circles]]></category>
		<category><![CDATA[SPQR]]></category>
		<category><![CDATA[Toni THX]]></category>

		<guid isPermaLink="false">https://africanpaper.com/?p=48596</guid>
		<description><![CDATA[Mit &#8220;Singularia – Vol. 1&#8243; liegt erstmals eine umfassende Sammlung von Singles, Compilation-Beiträgen und raren Aufnahmen der römischen Formation Ain Soph vor, die den Zeitraum von den frühen 80ern bis kurz nach der Jahrtausendwende abdeckt. Bereits der Titel impliziert, dass &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/18/ain-soph-singularia-%e2%80%93-the-singles-collection-vol-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/singularia.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-48597" title="singularia" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/singularia-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit &#8220;Singularia – Vol. 1&#8243; liegt erstmals eine umfassende Sammlung von Singles, Compilation-Beiträgen und raren Aufnahmen der römischen Formation Ain Soph vor, die den Zeitraum von den frühen 80ern bis kurz nach der Jahrtausendwende abdeckt. Bereits der Titel impliziert, dass es irgendwann wohl einen zweiten Teil geben wird – ein Gedanke, der den weltweit verstreuten Fans kaum unrecht sein dürfte.<span id="more-48596"></span></p>
<p>Ain Soph, die Combo um den Gründer (und bis in die mittleren 90er Spiritus Rector) Crucifige und Weggefährten wie Toni THX, Claudio Giammarini (alias Claudedi) und später Marcello Fraioli (Spectre), gehört seit Jahrzehnten zu den wandelbarsten Projekten des italienischen Undergrounds, einige Gastmusiker und Sängerinnen schauten im Laufe der Zeit im Studio vorbei udn hinterließen weitere Spuren. Von ihren ersten rituell-minimalistischen Tape-Arbeiten über die z.T. barock eingefärbte Ernsthaftigkeit der späten 80er und den eigenwilligen Folk der 90er bis zu den rockigeren Ausläufern der jüngeren Zeit spannt sich ein weiter Bogen, der in &#8220;Singularia – The Singles Collection Vol. 1&#8243; in Splittern und Facetten erfahrbar wird. Der Querschnitt zeigt, wie sich aus okkult angehauchter Abstraktion allmählich eine eigentümliche, von liturgischem Pathos ebenso wie von urbaner Melancholie geprägte Songkunst entwickelte.</p>
<p>Der frühe Beitrag &#8220;Theme III&#8221; (von der Compilation &#8220;The Archangels of Sex Rule the Destruction of the Regime&#8221; auf Nekrophile Records) lässt sehr deutlich das elektronische Grundrauschen der Ritualphase erkennen – dunkle, verspielte Synthies, an Orgelsounds erinnernd und von lärmigen Details durchzogen, die ebenso aus einem düsteren italienischen Genrefilm stammen könnten. Das noch obskurere &#8220;Lady of Pain&#8221; aus der gleichen Phase wirkt rauer, atonaler, mit kaum identifizierbaren Klangquellen und Crucifiges Stimme, die sich hier fast chorartig über die Dissonanzen legt. Wären Ain Soph immer diesem frühen Stil treu geblieben, wäre man wahrscheinlich noch verwunderter als ohnehin, wenn man erfährt, dass in ihrem unmittelbaren Umfeld Combos wie die psychedelischen Noiserocker Circus Joy, die Rock&#8217;n'Roller Sentinels oder auch die legendäre Gruppo Folk Urbano Sperimentale Divisionista das Licht der Welt erblickten.</p>
<p>Die folgenden Stücke &#8220;The Flesh is Willing&#8221; und &#8220;Liberté (ou Mort)&#8221; dokumentieren dann aber bereits den Übergang: Ersteres erschien auf der 1989 bei Misty Circles veröffentlichten Compilation &#8220;La Mort Heureuse&#8221;, die ausschließlich Coverversionen enthielt – Ain Soph steuern die ungewöhnlich postpunkige Interpretation des Marc-Almond-Klassikers bei, dass Claudedi und Spectre auf der gleichen Platte Donna Summer und Velvet Underground coverten sollte mehr als nur eine Fußnote wert sein. &#8220;Liberté (ou Mort)&#8221;, ursprünglich auf dem Sampler &#8220;Carne del Disastro&#8221; bei Minus Habens veröffentlicht, sollte später auch auf dem &#8220;Aurora&#8221;-Album seinen Platz finden: ein melancholisches, chansonhaftes Stück, auf Französisch gesungen, das in einer verrauchten Spelunke sein bestes Zuhause finden würde.</p>
