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	<title>African Paper &#187; Nationalmuseum</title>
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		<title>The Machete Of Justice: Andrew Gilbert über Kolonialismus, Gewalt und den Heiligen Broccoli</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jun 2012 09:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ganz gleich, ob es sich um die große Geschichte eines Landes oder um die vielen kleinen Geschichten einzelner Phänomene handelt – schon ihre offizielle Niederschrift durch akademische Chronisten ist von vielfachen Ungereimtheiten und sich abwechselnden Moden geprägt. Richtig heterogen wird &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/06/16/the-machete-of-justice-andrew-gilbert-uber-kolonialismus-gewalt-und-den-heiligen-broccoli/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Helmet.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4611" title="Helmet" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Helmet.jpg" alt="" width="160" height="229" /></a>Ganz gleich, ob es sich um die große Geschichte eines Landes oder um die vielen kleinen Geschichten einzelner Phänomene handelt – schon ihre offizielle Niederschrift durch akademische Chronisten ist von vielfachen Ungereimtheiten und sich abwechselnden Moden geprägt. Richtig heterogen wird es, wenn man all die inoffiziellen Geschichtsschreiber mit einbezieht, die frei von akademischen Konventionen ihre meist weniger rigide Version der Geschichte ins Spiel bringen. Eine wichtige Rolle neben dem Volksmund spielt dabei die Fiktion des Künstlers, allem voran in der Literatur, aber auch in Songs und nicht zuletzt in der Bildenden Kunst. Mit dem in Schottland geborenen Maler und Zeichner Andrew Gilbert hat die Geschichte des britischen Kolonialreichs seit rund zehn Jahren eine Heimsuchung erfahren, an der<span id="more-4601"></span> sie noch lange zu verdauen hat. In ätzenden Aquarellen verarbeitet er, getrieben von einem obsessiven Interesse, das ihn seit seiner Kindheit verfolgt, seine eigene Vision der britischen Kolonialkriege – ein lauter, ereignisreicher Kosmos voll reißerischer Schlachten und derber Ausschweifungen.</strong></p>
<p><strong> Verspottet werden vor allem die Kolonialherren und ihr Militär, auch wenn es nie zu einer simplen Gut-Böse-Zeichnung kommt. Gilbert neigt dazu, die Gemeinsamkeiten aller Gruppen aufzuzeigen, und letztlich geraten beide Seiten fast immer zur Karikatur, bei der durchaus auch einmal überkommene Klischees wie das von der Triebhaftigkeit „wilder“ Völker augenzwinkernd bedient werden. Dabei verwendet er Techniken, die an Comics ebenso erinnern wie an die Satiren von George Grosz oder den Primitivismus des jungen Picasso. Ob bei Schlachtszenen oder bei Sujets aus dem Alltag des Koloniallebens, stets wirken eine Arbeiten wie eine Parodie auf die salonfähige Historienmalerei des 19. Jahrhunderts, deren kaschierte Formelhaftigkeit er schon im Stil bloßstellt. Simple Flächigkeit und slapstickartige Szenen geben dem Stoff eine Naivität, die stets zwischen Unschuld und makaberem Spott hin und her wechselt.</strong></p>
<p><a title="The Machete of Justice: Andrew Gilbert on Colonialism, Violence and the Holy Broccoli" href="http://africanpaper.com/2012/06/16/the-machete-of-justice-andrew-gilbert-on-colonialism-violence-and-the-holy-broccoli/"><strong>Read the English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Du sagtest einmal, dass du schon als Kind ein starkes Interesse an der britischen Kolonialgeschichte und am Militär generell hattest. Wann hattest du angefangen, solche Sachen zu zeichnen und wie kamst du zu deiner satirisch-kritischen Sicht auf diese Dinge?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Man_Who_Would_Be_Queen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4615" title="The_Man_Who_Would_Be_Queen" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Man_Who_Would_Be_Queen-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a>Militärgeschichte ist das älteste meiner Themen. Ich war sehr früh fasziniert von der Jacobite Rebellion 1745, und nachdem ich irgendwann den Film „ZULU“ gesehen hatte, interessierte ich mich auch für den Anglo-Zulu-Krieg von 1879. Als Kind zeichnete ich die Kämpfer als Früchte und Gemüse – zum Beispiel grüne Weintrauben, denen ich die Haut abgezogen hatte, als Briten und dunkle Weintrauben als Zulus. Ich weiß noch, dass ich den Memorial Service zur elften Stunde des elften Tages des elften Monats vollkommen absurd fand. Schulkinder standen in Militäruniformen um einen gigantischen Phallus herum. Ich schaute eine Menge Monty Python-Filme als Kind, bei denen die Britische Armee wunderbar parodiert wird. Ich zeichnete meistens auf dem Boden kniend in totaler Stille, so wie ich heute noch immer arbeite. Als ich zwölf war, überfielen sie erstmals den Irak, und ich wusste, dass das ein Verbrechen war, und mit der Zeit wurde Shaka Zulu ein Vorbild. Nina Simones Version von “Strange Fruit” hat mich stark geprägt, als ich noch sehr jung war – sie taucht immer noch in meinen Zeichnungen auf.</p>
<p><em><strong>Ist es für dich immer noch ein bisschen wie Krieg spielen, wenn du diese historischen Szenen zeichnest und dein Alter Ego mit in die Handlung einbaust?</strong></em></p>
<p>Wenn du erst einmal besessen bist von Soldaten in dicht gedrängten Reihen, dann bist du es dein Leben lang. Auf der anderen Seite ist es aber auch unmöglich, dir den Grad an Fantasie zu bewahren, der nötig ist, um einen Wohnzimmerteppich z.B. in ein Gettysburg zu verwandeln. Allerdings habe ich erst gestern Highlandkämpfer aus der Jacobite Rebellion gezeichnet, und obwohl ich sie seit meiner Kindheit nicht mehr gezeichnet hatte, war es das gleiche Gefühl. So etwas ist unmöglich zu beschreiben. Wenn ich in einen Supermarkt gehen muss, dann stelle ich mir immer vor, dass ich eine Infanterie in einen Kugelhagel führe, vor allem, wenn ich an einer Ampel warte, ist es immer, als warte ich darauf, den Befehl zum Vorrücken zu geben. Ich stelle mir gerne vor, wie mein Kopf von einem Geschoss weggeblasen wird. Bin ich erst einmal im Supermarkt angekommen, dann gehe ich die Regale entlang  und preise die Produkteals würde ich meine Regimenter vor dem großen Angriff noch einmal inspizieren. Mein Alter Ego kam übrigens nie in meinen Miniaturschlachten vor, darin war meine Rolle die Gottes, ich schaute von oben durch die imaginären Wolken aus Kanonenrauch. In meinen Zeichnungen komme ich sehr wohl vor, meist als ein gelber Vogel, aber als Schöpfer dieser Landschaften und Herrscher über die Ereignisse ist meine Macht unbegrenzt.</p>
<p><em><strong>Du sagtest einmal, dass deine Arbeiten von einem bestimmten Gefühl handeln, das dich beim Besuch europäischer Museen überkommt. Wie würdest du dieses Gefühl und deine Reaktion darauf beschreiben?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Birth_Of_Andrew_Emperor_Of_Africa.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4617" title="The_Birth_Of_Andrew_Emperor_Of_Africa" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Birth_Of_Andrew_Emperor_Of_Africa-208x300.jpg" alt="" width="208" height="300" /></a>Ich denke, das bezog sich auf das Gefühl, dass mich immer in Militärmuseen beschleicht, aber auch in ethnografischen Museen. Die Exponate aus den Stammeskulturen und die Militärkostüme werden in der gleichen Weise präsentiert. Das hat natürlich mit der Umgebung zu tun, aber auch mit der ähnlichen Faszination, die von diesen Objekten ausgeht. In meinen Installationen versuche ich ständig, diese beiden Orte miteinander zu verbinden. Ich kann das kaum erklären warum, aber auch bestimmte Gemälde und Zeichnungen in Museen für westliche Kunst haben diese Wirkung auf mich. Die deutschen Expressionisten (Die Brücke) sind ein gutes Beispiel, ich werde beim anschauen ganz krank und kann nicht länger bleiben, ich muss einfach zeichnen. Die Kraft dieser Objekte ist ungemein stark, Picasso beschrieb ein solches Gefühl, nachdem er in Paris eine “primitive” Skulptur entdeckt hatte. Aber ich muss hervorheben, dass ich das alles auch gerne parodiere. Die deutschen Expressionisten, die, wie etwa Ernst Ludwig Kirchner, die Werte ihrer zeitgenössischen Gesellschaft und die Industrialisierung zurückwiesen, hatten eine extrem romantische Vorstellung vom Stammesleben und der Stammeskunst. Ich hatte 2008 eine große Installation angefertigt, draußen im Freien auf der Insel Rügen, bei der Emil Nolde und ich eine nackte afrikanische Lady in der Natur malten. Sowohl Nolde als auch ich wurden als lebensgroße Figuren dargestellt, die in britischen Militäruniformen der Kolonialzeit hinter ihren Staffeleien standen und malten. Ich baute jedoch auch noch Soldaten, die als Bodyguards fungierten, für den Fall, dass uns am Ende noch Wilde oder gefährliche Tiere angreifen sollten &#8211; die Erfahrung des Primitiven als sicheres und genießbares Erlebnis, ein Sonnenschirm beschützte uns, und wir bekamen beim Malen sogar kleine Erfrischungen serviert. Es war wie in den alten “Kolonial- oder Welt-Ausstellungen”, wo ganze Dörfer und Eingeborene für ein typisches Publikum des 19. Jahrhunderts vorgeführt wurden. Du musst bedenken, dass ich an diesem Thema arbeite, seit ich auf der Kunsthochschule bin, und das war mit siebzehn. Es ist also eine Art andauernder Obsession, und der Grad an Inspiration, der mich immer noch täglich antreibt &#8211; ich zeichne ja jeden Tag &#8211; kann nicht beschrieben werden in einer normalen, rationalen Sprache.</p>
<p><em><strong>Gab es einmal eine bestimmte Erfahrung, die dich zu der Ansicht brachte, dass viele der gängigen Meinungen über die Kolonialzeit und die Kolonialkriege lückenhaft sind?</strong></em></p>
<p>Wie gesagt arbeite ich konstant und nahezu ausschließlich an diesen Themen, und ich kann keinen besonderen Moment hervorheben, oder eine spezifische Erfahrung. Aber der Film „ZULU“ von 1964 ist ein gutes Beispiel. Dieser Film inspirierte viele führende Experten des Anglo-Zulu-Krieges, wie etwa Ian Knight, der einige exzellente Bücher zu dem Thema verfasst hatte. „ZULU“ unter der Regie von Cy Endfield ist ein klassischer britischer Kriegsfilm, von denen es eine Menge gibt, im Unterschied zu Deutschland aus offensichtlichen Gründen. So wird dieser Fim oft an Sonntagnachmittagen gezeigt oder an Weihnachten, wenn die britische Familie vor dem Fernseher zusammen kommt. Er erzählt die Geschichte der Verteidingung von Rorke’s Drift, wo hundert britiche Soldaten eine Armee von viertausend Zulukriegern besiegten. Wie im amerikanischen Equivalent „The Alamo“ wurde der größte Teil des Films um die Schlacht selbst herum gebaut, während man auf die Ankunft der furchtbaren Zuluarmee wartete. In Wirklichkeit erfolgte der Angriff auf Rorke’s Drift direkt nach der Schlacht von Isandlwana, die Zulu-Streitkräfte waren müde und undiszipliniert, es gab nämlich keine vier Tage des Wartens mit dramatischer Musik, wenn die Zuluarmee endlich auf dem Hügel auftaucht (übrigens ein herausragender Moment im Film).</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Battle_Of_Omdurman1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4608" title="The_Battle_Of_Omdurman" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Battle_Of_Omdurman1.jpg" alt="" width="971" height="705" /></a>Der Film erklärt nicht, weshalb die Zulu ihr Land gegen die britische Invasion verteidigen. Der Film endet mit einem Song über Ruhm, Tapferkeit und Respekt für den Feind, nicht mit verwundeten Zulu, denen man in den Kopf schoss oder die man mit dem Bajonett umbrachte. Ein britischer Soldat beschrieb den Schrecken, als er einen toten Zulu sah, dem man in die Stirn geschossen hatte. Als er seinen Körper umdrehte, war der ganze Hinterkopf weg. Im Film fallen die Zulu allerdings, ohne dass man überhaupt Blut sieht. Der Film endet mit einer Liste all der Männer, die das Viktoriakreuz <strong>(Anm.d.Red.: Die Victoria Cross Medal ist die höchste britische Tapferkeitsauszeichnung)</strong> verliehen bekamen, was nie mehr in der großen Zahl an einem einzigen Tag passierte. Auch hier übrigens wieder exzellente dramatische Musik.</p>