<p>Der 1991 entstandene und leicht an die Ästhetik des selbstbetitelten Albums mit dem Puttocover anknüpfende &#8220;Song of Grief&#8221;, einer der eindrucksvollsten Titel dieser Zusammenstellung und m.E. eines der eindringlichsten Ain Sop-Stücke überhaupt, basiert auf einem Gedicht von John Donne – brüchiger Gesang, Orgelloop, fragiler Sound: ein eindringliches Memento, das tief unter die Haut geht. Das Stück erschien seinerzeit auf dem Sampler &#8220;Lamp of the Invisible Light&#8221; bei Cthulhu Records, ebenso wie &#8220;Fate (Is Against Our Will)&#8221;. Dieses und mehr noch das folgende, leicht bluesig eingefärbte &#8220;Time&#8221; rücken Ain Soph näher an den folkigen Stil, der in der ersten Hälfte der 90er prägend werden sollte. &#8220;Colpo di Grazia&#8221; zeigt diese Phase in vollster Blüte: folkig, dramatisch, mit männlich-weiblichem Duettgesang und einer berührenden Mundharmonika, während &#8220;Chorale II&#8221;, ein getragenes, deutschsprachiges Gebet, wieder stärker an das besagte selbstbetitelte Album und vielleicht sogar ein bisschen an die rituellen Anfänge erinnert.</p>
<p>Das instrumental gehaltene &#8220;In Excelsis&#8221;, maßgeblich von Marcello Fraioli geprägt, klingt dagegen cinematisch und wehmütig, als säße man nachts in einem verregneten Park. Der spätere Song &#8220;Blut und Geist&#8221;, dem Hermetiker und Traditionalisten Evola gewidmet, bleibt dem folkigen Ton treu und wirkt mit dem französischen Gesang und dem schmissigen Gitarrenspiel wie ein Nachhall der &#8220;Aurora&#8221;-Zeit und ist vielleicht das späteste musikalische Lebenszeichen von Crucifige, dessen Weggang &#8211; manche sagen, er sei als Mönch ordiniert und in diesem Zusammenhang auch als Pfleger tätig, aber vielleicht ist das auch ein Gerücht &#8211; einen ähnliche signifikanten Bruch einleitete als der in den späten 80ern vollzogene Wandel vom Ritualkonzept zum Songformat. Fortan sollte der beireits als Gitarrist verdiente Fraioli das Ruder und das Mikro übernehmen.</p>
<p>Gegen Ende der Compilation deuten Stücke wie &#8220;Nevi Eterne&#8221;, &#8220;Baltikum&#8221; und &#8220;Legione di San Michele&#8221; mit dessen Gesang im Zentrum dann auch den Übergang zur rockigeren Phase an. &#8220;Nevi Eterne&#8221;, ursprünglich auf dem vom russischen Magazin Achtung! Baby herausgegebenen Sampler &#8220;Behind the Iron Curtain&#8221; sowie auf &#8220;Ottobre&#8221; erschienen, verbindet derben Rock mit akustischem Gitarrenpicking und feierlichem Gesang. &#8220;Baltikum&#8221; zeigt sich dagegen rau, rumpelig und lo-fi, während &#8220;Legione di San Michele&#8221; die progressivere Seite der Band hervorhebt – Orgel, sanfte Gitarren, die sich in kraftvolle Riffs verwandeln, und ein Gesang, der von Pathos und Stärke gleichermaßen getragen wird.</p>
<p>&#8220;Singularia – Vol. 1&#8243; ist mehr als eine Sammlung von Raritäten. In seiner Gesamtheit verdichtet es die wechselhafte Geschichte einer Band, die nie stehenblieb, ohne ihr geheimnisvolles &#8211; und nur schwer zu charakterisierendes &#8211; Zentrum preiszugeben. Die liebevoll remasterte Edition bietet Gelegenheit, diese Entwicklung nicht als Abfolge von Brüchen, sondern als organische Bewegung zu hören. Hinzu kommt die Vorfreude auf den hoffentlich irgendwann erscheinenden zweiten Teil, auf dem dann wahrscheinlich auch die großartig feierliche Interpretation von I Corvis Beat-Klassiker &#8220;Ragazzo di Strada&#8221; enthalten sein wird.</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.spqrlabel.com/prodotto/ain-soph-singularia-vol-1/">SPQR </a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2324749061/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://ainsophroma.bandcamp.com/album/singularia-the-singles-collection-vol-i">Singularia &#8211; The Singles Collection Vol I von Ain Soph</a></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2025/10/18/ain-soph-singularia-%e2%80%93-the-singles-collection-vol-1/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>MALATO: Avamposto Malato</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/08/23/malato-avamposto-malato/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/08/23/malato-avamposto-malato/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Aug 2014 06:39:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ain Soph]]></category>
		<category><![CDATA[Black Bon Bon]]></category>
		<category><![CDATA[ClauDEDI]]></category>
		<category><![CDATA[DarkYota]]></category>
		<category><![CDATA[Echo]]></category>
		<category><![CDATA[Eranot]]></category>
		<category><![CDATA[Malato]]></category>
		<category><![CDATA[Misty Circles]]></category>
		<category><![CDATA[No Light For Tomorrow]]></category>
		<category><![CDATA[Old Europa Café]]></category>
		<category><![CDATA[Sentinels]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Stroll]]></category>
		<category><![CDATA[Yugin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=9197</guid>
		<description><![CDATA[Für eine Band, die sich Malato &#8211; „krank“ &#8211; nennt, fabrizieren die fünf Italiener aus dem Dunstkreis von Ain Soph und Circus Joy eine ausgesprochen wohlorganisierte Musik – zumindest entsteht dieser Eindruck beim ersten Hördurchgang ihrer (noch) aktuellen EP „Avamposto &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/08/23/malato-avamposto-malato/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/08/malatoavampostomalato.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9198" title="malatoavampostomalato" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/08/malatoavampostomalato-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Für eine Band, die sich Malato &#8211; „krank“ &#8211; nennt, fabrizieren die fünf Italiener aus dem Dunstkreis von Ain Soph und Circus Joy eine ausgesprochen wohlorganisierte Musik – zumindest entsteht dieser Eindruck beim ersten Hördurchgang ihrer (noch) aktuellen EP „Avamposto Malato“. Die vordergründig kompakten Songs sind durchgehend auf Clubtauglichkeit getrimmt, auch wenn sie im Einzelnen ziemlich unterschiedliche Poptraditionen channeln – wavige, housige und zuguterletzt solche, die recht nah am Industrial sind.<span id="more-9197"></span></p>
<p>„Avamposto Malato“ wirkt wie eine Hommage an ein Lebensgefühl, das ganz unterschiedliche Kultursegmente der Spätmoderne überblendet und dabei etliche Facetten eines subkulturellen Italiens dokumentiert. Das Artwork referiert mit seinem Design und mit Fiat- und Vespa-Bildern auf eine Wirtschaftswunderzeit, die den Kleinbürger hervorbrachte, aber auch so unverquaste Jugendphänomene wie den Rockabilly und v.a. den Mod. Malato scheinen ein Interesse an den technophilen, avantgardistischen Aspekten dieser Zeit zu haben, auch ihre <a href="https://www.facebook.com/pages/MALATO-fan-page/243281641457">FB-Fanpage</a> ist ein wahres Sammelsurium futuristischer Kuriositäten. Von hier ausgehend überspringen Malato die langhaarigeren Jahrzehnte und schlagen den Bogen zu den 80ern und dem Machismo eines harten Electrosound. Wer die wohl bekanntesten Mitglieder ClauDEDI und Steve Stroll kennt, wird sich kaum über ihren anarchischen Spaß an derbem Krach wundern, und wie bei Circus Joy machen sie es auch hier den Hörern nicht allzu leicht &#8211; „Ubcr“ könnte mit dem verträumtem Gesang der Sängerin Black Bon Bon und den Wavegitarren von Simona Ferrucci ein netter Kopfhängersong a la Mushy sein, doch die allgegenwärtigen Quietschgeräusche erwecken eher den Eindruck, als wollten Malato gar nicht auf Anhieb gemocht werden. Durchbrüllt der Shouter Allessandro erst die melancholische Schönheit, entsteht schnell ein Eindruck davon, was „krank“ hier bedeuten mag. Die beiden Stimmen liefern sich an mehreren Stellen bizarre Geschlechterkämpfe, im groovigen „Distruzione“ quieken und bellen sie sich gegenseitig in Rage, wobei Black Bob Bon mit ihrem ständigen „la. la.“ wohl den Sieg davon trägt.</p>
<p>Wie sehr man die EBMlastigeren Nummern schätzt, bleibt Geschmackssache, doch auch der Tanzmuffel wird mit spacigen Analogsounds beschwichtigt, die einen geradewegs ins Setting von Bavas „Diabolik“ katapultieren. Doch so unterschiedlich diese Momente sein mögen, eint sie doch eines: Eine Lust an vitaler Energie, die immer wieder vom kaputten, „kranken“ Störfaktoren durchbrochen wird. Man könnte das Realismus nennen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.oldeuropacafe.com/en/index.html">OEC</a>/Misty Circles</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/08/23/malato-avamposto-malato/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>DBPIT &amp; XXENA: The Return Of Mr. Mallory (Box-Set)</title>