<p>Allerdings, durch die Figur des von Michael Caine dargestellten Lt.Bromhead wurde die Hierarchie innerhalb der britischen Armee, ihre Arroganz und ihr Hang, nach Klassen zu unterscheiden statt nach Können, auch stark kritisiert. An einer Stelle fragt ein einfacher Soldat, warum er eigentlich Zulu töten soll, er sah nie einen in seinem Dorf in Wales, weshalb sollten sie also seine Feinde sein. Der letzte Angriff der Zulu, die Reihe um Reihe von britischen Schnellfeuergewehren niedergemäht wurden &#8211; ebenfalls wieder eine unbeschreibliche Szene &#8211; endet in regelrechten Stapeln getöteter oder verwundeter Krieger vor der Linie der Briten, und letztendlich ist Lt Bromhead von der ganzen Gewalt nur noch abgestoßen (am Anfang des Films verweist er noch auf die große Militärtradition seiner männlichen Vorfahren). Übrigens wurde der Film im Südafrika in Zeiten der Apartheid verboten, aus Furcht vor einem möglicherweise entstehenden Zulu-Nationalismus. Der heutige Zulu-Anführer Buthelezi spielte den historical Zulu-König Cetshwayo kaMpande.</p>
<p>Ihr müsst verstehen, dass man 6000 Seiten über die Bedeutsamkeit des Filmes „ZULU“ schreiben könnte, er zeigt etwas Naives und doch Reines, vielleicht die britische Kultur, bevor sie durch einen amerikanischen Einfluss zerstört wurde und korrumpiert von einem <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Black_Magic_White_Power.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4621" title="Black_Magic_White_Power" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Black_Magic_White_Power-213x300.jpg" alt="" width="213" height="300" /></a>modernen Zynismus, der alles attackiert und nichts zu bieten hat. Er präsentiert lächerlichen Patriotismus und ebenso lächerliche Propaganda, er präsentiert Technologie gegen Primitivismus (ich gab Ernst Ludwig Kirchner eine Kopie auf DVD), er präsentiert das unruhige Leben des Produzenten und Schauspielers Stanley Baker. Um das Thema &#8220;ZULU&#8221; mit einem Zitat aus einer Geschichte der britischen Armee von 2009 abzuschließen – “Der verzweifelte Kampf bei Rorke’s Drift 1879 untermauert den Heroismus der Luftlandetruppen bei Arnhem 1944, und das gleiche gilt heute für Afghanistan.</p>
<p>Ich weise ebenfalls darauf hin, dass eine kleine Gruppe englischer Fußballfans in nachgemachten weißen Helmen aus dem Zulukrieg nach Südafrika reisten, vor der kompletten Niederlage gegen die Deutschen.</p>
<p><em><strong>Welche Rolle spielt das Werk Kiplings für dich? In seinem berüchtigten Gedicht beschrieb er die Kolonisierten als “halb Teufel, halb Kind”, weswegen “den Bedürfnissen [der] Gefangenen zu dienen” die “Bürde des weißen Mannes” sei. Denkst du, dass diese Spannung zwischen einer Art fehlgeleitetem Idealismus und Chauvinismus wichtig für deine Kunst ist? </strong></em></p>
<p>Das ist ein exzellentes Zitat, danke! Mr Kipling, oder Edwina, wie wir ihn im Zeltlager nannten, hat mich mit seinem Gedicht “A Young British Soldier” inspiriert, vor allem die Zeile “better to shoot your self than be mutilated by the Afghans” &#8211; was auch heute wieder eine große Signifikanz hat. Sein Buch “The man who would be King” war Inspiration für viele meiner Zeichnungen und für mein Buch “The man who would be Queen” (meine Autobiografie im Stil des 19. Jahrhunderts). Jetzt fragt ihr mich wieder nach etwas Psychologischem und Emotionalem, das ich nur schwer in rationalen Worten erklären kann. Ich habe das Symbol des weißen Phallus benutzt, um die europäischen Kolonialmächte zu verbildlichen, ich verwende ebenso das im Mittelalter gebräuchliche christliche Symbol für Jerusalem als eine heilige Frauenfigur und verknüpfe das gerne mit Ulundi, der Zulu-Hauptstadt, die von den Briten 1879 zerstört wurde. Die militante Bildlichkeit christlicher Missionare, die visuelle Propaganda der mittelalterlichen Kreuzzüge wie zum Beispiel die Skulpturen von Vezelay (wo Papst Urban II zum ersten Kreuzzug aufrief), passen ebenso zum Vorgehen der britischen Kolonialarmee. Auch inspirierend ist die Tatsache, dass die Europäer afrikanische Kultbilder verbrannten, so wie die Protestanten katholische Bilder zerstörten. Es gab während des ersten Weltkriegs übrigens eine britische Propaganda gegen die Deutschen, bei der deutsche Kriegsdenkmäler mit Nägeln bedeckt waren, wie bei Fetischen aus Afrika, was auf die dunklen Rituale der Deutschen anspielen und einen negativen Effekt zeitigen sollte. Die Verehrung des Objektes im heutigen Europa, die Verkehrsampel als ein mit Karotten bedecktes Kultbild, referiert ebenfalls auf die Arroganz der europäischen Gesellschaft mit ihrer Vorstellung, aufgeklärt und zivilisiert zu sein.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Africa_1879.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4624" title="Africa_1879" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Africa_1879.jpg" alt="" width="969" height="618" /></a><em><strong>In einigen deiner Arbeiten vermischst du absichtlich Accessoires der Kolonialherren und der Kolonisierten und schaffst so interessante Hybridfiguren (beispielsweise ein Zulukrieger mit dem Union Jack auf seinem Schild oder Mixed Media-Soldaten mit einigen “indigenen” Merkmalen). Denkst du, dass eine solche “positive” interkulturelle Beeinflussung zwischen Gruppen etwas ist, dass in der Regel zu kurz kommt, wenn wir die Ereignisse der Kolonialzeit lediglich als Aufeinandertreffen fremder Kulturen betrachten?</strong></em></p>
<p>Ich zeichne gerne Zulu-Kriegerinnen, die das britische Phallussymbol, den weißen Helm, tragen. Ich gestalte auch gerne meine eigenen Uniformen für meine afrikanische Elite-Leibgarde. Ich bin inspiriert von afrikanischen Anführern, die europäische Uniformen aus dem 19. Jahrhundert adaptiert haben und deren ganze Sprache von Macht und Propaganda mit indigenen Machtsymbolen kombinierten. Idi Amins Militär in britischen bzw. schottischen Uniformen sind faszinierend. Ebenfalls sehe ich eine große Ähnlichkeit zwischen den Uniformen der europäischen Stämme des 19. Jahrhunderts mit ihren Federn, Leoparden- und Bärenfellen und der Art, so wie sie in Museen präsentiert werden, in Glasvitrienen in dunkel beleuchteten Räumen, und der afrikanischen und ozeanischen Stammeskunst oder den Militäruniformen der Zulu – mit ihren Federn und Tierhäuten. Ich muss hervorheben, dass Shaka Zulu als militärischer Reformer und Stratege oft mit Napoleon vergleichen wurde. Seine Regimenter konnte man anhand verschiedener Federn unterscheiden, sowie anhand der Farbe ihrer Kuhfelle auf den Schilden. Er führte Wehrdienst und ein Kasernensystem ein, er verkürzte die Speere zum Stechen (ähnlich den Römern), er schaffte die zeremonielle Schlacht ab (Speerwerfen und Beleidigen) zugunsten einer totalen Vernichtung des Feindes, er schaffte die Sandalen ab, damit seine Truppen schneller laufen konnten. Er entwickelte die Formation „The Horns of the Buffalo“ (beschrieben von einem Buren im Film „ZULU“ – er benutzte ein Schwert, um ein Diagramm davon in den Sand zu zeichnen, so wie es in der Schlacht von Isandlwana vonstatten ging, bei der die gesamten britischen Einheiten aufgerieben wurden). Shaka Zulu machte mit Südafrika, was die Briten mit der ganzen Welt gemacht hatten, er eroberte und unterwarf alles, was in Reichweite war. Wie bei vielen europäischen Herrschern führte ihn seine Macht in den Wahnsinn, und er wurde am Ende von seinem eigenen Volk ermordet. Ich vergleiche ihn gerne mit MacBeth, und es ist kein Zufall, dass Shakespeare und Shaka Spear gleich klingen. Die Rolle der Medizinmänner und ihr politischer Einfluss auf den Zulu-Hof ist gut dokumentiert, so wie die Hexen bei MacBeth. Das Leben Shaka Zulus spiegelt die christliche und generell die europäische Mythologie, ebenso wie wie Excalibur dem Speer Shaka Zulus entspricht.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/VictoriaS_Wars.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4626" title="VictoriaS_Wars" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/VictoriaS_Wars-231x300.jpg" alt="" width="231" height="300" /></a>Ein letztes Beispiel für diesen Crossover in meinen Bildern ist die Einzelausstellung „Trophies of the Savages“ (Gallery 207, Prag 2012). Der Titel der Ausstellung kommt von einem Bild von Emil Nolde. Nolde reiste 1913/14 mit einer deutschen Kolonialexpedition zu den Südseeinseln. Sein Gemälde „Trophäen der Wilden“ zeigt abgetrennte Köpfe im Dschungel, was sich auf die Kopfjägerpraktiken der Eingeborenen bezieht. Ich benutzte diesen Titel allerdings im Bezug auf die deutsche Besetzung von Namibia und die abgeschnittenen Köpfe, die zur medizinischen Forschung verwendet wurden. Der Begriff „Wilde“ wurde von den europäischen Machthabern eingeführt. Darüber hinaus basierte das zentrale Bild der Ausstellung auf einem Kreuzigungsbild von Nolde, der Titel „Trophies of the Savages“ ist somit ebenfalls auf die europäischen Kultbilder der christlichen Frömmigkeit bezogen, und in meinen Zeichnungen sind die Primitiven häufig die königliche Familie mit ihren wirren Ritualen, und nicht die Eingeborenen aus Übersee.</p>
<p><em><strong>In den akademischen Cultural Studies ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Kolonialzeit und allgemeiner mit Britishness ja ziemlich trendy – eines von vielen „post“-irgendwas Phänomenen, deren intellektuelle Tiefe nicht immer gewährleistet ist&#8230; Interessierst du dich für solche Sachen, und gibt es ein Buch, dass du empfiehlst?</strong></em></p>
<p>Ich interessiere mich nicht für solche Dinge, aber ich empfehle einen kurzen Dokumentarfilm namens „The Mad Masters“/“Les maitres fous” von Jean Rouch aus dem Jahr 1955. Ich sah den Film vor kurzem, und er bestätigt eine ganze Reihe meiner Vorstellungen.</p>
<p><em><strong>Wo ziehst du sonst so deine Inspirationen her, wenn es um bestimmte Details geht? Gibt es bestimmte Dokumente oder Kunstgegenstände, die einen starken Einfluss auf deine Werke ausgeübt haben?</strong></em></p>
<p>Ich suche ständig nach historischem Material und besuche Museen. Was die Militärgeschichte des British Empire betrifft, empfehle ich die Bücher von Ian Knight und Saul David. Auch die &#8220;Osprey&#8221;-Serie (in Berlin bekommt man die beim “Berliner Zinnfiguren”-Shop in Charlottenburg). Das neue Buch “Human Zoos – The Invention of the Savage” (erschienen 2012 bei Musee du Quai Branly, Paris) enthält exzellente historische Fotos und Illustrationen. Der in Berlin lebende Stralsunder Künstler Stefan Pfeiffer gab mir neulich das Buch “Kolonialpiraten” von Franz Rose (1941 Berlin) , welches großartige Anti-Empire-Illustrationen enthält, u.a. die Reproduktion eines Gemäldes, das die Hinrichtung von indischen Rebellen zeigt, die von den Briten vor Kanonen gebunden wurden. Das Ethnologische Museum in Berlin-Dahlem und das Tervuren Africa Museum in Brüssel sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Für Freunde des Primitivismus ist Heidelberg ein Epizentrum alter Energien. Das Ethnographische Museum in Heidelberg ist unglaublich, und man kann von da aus direkt zur Sammlung Prinzhorn gehen und die Holzschnitzereien von Karl Brendel sehen, u.a. “Militarismus”, das dauerhaft gezeigt wird, neben einer Kota-Reliquienfigur, die Hans Prinzhorn verwendete, um seine Theorie des Primitivismus zu illustrieren. Ebenfalls in der Nähe ist das Museum HausCajeth für Primitive Malerei.</p>
<p>Aber zurück zum Film &#8211; ich sehe mir oft &#8220;The Charge of the Light Brigade&#8221; (1968) an, der animierte Sequenzen über die britische Armee enthält. Auch den Film, über den wir uns neulich unterhalten hatten, “Soldier Blue” (1970), in dem der amerikanische Kavalerie-Kommandeur einen weißen britischen Kolonialhelm trägt, während er ein Dorf massakrieren lässt.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Andrew_And_Nolde.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4604" title="Andrew_And_Nolde" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Andrew_And_Nolde.jpg" alt="" width="938" height="680" /></a>Die Biographie von Shaka Zulu ist absolut lesenswert. Nach dem Tod seiner Mutter hatte Shaka Sex erst mal ein Jahr lang für illegal erklärt als Form nationaler Trauer. Um die Loyalität seiner Regimenter zu prüfen, ließ er sie in Reihe aufstellen und ließ nackte Zulufrauen vor ihnen tanzen. Jeder Mann, dessen Speer zur Sonne zeigte (der sexuell erregt wurde) bekam seinen Kopf mit einem Knüppel zerschmettert.</p>
<p><em><strong>Dein Buch „Andrew Emperor of Africa“ ist eine Erzählung in Bildern mit einem Alter Ego von dir als Hauptperson. Kannst du diesen anderen Andrew Gilbert beschreiben?</strong></em></p>
<p>Ich versuche mich kurz zu fassen. Zunächst ist er Offizier, er ist allein zurückgelassen worden an einem Außenposten in Südafrika. An diesem Punkt begann er durch Isolation und Malaria ein ganzes Reich zu halluzinieren, über das er herrscht. Er fängt an, lebensgroße Soldaten zu bauen, seine Regimenter und Gefährten aus Holz mit gemalten Uniformen und Kohlköpfen (für die Köpfe und Brüste), außerdem Diener. Er fertigt Zeichnungen an, von denen er denkt, es seien Fotos von all seinen vergangenen Heldentaten. Zufälligerweise gab es tatsächlich einen Generalmajor namens Andrew Gilbert beim Black Watch Highland-Regiment. Er wurde im Sudan verwundet und 1899 in Südafrika getötet, als er gegen die Buren kämpfte.</p>
<p>Die Erzählung ist nicht linear, ich bewege mich in verschiedenen Zeiten und Situationen. So kann ich unterschiedliche historische Figuren antreffen – zum Beispiel Ernst Ludwig Kirchner, den Mahdi vom Sudan oder General Gordon aus Khartoum, der ebenfalls Blumen malte und dessen Kopf abgeschnitten wurde, als Khartoum von der Armee des Mahdi erobert worden ist. Ich traf außerdem den Heiligen Broccoli, der mein spiritueller Beschützer ist, aber auch zu extremer Gewalt neigt.</p>
<p>Ich habe viele Frauen, alle wurden wegen bestimmter Verbrechen exekutiert, wie z.B. das Schneiden der Heiligen Zwiebeln oder weil sie den Tost verbrannt haben, oder weil sie das Werk eines anderen Künstlers mehr mögen als meines.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Andrew_And_Lady_Rajbaj.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4629" title="Andrew_And_Lady_Rajbaj" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Andrew_And_Lady_Rajbaj-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Es gibt diese eine Stelle – das Lady Rajbaj-Bild – wo Andrew Gilbert als Offizier und als Maler im gleichen Bild auftritt. Um einen Begriff wie “meta-artistisch” zu vermeiden, gibt es diese Konstellation mehr zur Verwirrung, oder offenbaren das ein bisschen mehr über deine Rolle als erlebende und (re)produzierende Figur?</strong></em></p>
<p>Sicher nicht zur Verwirrung, in dieser Zeichnung zeige ich mich in zwei meiner Rollen, als General und als Militärkünstler, dessen Job es ist, die wichtigen Ereignisse zu dokumentieren – als Gottes Zeuge, als Gottes Auge auf Erden. Es ist ja in der Kunstgeschichte nicht unüblich, dass Künstler sich selbst versteckt in wichtige Ereignisse hinein malen. In der unveröffentlichten Zeichnung von der Ermordung Kennedys sieht man mich bei einer Militärparade mit meinen angeketteten Sklaven im Wagen, ich erscheine am Fenster, während ich mir selbst den Kopf wegschieße.</p>
<p>Übrigens war “Lady RajBaj” von der Zeichnung einer historischen Figur namens Lakshmi Bai, der Rani von Jhansi, inspiriert, einer Führerin gegen die Briten im Indischen Aufstand von 1857. Ich fand ein Bild von ihr in Saul Davids Buch “The India Mutiny” und war von ihrer Schönheit fasziniert.</p>
<p><em><strong>Viele deiner Bilder sind sehr brutal, und oft werden sie immer cartoonhafter, je pornografischer sie sind. Abgesehen davon, dass sie sehr amüsant sind, wer denkst du verdient am meisten, schockiert zu sein durch diese in Sex und Gewalt getauchte Geschichtsschreibung?</strong></em></p>
<p>Die Gewalt zeichne ich, weil ich muss. Weil sie mir hilft, ruhig zu bleiben und wegen vieler aktueller Ereignisse, die mich wütend machen. Es gibt einen Feind, der denkt, es ist normal, für Reichtum und Macht zu töten. Dieser Feind soll die Suppe der Gerechtigkeit kosten. 10 000 Garnelen, 20 000 Heilige Zwiebeln und viele Mönchszähne und die Schädel von 10 000 Eulen kommen in diese Suppe.</p>
<p><em><strong>Bei deinen Themen habe ich mich gefragt, in welchem Maß Conrads “Heart of Darkness” und/oder Coppolas “Apocalypse Now” einflussreich und inspirierend für dich war. </strong></em></p>
<p>In der Kunsthochschule sagte mir eine Professorin, ich sollte einmal “Heart of Darkness” lesen, sie sah eine Verknüpfung zwischen meinen primitiven Kultbildern der europäischen Kultur und den gewaltvollen Ritualen und diesem Buch. Das Buch ist sehr gut. Ich zeichne oft Hubschrauber, die im 19. Jahrhundert Zivilisten in die Luft sprengen, das ist von einer Szene aus dem Film inspiriert.</p>
<p>Ich stelle mir immer eine Waldlichtung vor, wo meine Kultbilder stehen, vergessene Rituale der Gewalt und der Gemüsebeschwörungfinden dort statt, ich stolpere über diese Götzenbilder, wenn ich den Außenposten verlasse, das Blut ist frisch, das Ritual könnte vor tausend Jahren, oder auch erst an diesem Morgen stattgefunden haben. Die Idee fasziniert mich, und ich bin der einzige außer dem Hohepriester, der die Sprache lesen kann, die in brutalen Markierungen und gehackten Pilzen geschrieben ist. Die Köpfe auf den Pfählen überall in Apocalypse Now sind auch sehr inspirierend.</p>
<p>Die zeitgenössische Realität hinter sich zu lassen wie Kurt oder der Charakter in “Heart of Darkness” ist auch eine große Inspiration, die koloniale Landschaft ist unendlich, die Feldzüge enden nie, der Dschungel hört nie auf, die Imagination hört niemals auf.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/India_1857.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4631" title="India_1857" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/India_1857.jpg" alt="" width="708" height="453" /></a><em><strong>Es gibt ein Foto von dir, auf dem du in ernster militärischer Pose vor Insignien wie einer Flagge und Uniformteilen posierst. Für mich hatte das auf den ersten Blick etwas parodistisches und zugleich ernsthaftes. Wenn du dich mit dem einfachen Soldaten der Britischen Kolonialarmee befasst, welche Aspekte interessieren dich auf eine positive und empathievolle Weise?</strong></em></p>
<p>Es existiert noch ein besseres Foto, auf dem ich eine rote Uniform trage, mit einem Kartoffelsack als Maske oder Schleier und einer Halskette aus Karotten. Der Schleier verweist auf Stammesrituale und auf den Schleier in persischen Miniaturen. Wie du sagst, eine Parodie auf die militärische Pose, aber auch noch etwas anderes, verknüpft mit der visuellen Repräsentation von Macht, es war ein Bild, das 2009 für die Einladungskarte der Ausstellung „The Zulu Queen Stood As Jerusalem Fell“ in der Galerie Ten Haaf Projects in Amsterdam verwendet wurde.</p>
<p>Es gibt ein kleines Denkmal für die britischen Kommandotruppen in den schottischen Highlands. Die probten dort für den zweiten Weltkrieg. Heute gibt es dort Ehrungen für die Truppen, die in Afghanistan getötet wurden. Durch Zufall kam ich auf ihre Seite, als ich gerade die Ausstellung „Andrew’s Death in Afghanistan,1842“ (Power Gallery, Hamburg 2009) vorbereitete. Es ist nicht der Fehler des einzelnen Soldaten, zum Sterben in diese Länder geschickt zu werden, aber es ist vorherzusehen, dass Menschen ihr Land gegen fremde Besatzer verteidigen. Meine viktorianischen Soldaten trinken Kaffee in ihren Zelten, besuchen Lonnie Donegan-Konzerte, um auf ihren Übersee-Feldzügen ihre Moral zu steigern, werden getötet und verüben Scheußlichkeiten an der Zivilbevölkerung, die sie im Namen der Zivilisation zu befreien glauben.</p>
<p><em><strong>In deinem Buch zeigst du oft die Brutalität beider gegnerischer Parteien mit einer ganz eigenen Mischung aus Empathie und Sarkasmus. Im Indien-Kapitel hat beispielsweise ein Bild namens „Smash British Rule in India“ seine Entsprechung in „Smash Gandhi“. Ist der verspielte Spott der Preis, den beide Parteien zahlen müssen, um in deinen Arbeiten zu Wort zu kommen?</strong></em></p>
<p>Ich bin fasziniert vom Bezug zwischen Propaganda und Werbung, und von der Tatsache, dass Propaganda auf allen Seiten gleich aussieht und gleich funktioniert. Da ich permanent zeichne, bewegt sich mein Geist schnell und irgendwelche Veränderungen hängen davon ab, wie viel Kaffee ich getrunken habe und wie spät es ist. An den Beispielen, die du ansprichst, sieht man, dass die pro-britische Propaganda wesentlich primitiver gestaltet ist, während das pro-indische Motiv viel feiner ausgeführt ist. Eine berühmte Aussage von Gandhi war, als er auf die Frage „Wie denkst du über die Zivilisation Europas“ sagte „Das wäre eine gute Idee“. Ich zeichne Massaker, die von allen Seiten begangen werden, tatsächlich wurde meine Frau, mit der ich in den Flitterwochen in Indien war, eine Europäerin, von den indischen Rebellen während des Cawnpore Massakers (1857) abgeschlachtet. Zum Glück sah ich mir gerade ein Cricket-Spiel an und überlebte – obwohl meine Mannschaft verlor.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Defense_Of_Jerusalem.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4632" title="The_Defense_Of_Jerusalem" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Defense_Of_Jerusalem-234x300.jpg" alt="" width="234" height="300" /></a>Leute sind oft faul und viele bevorzugen ein Happy End und einfache Erklärungen, aber es gibt da bei dir immer einen gewissen Grad an Ambivalenz. Gab es deshalb jemals feindselige Reaktionen? </strong></em></p>