		<link>https://africanpaper.com/2012/04/28/dbpit-xxena-the-return-of-mr-mallory-box-set/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2012/04/28/dbpit-xxena-the-return-of-mr-mallory-box-set/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 07:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arianna]]></category>
		<category><![CDATA[D.B.P.I.T.]]></category>
		<category><![CDATA[DBPIT]]></category>
		<category><![CDATA[Flavio Rivabella]]></category>
		<category><![CDATA[Gatto Alieno]]></category>
		<category><![CDATA[GattoAlieno]]></category>
		<category><![CDATA[Misty Circles]]></category>
		<category><![CDATA[Ozky E-Sound]]></category>
		<category><![CDATA[Pusio]]></category>
		<category><![CDATA[xXeNa]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=4367</guid>
		<description><![CDATA[Mr. Mallory aus Pennsylvania war der typische amerikanische Everyman, er hätte ebenso gut Robert Smith oder John Taylor heißen können, und auch mit einem komplizierteren Namen wäre sein solides Leben sicher nicht besonders spannend gewesen. Deshalb vermisst man auch die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/04/28/dbpit-xxena-the-return-of-mr-mallory-box-set/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/04/mallory1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4370" title="mallory" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/04/mallory1.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mr. Mallory aus Pennsylvania war der typische amerikanische Everyman, er hätte ebenso gut Robert Smith oder John Taylor heißen können, und auch mit einem komplizierteren Namen wäre sein solides Leben sicher nicht besonders spannend gewesen. Deshalb vermisst man auch die fehlenden Informationen darüber, ob er nun Sympath oder Unsympath, zufrieden oder grummelig war nicht sonderlich. Interessant wurde sein Leben erst in dem Moment, als ein Unfall in einem benachbarten Atomkraftwerk eine heftige Zäsur in sein tägliches Einerlei schlug. Mallory verlor seinen linken Arm und erhielt dafür sechs rechte Hände sowie einige übersinnliche Fähigkeiten, über die er sich gewiss ganz gut mit Superman hätte unterhalten können.<span id="more-4367"></span></p>
<p>Man ahnt es, die fiktive Story, die sein geistiger Vater Flavio Rivabella in kryptischen Andeutungen auf dem Album „The Outstanding Story Of Mr. Mallory“ erzählt, ist eine Art Superhelden-Comic in Musikform, voller SciFi-Nostalgie und jungenhaftem Retro-Charme. Mit den schrillen Fieldrecordings, die mal laut und lärmend, mal zurückgenommen und psychedelisch daherkamen, hätte der Stoff nur schwerlich ein adäquatere Umsetzung finden können. Allerdings hat die Superheldenstory einen gewaltigen Haken, denn unser Held ist von Geburt an Linkshänder und konnte mit seinen sechs rechten Händen herzlich wenig anfangen, und so brachten ihm auch die restlichen Superkräfte mehr Scherereien als alles andere. Kurz gesagt: Die außergewöhnliche Geschichte Mallorys hätte auch Beckett oder Ionesco gefallen, und wie es kommen musste stirbt unser Antiheld einen Tod, der frei nach Salinger eher phony als tragisch ist. Eine erneute Mutation, und zwar zu einem Sinnbild sinnloser Fähigkeiten, wird posthum nachgereicht.</p>
<p>Es gibt die Floskel, dass jeder eine zweite Chance verdient hat, und so hat Mallory nun die Gelegenheit, seinem merkwürdigen Leben eine neue Signifikanz zu geben. Mutiert ist nämlich in der Zwischenzeit auch Flavios Projekt DBPIT (Der bekannte postindustrielle Trompeter), denn aus dem Soloprojekt ist vor einigen Jahren ein Duo namens DBPIT &amp; XxeNa geworden, das nun – bestehend aus Flavio und seiner Partnerin Arianna – Soundart mit Action Painting verbindet. In bester Jam-Manier geben entweder die verzerrten Soundkollagen oder die smoothe Trompete den Ton an, auf den die Künstlerin mit spontanen Zeichnungen reagiert oder eben umgekehrt. Im Kontext des aktuellen Projektes wurde nun die Geschichte Mallorys neu aufgerollt in Form eines Sequel-Albums, dass dann gleich als äußerst chic gestaltete Metall-Box mit 3&#8221;-CD, DVD und Booklet erschienen ist. Mallory ist also von den Toten zurück, und fünfzig treue Fans dürfen die Reinkarnation nun in Ton und Bild genießen.</p>