<p>Nein, gelegentlich wurde ich bloß gewarnt, einen brutalen, wahnsinnigen Diktator wie Shaka Zulu nicht zu sehr zu romantisieren.</p>
<p><em><strong>Ist es dir generell wichtig, wie (und wie gut) deine Werke vom Publikum und von den Medien verstanden werden? Was wäre das unangebrachteste Feedback, dass du dir vorstellen könntest?</strong></em></p>
<p>Ja, das Verständnis ist mir sehr wichtig. Und im Großen und Ganzen wird es auch sehr gut verstanden und gewürdigt von denen, die es würdigen sollen. Würde mich die Queen als ihren königlichen Künstler einladen, könnte das ein Problem sein, oder wenn Bono von U2 ein Fan werden würde. Oder wenn man mich beauftragen würde, ein Werbeplakat für die britische Armee zu gestalten, das könnte auch ein Problem sein.</p>
<p><em><strong>Vor kurzem gab es erneut eine Diskussion darüber, welchem Land eigentlich die Falkland-Inseln gehören. Morrissey sagte seinem Publikum in Argentinien, die Inseln gehörten ihnen. Wie denkst du über solche Relikte einer kolonialen Vergangenheit? </strong></em></p>
<p>Zunächst einmal waren die Morrissey-Fans auf der Kunsthochschule immer furchtbar arrogant und elitär, aber dafür kann er nichts. Die Briten auf den Falklands sind so lächerlich wie die Deutschen in Namibia waren, oder so albern wie Leute, die Pastinaken verehren und deshalb Leute umbringen, die Blumenkohl anbeten.</p>
<p><em><strong>Historische (Meta-)Fiktion ist seit den 80ern in England recht populär, man denke nur an Autoren wie Fowles, Byatt oder Ackroyd. Ich denke, dass Barry Unsworth&#8217; Roman “Sacred Hunger“ (dt.: „Das Sklavenschiff“) eine interessante Sicht auf gewisse Aspekte der Kolonialgeschichte bietet. Mich würde interessieren, ob du das Buch oder den Nachfolger “The Quality of Mercy” kennst? </strong></em></p>
<p>Leider kenne ich keines dieser Bücher. “Sacred Hunger” klingt sehr interessant, und ich werde danach Ausschau halten. Ich lese fast nichts Fiktionales mehr, aber ich muss unbedingt noch mal eine Ausgabe von Aldous Huxleys “Ape and Essence” in die Hand bekommen, das ich vor vielen Jahren gelesen hatte und noch mal neu lesen will.</p>
<p><em><strong>Letztes Jahr hattest du in Berlin zusammen mit David Tibet ausgestellt. Wie kam das zustande und was denkst du sind die verbindenden Elemente eurer Arbeiten? Du hattest einmal gesagt, dass du Davids Musik schon lange kennst und auch einige andere, die bei Current 93 mitmachen&#8230;</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Monument_To_Andrew_The_Zulu_Queen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4633" title="Monument_To_Andrew_The_Zulu_Queen" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Monument_To_Andrew_The_Zulu_Queen-239x300.jpg" alt="" width="239" height="300" /></a>Die englische Künstlerin und Freundin Lucy Stein gab David Tibet mein Buch “Andrew, Emperor of Africa”. Er kontaktierte mich zeitgleich als ich gefragt wurde, ob ich in dem Berliner Projektraum „nationalmuseum“ ausstellen will. Ich fragte David, ob er mit mir zusammen ausstellen würde, und er sagte zu.</p>
<p>Ich fand, dass es eine exzellente Ausstellung war, und viele Berliner Künstler sahen das ebenso. Davids halluzinatorische Darstellungen lassen sich sehr gut mit den religiösen Visionen kombinieren, an denen ich zur Zeit des Mahdi vom Sudan arbeitete. David ist ein ebenso obsessiver Sammler und Forscher wie ich. Du hattest die Verbindung unserer Arbeiten schon ziemlich gut im African Paper zusammengefasst. Ich würde hinzufügen, dass ich seine Songtexte und das repetitive brutale Schreien immer sehr inspirierend fand, es erinnert mich an das Hämmern von Nägeln in Fetischobjekte, was auch meine Faszination für John Cale (zum Beispiel im Song “Fear is a Man’s Best Friend”) erklärt. Seine Gemälde sind hervorragend, unabhängig davon, ob du seine Musik kennst, auch da stimmten viele Berliner Künstler überein. Ich brauche Kunst, die ein bestimmtes Gefühl hervorruft, was wir bereits diskutiert hatten und was man nicht beschreiben kann, und ich erlebe das sowohl in seiner Musik als auch in seinen Bildern.</p>
<p>Ich höre Current 93 seit ich sechzehn bin, damals ging ich noch zur Schule. Michael Cashmore kenne ich durch die Künstlerin Steffi Thiel schon seit vielen Jahren.</p>
<p><em><strong>Du hattest mal in einem Interview gesagt, dass du “das Bild eines aus dem Mutterbauch gerissenen Babys zwar gemalt, aber nicht erfunden hast”, und betontest damit, dass Menschen oft vergessen, dass furchtbare Verbrechen in der realen Welt begangen werden und nicht auf der Leinwand. Wenn in Deutschland über so etwas gesprochen wird, hört man oft, das sei “unvorstellbar”. Ich denke immer, dass solche Verbrechen eben gerade deshalb begangen werden, weil es eben doch möglich ist, sich das vorzustellen. Ist deine Kunst da, um dasjenige zu zeigen, das andere als unvorstellbar betrachten? </strong></em></p>
<p>Wenn ich nicht zeichnen würde, dann würde ich nichts sinnvolles tun, meine Arbeit hält mich am Leben. Die Verbrechen der Vergangenheit werden ständig wiederholt, die Technologie zum Töten von Zivilisten hat sich weiter entwickelt, aber die Motivationen für diese Verbrechen sind die gleichen geblieben. Ich zeichne für mich, zuallererst, um zu versuchen, diese Dinge zu verstehen, aber auch weil ich es liebe, Uniformen zu zeichnen. Weil ich es liebe, Geschichte zu erforschen, und weil ich es liebe, die aktuelle Wirklichkeit zu verlassen. Aber zugleich hoffe ich, dass es in diesem Interview klar geworden ist, dass sich mein Werk auch auf aktuelle Probleme bezieht. Ich sehe keinen Unterschied zwischen einem Fernsehgerät und einer Mikrowelle, die mit alten Kartoffeln gefüllt ist. Da ist ein grauer Schleier der Mittelmäßigkeit, der alles überzieht, durch die Werbung, durch die Medien. Es ist vital, die Bestie hinter diesem Schleier zu zeigen, die absolute Brutalität vorzuführen, die sich hinter dieser ganzen Entertainment-Welt versteckt. Der primitivistische Künstler Dubuffet sagte, es sei besser, verbrannten Broccoli zu essen und etwas wirkliches zu erleben, statt etwas langweiliges. Thomas a Kempis, der mittelalterliche Mystiker, hörte sich lieber das Quaken der Frösche an als die angenehm nichtssagenden Klänge einer Kirchenorgel. Der Heilige Broccoli kommt in Frieden, aber wenn seine Kinder wieder und wieder ermordet werden, dann wird er irgendwann seine Machete der Gerechtigkeit in die Hand nehmen und sie tief in das Herz der Bestie schlagen.</p>
<p><em>(M.G., T.M., U.S.)</em></p>
<p><em>Übersetzung: U. Schneider, N. Seckel</em></p>
<p>Neue Arbeiten:</p>
<p>“Andrew And Nolde Meet The Mahdi, 1885″<br />
Jahr: 2011<br />
Format: 70x100cm<br />
Aquarell, Acryl, Pen on Paper<br />
Private collection Duesseldorf</p>
<p>“The Battle Of Omdurman, 1898″<br />
Jahr: 2012<br />
Format: 70x100cm<br />
Aquarell, Acryl, Pen on Paper<br />
<a href="http://powergallery.de/power/">Power Galerie</a> (Hamburg)</p>
<p>Ältere Titel: Helmet, The Man Who Would Be Queen, The Birth Of Andrew Emperor Of Africa, Black Magic White Power, Africa 1879, Victoria’s Wars, Andrew And Lady Rajbaj, India 1857, The Defense Of Jerusalem, Monument To Andrew The Zulu Queen (Andrew Gilbert: Andrew, Emperor of Africa. Bielefeld: Christof Kerber 2011)</p>
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		<title>The Machete of Justice: Andrew Gilbert on Colonialism, Violence and the Holy Broccoli</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jun 2012 08:58:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[As you said earlier, you developed your obsession with British colonialism and militaria already as a boy. When did you start drawing and painting these things, and how early did you develop your critical and satirical approach to the subject &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/06/16/the-machete-of-justice-andrew-gilbert-on-colonialism-violence-and-the-holy-broccoli/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>As you said earlier, you developed your obsession with British colonialism and militaria already as a boy. When did you start drawing and painting these things, and how early did you develop your critical and satirical approach to the subject matter?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Man_Who_Would_Be_Queen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4615" title="The_Man_Who_Would_Be_Queen" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Man_Who_Would_Be_Queen-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a>Mililtary history is the first subject I can remember drawing. I estimate aged four. Very early I became obsessed by the Jacobite Rebellion of 1745 and then after seeing the film ‘ZULU’ with the Anglo-Zulu War of 1879. As a child I drew the combatants as fruit and vegetables – for example light skinned green grapes for the British and dark skinned purple grapes for the Zulus. As child I remember knowing that the Memorial Service on the 11<sup>th</sup> day,11<sup>th</sup> hour and 11<sup>th</sup> month was absurd. School children stood around a giant phallus dressed in military uniforms. I watched a large amount of Monty Python as a child who frequently parody the British Army. I drew kneeling on the floor in silence, as I still work today. When I was 12 years old they invaded Iraq for the first time, and I knew this was a crime and Shaka Zulu became a role model. The Nina Simone version of ‘Strange Fruit’ had a strong influence when I was very young – she still appears in my drawings today.</p>
<p><em><strong>Is it still a bit like playing with toy soldiers and guns when you paint these historical scenes and put your alter ego character in them?</strong></em></p>
<p>Once you become obsessed by massed ranks of soldiers you are obsessed for life. But at the same time it is impossible to retain the level of fantasy required that transforms living room carpets in to Gettysburg, for example. However, yesterday I drew some Highland soldiers from the Jacobite Rebellion, I had not drawn them since childhood and I got the same sensation I did then when I painted them now. Such a feeling is impossible to describe. When I have to go to a supermarket I often imagine I am leading infantry in to musket fire, especially while waiting at traffic lights as if waiting to give the order to advance. I like to imagine my head being blown off by grape shot. Once in the supermarket I walk up and down the aisles blessing the products as I if I was inspecting my regiments before the Great Attack. Also, my alter ego never featured in my miniature battles, in this my role was that of God, I looked down from above the imaginary clouds of artillery smoke, in my drawings I do feature, mostly as a yellow bird, but as Creator of these landscapes and controller of these events my powers are also absolute.</p>
<p><em><strong>You once said that your works are about a certain feeling that you have when you visit European museums. How would you describe this feeling and your reaction to it?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Birth_Of_Andrew_Emperor_Of_Africa.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4617" title="The_Birth_Of_Andrew_Emperor_Of_Africa" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Birth_Of_Andrew_Emperor_Of_Africa-208x300.jpg" alt="" width="208" height="300" /></a>I think I was referring to the sensation I get in Military Museums but also in Ethnographic Museums. The Tribal artefacts and the Military costumes are displayed in a similar setting, so this connects to the emotive environment but also to the absolute excitement caused by seeing these objects. I constantly try to combine these two places in my installations . Again this is impossible to describe, but it is also caused by seeing certain paintings or drawings in museums of Western Art, such as the German Expressionists (Die Bruecke), I become sick and cannot stay long, I must draw. The power of these objects is so great. Picasso described such a sensation when he discovered ‘Primitive’ sculpture in Paris. But I must emphasise I like to parody this also. The German Expressionists, such as Ernst Ludwig Kirchner also had an extremely romantic view of tribal art and life, while at the same time they were rejecting the values of their contemporary society and industrialisation . I made, for example in 2008, a large installation outside on the Island of Ruegen of me and Emil Nolde painting a naked African Lady in nature. Both Nolde and i were represented as life size figures wearing British Colonial Military uniforms standing behind eisels and painting. However, I also built Soldier bodyguards in case we were attacked by savages or wild animals. The experience of the Primitive as safe and enjoyable experience, a sun umbrella protected us and we were served light refreshments while we painted. Like in the old ‘Colonial/World Exhibitions’ where villages and natives were put on display for 19<sup>th</sup> century European audiences. You must realise I have been working with this subject since art college/university, which I joined at 17. So this obsession is constant and this level of inspiration that still drives my mind forward everyday, I draw everyday, cannot be described in rational normal language.</p>
<p><em><strong>Was there a certain experience which brought you to the opinion that a lot of mainstream views on colonialism and colonial wars are lacking in some way?</strong></em></p>
<p>As I just described, this work is constant and absolute, I cannot pin point one specific moment or experience. But let us look at the 1964 film ‘ZULU’ as an example. This film inspired many of the leading British experts on the Anglo-Zulu War, such as Ian Knight (author of many excellent books on this subject). ‘ZULU’, directed by Cy Endfield, is a Classic British War Film, of which there are many, unlike in Germany for obvious reasons. So this film is often shown on Sunday afternoons or at Christmas when the British family gathers around the television. It tells the story of the Defence of Rorke’s Drift, where 100 British soldiers defeated an army of 4000 Zulu warriors. As in the American equivalent ‘The Alamo’ most of the film is the build up to the battle itself, waiting for the terrifying Zulu army to arrive, in reality the attack on Rorke’s Drift came directly after the battle of Isandlwana, the Zulu force was tired and ill disciplined, there were not 4 days waiting with dramatic music when the Zulu army finally appears on the crest of the hill (an excellent moment in the film).</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Battle_Of_Omdurman1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4608" title="The_Battle_Of_Omdurman" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Battle_Of_Omdurman1.jpg" alt="" width="971" height="705" /></a>The film does not explain why the Zulus are defending their land against British invasion. The film ends with a song about glory, bravery and respecting your enemy, not with the wounded Zulus being shot through the head or put to death with bayonets. One British soldier described the horror of seeing a dead Zulu shot through the forehead, when he turned his body over the whole of the back of his head was blown away, in the film Zulus fall down with no blood at all. The film ends with the list of men who received the Victoria Cross medal, the most awarded in a single day in the history of the British army and again excellent dramatic music.</p>
<p>However, through the character of Michael Caine playing Lt.Bromhead, the hierarchy of the British army, its arrogance and the triumph of social class over ability is criticised. At one point a private soldier questions why he is killing Zulus, he never saw one in his village in Wales, why should they be his enemy. The Zulu final attack, which meets rank after rank of British Martini fast loading rifle fire, again an incredible scene, shows piles and piles of Zulu corpses and wounded, twitching and jerking beneath the feet of the British lines and finally Lt Bromhead is disgusted by the violence (at the start of the film he refers to the great Military tradition of the men in his family). Furthermore, the film was banned by Apartheid South Africa, due to fears of rising Zulu nationalism. The contemporary Zulu leader Buthelezi played the historical Zulu King Cetshwayo kaMpande.</p>
<p>You must understand one could write 6000 pages about the significance of the film ‘ZULU’, it represents something naïve yet pure, perhaps British culture before it was destroyed by <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Black_Magic_White_Power.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4621" title="Black_Magic_White_Power" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Black_Magic_White_Power-213x300.jpg" alt="" width="213" height="300" /></a>American influence and corrupted by a deep modern cynicism that attacks everything and offers nothing. It represents ridiculous patriotism and propaganda,it represents technology against primitivism (I gave Ernst Ludwig Kirchner a copy of the DVD) it represents the troubled life of the producer and actor Stanley Baker. I leave the fim ‘ZULU’ with a quote from a history of the British army published in 2009 – “the desperate fight at Rorke’s Drift in 1879 underpinned the heroism of the airborne forces at Arnhem in 1944, and continues to do so in Afghanistan’…</p>
<p>May I also point out that small numbers of England football supporters travelled to the World Cup in South Africa in Replica White Helmets of the Zulu War, before their complete destruction by Germany.</p>
<p><em><strong>What role does the work of Kipling play for you? In his most (in)famous poem the colonized are described as “half-devil and half-child” and thus it is the “white man’s burden” to “serve [their] captives&#8217; need”. Do you think the tension between some kind of misguided idealism and chauvinism may be of relevance for your art? </strong></em></p>
<p>That is an excellent quote, thank you! Mr Kipling, or Edwina as we used to call him in the Camp tent, has inspired me with his poem ‘A Young British Soldier’ especially the line about better to shoot your self than be mutilated by the Afghans-which is of great significance to today. His book ‘The man who would be King’ is the inspiration for many of my drawings and for my own book ‘The man who would be Queen’ (my 19<sup>th</sup> century autobiography). Again you ask me to explain something psychological and emotional in rational words. I use the symbol of the white phallus to represent the European Colonial powers. I also use the Medieval Christian symbol of Jerusalem as a Sacred Female figure and like to link this to Ulundi, the Zulu Capital destroyed by the British in 1879. The militant imagery of the Christian missionary, the Medieval Crusade visual propaganda such as the sculptures of Vezelay (where Pope Urban II preached the first Crusade) also connect to the British Colonial military campaigns. The fact that the Europeans burned African idols, while the Protestants destroyed the Catholic idols is also greatly inspiring. There is also a British propaganda against Germany from the First Great War, that describes German War Memorials which were covered in Nails, like African Fetish, and therefore the imagined primitive dark rituals of the German people, as negative propaganda. The worship of the object in contemporary European society, the Traffic Light as an idol covered in Carrots, relates also to the idea of the arrogance of European society in its view as being enlightened or civilised, as you describe.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Africa_1879.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4624" title="Africa_1879" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Africa_1879.jpg" alt="" width="969" height="618" /></a><em><strong>In some of your works, you decidedly mix accessoires of the colonizers and the colonized with each other and thus create interesting hybrid figures (a Zulu warrior with the Union Jack on his shield or mixed media soldiers with a native look, for instance). Do you think that this sort of „positive“ intercultural influence between groups is something that falls short when we regard these historical events solely as encounters of contrasting cultures?</strong></em></p>
<p>I like to draw Zulu female warriors wearing the British Phallic symbol, the White Helmet. I also like to design my own uniforms for my African Elite Bodyguard. I am inspired by photos of African leaders who adopt European 19<sup>th</sup> century military uniforms and this language of power and propaganda and combine it with indigenous power symbols. Idi Amin’s regiments in British/Scottish uniforms are fascinating. Furthermore, I see a strong similarity between the uniforms of the 19<sup>th</sup> Century European Tribes, with their feathers, leopard and bear skins, the way they are presented in museums, in glass cases, in darkly lit rooms, to African and Oceanic Tribal Art and to the Zulu military uniform – with their feathers and animal skins. I must point out that the Shaka Zulu is often compared to Napoleon as a great reformer of the military and a great strategic leader. His regiments could be distinguished by different feathers and coloured cow skin shields. He introduced military service and a system of barracks, he shortened the spear for stabbing (like the Romans), he rejected the ceremonial battle (throwing spears and insults) in favour of total annihilation of the enemy , he removed the sandles so his troops could run faster. He developed the formation ‘The Horns of the Buffalo’ (described by the Boer character in the film ‘ZULU’ – using a sword he carves a diagram of this into the sand and used at the Battle of Isandlwana and complete destruction of the British Regiments). Shaka Zulu did to South Africa what the British were doing to the world, he conquered and subjugated all those around. Like many European leaders his absolute power lead to his insanity, and he was assassinated by his own people. I like to compare him to MacBeth, and it is not a coincidence that Shakespeare and Shaka Spear are the same. The role of the Witchdoctors and their political influence on the Zulu court is well documented, like the Witches in MacBeth. The life of Shaka Zulu mirrors the Christian Mythology as well as the European Mythology such as Excalibur and the Spear of Shaka Zulu.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/VictoriaS_Wars.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4626" title="VictoriaS_Wars" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/VictoriaS_Wars-231x300.jpg" alt="" width="231" height="300" /></a>A final example of this cross over in my work would be the solo exhibition ‘Trophies of the Savages’ (Gallery 207, Prague in 2012). The Title of the exhibition comes from a painting by Emil Nolde. Nolde travelled with the German Colonial Expidition in 1913/14 to the South Sea Islands. The painting ‘Trophies of the Savages’ depicts severed heads in a jungle, referring to the head hunting practice of the natives. I used this image and title however to refer to the German occupation of Namibia and the severed heads taken as part of scientific research. So the term savage is then imposed on the European powers. Furthermore the main image of the exhibition was based on a Crucifxion painting my Nolde, the title ‘Trophies of the Savages’ therefore also refers to the European Idols of Christian worship, and as in my drawings the primitives are the Royal Family with their deranged rituals rather than exotic natives.</p>