<p>Dank der visuellen Umsetzung durch XxeNa wirkt Mallory noch cartoonhafter als in seinem ersten Leben, noch geschärfter wirkt aber auch sein Blick auf eine Welt, deren Absurdität ihm schon lange bewusst geworden ist. Recht linear inszeniert der erste Track seine Wiedergeburt, mit dem Klang verzerrter Schreie und durch die Luft geschleuderter Späne wirkt sie jedoch (trotz Ariannas entrückter Vocals) kaum organisch, und der Alienembryo, der kurz darauf von Metallperkussion begleitet durch den Raum schwebt, scheint den Eindruck von Transhumanismus zu bestätigen. Passend zur seltsamen Geschichte will sich auch die Musik nicht entscheiden, ob sie eher Ambient oder doch lieber Noise sein will, was dem Klangspektrum aber durchaus zugute kommt. Dass Mallory nicht von dieser Welt ist bekräftigen auch die eingeblendeten Titelseiten internationaler Zeitungen, die sich in Schlagzeilen über seine Wiederkunft überbieten: Die Welt, La Republica, El Pais, The Sun (die auch Crowley erwähnt). Flavios smoothe Trompete wirkt dabei stets als relaxter, aber auch abgeklärt-fatalistischer Kommentar.</p>
<p>„Ratrace“ ist ein gelungenes Stück audiovisueller Plakativität, es zeigt die Welt als das Chaos, das unser Protagonist erlebt, der die Realität nicht in gewohnheitsmäßiger Betriebsblindheit aufzufassen und als natürlich abzuhaken in der Lage ist. So kritisch das gemeint ist, ist es doch die altbekannte Teenage-Angst, die hier auf originelle, fast präpubertäre Art inszeniert wird. Verkehrschaos, Hororfilmszenen, stylische Heels, Frauencatchen auf der einen Seite, undefinierbare Maschienen- und Vokal-Sounds auf der anderen. „Life is no Videogame“ resümiert eine Stimme auf dem Off, natürlich ironisch, wobei auf der gängigen Spielkonsole in der Tat kein Raum für so viel Irritation ist, wie sie Flavio und Arianna hier in Szene setzen.</p>
<p>„Vampires“ und „There Is No Superhero“ sind die aussagefreudigsten Stücke des Albums, sie resümieren Mallorys Sicht fast überdeutlich. „They Suck You Dry And Let You Die“ klagt er allgegenwärtige Ausbeutung und Abzocke an und schaltet Großes, Chaotisches und Gewöhnliches parallel. Murnaus Nosferatu wirkt nicht befremdender als der Papst oder als ein Mädchen mit Hund, vorausgesetzt man sieht sie durch die Augen eines komplett Fremden. Kein Superman, auch kein Batman und kein Spiderman rettet diese Welt, die so hilflos ist wie ein mit wirren Plastiksounds malträtiertes Baby. In diesem Stadium erfährt Mallory endgültig die Trostlosigkeit einer Welt, die er nur mit bitterer Ironie kommentieren kann. Beispielsweise durch Tarotkarten, in denen der Mensch als Molotowcocktail, die Straße als Unfall, die Gesundheit als Zigarette und die Hölle als Flagge symbolisiert wird. Als Ausweg bleibt die Flucht in den eskapistischen Nichtort im Song „Escape to outer Space“, bei dem Flavios Sohn Pusio einen Gastauftritt als Keyboarder hat &#8211; ein außerirdisches Atlantis, in das Mallory wie einst E.T.A Hoffmans Held im „Goldenen Topf“ entrückt wird. Ein Happy End? Kunstvoll bearbeitete Planetenimpressionen lassen es so scheinen, doch gegengeschnittene Vernichtungsszenarien und eine Totenklage aus Flavios Trompete sprechen eine andere Sprache.</p>
<p>Eine Stärke des Albums besteht darin, dass Sounddesign, Bildwelt und die cartoonhafte Leichtigkeit der Zusammenführung derart liebevoll und unterhaltsam gestaltet sind, dass sie auch die Rezipienten ansprechen sollten, denen die Story etwas zu programmatisch erscheinen mag. Wer sich darauf einlassen will, wird mit einer originellen, absurden Sci Fi-Welt belohnt, die sich hören und sehen lassen kann. Bei einer Auflage von fünfzig Exemplaren sollte die Erstauflage jedoch nicht mehr lange zu haben sein. Nachfragen unter dbpit.xxena@gmail.com</p>
<p><strong>Label: Misty Circle/Ozky e-Sound/GattoAlieno</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2012/04/28/dbpit-xxena-the-return-of-mr-mallory-box-set/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