<p><em><strong>In academic cultural studies, a critical approach to colonialism and Britishness seems quite trendy – one of many „post“-whatever phenomena, whose intellectual depth is sometimes doubtful&#8230; Are you interested in such things and is there a book that you recommend?</strong></em></p>
<p>I am not interested in such things, but I recommend the short documentary film ‘The Mad Masters’ / ‘Les maitres fous’, 1955, by Jean Rouch. I saw this film recently and it confirms a number of my visions.</p>
<p><em><strong>Where do you draw most of your inspirations from when it comes to particular details? Are there certain documents or artefacts that strongly affect some of your works?</strong></em></p>
<p>I constantly search for historical material and visit museums. For British Empire military history I recommend the books by Ian Knight and Saul David. Also the Osprey series (available in Berlin at Berliner Zinnfiguren shop in Charlotenburg). The new Book ‘Human Zoos – The invention of the Savage’ (published 2012 by Musee du Quai Branly, Paris) contains excellent historical photos and illustrations. I was given the book ‘Kolonialpiraten’ Franz Rose (1941 Berlin) by the Berlin-based artist from Stralsund Stefan Pfeiffer, which contains superb anti Empire illustrations, including a reproduction of the painting of the execution of Indian Mutineers, tied to the fronts of cannons by the British. The Ethnographic Museum in Berlin Dahlem and the Tervuren Africa Museum Brussels must be visited. For devotees of Primitvism Heidelberg is an epicentre of Ancient Energy.. The Ethnographic Museum in Heidelberg is incredible and one can then walk to the Prinzhorn Collection Musuem and see the carved wooden sculptues of Karl Brendel including ‘Militarism’ which are permanently displayed next to the Kota reliquary figure that Hans Prinzhorn used in his comparisons to illustrate his theory of Primitivism. Also nearby is the Museum HausCajeth for Primitive Painting.</p>
<p>Returning to film &#8211; I watch often ‘The Charge of the Light Brigade’ (1968) which contains animation sequences depicting the British Empire and Army. Also the film we discussed already ‘Soldier Blue’ (1970) in which the American Cavalry commander wears a white British Colonial Helmet while massacring a village.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Andrew_And_Nolde.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4604" title="Andrew_And_Nolde" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Andrew_And_Nolde.jpg" alt="" width="938" height="680" /></a>The Biography of Shaka Zulu must be read. After the death of his mother, Shaka made sex illegal for one year as a form of national mourning. To test the allegiance of his regiments he made them line up and had young naked Zulu women dance in front them, any man whose spear rose toward the sun (became sexually aroused) had his head smashed in with a club.</p>
<p><em><strong>Your book „Andrew Emperor of Africa“ is a visual narrative with an alter ego of yours as the protagonist. How would you introduce and describe this other Andrew Gilbert character?</strong></em></p>
<p>I try to keep this short. Firstly he is an Officer, he is left alone in an outpost in Southern Africa, at this point through isolation and malaria he begins to hallucinate an entire Empire which he rules. He begins to build life size soldiers, his regiments and companions from wood and painted uniforms and cabbages (for their heads and breasts) as well as his servants. He makes drawings that he believes are photos of all his past glories. By coincidence there was a Major General Andrew Gilbert of the Black Watch Highland regiment. He was wounded in the Sudan and killed in South Africa fighting the Boers in 1899.</p>
<p>The narrative is not constant, I move around different times and campaigns. Therefore I can meet different historical figures – such as Ernst Ludwig Kirchner, The Mahdi of the Sudan or General Gordon of Khartoum, who also drew flowers and whose head was cut off when Khartoum was captured by the Mahdi’s army. I also met the Holy Brocoli who is my spiritual protector, but also prone to extreme violence.</p>
<p>I have many wives, all of whom are executed for specific crimes such as chopping the sacred onions or burning the toast, or because they like the work of another artist more than mine.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Andrew_And_Lady_Rajbaj.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4629" title="Andrew_And_Lady_Rajbaj" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Andrew_And_Lady_Rajbaj-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>There is this case – the Lady Rajbaj picture &#8211; where Andrew Gilbert appears as a military officer and as a painter in one image. To avoid a term like ”meta artistic“, do such gimmicks just exist for the fun of confusion, or do they also show a bit more about your role as an experiencing and a (re)producing person?</strong></em></p>
<p>Certainly not for confusion, in this drawing I represent myself in two of my roles, as a General, and a military artist whose job it Is to record the important events – as God’s Witness, his eyes on earth. It is common in art history to see artists paint themselves hidden in important events. In the unpublished drawing of the assassination of Kennedy, I appear in the car, with my slaves chained to the back of the car on my military procession and I appear at the window, shooting my own head off.</p>
<p>By the way Lady RajBaj was inspired by a drawing of the historical figure Lakshmi Bai, the Rani of Jhansi, a leader against the British in the Indian Mutiny. I found a drawing of her in the Saul David book ‘The India Mutiny’ and became obsessed by her beauty.</p>
<p><em><strong>Many of your pictures are very brutal, and often the more cartoonish they are, the more pornographic they become. Apart from the fact that they are also very amusing, who do you think deserves mostly to be shocked by this historiography drenched with sex and violence?</strong></em></p>
<p>The violence I draw because I need to. Because it helps me stay calm and because of contemporary events which make me angry. There is an enemy that thinks it is normal to kill for wealth and power. This enemy should taste the soup of justice, 10 000 prawns, 20 000 sacred onions and many monks teeth and the skulls of 10 000 Owls go into this soup.</p>
<p><em><strong>Thinking of the topics of your work I was wondering to what extent Conrad’s “Heart of Darkness” and/or Coppola’s “Apocalypse Now” may have influenced/inspired you. </strong></em></p>
<p>I was told to read ‘Heart of Darkness’ by a professor at art school, she saw a link between my primitive idols of European culture and violent rituals and this book. The book is very good. I often draw Helicopters in the 19<sup>th</sup> century blowing up civilians inspired by the scene in this film.</p>
<p>I constantly imagine a clearing in a forest, where my idols stand, lost rituals of violence and vegetable blessing took place there, I stumble across these idols by chance when I leave the outpost, the blood is fresh, the ritual could have been 1000 years ago, or that morning. This idea excites me and I am the only one except the High Priest who can read the language written in violent mark making and chopped Mushrooms. The heads on spikes everywhere in “Apocalypse Now” are also inspiring.</p>
<p>To leave contemporary reality as Kurt does and the character in Heart of Darkness, is a great inspiration, the colonial landscape is never ending, the campaigns never end, the jungle never ends, the imagination never ends.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/India_1857.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4631" title="India_1857" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/India_1857.jpg" alt="" width="708" height="453" /></a><em><strong>There is a photo of you, in which you stand in a solemn military pose in front of insignia like a flag and uniform parts. For me, this has something parodistic as well as serious at the first glance. When you deal with the average British soldier from colonial history, which aspects are interesting for you in a positive and empathic way?</strong></em></p>
<p>There is a better photo in which I wear a red uniform, with potato sack as mask or veil, and a necklace of carrots. The veil refers to Tribal Ritual costume and the Veil in Perisan Miniature painting. As you say a parody of the patriotic pose, but also something else, connecting to visual reprentations of power, it was the image used for the 2009 exhibition Invitation Card ‘The Zulu Queen stood as Jerusalem fell’ at Gallery Ten Haaf Projects, in Amsterdam.</p>
<p>There is a small monument to the British Commandoes in the Highlands of Scotland. They trained there in the Second World War. Today are tributes to the Commandoes killed now in Afghanistan. By chance I visited this site while preparing the exhibition ‘Andrew’s death in Afghanistan,1842’(Power Gallery, Hamburg 2009). It is not the fault of the individual soldiers sent to these countries to die, but it is to be expected that people will defend their land against foreign occupation. My Victorian soldiers drink Coffee in their tents, attend Lonnie Donegan concerts to increase their Moral on their over seas Campaigns, are killed and carry out atrocities upon the civilian populations they are meant to be liberating in the name of Civilisation.</p>
<p><em><strong>In your book you sometimes show the brutality of both antagonizing parties in a war with a strange mixture of empathy and sarcasm. In the India chapter for instance, a work like „Smash British Rule in India“ has its equivalent in „Smash Gandhi“. Do you think that your childlike spitefulness is the price that both parties have to pay for having their say?</strong></em></p>
<p>I am obsessed by the link between propaganda and advertising, and the fact that propaganda of all sides looks the same and functions the same. Also because I draw constantly my mind moves fast and changes depending on how much coffee is drunk or what time of day it is. In the examples you give you will notice the pro British propaganda is much more primitive in its execution, while the pro India image is very fine in its rendering. The famous quote of Ghandi is, when asked “What do you think of European Civilisation” he replied “That would be a good idea”. I draw massacres committed by all sides, in fact the wife I was on my honeymoon with in India, a European woman, was butchered at the hands of the Indian Mutineers at the Cawnpore Massacre (1857), luckily I was watching a game of cricket at the time and I survived – though my team lost.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Defense_Of_Jerusalem.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4632" title="The_Defense_Of_Jerusalem" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/The_Defense_Of_Jerusalem-234x300.jpg" alt="" width="234" height="300" /></a>People tend to be lazy and many seem to prefer happy endings and easy and clear solutions but there is often a certain amount of ambivalence in your work. Have you ever encountered feedback from the audience that was hostile because of this? </strong></em></p>
<p>No, occasionally I am warned about romanticising a deranged and brutal dictator like Shaka Zulu.</p>
<p><em><strong>Do you generally care how (and how well) your work is understood by your audience and the media? What would probably be the most inappropriate feedback you could imagine?</strong></em></p>
<p>Yes this understanding is very important. And generally it is understood correctly and is greatly appreciated by those who should appreciate it. If the Queen would invite me to be her Royal Artist this might be a problem, or if Bono from U2 became a fan. Or if I was invited to make a recruitment poster for the British army, this would also be a problem.</p>
<p><em><strong>Recently there were again discussions about what country actually owns the Falkland Islands. Morrissey told an audience in Argentina that the islands “belong to you”. How do you feel about such remnants of a colonial past? </strong></em></p>
<p>Firstly the Morrissey fans at art college were incredibly arrogant and elitist, but that is not his fault. The British in the Falklands is as ridiculous as the Germans in Namibia was, or as ridiculous as people who worship Parsnips killing people who worship Cauliflowers.</p>
<p><em><strong>Historical (Meta-)Fiction has been quite popular in the UK since the 80s, think Fowles, Byatt, Ackroyd and other writers. I think that Barry Unsworth&#8217; slave trade novel “Sacred Hunger“ offers an interesting view on certain aspects of colonial history. I wonder if you know it or its sequel “The Quality of Mercy”? </strong></em></p>
<p>Unfortunately I don’t know these books. The ‘Sacred Hunger’ sounds interesting and I will try to find this. I read almost no fiction anymore, but I need to find a copy of ‘Ape and Essence’ by Aldous Huxley which I read many years ago and need to re read.</p>
<p><em><strong>Last year you did this Berlin exhibition together with David Tibet. How did it come about and how do you think does the work of both of you fit and correspond to each other? As you told me, you already knew his music group and some of the people contributing to it&#8230;</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Monument_To_Andrew_The_Zulu_Queen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-4633" title="Monument_To_Andrew_The_Zulu_Queen" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/Monument_To_Andrew_The_Zulu_Queen-239x300.jpg" alt="" width="239" height="300" /></a>The English artist and friend Lucy Stein gave David Tibet my book ‘Andrew , Emperor of Africa’. He contacted me at the same time I was invited to exhibit at a project room in Berlin called the nationalmusuem. I asked David if he would exhibit with me and he agreed.</p>
<p>I think this was an excellent exhibition as many artists in Berlin agreed. David’s Hallucinatory images combined very well with the religous visions I was working on at the time of the Mahdi of the Sudan. David is a very obsessive collector and researcher as I am. You summarised the link between our work very well already in African Paper. I would add to this that I have always been inspired by his lyrics and the repetitive violent screaming he employs, this reminds me of the hammering of nails in to Fetish Objects which explains my fascination also with John Cale (for example the song ‘Fear is a Man’s Best Friend’). His paintings are excellent regardless of whether you know his music, this was also something a lot of Berlin artists agreed with. I need art that releases the certain feeling that we have already discussed and cannot be described, I get this from both his music and his paintings.</p>
<p>I have been listening to Current 93 since I was 16 and still at school and know Michael Cashmore through the artist Steffi Thiel for many years.</p>
<p><em><strong>You once said in an interview that you “drew, but […] did not invent the image of a baby ripped from the womb”, illustrating that people tend to forget that atrocious crimes are committed in the real world and not necessarily on canvas. When people in Germany talk about horrible crimes etc. they often say that it is “unimaginable” (unvorstellbar). I always think that these crimes happened because it was in fact possible to imagine them. Is your art there to show what others consider to be unimaginable? </strong></em></p>
<p>If I did not draw then I would not do anything useful, my work keeps me alive. The crimes of the past are repeated over and over, the technology for killing civilians has advanced but the crimes and motivations for these crimes are the same. I draw for myself, firstly, to try to understand these things, also because I love to draw uniforms. Because I love to research history and I love to leave contemporary reality. But at the same time as I hope it is clear in this interview the work relates to contemporary problems. I see no difference between a television and a microwave filled with old potatoes. There is a grey veil of mediocrity being drawn over everything, through advertising, through media, it is vital to expose the beast behind this veil, to show the absolute violence hidden behind the celebrity dance programmes. The Primitivist artist Dubuffet said it is better to eat burnt Broccoli and to experience something real rather than bland, while Thomas a Kempis the Middle -ages Mystic preferred to listen to the sound of frogs croak than to the banal pleasant tunes of the church organ. The Holy Brocoli comes in peace, but when his children are time and time again murdered he will take up the Machete of Justice and drive it deep it in to the head of the beast.</p>
<p>(M.G., T.M., U.S.)</p>
<p>New Works:</p>
<p>&#8220;Andrew And Nolde Meet The Mahdi, 1885&#8243;<br />
Year: 2011<br />
Format: 70x100cm<br />
Watercolour, acrylic and pen on paper<br />
Private collection Duesseldorf</p>
<p>&#8220;The Battle Of Omdurman, 1898&#8243;<br />
Year: 2012<br />
Format: 70x100cm<br />
Watercolour, acrylic and pen on paper<br />
Courtesy <a href="http://powergallery.de/power/">Power Galerie</a> (Hamburg)</p>
<p>Older titles are: The Man Who Would Be Queen, The Birth Of Andrew Emperor Of Africa, Black Magic White Power, Africa 1879, Victoria&#8217;s Wars, Andrew And Lady Rajbaj, India 1857, The Defense Of Jerusalem, Monument To Andrew The Zulu Queen (Andrew Gilbert: Andrew, Emperor of Africa. Bielefeld: Christof Kerber 2011)</p>
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		<title>Hallucinatory Mahdis and Æons. Andrew Gilbert &amp; David Tibet in Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 18:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Maler Andrew Gilbert und David Tibet sind ein ungleiches Gespann, und doch verbunden durch einige interessante Gemeinsamkeiten. Beide sind Kinder des British Empire, und auf je eigene Weise prägte das auch ihr Werk. Tibet, der als Sänger von Current &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/25/hallucinatory-mahdis-and-aeons-andrew-gilbert-david-tibet-in-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/gilbertandtibet.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2830" title="gilbertandtibet" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/gilbertandtibet.jpg" alt="" width="231" height="160" /></a>Die Maler Andrew Gilbert und David Tibet sind ein ungleiches Gespann, und doch verbunden durch einige interessante Gemeinsamkeiten. Beide sind Kinder des British Empire, und auf je eigene Weise prägte das auch ihr Werk. Tibet, der als Sänger von Current 93 eines der interessantesten und eigenwilligsten Kapitel alternativer Musikgeschichte schrieb, kam in der ehemaligen Kronkolonie Malaysia zur Welt und verbrachte dort seine Kindheit. In „England&#8217;s Hidden Reverse“ äußerte er, wie sehr ihn das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen und Religionen beeindruckte.<span id="more-2829"></span></p>
<p>Die Ursprünge seiner langjährigen Beschäftigung mit endzeitlichen Fragen liegt in dieser Zeit, sein recht eigenständiger, über lange Zeiträume hinweg auch eklektischer Umgang damit mag u.a. auf die Diversität dieser Eindrücke zurück zu führen sein. In Malaysia begegnete er erstmals auch den Schriften Crowleys und natürlich dem Buddhismus. Sein obsessives Interesse an der christlichen Kosmologie nahm hier seinen Anfang und mündete Jahre später nicht nur in Songtexte von beeindruckender surrealer Evokativkraft, sondern auch in die religiösen Sujets seiner farbenfrohen Gemälde und Zeichnungen. Im größeren Stil präsentierte er diese erstmals 1999 in der visuellen Gestaltung seines Ausnahmealbums „Soft Black Stars“. Ihr meist auf naiven Formen in kräftigen Rot-, Grün- und Blautönen basierender Stil entwickelte sich stetig weiter, wurde über die Jahre vielschichtiger und komplexer.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/andrewemperorofafrica.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2862" title="andrewemperorofafrica" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/andrewemperorofafrica.jpg" alt="" width="277" height="353" /></a>Ausgehend von der Themenwahl sind Gilberts Werke weltlicher, sein Interesse am Interkulturellen erscheint programmatischer und politischer. Im Werk des 1980 in Schottland geborenen Wahlberliners treffen historische Sujets und allerlei Exotisches auf Motive der Populärkultur. Doch auch religiöse Mythen der jeweiligen Schauplätze finden ihren Ausdruck. Eines seiner Hauptthemen ist die Militärgeschichte Englands zur Kolonialzeit. Seine Bilder, überwiegend Acrylgemälde und Aquarelle von etwas matterer, aber ebenso opulenter Farbgestaltung, ergeben zusammen einen größeren narrativen Zusammenhang, erzählen die fiktive Biografie eines „Rotrocks“ im Offizierststand, der im Dienst der englischen Krone in mehreren Weltgegenden tätig war: Tansania, Jerusalem, Indien und zuletzt Afghanistan, wo er in einer der Versionen seinen Tod findet. Es gibt eine andere Version, bei der er in Südafrika stirbt – exekutiert von rebellierenden Indigenen. Der Name des Soldaten ist übrigens ebenfalls Andrew Gilbert, und er wird irgendwann im Laufe der turbulenten Geschichte von den Zulu zu ihrem Kaiser ernannt. Dass Gilbert die Geschichte nicht als eine Art Graphic Novel herausbringt und nicht einmal in seinem Katalog „Andrew Emperor of Africa“ als fertige Story präsentiert, hat primär folgenden Grund: Sie ist nicht nur in ihrer Ereignisfolge äußerst unlinear, sondern auch prinzipiell unabschließbar. Immer mehr historische, fantastische und biografische Details kommen mit der Zeit hinzu. Auf den neuesten Gemälden kommt es im Sudan zu einer islamischen Revolte unter der Führung eines geheimnissvollen Mahdi, und im Strudel der Ereignisse trifft (der fiktive) Gilbert dann auch noch seinen treuen Weggefährten – den Künstlerkollegen David Tibet.</p>
<p>Das Interesse für den Konnex Militaria und Kolonialgeschichte entwickelte Gilbert schon recht früh, als eines der prägendsten Erlebnisse bezeichnete er einmal den Film „Zulu“ mit Michael Caine, dessen eindrucksvolle kritische Darstellung des 1879 vom Zaun gebrochenen Krieges zwischen Briten und Zulu nicht nur den Grundstein für Gilberts Perspektive auf seine als Schotte ohnehin delikate Britishness legte, sondern ihn auch zu ersten Zeichnungen anregte: Rote Uniformen und ihre Insignien, Schmuck und Masken der Zulukämpfer, zahlreiche Waffen und die Landschaft Ostafrikas sollten wiederkehrende Motive seines bevorzugten Stoffes werden. Interessant die ausgeglichene Zwiegespaltenheit seiner oft ans Naive grenzenden Darstellungen, bei denen sowohl dem einzelnen britischen Kolonialkämfer als auch den Angehörigen der geschundenen Urbevölkerungen Empathie entgegen gebracht wird. Den Künstler scheint die Einheit suggerierende und Sicherheit gebende Kraft der uniformierten Kolonialarmeen zu faszinieren, und doch klagt er zugleich die Destruktivität (früh-)moderner Kriegsführung und die kulturelle Hybris der Briten an: &#8220;I love the contrasts of beautiful elaborate uniforms with total carnage&#8221; sagte er bereits in einem Interview.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/hallocinatorysunsetandsunrise.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2860" title="hallocinatorysunsetandsunrise" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/hallocinatorysunsetandsunrise.jpg" alt="" width="288" height="403" /></a>Wie so oft in der Welt von Current 93 kam es zu der am 24.09.2011 eröffneten Berliner Ausstellung durch eine Reihe von Zufällen. Gilbert ist schon länger mit den beiden Künstlern in Kontakt, die den Kreuzberger Artspace „nationalmuseum“ betreiben (namentlich im übrigen eine Inversion britischen Understatements und ein perfektes Beispiel an Neuberliner Selbstironie) – und schätzt nebenbei den Musiker Tibet schon lange. Dieser entdeckte irgendwann den Katalog des Schotten und brannte darauf, in irgendeiner Form mit ihm zu kooperieren. Schnell kam der Kontakt zustande und die Weichen für die Two Man Show waren gestellt. Das Resultat ist eine Art Best Of-Zusammenstellung aus mehreren Dutzend Werken beider Künstler, die unabhängig von Themenschwerpunkt und Erscheinungsjahr auf die vier Wände des mittelgroßen Raumes verteilt wurden: hauptsächlich Gemälde, doch auch eine Maske und zwei Mixed Media-Skulpturen von Gilbert, zu deren Materialien auch so verderbliche Dinge wie Kartoffeln zählten, welche die Augen Erschlagener verkörperten. Und obwohl vermutlich auch Besucher ohne Vorkenntnisse schon nach kurzer Zeit sofort erkennen konnten, ob ein Bild von Tibet oder von Gilbert stammte, harmonierten die Arbeiten bestens. Tibet betonte im Gespräch, dass er stets seiner Intuition folge, wenn er sich auf ein gemeinsames Projekt einlässt – ähnlich wie auch in Current 93 mit seinen zahllosen Gastmusikern. Offenkundige Gemeinsamkeiten seien zweitrangig und fielen ihm meist erst später ins Auge: „Würden Emerson, Lake and Palmer mich fragen, ob ich ein Albumcover für sie gestalten würde, wäre das für mich keine Frage, denn ich liebe ihre Musik, auch wenn ich da kaum einen Bezug zu meinen Bildern erkennen kann.“</p>
<p>Beide Künstler sind Schöpfer umfangreicher Privatmythologien, die sich allerdings nicht nur in der Themenwahl unterscheiden – auch die ästhetische Vermittlung ist eine grundsätzlich andere. Gilmore ist in erster Linie ein großer Geschichtenerzähler, dessen ereignisreiche Darstellungen wie Stills aus einem überlangen Animationsfilm anmuten, dessen Skript von Joseph Conrad in fiktiver Kooperation mit André Breton stammen könnte. Als Betrachter ist man verführt, sich auf lange Zeit in dem Geschichtszyklus zu verlieren und den skurrilen Ereignissen auf den Grund zu gehen – sie verlangen volle Aufmerksamkeit, vermögen letztlich aber auch Betrachter zu faszinieren, die sich die Bilder nicht ins heimische Wohnzimmer hängen würden. Tibet zeigt eher als dass er erzählt, seine Bilder sind von einer stark atmosphärischen Wirkung. Viele seiner Sujets sind derart abstrakt, dass man ihren kosmologischen Charakter ohne Hintergrundwissen höchstens erahnen kann, wenngleich verschiedene Figuren der christlichen Narration vorkommen: Adam, der erste Mensch in Gleichsetzung mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets – ein Themenkomplex, der in Tibets Rockalbum „Aleph at Hallucinatory Mountain“ musikalischen Ausdruck fand und gleich eine ganze Serie an Bildern hervorbrachte. Verkörperungen des Bösen fehlen selbstverständlich nicht, wenngleich ihre Zeichnung hermetisch bleibt und jeder Plakativität abschwört, die für Teufelsdarstellungen in der Kunst typisch sind. Und natürlich die Figur des Erlösers, präsentiert in zahllosen Darstellungen des Kreuzes, das in der jüngsten Schaffensphase Tibets, die musikalisch im Album „HoneySuckle Æons“ kulminierte, wieder stark an Bedeutung gewann. Der hermetische Charakter dieser Bilder resultiert jedoch nicht nur aus ihrer Thematik, sondern auch aus ihrer starken Selbstbezogenheit &#8211; ähnlich seinen Songlyrics wirken Tibets Gemälde wie bildreiche innere Monologe, bei denen die Hauptperson stets das Künstlersubjekt selbst ist, das neben den kosmischen Ereignissen <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/baalstorm2-300x266.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2874" title="baalstorm2-300x266" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/baalstorm2-300x266.jpg" alt="" width="300" height="266" /></a>allem voran seinen eigenen Blick auf diese ins Zentrum stellt und Teil des jeweiligen Mythos wird: „I am Black Ship“, „I am Aleph“, „I am Æon“, „I am Zion“ hies es bereits wiederholt in seinen Texten, in denen er &#8211; stellvertretend für den Menschen an sich &#8211; in die Rolle religiöser Allegorien schlüpft. Auch an dieser Stelle ähnelt er Gilbert, der sich selbst zum Helden seiner Historienmalerei stilisiert, und erlebendes Subjekt der historischen Ereignisse wird, die in seinem Tod enden.</p>
<p>Tibet benannte das Kindliche letztlich als diejenige Qualität, die ihn noch am Offensichtlichsten mit Gilberts Werken verbindet. Der Reiz seiner Bilder liegt nicht zuletzt in der Präsentation großer Themen in schlichter, freundlicher und meist farbenfroher Gestalt. Darstellungen der Kreuzigung werden in jüngeren Werken mit einer Vielzahl mit Wachsstiften gemalter Kugeln umgeben, die in ihrer niemals grellen Buntheit dem Szenario ein Kindchenschama beigeben, dass ähnlich wie die zahllosen runden Gesichter aus der Alephzeit Tibets Aussage zu unterstreichen scheint, dass das Wort Apokalypse für ihn viel weniger für eine Katastrophe stehe, als vielmehr für Offenbarung und Erlösung. Die Bezeichnung „Cartoon Apocalypse“ wurde längst zum Geflügelten Wort und steht für einen Hauptaspekt seiner Arbeiten generell. Allerdings sind wenige seiner Bilder wirklich cartoonesk, vielmehr macht der naiv-eingängige Stil die Ernsthaftigkeit seiner Sujets umso deutlicher. Die verträumte Rauschhaftigkeit vieler Darstellungen scheint das Halluzinatorische zu unterstreichen, bei dem das träumende Künstlersubjekt zum blinden Seher wird und einen kleinen Einblick in kosmische Zusammenhänge bekommt.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/andrewgilbert2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2865" title="andrewgilbert2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/andrewgilbert2.jpg" alt="" width="280" height="352" /></a>Bei Gilbert bekommt der kindliche Blick etwas Dreistes, die naive Unbekümmertheit scheint ihm die unverblümte Darstellung grotesker Kriegsgräuel zu erleichtern, und bei aller Anklage der britischen Kolonialmacht spricht doch aus allen Motiven auch die Lust an der Transgression. Lust heißt hier nicht, dass er die Grausamkeit der Kolonialkriege auch nur in irgend einer Form verherrlichen würde – vielmehr offenbart sich dabei die Genugtuung desjenigen, der mit Freude schöne Fassaden einreißt, um der Welt den dahinter geheim gehaltenen Schmutz zu präsentieren. Fantasie und historische Wirklichkeit, Zeitkritik und schalkhafte Lust an der Provokation begegnen sich dabei bisweilen auf engstem Raum, z.B. wenn der Kopf der enthaupteten Queen in eine Lidl-Tüte entsorgt wird – von einer Magd, deren Gesicht nicht nur ein Totenschädel ist: Dieser hat bei genauerem Hinsehen auch noch die Form des afrikanischen Kontinents. Zeuge dessen ist niemand anderes als Napoleon, der die Handlung mit grimmigem Gesicht betrachtet, während in seinem Unterleib eine vaginaartige Wunde klafft. Der korsische Feldherr fungiert hier aber nicht nur als Allegorie auf den Expanionsdrang europäischer Kolonialmächte. Gilbert betonte im Gespräch die Nähe zu dem Zulu-König Shaka, einer ebenso tragischen Figur, die viele sicher noch aus einer TV-Serie der 80er kennen. Sein Machtstreben, seine zeitweiligen kriegerischen Erfolge und seine völkervereinenden Errungenschaften brachten ihm den Ruf eines afrikanischen Napoleon ein.</p>
<p>Ob man nun die im Humor und in der kindlichen Darstellung großer Zusammenhänge versteckten Gemeinsamkeiten fokussiert oder doch eher die Unterschiedlichkeit der beiden Werke – jeder, der eine Schwäche für eigenwillige Surrealität und souveräne Außenseitergesten in der Kunst hat, sollte Gilberts und Tibets Arbeiten nicht indifferent gegenüberstehen. Die Chance auf ein eindringliches visuelles Erlebnis sollte man sich jedenfalls nicht nehmen lassen. Bis zum 10. Oktober sind die Arbeiten der beiden Künstler noch im Berliner nationalmuseum zu sehen. (U.S.)</p>
<p>nationalmuseum<br />
Urbanstrasse 100<br />
2. Hof. 1. Etage<br />
10967 Berlin<br />
Tel.: +4917663118632<br />
U-Bhf Hermanplatz</p>
<p>Bild 1: The Mahdi—1881 (Andrew Gilbert) &amp; Birth Canal Blue (David Tibet)</p>
<p>Bild 2: Buchcover Andrew Emperor of Africa (Andrew Gilbert)</p>
<p>Bild 3: Hallucinatory Sunset and Sunrise over Hell at the Apocalypse (David Tibet)</p>
<p>Bild 4: She is Naked like the Water, at the Door—Baalstorm, Sing Omega! (David Tibet)</p>
<p>Bild 5: The Fate of Empires (Andrew Gilbert)</p>
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